Archiv des Autors: Wisse

210221 Schafkar (2.311m)

Jeder Tag, versucht dem Vorhergehenden den Kaiserwetterrang abzulaufen. So auch heute wieder… dieses Mal verschlägt es mich in ein etwas abgelegenes Tourengebiet, ein Kompromiss, den ich zwecks Tour mit Papa gerne in Kauf nehme. Wir wollen ins Schafkar, ein Gebiet, das Papa gut vom Sommer her kennt, aber im Winter auch noch nie hier gewesen ist. Start ist in Gramais, genauer gesagt bei der Brücke über den Otterbach im Weiler Riefen

Es ist relativ warm heute, das Thermometer zeigt 1.5°C. Dennoch ist der erste Aufstieg auf der Forststraße eisig und wir müssen ein wenig aufpassen.

Der Weg verläuft parallel zum Alpbach, einmal müssen wir den Wasserlauf überqueren. Dazu heißt es, Ski aus und rüberlaufen.

Schließlich öffnet sich das Tal ein wenig und wir sehen auf den weiteren Wegverlauf. Ein paar alte Lawinen säumen den Weg, doch die Gefahr ist heute überschaubar. Mehr Kopfzerbrechen besorgt uns die schlechte Qualität des Schnees im Kessel.

Durch den unteren Kessel verläuft der Weg recht flach, bis wir die erste Steilstufe erreichen.

Ab hier wird es steil, wir beschließen, da der Weg teilweise noch gefroren war, die Harscheisen aufzuziehen. Diese Entscheidung ist Goldes wert, beim weiteren Aufstieg sind wir um die zusätzlichen Zacken mehr als Dankbar.

Immer höher steig der Pfad in unzähligen Spitzkehren. Perfektes Gelände, um diese Technik ein wenig zu vertiefen…

Schließlich erreichen wir wieder flacheres Gelände, nun hat sich auch die Schneebeschaffenheit geändert, Pulver mit einem leichten Deckel säumt den Weg, der sollte zum Fahren nicht schlecht sein.

Rückblickend sehen wir den Aufstiegsweg und als prominenten Abschluss der Aussicht die Licht- und Zirmspitze. Aur der „anderen Lechseite“ sieht man auch die schöne Klimmspitze.

Die Spur zieht nun mal mehr oder weniger steil in das Schafkar. Die eisigen Stellen sind nun Pulver gewichen und der Aufstieg geht flott voran.

Auf jeden Fall sind wir froh, noch im Schatten laufen zu können, in der Sonne wird es jetzt schon rasch warm.

Im oberen Teil des Schafkars sehen wir dann auch unser Ziel. Es ist der felsige Kopf auf der rechten Bildseite. Die Große Schafkarspitze zur linken wird im Winter nicht bestiegen, ich bezweifle auch, dass die im Sommer viel Besuch erhält.

Die Schneequalität ist hier nun schon sehr gut, der lange Schatten zahlt sich aus. Doch schon bald lugt die Sonne am Grat hervor, nun wird es warm.

Über relativ flaches Gelände streben wir dem Ziel entgegen, hinter uns ist niemand, und vor uns auch nicht. Ein Privileg, einen schönen Skigipfel alleine zu haben.

Mit jedem Schritt wird es wärmer, doch nun sind es wirklich nur noch ein paar Meter zum Gipfel. Eigentlich ist es ja gar kein richtiger Gipfel, ein Vorgipfel, der aber als Ende dieser Skitour angesehen wird

Schließlich erreichen wir die Scharte, genannt „Im Sattele“. Von hier hat man einen schönen Blick auf die Große Schafkarspitze (2.532m).

Die letzten paar Meter auf den Gipfel sind schon ein wenig sumpfig, dennoch gut zu gehen. Oben angekommen wird abgefellt, alles verstaut und in den Sattel abgefahren. Dort ist das Pause machen gemütlicher. Heute herrschen richtige Frühlingsbedingungen… sehr angenehm.
Bevor ich losfahre, stelle ich fest, dass meine Bindung nicht einrastet… mühselig quäle ich mich ins Sattele…

… dort wird die Bindung untersucht. Scheinbar hat sich der Hinterbacken verstellt, zum Glück habe ich einen Leatherman dabei und kann das Ungemach beheben… ein schaler Beigeschmack bleibt dennoch.

Nach einer ausgiebigen Pause machen wir uns an die Abfahrt. Der obere Teil ist wunderbar zu fahren, einzig an der Technik scheitert es heute, der Schnee ist wunderbar. Dennoch kommen wir zügig bis zum Steilhang mit dem Lawinenstrich.

Hier ist der Schnee zerfahren und gefroren, daher nicht besonders gemütlich zu fahren. Diese Stelle fordert uns, aber wir schaffen auch diese Herausforderung.

Nach dem Steilhang fahren wir über das flache Gelände und über den Forstweg wieder retour zum Parkplatz. Den Bach haben wir immer im Hinterkopf, zu viel Schwund wäre hier der Tod des Belags…

Ohne große Zwischenfälle erreichen wir den Parkplatz. Hier scheint im Winter selten die Sonne hin… zufrieden mit dem Tagwerk fahren wir nach Hause.
Am Weg von Gramais nach Häselgehr bleiben wir noch einmal stehen und schauen zu unserem Tagesziel empor… relativ abweisend erscheint der Gipfelhang von hier…

Eine geniale Tour, mit sehr schönen Abschnitten und wunderbaren Aussichten…

Tourendaten
Gesamtlänge: 11,36 km
Gesamtdauer: 4:00 h
Höhenmeter: 1.120 m
Lawinenwarnstufe: 1 (Vormittags, unter 2.400m)

210220 Hirzer (2.725m)

Heute steht einer der großen Klassiker auf dem Programm, der Hirzer. Eine tolle Tour aus dem Wattental. Vor vielen Jahren bin ich hier mit dem Bundesheer gewesen und habe so manche Tour gemacht, allerdings ist meine Erinnerung daran ein wenig verwelkt. Mit zwei Pauls und einem Reinhard geht es heute auf Tour…

Wir starten beim Parkplatz am Gasthaus Hanneburger bei ca. 1.400 m los. Wir haben Glück, wir sind früh genug dran und finden gleich einen Parkplatz…

Der Start verläuft recht unspektakulär über eine Forststraße, bei deren Ende wir auf schönes Almengelände stoßen. Steil zieht die Spur nun über noch sehr harten Schnee nach oben.

An der „anderen“ Talseite leuchtet schon die Sonne, wir sind allerdings froh, noch in kühler Luft aufsteigen zu dürfen, denn heute wird es laut Wetterbericht noch recht warm.

Durch schöne Zirbenbestände steigen wir immer höher hinauf…

Unsere Vierergruppe hat sich mittlerweile ein wenig aufgelöst, aber immer wieder stoßen wir zusammen. Später, am Gipfel sind wir uns einig… wir haben alle ungefähr das gleiche Tempo, also eine angenehme Truppe…

Nun erreichen wir die Waldgrenze, es eröffnet sich ein spektakuläres Panorama, das uns beim weiteren Verlauf der Tour begleiten wird.

Es ist die erste Tour, die ich mit Paul mache, aber ich muss jetzt schon sagen, dass es hoffentlich nicht die Letzte sein wird. Stimmung, Tempo und das Rundherum passen perfekt…

Vorbei am Polvesalm-Hochleger steigen wir in Richtung Grat auf.

Schöne Skihänge eröffnen sich vor uns, einzig über die Schneequalität sind wir uns noch nicht einig. Aber bevor überhaupt ein Gedanke an die Abfahrt verschwendet wird, wir haben noch ca. 600 Hm vor uns…

Die Sonne steht nun schon ein wenig höher und wärmt uns. Es ist gerade richtig, noch nicht zu warm, und dennoch sehr angenehm.

Schließlich erreichen wir den Grat, der Schnee wird, wie in den Tuxern üblich, immer weniger, je höher man kommt… das ist dem immer währenden Wind zu verdanken.

Teilweise müssen wir über Steine steigen, zum Glück schützen die Felle den Skibelag und wir können unverfroren weitertappen.

Durch den Windeinfluss ist die Spur recht hart, daher lege ich meine Harscheisen an. Damit ist der weitere Aufstieg für mich doch um einiges einfacher…

Kurz vor dem Gipfel müssen wir noch einmal kurz abfahren, dann steht dem letzten Aufstieg nichts mehr im Wege.

Glücklich haben wir das Ziel erreicht, der Hirzer, 2.725m. Heuer bis dato mein „Höchster“. Die Aussicht ist absolut phantastisch, bei diesem Panorama schmeckt die Brotzeit gleich zweimal so gut.

Wir sind fast eine Stunde auf dem Gipfel, so gemütlich ist es schon lange nicht mehr gewesen. Irgendwann wird es allerdings doch Zeit für die Abfahrt…

Ich lasse den Profis die Vorfahrt, einzig Paul fährt als Schlusslicht, um die Leichen einzusammeln. Zum Glück ist das heute nicht von Nöten.

Im oberen Bereich ist die Abfahrt relativ lustig, je weiter wir ins Tal kommen, desto schwerer wird der Schnee und desto kraftraubender werden auch die Kurven. Dennoch macht die Abfahrt Spaß.

Am Schluss der unteren Almwiese müssen wir auf die Forststraße wechseln.

Diese ist in bestimmten Bereichen relativ flach, dennoch erreichen wir zügig den Parkplatz… ein paar Mal müssen wir halt doch schieben.

Am Parkplatz angelangt kommt eine feine Überraschung, es gibt eine „Hülse“ (= Bier). In diesen schweren Zeiten muss man halt das Zusammensitzen am Ende einer Tour ein wenig anders gestalten… von meiner Seite „Hoch-die-Daumen“, nach so einer Tour schmeckt ein Bier einfach wunderbar.

Das Wette ist nun wirklich warm geworden, daher ziehe ich mir zu Hause die „Kurze“ an und setzte mich auf den Balkon… und gönne mir noch ein Bier auf die tolle Runde!

Tourendaten
Gesamtlänge: 15,19 km
Gesamtdauer: 4:57 h
Höhenmeter: 1.446m
Lawinenwarnstufe: 2 (Triebschnee)

210216 Birgitzköpfl (1.982m)

Es ist schon wieder eine Zeit her, dass Michi und ich was unternommen haben, daher beschließen wir spontan, auf das Birgitzköpfl zu steigen. Direkt nach der Arbeit fahren wir Richtung Axamer Lizum, zum Parkplatz Adelshof. Es ist, obwohl schon Nachmittags, noch recht viel los, wir finden dennoch rasch eine Parklücke.

Überraschend viel Schnee liegt hier noch, die Aufstiegsspur ist vom Parkplatz weg gangbar, einzig das Ende der Rodelbahn sieht recht eisig aus. Der erste Teil des Aufstiegs erfolgt im Wald, dann öffnet sich eine Schneise, an der wir entlang aufsteigen.

Nachdem wir ein schönes Wegkreuz bei einer größeren Lichtung passieren, stehen wir bald vor der Birgitzer Alm. Hier ist der Start der Rodelbahn. Auch heute sind wieder ein paar Leute aufgestiegen, um sich an der Alm per TakeAway zu laben und dann die rasante Abfahrt zu genießen.

Unser Weg führt uns weiter, direkt nach der Alm über offenes Gelände dem Gipfel entgegen.

Das Wetter ist heute „komisch“, eine Mischung aus allem, man kann nie genau sagen, was als nächstes kommt… zumindest geht kein Wind und es ist relativ lau.

Am Gipfel angekommen, werden wir Zeugen eines wunderbaren Schauspiels. Die Sonne zaubert, dank des wolkigen Himmels, schönste Muster in die Landschaft.

Die Berggipfel leuchten Rot, die Sage von König Laurin mit seinem Rosengarten kommt mir in den Sinn. Leider kann meine kleine Wunderkamera vom Smartphone diese Eindrücke nicht einfangen, so muss ich mir das Gesehene einfach einprägen.

Gegen Südwesten sehen wir die Kalkkögel mit Ampferstein und Marchreisenspitze.

Und auch die Nockspitze mit der berühmten Mairrinne lacht zu uns her.

Klarerweise sind wir nicht alleine auf diesem beliebten und zugegebenermaßen leichten Berggipfel. Der Platz um das Gipfelkreuz ist allerdings so großzügig bemessen, dass da noch viele Menschen „corona-gerecht“ untergebracht werden könnten…

Das Schauspiel, besonders beim Karwendel, will einfach nicht abreißen. Während unsere Gipfelkameraden nach und nach ins Tal abfahren, bleiben wir noch stehen und genießen das Naturschauspiel…

Schlussendlich leuchten nur noch die Namhaften an der Nordkette (Inntalkette und Gleiersch-Halltal-Kette): Hoher Gleirsch, Praxmarerkar-Spitze, Bachofenspitze, Großer Lafatscher, Speckkarspitze und zu guter Letzt, der mächtige Bettelwurf mit der Walderkamp-Spitze.

Im Unterland zieht der Nebel ins Inntal, die Dämmerung bricht herein und wir beschließen, zumindest noch einen Teil der Abfahrt bei Tageslicht zu absolvieren.

Die Abfahrt geht flott von Statten, einzig am Schluss gönnen wir uns einen Schnitzer bei der Abfahrt, wählen kurzerhand die falsche Piste und landen ein Stück über dem Parkplatz an der Straße. Trotzdem erreichen wir dank guter Schneelage den Ausgangspunkt mit den Brettern an den Füßen.

Tourendaten
Gesamtlänge: 7,23 km
Gesamtdauer: 2:00 h
Höhenmeter: 619 m
Lawinenwarnstufe: 2 (Triebschnee, Altschnee)

210214 Vom Patscherkofel zum Glungezer

Viele Jahre ist es hier (um genau zu sein, 2015), dass ich diese Route, die sogenannte „Route Roman“ mit Alfons gegangen bin. Schon länger will ich diese feine Skitour wiederholen, aber finde keine Mitstreiter. Heute mache ich mich alleine auf, die einfache Grattour zu absolvieren.

Mit der Kofelbahn gönne ich mir den Luxus des vereinfachten Aufstieges, die ersten 1000 Höhenmeter sind so ein Klax…

Da ich recht früh dran bin, und die Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt sind, ist auf im Skigebiet fast nichts los.
Von der Bergstation geht es gleich steil hinauf, im Nordhang des Patscherkofels ist eine angenehme Spur angelegt, der ich folge. Schön langsam strömen doch ein paar Leute zum Skifahren, bis hierher kann ich die Kanten knirschen hören.

Je näher ich dem Gipfel komme, desto mehr sieht man den Einfluss des Windes. Es hat schon einige Zeit nicht mehr geschneit, die Schneedecke ist windgepresst und überall sieht man „Gangeln“. Kein gutes Zeichen, aber in diesem Falle vernachlässigbar, da der Kofel extrem verspurt ist.

Der Patscherkofel ist ein Aussichtsberg par excellence, besonders schön an einem eiskalten Wintermorgen wie heute. Die Fernsicht ist grandios, und ich bin froh, dass ich mir diesen Tag für die Tour ausgesucht habe.

Am Gipfel ist es sonnig, windstill und sehr angenehm. Dennoch kann ich nicht verweilen, ich habe noch eine gute Strecke vor mir. Ich begebe mich zum Osthang, oberhalb dessen ich abfelle und mich für die erste Abfahrt des Tages bereit mache.

Einer der kleinen Nachteile dieser Tour ist die immer wieder dünne Schneeauflage am Grat. Da es in dieser Region immer windet, ist der Schnee teilweise verblasen. Dennoch finde ich ski-schonende Spuren zum Abfahren.

Zwischenzeitlich muss immer wieder geschoben werden, aber für´s erneute Auffellen ist es noch zu früh. Sobald ich in den Nordbereich der Tour wechsle, liegt Schnee von überraschend guter Qualität.

Ein Blick zurück offenbart den ersten Teil der Abfahrt, mit viel Gemüse dazwischen. Es führen nur ein paar wenige Spuren den Hang herunter, scheinbar ist die Tour aktuell nicht so gut besucht.

Der Blick Richtung Süden offenbart ein weiteres „Wunderland“ für Tourengeher. Das oft übersehene Viggartal mit schönen Skibergen, im Hintergrund die Kreuzspitze (2.746m) und das Rosenjoch (2.798m)

Nach ein wenig „Tretteln“ erreiche die das Lanser Kreuz, nun steht wieder eine schöne Steile Abfahrt vor mir. Zum Glück habe ich die Felle noch nicht „montiert“.

Bevor ich hinunter schwinge, schaue ich mir nochmals den Routenverlauf an. Vor mit ausgebreitet liegt wie auf einer Karte der Pfad. Dem sonnigen Grat entlang geht es rechts an der Viggarspitze (Pyramide) vorbei und dann zwischen Felsen nach oben zur Sonnenspitze.

Die Spur, der ich heute folge, unterscheidet sich an ein paar Stellen von der mir im Gedächtnis gebliebenen. Und da ich immer wieder mit Fellen abfahren muss, denke ich mir, dass die „alte“ Route von 2015 wohl geschickter angelegt war.

Noch ist es kühl und immer wieder schattig, nachdem ich allerdings ein Stück hinter Boscheben in die Sonne komme, kann die Jacke auch im Rucksack verschwinden.

An den Wegweisern kann man erkennen, dass hier viel Schnee liegt. Bei einer Abzweigung des Zirbenweges sehe ich die Viggarspitze in voller Pracht. Eine schöne geformter Pyramide…

Es geht fast gerade auf den Gipfel zu, hier im kleinen Tal ist es schattig und dementsprechend kalt. Aber vor mir lockt schon die Sonne.

Schlussendlich erreiche ich die Südhänge der Viggarspitze mit viel Sonne. Wind ist auch nicht vorhanden, daher sind die Temperaturen nun sehr angenehm.

Da ich eine längere Strecke vor mir habe, lasse ich die Viggarspitze heute aus. Das nächste Mal stehe ich wieder dort oben. Der Blick ins Viggartal und zurück auf den Patscherkofel zeugt recht deutlich, dass dieses Tal recht langzogen ist. Die Skitouren am Talschluss sind dementsprechend auch niemals „kurz“…

Nun bewege ich mich weiter auf die Sonnenspitze zu, auch zur Neunerspitze ganz in der Nähe sende ich meinen Gruß. Die Spur ist schon älter, daher ist stellenweise unberührter Schnee vor mir…

Die originale „Route Roman“ führt immer am Grat entlang, doch ich entscheide mich, der Spur am Sommerweg in den Südhängen zu folgen.

Der erste Teil des Weges ist wunderschön, wobei die Spur nicht wirklich hilfreich ist. Später erreiche ich aber auch Stellen, bei denen ich froh bin, wenn ich diese hinter mir lasse. Meine Versuche, Gefahrenstellen auszuweichen, sind fast immer von Erfolg gekrönt, dennoch brechen bei steileren Stellen immer wieder Schollen aus dem Bruchharsch, der hier vorherrscht…

Je Steiler die Hänge werden, desto vorsichtiger bin ich. Am Schluss muss ich noch durch den Gipfelhang, der mich auf die Glungezer Hütte bringen wird. Durch halbwegs geschickte Spurenwahl bleibt die Steilheit immer unter 35°. Die Hänge oberhalb habe ich besonders im Auge..

Der Schlusshang ist recht hart, daher muss ich die Harscheisen anlegen. Das klappt hervorragend, und nun ist das Raufgehen doch um einiges leichter geworden.
Dann erreiche ich, zugegeben erleichtert, den Grat vor der Hütte. Diese liegt nun direkt vor mir, ich zieht aber noch ein paar Meter weiter, zum Glungezer Kreuz (2.660m).

Hier gönne ich mir eine einsame Pause. Während auf der Sonnenspitze schon Menschenmassen stehen, bin ich hier, circa 250 Meter Luftlinie alleine…

Die Pause tut gut, ich merke allerdings, dass ich bedingt durch den nun einsetzenden Wind auskühle. Da ich eine tolle Abfahrt vor mir habe, packe ich zusammen. Nach der Hütte muss ich nochmals ein paar Meter in die Schulter der Sonnenspitze aufsteigen, denn dort startet die eigentliche „Piste“.

Das Aufwärmen in der Hütte bleibt mir heute/heuer corona-bedingt verwehrt, aber die Abfahrt wertet das Gesamterlebnis absolut auf. 1.800 m Abfahrt, wo hat man das sonst…

Vom Gipfel, mit Buckelpiste, über die sehr gut präparierte Piste im Skigebiet und schlussendlich über die gesperrte, weil teilweise recht eisige Talabfahrt erreiche ich zufrieden die Talstation der Glungezerbahn. Beim Weg zur Bushaltestelle hole ich mir noch ein Bier bei der Larchhittn, dann warte ich in der Sonne auf den Bus.
Eine wunderschöne Tour, die mir viel Spaß und manch erhöhten Puls beschert hat…

Tourendaten

Skitour
Gesamtlänge: 8,41 km
Gesamtdauer: 3:51 h
Höhenmeter: 1.171 m
Lawinenwarnstufe: 3 (Triebschnee, Altschneeproblem)

Abfahrt
Gesamtlänge: 8,89 km
Gesamtdauer: 35:00 h
Höhenmeter: -1.800 m
Lawinenwarnstufe: – (Pistenabfahrt)

210208 Schartenkogel (2.311m)

Heuer ist bei mir echt das „Schartenkogeljahr“, so scheint es. Schon einige Male bin ich auf diesen Muggel rauf gelaufen, heute eben wieder. Eigentlich wollte ich noch weiter auf den Glungezer, aber die Zeit hat gegen mich gespielt und daher war beim Schartenkogel Ende… aber mal wieder von Vorne.

Trotz dass ich schon einige mal hier war, es gibt immer wieder was zu entdecken. Heute probiere ich den Tagesaufstieg über die ehemalige Lifttrasse. Und schon vom ersten Meter weg muss ich zugeben, dieser Aufstieg hat es in sich… steil ist geil, könnte man sich da denken.

Die Spur selber kenne ich noch sehr gut aus den vergangenen Jahren. Hier führe der alte Schlepplift im Winter bzw. Einser-Sessellift im Sommer hinauf zur Tulfeinalm. Die Fahrt mit dem Einser-Sessellift war noch ein richtiger Spaß.

Bequemer ist natürlich der nun moderne Aufstieg mit Gondel oder Sessellift. Neben der Piste stehen immer wieder prachtvolle Zirben.

In schnurgerader Linie erreiche ich die Bergstation der Glungezer-Sektion-II. Hier beschließe ich, wieder einen für mich neuen Weg zu probieren. Direkt hinter der Bergstation zweigt ein Weg ins Gelände. Nun ist der Pieps auch aktiv…

Wunderschön und meiner Meinung nach absolut unkritisch steige ich parallel zur Skipiste, aber ohne diese zu sehen durch lichten Wald weiter hinauf.

Das phänomenale Panorama auf Innsbruck wird heute nur noch durch den frisch gefallenen Schnee getopt, der die Landschaft fast unwirklich erscheinen lässt.

Hatte ich im ersten Teil der Tour (auf der Lifttrasse) noch keine Sonne, habe ich nun Glück und immer wieder wärmen mich die goldenen Strahlen.

Mein Blick wechselt immer wieder nach Westen, zum Glungezer… so sich der heute noch ausgehen würde? Doch nun liegt erst mal der Weg Richtung Schartenkogel vor mir, hier im Hintergrund schon zu sehen.

Nachdem ich letzten Dienstag später unterwegs war und dort schon feststellen musste, dass hier echt was los war, scheint jetzt genau das Gegenteil der Fall zu sein. Wenige Mitstreiter treffe ich heute… vielleicht sind die alle im Geschäft, denn diese haben das erste Mal seit langem wieder geöffnet (Stichwort Covid19).

Noch ein paar Schritte vom Gipfel entfernt wird es lauter. Es sind doch ein paar Leute am Weg. Am Gipfel ist eine größere Gruppe mit Kindern, die hier einen feinen Ausflug gemacht haben und nun mit Brotzeit und Fackeln ein wenig Gemütlichkeit fabrizieren.

Nach Süden hin sehe ich das düstere und für mich so faszinierende Voldertal. Hier möchte ich heuer unbedingt ein paar Touren machen.

Und gegenüber liegt der Glungezer mit der berühmten Hütte. Mein eigentliches Ziel ist heute aufgeschoben, aber natürlich nicht aufgehoben.

Mit der Dämmerung ist der Wind stärker geworden, schnell richte ich mich (wie fast immer an diesem Berg) für die Abfahrt. Das Zusammenpacken geht von Mal zu Mal schneller.

Die Sonne ist nun untergegangen und die Dämmerung zaubert wunderbare Lichtspiele in den Himmel.

Die Nordkette über Innsbruck leuchtet im letzten Licht des Tages, mit dem frischen Schnee besonders prächtig. Bei der Abfahrt treffe ich eine nette Dame, die mir erklärt, heute 4 mal wieder aufgestiegen zu sein, einzig weil ihr das Powdern so viel Spaß gemacht hatte…

An der Gondel angekommen, der Talabfahrtspiste traue ich wieder nicht (nicht wegen der Schwierigkeit, sondern wegen dem fehlenden Schnee), fahre ich die Glungezer-Sektion-I wieder retour ins Tal.
Eine tolle, schnelle Tour, die ich bestimmt bald wieder mache!

Tourendaten
Gesamtlänge: 7,40 km
Gesamtdauer: 1:47 h
Höhenmeter: 764 m
Lawinenwarnstufe: 3 (Altschnee/Gleitschnee)

210202 Schartenkogel (2.311m)

Und wieder mal, dank gespannter Lage und später Stunde, geht es hinauf auf den Schartenkogel. Zu dieser Tour gibt es ja nicht mehr viel zu sagen… dennoch musste ich heute ein paar Mal beim Aufstieg grübeln. Hatte sich doch unweit der Aufstiegsspur kürzlich ein Lawinenereignis, Gott sei Dank ohne Folgen, abgespielt… so nahe liegen manchmal Glück und Unglück nebeneinander…

Nach 1:08 h stehe ich auf dem Gipfel des Schartenkogel und genieße die wunderbaren Blick ins Tal. Es ist zwar nicht kalt, aber windig, und daher verzichte ich auf eine längere Gipfelpause.

Die Abfahrt ins Tal ist heute lustig, obwohl die Piste knollig ist und teilweise schon leichte Tendenzen zur Eisbildung hat. Da ich relativ früh am Weg war, hatte ich mit der Menge an Mitläufern kein Problem… nun sieht die Sache ein wenig anders aus, Karawanen steigen am Pistenrand empor… dennoch läuft alles sehr zivilisiert ab. Hut ab vor der Disziplin.

Tourendaten
Gesamtlänge: 7,47 km
Gesamtdauer: 1:26 h
Höhenmeter: 742 m
Lawinenwarnstufe: 3 (Altschnee, Triebschnee)

210124 Galtjoch (2.109m)

Meine letzte Tour mit Papa ist ja schon wieder eine Weile her (siehe Hohe Warte), daher haben wir uns entschlossen, zusammen auf das Galtjoch zu steigen. Wir treffen uns in der Früh am Parkplatz „Almkopfbahn“, dann fahren wir mit Papas 4WD-Boliden weiter zum Weiler Rauth. Dort ergattern wir gerade noch den letzten Parkplatz, was bei der Größe (bzw. Kleine) des Parkplatzes kein Wunder ist…

Direkt vom Parkplatz steigen wir auf der Forststraße auf Richtung Ehenbichler Alm. Ich muss zugeben, ich bin weder im Sommer noch im Winter je hier gewesen, also wird es endlich mal Zeit.

Das Wetter ist „komisch“, man weiß nie genau, wird es schön, oder fängt es gleich furchtbar zu stürmen an. Einmal schaut die Sonne raus, dann fängt es auch schon wieder zu schneien an.

Vorbei an ein paar schönen Hütten, offenen Flächen und viel Wald steigen wir immer höher unserem Ziel entgegen.

Ungefähr bei der Hälfte des Aufstiegs sehen wir die Ehenbichler Alm (1.964m). Gerade gestern habe ich einen interessanten Bericht über diese Alpe im TV geschaut. Und heute stehe ich davor…

Wir bleiben allerdings nicht stehen, sondern marschieren gleich weiter, unser Ziel ist die Galtjoch-Spitze.

Der Schnee wird immer mehr, das Wetter ist nicht besser geworden, und trotzdem genießen wir jeden Schritt in dieser schönen Landschaft. Der Wald lockert auf und bald erreichen wir schönstes Skigelände.

Vor uns sind schon ein paar Leute auf dem Weg zum Vorgipfel, die Spur ist schön angelegt und weit ist es auch nicht mehr. Schon bald werden wir oben stehen…

Hinter uns „spinnt“ das Wetter gerade wieder herum, zu allem Überfluss ist jetzt noch ein fester Wind dazugekommen. Aber auch das macht unserer guten Laune keinen Abbruch.

Es ist kalt geworden. Ein schöner blauer Himmel ist was herrliches, das muss man einfach immer wieder sagen. Aber auch „nicht-so-tolles-Wetter“, wie eben heute hat seine Glanzpunkte… in diesem Falle eine magische Stimmung.

Tolle Wolkenspiele, die Sonne strahlt manchmal über die tief verschneite Landschaft und kreiert wunderschöne Bilder vor uns…

Der Wind ist stärker geworden, aber nun haben wir das Gipfelkreuz geschichtet, und jetzt gibt es kein Umdrehen mehr.

Ein Blick zurück überrascht mich dann vollends. Der Säuling (in der Bildmitte) in einer Perspektive, die ich so noch nie schauen habe können. Rechts im Bild ist der Thaneller und linker Hand die Tannheimer Berge.

Die letzten Meter zum Gipfel sind so windig, dass wir uns auf die Rast oben so gar nicht richtig freuen wollen. Wir werden uns nur schnell für die Abfahrt herrichten, mehr ist wohl nicht drinnen. Umgezogen wird dann halt später.

Für ein paar Fotos von der Umgebung reicht die Zeit dann aber doch, besonders die südwestliche Steinkar- und Knittelkarspitze beeindrucken.

Gen Osten sehen wir nochmals den Thaneller und auf der rechten Seite von Berwang die Hönig.

Rasch haben wir am Gipfel unsere Siebensachen erledigt, die Felle eingepackt, eine Jacke angezogen und die Abmarsch-, bzw. Abfahrsbereitschaft hergestellt. Dennoch, und obwohl wir wirklich schnell waren, schmerzen die Finger dank des Windes doch ganz „zagrisch“.

Die ersten Meter vom Gipfel sind mühsam, windgepreßter Schnee, teilweise pickelhart macht die Abfahrt nicht ganz einfach. Doch dann kommt ein Stück mit Pulverschnee und dort macht die Abfahrt Spaß.

Weiter unten ist die Schneequalität dann wieder schlechter und der Schnee irgendwie pappiger. Nicht ganz angenehm zu fahren, aber wir geben unser Bestes…

Einen großen Teil der Abfahrt fahren wir dann wieder über die Forststraße ab. Die letzten Meter zum Parkplatz müssen wir, da es flach ist, schieben, aber zum Glück ist die Strecke nicht lange und wir erreichen zufrieden das Auto.

Eine tolle Tour in toller Begleitung, wenn der Wind nicht so arg geblasen hätte… dennoch hat es mir sehr gut gefallen.

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:40 h
Gesamtlänge: 10,91 km
Höhenmeter: 1025 m
Lawinenwarnstufe: 3 (Altschnee / Triebschnee)

210120 Rodeln Rinneralm

Die Schneeverhältnisse sind sehr gut, daher beschließen Letu und ich, die Rodel auszupacken und noch eine kleine Abendrunde zu gehen. Die Rinner Alm ist unser Ziel (auch wenn wir dann doch nicht ganz bis zur Alm gehen).

Einer der Hauptvorteile dieser Bahn abgesehen vom guten Pistenzustand ist der getrennte Aufstieg. So kann man gemütlich nebeneinander laufen und sich unterhalten.

An manchen Stellen, wie hier am Brunnen, sieht man, dass die nördliche Lage dieser Rodelbahn mit niedrigen Temperaturen und einem dementsprechend gutem Bahnzustand einhergeht…

Kurz vor der Alm kommen die Aufstiegs- und Abfahrtspur zusammen. Letu will nicht mehr länger aufs Rodeln warten, also beschließen wir, hier abzukürzen. Da wir nur eine Rodel mithaben, müssen wir uns ein wenig Aufteilen, während ich hinten für die Ausleuchtung und das Lenken zuständig bin, übernimmt Letu die Korrekturmaßnahmen und das Bremsen…

Die Abfahrt geht wunderbar, die Bahn ist hügelig und lustig zu befahren. Auf eine konstante, sprich tägliche Präparierung wird lt. Homepage aus aktuellem Anlass (Covid19) verzichtet, dennoch ist die Bahn ist sehr gutem Zustand. Hier ein Lob an den Hüttenwirt!

Viel zu schnell erreichen wir wieder den Ausgangspunkt in Rinn… aber lustig war es Allemal. Was machen wir das nächste Mal besser? Wir nehmen eine zweite Rodel mit…

Letu meint am Schluss nur, jetzt bin ich hungrig und müde… naja, erst hat der kleine Mann 3 Stunden Eishockey gespielt, und dann noch diese Wanderung unternommen. Da darf man schon mal Schwäche zeigen… 😂😂😂

Tourendaten
Gesamtdauer: 1:12 h
Gesamtlänge: 6,06 km
Höhenmeter: 355 m
Lawinenwarnstufe: 3 (Triebschnee / Altschnee)

210118 /200119 Schartenkogel (2.311m)

Montag und Dienstag sind Nachschitouren-Tage am Glungezer, und da ich gerne in dem Gebiet unterwegs bin, machte ich da nach der Arbeit gerne eine schnelle Runde. Eine tolle Neuerung ist die Benützbarkeit der Gondel am Abend, damit entfällt die lästige Parkplatzsuche bei der „Neuen Gufel“

Die Fahrt mit der neuen Gondel macht mir jedes mal wieder kindisch viel Freude, ohne Wehmut denke ich an den langsamen Zweiersessellift zurück…

Beim Start, ich bin früh dran, sehe ich die letzten Skifahrer zusammenpacken, für die Tourengeher ist es fast noch zu Früh. Dennoch darf ich nach Rücksprache mit dem Liftpersonal auf der Piste rauflaufen.

Zügig wird Meter für Meter zurückgelegt, ich habe mir heute ein gemütliches, aber stetes Tempo vorgenommen.

Die Aussicht mit dem wunderschönen Wolkenspiel begleitet meine Schritte, im Oberland hängen noch ein paar Wolken. Aber auch am Schartenkogel und Glungezer wollen die Wolken nicht ganz weichen.

Je näher ich der Bergstation komme, desto kälter wird es, denn ein immer stärker werdender Nordwind ist aufgekommen.

Der gesamte Weg ist auf der Piste machbar, einzig eine Abkürzung gönne ich mir, diese ist ungefährlich und vermeidet ein flaches Stück…

Kurz vor dem Gipfel sehe ich surreal wirkende Felsen, die mit Schneeformen bedeckt sind, die sich ein Mensch so nicht ausdenken könnte. Wunderschön anzuschauen, besonders ist dem jetzt vorherrschenden Licht.

Kurz vor dem Gipfel wird es nochmals richtig steil, normalerweise war das immer ein für mich sehr unangenehmes Stück, heute stört es mich nicht, im Gegenteil, ich kann mich hier nochmals ein wenig aufwärmen.

Dann ist schließlich das Gipfelkreuz in Sicht, eine große Wechte hat sich hier aufgebaut. Die war das letzte Mal noch nicht vorhanden…

Es ist spät geworden, die Sonne geht schlafen und überlässt unser Landl der Nacht.

Es ist richtig kalt, mit dem Wind noch gefühlt viel mehr. Ich kühle schnell aus, mein Trinkschlauch ist eingefroren, daher halte ich mich nicht lange auf, sondern richtige mich für die Abfahrt her.

Ein letzter Blick ins Inntal und auf Innsbruck, dann setze ich meine Schwünge ins Tal…

Da ich nicht weiß, ob die Talabfahrt präpariert ist, fahre ich das letzte Teilstück wieder mit der Gondel ab. 6 Minuten dauert die Fahrt, dann erreiche ich wieder den Talboden.

Wiederum tolle Trainingstouren…

Nachtrag: Ein paar Tage später habe ich erfahren, dass am 14.01.2021 (LWS = 4) und 19.01.2021 (LWS = 3) im freien Gelände am Glungezer Lawinen mit Personenbeteiligung (Quelle: https://lawis.at/incident/) geschehen sind. Gott sei Dank ist nichts passiert, es zeigt jedoch sehr deutlich, dass die Lage aktuell angespannt ist und ein Ausweichen auf Pistenskitouren angezeigt ist.

Tourendaten Montag 18.01.2021
Gesamtlänge: 7,66 km
Gesamtdauer: 1:43 h
Höhemeter: 759 m
Lawinenwarnstufe: 4 (Altschnee / Triebschnee)

Tourendaten Dienstag, 19.01.2021
Gesamtlänge: 7,58 km
Gesamtdauer: 1:26
Höhemeter: 759 m
Lawinenwarnstufe: 3 (Altschnee / Triebschnee)

210116 Herztal-Wanderung mit Schneeschuhen

Eigentlich hat die Planung heute in der Früh ganz anders ausgesehen. Wir wollten Skifahren, ich parallel dazu eine Skitour machen. Das Material war im Auto, die Kinder angezogen, so fuhren wir spät aber doch von Zuhause los. Leider wohl zu spät. Am Patscherkofel war schon die Hölle los, also disponierten wir um. Doch was machen? Kurzentschlossen gingen die Junioren Schlittschuh laufen, und ich mit den Schneeschuhen eine Runde spazieren.

Vom Parkplatz am Eislaufplatz starte ich los, erst geht es ein paar Meter aufwärts, dann über schöne Wiesen in mit feiner Sonne eben dahin.

Der erste Teil des Spaziergangs entspricht im Übrigen dem Weg zum Goaßgogl. Da es selten so einen tollen Schnee in den Niederungen hat, ist das heute die perfekte Aktivität für mich.

Der Blick über das Inntal ist zwar nicht ganz so spektakulär wie von einem Berggipfel, aber man muss schon zugeben, dass von allen Dörfern in der Gegend Aldrans wohl den besten Logenplatz hat.

Die Bäume und Stauden sind tief verschneit, damit ergeben sich immer wieder schöne Fotomotive.

Kurz vor der Abzweigung zum Goaßgogl bleibe ich am Aussichtspunkt stehen und schau „hinab“ ins Unterland. Ein paar Wolken hängen an den Bergflanken, aber ansonsten ist das Wetter heute kaiserlich!

An der Nockspitze haben sich auch ein paar Wolken am Gipfel verfangen, lt. Wetterbericht ist es heute recht windig im Gebirge, und die Schneefahnen, die immer wieder sichtbar werden, bestätigen dies eindrucksvoll.

Im Wald habe ich diese Sorgen nicht, hier muss ich eher drauf achten, nirgends anzustoßen. Eine falsche Bewegung, und das wunderbare Weiß verwandelt sich im Nacken zu eiskaltem Wasser… eine Erfrischung, auf die ich heute verzichten kann.

Der Abstieg vom Goaßgogl ist steil, aber kurz. Gar nicht so einfach mit den Schneeschuhen, gut dass die richtige Spikes montiert haben. Die Wiese unter dem Ampasser Kirchbichl ist rasch überquert. Es sind fast keine Leute am Weg, und es ist total ruhig.

Ein kurzes Stück muss ich mir die Schneeschuhe ausziehen und über die steile Straße Richtung Herztal hochsteigen. Da aber fast keine Autos unterwegs sind, ist das kein Problem.

Nach kurzer Strecke erreiche ich die Abzweigung ins Herztal. Überall sind schon Fußspuren, nicht viele, aber immerhin. Ohne Schneeschuhe ist das ein zweifelhaftes Vergnügen.

Ich beschließe, nicht den ganzen Weg durch das schöne Herztal zu wandern, sondern zweige auf dem aktuell nicht sichtbaren Sommerweg hinauf zu den schönen Wiesen über dem Pfarrtal.

An den Bäumen sieht man sehr gut, wie der Schnee hier mit Windbeteiligung „gewütet“ hatte. Wie eine zweite Haut klebt der Schnee teilweise auf der Rinde fest.

Im Schatten ist es kalt, aber darauf war ich vorbereitet. Ein paar Mal muss ich nun vom Weg abweichen, damit ich mit den Schneeschuhen einen feinen Pfad laufen kann, doch immer wieder kehre ich auf den normalen Sommerweg zurück.

Die Sonne kommt nun immer öfter zum Vorschein, ich freue mich schon wieder auf offenes Gelände.

Der Weg öffnet sich und der Patscherkofel lacht mir schon entgegen. Nun bin ich wieder draußen auf dem Feld.

Die Aussicht ist toll, unter mir liegt das Pfarrtal, im Hintergrund die Aldranser Pfarrkirche mit dem schönen, neu renovierten Turm. Und von überall her leuchtet prächtig der frisch gefallene Schnee.

Ein letzter Blick zur Sonne, dann laufen ich den Hügel hinab zum Sportplatz. Da warten schon die Kinder auf mich. Eine feine Route, die dank dem Schnee aktuell gut mit Schneeschuhen machbar ist. Im Sommer werde ich hier mal laufen, das macht sicher auch Spaß.

Das Fazit heute: Wegen Corona muss man trotz Bewegungsdrangs den Verstand bemühen. Wäre Skifahren heute sicher unsere bevorzugte Betätigung gewesen, war es meiner Meinung nach dennoch schlau, eine ruhigere Tätigkeit auszusuchen. Das haben wir getan, und jeder war glücklich…. was will man mehr!

Tourendaten
Gesamtlänge: 3,7 km
Gesamtdauer: 1:15 h
Höhenmeter: 180 m
Lawinenwarnstufe: 4