Archiv der Kategorie: Bergtouren

240806 Inntaler Höhenweg Etappe III (Hippoldspitze)

Der neue Tag begrüßt uns mit glasklarem Firmament, die Sonne lacht vom Himmelszelt. Heute haben wir eine nicht ganz so anstrengende Etappe vor uns, wir wollen von der Lizumer Hütte auf die Weidener Hütte wandern.
Zuerst gibt es ein Frühstück, das sehr gut durchorganisiert ist. Man sieht, dass das Personal hier größere Anstürme gut managen kann.

Wir wandern ein paar Meter Talauswärts, bis fast zum Lager Lizum, dann zweigen wir in die Osthänge hinauf.

Noch liegt unser Weg im Schatten, während die Osthänge schon gut in der Sonne liegen. Wir finden die morgendliche Frische mehr als angenehm, und das Wetter trägt seinen Teil bei zum super Wandererlebnis.

Unterweg entdecken wir Gespinnstmotten, die in emsiger Kleinarbeit wahre Kunstwerke aus feinen Fäden spinnen.

Ein Blick zurück zeigt uns den Recken, den wir gestern bei nicht so tollem Wetter dennoch schon gesichtet hatten. Heute, bei strahlend schönem Himmel schaut die Landschaft magisch aus.

Vor uns liegen Almmatten, Moosbeerfelder und Zirbenwälder. Wir sind ja auch in den Tuxern. Diese Mischung finde ich, charakterisiert dieses Gebiet sehr gut.

Langsam kommt die Sonne auch auf unseren Weg und die Temperaturen steigen merklich.

Zeit für die kurze Hose, denkt sich auch Biggi. Bei einer kleinen Rast passen wir uns dem Wetter an.

Der Blick in das Talende zeigt die bekanntesten Lizumer Berge, Tarntaler Köpfe, Lizumer Sonnenspitze, Recken, Geier… ein wunderschönes Panorama.

Eine Kuhherde mit Jungtieren stellt sich uns auch in den Weg, wir gehen auf Nummer sicher und umwandern diese kurzerhand.

Schließlich erreichen wir das Kravenzjoch (2.450m). Nach kurzer Pause und Beratung beschließen wir, die Hippoldspitze gleich mitzunehmen, da diese sehr nahe am Weg liegt.

Ein steiler, bröckliger Aufstieg mit Tiefblicken zum Lager Walchen ist bald geschafft…

… dann verändert sich der Gipfelaufbau und sanft leiten die letzten Meter hinauf zum Gipfel. Nun haben wir uns eine Pause verdient.

Die kurze Pause am Gipfel müssen wir uns noch teilen, ein paar Meter abseits vom Gipfel finden wir eine traumhafte Wiese, die für unsere Pause perfekt erscheint.

Inmitten von Blumen, mit Aussicht auf Gilfert und Kellerjoch, gönnen wir uns eine ausgedehnte Pause, mit Brot, Wurst und Käse… immer noch das Wanderproviant von zu Hause.

Der Rundumblick ist phantastisch, auch die Fernsicht ist heute unglaublich. Nur am Horizont sind ein paar Schönwetterwolken sichtbar.

Nachdem wir uns ein wenig satt gesehen haben, wandern wir wieder zurück zum Kravenzjoch und steigen über die Ostseite hinab zur Grafennsalm.

Der Weg und die Landschaft wird merklich lieblicher, feine Wanderwege ziehen durch Almrosen- und Moosbeermatten.

Im Rückblick sehen wir die wilde Seite der Hippoldspitze. Kaum zu glauben, dass wir vor kurzem dort oben gestanden sind.

Wir kommen an einem kleinen Unterstand oberhalb der Alm vorbei. Ein toller, wenn auch abgelegener Platz für eine Hütte

Nun führt der Weg steil am Bach entlang hinab, von hier sehen wir schon die Forststraße weit unten im Tal

Wir sehen nun das obere Weertal mit der Grafennsalm, schöne Almen zeichnen dieses Gebiet aus. Von solchen Almen können andere Alpengebiete nur träumen.

Der ganze Hang, wunderschön in der Sonne gelegen, ist mit Moosbeeren überzogen. Biggi schafft es nicht, hier vorbei zugehen. Schon bald stehen wir beide inmitten der blauen Früchte und stillen den kleinen Hunger.

Am Schluss, nach dem Auslaufen auf der Forststraße wandern wir auf einem schönen Steig durch den Wald. Bald lichtet sich dieser und wir sehen die Hütte direkt vor uns, jedoch ein paar Höhenmeter oben gelegen.

Wir nutzen den kleinen Bach, um uns zu erfrischen. Ein sehr gutes Gefühl, wenn man nach einer längeren Wanderung die Füße ins eiskalte Nass stecken kann.

Ein paar Meter nach oben, Biggi marschiert die letzten Meter barfuß, und wir erreichen die Weidener Hütte, auch Nafinghütte genannt (1.799m).

Wir verbringen einen total feinen Nachmittag und Abend mit super Essen auf der Hütte. Wir treffen wieder unsere „Mitwanderer“. Heute haben wir ein Zweibett-Zimmer, sehr angenehm. So können wir uns richtig für die nächste Etappe ausruhen.

Tourendaten
Gesamtdauer: 6:15 h
Gesamtlänge: 14,49 km
Höhenmeter: ∆ 930 m / ∇ 1.135 m

240805 Inntaler Höhenweg Etappe II (Rosenjoch)

Nach einer überraschend guten Nacht im Matratzenlager, es war extrem ruhig, genießen wir ein gutes Frühstück auf der Glungezerhütte. Ein Blick aus dem Fenster offenbart Nebel, zumindest ist es trocken.
Wir sind heute auf der sogenannten „7-Summit-Etappe“ unterwegs, Gipfel bis zum Abwinken, verspricht der Prospekt. Leider ist die Sicht alles andere als berauschend.

Während der eine oder andere Wanderer noch zuwarten will, machen sich Biggi und ich auf, den Weg über das Grat zu meistern. Schwierigkeiten sind keine zu erwarten. Nach ein paar Schritten sind wir schon in der wilden Landschaft des Glunezers, Felsblöcke und Verbruch, wohin man schaut.

Wir erreichen zuerst den Glungzer (2.677m), ein paar Meter hinter der Hütte. Ab hier folgend wir immer dem Grat, der Weg ist gut markiert und leicht. Manchmal reißt ein Wolkenfenster auf und ermöglicht uns Blicke in die Umgebung.

So können wir einen Blick auf die Blauen Seen erhaschen, mit dem darunter liegenden „Gschriebenen Stein“. Die Farbe ist aktuell nicht so leuchtend, wie ich das sonst kenne.
Dann schließt sich die Wolkendecke wieder und wir sind von Nebel und Steinen umgeben.

Ein lustiges Auf und Ab charakterisiert diese Etappe, die nächsten Gipfel am Weg sind die Gamslahnerspitze (2.681m), und das Kreuzjoch (2.575m). Weiter dem Grat entlang erreichen wir dann auch die Kreuzspitze (2.746m).

Die Temperaturen sind perfekt zum Wandern, man kann jeder Witterung etwas positives abgewinnen. Die Laune ist gut, und wir kommen schnell voran. Immer wieder laufen uns zwei Deutschen über den Weg, die die Strecke mit uns teilen.

Wir sind auf über 2.500m, daher sind immer wieder Schneereste sichtbar. Allerdings nicht auf dem Weg, sondern immer in schattigen Karen, die wir seitlich passieren.

Der nächste Gipfel, die Beschreibung der vielen Spitzen ist nicht übertrieben, ist das Rosenjoch (2.796m), heute die höchste Erhebung. Hier setzen wir uns ein wenig in den Windschatten und verspeisen eine kleine Jause.

Faszinierend, wie schöne Pflanzen wie diese hier in dieser Höhe „überleben“ können. Eine einleuchtende Erklärung bekomme ich von Biggi: Hier müssen diese Pflanzen nicht mit anderen konkurrieren, der Preis ist die Anpassung an das raue Klima.

Immer wieder passieren wir schöne Passagen, die zum Fotografieren einladen.

In den Seeblesböden liegt noch mehr Schnee, auch Schafe entdecken wir, die hier den Almsommer genießen.

Gegen Mittag nähern wir uns unserem letzten großen Gipfel, die Grünbergspitze (2.690m). Alleerings müssen wir hier erst in den Sattel absteigen und auf der anderen Seite wieder hochsteigen.

Der Gipfel der Grünbergspitze ist überraschend sanft, ich kenne diesen Berg auch als lange Skitour aus dem Arztal heraus.

Hier wird nochmals eine kurze Pause eingelegt, der Himmel ist mittlerweile ein wenig freundlicher gestimmt und zeigt schon ein wenig Blau zwischen den vielen Wolken.

Beim Abstieg vom Gipfel entdecken wir einen kleinen See mit einem Schneefeld. Hier blitzt das Wasser richtig blau zu uns hoch. Das wird wohl auch der Grund für die Namensgebung der nahe gelegenen „Blauen Seen“ sein.

Kleine, einfache Kraxelstellen peppen den Weg ein wenig auf, die Aussicht wird mit jeder Stunde besser.

Wir erreichen bald den südlichen südlichen Punkt der „7 Sumits“, die Grafmartspitze. Zumindest ist das der letzte Gipfel, den wir besteigen. Die Naviser Sonnenspitze lassen wir heute nämlich aus.

Am weiteren Weg macht sich plötzlich wieder ein Wolkenfenster auf. Wir können nun endlich den heimlichen Herrscher der Tuxer Alpen sehen… den Olperer. Dieser liegt zwar in den Zillertaler Alpen, aber ich finde immer, dieser ist von fast überall in den Tuxern zu sehen.

Wir haben einen längeren Abstieg vom letzten Gipfel hinab ins Naviser Jöchl, der Weg ist spannend und durch die besonderen Steinformationen sehr schön.

Nun kommt der Olperer und der Hauptkamm immer öfter sichtbar hinter den Wolken hervor…

Wir nutzen eine kurze Sonnenphase machen Pause mit Jause auf einer Bergwiese. Die Jause, wir sind super ausgestattet, schmeckt super, wir genießen die Ruhe und Stille.

Gestärkt geht es wieder weiter, bald erreichen wir das Mölsjoch.

Hier überschreiten wir das erste, aber nicht das letzte Mal die Grenze zum Truppenübungsplatz. Heute werden uns noch öfter diese Infoschilder des Österreichischen Bundesheeres auffallen.

Unter der Naviser Sonnenspitze hindurch wandern wir weiter gen Osten, zu unserem heutigen Tagesziel, der Lizumer Hütte.

Die Landschaft wird lieblicher und das Wetter freundlicher. Es passt alles zusammen, und Biggi und ich kommen gut voran.

Am Klammsee angekommen müssen wir auf die Heeresstraße wechseln und ein gutes Stück auf dieser weitergehen. Wir kommen zwar flott voran, aber der Weg ist nicht gerade der Schönste… unterwegs kommt uns ein Puch G des Bundesheeres entgegen. Die Befürchtung, dass sie was von uns wollen, verpufft, als sie mit Staubwolke an uns vorbeirauschen.

Bald sehen wir das Lager Lizum und die Lizumer Hütte. Wir können die Forststraße ein wenig abkürzen und verlieren auf diesem Wege weniger Höhenmeter.

Den Lizumerbach überquerend stehen wir endlich am Ziel. Freundliches Personal empfängt uns gleich am Eingang, obwohl hier viel los ist, ist der Hüttenbetrieb absolut vorbildlich.

Wir setzen uns auf die Terasse, bestellen uns ein Getränk und können hier auch gleich „einchecken“. Das läuft alles wie am Schnürchen

Am Abend gibt es noch ein feines Menü, es ist zwar ein wenig eng am Tisch, dafür ist das Essen vorzüglich. Für heute haben wir ein 4-Bett-Zimmer mit zwei älteren Damen, da lässt es sich sehr gut schlafen.

Tourendaten:
Gesamtlänge: 7:43 h
Gesamtlänge: 16,47 km
Höhenmeter: ∇ 844 / ∇ 1.413

240804 Inntaler Höhenweg Etappe I (Glungezer, 2.677m)

Heute starten Biggi und ich den Inntaler Höhenweg, der vom Patscherkofel über einige Hütten bis nach Schwaz führt. Insgesamt sind es 6 Etappen, die wir zu bestreiten haben.
Den heutigen Tag starten wir gemütlich, mit der Patscherkofelbahn fahren wir zur Bergstation.

Das Wetter ist gut, ein paar Wolken sind am Himmel, aber die stören keinesfalls. Die nächsten Tage wird uns das Wetterglück noch verfolgen, aber das ist schon ein wenig vorgegriffen.

Beim Schutzhaus am Pastcherkofel werden nochmals die Stiefel geschnürt, dann wandern wir über den Zirbenweg Richtung Glungezer.

Am „berühmten“ gebogenen Baum kommen wir auch vorbei, ein Foto hier muss fast sein.

Der Zirbenweg, obwohl schon oft begangen, ist jedes Mal wieder schön. Wir sind gerne hier unterwegs, und es ist auch fein, die heutige Etappe gut zu kennen.

Beim Gedenkstein machen wir eine Pause, wir sind mit Brotzeit gut ausgestattet, heute haben wir sogar noch ein Stück selbst gemachter Pizza im Gepäck. So lässt sich Mittag ganz entspannt genießen.

Über die Blockfelsen bei der Viggarspitze (2.306m) gehen wir vorbei, heute soll es ja noch gemütlich von Statten gehen.

Auf dem Weg über dem Viggartal hören wir immer wieder die Murmeltiere pfeifen, dann sehen wir plötzlich einen Vertreter dieser putzigen Tiere in unmittelbarer Nähe. Scheinbar angstfrei kommt Dieses immer näher und näher. Schon lustig, diese Tiere, müssen wir feststellen.

Hoch über dem Viggartal steigen wir weiter in Richtung Glungezerhütte. Hier bin ich vor Zeiten mal mit den Ski unterwegs gewesen. Ein großer Kontrast zwischen Sommer und Winter, stelle ich fest.

Noch ein steiler Hang, dann erreichen wir die speziell gelegene Glungezerhütte (2.610m), geduckt in einer Mulde. Die Bauweise ist den Föhnstürmen, die hier vorherrschen, geschuldet. Heute ist es allerdings windstill und angenehm.

Wir statten der Sonnenspitze (2.639m) und dem Glungezerkreuz (2.660m) noch jeweils einen Besuch ab, bevor wir uns schließlich zur Ruhe in die Hütte zurückziehen.

Die Aussicht von der Sonnenspitze ist wunderschön, und das Wetter ist gut geblieben, wenn es auch ein wenig frisch geworden ist am Abend.

Das Abendessen auf der Hütte ist gut, wir genießen einen feinen Abend in der Stube und treffen schon die ersten Leute, die uns in den nächsten Tagen immer wieder über den Weg laufen werden.

Übernachtet wird heute im Mehrbettzimmer, es sind außen uns noch zwei Deutsche, zwei Briten und 3 Polen mit uns im Zimmer. Und diese sind genaue Jene, die wir immer wieder auf den folgenden Hütten treffen werden.

Hüttenruhe ist um 22:00 Uhr, wir sind schon ein wenig früher ins Bett gekrochen, es ist trotzt vieler Leute im Raum ruhig und wir schlafen wunderbar! Zum Glück haben wir keine Krawallmacher oder Schnarcher im Zimmer…

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:45 h
Gesamtlänge: 7,49 km
Höhenmeter: ∆∇687 m

240618 Figln auf der Saile (2.404m)

Schon ewig ist es her, dass ich mich Michi auf dem Berg war… heute endlich treffen wir uns, und Michi hat gleich ein „Schmanker“ vorbereitet.
Vom Parkplatz „Axamer Lizum“ starten wir, neben der Standardausrüstung mit Figl bestückt in Richtung Halsl und Saile…

Der Frühling ist auch hier eingekehrt. Überall sprießen Enzian, Platenigl und vielerlei Blühwerk und erfreuen das Auge!

Michi macht das Tempo, und so erreichen wir innerhalb kurzer Zeit das Halsl. An diesem Übergang ins Stubai teilen sich die Wege. Wir wandern heute weiter in Richtung Saile, man könnte aber weiter auch auf den Ampferstein oder eben ins besagte Stubai (über Pfarrach)

Mein obligatorischer Wetterbericht darf natürlich nicht fehlen, das Wetter ist sehr fein, allerdings ein wenig windig!

Je höher wir steigen, desto schöner wird der Blick in den „Kessel“ der Kalkkögel, wo die Adolf Pichler Hütte liegt. Im hinteren Bereich, beim Steingrubenkogel und auch der Seespitze liegt noch viel Schnee in den Rinnen… ein Hoffnungsschimmer für unser heutiges Unternehmen.

Die Wiesen sind hier voller Blumen, ein buntes Meer liegt vor uns.

Bald kommt der Gipfel der Saile ins Blickfeld. Wir haben ein paar Wanderer getroffen, die Meisten mit Schlafsack und Isomatte am Weg… das Ziel ist klar und selbstredend. Die Saile ist bekannt als „Schlafberg Innsbrucks“.

Das Wetter wäre an sich toll zum Übernachten, der Wind würde mich aber stören, in dieser Höhe ist die Brise empfindlich kalt geworden.

Wir statten dem Gipfel nur einen kurzen Besuch ab, dann wandern wir nach Südwesten, zur Mairrinne. Diese im Winter bekannte Tourenvariante wollen wir mit den Figln abfahren. Viel Schnee wird nicht mehr liegen, aber vielleicht reicht es aus.

Sobald wir in die Rinne reinsehen, wissen wir auch, dass wir die Abfahrt genießen können. Wir pausieren im oberen Bereich, verspeisen unsere Jause und bestaunen das einsetzende Farbenspektakel am Himmel, Vorbote des kommenden Sonnenuntergangs.

Dann heißt es, Jacke, Gamaschen, Figl und Handschuhe anziehen, und dem Vergnügen steht nichts mehr im Wege. Ich bin bis jetzt immer mit Skischuhen gefiglt, daher ist es für mich am Anfang eine größere Umstellung…

… aber der Schnee ist super weich und die Sonnen schein zumindest im oberen Bereich noch auf die Rinne. Das muss einfach Spaß machen!

Michi macht den ersten Schwung, ein wenig geübter als ich, aber Kontrolle ist bei den Figln sowieso eine Eigenschaft, die nicht ganz zutreffend ist!

Überraschend schnell habe ich die Bewegung mit den weichen Bergschuhen heraußen. Und so macht die Rinne sehr viel Spaß. Sobald man von der Sonnen- auf die Schattenseite wechselt, merkt man einen „Härteunterschied“ der Schneedecke.

Ein Heidenspass, der sich hier uns erschließt…

… leider viel zu schnell wieder vorbei! Die letzten Meter steigen wir „klassisch“ ab, die Figl verstauen wir wieder am Rucksack.

Die Sonne schiebt sich hinter ein Wolkenband am Horizont, und sobald der Feuerball verborgen ist, wird es merklich kühler.

Die Reststrecke der Mairrinne, bis zum Bigitzköpflhaus laufen wir über eine schöne Schotterreise ab, rasch erreichen wir die aktuell geschlossene Hütte.

Der Himmel wird immer bunter…

Beim weiteren Abstieg über den steilen Bergpfad hinunter zur Axamer Lizum können wir ein wunderschönes Farbenspiel am Himmel beobachten.

Zufrieden erreichen wir wieder den Parkplatz, da ist so gut wie nichts mehr los. Eine tolle Tour, hoffentlich schaffen wir es bald wieder!

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:04 h
Bewegungszeit: 1:40 h
Gesamtlänge: 7,60 km
Höhenmeter: 880 m

231007 Hüttenspitze (1.858m) ✨

Einmal im Jahr steht die Hüttenspitze auf dem Programm. Das Wetter ist super, und meine Begleitung ebenso. Ich treffe mich mit Biggi in Innsbruck, wir fahren mit dem Bus weiter zum Hackl. Dort starten wir unsere Tour.

Zuerst wandern wir am orographisch rechts am Weißenbach entlang, der Weg ist allerdings teilweise erodiert. Weiter über das Maximiliansbründl erreichen wir den Aufstieg zur Halltalerhütte.

Das Wetter ist ein Traum, die Fernsicht heute besonders gut. Ein Traumtag für eine Wanderung ins Halltal. Die Aussicht auf das Inntal ist wunderbar.

Der Blick ins Halltal mit dem Roßkopf beeindruckt auch sehr.

Der Aufstieg durch die Latschen ist schon recht warm, wir sind froh als wir freie Flächen mit ein wenig Wind erreichen. Der Übergang über den Gipfel zieht sich heute ein wenig…

… doch schlussendlich erreichen wir den Gipfel. Im Hintergrund sehen wir die steile Fallbachkarspitze und die berüchtigte Rinne ins Fallbachkar. Das wäre auch mal eine Tour…

Wir genießen die ungetrübte Aussicht…

… und anschießend eine feine Jause! Es ist total warm, das zwar angenehm, aber auch nachdenklich stimmt. Immerhin ist schon Oktober, fühlt sich aber noch an wie Sommer…

Nach ausgiebiger Rast richten wir uns für den weiteren Weg, den Abstieg in die Wechselreise. Der Weiterweg ist ein wenig schwieriger als der Aufstieg, aber auch die „Schlüsselstelle“, eine kurze steilere Wand schaffen wir mit Links.

Dann endlich stehen wir am Einstieg zur Wechselreise. Eine wunderbare Abfahrt steht uns bevor. Allerdings muss ich feststellen, dass der Start ein wenig „abgefahren“ ist. Gerade hier ist ein wenig Vorsicht geboten.

Weiter unten haben wir dann feinsten Karwendelschotter, der sich perfekt zum Ablaufen eignet. Schritt für Schritt fahren wir die Höhenmeter hinunter, es ist einfach nur lustig!

Im unteren Teil der Wechselreise queren wir zum normalen Steig, von hier, ein paar Meter können wir immer wieder abfahren, erreichen wir den Weg ins Halltal.

Ein Blick zurück zeigt uns den tollen Schotterhaufen, den wir gerade abgefahren sind. Die Winklerwand (rechts), zwar Karwendel-untypisch fest und kompakt, schaut trotzdem nicht so einladen zum Kraxeln aus… Kletterer habe ich hier noch nicht viel gesehen.

Später schau ich mich nochmals um und muss feststellen, dass Berge wirklich immer „viele“ Gesichter haben. Die Hüttenspitze schaut vom Standort unnahbar aus, man glaubt gar nicht, dass dort ein „normaler“ Weg hinauf führt.

Der Blick gen Himmel zeigt besonders schöne Föhnfische, die Vorboten einer Schlechtwetterfront, die uns laut Wetterbericht morgen erreichen sollte.

Am Ende der Wechselreise treffen wir auf die Halltalstraße. Biggi ist begeistert, besonders das Reisenlaufen hat uns beiden viel Spaß gemacht.

Wir müssen nochmals ein paar Höhenmeter ins Halltal hinauf gehen, wir wollen nach St. Magdalena, eine feine Einkehr haben wir uns redlich verdient.

Von Sankt Magdalena kann ich ehrlich gesagt nie genug kriegen. Ein wunderschöner Platz, eingebettet auf einem schönen Anger, umrahmt von beeindruckenden Bergen. Einen besseren Platz für die ehemalige Einsiedelei hätte man nicht finden können.

Heute ist nicht so viel los, es ist mittlerweile kühl geworden, daher Begnügen wir uns mit einem Getränk und einem Stück Kuchen. Die Wirtsleute räumen nebenbei schon auf…

Über den Eibtalsteig wandern wir schlussendlich zurück zum Hackl. Die Hüttenspitze fast immer im Auge. So unauffällig dieser Berg vom Inntal aus ist, vom Halltal finde ich die Spitze immer wieder beeindruckend.

Mit dem Bus, den wir allerdings erst finden müssen, fahren wir wieder zurück nach Innsbruck. Eine feine Tour mit Biggi, ich hoffe, dass noch etliche weitere folgend werden…

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:43 h
Gesamtlänge: 14,80 km
Höhenmeter: ∆ 1.383m / ∇ 1.408 m

230916 5-Gipfel-Runde / Glungezer (2.677m)

Immer wieder, wenn ich aus dem Wohnzimmer schaue, denke ich mir, das musst du jetzt mal wieder machen: Die 6-Gipfelrunde vom Schartenkogel zum Patscherkofel. Es braucht nicht viel Überredungskunst, bis Letu in das Abenteuer mit einsteigt.
Von Tulfes fahren wir mit der Bahn hinauf zur Bergstation, für was hat man denn das Freizeitticket, denken wir uns…

Wir starten über den wunderschönen Schartenkogelsteig, der fast direkt bei der Bergstation los geht.

Über dichte Heidelbeer- und Almrosenstauden kommen wir unserem ersten Ziel immer näher. Noch eine Kurve, wie es so schön heißt, dann stehen wir am Schartenkogel (2.311m).

Eine ganz kurze Rast, ein Müsliriegel und ein Schluck Wasser, und schon geht es weiter im Gipfelakkord.

Über das Tulfeinjoch erreichen wir den Steig auf den Glungezer. Normalerweise kennen wir dieses Gebiet hauptsächlich vom Skifahren. So ist es auch mal schön…

Der Steig zum Glungezer führt vom Tulfeinjöchl erst südlich, mit Blick ins Voldertal, dann in Serpentinen über den Ostrücken hinauf zum Gipfel.

Bald haben wir den höchsten Punkt unserer Wanderung erreicht. Ein unspektakulärer Weg, allerdings mit wunderschöner Aussicht.

Vom Gipfel des Glungezers (2.677m) wandern wir an der Militäranlage (Goldhaube) vorbei. Nun können wir unseren weiteren Weg schon gut einsehen, ein Stück ist es noch, meint Letu.

Wir wandern an der perfekt in den Fels geduckten Glungezerhütte (2.610m) vorbei, für eine Einkehr ist es aber noch zu früh.

Dafür besteigen wir sogleich unseren dritten Gipfel an diesem Tag, die Sonnenspitze (2.639m).

Der Weg von der Sonnenspitze Richtung Westen ist ein wenig ausgesetzt, es schaut allerdings wilder aus, als es ist. Ein schöner Pfad führt unter dem Gipfel weiter.

Wir folgen eine Weile dem offiziellen Weg ins Frauental, dann zweigen wir auf eine direkte Route Richtung Neunerspitze (2.285m) ab. Über Blockwerk, weglos nähern wir uns der Aufstiegsspur auf den vierten Gipfel.

Nach einer durchwachsenen Blockpassage erreichen wir wieder den Weg, der uns nun zur Neunerspitze (2.285m) führt. Hier sind wir nicht mehr alleine, auf dem Gipfel tummeln sich zwei weitere Gruppen.

Unser nächstes Ziel haben wir schon im Sichtfeld, die Viggarspitze (2.306m). Zuerst müssen wir auf der Westflanke ins kleine Tal zwischen den Spitzen absteigen…

… dann erfolgt der letzte Aufstieg für heute. Letu ist schon müde, kein Wunder bei dem vielen Auf und Ab.

Zufrieden erreichen wir unseren letzten Gipfel für heute. Den Patscherkofel lassen wir aus, da sind wir uns einig. Schon lange genug sind wir am Weg.

In der Ferne lacht der letzte Gipfel der Kette zu uns herunter. Dennoch widerstehen wir der Versuchung…

Von der Viggarspitze sind wir auf den Zirbenweg gekreuzt, diesem folgen wir nun bis nach Boscheben. Der Wind hat nun merklich aufgefrischt, Föhn ist angesagt.

Nun ist endlich Zeit für eine Pause, leider gibt es keinen Kaiserschmarren, dafür einen guten Schokoladenkuchen. Das ist ein würdiger Ersatz und füllt unsere Speicher wieder auf.

Den weiteren Weg folgen wir nun dem Zirbenweg, der uns bis zur Patscherkofelbahn führt. Schon oft sind wir hier unterwegs gewesen, dennoch gibt es immer Neues zu entdecken.

Der Inntalblick verfolgt uns den restlichen Weg, am Himmel sehen wir die Boten der Föhnfront. Schließlich erreichen wir die Bergstation am Kofel und hüpfen gleich in die erste Gondel.

Letu nutzt die kurze Abfahrt für einen Powernap, während ich weiterhin die wunderschöne Landschaft aufsauge.

Wohlbehalten erreichen wir das Tal, unser Bus nach Hause wartet schon brav an der Haltestelle.
Eine wunderschöne Wanderung, die sich bei diesem Wetter mehr als ausgezahlt hat.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:30 h
Gesamtlänge: 12,37 km
Höhenmeter: ∆ 970 m / ∇ 1.077 m

230814 Säuling (2.048m)

Heute geht´s mit Elisabeth auf den Säuling. Heuer bin ich noch gar nicht auf „meinem“ Berg gewesen, daher wird es Zeit. Es ist unter der Woche, daher wird auch nicht so viel los sein wie an den überlaufenen Wochenenden.

Der Aufstieg von der Hütte geht erst zügig über den Forstweg, bis wir auf den Steig treffen. Von hier durch den Wald streben wir immer wieder hoch, vorbei am heute geschlossenen Säulinghaus.

Über die steile Wand nach der Hütte steigen wir höher, ein paar Leute sind doch am Weg. Aber wie gesagt, überlaufen ist der Berg heute nicht.

Das Wetter ist super, die Aussicht sehr schön. Ins Lechtal und nach Vils / Pfronten sehen wir von dieser Seite schon sehr schön auf die Lechtaler Alpen und die nördlichen Allgäuer Alpen

Bald erreichen wir den Sattel, die sogenannte Gamswies´n. Der Säuling erstrahlt in bestem Lichte, das Gipfelkreuz ist schon sichtbar.

Das berüchtigte Schild „Achtung Staatsgrenze“ vergilbt dank der EU-Mitgliedschaft zusehend. Wer weiß wie lange das noch lesbar bleibt.

Über die Gamswies´n wir den Schotterweg zur Gipfelwand, hier müssen wir nochmals ein paar Mal die Hände anlegen.

Schließlich stehen wir auf dem Gipfel, es ist wirklich gemütlich. Kein Windhauch, wir finden auch ein feines Plätzchen. Dann wird mal die Brotzeit ausgepackt…

Im Osten lacht die Zugspitze zu uns herüber, auch den Plansee, zumindest einen Teil sehen wir von hier oben. Im Nahbereich sehen wir auch schon unsere Tour für den nächsten Tag, den Aufstieg zum Koflerjoch.

Im Süden brauen sich schon ein paar Kumuluswolken auf, diese werden uns aber nicht gefährlich.

Jedes Mal muss ich wieder staunen, wenn man nach Norden ins Alpenvorland schaut: Forgensee, Bannwaldsee, Schloss Neuschwanstein und Füssen liegen uns zu Füßen. Hier könnte man erahnen, woher die nette Grenzstadt ihren Namen bekommen hat…

Nach einer ausgiebigen Rast steigen wir wieder ins Tal, ein letzter Blick zum Gipfelkreuz, bis bald, Säuling!

Obwohl das Wetter noch immer sehr gut ist, wachsen die Wolken doch ein wenig an. Das könnte heute am Nachmittag schon noch einen Guss tun!

Am Weg hinunter zum Säulinghaus kommen uns noch ein paar Gipfelaspiranten entgegen. Bei dieser Hitze müsste ich jetzt nicht mehr hoch laufen. Auch erweckt nicht jeder Entgegenkommende die nötige Sicherheit auf dem Steig. Ein Mann, der uns entgegenkommt, dreht vollé auch um.

Rückblickend bewundern wir nochmals die stolze Zinne des Säulings, nebenan der kleine Säuling, der noch auf einen Erstbesuch meinerseits wartet!

Die Hütte ist wie gesagt heute geschlossen, dennoch hat der Hüttenwirt ein paar Getränke vor die Hütte gestellt. Gemessen an der Anzahl der Getränke ist Dieser aber von sehr bescheidenem Besuch ausgegangen.

Kurz vor der Hütte entdecken wir noch ein paar schöne Parasole, das wird ein feines Abendessen!

Eine tolle, feine Tour bei gutem Wetter! Später am Nachmittag kommt das prognostizierte Gewitter dann doch noch, allerdings tangiert uns dieses Dank „Dach über dem Kopf“ nicht besonders.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:27 h
Gesamtlänge: 9,10 km
Höhenmeter: ∆ 938 m / ∇ 961 m

230812 Kreuzspitze (2.746m) ✨

Leider ist ein größeres Bergwochenende mit Papa aus gesundheitlichen Gründen ausgefallen, daher überlege ich mir eine Alternative. Schon lange wollte ich zum
„G´schriebenen Stoan“ und den Blauen Seen wandern.
Von der Patscherkofel-Bergstation wandere ich erst den Zirbenweg entlang.

Bald erreiche ich die Grünbodenhütte, eine ehemalige Skihütte, die heute der Gemeinde Lans gehört und exklusiv von den Lanser Dorfbewohnern verwendet werden darf.

Bei der Abzweigung Viggarspitze verlasse ich den Zirbenweg, das kleine Tal gefällt mir auch heute wieder ausnehmend gut! Hier sind noch ein paar Leute unterwegs, teils mit riesengroßen Rucksäcken.

Der Patscherkofel liegt schon in weiter Ferne, dennoch habe ich noch nicht mal ein Viertel meiner Tagestour hinter mich gebracht.

Die Viggarspitze lasse ich heute aus, dennoch sehe ich sie zu greifen nahe. Ich zweige hier ab und begebe mich auf für mich unbekanntes Terrain. Obwohl ich schon so lange in dieser Gegend bin, diesen Pfad bin ich noch nie gegangen.

Erst muss ich ein paar Höhenmeter ins Viggartal absteigen, bis ich den Viggar-Hochleger erreiche. Ab hier zieht der Pfad wieder nach Osten in den Talschluss hinein.

Nach ungefähr 8 km erreiche ich die erste Talstufe, auf dem auch der „G´schriebene Stoan“ liegt. Kleine Wasserlacken, blau schimmern, werden das Landschaftsbild auf.

Der „Stoan“ ist ein mächtiger Monolith aus Glimmerschiefer. Scheinbar haben sich hier schon unsere Altvorderen verewigt, sogar Kaiser Max, leidenschaftlicher Jäger, soll sich im Stein eingraviert haben.
Leider ist von alle dem so gut wie nichts mehr sichtbar, vieles ist, wenn vorhanden, der Verwitterung zum Opfer gefallen. Dennoch ist der Platz sehr beeindruckend. Ich nutze den Ort für meine erste Pause.

Nach feiner Rast schwinge ich meine Wanderschuhe hinauf zur zweiten Talstufe, auf der auch die Blauen Seen liegen. Trefflich heißt der Platz auch „Seegrube“.

Wunderschön glänzen die blauen Wasseraugen in den Himmel und dieser spiegelt sich in der bügelglatten Oberfläche.
Ganz in der Nähe der Seen, es sind 4 Stück insgesamt, entdecke ich die Überreste eines Schafs. Ob das dem Ellbögner Wolf zum Opfer gefallen ist? Eine spannende Frage…

Auf dem weiteren Weg zur Kreuzspitze sehe ich nochmals die Seen in all ihrer Pracht. Es ist wirklich ein schöner Platz hier.

Rechterhand sehe ich die Durrenseespitze, auf der linken Seite ragt die 2.746 m hohe Kreuzspitze auf. Der Weg dorthin ist einfach und bald stehe ich an der höchsten Stelle meiner heutigen Tour.

Rückblickend kann ich nun einen Teil meines bisherigen Weges einsehen. Start am Kofel, dann über das (dunkelgrüne) Grat bis unter die Viggarspitze. Über Almböden zur ersten, dann zur zweiten Talstufe. Und jetzt über Blockgelände hinauf zur Kreuzspitze

Auf der Südseite sehe ich meinen weiteren Weg, zuerst wieder das Grat bis zur Einsattelung, dann über Blockgelände zum Durrensee. Weiter über die Bergschulter und dann ins Arztal und weiter nach Ellbögen.

Leider wird der Himmel nun immer dunkler, zwei Mal tut es einen Spritzer, gerade soviel, dass man keine Regenjacke braucht. Fein ist es allerdings nicht…

Über das Blockgrat steige ich ab, unterhalb der Durrenseespitze verliere ich ein paar Mal den Weg aus den Augen und kraxle über Schutthalden ab.

Am Durrensee treffe ich auf Leute, dennoch war die Tour (und bleibt es auch noch auf der weiteren Strecke) einsam. Eine echte Wohltat!

Riesige Almwiesen öffnen sich im Arztal, im Winter perfektes Skitourengelände. Gegenüber erblicke ich die Seeblesspitze und das Pfoner Kreuzjöchl, beide von Wolfi und mir im Winter bestiegen.

Überall fließen kleine Bächlein, Wasser ist in dieser Gegend keine Mangelware. Ganz im Kontrast zum Karwendel, dort ist Wasser oft ein gesuchtes Gut!

Bald sehe ich den Arztaler Hochleger, Kühe und Pferde sind hier auf Sommerfrische. Schafe habe ich allerdings nicht gesehen, evtl. bedingt durch die Wolfssichtungen hier.

Vom Hochleger führt eine steile, aber gut zu gehende Almstraße zuerst zum Arztaler Niederleger, den ich heute auslasse, und weiter zur Rosenjochhütte, auch Eisenbahnerhütte genannt.

Da ich mit dem Bus angereist bin, führt mich mein Weg heute nicht zum Parkplatz Hinterlarcher, sondern direkt nach Innerellbögen. Dort sollte ich wieder einen Bus nach Hause finden.

Das Wetter hält schlussendlich doch, die Wolken wirken zwar bedrohlich, aber bis auf einen kurzen Guss in der Nähe der Durrenseespitze bin ich trocken geblieben.

Die Hinterlocher Mühle passiere ich auf diesem Wege auch. Die immer noch verwendete Mühle kann im Sommer besichtigt werden, dann werden Interessierte in das Handwerk des Müllers eingeführt.

Der Falkesanerbach, von dem die Mühle das Wasser bezieht, führt überraschend viel Wasser. Wenn ich allerdings an die vielen kleinen Bäche im hinteren Arztal denke, dann ist das auch kein Wunder.

Am Eingang zum Weiler „Innerellbögen“ steht ein wunderschöner Bauernhof, der zu einem längeren Verweilen einladen würde. Ein Blick auf die Uhr mahnt mich jedoch zur Eile, der Bus sollte in 5 Minuten an der Bushaltestelle ankommen. Ob sich das ausgeht?

Dank Autostopp schaffe ich den letzten Kilometer punktgenau zur Bushaltestelle, schon biegt das Öffi um die Kurve. Gott sei´s Gedankt, ansonsten hätte ich hier eine Stunde warten müssen.
Nun kann ich mich zurücklehnen und erreiche rasch wieder mein Zuhause.

Die Wanderung wollte ich schon lange machen, endlich kann ich auch diese Tour auf meiner ToDo-Liste abhacken. Wunderbar!

Tourendaten
Gesamtdauer: 5:44 h
Gesamtlänge: 20,50 km
Höhenmeter: ∆ 1.179 m / ∇ 1.978 m

230730 Wilde Bande Steig, Halltal ✨

Nach einer guten Nachruhe stehen wir erholt und ausgeruht auf. Ich habe mir ungeschickter Weise am Vortag zwei satte Blasen eingefangen, diese werden nun mit Blasenpflaster versorgt. Anschließend steht ein stärkendes Frühstück am Programm.

Von der Hütte, das Wetter schaut akzeptabel aus, steigen wir nordwärts zum Einstieg des Klettersteiges auf den Kleinen Bettelwurf auf.

Zwar sind genug Wolken anwesend, doch die Sonne lacht immer wieder zwischen Fenstern hervor.

Wir haben den Einstieg fast erreicht, als sich das Wetter fast schlagartig ändert. Es ist finster geworden und nach kurzer Beratung beschließen wir, umzudrehen.

Beim Abstieg zur Bettelwurfhütte fängt es auch zu regnen, die Entscheidung war also richt gewesen.

In der Früh haben wir einen Teil der Ausrüstung bei der Hütte gelassen, diese Sachen holen wir mil ab. Dann beschließen wir über Lafatscherjoch, Issboden und Herrenhäuser abzusteigen.

Über den Wilde-Bande-Steig machen wir uns, Papa und ich schon zum zweiten Mal dieses Wochenende, auf zum Lafatscherjoch.

Der Weg ist fein zu gehen, das Wetter ist so lala. Immerhin ist es nicht so heiß und wir müssen nicht schwitzen beim wandern.

Der Weg zieht sich gefühlt ewig hin, und es geht immer aufwärts, egal welche Richtung man geht. Dann beginnt auch noch der Regen stärker zu werden und wir sind dankbar, dass wir am Bettelwurf umgekehrt sind.

Das Wetter wird immer schlechter, je weiter wir nach Westen kommen.

Beim Lafatscherjoch kommt auch noch ein leichter Wind dazu, nun wird es richtig kühl. Zum Glück sind wir halbwegs gut ausgerüstet.

Am Lafatscherjoch machen wir eine kurze Pause, trinken etwas und schauen retour auf unseren Aufstiegsweg auf die Speckkarspitze vom Vortag.

Das Lafatscherjoch kenne ich noch mit besserem Wetter, vor vielen Jahren bin ich hier mit Alfons mal mit dem Mountainbike rübergekommen, da sind wir von Scharnitz nach Hall in Tirol gefahren.

Den Weg vom Joch hinab zum Issboden sind wir damals teils abgefahren, beim Zustand des Weges kann ich mir das fast nicht vorstellen. Per Pedes ist der Weg allerdings gut begehbar.

Der Blick reicht von hier zurück bis zum Stempeljoch. Unvorstellbar, dass die Bergwerker hier früher die Stempel (Holzpflöcke) von der Pfeis herüber transportiert haben.

Der Blick retour offenbart uns nochmals, dass die Besteigung des Bettelwurfs heute keine feine Sache gewesen wäre.

Als wir im Issboden ankommen, ist der Wind abgeflaut und es sind sogar erste blaue Flecken am Himmel zu sehen. Vielleicht haben wir jetzt am Nachmittag noch Glück mit dem Wetter.

Durch den kleinen Wald am Issboden wandern wir auf der Forststraße zu den Herrenhäusern.

Dann erreichen wir die ersten Zeugnisse des Bergbaus. Das altehrwürdige Berghaus, Unterkunft für die Knappen am Wasserbergstollen, zeugt noch von einer regen Bergbautätigkeit. 1967 wurde der Bergbau nach fast 700 jährigem Bestehen eingestellt.

Bei den Herrenhäusern angekommen, einem Komplex sehr schöner Gebäude, schauen wir uns die Zeugnisse der vergangenen Zeit an.

Der König Max Stollen ist der einzige verbliebene Stollen, den man auf ca. 5m befahren kann, zumindest wenn man als Besucher kommt. Mittlerweile wurde sogar im hinteren Bereich ein Licht montiert, damit sieht man recht tief in den Stollen.

Die Rupertikapelle, schön restauriert vom Absamer Künstler Obleitner, erstrahlt wieder in meinem Glanz, nachdem sie nach der Auflassung des Bergbaus durch Vandalismus stark in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Auch das südwestliche Eck des Herrenhauses, das 1999 von einer Lawine stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, und anschließend provisorisch mit Dachpapp repariert wurde, erstrahlt in neuem Glanz. Wenngleich es sich hier nur um eine bedruckte Plane handelt. Ein neuer Verein bemüht sich um den Erhalt, scheinbar mit Erfolg.

Bei St. Magdalena, dem einzigen bewirteten Stützpunkt im unteren Halltal, gönnen wir uns ein Erfrischungsgetränk. Daniel, immer um das Allgemeinwohl bedacht, hat noch eine Jause mitgebracht, die wir allerdings erst im Abstieg genießen.

Und langsam schließt sich der Kreis wieder, im Abstieg sehen wir den Klettersteig, den Maggo und Daniel am Vortag bewältigt haben, in voller Pracht.

Der Abstieg durch den schönen Buchenwald ist für mich auch immer wieder ein Erlebnis, ich bin einfach gerne hier im Halltal.

Auch unseren, Papa und meinen Aufstiegsweg können wir nochmals ausgiebig betrachten. Die mächtige Bettelwurfreise schaut von unten fast ein wenig zum Fürchten aus.

Wohlbehalten erreichen wir wieder den Parkplatz am Hackl. Obwohl wir unsere Ziele nicht ganz erreicht haben, hatten wir doch zwei schöne und ereignisreiche Tage, die wir wohl nicht so schnell vergessen werden.

Auf der Heimfahrt, das Wetter ist nun wirklich besser geworden, sehen wir nochmals den gewaltigen Bergstock, Kleiner und Großer Bettelwurf, die Hohe Fürleg, Tratten, und auch den Hundskopf. Im Vordergrund linkerhand der Zunterkopf.

Ein tolles Wochenende in feinster Gesellschaft ist nun zu Ende. Wir hatten sehr viel Spaß und das wird nicht die letzte Runde in dieser Konstellation sein. Berg Heil!

Tourendaten
Gesamtdauer: 5:29 h
Gesamtlänge: 18,26 km
Höhenmeter: △ 613 m / ▽ 1.915 m

230729 Bettelwurfhütte, Speckkarspitze (2.621 m) ✨

Ein Bergsteigerwochenende steht vor der Tür… bei der Planung haben wir allerdings vergessen, gutes Wetter einzufordern. Nun fahren wir, Papa und ich, über regennasse Straßen und beeindruckenden Wolkenformationen zum Treffpunkt.
Am Hackl in Absam treffen wir auf den zweiten Teil der Gesellschaft, Maggo und Daniel. Gemeinsam wollen wir heute den Absamer Klettersteig und nach einer Übernachtung auf der Bettelwurfhütte weiter auf den Großen Bettelwurf gehen.

Es ist nicht kalt, aber das Wetter ist dennoch nicht angenehm. Wir steigen vom Hackl über den Fluchtsteig bis zur „Ersten Ladhütte“ auf, dort zweigen wir auf den Weg zum Klettersteig.

Nach kurzer Beratung, der Fels ist nass, beschließen Maggo und Daniel den Klettersteig zu besuchen, während Papa und ich auf dem Normalweg zur Hütte aufsteigen werden.

Das Wetter spiel heute alle Stücke, mal reißt die Wolkendecke auf, im nächsten Moment ziehen wieder verrückte Wolken durch das Tal. Der Aufstieg durch Schotterreisen und Latschenfeldern gestaltet sich allerdings so angenehm.

An der Farbe der Wechselreise kann man sehen, dass es doch ganz nett geregnet haben muss in den Nachtstunden. Meine geliebte Abfahrtsspur ist heute besonders gut zu sehen (siehe Hüttenspitze).

Während Papa und ich rasch über den Normalsteig aufsteigen, sind Maggo und Daniel voller Genuss im Klettersteig. Ein paar rutschige Stellen an den Platten sind vorhanden, aber generell ist der Steig gut zu gehen.

Je höher wir kommen, desto schöner zeigt sich erst das Halltal, später auch noch das Inntal.

Am sogenannten „Juchizer“ sehen wir dann die Hütte das erste Mal, doch trotz vermeintlicher Nähe zieht sich der Weg zur Hütte ganz nett…

Der Normalweg auf die Bettelwurfhütte ist an heißen Tagen nicht empfehlenswert, aber heute fein zu besteigen. Dennoch ist es kein trivialer Wandersteig, sondern auch schon ein teilweise seil-versicherter Alpinsteig.

Maggo und Daniel befinden sich zu dieser Zeit bei den wunderschönen Platten im Klettersteig, auch hier ist die Aussicht wunderbar!

Papa und ich haben mittlerweile die Bettelwurfhütte (2.077m) erreicht, unser Zimmer bezogen, eine kleine Speise und das obligatorische Erfrischungsgetränk zu uns genommen. Da Maggo und Daniel noch eine Weile unterwegs sind, machen wir uns auf, die Speckkarspitze (2.621m) zu besuchen.

Das Wetter hat aufgerissen, es schaut gar nicht schlecht aus. Den Wilde-Bande-Steig von der Bettelwurfhütte zum Lafatscherjoch (2.081m) geht in angenehmem Auf und Ab durch Schotterfelder und Felsen. Zwischendurch sehen wir immer wieder Gämsen.

Der Blick kurz vor dem Lafatscherjoch zurück zeigt das beeindruckende Massiv des Bettelwurfs und den Steig von der Hütte.

Die gegensätzliche Richtung offenbart uns das hintere Halltal, den Issboden und das Stempeljoch.

Vom Lafatscherjoch steigen wir mühselig über Schotter in Richtung „Südwestgrat“ auf

Im oberen Teil wird es dann ein wenig spannender, zwei Stellen erfordern den Einsatz der Hände, und 2-3 luftige Gratstellen müssen gemeistert werden.

Die Aussicht in den Issboden und ins Tal des Lafatscherbachs, auch Isarursprung genannt, ist beeindruckend.

In angenehmer Kraxelei bewegen wir uns zum Gipfel, immer wieder tauchen neue Impressionen auf, ein sehr schöner Weg führt hier zum Gipfel.

Der letzte Aufschwung zum Gipfel besteht wieder aus wunderbarstem Karwendelbrösel, es ist aber nicht ausgesetzt oder schwierig.

Schließlich erreichen wir das Gipfelkreuz und genießen die schöne Aussicht. Endlich habe ich auch diesen Gipfel, den ich immer wieder von zu Hause bewundert kann, bestiegen.

Der Blick gen Westen zeigt das wild-schroffe Grat über den Signalkopf und den Kleinen und Großen Bettelwurf. Letztere das Ziel für den nächsten Tag…

Wir genießen die Pause auf dem Gipfel, es ist allerdings kühl, nicht verwunderlich in dieser Höhe. Also Abstiegsroute wählen wir den Nordwestkamm.

Vermehrte Wolkenbildung erinnert uns daran, weiterzumachen. Aber noch ist kein Grund zur Besorgnis.

Ein Blick ins zentrale Karwendel offenbart und Blicke auf die Hinterautal-Vomper-Kette mit dem höchsten Gipfel des Karwendels: der Birkkarspitze (2.749m). Ein lohnendes Ziel, das auch noch auf der Liste steht…

Der Abstieg über den Normalweg (Nordwestkamm) ist im Gegensatz zum Aufstieg seil-versichert, aber auch einfacher. Beim Abstieg denke ich mir nicht nur einmal, dass wir die richtige Runde gemacht haben… der Aufstieg hier wäre um einiges mühseliger gewesen.

Bald erreichen wir, wieder beobachtet von Gämsen, das Joch.

Der Blick zurück zeigt uns nochmals schön eine Übersicht über den Abstieg von der Speckkarspitze.

Fast schon plötzlich verschlechtert sich das Wetter, eine ungute Wolkenbank zieht aus Westen an. Nun heißt es sich sputen, das könnte noch was abgeben.

Papa gibt es straffes Tempo vor, der Wilde-Bande-Steig lässt zum Glück eine höhere Geschwindigkeit zu.

Unterwegs treffen wir eine Familie mit zwei Kindern. Der kleinere Junge braucht an manchen Stellen ein wenig länger, die Schwester ist fit und muss warten. Kurzentschlossen nehmen wir die Schwester mit zur Hütte, damit sich die Eltern auf den Sohn konzentrieren können.

Fast trocken erreichen wir die Hütte, Maggo und Daniel hatten noch einen Kurztrip zum Signalkopf gemacht, allerdings den finalen Aufstieg nicht gemacht.
Dafür haben sie schon ein Erfrischungsgetränk auf dem Tisch. Rasch bestellen wir auch so einen Saft, der Durst war am Schluss nämlich schon groß.

Bei einem gemütlichen Hüttenabend werden Geschichten ausgetauscht, gelacht und debattiert. Genau so sollte es sein! Ins Bett gehen wir dann alle gern! Ein langer Tag liegt hinter uns… und morgen haben wir auch noch was vor!

Tourendaten
Gesamtdauer: 7:18 h
Gesamtlänge: 20,68 km
Höhenmeter: △ 2.066 m / ▽ 929 m