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200617 Klettersteig St. Magdalena im Gschnitz

Schon bei der Einfahrt ins Gschnitztal kommt wieder unser „Bergspruch“, den ich hier schon mal erwähnt habe und den Letu mittlerweile auswendig kann:

Der Hogar im Gschnitz
der Waldraster Spitz
und die Martinswand,
sind die Höchsten im Land…

Wir sind auf dem Weg zur „Alpine Safety Area“ beim Klettersteig zur Wallfahrtskapelle St. Magdalena im Gschnitztal. Dort wollen wir mal die ersten Schritte mit dem neu erworbenen Klettersteigset erwerben. Sara ist zwar mitgekommen, aber sie fühlt sich nicht so wohl und will lieber eine Runde im Auto schlafen…
Und Letu und ich müssen zuerst einen kleiner Aufstieg meistern…

Wir starten mit dem Übungsklettersteig der Schwierigkeit A. Hier muss schon ein wenig ausgesetzt klettert werden, aber dafür sind die Schwierigkeiten echt überschaubar. Als wir beim Habichtblick angelangt sind, ist für Letu noch lange nicht genug…

Also beschließen wir, die nächste Stufe anzugehen, diese können wir ja wieder abseilen, so mein Kalkül… doch auch hier habe ich nicht mit Junior gerechnet. Der will einfach weiter.

Zum Glück habe ich ein Kletterseil dabei, daher kann ich bei den ganz knackigen Stellen ein wenig mitsichern.

Dem Junior macht es sichtlich Spaß, und mir natürlich auch. Mit der schwersten Stelle der Wertung C ist der Klettersteig gar nicht so ohne…

Einziger Wermutstropfen bei dieser Steiganlage sind die erdigen Stufen, die zwischen den Kletterstellen immer wieder aufgestiegen werden müssen. Durch den Regen der letzten Tage sind die Erdpassagen richtig rutschig geworden.

Immer wieder laden Bänke an schönen Aussichtspunken auf eine Rast ein, doch wir können uns diesen Luxus heute nicht leisten, denn das Wetter schaut nichts so gut aus und zwischendurch hat es immer wieder ein wenig getröpfelt.

Der Ausstieg des Klettersteigs ist nochmals richtig schön, denn man sieht bei den letzten Metern schon die schöne Wallfahrtskirche, die 1307 erstmals erwähnt wurde.

Oben angekommen ist Letu sichtbar stolz auf seine Leistung.

Hier kehren wir kurz ein, eine junge Frau komme aus der Wirtsstube. Eine Änderung, seit heuer hat nicht mehr Peter, der alte Hüttenwirt diesen Platz unter seiner Fuchtel, nun hat ein junges Paar diesen Platz von der Gemeinde gepachtet. Gott sei Dank geht es hier weiter…

Wir können uns ein Getränk und einen Kuchen, dann machen wir uns schnell wieder auf ins Tal… das heißt, wir laufen runter…

Wir sind sehr flott am Weg, doch unterwegs überholt uns trotzdem der Hüttenwirt, denn er muss noch was aus dem Tal holen…

Schlußendlich erreichen wir wieder den Ausgangspunkt, wo wir das Auto abgestellt haben. Sara schläft noch im Auto, es geht ihr aber zum Glück wieder besser.

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:20 h
Gesamtlänge: 5,76 km
Höhenmeter: 500 m

200607 Geocaching Bergeralm

Heute ist das Wetter noch schlechter als gestern, daher mache ich die Runde heute alleine, für Letu wäre das nichts. Ich starte wieder in der selben Gegend, heute möchte ich einen „vergessenen“ Steig auf die Bergeralm begehen.

Ich starte in Steinach am Brenner, direkt bei einer Autobahnunterführung mit meiner Wanderung. Der Weg ist startet recht direkt und dementsprechend steil hinauf Richtung Nösslachjoch.

Später erreiche ich einen schönen, flachen Abschnitt im Wald. Hier müsste im Sommer ein richtiges Pilz-Paradies sein… aber wahrscheinlich auch schnell geleert, da es recht nahe zur Forststraße liegt.

Die Fernsicht hat mit der Höhe auch zugenommen, nun sehe ich auch gut ins Padastertal, das ich vor ein paar Jahren mit den Kindern besuchte… allerdings war die BBT (Brenner-Basis-Tunnel-Gesellschaft) seit dem recht fleißig und hat das Tal mit viel Aushub gefüllt… was man auch gut von der gegenüberliegenden Seite sehen kann:

Die schönen Skipisten des Bergeralm-Skigebietes sind dem Sommer gewichen, wo sich im Winter viele Sportler tummeln, fliegen jetzt die Bienen von Blume zu Blume.

Zusehend verschlechtert sich das Wetter, es hat nun auch ein wenig zu tröpfeln begonnen. Es wird mit jedem Höhenmeter mehr…

… trotzdem lasse ich mich nicht drausbringen und genieße die seltene Einsamkeit.

Bei der Bergeralm, einer wirklich urigen Hütte, pausiere ich kurz und ziehe mir mein Regengewand an… es hat nun richtig zu schütten begonnen und ich bin schon recht nass und klamm…

Trotzdem gehe ich noch weiter bis zum Skizirkus. Auch im Sommer, natürlich wenn es Saison ist, bietet dieses Gebiet einiges… Wasserspiele, Spielplätze für die Kleinen.

Am Speichersee, der im Sommer gar nicht schlecht ausschaut, wandere ich entlang und mache so eine feine Runde um das Gebiet.

Dann, der Regen fängt mich nun an zu nerven, wandere ich zurück zur Bergeralm und nehme den gleichen Weg wie im Aufstieg.

Rasch erreiche ich den Talgrund und bin heute mal froh, das Auto zu erreichen. Der Regen war am Schluss nicht mehr lustig…

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:43 h
Gesamtlänge: 7,96 km
Höhenmeter: 550 m

200606 Geocaching Bergwerksweg Nösslachjoch

Nach einer längeren Schönwetterperiode sind nun ein paar durchwachsene Tage angesagt. Nichts desto trotz machen sich Letu und ich auf, eine kleine Wanderung mit Geocache-Einlagen zu absolvieren.

Als Ziel haben wir uns das Gebiet um die Bergeralm ausgesucht. Hier gibt es nämlich auch einen interessanten Bergwerksweg. Am Nösslachjoch wurde lange Kohle angebaut, das kann man heute auf einen schönen Weg nachvollziehen.

Wir starten am Parkplatz in Hagaten, und folgen längere Zeit einen Forstweg. Immer wieder sind Info-Tafeln aufgestellt, die über die früheren Bergbautätigkeiten informieren.

Obwohl es nie regnet, ist es mal warm und mal kalt. Das Wetter kann sich heute nicht wirklich entscheiden, in welche Richtung es gehen möchte.also heißt es einmal Jacke an, im nächsten Moment Jacke wieder aus.

Unterwegs finden wir mal ein Wolkenloch, und können eine feine Jause auf einer Bank genießen. Da ist die Sonne dann schon angenehm…

An einem Pausenplatz fallen uns 3 runde Steine auf. Eine in der Nähe befindliche Infotafel klärt auf: Es handelt sich um Mühlsteine aus Brekzie. Das beton-ähnliche Gestein war demnach aufgrund der Härte ein beliebtes Material für Mühlsteine und die hier geschlagenen Steine über die Grenzen bekannt und beliebt.

Es ist nicht mehr so weit zum Ziel, dem noch sichtbaren Bergwerksstollen am Nösslachjoch. Immer wieder sehen wir Ausbisse mit Schwarzerde, dem hier vorkommenden Kohlegestein.

Die letzten Meter müssen wir durch eine Kuhweide, für Letu sind die großen Tiere ein Graus. Trotzdem „kämpft“ er sich tapfer durch. Dann stehen wir schlussendlich auf der Halde des ehemaligen Kohlebergwerks…

… das Mundloch zum Bergwerk ist mit einem Gitter verschlossen, innen sieht man auch, dass nach ein paar Metern ein Verbruch vorhanden ist… trotzdem schaut die Zimmerei und das Mauerwerk relativ neu aus. Das dürfte also nicht ganz original sein…

Aus dem Mundloch fließt ein kleines Bächlein, das Wasser war schon immer des Bergmanns Feind. Für Letu und mich auf jeden Fall sehr interessant, hier mal „in den Berg zu schauen“…

Nachdem wir uns satt gesehen haben, wandern wir den fast gleichen Weg wieder ins Tal. Bei der Nösslachhütte machen wir noch eine kurze Pause und gönnen und einen Kuchen. Nichts los, in diesem schönen Gasthäuschen. Auf Nachfrage meint die Kellnerin, das liege daran, dass der Brenner noch geschlossen ist… und das Wetter auch nicht so gut ist.

Die Stärkung ist auf jeden Fall wunderbar und wir genießen die Umgebung von der Sonnenterasse aus… auch wenn sich Diese nicht immer zeigen will. Dafür kann Letu von der hohen Kanzel aus unter uns die Kühe beobachten…

Schlussendlich wandern wir wieder retour zum Wanderparkplatz, unterwegs findet Letu immer wieder neues „Spielzeug“. Für mich lustig zum zuschauen…

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:40 h
Gesamtlänge: 7,16 km
Höhenmeter: 455 m

200522 Geocachen Inzing

Es wieder mal Zeit für einen Geocachertag für mich. Ich habe mir, in der Hoffnung, mit den Kindern was zu unternehmen, den Fenstertag frei genommen, aber leider müssen beide Kids in die Schule. Na, dann gehe ich eben „Cachen“. Inzing steht schon länger auf dem Programm. Ich parke beim Sportplatz, wandere durch das wunderschöne Toblaten und erreiche bald den Wald…

Schöne Farne in ungewöhnlicher Größe zieren den Wegesrand, ein feines Bächlein plätschert neben mir und der Weg wird immer steiler… bis er plötzlcih aus dem Wald bricht und eine wunderschöne Aussicht, unter anderem auf die Hohe Munde bietet…

Das Wetter ist total fein, ich spüre die starken Sonnenstrahlen schon in Genick… und die ersten Föhnschlieren zeichnen sich am Himmel ab…

Auf dem Weg erreiche ich auch den Weiler Hof, ein unter Denkmalschutz stehender Dorfteil, der sich wunderschön in die Landschaft schmiegt. Und ich kann gerade noch sehen, wie ein Jungbauer seine Schafe aus der Koppel treibt. Eine Besonderheit ist ein sogenannter „Schneeglöckchenbaum“, ein Mitbringsel eines Missionars aus China. Das einzige Exemplar in Tirol…

Nach dem Weiler Hof wandere ich weiter auf den Gigglberg und in einer schönen Schleife wieder retour Richtung Inzing. Der Weg ist jetzt schon ein wenig Enger, mancherorts sieht man, daß der Weg auch für Downhiller verwendet wird…

Relativ lange wandere ich auch verschlungenen Pfaden und finde so manchen Geocache auf dem Weg…

Dann sehe ich durch das Blätterdach wieder hinunter auf Inzing. Der Weg durch den Wald, der mir ausnehmend gut gefallen hat, nimmt ein Ende…

… am Wannerkreuz mache ich noch eine kurze Pause. Anschließend wandere ich wieder retour zum Parkplatz.

Eine schöne Wanderung über Inzing mit ein paar neuen Geocaches… so gefällt mir ein freier Tag!

200521 Miederer Berg / Hocheben (1.413m)

Wir starten die Wanderung beim Touristeninfo-Parkplatz in Mieders. Zuerst geht es durch den netten Ortskern.

Dann zweigen wir ab, nun geht es ab ins Wassertal. Bald schon kommt der stattliche Zirkenhof in Sichtweite.

Es ist angenehm warm und wir genießen die wunderschöne Landschaft.

Immer wieder werden wir mit wunderschönen Ausblicken auf die Kalkkögel und auf König Serles belohnt.

Ob’s von Bauern ist oder vom Tourismusverband: Der Thron am Wegesrand ist ein Highlight.

Viel Forststrasse ist heute auf dem Programm, und das von der steilen Sorte.

Schöne Ausblicke Richtung Inntal hellen die Monotonie der Forststrasse auf.

Letu macht es trotzdem sichtlich Spaß…

Der Weg ist teilweise nicht mehr zu sehen, denn hier wurde massiv Holz geschlagen.

Am höchsten Punkt, bei Hocheben (1.413m) finden wir eine gemütliche Bank, wo wir jausnen.

Auf dem Abstieg treffen wir noch so manch Getier…

Kurz vor Mieders kommen wir nochmals an eine Stelle mit wunderschöner Aussicht.

Am Startpunkt angelangt sehen wir noch eine Kuriosität: Ein Doppelhaus, eine Seite alt, eine Seite frisch renoviert. Das schaut schräg aus… und eine Mühle finden wir auch noch…

Den Abschluss machen wir am Miederer Kalvarienberg. Hier genießen wir nochmals die Ruhe und rasten ein wenig auf einer Bank.

Tourendaten
Gesamtlänge: 12,29 km
Gesamtdauer: 4:00 h
Höhenmeter: 671 m

190915 Habicht [3.277m]

Der Hoger in Gschnitz
der Waldraster Spitz
und die Martinswand
sein die Höchsten im Land
– alter Spruch

Der Habicht, im Volksmund auch Hoger genannt, ist schon lange ein Ziel, das ich gerne besteigen möchte. Lange Zeit galt dieser mächtige, markte Block als höchster Berg des Landes. Obwohl dies schon länger widerlegt ist, der Habicht sticht aus der Berglandschaft heraus und stellt ein lohnendes und herausforderndes (Tages-) Ziel dar. Hier die Aussicht vom Zirbenweg (gestrige Tour).

Der Weg vom Gschnitztal über die Innsbrucker Hütte ist ein Langer, daher machen wir uns trotz herbstlich-später Dämmerung früh auf. Um 6:00 Uhr starten wir schon vom Wanderparkplatz kurz nach Gschnitz, mit von der Partie: Michi, Max und ich. Während wir uns noch die Bergschuhe anziehen, geistern eine deutsche Wanderin um uns herum, der wir heute noch öfter begegnen werden.

Der Aufstieg über den Jubiläumssteig ist unspektakulär, aber sehr schön und mit jedem Höhenmeter wird die Aussicht aus besser. Bald schon haben wir eine umfassende Sicht auf die Tribulaune, die Schwarze Wand und die Gargglerin…

Das wären auch mal Ziele, philosophieren wir… zumindest der Gschnitzer Tribulaun ist für uns machbar, der Pflerscher Tribulaun ist dann schon was für Spezialisten… doch all zulange müssen wir nicht überlegen, noch lange ist unser heutiger Weg…

Nachdem wir die Waldgrenze, vorbei an ein paar verfallenen Stadeln, erreicht haben, wird die Rundumsicht doch noch spektakulär… und wir sind noch nicht mal bei der Hälfte, das wäre die Innsbrucker Hütte. Der Weg schmiegt sich schön an den Hang, immer wieder müssen wir kleine Schotterreise überqueren. Sogar eine Steinbock-Geiß sehen wir, die sich nur wiederwillig vom Steig entfernt, als wir ankommen.

Schlussendlich macht der Weg einen großzügigen Bogen nach Rechts und dann erhaschen wir das erste Mal einen Blick auf die Innsbrucker Hütte [2.369m]. Was für ein großer Bau, hier in diesem abgelegenen Teil der Welt…

Bei der Hütte machen wir eine kurze Rast, ohne jedoch einzukehren. Diesen Genuss müssen wir uns erst verdienen… also gibt´s Wasser und Müsliriegel. Direkt hinter der Hütte steilt nun der Weg auf, es wird steiniger, aber nicht weniger interessant… bis zur Hütte war der Wandererstrom noch recht überschaubar, hinter uns war eine Gruppe im Aufstieg, ansonsten waren wir alleine. Nun, ab der Innsbrucker Hütte kommen noch all die Hüttenübernachter dazu, daher sind jetzt doch einige Leute am Wege, wobei es trotzdem keine Verzögerungen gibt.

Der erste Teil ab der Hütte ist ein wenig steiler, teilweise auch mit Seilversicherungen, im weiteren Verlauf legt sich aber das Gelände zurück und es werden wieder normale Wanderwege. Bald erreichen wir den Habichtferner, ein kleines, spaltenfreies Schneefeld, das früher wohl ein mächtiger Gletscher gewesen sein mag. Ohne Probleme können wir am Rande vorbeigehen und erreichen den letzten Aufschwung zum Gipfel.

Die letzten Paar Meter auf den Gipfel sind dann nochmals mit Seil versichert und lassen imposante Tiefblicke auf das Schneefeld zu, dann erreichen wir den höchsten Punkt, den Gipfel des Habichts [3.277m], oder eben auch Hogers. Obwohl einige Leute hier anwesend sind, ist auf dem geräumigen Gipfelplateau auch für uns noch Platz. Andächtig setzen wir uns und genießen die fulminante Rundumschau…

Fast 1,5 Stunden bleiben wir am Gipfel sitzen, genießen eine gute Brotzeit, bestaunen die Bergwelt und genießen einfach das Nichtstun. Und die Aussicht ist wirklich grandios… Wildspitz, Ortler, Marmolada, Zugspitz… und im Süden dominierend, die Tribulaune. Herrlich, einfach nur herrlich…

Nach einer sehr guten Rast machen wir uns wieder auf den Rückweg. Der Tag ist nicht mehr ganz jung und wir wollen ja auch noch bei der Innsbrucker Hütte eine Rast machen. Der Abstieg folgt dem Aufstieg, bald haben wir wieder das Schneefeld erreicht. Hier ist schon manch Unglück passiert, wenn einer den Weg abkürzen wollte und über das Schneefeld abgefahren ist. Wir halten uns an den Umgehungsweg und sind wahrscheinlich auch nicht viel langsamer.

Bald erreichen wir den schwierigsten Teil der Tour, eine Geröllflanke mit Drahtseilversicherung. Nicht wirklich arg, aber auf die Tour bezogen wohl das Anspruchsvollste.

Rasch haben wir auch diesen Teil durchquert, dann sehen wir schon die Hütte vor uns. Endlich, denken wir uns alle Drei… denn durstig sind wir schon! Und ein wenig hungrig… zumindest die Michi. Essen tun wir aber dann alle was… Es ist hier total gemütlich in der Sonne, wir genießen zum zweiten Mal heute das gemütliche zusammensitzen und haben es lustig.

Die Zeit schreitet allerdings voran, und wir müssen aufbrechen, es ist noch ein Stück ins Tal. Am Anfang begleitet uns noch die Sonne und taucht die Landschaft in schönes herbstliches Nachmittagslicht ein…

Irgendwann erreichen wir auch das Auto, es ist nun schon dämmrig, wir beschließen noch, in Trins in der Pizzeria was zu essen, damit schließen wir diesen langen, aber sehr schönen und eindrucksvollen Tag ab… es war wieder ein herrliches Erlebnis in den Tiroler Bergen.

Tourendaten
Gesamtdauer: 7:50 h
Gesamtlänge: 17.97 km
Höhenmeter: 2.017 hm

190827 Sonnenaufgang Serles [2.717m]

3:00 Uhr – Tagwache! Jaja, wenn man früh auf den Berg will, muss man sich sputen. Heute wollen wir König Serles auf´s Haupt steigen, um dort den Aufgang der Sonne zu bewundern. Um das Ganze auch noch vor der Arbeit unterzubringen, ist ein früher Start angesagt. Mit dem Auto fahren wir bis Maria Waldrast, die Mautstelle hat zwar noch nicht offen, aber das Tor ist in der Nacht (extra) offen gelassen, damit frühere Wandersleut durchkommen. Vorbildlich…

Der Start bei Maria Waldrast ist immer ein wenig mit Wegsuche verbunden, gerade am Anfang merkt man, dass hier viele Pfade zum Ziel führen, und manche eben nicht. Heute haben wir Glück und erwischen gleich den richtigen Weg. Bald sind wir im Latschengürtel und gehen um den Bergfuß herum.

Bald schon erreichen wir das Serlesjöchl [2.384m], hier sind wir trotz früher Stunde nicht mehr die Einzigen. Schon ein paar Lichtkegel ziehen den Berg hinauf und sorgen für eine unwirkliches Stimmung. Und am Horizont sieht man schon einen ersten Silberstreifen. Die Schlüsselstelle, eine kurze Leiter, ist gleich gemeistert.

Nun macht sich schon die Dämmerung bemerkbar, bald schon können wir die Taschenlampen ausschalten und gehen ohne künstliches Licht weiter…

Der Blick ins Tal ist phänomenal, unten ist es sicher noch dunkler als hier bei uns heroben.

Wir sind gut unterwegs, kurz vor dem Gipfel wird die Morgenstimmung immer heller und die Sonne kündigt sich langsam aber sicher an.

Dann erreichen wir auch schon den Gipfel und finden ein schönes Plätzchen mit direktem Blick auf den Sonnenaufgang. Ein gutes Frühstück ist auch im Rucksack, die Michi hat da vorgesorgt… da können meine Müsliriegel wohl im Rucksack bleiben… Gott sei Dank!

Zeitlich besser hätten wir es nicht erwischen können, kaum haben wir es uns gemütlich gemacht, bricht auch schon die Sonne durch… was für ein Schauspiel.

Wir genießen den Sonnenaufgang, schnell macht sich die erste Wärme der Strahlen bemerkbar. Leider muss zumindest ich auf die Arbeit, daher können wir nicht ewig hier bleiben. Wir packen zusammen und machen uns auf den Rückweg. Noch ist es morgendlich kühl, aber das wird sich bald legen…

Je weiter wir ins Tal kommen, desto wärmer wird es, wir sind beim Abstieg genau auf der Sonnenseite, wunderbar…

Wir gehen den gleichen Weg wieder Retour nach Maria Waldrast, dank der Morgenstunde ist es auch noch in den Latschen angenehm. Rasch erreichen wir wieder den Ausgangspunkt unserer Bergtour. An eine Einkehr ist nicht mehr zu denken, ersten wegen der Arbeit, zweitens ist es einfach noch zu früh… daher machen wir dem Herrgott noch unsere Aufwartung, und danken für einen wunderschönen Start in einen neuen Tag.

Tourendaten
Gesamtlänge: 10,15 km
Gesamtdauer: 3:30 h
Höhenmeter: 1.093 hm

190208 Skitour und Skikurs Mutters

Letu hat diese Woche Skikkurs an der Muttereralm gehabt, traditionell werden diese fünf Tage immer mit einem Skitrennen abgeschlossen. Ebenso hat es sich eingebürgert, dass die sportlichen „Aldiger“ sich mit den Tourenskiern zum Rennen aufmachen. So auch ich, das erste Mal dieses Jahr…

Beim Aufstieg treffe ich natürlich gleich ein paar bekannte Eltern denen ich mich dann einfach anschließe. So machen wir uns gemeinsam auf, der Piste entlang zu gehen. Nach nicht ganz 1,5 Stunden erreichen wir die Bergstation der Muttereralm…

Wir sind früh genug, daher gönnen wir uns einen Kaffee. Dann ist das Rennen. Letu schneidet heuer gut ab, das Üben in den Weihnachtsferien hat sich gelohnt. Das müssen wir nächstes Jahr auch wieder machen, denn so macht der Skikurs halt gleich noch mehr Spaß…

Im Anschluss an das Rennen fahren Letu und ich noch ein paar Mal auf und ab, es ist ein so schöner Tag, das muss man einfach ausnutzen… und ich kann sehen, dass der Skikurs echt was gebracht hat. Ich komme dem Junior fast nicht mehr nach 🙂

Tourendaten
Gesamtdauer: 1:20 h
Gesamtlänge: 3,10 km
Höhenmeter: 660 hm

180910 Geocachen im Angesicht der Serles

Wieder mal ein schöner Tag und nicht wirklich ein strenges Programm… also gehen Letu und ich einmal mehr Geocachen. Nachdem wir die Karte studiert haben, sehen wir, dass bei den Serlesbahnen noch ein paar Dosen auf ihre Entdeckung warten.

Mit der Gondel fahren wir hinauf zur Bergstation, unterwegs bewundern wir die kühnen Rodler, die bei der Sommerrodelbahn hinunterschießen. Nicht alle haben den Dreh draußen, aber das sollen wir später auch noch selber feststellen. Letu hat die Bahn gesichtet, danach dreht sich alles nur noch um die spätere Abfahrt. Wir werden sehen…

Von der Bergstation aus folgen wir den Koordinaten zu den einzelnen Dosen, die Sucherei geht immer schnell von Statten.

Schöne Dosen sind hier versteckt, wir können auch ein paar Travelbugs, die ich in der letzten Zeit gesammelt habe, ablegen.

Die Runde haben wir flott absolviert, Letu hilft fleißig mit, und bald schon stehen wir wieder bei der Bergstation.

Nun sehe ich, dass eine riesige Menschenschlange bei der Abfahrt mit der Sommerrodelbahn steht. Da vergeht mir schon die Lust auf dieses Vergnügen. Aber Letu will unbedingt einmal fahren, also holen wir uns die Tickets und gönnen uns den Spaß.

Überraschenderweise geht es dann doch schneller als befürchtet, und schon bald sitzen wir in den gelben Flitzern.
Die Abfahrt ist toll, aber vor uns ist eine Touristin mit ihrer Tochter, die den ganzen Betrieb aufhält. Also müssen wir immer wieder langsam fahren, um wieder ein wenig Aktion zu bekommen.

Unten angekommen ist Letu total glücklich, das hat ihm richtig Spaß gemacht. Und mir natürlich auch…

Tourendaten
Gesamtdauer: 1:25 h
Gesamtlänge: 6,16 km
Höhenmeter: 265 m

180822 Ampferstein (2.556m)

Wieder ein schöner Tag, wieder eine Möglichkeit, die tolle Tiroler Bergwelt zu erkunden. Es geht in die Kalkkögel, genauer gesagt auf den Ampferstein, mit Option auf die Marchreisenspitze. Mit von der Partie ist wieder mal Tamara, mit der ich heuer schon ein paar schöne Bergtouren machten durfte.

Wir starten am Parkplatz der Axamer Lizum, hinter dem unsäglich hässlichen, wenngleich fast schon legendärem Olypmiahotel geht’s auch gleich bergauf, Richtung Halsl (1.992m).

Tamara legt ein gutes Tempo vor, daher kommen wir rasch weiter. Es ist drückend schwül, aber das Wetter schaut zumindest hier noch stabil aus. Weiter weg, im Unter- und Oberland brauen sich schon Wolkenbänke auf, doch die stressen uns noch nicht.

Unterwegs treffen wir einen, übrigens den einzigen Wanderer bei der heutigen Tour, der uns rät, umzudrehen, weil das Wetter wohl nicht halten wird. Gott sei Dank sind wir manchmal Beratungsresistent und gehen weiter.

Am Halsl wird nochmals die Lage gecheckt, wir sind uns einig, dass das Wetter hält. Also weiter hinauf, den Steig. Dieser steilt nun ein wenig auf, es wird schottrig, aber trotzdem fein zu gehen. Kaum sind wir losgegangen, sendet uns Petrus einen Gruß, ein leises Donnergrollen aus dem Wipptal erinnert uns daran, das Wetter im Auge zu behalten.

Überrascht, dass man doch eine Weile über den „Buckel“ des Ampfersteins marschieren muss, erreichen wir schlussendlich den „Lustigen-Bergler-Steig“, einen sehr leichten Klettersteig, den wir ohne KS-Ausrüstung, aber dafür auf Empfehlung von mehreren Seiten, zumindest mit Helm gehen.

Nette Kletterstellen wechseln sich mit Gehstrecken in der wunderschönen Arena der Kalkkögel ab.

Ich genieße jeden Schritt in dieser urtümlichen Landschaft, die so gar nicht nach Nordtirol passen will. Überall Türmchen, Bänder, und natürlich viel Geröll…

Die letzten Meter vor dem Gipfel sind dann wieder sehr einfach, und bald schon haben wir den Gipfel des Ampfersteins (2.556m) erreicht.

Eine Tiroler Flagge weht vom Gipfelkreuz, hier war ein Patriot am Werke…

Nun wird erst mal eine Pause gemacht, Tamara packt einen wunderbaren „Grantenschnaps“ aus, den wir uns auf der Zunge zergehen lassen.

Dann wird der obligatorische Blick gen Himmel, zu den Wolken gemacht. Wir sitzen auf dem Ampferstein wie auf einer Sonneninsel. Über dem Patscherkofel, im Oberland bei Telfs und im gesamten Unterland, aber auch im Wipptal gehen überall Schauer nieder, während wir die feinste Sonne genießen.

Unsere Beobachtungen konzentrieren sich auf das Unwetter bei Telfs, denn wir sind der einhelligen Meinung, dass das das einzige Wetter mit „Potential“ ist. Der Regen rückt immer näher, ein paar Donnergroller haben wir schon auch gehört, da rückt das Vorhaben, die Marchreisenspitze mitzunehmen, schon wieder in weitere Ferne.

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Ganz unschlüssig bleiben wir noch 10 Minuten auf dem Gipfel, doch irgendwann sind wir uns dann doch handelseins… die Marchreisenspitze lassen wir heute sausen, zu unsicher ist das Wetter. Ein bisschen wehmütig schauen wir nochmals zu dem beeindruckenden Koloss hinüber, dann machen wir uns über den „Lustigen-Bergler-Steig“ wieder an den Abstieg.

Obwohl wir beim mehrmaligen Rückblick doch hadern, ob die Entscheidung zur Rückkehr die Richtige war, werden wir unsere Entschluss am Parkplatz dann nicht bedauern.

Der Abstieg ist kurzweilig, schon bald erreichen wir wieder das Halsl. Der weitere Weg zum Parkplatz belohnt uns noch ein paar Mal mit schönen Aussichten auf das Tiroler Land und auf die spannenden Wolkenspiele am Himmel.

Am Parkplatz angekommen, wollen wir erst noch hier in der Hütte was trinken, die hat aber leider geschlossen. Also setzen wir uns ins Auto, um loszufahren… und dann macht es schon das erste Mal „Klatsch“, ein dicker Regentropfen schlägt auf die Windschutzscheibe… dann noch einer und noch einer! Haben wir ein Glück gehabt…

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In Innsbruck, Tamara hat noch ein wenig Zeit bis zum Zug, kehren wir in der „Kantine“ auf ein Bier ein. Hier treffen wir noch zwei bekannte Gesichter, Spaß am Schluss der Tour ist garantiert.

Wieder einmal haben wir ein wunderschönes Bergerlebnis gehabt, das mir noch länger in Erinnerung bleiben wird.

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:12 h
Gesamtlänge: 9,00 km
Höhenmeter: 1.012 m