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201213 Arztalalm (1.900m)

Wer nun glaubt, ein Dejavu zu lesen, dem kann ich nur teils wiedersprechen. Es stimmt schon, vor 3 Wochen bin ich schon mal hier gewesen, allerdings unter anderen Bedingungen (hier nachzulesen). Heute war das Wetter nicht schon sonnig wie letztes Mal und ein bisschen mehr Schnee war auch vorhanden.

Heute sind Wolfgang und ich an der Reihe, gemeinsam eine Tour zu machen, unsere letzte gemeinsame Tour ist schon eine Weile her, daher wird es wieder mal Zeit. Wir wollen mit den Schneeschuhen wandern, bei diesen Verhältnissen gerade richtig, um einen gemütlichen Sonntagmorgen zu verbringen.

Wir starten am Hinterlarcher-Parkplatz, wandern zuerst den Forstweg am Bauernhof vorbei ins tief winterliche Arztal.

Am Anfang können wir noch auf die Schneeschuhe verzichten, der Weg ist gut ausgetreten und wir sinken nicht ein. So erreichen wir auch rasch die Hinterlarcher-Kapelle.

Ein Stück wandern wir durch den verschneiten Wald, dann legen wir die Schneeschuhe an. Hier liegt wirklich schon viel Schnee, stellen wir fest…

Und mit jedem Höhenmeter wird die weiße Pracht mehr. Wir folgen exakt dem selben Pfad, den ich das letzte Mal mit Letu marschiert bin, jedoch hat sich in meiner Wahrnehmung die Landschaft komplett geändert.

Zum Glück sind hier schon Spuren von Skitourengehern vorhanden, die uns den Aufstieg um einiges vereinfachen. Denn durch den verfestigten Schnee sinken wir doch nicht so schlimm ein wie befürchtet.

Der Sportverein der Eisenbahner betreibt im vorderen Arztal eine Hütte, die Berghütte Arztal, die exklusiv diesem Verein vorbehalten ist. Bedingt durch diese Basis ist das Arztal ein beliebtes Tourenziel eben jener Privilegierten und selten muss man hier spuren.

Am Sommerweg entlang überqueren wir schöne Wiesen, nun tief verschneit und erreichen den Übergang über den Falkasanerbach. Wenn hier nicht ein kleiner Steg wäre, man würde den Bach heute gar nicht erkennen.

Umso mehr müssen wir unserer Schritte achten, ein „Sprung“ ins kühle Nass wäre wohl fatal. Der Steg ist allerdings gut zu gehen, sogar eine Schaufel zum evtl. gangbar-machen der Brücke ist vorhanden.

Kurz nach der Brücke erreichen wir auch das kleine Wasserkraftwerk, das den Strom der Eisenbahnerhütte erzeugt. Das Brummen der Turbine war schon eine zeit lang zu hören.

Ab der Hütte führt die Skispur weiter in den Talschluss, wir wollen allerdings auf den Arztaler-Niederleger und zweigen daher von der ausgetretenen Spur ab. Nun heißt es ein paar Meter spuren, das ist dank der Schneehöhe nicht wenig anstrengend.

Bei der Hütte angelangt, gönnen wir uns eine Pause. Ein Plätzchen unter dem Dach der Hütte ist hierzu perfekt geeignet, es ist trocken und eine Bank ist auch noch vorhanden.

Die Pause tut gut, wir genießen die Stille, bis jetzt sind wir alleine am Weg. Das Wetter scheint doch die meisten Leute abgehalten zu haben. Gemütlich sitzen wie im Sommer ist dann aber doch nicht möglich und wir machen uns wieder an den Abstieg.

Wir wählen die Forststraße für den Rückweg, zweimal kürzen wir Kehren durch den tiefen Schnee ab… gar nicht so einfach, mit den Schneeschuhen, bei Rückenlage geht die Post ab, meisten sitzt man „nachher“ im Schnee…

Die Landschaft hat sich in Nebel gehüllt, dadurch entsteht eine ganz eigene Stimmung. Es ist schön und ruhig, fast schon besinnlich. Wieder ziehen Vergleiche zur Tour vor 3 Wochen durch meinen Kopf. Wie schnell sich alles verändert…

Am Forstweg kommen wir rasch voran, und hier treffen wir nun den einen oder anderen Tourengeher, allesamt mit Skier am Weg. Wir sind die Einzigen mit Schneeschuhen.

Vorbei an einer meiner Lieblingshütten erreichen wir den Hinterlarcher-Hof. Nun ist es nicht mehr weit, die Schneeschuhe verstauen wir wieder am Rucksack.

Ein Blick ins Wipptal Richtung Brenner zeigt uns, dass im Tal noch eine dicke Nebelsuppe hängengeblieben ist. Hier oben war es ein wenig besser, wobei auch in der Höhe keine Sonne sichtbar gewesen ist.

Am Schluss erreichen wir wieder mein treues Auto und machen uns zufrieden auf den Heimweg.

Tourendaten
Gesamtlänge: 8,80 km
Gesamtdauer: 2:45 h
Höhenmeter: 650 hm
Lawinenwarnstufe: 2 (unter Waldgrenze)

201127 Arztalalm (1.900m)

Das Wetter ist dieser Tage wahrlich kaiserlich, daher ist ganz klar, was wir am Wochenende machen… WANDERN! Da jedoch nur Letu und ich richtig motiviert sind, machen wir eben eine Zweiterwanderschaft. Das Ziel, es ist ja schon Nachmittag, ist die Arztalalm bei Ellbögen. Eine feineTour, die wir schon öfter gegangen sind…

Wir starten beim Parkplatz Hinterlarcher, da ist heute nicht viel los. Und immer wieder bin ich begeistert über den fairen Obulus, den man hier fürs Abstellen des Gefährts entrichten muss… für 6 Stunden zahlen wir 2 Euro. Da kann sich so manch Wegelagerer ein Beispiel nehmen!

Das Arztal ist eines meiner Lieblingstäler in der Nähe von Innsbruck. Es ist einfach wunderschön, es gibt viel zu entdecken und ist ist noch relativ naturbelassen. Die paar Mähder der hier ansässigen Bauern sind eine Augenweide, zumindest für den naiven Betrachter. Die Arbeit muss gekonnt sein… dank der Maschinen heute zumindest ein wenig erleichtert!

Uns treibt jedoch nicht die Arbeit, sondern das Vergnügen an diesen schönen Ort. Letu übt sich schon mal als Baumumarmer… 😁😁😁.

War am Hinterlarcher noch fast kein Schnee, sind wir jetzt kurz in dem Bereich, welcher, wenn nicht von der Sonne, so zumindest vom Schnee geküsst wird. Die Sonne hat hier Pause und kommt evtl. erst nächster Jahr wieder zu Besuch.

Der Weg auf die Arztalalm ist glücklicherweise fast immer auf der Sonnenseite, daher ist der Weg angenehm zu gehen und die Sonne wärmt uns meistens…

Eine längere schattige Stelle müssen wir dennoch abgehen, im Sommer eine unserer Lieblingsstellen, die „Zwei-Brücken“…

Heute liegt schon Schnee und Reif und der Oberlauf des Falggasanerbaches ist schon mit einem dicken Eispanzer ausgerüstet… der Winter ist im Anmarsch.

Wir erreichen nach den Brücken wieder wärmere Gefilde und sehen auch schon die Alm, die an einer tollen Stelle erbaut wurde. Obwohl der Almbetrieb schon eingestellt und die Wirtschaft geschlossen hat, freuen wir uns auf die Hütte.

Auf einer Bank genießen wir die Sonne, eine kleine Jause stärkt uns nach dem feinen Aufstieg.

Im Talschluß des Arztals lachen ein paar schneebedeckte Riesen zu uns runter… Kreuzspitze, Rosenjoch, Grünbergspitze und das Pfoner Kreuzjöchl. Da geht sich heuer hoffentlich die eine oder andere Skitour aus.

Für den Abstieg wählen wir die Forststraße, wir müssen jedoch feststellen, dass diese teilwiese vereist ist. Die Stellen können gut umgangen werden und wir sind schneller am Weg als über den oberen Teil des Steiges.

In den schattigen Kurven liegt Schnee, der griffig und daher angenehm zu laufen ist. Rasch wandern wir Richtung Tal.

Für den letzten Teil der Wanderung zweigen wir wieder auf den Steig ab, der uns doch besser gefällt als die monotone Forststraße.

Wir sind flott am Weg, dennoch muss man gerade zu dieser Jahreszeit das Ziffernblatt der Uhr stehts im Auge haben… schnell setzt die Dämmerung ein und damit einhergehend zieht es kühl in die Täler rein.

Wir haben unseren Ausgangspunkt schon fast in Sichtweite, und die Sonne zaubert noch ein paar schöne Farben auf die Gipfel.

Eine schöne Hütte, die uns immer wieder auffällt, säumt noch die letzten Meter vor dem Parkplatz.

Kurz vor dem Parkplatz entdeckt Letu noch eine ganz junge Katze, die neugierig auf ihn zugelaufen kommt und sich fast nicht mehr abwimmeln läßt. Aber das ist dem Sohnemann gerade recht, habe ich das Gefühl… 😉
Eine tolle Tour mit schönen Eindrücken, das nächste Mal wird wohl ein wenig mehr Schnee liegen.

Tourendaten
Gesamtlänge: 8,81 km
Gesamtdauer: 2:40 h
Höhenmeter: 607 m

201114 Schafseitenspitze(kreuz) (2.564m)

Heute steht uns eine gewaltige Tour bevor, wir starten im bewährten Team, Michi und ich, schon um 6:30 am Parkplatz am Eingang des Padastertals.

Noch ist es finster, aber den Weg finden wir trotzdem gut, am Anfang noch mit Hilfe einer „Hirabira“, einer Stirnlampe. Doch schon bald wird es heller und wir können das Hilfsmittel wieder einpacken. Wir folgen zuerst dem Wipptalerweg gen Norden.

Es ist kalt und am Anfang laufen wir meist im Schatten, daher sind die paar sonnigen Passagen absolut willkommen, um sich ein wenig aufzuwärmen. Dennoch bleibt der erste Teil der Tour vorwiegend kühl und schattig. Beim Mauracher Berg zweigen wir Richtung Osten ab, nun geht es hinauf auf den Berg.

Immer dem Gratrücken folgend, erst im Wald, später über offenes Weideland erreichen wir, vorbei an der Spörralm den ersten Gipfel, den Schröflkogel (2.151m). Wenn wir es nicht wüssten, würden wir hier keinen Gipfel erahnen, so unscheinbar ist der Zapfen.

Weiter folgen wir dem breiten Gratverlauf, endlich hat uns die Sonne erreicht und es wird wärmer, obwohl hier ein stetiger Wind von Süden blast. Wie Michi richtig findet: „Wir sind halt im Wipptal, da pfeift der Wind immer…“

Immer weiter steig der Pfad, manchmal nicht ganz einfach zu finden, aber in diesem Gelände eigentlich egal, denn hier kann man sich nicht versteigen. Den nächsten Gipfel, den wir erreichen, ist der Bentlstein, der gleich zwei Gipfelkreuze aufweist. Zuerst besuchen wir den Südgipfel (2.370m), hier steht das Schützenkreuz.

Gleich geht es weiter zum nahegelegenen Bentlstein (2.378m), mit einem kleinen, aber schönen Kreuz, das mit einem Engelskopf verziert ist. Die Aussicht von hier ist phänomenal, im Westen sieht man die Tannheimer Berge, im Süden den Hauptalpenkamm. Zugspitze, Hohe Munde, Serles, Habicht, alle Berge liegen vor uns ausgebreitet.

Vom Bentlstein müssen wir ein paar Höhenmeter absteigen, es wird wieder schattig und kühl. Hier scheint die Sonne in den Wintermonaten selten hin, daher liegt der erste Schnee noch, und bleibt wohl auch bis nächstes Jahr liegen.

Auf dem Weg in die Scharte finden wir ein windstilles, sonniges Plätzchen, hier machen wir eine Pause, und stärken uns mit einer ausgiebigen „Marend“.

Doch allzu lange können und wollen wir nicht sitzenbleiben, wir haben noch einen langen Weg vor uns. Nun müssen wir ein paar Schneefelder, relativ hart, überqueren. Wir haben in weiser Voraussicht die Grödel eingepackt, daher sind diese Stellen gut zu meistern.

Zum Glück haben wir diese „kalte Kuchl“ bald hinter uns, und kommen wieder in die wärmende Sonne, die wir heute wirklich zu schätzen wissen.

Der folgende Gipfel wartet nach einem kurzen Aufstieg auf uns. Nun stehen wir auf dem Sunntiger (2.400m), zumindest den Wintersportlern ein Begriff. Außerhalb vom Winter bekommt dieser Berg nicht arg viel Besuch.

Kein Gipfelkreuz markiert diesen Punkt, einzig ein Stein mit einer Farbmarkierung lässt die Spitze erkennen. Der weitere Weg wird nun einsehbar, doch zuerst müssen wir wieder einmal, nicht das erste und letzte Mal absteigen.

Der Gratverlauf ist aper, während die Nordhänge schon ein schönes Winterkleid tragen. Natürlich reicht es noch nicht für eine Skitour, aber zum Wandern kann das durchaus ein ungemütliches Hindernis darstellen.

Schlussendlich kommt unser Ziel in Sichtweite, direkt am Grat geht es nun hinauf zum höchsten Punkt der Tour.

Die letzten Meter am Grat müssen wir dann noch über Schnee laufen, die Qualität Ebenjenes ist aber gut, daher erreichen wir relativ einfach den Gipfel, bzw. das Gipfelkreuz der Schafseitenspitze (2.564m). Da auch hier eine Skitour emporführt, wurde ein einfacher zu erreichendes Ziel, eben dieses Gipfelkreuz aufgestellt. Der „echte“ Gipfel ist über einen schmalen Grat zu erreichen, den wir heute auslassen.

Zum Greifen nahe sehen wir Olperer, Fussstein und das Hintertuxer Skigebiet vor uns liegen. Hier wird man sich wieder bewusst, wie nahe die Täler doch eigentlich beieinanderliegen.
Hier wird nun bei Windstille und feiner Sonne, der Rest der Brotzeit genossen, immerhin sind wir schon seit ein paar Stunden auf dem Weg.

Der Rückweg birgt nun keine großen Geheimnisse mehr, dennoch ist der Weg ein „Anderer“ geworden. Das Licht, das uns nun Nachmittags begleitet, zaubert neue Eindrücke in die Landschaft.

Wunderschöne Erosionsformen zeigen sich am Südhang des Brentlsteins, die wir in der Früh nicht wahrgenommen hatten. Wir wundern uns, wie diese wohl entstanden sind. Eine Erklärung finden wir jedoch nicht.

Ein Blick zurück auf den schönen Gratverlauf zeigt nochmals den großen Kontrast zwischen den Nord- und Südhängen.

Wir erreichen das vorher genannte Schneeloch wieder und ziehen uns wieder die Grödel an. Sicher ist sicher… ein Rutscher hier würde wahrscheinlich erst kurz vor der Schafalm enden…

Weiter geht es über den Brentlstein retour. Immer wieder bleiben wir stehen und bewundern die großartige Natur, die wir hier direkt vor der Haustür haben.

Ab der Hütte am Schröflkogel gehts nur mehr Bergab, doch das ist manchmal anstrengender als der Aufstieg. Die Sonne steht auch schon tief, wir müssen uns also sputen.

Zweimal rutsche ich beim Abstieg auf der gefrorenen Wiese aus, ohne mir wehzutun. Trotzdem lästig, denn die Hose darf danach gleich in de Wäsche wandern…

An der wunderschön gelegenen Spörralm erreichen wir wieder den dichteren Wald.

Michi hat Probleme mit dem Knie, ein Leiden, das sie schon die ganze Saison verfolgt. Hoffentlich wird das bald wieder, denn gerade im Abstieg ist das sehr unangenehm.

Schlussendlich erreichen wir den Wipptalerweg, der uns zum Parkplatz führt. Die Sonne sendet uns ihre letzten Grüße, bald setzt die Dämmerung ein.

Gerade rechtzeitig zum letzten Licht erreichen wir das Auto beim Eingang ins Padastertal. Eine wunderschöne, aber anstrengende Tour geht dem Ende zu.

Tourendaten
Gesamtdauer: 10:35 h
Gesamtlänge: 24,48 km
Höhenmeter: 2.052 m

201107 Großer Gamsstein (2.142m)

Eigentlich war das Ziel heute ein anderes… wir wollten auf den Gilfert (2.506m), aber das ist sich nicht ganz ausgegangen. Dazu allerdings später mehr. Nachdem das Wetter gestern so gut war, und heute wieder super gemeldet ist, müssen wir ins Gebirge. Als Ziel haben wir eine Tour vom Loassattel (1.675m) ausgesucht. Die Anreise von Aldrans ist schon eine Herausforderung, die letzten 5km auf einer Mautstraße ziehen sich. Und am Parkplatz angekommen sehen wir sofort, daß wir nicht die einzigen mit dieser Idee gewesen sind.

Vom Loassattel zieht unser Weg nun Richtung Gilfert, als nach Westen. Der Weg ist gut, aber recht „gatschtig“. Das liegt wohl an den letzten Schneefällen, die den Boden durchnässt haben.

Überall sind kleine Seen, die so richtig schön in der Herbstsonne glänzen und wunderschöne Farben aufweisen.

Der Weg zieht bedächtig den Berg hinauf, ziemlich genau am breiten Wiesengrat. Schon bald sehen wir das erste Gipfelkreuz am Horizont, nämlich vom Kleinen Gamstein (1.924m). Hinter uns zieht ein steiler Weg hinauf zum Kühmöser (2.264m), auch Kuhmesser genannt. Im Hintergrund sieht man das Kellerjoch und das Gasthaus Hecher.

Die oben genannten Miniseen und Teiche sind fast alle mit einer feinen Eisschicht bedeckt, das ruft klarerweise die Kinder auf den Plan. Mit jedem Stein, dem sie habhaft werden, versuchen sie das Eis zu durchbrechen.

Die Aussicht ins Inntal wird immer besser, das Karwendel lockt im Hintergrund mit vielen lohnenden Bergzielen.

Da wo die Sonne dieser Tage nicht mehr hinscheint, ist der Boden mit einer feinen Eisschicht überzogen, der schon fast unnatürlich wirkende Kunstwerke aus Blättern und Gräsern formt. Wunderschön anzuschauen…

Wir erreichen unser erstes Ziel, den Kleinen Gamstein. Hier legen wir eine kurze Pause ein, der Hunger ist schon groß, daher wird hier die mitgebrachte Jause vertilgt. Und wie gut das schmeckt…

Nach der Stärkung wandern wir weiter am Grat entlang, erst mal müssen wir ein flaches Stück hinter uns bringen, bevor der Pfad wieder steiler wird.

Rückblickend sehen wir eine wahrlich interessante Landschaft, mit vielen kleinen Hügeln und Senken, am Horizont erkennt man den Kleinen Gamsstein.

Und dazwischen immer wieder kleine Lacken. Mich würde interessieren, ob diese Tümpel vom letzen Schnee herrühren oder ob diese immer hier sind.

Der nächste Gipfel ist schon relativ nahe, wir müssen noch eine Steilstufe hochmarschieren, dann erreichen wir den höchsten Punkt unserer Wanderung.

Eigentlich wollten wir ja auf den Gilfert gehen , aber nachdem wir nun hier auf dem Großen Gamsstein stehen, sehen wir, dass doch schon viel Schnee auf dem Weiterweg liegt. Das ist mir mit den Kindern dann doch ein wenig riskant, daher beschließen wir, es hier gutsein zu lassen.

Kurz unter dem Gipfel machen wir an einem gemütlichen Platz nochmals Pause, ein Müsliriegel als Reserve ist immer im Rucksack. Der Ausblick ist heute einmalig…

Der Abstieg erfolgt über den selben Weg, natürlich werden wieder Steine mitgeschleppt, um an den vielen Kleinseen Löcher im Eis zu fabrizieren…

Wir erreichen wieder den Kleinen Gamsstein, der Parkplatz ist nun nicht mehr weit…

Eine wunderschöne Wanderung, nicht ganz so wie geplant, aber ein Weitergehen auf zum Teil schneebedeckten Pfaden hätte vielleicht eine tolle Bergtour verpfuscht.

Tourendaten
Gesamtlänge: 6,34 km
Gesamtdauer: 3.00 h
Höhenmeter: 574 m

201106 Radlrunde Östliches Mittelgebirge

Letu und ich wollten schon lange wieder mal eine ausgedehnte Radltour machen, das schöne Wetter heute ist perfekt dafür geeignet. Wir starten am Nachmittag, direkt nach der Arbeit und Schule. Ein Tour von Haustür zu Haustür sozusagen…

Da in Aldrans zur Zeit die Baustelle der Rinnerstraße besteht, müssen wir uns ein wenig durch die Baumaschinen schwindeln. Die Arbeiter sind jedoch sehr zuvorkommend und stoppen kurz die Arbeit, damit wir passieren können.

Die Arbeit geht flott voran, hoffentlich sind die Arbeiten bis Dezemeber wie progonstiziert, umgesetzt.

Am Herzsee vorbei, kommen wir zu der Steigung vor den Prockenhöfen, die wir schnell meistern. Im Schatten ist es immer recht kühl, da sind wir froh, wen wir wieder in die Sonne kommen. Bald erreichen wir den Wiesenhof, hier müssen wir ein paar Meter an der Hauptstraße fahren, dann biegen wir ab nach Judenstein.

Hier „oben“ scheint die Sonne und wärmt uns auf, die Fahrt macht so gleich doppelt so viel Spaß.

In Tulfes machen wir eine kurze Pause, holen uns eine Jause beim Mini-Mpreis und genießen die Sonne.

Dann gehts weiter, nochmals ein paar Höhenmeter zur Notburgakapelle hinauf. Damit erreichen wir den höchsten Punkt unserer Ausfahrt.

Im Tulferwald ist es kühl, das wissen wir schon vom Sommer, dann ist es jedoch meist erwünscht. Heute nicht unbedingt von Vorteil, daher ziehen wir uns die Jacken für die Abfahrt an.

Flott geht es die enge, asphaltierte Straße hinunter, das macht uns richtig Spaß. Da kann man das Radl mal fein laufen lassen. Wir sausen an schönen Bauernhöfen, die hier hoch über dem Inntal thronen, vorbei.

Die Aussicht ist phönomenal, so gut wie kein Dunst, und eine extreme Fernsicht. Das ist einer der Vorzüge vom Herbst…

Vorbei am Lachhof fahren wir wieder gen Westen, die Halbzeit liegt schon hinter uns. Zuerst noch auf Nebenstraßen, schließlich müssen wir nochmals auf die Hauptstraße ausweichen.

Die Strecke auf der vielbefahreren Straße ist kurz, dann zweigen wir ins wunderschöne Zimmertal ab, das uns wieder in Richtung Aldrans führt.

Die Sonne steht nun schon tief, daher bleiben die Jacke an. Trotzdem ist es angenehm zu fahren. Vorbei an ein paar Reitställen, die sich hier in den letzten Jahren etabliert haben, erreichen wir den Taxerhof.

Dann sind wir endlich wieder auf bekanntem Terarain, Letu meint: „Jetzt kenn ich mich wieder aus, da war ich schon mit der Schule!“. Wir sind wieder bei den Prockenhöfen.

Nun geht es nur mehr gerade aus und abwärts, das hebt die Motiviation von Letu. Es stecken doch ein paar Meter in den „kleinen Haxen“.

Ein lässiger Ausflug, vielleicht einer der letzten Radlausflug dieses Jahr. Wir werden sehen… auf jeden Fall hat es sich rentiert und es war dank dem tollen Wetter auch ein wahrer Augenschmaus.

Tourendaten:
Gesamtlänge: 26,48 km
Gesamtdauer: 2:18 h
Höhenmeter: 659 m

201018 Peter-Kofel-Klettersteig (1.430m)

Das Wetter in Innsbruck zeigt sich nicht ganz so schön, es ist bewölkt, in der Früh hat es sogar noch geregnet. Aber trotzdem ist der Bewegungsdrang enorm, daher haben Michi und ich kurzfirstig ausgemacht, den Peter-Kofel-Klettersteig in St. Jodok am Brenner zu begehen. Bei mir ist es ja schon ein paar Jahre her, daß ich hier war, aber ich habe den Steig in guter Erinnerung.

Im St. Jodak angekommen lacht die Sonne vom Himmel, daß es nur eine Freude ist. Vom Parkplatz aus ist es nur ein kurzer Marsch zum Einstieg, das zeichnet diesen Genußklettersteig der Schwierigkeit C schon mal aus. Rasch haben wir uns ausgerüstet, wir sind nicht die Einzigen.

Vorbildlich angelegt beginnt der Eisenweg gleich mit einer C-Stelle, wer die nicht schafft, sollte hier überlegen auszusteigen. Der Steig ist nie schwierig, aber dafür anhaltend in- und knapp unter diesem Grad.

Rasch gewinnen wir Höhe, und obwohl hier kein Gipfel auf uns wartet, ist genügend Luft unter den Füßen.

Immer wieder wechseln sich schöne Stellen mit leichten Passagen ab, dann wird wieder ein Stück gequert, bis wieder eine Wand erklommen werden will.

Gebaut wurde der Klettersteig vor einigen Jahren von der Bergrettung, die Versicherungen sind vorbildlich, auch die Rettungspunkte sind gut beschildert. Sogar ein Materialdepot entdecken wir ziemlich genau in der Mitte, somit entfällt der Transport bei einem Notfall.

Zwei Seilbrücken erhöhen die Spannung ein wenig, aber im Vordergrund steht hier wirklich der Genuß, es ist einfach spaßig, zwischen Wänden, Querungen, Seilbrücken und glatten Wandstellen zu wechseln.

Dazwischen kann man noch endemische Pflanzen, die scheinbar nur in der Stafflacherwand vorkommen, bewundern. Besonders der Stinkwacholder fällt meiner empfindlichen Nase immer wieder auf.

Während des ganzen Kletterspaßes sollte man hier, wie auch sonstwo, nie vergessen, den Kopf mal zu heben und die wunderschöne Landschaft zu bewundern…

…im Hintergrund sehen wir Kraxentrager und die bekannten Skiberge Vennspitz und Silleskogel, manchmal allerdings mit Hut.

Am Schluß kommt nochmals eine kleine Wand, und eine Querung…

… dann sehen wir schon das Gipfelkreuz. Eine rasche Tour, die sich fast das ganze Jahr über machen läßt, denn die Wand ist südseitig ausgerichtet… im Sommer sicher eine sehr warme, wenn nicht heiße Angelegenheit.

Eine Besonderheit ist die Getränkebox am Ausstieg, die zu einer kurzen Pause einlädt. Waren beim letzten Mal noch viele verschiedene Getränke, gibts heute nur Apfelsaft… aber es ist auch schon Saisonende. Und der Saft schmeckt sehr gut.

Wir genießen die Sonne und die Aussicht auf die Schneeriesen im hinteren Valsertal. Es ist einfach wunderschön hier. Nach einer ausgiebigen Pause machen wir uns über den Steig ins Tal auf.

Am Fusse der Wand angekommen schauen wir nochmals hinauf. Der Steig umfasst nur etwa ein Viertel der Stafflacherwand, da ist also noch viel Potential für Erweiterungen. An einer Stelle dachten wir eh, daß da aktuell erweitert wird.
Eine tolle Tour, die ***fast immer***, das heißt das ganze Jahr über, gemacht werden kann.

Tourendaten
Gesamtlänge: 5,31 km
Gesamtdauer: 2:32 h
Höhenmeter: 363 m
Schwierigkeit: C

201016 Almenrunde Mittelgebirge

Heute steht die Almenrunde nochmals auf dem Programm, damit ich meinen Geocache endlich finalisieren kann. Das Wetter schaut zwar nicht so gut aus, aber das ist mir egal. Ich packe die Gamaschen ein (weise Entscheidung) und auch, eher wegen Bauchgefühl die Grödel (noch weisere Entscheidung). Dann fährt mich Lucy zum Patscherkofel. Für den Aufstieg benütze ich die Gondel, für was hat man ein Jahresticket…

Bei der Talstation ist noch „Grüne Wiese“, aber das wird sich für mich bald ändern. Mit der Bahn gehts rasch in die Höhe. Neben mir sitzt ein älterer Herr. Wir kommen ins Gespräch. Volle nett… und als ich bei der Mittelstation aussteige, bin ich um ein Südtiroler Bauernbrot reicher, das hat mir den nette Mann geschenkt.

Von der Bergstation aus gehe ich zuerst zur Patscher Alm, dort muss ich in der Nähe einen Cache verstecken. Das ist mit dem Schnee gar nicht so einfach, trotzdem finde ich bald einen passenden Platz.

Dann stapfe ich den Weg wieder ein Stück retour, dann muss ich schon meine eigene Spur machen. Es ist kein tiefer Schnee, aber sehr rutschig.

Vorbei an der netten Hütte in der Nähe der Mittelstation muss ich einmal die Piste überqueren, dann geht es ans Eingemachte. Ich habe mir bei der Tourenplanung einen kleinen Steig herausgesucht, der mich recht schnell zur Lanser Alm führen sollte. Den Einstieg zu finden ist allerdings bei dieser Schneelage nicht einfach. Keine Schilder zeigen mir den Weg und Markierungen suche ich vergeblich. Gut, daß es GPS gibt…

Bald führt mich ein vermeindlicher Steig Richtung Osten, immer wieder zweifle ich, ob ich schon auf dem Weg bin. Und so manches Mal laufen ich auch zig Meter neben dem Pfad, besonders ärgerlich im abschüssigen Gelände. Da wird es Zeit, meine Grödel anzuziehen…

Nicht nur wir Menschen, auch die Natur wurde heuer vom frühen ersten Wintereinbruch überrascht. Die belaubten Bäume beugen sich ächzend zu Boden und erschweren mir immer wieder den Weg. Ausweichen ist nicht immer möglich, also muss ich mit den Wanderstecken den Schnee von den Stauden abschlagen.

Die Stimmung ist ein Wahnsinn, es ist still, ich treffe niemanden und kann mich voll auf die wunderschöne Natur und den teilweise anspruchsvollen Weg konzentrieren.

Mit der Zeit entwickelt man doch ein Auge für den eingeschneiten Weg, und die zweite Hälfte der Strecke geht dann schon einfacher…

Es wird immer flacher, dann sehe ich vor mir einen Zaun. Zurück in der Zivilisation, soll das wohl heißen. Irgendwie schade, mir hat der einsame Weg durch den Wald sehr gut gefallen.

Die Lanser Alm lasse ich links liegen, nun befinde ich mich auf einem langweiligen Forstweg, an dem ich allerdings flott vorankomme. Rasch erreiche ich die dritte Alm auf meinem Weg, die Sistranser Alm.

Verwundert muss ich feststellen, dass heute alle Almen geöffnet sind, allerdings kehre ich auch hier nicht ein, ich möchte weiterkommen.

Da der Weg immer weiter ins Tal führt, wird die Schneemenge nun auch immer weniger. Obwohl mir bis jetzt niemand begegnet ist, zeigen die Spuren am Wanderweg doch, daß ich nicht der Einzige unterwegs bin.

Von der Sistraner Alm nehme ich wieder einen Waldweg, der mich nun zur Aldranser Alm führt. Auch hier raucht der Kamin und in der Stube ist Licht. Ich werde allerdings, das ist schon mal der Plan, nur am Schluss in der Rinner Alm einkehren.

Auch Pilze sind vom Schnee überrascht worden, schön schauen sie aus unter der weißen Pracht. Obwohl der erste Blick Pfifferlinge vermuten lassen würde, ist dem nicht so… tiefgefroren sind sie allemal!

Auf der Rinner Alm gönne ich mir dann zu guter Letzt einen Tee mit Schuß, der tut nun so richtig gut und wärmt mich auf.

Obwohl nun sehr wenig Schnee liegt, ist das gehen gar nicht einfacher geworden. Statt Schnee-rutschig ist es jetzt halt Lehm-rutschig. Da war mir der Schnee fast lieber. An einer besonders steilen Stelle passe ich kurz nicht auf, schon sitze ich auf dem Hosenboden…

Dann ist der Schnee ganz weg, dafür fließt jetzt das Wasser auf dem Wanderweg. Heute bin ich Wasser in allen Aggregatzuständen begegnet, das ist auch mal was besonderes… Schnee am Anfang, Regen zwischendurch, Nebel auf der Rinner Alm, und nun eben Bachläufe am Pfad.

Schon fast habe ich den Kirchplatz in Rinn erreicht, da fällt mir noch ein besonders großer, mit Moos bedeckter Stein im Wald auf… wie der wohl hier her gekommen ist.

In Rinn angekommen, kommt gerade mein Bus vorbei. Das ist ja wie bestellt. Rasch bin ich zu Hause. Obwohl die Wanderung nicht besonders schwierig ist, wenn die Verhältnisse passen, hatte ich heute doch ein paar knackigere Stellen dabei. Aber schön war die Tour allemal.

Tourendaten
Gesamtlänge: 9,88 km
Gesamtdauer: 2:40 h
Höhenmeter: 233 m / -1065 m

201008 Almenrunde Mittelgebirge

Spontanität ist der beste Motivator für tolle Touren. Das stelle ich heute wieder fest. Eine eigentlich schon länger geplante Wanderung, die Almenrunde im südöstlichen Mittelgebirge steht heute an.
Mit dem Bus fahren ich von Aldrans los nach Rinn, direkt im Ort starte ich meine Wanderung. Erstes Ziel ist die Rinner Alm (1.397m).

Mein Tempo ist heute gut, es läuft, wie man so schön sagt. Nach 30 Minuten stehen ich vor der Rinner Alm. Da ich erst spät (nach der Arbeit) gestartet bin, geht sich eine Einkehr hier nicht aus. Das muss ich mal im Sommer machen.

Ein schnelles Foto von der Alm, ein Eintrag im digitalen Tourenbuch, dann marschiere ich schon weiter. Der Steig ab hier ist wunderschön im Wald gelegen.

Bei manchen Konstrukten könnte man, wenn man den Hintergrund nicht kennt, fast an einen Schildbürgerstreich denken. So wie hier, eine „Schleuse“ mitten im Wald, ohne jedlichen Zaun… das schaut schon lustig aus.

Die zweite Alm, die ich erreiche, ist meine Hausalm, die Aldranser Alm (1.495m). Hier scheint die Sonne noch und wärmt den Terassenbereich. Ich verquatsche mit mit der Hüttenwirtin, und trinke ein Bier gegen den Durst.

Weiter geht´s durch den schönen Wald, im Schatten wird es jetzt schon frisch. Habe ich den Aufstieg zur Rinner Alm noch im T-Shirt bestritten, muss jetzt schon ein Pullover her.

Die Sonne zaubert wunderschöne Muster in den Wald, immer wieder bin ich froh, wenn ich die wärmenden Strahlen erreiche. Dann erreiche ich die dritte Alm im Bunde, die Sistranser Alm (1.608m). Diese Hütte gefällt mir besonders gut, weil die Lage auf dem Boden so schön ist.

Immer wieder öffnen sich beeindruckende Blicke ins Inntal und auf die Landeshauptstadt. Ich kenne ein paar alte Bilder aus den 60ern (von meiner Oma), die den Unterschied bei der Verbauung des Inntals deutlich machen.

Die vorletzte Alm ist die Lanser Alm (1.735m). Dies ist auch der höchste Punkt der Wanderung. Es ist zwar recht frisch, trotzdem gönne ich mir ein Bier und suche die letzten Sonnenstrahlen.

Bei der Vorbereitung der Tour habe ich auf der Karte einen Übergang von der Lanser auf die Patscher Alm gefunden, nur vor Ort finde ich nichts. Das ist ärgerlich, weil ich jetzt absteigen muss, nur um die gleiche Höhe wieder hinaufgehen zu müssen. Es hilft nichts, also los…

Ein blauer Herbsthimmel ist schon was Schönes, aber besser gefällt mir eindeutig die Stimmung, die sich beim Sonnenuntergang ergibt. Heute habe ich Glück, wie gemalt schaut der Himmel aus.

Die letzte Alm, die Patscher Alm (1.694m) kenne ich schon von diversen Skitouren im Winter und auch vom Skifahren. Es dämmert nun schon leicht, daher sehe ich von einer Einkehr ab. Schlußendlich stelle ich fest, dass die Hütte gar nicht geöffnet ist…

Von der Patscher Alm zur Mittelstation der Patscherkofelbahn ist es nur ein Katzensprung. Ich bin froh, daß ich dieses Hilfsmittel, am Donnerstag fährt die Bahn immer bis spät in den Abend, benützen kann.

Rasch erreiche ich die Talstation in Igls. Nun brauche ich noch ein Transportmittel nach Hause. Der Bus fährt nur bis Lans (und dann weiter nach Igls), ein direkter Bus nach Aldrans existiert nicht. Ich nehme also den „J“, den Stadtbus und steige beim Gasthaus „Wilder Mann“ aus.

Ab hier spaziere ich das kurze Stück nach Aldrans. Das ist in 15min. erledigt. Nun freue ich mich schon aufs Abendessen, denn der Hunger ist groß…

Endlich konnte ich diese Tour realisieren, nebenbei konnte ich einen Adventure-Lab-Cache auslegen. Bin gespannt, wie dieser bei der Geocache-Community ankommt.

Tourendaten
Gesamtlänge: 10,22 km
Gesamtdauer: 2:30 h
Höhenmeter: 1.109 m

200927 Wanderung Vögelsberg

In den letzten Tagen hat es relativ tief herunter geschneit, daher sind Gipfeltouren zur Zeit mit Vorsicht zu genießen. Trotzdem wollen Letu und ich ein wenig in die Natur, daher machen wir uns auf zum Vögelsberg in Wattens.

Hier gibt es scheinbar einen feinen Wanderweg, der auch so manche Spielmöglichkeit am Wegesrand bereitstellt. Also machen wir heute mal auf „gemütlich“. Schon kurz nach dem Start erreichen wir die ersten Stationen.

Hier gibt es „Taxen-Weitwurf“, „Eiermusik“, „Hasenbaubesichtigung“ und Riesenfiguren.

Nebenbei bietet der Weg, da schon ein wenig höher gelegen, schönste Ausblicke auf das Inntal, das gerade jetzt, mit weißen Schneegipfeln, wunderschön anzuschauen ist.

Im Wald ist es zwar kühl, aber sobald wir wieder in die Sonne kommen, können wir uns aufwärmen. „Tik-Tak-To“ oder aber auch „Mensch-ärgere-dich-nicht“, immer wieder kommen lustige Stationen für Groß und Klein.

An einer der letzten Stationen spielen wir ein wenig länger, weil es eben so viel Spaß macht…

… dann erreichen wir das Gasthaus Vögelsberg.

Wir gönnen uns eine kleine Stärkung, hier gibt es einen leckeren Karotten-Nuss-Kuchen, der uns richtig gut schmeckt. Und die Leute hier sind auch sehr freundlich. Eine Einkehr hier ist empfehlenswert.

Da wir auch zum Geocachen da sind, müssen wir nach der Pause noch ein wenig weiter hochsteigen, hier finden wir noch einen sogenannten „Tradi“, für den Multi reichen leider (wie ich später feststellen muss) meine Rechenfähigkeiten nicht aus.

Was ich berechnet habe, stellt sich als falsch heraus, daher gehen die letzten 100 Höhenmeter auf mich… sehr zum Ärger von Letu. Papa, du musst schon richtig rechnen!

Den Multi lassen wir aus, den müssen wir ein andermal lösen, trotzdem hat sich die Wanderung hierher absolut rentiert. Wieder einen schönen Flecken Heimat besuchen können, was will man mehr!

Tourendaten:
Gesamtlänge: 7 km
Gesamtdauer: 2:00 h
Höhenmeter: 486 m

200913 Sonnenspitze, Glungezer, Schartenkogel

So, am Freitag hatte ich schon gesagt, dass dies wohl als mein „Glungezerwochenende“ in Erinnerung bleiben würde, nun schließt sich heute der Kreis. Am Freitag waren wir im Tulferwald Pilze sammeln, gestern sind wir über den Zirbenweg zum Glungezer spaziert, und heute mache ich noch den Glugezerklettersteig mit Letu.

Der erste Aufstieg über die Piste ist heuer leider ein nicht besonders schönes, aber notwendiges Übel, das wir aber gerne in Kauf nehmen. Die steile Piste kenne ich schon vom Winter als Skitourenaufstieg, heute kommt mir aber alles noch ein wenig steiler vor.

Auch Letu, sonst nicht schnell unterzukriegen, schnauft erleichtert auf, als wir endlich die alte Bergstation erreichen. Ab hier flacht der Weg ein wenig ab.

Ein Stück über der Bergstation ist der neue Speichersee zu sehen, wunderschön schaut das Wasser aus.

Bei der Stütze 8 des Schartenkogellifts erreichen wir schließlich den markanten Stein mit einer Zirbe oben drauf… hier ist der Einstieg in den Klettersteig.

Zuerst müssen wir nur über ein paar Blöcke kraxeln, das geht auch noch ohne Ausrüstung. Auf einer kleinen Almmatte machen wir dann Pause, brotzeiten ein wenig und ziehen uns die Klettersachen an. Nun gehts los…

Der Klettersteig ist, wie die Beschreibung auch sagt, eigentlich eher ein Kraxelpark über Blöcke, durch Schründe und Schluchten… viel Klettersteig ist nicht vorhanden, trotzdem macht es uns beiden richtig Spaß.

Am Schluss kommt das eigentliche Highlight, die Abschlußwand. Letu meistert auch Diese mit Bravour, dann stehen wir am Ausstieg.

Nun müssen wir noch ein Geröllfeld durchqueren. Hier macht der Gang fast gleich viel Spaß wie der Klettersteig vorher. Weglos, aber nicht ohne Markierungen steigen wir fast gerade hinauf zur Sonnenspitze. Wer wohl all diese Steine hier verteilt hat…

Nur noch ein paar Minuten, dann haben wir den ersten Gipfel des Tages erreicht, die Sonnenspitze (2.639m). Wir setzen uns am Gipfel hin, viel los ist trotz des schönen Wetters nicht.

Wir sind recht durstig und haben fast keine Vorräte mehr, also beschließen wir, in der Glungezerhütte einzukehren. Diese ist nur 5 Minuten vom Sonnenspitzgipfel entfernt. Letu bekommt fürs brave Marschieren einen Kuchen, ich begnüge mich mit einem Isogetränk.

Nach der wohltuenden Pause nehmen wir noch rasch das Glungezerkreuz (2.660m) mit. Dieser nicht besonders schöne Gipfel, immerhin steht hier ein Betonklotz des österreichischen Bundesheeres, fesselt uns nicht lange. Ein kurzes Foto am Kreuz, dann gehen wir den Abstieg an.

Fast schon im Laufschritt geht es an der Hütte vorbei und durch das Geröllfeld weiter ins Tal, Richtung Schartenkogel. Unterwegs kommen wir an einem lustigen Tor vorbei, das hier irgendwie deplatziert wirkt.

Ein Blick ins Voldertal sagt mir, dass ich da auch bald wieder mal „reingehen“ muss. Im Hintergrund lacht der Olperer herüber

Die Aussicht ist fantastisch, egal wohin man schaut. Immer wieder bleiben wir stehen und schauen abwechselnd ins Oberland, Unterland, gen Süden zu den Gletscherriesen…

Schließlich erreichen wir das Tulfeinjöchl und kurz darauf den Schartenkogel. Hier pausieren wir noch einmal und genießen die Aussicht.

Die kleinen Wolken vom Vormittag haben sich fast verzogen, aber immer noch ist es relativ diesig. Der Blick auf Innsbruck ist trotzdem spektakulär.

Direkt am Gipfel des Schartenkogels steht eine Bank mit allen Gipfeln der näheren Umgebung. Ein kurzer Vergleich zeigt uns, dass wir Beide schon alle gezeigten Gipfel erstiegen haben. Letu will es aber nochmals wissen, und steigt in Sekundenschnelle über alle Gipfel.

Nun folgen wir dem Schartenkogelsteig, bei der Abzweigung zur Bergstation nehmen wir den Alternativweg, der uns ein Stück hinunter ins Voldertal führt.

Die Nachmittagssonne taucht mit ihren Strahlen die ganze Natur in ein warmes, herbstliches Licht, dazu kommen noch die wunderbaren Herbstfarben.

Der Steig scheint nicht so oft begangen zu sein, führt uns aber immer näher an Halsmarter. Nun wird Letu schön langsam müde, und ich muss ihn immer wieder motivieren. Wir spielen ein paar Buchstabenspiele und schon geht es wieder.

Am Weg kommen wir erst an der Stalsinsalm vorbei, dann noch bei der Hubertushütte.

Schlussendlich stehen wir bei der Mittelstation bei Halsmarter. Das ist nun auch Zeit geworden, viel länger hätte die Tour für Letu nicht mehr sein brauchen.

Wir hüpfen in die Gondel und fahren hinunter zum Parkplatz. Einen Sprung schauen wir noch im Larchenhittl vorbei, eine kleine Stärkung muss nach dieser Tour sein!

Eine tolle Tour, die uns beiden sehr gut gefallen hat. Diese müssen wir in irgendeiner Form wieder mal machen, sind wir uns einig.

Tourendaten
Gesamtlänge: 14,0 km
Gesamtdauer: 6:05 h
Höhenmeter: 1317 m