Archiv des Autors: Wisse

241103 Venedig III

Unser letzter Tag in Venedig startet wieder so, wie unser Urlaub begonnen hat. Mit wunderschönem Wetter. Wir frühstücken in der Unterkunft, unsere Rucksäcke können wir unter Tags dort lassen.
Über die noble Salisada S. Moise, mit allen namhaften Modelabels, erreichen wir abermals den Markusplatz.

An der Promenade entlang spazieren wir zum Landesteg eines Vaporettos. Wir wollen übersetzen nach San Giordio Maggiore. Wir wollen das ehemalige Benediktinerkloster anschauen. Außerdem ist dort aktuell eine Ausstellung von Helmut Newton, die mich sehr interessiert.

Direkt vom dem Markusplatz ankert heute ein Kriegsschiff der Italienischen Marine. Martialisch hat es sich direkt in den Vordergrund der Stadt gestellt.

Mit dem Vaporetto erreichen wir schon nach kurzer Zeit die Insel. zuerst schauen wir uns die riesige, aber irgendwie schlichte Kirche an. Wenig Pomp und Prunk ist hier sichtbar, ganz im Gegensatz zum Markusdom.

Nach der Besichtigung der Kirche steigen wir noch in den Kirchturm. Und diese Entscheidung erweist sich als Goldgriff. Die Aussicht vom Turm ist sensationell, speziell auf die Stadt und den Markusplatz.

Einzig das vorher erwähnte Kriegsschiff stört ein wenig, aber dennoch genießen wir die Aussicht und den überragenden Überblick.

Vom Turm erhält man einen guten Einblick auf das einst mächtige Kloster und auch über die Nachbarinsel Giudecca, die nur durch einen kurzen Kanal getrennt ist.

Die Insel ist zum Großteil in Privatbesitz und daher nicht zugänglich, dennoch gefällt uns der kurze Spaziergang hier sehr gut.

Die Ausstellung zu Helmut Newton, der eigentliche Grund des Inselbesuchs, ist toll, geteilt nach seinen Schaffensjahren und durch die Jahrzehnte, bekommt man einen guten Überblick über seine Arbeit. Viele bekannte Bilder sind ausgestellt, allerdings keine Originale!

Nach der Ausstellung treten wir ins Freie und werden Zeugen einer Segelregatta. Der Wind ist nicht besonders stark, daher schaut das Rennen nicht ganz so spektakulär aus, aber dennoch ein nicht alltäglicher Blick, zumindest für einen Alpenbewohner.

Wir setzen wieder über auf die Hauptinseln, die Fahrt über die Kanäle fasziniert mich jedes Mal wieder!

Bei Zattere steigen wir uns, die Sonne lacht vom Himmel. Daher beschließen wir, in einem Cafe noch einen „Aperol Spritz“ zu trinken… das wäre fast etwas zum sitzen bleiben…

Der Nachmittag ist angebrochen, wir müssen wieder retour zum Bahnhof. Zuerst holen wir unser Gepäck im Hotel, dann spazieren wir über verschlungene Pfade Richtung „Ferrovia“.

Wir queren den Canale Grande, kommen an schönen Plätzen vorbei und genießen das fast frühlingshafte Wetter.

Kurz vor dem Bahnhof müssen wir ein letztes Mal über den Kanal, dann sind wir angekommen. Ganz in der Nähe kaufen wir uns noch Reiseproviant, unser Zug wartet schon auf uns!

Wir fahren wieder mit einem der modernsten Railjets, zurück in die Heimat! Das war ein echt feiner Urlaub, gerne wieder in genau dieser Besetzung… 😁.

241102 Venedig II

Es ist Urlaub, daher schlafen wir erst mal aus. Anschließend frühstücken wir in der Stadt, einen schnellen Cappuccino und ein Cornetto… im stehen am Tresen. Sowas gefällt mir.
Heute steht die Biennale auf dem Programm. Dafür spazieren wir von der Unterkunft erst zum Markusplatz und an der Uferpromenade „Riva degli Schiavoni“ entlang.

Es ist heute nebelig, und die Stimmung ist total anders als am Tag zuvor. Es ist mystischer, geheimnisvoller, die Sichtweite nicht besonders, dafür konzentriert auf den nahen Umkreis…

Wir hören die Boote und Schiffe auf der Wasserstraße vor Giudecca. Erst nur hörbar, dann brechen die Konturen durch den Nebel und ermöglichen einen Blick auf

Wir stehen an der Promenade und bestaunen das wunderschöne Schauspiel der Touristen, Boote, Nebelfetzen und normalem Leben!

Nun sind wir fast am Arsenale angelangt, hier können wir nun direkt in die Ausstellungen der Biennale eintreten. Das heurige Motto ist „Foreigners Everywhere“

Ausstellungen von Künstlern aus aller Welt sind hier einsehbar, es ist es interessant. Nicht jedes Kunstwerk gefällt mir, aber ich sehe doch ein paar sehr interessante Stücke… „die ich mir schon ins Wohnzimmer hängen würde“…

Wir schauen uns die Ausstellungen Eine nach der Anderen in den einzelnen Werftgebäuden an. Es ist viel los und ich merke nach einiger Zeit, wie ich doch erschöpft werden.

Wir gehen ins Freie, und spazieren ein wenig auf dem Gelände des Arsenale. Früher einer der am strengsten bewachten Orte von Venedig. Hier wurden die Kriegsschiffe der Serenissima (Republik Venedig) gebaut und gewartet.

Gewaltige Anlagen und Hallen zeugen noch von dieser Zeit, wenngleich auch neuere Bereichte, unter Anderem von Napoleon hinzugefügt wurden. Dennoch kann man sich vorstellen, wie hier vor Hunderten von Jahren emsig gewerkt wurde… in einem der ältesten Industriekomplexe Europas.

Die Sonne versucht in mehreren Anläufen, den dicken nebel zu durchdringen, aber alle Versuche scheitern. Es bleibt neblig, kühl und sehr herbstlich.

Wir wandern noch weiter zu den Pavillons der Weltausstellung, heute auch Teil der Biennale. 1907 wurden hier die Ersten dieser berühmten Pavillons erbaut.

Das Areal ist ideal zum herumwandern, wir entdecken überall kleine und größere Details…

Schließlich verlassen wir das Arsenale wieder und spazieren durch die „Via Guiseppe Garibaldi“ und erreichen wieder die Promenade zum Markusplatz.

Durch ein Gewirr an Kanälen und kleinen Wegen lassen wir uns einfach treiben und saugen die Stimmung von Venedig in uns auf.

Ich bin schon öfter in dieser Stadt gewesen, aber noch nie hatte ich Nebel. Immer war der Sonnenschein und teilweise die Hitze vorwiegend.

Umso mehr gefällt mir die Stimmung im späten Herbst. Eine tolle Zeit für einen Besuch der Serenissima.

Über Umwege erreihen wir wieder unsere Unterkunft, wir rasten ein wenig. Früh legt sich die Dunkelheit über die Stadt.

Biggi hat für heute Abend einen Vorschlag: Wir gehen zum „Campo San Francesco“, sollten wir unterwegs ein nettes Restaurant finden, kehren wir ein.

Dunkelheit, Nebel und Venedig, diese Kombination ist schon fast kitschig schön. Manche Häuser sind kunstvoll beleuchtet, viele Gebäude allerdings auch dunkel.

Wir finden ein gemütlich ausschauendes Restaurant, leider sind die Plätze im Innenbereich schon voll. Aber wir können uns in den Außenbereich setzten. Nach kurzem Überlegen entschließen wir uns dazu…

Das Essen ist super, und es ist gar nicht so kalt, wie es wirkt. Wir genießen den Abend am Campo. Anschließend gehen wir wieder, ebenfalls an tollen, stimmigen Szenen zurück zum Hotel.

Wir nehmen nun einen recht direkten Weg zurück, über den „Campo Santa Maria Formosa“ kommen wir wieder in die Nähe unseres Hotels.

Dann suchen wir wieder den gefinkelten Eingang zum „Casa Petrarca“. Beim ersten Mal ist die Unterkunft gar nicht so einfach zu finden.

Wieder geht ein wunderbarer, ereignisreicher Tag zu Ende. Wir haben heute viel gesehen und getan, dementsprechend müde fallen wir schließlich ins Bett!

241101 Venedig I

Donnerstag, 31.10.2024

Ein verlängertes Wochenende, perfekt, um eine Kurzreise zu machen. Als Ziel haben wir, Biggi und ich, Venedig auserkoren. Da Biggi schon in Italien ist, treffen wir uns direkt in Venedig. Ich nehme den Zug von Innsbruck direkt nach Santa Lucia.
Leider ist der Bahnverkehr dieser Tage ein wenig mühsam, mit einer Stunde Verspätung fahre ich los…

Mit ziemlich genau dieser Zeitverschiebung erreiche ich das Ziel, Biggi ist schon da und erwartet mich am Bahnhof. Wir haben zwar das Mehrtagesticket für die „Vaporetti“, dennoch steht uns nach dem langen Sitzen der Sinn eher nach spazieren.

Unterwegs stoppen wir bei einem „Indischen Italiener“ und stillen unseren Hunger. Die Pizza ist OK, der Platz ganz nett… anschließend gehen wir weiter in Richtung „Markusplatz“.
Wir erreichen unsere Unterkunft, ganz in der Nähe gelegen. Der Self-Checkin, heute recht gängig, verläuft super, das Zimmer ist gut!

Freitag, 01.11.2024

Mit einem guten Frühstück starten wir in den Tag, anschließend wandern wir in die Stadt hinein. Es gibt hier so viel zu entdecken, wir lassen uns erst einmal einfach treiben.

Wir spazieren zum Markusplatz, mit Campanile, noch sind nicht viele Leute hier. Das wird sich in den nächsten Stunden und Tagen stark ändern.

Die Säule mit dem Venezianischen Löwen schauen wir uns genauer an. Vor kurzem stolperte ich über einen Bericht, der behauptete, dass der Löwe evtl. Chinesischen Ursprungs sein könnte. Und wahrlich, bei genauerer Betrachtung kann ich dieser Theorie wohl was abgewinnen.

Die in Venedig unvermeidbaren Gondeln schaukeln in den Wellen, das Wetter meint es gut mit uns und es ist richtig warm. Perfekt zum spazieren.

Die Seufzerbrücke, ein viel-fotografiertes Highlight in Venedig, lassen wir uns natürlich auch nicht entgehen. Unser weg führt uns aber weiter in Richtung Arsenale.

Überall entdecken wir Details, seien es die Wellen, die gegen die Kaimauern schlagen…

… oder nette Gassen, in denen die frisch gewaschene Wäsche auf langen Leinen trocknet.

Vom Arsenal nehmen wir ein Vapporetto zurück zum Markusplatz, wir haben hier noch was vor. Biggi hat uns Karten für den Markusdom mit Führung besorgt, ich bin schon sehr gespannt auf das Interieur.

Aber erst müssen wir zurück zum Markusplatz. Vorbei an der beeindruckenden „Seefront“ fahren wir am Dogenpalast vorbei und erreichen die Station „San Marco“, dort steigen wir aus.

Da wir noch ein wenig Zeit bis zur Führung haben, gehen wir weiter…

… und finden einen besonderen Platz. Biggi kennt sich sofort aus, vor kurzem hat sie diesen Platz in einer Doku über Venedig gesehen. Es handelt sich um einen der letzten Gondelbauer von Venedig. Und das Haus schaut nicht nur zufällig recht „Alpenländisch“ aus, die ersten Gondelbauer hier waren auch aus Norditalien!

Wir erreichen den Canale Grande, die „Prachtstraße“ von Venedig. im Hintergrund die mächtige „Basilica Santa Maria della Salute“.

Wir überqueren die Accademia-Brücke, eine der drei Brücken über den Canale Grande.

Nun sind wir wieder auf der „richtigen“ Seite, durch das Gassengewirr machen wir uns auf zum Markusplatz. Bei „Venice Tours“ melden wir uns an, nun sind wir bereit für die Führung.

Wir haben eine sehr feine Gruppe, sobald wir komplett sind, gehen wir zum Dom. Dort erklärt uns unser Guide die Gemälde der Fassade, wie Markus Reliquien nach Venedig kamen und was es mit der Legende auf sich hat.

Dann begeben wir uns in das Innere dieses Prachtbaus. Und ich muss gestehen, mir stockt der Atem. ich habe schon viele Kirchen gesehen, aber so prächtig sind die Kirchen selten. Überall sind kunstvollste Mosaike aufgebracht.

Diese erzählen Geschichten und Legenden von Venedig und dem Glauben. Über viele Jahre sind diese Kunstwerke entstanden, und auch immer wieder renoviert worden.

Die berühmten Pferde über dem Haupteingang, heute innen ausgestellt und durch Kopien ersetzt, sollen ursprünglich aus Konstantinopel stammen.

Wir haben Glück, die Sonne steht niedrig und verzaubert die goldenen Mosaike im Innenraum mit warmem Licht.

Wir begeben uns auf die Veranda des Doms, hier haben wir einen sehr guten Überblick über den Markusplatz, und sehen auch die (kopierten) Pferde!

Es sind mehr Leute am Platz als noch am Vormittag, aber immer noch kommt es mir nicht so überlaufen vor. Wir genießen den Ausblick und die letzten Sonnenstrahlen.

Langsam versinkt die Sonne hinter den Museo Correr, sobald die Sonne weg ist, wird es kühl.

Der Innenraum strahlt nun schon fast rötlich, die goldenen Mosaike strahlen richtiggehend.

Dann ist die Abenddämmerung da. Es geht schnell, die Lichter am Markusplatz werden eingeschaltet und die Stimmung ist plötzlich eine ganz andere!

Wir fahren wieder ein Stück mit dem Vapporetto, dann spazieren wir zurück zum Hotel. Nach einer kurzen Pause suchen wir uns ein nettes Lokal, Veronika vom Hotel hat uns ein paar gute Tipps gegeben.

Der Abend ist lau, wir genießen das Essen und später noch den Verdauungsspaziergang.

Der zweite Tag in dieser wunderschönen Stadt war super!

241027 Rossgumpenalm (1.330m)

Heute stehen der Simms-Wasserfall auf dem Programm. Wir fahren nach Holzgau, hier stellen wir unsere Autos, wohlgemerkt kostenfrei, ab. Dann spazieren wir in das Höhental. Die Holzgauer Hängebrücke, die wir am Schluss noch überschreiten werden, spannt sich schon über uns.

Das Tal ist recht schattig, aber die Temperaturen angenehm. So wandern wir den Forstweg entlang immer weiter ins Tal hinein.

Sogar die Kleinen marschieren fleißig mit, diese Wanderung ist im wahrsten Sinne für Groß und Klein.

Bald schon öffnet sich das Tal ein wenig, die Straße führt spektakulär an der Felswand entlang. Und im Hintergrund erkennen wir schon den Simms-Wasserfall.

Heute hat der Wasserfall nicht ganz so viel Wasser, aber immer noch ist dies ein imposantes Schauspiel. Seit Neuestem gibt es hier auch einen Klettersteig, der über den Wasserfall führt

Wir können auch eine Gruppe beobachten, die sich trotz Wintersperre auf den Weg gemacht hat. Da die Wintersperre hauptsächlich wegen der latenten Lawinengefahr ist, kann hier wohl mal ein Auge zugedrückt werden.

Unser Weg führt uns am Wasserfall und Klettersteig entlang weiter, wir bleiben allerdings auf der Forststraße.

Oberhalb der Fälle finden wir einen schönen Platz zum Verweilen, die Kinder sind schon ein wenig hungrig, perfekt zum Jausnen.
Letu hat „sicherheitshalber“ die Badehose mitgenommen und lässt es sich nicht entgehen, einen kurzen Dipp ins eiskalte Wasser zu machen.

Die Weicheier genießen derweilen die Jause in der Sonne, zu der sich Letu dann doch gerne auch dazu setzt.

Während die Familie hier an diesem Platz weiter rastet, beschließen Letu und ich, noch rasch zur Roßgumpenalm aufzusteigen. Vorbei am geschlossenen Cafe Ute wandern wir weiter talein.

Dieser Weg würde uns in der Verlängerung bis zum Krottenkopf, dem höchsten Gipfel der Allgäuer Alpen führen, aber für solch ein Abenteuer sind wir heute zu spät und auch zu schlecht ausgerüstet.

Wir kommen an ein paar kleinen Hütten vorbei, die jedoch nicht alle gut in Schuss sind. So manche Behausung wird wohl nicht mehr oft verwendet.

Der Weg führt immer weiter zur Alm, wir müssen auch ein paar Mal über Bäche steigen, die sich über den Forstweg ergießen.

Leute treffen wir fast keine, die Almensaison ist vorbei, die Gaststätten geschlossen. Daher reduziert sich der Ansturm auf ein Minimum.

Interessante geologische Formationen, tief eingeschnittene Täler mit Wasserläufen sind links und rechts zu beobachten.

Schließlich sehen wir die Roßgumpenalm, die hier auf einem schönen Boden, oberhalb von Wasserfällen thront.

Wir machen nur eine kurze Pause, trinken einen Schluck und machen uns wieder auf dem gleichen Weg zurück.

Nun sind schon ein paar Wolken aufgezogen, sofort merkt man, dass es ein wenig kühler wird. Da wir aber in Bewegung sind, ist das kein Problem.

Nochmals, nun von höherer Warte, sehen wir den Simms-Wasserfall, der sich hier einen imposanten Weg durch das Gestein gebrochen hat.

Die Hängebrücke ist wahrscheinlich das Highlight der ganzen Runde. Eine schaukelige Angelegenheit, die aber auch Spaß macht. Während wir flotten Schrittes über die Brücke gehen, sind andere Besucher sichtlich gefordert!

Ein tolles Konstrukt, und im Gegensatz zur Reuttener Highline 179 gänzlich kostenlos zu begehen. Das nenne ich mal eine feine Art, erst der Parkplatz, dann die Brücke… anderswo würde man wohl für Beides einen nicht so bescheidenen Obolus abgeben müssen.

Eine tolle Wanderung, endlich mal auf der Roßgumpenalm gewesen… für mich wieder ein gelungener Tag.

Tourendaten
Gesamtdauer: 1:58 h
Gesamtlänge: 8,45 km
Höhenmeter: ∆∇ 375 m

241026 Bitterlehütte

Die Herbstferien haben begonnen, wir nutzen die Zeit, dem Ausserfern einen Besuch abzustatten. Meine Schwester ist mir den Kindern auch da, so sind wir eine feine Truppe. Wir beschließen, den schönen Tag mit einem Besuch der Hütte zu krönen.
Während Mama, Maria und die Kinder das Auto zum Aufstieg nehmen, wollen Letu und ich den Weg zu Fuß gehen.

Vorbei am Hüttenmühlsee, wandern wir über das Benkat zum Säulingparkplatz. Über schöne Wiesen, kurze Waldstücke erreichen wir eben diesen.

Das Wetter ist heute ein Traum, es ist lau, nicht zu heiß, und die Sonne lacht vom Himmel. Ein besseres Wetter für´s Draußensein gibt es fast nicht.

Der Säuling lockt heute in wunderschönen Herbstfarben, aber das ist *leider* heute nicht unser Ziel. Wir steigen heute nicht so weit auf.

Über die Forststraße, der schnellste Zustieg, steigen wir immer weiter den Säulingfuß empor.

Die Buchenwälder hier strahlen in schönsten Herbstfarben, die Sonne, im Herbst herrlich, beleuchtet den Wald nur noch schöner.

Letu und ich genießen den wunderbaren Spaziergang, es gibt auch einiges zu besprechen. Die Skisaison hat in Letu´s Gedanken schon konkrete Formen angenommen…

Kurz vor der Hütte haben wir nochmals einen schönen Blick auf den imposanten Säulinggipfel. Heuer haben wir dem Haupt schon einen Besuch abgestattet.

Schließlich erreichen wir die Hütte. Die Mauer schaut jetzt wieder super aus, diese wurde ja auch heuer von uns neu aufgeschichtet. Es ist fein warm, während wir auf die Anderen warten, richten wir die Hütte her.

Beim Öffnen der Veranda purzeln uns schon die Fledermäuse entgegen, seit heuer kenne ich sogar die Art: Es sind Zwergfledermäuse, die es sich hier in den Ritzen gemütlich gemacht haben.

Bald sind alle auf der Hütte, nun wir erst mal Essen gekocht. Es gibt ein typisches Hüttenessen, Nudeln mit Tomatensauce… jedem schmeckt es, an der frischen Luft ist das Essen gleich doppelt so gut.

Wir verbringen den Nachmittag hier oben, ich mache die Hütte noch Winterfest, das Wasser wird abgelassen, die Sachen um die Hütte aufgeräumt. So kann der Winter nun kommen…

Am Abend schickt uns der Säuling nochmals einen feurigen Gruß, wunderschön leuchtet der Felsen mit den letzten Sonnerstrahlen.

Ein feiner Tag in größerer Runde, gemütlich und sehr entspannend. Auf der Hütte ist es immer fein!

241020 Rinner- und Aldranser Alm (1.511m)

Ein Tour „hinterm Haus“, so beschreibe ich diese Wanderung immer… dennoch war ich heuer nur ein einziges Mal hier oben, abgesehen von zwei Rodeltouren.
Heute, bei feinem Wetter, starten wir, Biggi und ich, von Rinn aus. Die Almen sollen noch offen sein… das kommt uns zupass.

Herbst ist auch immer Pilzsaison, und wortwörtlich, der Waldboden ist bedeckt von „Schwammerln“. Auch ein paar recht interessante Exemplare sind dabei, wie zum Beispiel der „Orangrote Becherling“

Der Aufstieg bis zur Rinner Alm führt hauptsächlich durch Wald, meist handelt es sich hierbei um Fichtenforst, mit dem für die Gegend typischen Moosböden.

Auf der Rinner Alm ist gar nicht so viel los, wie vermutet. Noch ist die Sonne nicht ganz hinter dem Berg hervor gekrochen, die Veranda liegt noch im Schatten. Wir wollen sowieso weiter auf die Aldranser Alm, daher machen wir nur eine kurze Trinkpause hinter der Hütte.

Im weiteren Verlauf entdecken wir ein totes Eichhörnchen auf dem Boden… es sieht aus, als ob es einfach umgefallen ist, keine Spuren eines äußeren Einflusses. Recht interessant, eines dieser putziger Dinger genauer betrachten zu können.
Die Schwarzfärbung ist übrigens nur eine Farbvariante. Die Schwarzen keine eigene Art zum kastanienbraunen Eichhörnchen

Unser weiterer Weg führt uns in Richtung Aldranser Alm, der Verbindungsweg führt ein Stück über eine Forststraße, hier ist einer meiner Lieblingsausblicke auf das Inntal.

Auf der Aldranser Alm kehren wir ein, die Sonne hat nun endlich den Patscherkofel überwunden, der tiefe Stand zu dieser Jahreszeit macht sich aber schon bemerkbar!

Nach einer feinen Pause in der Herbstsonne verlassen wir diesen schönen Platz und wandern über Waldwege wieder ins Tal

Es ist leicht föhnig, aber hier sind wir windgeschützt. Dennoch profitieren wir von den sehr angenehmen Temperaturen.

Unterwegs finden wir einen mobilen Hochsitz. Ein professionelles Gerät, in dieser Form von mir noch nie gesehen… das muss ich gleich ausprobieren.

Der Weg durch die Moosbeerstauden ist jedes Mal wieder faszinierend, das Licht heute noch dazu sehr schön.

Am Herztalbach entlang befindet sich ein schöner Fleck gleich in der Nähe des Frauenmarterls. Hier ist der Bach aufgestaut und hat schöne Becken gebildet.

Über den alten Aldranser Almenweg erreichen wir die Felder oberhalb der Starkensiedlung. Hier grast eine Herde Schafe, die sich wahrscheinlich von der Alm retour gekommen sind.

Über die Starkensiedlung, die zu Sistrans gehört, erreichen wir das Gewerbegebiet. Rasch erreichen wir das Zentrum von Aldrans und sind wieder zu Hause.

Ein gemütlicher Kaffee rundet die feine Wanderung ab, das Wetter haben wir heute sehr gut genutzt.

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:12 h
Gesamtlänge: 9.92 km
Höhenmeter: ∆ 608 m / ∇ 767 m

241019 Rosskar- und Schafkarsee (2.125m)

Es ist schon eine Weile her, dass ich mit meinem „Alten Herrn“ auf dem Weg war. Heute steht für uns zwei eine tolle Tour in den Lechtaler Alpen auf dem Programm. Am Vortag bin ich schon angereist, damit wir gleich in der Früh starten können, denn die Tage sind mittlerweile kurz genug.

In Gramais im Lechtal parken wir das Auto, leider ist hier an ein Anreisen mit Öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mal im Ansatz zu denken. Hier gibt es das einfach nicht… vom Dorf wandern wir südwestlich ins Tal des Roßkarbaches.

Schon von Beginn an sehen wir, dass hier gut Wasser vorhanden ist… überall, und im Besonderen am Talschluß sehen wir viele Wasserfälle.

Wir wandern über dem Bachbett, durch die Latschen immer weiter ins Tal hinein.

Teilweise ist der Weg durch die letzten Regenfälle lädiert, allerdings ist das hier nichts besonderes… im Gebirge verändern sich die Bedingungen im Laufe der Zeit… manchmal langsam, manchmal schneller.

Ein Blick zurück, wir sehen Gramais und das Sattele, das Papa und ich vor einigen Jahren schon auf dem Weg der Kogelseespitze passiert haben.

Faszinierend finde ich, und darauf wurde ich schon vorbereitet, die vielen Wasserfälle, die hier über die Felswände schießen.

Wir müssen die Felsen immer wieder umgehen, aber schlußendlich kommen wir auf der oberen Ebene an, vor uns liegt ein wohl ehemaliger See, der sich nun in ein Moor-ähnliches Gebilde verwandelt hat. Im Hintergrund sehen wir die zerklüftete Grüntalspitze.

In die entgegengesetzte Richtung liegt der Rosskarsee, majestätisch erheben sich darüber Rosskarspitze und Großstein.

Nur noch kurz, dann stehen wir vor dem Rosskarsee. Dieser liegt in einem wunderschönen Kessel, umrahmt von sehr beeindruckenden Bergen. Nachdem wir bei einer Pause die Gegend ein wenig genauer betrachten, debattieren wir, ob diese Gegend vor nicht allzu langer Zeit noch vergletschert war.

Unser weiterer Weg führt uns oberhalb der „Oberen Petschinger Böden“, unter der Großen Schafkarspitze auf teilweise ungutem Wege auf den Rücken des Hirschhals.

Ein paar ausgesetzte Stellen, die aber gut begehbar sind, müssen wir meistern. Bei Regen ist das wohl eine ganz andere Liga, aber heute, bei diesen Verhältnissen, da passt der Weg sehr gut.

Rückblickend sehen wir nochmals die vermuteten Schrämmspuren, im Kessel des Rosskarsees. Wie schon gesagt, einfach eine Vermutung… aber eine interessante Vermutung. Und schließlich erreichen wir die Ausläufer des Hirschhalses.

Der Weg von hier zum Schafkarsee schaut zwar weit aus, aber nach einer knappen 1/2 Stunde erreichen wir auch den zweiten und letzten See für heute…

Die Berge im Lechtal finde ich genauso faszinierend wie die Abgelegenheit oder auch Abbeschiedenheit. Heute sind wir noch niemandem auf der Wanderung begegnet.

Der Schafkarsee liegt auch wunderschön in einem Kessel, kommt allerdings von der Farbe her nicht an den Rosskarsee heran. Ein interessantes Details, hier waren wir im Winter schon mit den Skier

Auch an diesem See pausieren wir kurz, dann wandern wir den selben Weg zurück bis zum Hirschhals. Noch ein paar Meter den Hang hinab, dann sehen wir das Kreuz. Schon interessant, wenn das Kreuz unter einem liegt!

Vom Kreuz am Hirschhals haben wir einen tollen Ausblick auf Gramais und auf das Sattele, das wir 2021 begangen sind.

Ein Stück weiter vor an der Kante kann man fast die ganze Tour einsehen.

Nun geht es steil hinab durch lockeren Wald. Allerdings bleibt nicht viel Zeit zur Rundschau, der Weg ist echt steil und heute ein wenig rutschig. So vernichten wir in kürzester Zeit einige Höhenmeter…

Am Schluss erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt Gramais, das Dorfgasthaus hat leider Betriebsurlaub, also fahren wir zu Papa nach Hause und lassen dort die Tour ausklingen.
Später fahre ich mit dem Zug wieder zurück nach Innsbruck, ich möchte am Sonntag noch eine Tour anhängen, das Wetter soll ja wunderbar werden!

Tourendaten
Gesamtdauer: 5:56 h
Gesamtlänge: 14,48 km
Höhenmeter: ∆∇ 1.310 m

241016 Padauner Kogel (2.066m)

Heute habe ich mir frei genommen, um einen feinen Tag mit Biggi zu verbringen. Das Wetter ist zumindest trocken, und die Sonne lugt ab und zu zwischen den Föhnwolken hervor. Wir wollen heute dem Padauner Kogel einen Besuch abstatten.
Wir parken direkt in Padaun, oberhalb vom Gasthaus Steckholzer.

Zuerst müssen wir ein Stück über die Verbindungsstraße zum Brenner gehen, im Hintergrund können wir die aufgelassene Piste des Sattelbergs sehen. Übrigens ein sehr bekannter Skitourenberg, dem wir auch schon unsere Aufwartung gemacht hatten.

Beim Larchenhof zweigen wir von der Straße ab und folgend dem steilen Aufstieg auf den Padauner Kogel, Wegenummer 83.

Zuerst schreiten wir durch abwechselnd lichten und dichten Wald, vorbei an leider schon älteren Parasolpilzen, immer weiter in die Höhe.

Immer wieder öffnet sich der Wald, der Blick von diesem Berg ist sensationell. Richtung Südwesten sehen wir ins Obernbergtal, mit den mächtigen Tribulaunen im Hintergrund.

Im Osten schickt uns der Olperer seine Grüße entgegen, nun schon mit frischem Schnee eingedeckt.

Diese Aussicht konnten wir heuer schon ein paar Mal, aus verschiedenen Perspektiven genießen. Dennoch ist der Blick auf diesen mächtigen Berg immer wieder eine Pause wert.

Direkt im Süden sehen wir die Brennerschneise mit der aktuell heiß diskutieren Brennerautobahn, links davon der Wolfendorn, im blumigem Italienisch „Spina del Lupo“ genannt. Das klingt meiner Meinung nach schöner…

Der Weg auf den höchsten Punkt ist einfach, gemütlich, aber nicht langweilig. Besonders die oben genannte Aussicht macht etwas her. Auch im Frühjahr / Frühsommer ein lohnender Ausflug. Nicht umsonst ist der Padauner Kogel als einer der Blumenberge Tirols bekannt.

Je weiter wir hoch schreiten, desto besser wird die Rundumsicht. Im Süden sehen wir schon vermehrt Wolken aufziehen, noch hält das Wetter aber.

Über nun braune Matten erreichen wir schließlich den Gipfel des Padauner Kogels (2.066m).

Der Wind bläst uns um die Ohren, es ist frisch hier oben. Im Wald, ohne Wind, war es noch angenehm warm, nun muss die Windjacke her, ansonsten wird es ungemütlich.

Die Stimmung ist eigen, wie es bei Föhnlage üblich ist. Einmal schaut es nach Regen aus, in nächsten Moment scheint wieder die Sonne. Direkt am Gipfel ist es ungemütlich, ein paar Meter unterhalb, auf einer Bank, sitzen wir aber dann im Windschatten.

Hier genießen wir die Aussicht, bevor wir uns wieder aufmachen, und uns an den Abstieg machen.

Wir steigen über den Nordhang ab, vor uns liegt das Wipptal, die Aussicht reicht bis zum Patscherkofel und dem Karwendel. Die Sonne scheint nun immer wieder und bringt die ausgedehnten Lärchenwälder zum glühen.

Gerade im Herbst fällt auf, wie viele Lärchen hier im Wipptal auf den Berghängen wachsen. Nun, mit dem Herbstkleid fallen diese wunderschönen Bäume besonders auf.

Auf dem Weg nach unten sehen wir noch einen schönen Effekt der herbstlichen Entnadelung… überall liegen die Lärchennadeln und bedecken den Steig mit „Krippenheu“, wie ich die Nadeln auch nenne.

Schlussendlich erreichen wir wieder den Ausgangspunkt, das Gasthaus Steckholzer.

Schön gelegen und trotz der Abgelegenheit immer wieder gut besucht, beschließen auch wir, hier noch eine Einkehr zu machen.

Ein sehr gutes Mittagessen und Kaffee und Kuchen runden unsere Wanderung ab. Beim Weg zum Auto blicken wir noch einmal zurück auf den von hier kühlen Zacken des Padauner Kogels.

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:34 h
Gesamtlänge: 6,23 km
Höhenmeter: ∆∇ 519 m

240922 Hochmahdkopf (1.738m)

Gestern waren wir im Westen der Landeshauptstadt am Weg, heute ist der Osten dran, genauer gesagt, das Einzugsgebiet von Hall. Wir wollen auf den Hochmahdkopf, der 2014 durch einen dramatischen Waldbrand regionale Bekanntheit erlangte.

Vom Parkplatz, über die Zugangsbrücke über die Salzstraße erreichen wir den kleinen Pfad, der eine tolle Abkürzung auf dem Weg zum Hochmahdkopf darstellt. Auch die Forst- und im Winter Rodelstraße stellt eine, wenn auch unattraktivere Möglichkeit dar, auf den Steig zu gelangen.

Erst durch Fichten und Föhren, wird der Wald mit der Höhe schnell lichter und der Ausblick besser. Je offener das Gelände wird, desto mehr sieht man vom Schaden und den Erhaltungsmaßnahmen.

Ich mag den Herbst. Gerade wenn die ersten Gipfel ein Schneekleid tragen, die tieferen Lagen aber noch die spät-sommerlich/herbstliche Farben aufweisen, finde ich die farblichen Kontraste wunderschön. Ein azurblauer Himmel rundet solche Bilder noch ab.

Der Weg auf den Hochmahdkopf ist ziemlich direkt angelegt, das bedeutet, dass Verschnaufpausen eingelegt werden müssen, der Weg gönnt uns keine Erholung. Es ist sehr warm, aber nicht heiß. Die Pausen nutzen wir gerne, um den Blick ins Inntal schweifen zu lassen.

Dann heißt es wieder, rauf, rauf, rauf! Steil ist der Pfad angelegt. Der Vorteil davon, man verschenkt keine Höhenmeter, und mit jeder Umschau sind wir wieder überrascht, wie hoch wir schon gekommen sind.

Die Brandwunden sind verheilt, die Spuren allerdings überall sichtbar und spürbar. Im oberen Bereich liegt viel verdorrtes, bzw. verbranntes Krummholz: Latschen oder auch Legföhren genannt.

Vor Zeiten hatte ich hierzu einen interessanten Bericht gelesen, wie langsam diese Höhenlagen besiedelt werden, also wie lange es dauert, dass hier ein durchgängiger „Latschengürtel“ entsteht…

… tausende Jahre Besiedelungsdichte wurde hier durch eine Unachtsamkeit zerstört, vier Tage brannte der Berg, bis die Einsatzkräfte endlich das „Brand-Aus“ geben konnten.

Von hier haben wir einen guten Blick auf den Gnadenwald, Mils, den Haller Wiesen, aber auch auf Kellerjoch, Glungezer, sogar den Haneburger können wir gut ausmachen.

Schließlich erreichen wir den Kopf des Hochmahdkopfes, ein Gipfelkreuz und ein paar Bänke und Tische zieren den höchsten Punkt. So eine „Einladung“ lassen wir uns nicht entgehen, hier wird nun mal bei bester Rundumsicht „gejausnet“

Wir sind nicht alleine am Gipfel, so können wir einen Bergkameraden nötigen, von uns das obligatorisches Gipfelfoto zu schießen.

Nach ausgedehnter Jause und Pause entschließen wir uns, nach Sankt Magdalena ins Halltal abzusteigen. Diesen Kraftort besuchen wir immer gerne…

Im nord-seitig gelegenen Abstieg liegt immer noch der Schnee, obwohl die Höhe und die Temperaturen was anderes erwarten lassen würden. Wir sehen auch in den hinteren Bereich des Halltals, mit Lafatscher und Rosskopf!

Nach ein paar Querungen erreichen wir schließlich Sankt Magdalena im Halltal, das jederzeit einen Besuch wert ist. Heute ist ganz schön was los, dennoch kehren wir ein und genießen eine gutes Essen und die wohlverdiente Pause.

Vom ehemaligen Kloster wandern wir über den Fluchtsteig ins Tal, teilweise durch alte Buchenwälder, die Blätter am Boden liegen dick und unübersehbar.

Am Talanfang sehen wir die Hüttenspitze, die durch die Winklerwand sehr imposant aussieht. Und von der Winklerhütte (Alpensöhnehütte) wehen immer wieder Musik-Klangfetzen zu uns herüber… dort ist heute ein Festl!

Über den schönen Teil des Fluchtsteiges kommen wir immer näher zum Ausgangspunkt zurück.

Und hier, schlussendlich wieder am Start, haben wir unsere Runde fertiggestellt.

Es war eine tolle Wanderung. Das Halltal, da sind sich Biggi und ich einig, ist immer einen Besuch wert. Das Wetter war zwar nicht ganz so gut wie am Vortag, aber dennoch oder gerade deshalb perfekt zum Wandern.
Ich freue mich schon auf die nächste Tour… wohin uns diese auch treiben wird.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:33 h
Gesamtlänge: 9,40 km
Höhenmeter: △▽ 965 m

240921 Neue Magdeburger Hütte (1.633m)

Nach einem sonnigen, heißen Sommer sind nun die klassischen Wandertage im Herbst angebrochen. Das Wetter ist perfekt, aber es ist nicht mehr ganz so heiß.
Biggi und ich fahren mit der Mittenwaldbahn nach Hochzirl, heute steht die Neue Magdeburger Hütte auf dem Programm.

Vom Bahnhof starten wir direkt auf den Wanderweg, wir sind nicht alleine, hinter uns ist eine lautstarke Gruppe Bayern, die singen und johlen. Wir beschleunigen unseren Schritte für die ersten Meter, das brauchen wir nicht wirklich…

Schon bald haben wir die Krawallmacher abgehängt und die Stille der Berge umschließt uns. Das ist schon um einiges angenehmer. Dem Brunnensteig folgend erreichen wir die vielen kleinen Hütten und Ferienhäuschen am Hörbstenboden.

Wir folgen hier dem Steig zur Kirchberger Alm, durch wunderschöne Lärchenwälder wandern wir immer weiter ins Gebirge.

Bei der Alm begegnet uns eine kleine Gruppe, die uns überholt, während wir eine Trinkpause machen. Die Aussicht ins Inntal ist wunderschön, aber es braucht eine Weile, bis wir uns orientiert haben.

Weiter führt der Weg hinauf zur Neuen Magdeburger Hütte, die wir nach gut zwei Stunden. Es ist Zeit für eine Pause, wir bekommen einen sonnigen Platz auf der Terrasse, hier gefällt es uns.

Nach der Pause marschieren wir weiter, ein kurzer Check mit der Hüttenwirtin klingt nicht so positiv. Wir können den von uns geplanten Weg wegen Schneelage nicht durchführen, also müssen wir eine Alternative einschlagen. Eigentlich wollten wir durch die Kranebitter Klamm wieder nach Innsbruck absteigen, aber der „Krummer Steig“ sei nicht begehbar.

Von der Hütte müssen wir erst noch ein wenig nach Westen aufsteigen, dann sehen wir den Anfang der Klamm vor uns. Teilweise ist der Weg beschädigt, aber schon wieder gut eingetrampelt. Auffällig sind die vielen umgestürzten Bäume, die immer wieder umgegangen werden müssen.

Bald sehen wir den weiteren Weg, von Schnee weit und breit keine Spur. Daher beschließen wir, den Steig doch zu begehen. Unterwegs treffen wir eine Gruppe Frauen, die meinen, der Weg ist begehbar, aber teilweise abgerutscht. „Schaurige Stellen“ ist das Stichwort…

Dies sehen wir schon bald selber, aber dank Stahlseilen und Tritten ist das Übersteigen dieser Hindernisse kein Problem.

Der Blick aus der Klamm ist toll, im Blickfeld liegen Serles und Nockspitze.

An der „Nassen Wand“ wollten wir eigentlich in die Klamm absteigen, aber auch hier haben wir einen Tipp eines Einheimischen bekommen. Der meinte, er wäre gerade heraufgekommen und kann den Abstieg nicht empfehlen. Teile des Weges, der schon seit Jahren nicht mehr betreut wird, ist abgegangen, und kann nur kletternd bewältigt werden. Im Aufstieg vielleicht noch möglich, im Abstieg definitiv nicht empfehlenswert.

Daher ändern wir die Route nochmals und erwählen den Pfad zum Rauschbrunnen, auch das eine tolle Variante.

Die Kranebitter Klamm ist, obwohl so Nahe bei der Landeshauptstadt, ein wildes, wenig erschlossenes Gebiet. Es ist relativ ruhig hier!

Der Steig ist gut gewartet, aber teilweise recht schmal und ausgesetzt. Für uns ist das kein Problem, aber der Hinweis, „trittsicher“ zu sein, ist hier nicht Fehl am Platz.

Immer wieder sehen wir nun ins Inntal und auf Innsbruck. Im Hintergrund das Kellerjoch, dem wir vor ein paar Wochen unsere Aufwartung gemacht hatten!

Am Alpengasthof Rauschbrunnen machen wir nochmals eine Pause, wir verzehren erst unsere Jause, dann kehren wir ein und gönnen uns noch ein Getränk.

Der Weg vom Rauschbrunnen führt uns in Richtung Höttinger Bild, dem wir heute jedoch keine Aufwartung machen.

Weiter wandern wir auf direktem Wege nach Innsbruck, in den Stadtteil Hötting.

Hötting ist Eigens, zwar ein Teil der Stadt, aber es hat doch seinen dörflichen Charakter erhalten. Schon interessant, dass es den Dorfcharm so behalten konnte.

Von Innsbruck nehme ich den Bus nach Hause, Biggi legt noch einen Umweg ein. Später treffen wir uns noch zum Abendessen, es gibt gebackene Forelle, Kartoffel und Gemüse. Perfekt, um den Tag abzurunden.

Tourendaten
Gesamtdauer: 6:13 h
Gesamtlänge: 18,19 km
Höhenmeter: △ 1.002 m / ▽ 1.343 m