Und wieder steht eine schöne „After-Work-Tour“ auf den Schartenkogel auf dem Programm. Ich fahre mit dem Bus zur Talstation. An der Bushaltestelle treffe ich Paul, mit dem ich am Hirzer gewesen bin. Bei der Talstation muss er noch auf ein paar Leute warten, derweilen mache ich mich schon auf den Weg. Von Halsmarter steige ich rasch neben der Piste, im Pulk mit zig anderen Sportlern auf.
Das Wetter ist wunderbar, die Sonne lacht vom Himmel und es ist fast ein wenig lau.
Der Ausblick auf das Inntal ist wunderbar, wenn gleich die Fernsicht ein wenig getrübt ist. Gerade dieser lichte Nebel macht für mich den Reiz dieser Stimmung aus.
Ich nehme den linken Weg zum Schartenkogel, also nicht über die Piste, sondern ein wenig über flaches Skigelände.
Die Steigerei macht richtig Spaß, die Geschwindigkeit ist heute aber höher als sonst.
Über eine letzte Kuppe steigend, sehe ich nun auch mein Ziel, ein im heurigen Jahr schon mehrere Male besuchtes Gipfelkreuz, den Schartenkogel.
Die Aussicht vom Rücken auf das Skigebiet und besonders auf das Glungezermassiv ist beeindruckend. Die die Abendsonne tut den Rest dazu.
Am Gipfel sind schon ein paar Leute, unter anderem treffe ich wieder David (von letzter Woche). Mir ist kalt, ich ziehe mich rasch um, genieße den Sonnenuntergang. Dann fahre ich wieder ab. Mein Zeitfenster ist ein wenig beschränkt, ich muss zum Bus. Wie der Sausewind rausche ich die Piste hinunter, die Gondel kommt mir unglaublich langsam vor… was sie jedoch faktisch nicht ist. Im Tal habe ich nur noch Minuten, ich jogge mit den Tourenskischuhen zum Gemeindeplatz, und erreiche gerade noch den Bus. Wunderbar!
Was für eine schöne Tour das heute war, im Bus genieße ich die letzten Sonnenstrahlen, bevor sich die Sonne zur Nachtruhe begibt.
Tourendaten Gesamtlänge: 7,15 km Gesamtdauer: 1:10 h Höhenmeter: 771 m Lawinenwarnstufe: 3 (Triebschnee, Gleitschnee)
„Papa, wir müssen heute noch schnell auf die Rinner Alm“, meint Junior. „Auf dann“, sage ich, „aber heute mit Schneeschuhen“.
Die ersten Meter vom Parkplatz aus sind allerdings so dünn mit weißem Zauber bedeckt, dass die Schneeschuhe vorerst am Rucksack bleiben.
Schon bald wird die Schneedecke jedoch „schneeschuhtauglich“ und wir montieren die guten Stücke. Diese, speziell den Krallen geschuldet, erleichtern den ansonsten rutschigen Aufstieg ungemein.
Dazwischen nehmen wir die Gehhilfen für ein Stück ab, denn im dichteren Wald ist das gehen Ohne doch leichter.
Im oberen Drittel sind wir wieder froh, dass wir an die Schneeschuhe gedacht haben. Bis auf zwei Stellen ist die Aussicht auf das Inntal spärlich.
Schließlich erreichen wir die tief verschneite Rinner Alm, vor zwei Wochen noch sind wir nur auf den letzten Metern im Schnee gelaufen…
So schnell kann sich die Landschaft verändern. Bei der Hütte ziehen wir uns um, Nach einer ersten Weigerung von Letu werden militärische Seiten aufgezogen. Besser kurz kalt, als lange erkältet…
Letu testet im Anschluss noch die tief eingeschneite und ein wenig vereiste Schaukel, die er perfekt in Gang bringt.
Zu lange halten wir uns nicht auf, es ist kühl und wir können auch nicht richtig sitzen. Ein Schluck Tee wärmt uns, dann marschieren wir den selben Weg zurück ins Tal.
Runter läuft es sich nicht schlecht mit den großen Tellern an den Füßen. Es muss nur ein wenig lockerer Schnee vorhanden sein. Auf der harten Piste ist das Gehen eher unangenehm.
Dennoch müssen wir ein paar Mal auf die Forststraße ausweichen, aber am Straßenrand macht der Abstieg dennoch Spaß.
Bald erreichen wir den Eislaufplatz, ganz in der Nähe des Parkplatzes. Hier entledigen wir uns unserer Gehhilfen.
Die letzten Meter laufen wir dann auf der Straße zurück zum Auto. Unspektakuläre, aber schöne Runde. Hoffentlich bald wieder.
Tourendaten Gesamtlänge: 7,11 km Gesamtdauer: 3:05 h Höhenmeter: 555 m Lawinenwarnstufe: 1 (unterhalb Waldgrenze)
Nach dem Skifahren sind Letu und ich noch nicht ganz ausgelastet, daher wandern wir noch ein Stück ins Halltal. Die Schneeschuhe lassen wir zu Hause, weil so viel Schnee liegt nicht… wie wir uns da getäuscht haben.
Schon am Eingang beim Hackl sehen wir, dass hier genug Schnee liegt. Je höher wir kommen, desto besser wird die Schneehöhe… Sogar „Banklsitzen“ wird so zur Herausforderung…
Gott sei Dank ist unser Schuhwerk, wenngleich klobig und im Falle von Letu sogar noch ein wenig groß, den Unbilden des Schnees mehr als gewachsen.
Kurz vor dem Bettelwurfeck müssen wir einen frischen Lawinenkegel übersteigen. Es war zwar nur ein kleiner Rutscher, aber doch beeindruckend.
Schnell verlassen wir den Bereich, wenngleich die Gefahr wohl gebannt ist, denn „da oben“ dürfte nicht mehr viel Schnee in der Rinne liegen.
Auf der anderen Talseite lacht der Bettelwurf zu uns herunter. Dieser Bereich ist im Hochwinter ein gefürchteter Lawinenstrich, im Sommer rauschte so manche Mure in die Talsohle.
Am Bettelwurfeck wird die Straße extrem steil, eine Steigung von 32% ist hier angezeigt. Gerade im Sommer, mit dem Mountainbike, eine sportliche Herausforderung.
An Ende des Ecks, die Straße verläuft nun nach Westen, wird der Weg flacher und führt weiter Richtung Herrenhäuser und Bergwerksareal.
Ein Blick zurück zeigt mir meine geliebte Hüttenspitze, ein wenig versteckt sieht man auch die Wechselreise.
Vor uns, schon fast am Ziel, sehen wir das Kartellerjöchl, das dem Bergwerk direkt vorgelagert ist.
Nordseitig kann man die fast surreal wirkenden Plattentürme, der Sage nach versteinerte Knappen, daher auch im Volksmund „Steinerne Knappen“ genannt, bewundern. Geologisch gesehen sind diese Türmchen die letzten Reste einer Brecciedecke.
Kurz vor Erreichen von St. Magdalena überholen wir zwei ältere Herren. Am Berggasthaus angekommen treffen wir den Rest der lustigen Runde. Und sogar die Küche ist offen, so bekommen wir auch noch was zu trinken und einen Buchtel mit Vanillesauce.
Nach der Pause steigen wir den selben Weg ab, der Schnee im hinteren Halltal wird uns heuer wohl noch eine Weile begleiten.
Der Bergbach ist fast nicht sicht- und hörbar, der Schnee hat sich dämpfend über das normalerweise gurgelnde Wasser gelegt.
Unterwegs sehen wir immer wieder abgestellte Rodeln, die man bei St. Magdalena ausleihen kann. Leider geht es heute nicht zu rodeln, der Schnee ist zu pappig. Letu probiert es selber aus… und gibt nach kurzer Zeit auf.
Beim Trinkwasserstollen wird die Schneedecke wieder dünner, wir bleiben der Einfachheit halber auf der Salzstraße, den Fluchtsteig nehmen wir das nächste Mal. Bei den kühnen Felswänden tummeln sich ein paar Gämsen, die wir eine Zeitlang beobachten.
Beim Abstieg treffen wir wieder die Männertruppe vom Gasthaus, wir unterhalten uns ein wenig über das Halltal. Es dämmert schon, als wir den Parkplatz glücklich erreichen.
Tourendaten Gesamtlänge: 10,0 km Gesamtdauer: 3:26 h Höhenmeter: 537 m Lawinenwarnstufe: 2 (Gleitschnee unterhalb 2.000m)
Ein kurzes, letztes Aufbäumen des Winters bringt nochmals schönsten Pulver in unsere Lande. Da bietet sich ein Ausflug auf den Schartenkogel, direkt nach der Arbeit an. Mit dem Postbus fahre ich direkt von zu Hause (ohne Umsteigen) zum Skigebiet, mit der Gondel hinauf zur Mittelstation.
Die letzten Ski- und Snowboardfahrer rauschen die Piste hinunter, während ich mich leicht bekleidet die alte Pistentrasse hoch quäle.
Das Wort quälen verwende ich in Zusammenhang mit jeglichen Sportarten nur selten, aber die ehemalige Trasse des Schlepplifts hat es echt in sich. Mich wundert manchmal, dass wir zu Zeiten des Schleppers ohne Blessuren rauf gekommen sind.
Nur kurze flachere Stücke laden zum Verschnaufen ein, dann kommt der nächste Steilanstieg. Doch nach ca. 400 Höhenmeter erreiche ich die Bergstation der neuen Bahn und bin aus dem Gröbsten raus.
War das Wetter bis hier noch in Ordnung, ist nun eine Kombination aus Dämmerung, Wolken und Schneefall eingetreten. Die Sicht ist schlecht, teilweise kann die Aufstiegsspur nicht gesehen werden.
Trotzdem sind immer wieder wunderschöne Stellen zu bestaunen, das Zusammenspiel von Bäumchen, frischem Schnee und Felsen fasziniert mich hier am „Glungi“ immer wieder…
Kurz vor der Bergstation „Schartenkogellift“ holt ein einsamer Tourengeher zu mir auf. Welche Überraschung, es ist ein Arbeitskollege von mir… David. Wir gehen gemeinsam weiter, und bald erreichen wir das Ziel, das Gipfelkreuz des Schartenkogels (2.311m)
Es ist nicht nur bitterkalt, sondern auf windig. Eigentlich nichts Neues, in dieser Ecke, aber immer wieder aufs Neue „grausig“. Rasch ziehen wir uns um und fahren wieder ab.
Der Aufstieg war steil, aber gut. Der Aufenthalt am Gipfel wie üblich kalt, windig und nicht besonders einladend, dafür war die Abfahrt richtig lustig. Weicher, fluffiger Schnee versüßt mir den Abschluss der Tour.
Tourendaten Gesamtdauer: 1:40 h Gesamtlänge:7,77 km Höhenmeter: 803 m Lawinenwarnstufe: 3 (Triebschnee, Waldgrenze, alle Expo.)
Wer schon mal auf Figl gestanden ist, weiß, was das für ein Gelächter ist. Speziell für jene, die nicht auf den Figl´n stehen. Aber was sind Figl… das sollten zumindest die Tiroler kennen… Figl steht für Firn Gleiter, eine lustige Erfindung aus der Mitte des letzten Jahrhunderts.
Lange Rede, kurzer Sinn, Letu und ich machen uns bei sehr untypischen Figlverhältnissen zur Heiligwasserwiese auf, um unser „neues“ Spielzeug auszuprobieren. Und gleich vorweg… einfach ist anders… Letu macht auf jeden Fall die bessere Figur und deshalb sind keine Beweise meiner Fahrkunst sichtbar…
Wie man auf den Bildern sieht, handelt es sich um einfache Aluschienen mit einer Bindung drauf, die mittels Schnur gebunden wird.
Leider ist das Gefälle der Heiligwasserwiese nicht so groß, daher ist die Fahrerei noch ein wenig schwieriger.
Wir haben trotz des Wetters die größte Gaudi, die Teile sind „Fun Pur“, und werden sicher noch öfter im Einsatz sein.
Die ersten lauen Tage dieses Jahres locken uns auf die Hütte. Wir müssen mal Stand machen und schauen, was heuer alles zu tun ist… schlussendlich kommt allerdings alles wieder einmal ganz anders.
Mama ist als Hausherrin mitgekommen, die Sonne scheint noch auf die Terrasse, daher setzen wir uns gemütlich mit einem Kaffee raus.
Letu, wie immer ruhelos, hat den Drachen mitgenommen und versucht sein Glück als „Mini-Paragleiter“. Er hüpft immer wieder hoch in die Luft, ob das allerdings am Auftrieb des Schirms liegt, wage ich zu bezweifeln.
Papa ist mittlerweile auch noch zu uns gestoßen. Allerdings ist es nicht mehr ganz so angenehm, die Sonne ist hinter einen leichten Wolkenschleier verschwunden, die ersten Anzeichen des Wetterwechsels.
Sara macht ein kleines Lagerfeuer und setzt sich mit einem Buch in die Wiese. Mama und Papa verlassen uns nun, wir bleiben heute Nacht „heroben“. Letu und ich beschließen spontan, Mama ins Tal zu begleiten, während Papa mit dem Mountainbike abdampft.
Der Abstieg ist schnell erledigt, bald erreichen wir die weitläufige Säulingwiese. Beim Abzweiger ins „Benkat“ drehen Letu und ich um, wir müssen wieder rauf die Hütte.
Beim Aufstieg zeigt ein Blick über die Schulter die ersten Schneeschauer auf der anderen Talseite, über Gehrenspitze, Bärenfalle und Schlick.
Wir erreichen die Hütte, das Lagerfeuer ist mittlerweile aus und Sara hat sich in die Hütte zurückgezogen.
Wir spielen Karten und Mensch-Ärgere-Dich-Nicht, dann gibts Abendessen.
Spät schlafen wir ein, es ist kühl geworden. Im Ofen glühen die Kohlen, die braucht es heute…
In der Früh hat sich die Landschaft verändert, es ist über Nacht weiß geworden. Der Ofen ist kalt, aber nach kurzer Zeit knistert wieder ein schönes Feuer.
Als es halbwegs warm ist, kommen auch die Kleinen aus den Federn gekrochen und wir frühstücken gemeinsam.
Dann wird die Hütte noch aufgeräumt und unser Zeug gepackt. Immer wiederholende Routine, die gehört halt zum Aufenthalt dazu.
Der Schnee ist gut zu laufen, und wir müssen nicht weit gehen, denn wir sind gestern mit dem Auto hochgefahren. Die Abfahrt erfolgt unspektakulär und ohne Zwischenfälle.
Einen Einkehrschwung bei Mama rundet das gemütliche Wochenende auf der Hütte ab. Bis bald…
Das Wetter der nächsten Tage verheißt wieder weiße Pracht, ein der Jahreszeit nicht ungewöhnlicher Zauber. Heute jedoch locken die milden Temperaturen, gaukeln schon eine noch nicht ganz eröffnete Wandersaison vor.
Das Ziel, heute gut gangbar, ist die Aldranser Alm. Und einen neuen Mitstreiter habe ich auch gewonnen, Manni begleitet mich auf dieser Marsch.
Wir starten in Fagslung, einem kleinen Weiler von Aldrans. Von hier müssen wir erst ein Stück mit dem Forstweg vorlieb nehmen, bis wir den eigentlich Steig erreichen. Dieser führt dann, immer wieder die Forststraße kreuzend, relativ direkt Richtung Alm.
Im oberen Drittel der Wanderung müssen wir uns mit Schnee und Eis herumschlagen, eine Stelle, ein vereister Bach, erfordert höchste Konzentration…
Der letzte Teil ist steil und führt und fast aper hinauf zur Aldranser Alpe.
Dann stehen wir vor der gemütlichen Hütte. Hoffentlich auch bald wieder geöffnet, und wieder zu einer feinen Einkehr einladend.
Wir setzen uns auf die Westseite der Hütte, auf einen leckeren Trunk müssen wir nicht verzichten, denn irgendwie haben sich Dosen in den Rucksack verirrt und wollen jetzt konsumiert werden.
Das Wetter wechselt währenddessen dauern die „Gesichtsfarbe“… mal düster wie hier, dann wieder Sonnenschein…
… sogar kurzzeitige Schneeschauer sind dabei. Da möchte man fast meinen, das Wetter des Folgemonats sei am Werke.
Nach der gemütlichen Rast, die Dämmerung setzt nun ein, läuten wir den Abstieg ein.
Naturgemäß geht es runter viel schneller als rauf… dennoch ist Obacht, speziell bei den eisigen Stellen angeraten.
Im oberen Bereich des Anstieges, bzw. nun Abstieges, sind immer wieder längere Eis- und Schneeflächen zu passieren.
Obwohl teilweise Konzentration gefordert ist, sind wir natürlich nicht aus der Ruhe zu bringen und haben so manches Späßchen am laufen…
Als wir beim Parkplatz ankommen, ist es schon fast dunkel. Das Timing heute war perfekt, ein toller Auftakt in die neue Wandersaison.
Tourendaten Gesamtdauer: 2:50 h Gesamtlänge: 9,68 km Höhenmeter: 627 m
A schnelle Tour nach der Arbeit, da bietet sich die Rinner Alm geradezu an. Mit Junior starte ich direkt nach der Arbeit zuerst mit dem Auto nach Rinn, zum Parkplatz bei der Kirche.
Vom Parkplatz wandern wir ein paar Meter auf der Asphaltstraße, dann erreichen wir das Ende der Rodelbahn. Diese sind wir noch vor Kurzem runter gerauscht…
Es ist der Jahreszeit entsprechend kühl, aber im „Bergaufgang“ wird uns schon warm ums Herz und in den Muskeln und Fasern.
Dennoch, Sonne haben wir auf der Wanderung heute keine… und das läge nicht an einer Wolkendecke oder ähnlichem… nein, es liegt einzig an der Uhrzeit und auch der Hangausrichtung…
Der Rinner Alm Steig ist ein angenehm angelegter Steig, der bis auf eine steile Stelle eine moderaten Anstieg zur Alm erlaubt.
Im Sommer, besonders an heißen Tag eine empfehlenswerte Strecke, ist es hier im Winter relativ kühl, auch wenn im Tal schon die Frühjahresgefühle erwachen…
In der unteren Hälfte verläuft der Weg immer im dichten Wald, nur ein paar Schneisen erlauben einen schönen Rundblick, wie hier auf das Bettelwurfmassiv.
Trotz hoher und fordernder Geschwindigkeit ist Letu immer wieder für Späße zu haben, sei es ausgewachsene Bäume ausreißen, laufen, springen und sonstigen Schindluder.
Die Forststraße auf die Alm verläuft im feinen Zickzack den Berg hinauf, der Wanderpfad geht weniger Kompromisse ein, schnurstracks verläuft die Schneide den Wald hinauf. Und natürlich haben wir Zweitere gewählt…
Ungefähr ab der Hälfte wird das Vorhandensein von Schnee immer häufiger. Generell gut begehbar, offenbaren einzelne eisige Stellen einen tückischen Hinterhalt.
Mit offenem Auge für Rutschpartien, aber auch mit dem wunderbaren Farbenspiel am Horizont klimmen wir immer weiter nach oben.
Eine letzte, zugegeben mächtige Schneelandschaft müssen wir meistern…
… dann erreichen wir das lustige „Tor zur Alm“, wie ich es gerne betituliere.
Die Alm hat zu, es war nicht anders erwartet. Selbst in normalen Jahren wäre nun, ob der nicht-fahrbereiten Rodelbahn wohl kaum offen, noch unwahrscheinlicher unter der Woche…
In einer windstillen Ecke ziehen wir uns schnell um. Handschuhe, Kappe und wärmende Jacke sind nun angezeigt, als der Tag flux der Nacht den Platz überlässt.
Ehrfürchtig beobachten wir das tägliche Spiel am Horizont, da so gar nie langweilig wird.
Den ersten Teil des Abstiegs schaffen wir ohne Lampen, spätestens im Wald brauchen wir zur unfallfreien Orientierung ein zusätzliches Licht…
Gerade um die blanken Eisstellen zu erspähen, ist die Stirnlampe ein wahrlich rentables Werkzeug, das zwar fast immer im Rucksack schlummert, aber heute gute Dienste verrichtet.
Naturgemäß ist der Abstieg wesentlich schneller als der Aufstieg bewerkstelligt. Die Schrittgeschwindigkeit wird durch ein gewisses Unwohlsein von Letu im Wald, wohl der vielen unheimlichen Geräusche geschuldet, immer schneller. Und daher stehen wir schneller als erwartet wieder am Ausgangspunkt…
Eine gemütliche Feierabendrunde, die wir heuer hoffentlich noch öfter nach der Arbeit / der Schule absolvieren können.
Tourendaten Gesamtlänge: 5,16 km Gesamtdauer: 1:42 h Höhenmeter: 503 m
Da sich heute aus familiären Gründen keine Skitour ausgegangen ist, habe ich beschlossen, die Bergschuhe auszupacken, die Zeit zu nutzen und ins Halltal zu wandern.
Ein wunderschöner Morgen, es ist ja immerhin schon 9:30 Uhr, öffnet mir den Weg vom Hackl hinein ins Halltal. Wo es geht vermeide ich die Asphaltstraße und laufe auf dem Steig.
So erreiche ich zügig den Trinkwasserstollen vor dem Bettelwurfeck. Überraschend aper ist es hier, der Lenz zieht dem Winter im vorderen Tal schon die Zähne.
Am Fluchtsteig sieht man die Spuren des Winters, überall liegt Schutt und manchmal auch größere Steine auf dem Pfad.
Der Fluchtsteig ist im ersten Teil nordöstlich ausgerichtet, und nur dank der relativ niedrigen Höhe vom Schnee entledigt. Teilweise, an Stellen ohne jeglichem Sonnenkontakt, liegen ein paar sulzige Schneefelder.
Ich wollte ja schon viele Malen den Weg durch das Eibental gehen, heute erfülle ich mir mein Wunsch. Steil zieht der Pfad vom Fluchtsteig hinauf. Obwohl ich mir dachte, es wäre hier wohl ruhig, werde ich von zwei „Läufern“ überholt.
Ich gehe mein stetes Tempo, mittlerweile mit T-Shirt und zur kurzen Hose umfunktionieren Beinkleid. Die beiden Burschen habe ich bald wieder geschnupft. In weiterer Folge werde ich allerdings auch wieder überholt. Ich beobachte lieber die gar nicht scheuen Gämsen…
Schließlich erreiche ich den Scheitel und die Sicht öffnet sich auf das Halltal.
Am Weg plätschert ein kleines Brünnlein, ich wundere mich, dass überhaupt Wasser fließt. Vor mir eröffnet sich ein wunderschöner Blick auf den Roßkopf, Großen und Kleinen Lafatscher.
Nun verläuft der Pfad ein gutes Stück flach, bis ich schließlich, fast ein wenig unverhofft, vor St. Magdalena stehe…
Das ehemalige Kloster fasziniert mich jedes Mal wieder, die Lage ist einfach einmalig. Heutzutage ist hier eine Wirtschaft untergebracht, die heute sogar Corona-konform geöffnet hat.
Ich will allerdings erst noch zu den Herrenhäusern weitergehen. Ab der zweiten Ladhütte, so sagt man, setzt im Frühjahr immer noch der Schnee ein… und ich kann das nur bestätigen…
Ich wandere an den Zeugen des ehemaligen Salzbergbaus vorbei. Vor kurzem hatte ich auch das sehr schöne Buch „tiroler SALZ“ geschenkt bekommen, mit vielen Informationen dieser langsam vergessenen Zeit.
Nach zwei weiteren Kehren sehe ich auch schon das Zentrum des Bergbaus hier im Halltal, die Herrenhäuser.
Leider muss ich feststellen, dass der Zustand der Gebäude mit jedem Jahr schlechter wird. Zumindest der Teil, in dem sich das Knappenhäusl befindet, macht einen guten Eindruck.
Das Herrenhaus mit dem Lawinenschaden von 1999 ist dagegen nicht mehr so toll in Schuss. Es wäre wünschenswert, wenn hier eine Einigung über die Zukunft der Gebäude gefunden werden würde… um diesen ältesten Industriebetrieb Tirols für die Nachwelt zu erhalten… gerade in Zeiten der großen Traditionspflege wäre es wichtig so ein bedeutendes Gebäude zu schützen.
Der Blick gegen das Inntal offenbart die Hüttensitze, von hier ein wunderschön geformter Berg, vom Inntal fast nicht erkennbar im Schatten seiner größeren Brüder und Schwestern, Fallbachkarspitze, Fürleg und Walderkampspitze.
Ich gehe fast den gleichen weg wieder retour, bei St. Magdalena kehre ich ein und gönne mir eine Stärkung, Sankt Johanner mit Brot! Die Kapelle lasse ich natürlich auch nicht aus… Anschließend wandere ich durch den schönen Buchenwald zum Bettelwurfeck.
Den Schnee lasse ich beim Bettelwurfeck hinter mir, auch ein Skitourengeher, der vom Hafelekar gekommen ist, verstaut hier seine Tourenausrüstung.
Der Wechsel von hinteren ins vordere Halltal ist unglaublich und auch wunderschön… von tiefsten Schnee ins Frühjahr, und das auf wenigen Kilometern.
Eine stimmige Tour, bestimmt bin ich hier heuer wieder öfter am Weg. Und ich gebe es unverhohlen zu, ich freue mich schon wieder auf die Wander- und Bergsteigerzeit.
Tourendaten Gesamtlänge: 11,55 km Gesamtdauer: 2:50 h Höhenmeter: 767 m Lawinenwarnstufe: 1 (unter 2000m, Triebschnee NW, N, NO)
Es gibt Touren, da geben sich der Zufall und Fortuna die Hand und heraus kommt so was wie heute… Wolfi und ich haben ausgemacht, eine gemütliche Firntour auf den Leitnerberg zu machen. Als wir dort ankommen, stellen wir fest, dass die ersten 100 Höhenmeter kein Schnee mehr liegt. Nach kurzer Beratung fahren wir weiter ins hintere Obernbergtal zum Gastaus Waldesruh. Die Alternativroute führt auf die Rötenspitze…
Vom Parkplatz folgen wir erst einer eisigen, aber durchgängigen Schneebahn flach ansteigend zur Lärchenwälder. Schon bald kommt die Sonne raus und taucht die Landschaft in schönstes Licht.
Der Aufstieg über die Forststraße ist angenehm zum Aufwärmen, nach ein paar Kehren erreichen wir die kleine Kastenalm. Hier erkenne ich das erste Mal, wie viel Schnee hier noch liegt, trotz der letztens hohen Temperaturen.
Bei der Kastenalm zweigt der Weg nun ins Gelände ab, wir entledigen uns unserer Jacken, denn in der Sonne ist es jetzt schon angenehm warm.
Bald über der Alm erreichen wir schönen Skihänge, die von der Rötenspitze herunter ziehen. Die Vorfreude ist bei diesem Anblick groß, der Weg allerdings auch noch lang.
Mit jedem Höhenmeter wird das Panorama besser, im Obernberger Talschluss sehen wir einige bekannte Ski- und Kletterberge.
Den Kamm nach Nordosten schauend sehen wir den Leitner- und Eggerberg, zwei weitere einfache, aber lohnende Skiberge, wenn denn genug Schnee liegt.
Zivilisationsspuren vom Almsommer sind iimmer wieder zu sehen, ein Stück müssen wir an einem Zaun entlanglaufen, das müssen wir für die Abfahren merken und ein wenig Acht geben.
Im Talschluß liegt der Obernbergersee, dahinter Grubenkopf, Geierkragen, Hoher Lorenzen, und ein wenig vorgelagert die Allerleigrubenspitze.
Der Weg wird nun steiler, der Schnee ist noch recht hart, daher muss ich die Ski schön aufsetzen, um das kraftraubende Rutschen zu vermeiden.
Kurz vor einem steileren Stück montiere ich dann doch die Harscheisen, damit ist das gehen dann um einiges leichter und angenehmer.
Die Spur ist schön angelegt, hier passt alles, auch die Steigung, dennoch ist das Gelände jetzt so steil, dass wir Spitzkehren machen müssen. Eine wunderbare Übung…
Hinter einer der letzten Kuppen erblicken wir schließlich den Gipfelhang. Hier zieht nochmals eine steile Spur im Zickzack empor, die wir noch meistern müssen.
Kurz vor dem Gipfel ist fast kein Schnee mehr, die Ski kommen bei mir auf den Rucksack und die letzten Peter gehe ich zu Fuß empor. Wolfi ist da schon härter, er geht auch den letzten Meter mit Ski zum höchsten Punkt.
Hier machen wir nun eine Pause. Erst fast alleine, füllt sich das Gipfelplateau innerhalb weniger Minuten… woher kommen die ganzen Leute, frage ich mich.
Aber die Ansammlung ist nicht störend, wir genießen unsere Brotzeit und die Aussicht auf die wunderschöne Bergwelt. Prominent lacht im Südosten der Olperer mit Fußstein und Kraxentrager zu uns herüber. Die Aussicht ist heute phänomenal, keine Wolke oder Schliere beeinträchtigt die Sicht.
Dann scheint die Zeit für die Abfahrt gekommen zu sein, der Schnee „firnt auf“, wir ziehen uns an und dann sausen wir den ersten Hang hinunter. Wir wollen ja den richtigen Zeitpunkt nicht missen…
… doch was ist das? Der Schnee ist noch pickelhart, gut zu fahren zwar, aber wir wollen Firn. Also machen wir nochmals eine kurze Pause und lassen eine Viertelstunde vergehen. In der Sonne lässt es sich schon aushalten.
Der zweite Versuch ist nun schon um einiges besser, der Schnee ist weich und wir können ein paar schöne Bögen ziehen.
Ein paar der tiefen Spuren vom Vortag sind noch hart gefroren und bringen mich das eine oder andere Mal aus dem Konzept. Aber die Fahrt macht einfach nur Spaß…
Im Mittelteil stellen wir zwei Nassschneelawinen vom Vortag fest, da wollen wir aber gar nicht hin, zu Steil wäre das Gelände dort…
Hänge mit feinem Firn lassen uns jubeln. So sollte wohl jeder Skitag sein.
Das beste Stück finden wir im lichten Lärchenwald. Unverspurter Schnee mit einer butterweichen Firnauflage, wunderbar!
Als Belohnung müssen wir nun ein paar Höhenmeter zu Fuß rauf laufen zur Kastneralm, aber das hat sich auf jeden Fall gelohnt! Die Abfahrt war der Hammer.
Direkt oberhalb der Kastenalm erreichen wir den Forstweg, der uns nun nach unten bringt. Hier im Wald scheint selten die Sonne, daher ist der Weg auch richtig hart.
Erst kurz vor dem Parkplatz wird der Schnee nochmals weicher.
Wir haben unser (nicht geplantes) Ziel erreicht, dafür haben wir uns ein Bier verdient… Beim Gasthaus Waldesruh gibt es Coronaüblich Take-Away. Glücklich setzen wir uns in die wärmende Sonne und quatschen über Gott und die Welt. Eine wunderbare Tour mit toller Gesellschaft. Mögen noch viele solche Ausflüge kommen!
Tourendaten Gesamtlänge: 12,21 km Gesamtdauer: 4:26 h Höhenmeter: 1.074 m Lawinenwarnstufe: 2 (Vormittags: Gleitschnee)