Archiv des Autors: Wisse

200517 Kartellerjöchl (1.731m)

Wieder einmal zieht es Letu und mich, ins Halltal, Heute steht das Kartellerjöchl auf dem „Speiseplan“, ein im hinteren Halltal aufragender Felsblock, der das Tal teilt. Südlich davon verläuft das Halltal, nördlich liegt der Issboden.
Wir beginnen unsere Wanderung beim Hackl, wie jedes Mal. Heute ist jedoch richtig was los, nur mit Müh und Not bekommen wir einen Parkplatz. Abweichend zu sonst, nehmen wir heute die Asphaltstraße bis zur Ochsenbrücke, immer ganz nahe beim Weißenbach.

Vorbei kommen wir natürlich auch bei der mächtigen Bettelwurfreise, die immer einen Gefahr für das Halltal darstellte und immer noch darstellt. Der Sage nach handelt es sich hier um den Bettelwurfgeist, der unsichtbar in den Felswänden des Halltals geistert. Im Winter tritt er Staublawinen los, im Sommer löst er Muren vom brüchigen Gestein. An warmen Föhntagen kann man sein Heulen und Toben aus den Klüften der Felsen hören.

Ab dem Bettelwurfeck öffnet sich das Tal wieder, Buchen mit frischem Laub säumen den Weg, der Frühling hat es auch ins Halltal geschafft. Bald erreichen wir die Herrenhäuser, die Hauptattraktion des aufgelassenen Bergbaus. Spuren gibt es allerdings noch wesentlich mehr. Im Hintergrund sehen wir schon das Kartellerjöchl.

Die Bedeutung des Halltals kann man heute nur noch erahnen, leider wird meiner Meinung nach dieses bedeutende Erbe Tirols nicht genug gewürdigt. Das ehrwürdige Herrenhaus ist mittlerweile in einem erbärmlichen Zustand und es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis hier ein Unglück passieren wird.

Vorbei an den Herrenhäusern steigen wir höher auf der ehemaligen Werkstraße. Immer wieder stoßen wir auf Überbleibsel vom Bergbau.

Wobei man mit dieser Aussage Vorsicht walten lassen muss. Obwohl der aktive Bergbau nicht mehr vorangetrieben wird, ist der Haller Salzberg nach wie vor aktiv und muss gewartet werden. Ein Laugwerk kann nicht einfach stillgelegt werden…

Fast am höchsten Punkt, dem Wasserberg, finden wir wunderschön aufgeschichtete Lawinenschutzbauten, die im 19. Jahrhundert angelegt worden sind.

Das letzte, und in meinen Augen schönste Gebäude, von dem ich jedoch keinen Namen weiß, ist auf diesem Bilde zu sehen. Noch stehen die meisten Bauten, aber der Zahn der Zeit nagt fest daran…

Schlussendlich erreichen wir das Kartellerjöchl, mit einer wunderschönen Aussicht auf das Halltal. Und ein kleiner, unscheinbarer Fels wird von uns auch näher betrachtet. Der Gamskogel. Auf den müssen wir mal rauf, beschließen wir spontan. Heute nicht, denn wir haben kein Seil dabei, und eine seilfreie Begehung ist mir mit Junior zu riskant.

Auch beim Rückweg kommen wir an verschiedenen Stollen vorbei. Das ganze Ausmass der Anlage kann hier erahnt werden. Es wurden ja zig Kilometer Stollen in den Berg gehauen…

Hier im Bild sieht man gut das Resultat der Schadlawine von 1999, ein Teil des Herrenhauses wurde weggerissen und nur notdürftig repariert.

Ein Besuch im Halltal darf nicht ohne Einkehr bei Sankt Magdalena abgeschlossen werden. Nun, da die Hütten zaghaft aufsperren, gönnen wir uns eine Erfrischung. Der Erdbeerkuchen ist ein Gedicht.

Der weitere Weg führt nun wie gewohnt, aber nie langweilig, von Sankt Magdalena…

… über Buchenwälder…

… und den spektakulären Fluchtsteig…

… hinaus in die Zivilisation, zum Hackl. Ein letztes Blick zurück ins Halltal…

… wir kommen gewiss bald wieder!

Tourendaten
Gesamtlänge: 16,43 km
Gesamtdauer: 4:16 h
Höhenmeter: 1000 hm (auf den Meter genau…)

200516 Heiligwasserrunde

Wochenende ist Wanderzeit, auch wenn das Wetter mal nicht so gut ist. Letu und ich beschließen, einen neuen Weg rund um Heiligwasser auszuprobieren. Wir starten vom großen Parkplatz an der Forststraße zu Heiligwasser. Wir wandern aber von hier gen Süden, Richtung Brenner.

Am Waldrand entlang erreichen wir nach kurzer Zeit Patsch, hier zweigen wir in den Wald ab. Beim Gstill steilt der Weg auf und macht eine scharfe Biegung gegen Norden. Auf einer Forststraße erreichen wir bald Heilgwasser. Das Gasthaus ist offen, aber wir kehren nicht ein. Wir besuchen die Kirche, eine kurze Andacht, dann wandern wir weiter.

Das Wetter ist heute nicht so sonnig, trotzdem ist es relativ warm. Und es herrscht eine fast schon mystische Stimmung in dem wunderschönen Wald um den Wallfahrtort. Immer wieder bleiben wir im Wald stehen und genießen das Spiel des Nebels im Wald.

Nachdem wir die Hälfte der Runde geschafft haben, fängt es einmal leicht zu tröpfeln an. Es dauert nicht lange, wir werden auch fast nicht nass. Trotzdem bildet sich ein weiterer Hingucker aus… schöne Wassertropfen auf den Pflanzen, die wie kleine Kristalle glänzen.

Runter geht es dann zum Teil über die uns schon bekannte Steinerne Stiege, dann erreichen wir wieder eine Forststraße, die uns vorbei an so mancher Kuriosität zur Olympischen Rodelbahn Igls bringt.

Beim Starthaus der Bobbahn machen wir eine kurze Pause, Letu jubelt den vertuellen Fahrern zu! Dann gehen wir über den Speckbacherweg zurück zum Ausgangspunkt. Eine schöne Wanderung mit mystischer Stimmung.

Tourendaten
Gesamtdauer: 1:50 h
Gesamtlänge: 6,52 km
Höhenmeter: 299 hm

200502 Aldranser Alm (1.511m)

Ein wenig Regen, ein wenig Sonne, das Wetter hat sich endlich auf den April besonnen. Zum Glück ist es nicht kalt, daher steht unser Beschluß fest: Heute wirds die Aldranser Alm. Sara beschließt, heute auch mitzugehen.
Wir starten in der Aste, einem Ortsteil von Aldrans unsere Wanderung

Die ersten Meter sind relativ fad über eine Asphaltstraße, wir erreichen den Wasserbehälter und bald danach einen schönen Schafstall. Ab hier sind wir auf einem Schotterweg unterwegs, das schon viel angenehmer ist.

Nach einer Weile zweigen wir in den Wald ab, und suchen uns einen alternativen Weg hinauf zur Alm. Es sind hier so viele Wege, einige davon auch Downhill-Pisten, daß man sein Ziel eigentlich nicht verfehlen kann.

Steil zieht der Weg durch den Wald, Sara hat schon fast die Lust verloren, als wir endlich die Alm erreichen. Wir schon erwartet, die die Hütte geschlossen, aber ein paar Handwerker legen gerade noch Hand an. In zwei Wochen soll Eröffnung sein, um genauer zu sein, am 15. Mai. 2020… heuer mit neuer Pächterin! Wir sind schon gespannt…

Auf der Alm wird als Erstes richtig gut gebrotzeitet, wir haben heute alles dabei. Nach diesem Aufstieg schmeckt die Jause zweimal so gut. Dann genießen wir noch kurz die Aussicht. Leider ist es nicht so gemütlich, daher brechen wir brechen wir bald wieder auf…

Wir nehmen anfangs den selben Weg retour ins Tal, nur ganz am Schluss probieren wir einen „neuen“ Pfad. Dieser führt uns erst ein wenig in die Irre, trotzdem gefällt uns der Steig sehr gut… auch wenn es manchmal extrem steil ist.

Immer wieder kreuzen wir eine Forststraße, um gleich wieder im dichten Wald zu verschwinden. Verlaufen kann man sich defakto hier nicht, daher lassen wir uns auf das kleine „Experiment“ ein, wer weiß, welch schönen Weg wir noch finden.

Den Kindern machts Spaß, mir auch…

Schlußendlich erreichen wir wieder die Wasserfassung und die wunderschönen Frühlingswiesen.

Ein kleines Bächlein teilt die Wiesen. Letu kann nicht wiederstehen und muss seine Füsse reinhängen. Lange bleibt er nicht stehen, schnell ist er wieder aus dem eisekalten Wasser herausgesprungen. Zufrieden und heute auch überglücklich, den Weg geschafft zu haben, erreichen wir wieder das Auto.

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:15 h
Gesamtlänge: 9,91 km
Höhenmeter: 713 hm

200501 Arztalalm (1.900m)

Letu und ich brauchen schon wieder ein wenig Bewegung, da bietet sich das Arztal an, das uns schon mit so manch schöner Wanderung beglückt hat. Heute wollen wir den Weg am Falkasanerbach entlanggehen, der uns in angenehmer Steigung auf die Alm bringen soll.

Los gehts beim Parkplatz Hinterlarcher, von dort erreichen wir auch den namensgebenden Hof. Die Besitzer sitzen mit Zipfelmütze im Garten, man merkt sofort, daß hier im Arztal der Jahreskreislauf „anders“ läuft. Noch viel frischer ist hier die Luft, wir befinden uns immerhin auf 1.380 m.

Gleich hinter dem Bauernhof startet die Forststraße auf die Arztalalm, die auch gut mit dem Moutainbike zu bewerkstelligen ist. Das habe ich mir auf jeden Fall schon für den Sommer vorgenommen!

Vorbei an so manch schöner Hütte, die Rosenjochhütte ist hier besonders zu erwähnen, erreichen wir bald die waldfreien Regionen kurz vor der Alm. Ein besonderer Platz auf dem Weg ist eine Überquerung von zwei älteren Brücken, die sich abenteuerlich über ein kleines Bächlein spannen.

Kurz vor der Arztalalm erreichen wir auch die letzten Schneereste des Winters, die hier perdu nicht weg gehen wollen. Aber auch hier, im schroffen Arztal wird der Winter nicht mehr lange bleiben können.

Über eine Kuppe steigend sehen wir endlich die Alm, ein großes Solarpanel als „Eyecatcher“ prominent davorgelagert.

Doch bevor wir uns hier kurz zur Rast setzen können, müssen wir noch das Bödele vor der Alm queren, und das hat noch eine kleine Überraschung parat. Schneebedeckte Brücken, relativ rutschig, müssen noch gequert werden. Nachdem das letzte Hindernis bewältigt ist, erreichen wir die Alm.

Eine kurze Pause gönnen wir uns auf der Terasse, aber lange wollen wir heute hier nicht bleiben, denn es ist noch recht kühl.

Für den Weg retour wählen wir den Aufstiegsweg. Wie immer, wenn man einen Weg in die entgegengesetzte Richtung geht, entdeckt man interessante Plätze, die beim Aufstieg verborgen geblieben sind.

Viel zu schnell erreichen wir wieder den Ausgangspunkt. Eine feine Wanderung, die ich bei höheren Temperaturen sicher nochmals machen möchte. Ausserdem gibt es in der Nähe die Hinterlarcher Mühle, die im Sommer an Freitagen einen Schaubetrieb hat. Sicher eine interessante Geschichte.

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:45 h
Gesamtlänge: 8,54 km
Höhenmeter: 570 hm

200430 Rinner Alm (1.394m)

Nach einem recht inaktiven Tag im Homeoffice und in der Homeschool denken sich Letu und ich, es muss noch ein kleiner Ausflug in die Natur sein. Schnell ist ein Ziel auserkoren, wir wollen auf die Rinner Alm. Weil: Wir müssen nicht weit fahren und es ist auch nicht ganz so weit hinauf.

Wir parken nicht am kostenpflichtigen Wandererparkplatz, sondern direkt im Ort. Dort müssen wir zwar ein paar Höhenmeter mehr machen, aber das schadet nicht. Von dort müssen wir ein Stück auf der Asphaltstraße und dann gehts schon in den Wald hinein. Bald erreichen wir den Waldspielplatz.

Ein kleiner unscheinbarer Pfad zweigt von hier in den Wald, den nehmen wir, ein wenig Abenteuer muss auch sein. Bald erreichen wir durch ein wildes Dornengestrüpp hindurch wieder die Forststraße und nun auch den Rinneralm-Steig.

Dieser zieht meist in angenehmer Steigung durch den kühlen Wald. Zweimal wird es ein wenig steiler, hier ist ein neuer Wegabschnitt erstellt worden, weil der alte Weg durch Wasseraustritt relativ feucht und matschig geworden ist. Dieser ist sehr steil, aber dafür auch entsprechend kurz.

Kurz vor der Hütte erreichen wir eine Lichtung, mit wunderbarem Ausblick auf Innsbruck und das obere Inntal. Schlußendlich erreichen wir die Hütte, die leider (oder zum Glück ob der Einsamkeit) geschlossen ist.

Wir schauen uns um, alles ist ruhig. Wir sind die einzigen Besucher heute. Es gibt einen Schluck Wasser und eine Reihe Haselnuss-Schoko.

Dann brechen wir wieder auf, wir nehmen den gleichen Steig hinunter und erreichen zufrieden ob des feinen Ausflugs das Zentrum von Rinn und unser Auto.

Tourendaten
Gesamtdauer: 1:30 h
Gesamtlänge: 4,87 km
Höhenmeter: 485 m

200425 Heiligwasser

Heute ist einer der ersten Tage nach einer langen Schönwetterperiode, der ein wenig Regen erhoffen läßt. Leider wird ausser ein paar Tropfen nichts aus dem längst überfälligen Regen.
Wir nutzen wieder das Wetter für eine, zugegebenermaßen kurze Wanderung nach Heiligwasser. Sara ist dieses Mal auch mit von der Partie, daher sind wir mal wieder zu Dritt!

Die Tour fängt schon recht lustig an, jeder ist gut gelaunt. Das ist auch kein Wunder, der Frühling ist nun vollends angekommen und die Wiesen strahlen nur so durch den Löwenzahn.

Zuerst folgen wir ein Stück einem asphaltierten Wiesenweg, bald schon erreichen wir den Oachkatzlbrunnen. Von hier müssen wir noch ein Stück durch den Wald, dann erreichen wir den „Bilderweg Lans“, einen schön gestalteten Kreuzweg.

Bei den einzelnen Stationen müssen wir Fragen beantworten, damit wir am Schluß einen Geocache einsammeln können. Dieser müßte nach meiner Vermutung irgendwo bei Heiligwasser liegen. Zuerst müssen wir aber noch ein paar Höhenmeter machen…

Ein Highlight der Wanderung ist die „Steinerne Stiege“, ein schöner Abschnitt des Weges. Hier sind Platten zu einer „Naturstiege“ geschichtet worden. Dazwischen fließt ein kleines Bächlein. Wo keine Steine liegen, hat das Wasser den Boden aufgeweicht und wir müssen trockener zu trockener Stelle hüpfen.

Nun flacht der Weg ab, wir sehen hinunter auf die Bobbahn und die Heiligwasserwiese, der kleine Skilift für Anfänger. Und schlußendlich erreichen wir die Wallfahrtskirche Heiligwasser. Leider ist der Gastbetrieb aktuell ruhend gestellt, trotzdem ist der Platz einfach magisch. Und die Kirche lädt zu einer kurzen Andacht ein…

Wir bleiben kurz hier, die Kinder spielen ein Spiel während ich noch einen in der Nähe versteckten Geocache suchen gehe. Bald schon habe ich mich im Logbuch eingetragen und „sammle“ die Junioren ein.
Der Weg zurück ist der Selbe wie der Herweg. Leider zweigen wir einmal falsch ab und müssen nochmals ein Stück den Berg empor. Zum Glück haben wir unseren Fehler früh genug eingesehen…

Der Runterweg ist für die Kids eindeutig der feinere Weg, leider hat Sara ein wenig Weh im Knie, aber gemütlich erreichen wir doch wieder den Talgrund.

Am Oachkatzlbrunnen löschen wir den Durst, dann geht’s ab zum Auto. Eine kurze, aber schöne Wanderung, die bei jedem Wetter machbar ist.

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:00 h
Gesamtlänge: 5,20 km
Höhenmeter: 347 hm

200423 Halltaler-, Schafer-, Alte Halltaler- und Wandlhütte

Und wieder öffnet ein wunderschöner, warmer Tag seine Augen und läßt uns von wunderbaren, langen Bergfahren träumen.
Dennoch, die Situation ist aktuell unverändert (Covid19), daher sind wir eher an die talnahmen Wanderungen gebunden. Aber gerade hier sehe ich einen großen Vorteil der Lage, denn schon lang gehegte Ziele, nie durchgeführt, weil man die ja immer machen kann, rücken jetzt in den Fokus. Und diese Tour hat mein Interesse schon länger geweckt, nun ist es soweit…

Im Team mit meinem Junior starten wir beim Parkplatz bei der Walderkapelle, steil steigen wir neben der Sprungschanze hinauf in kühlenden Wald, in Richtung Winklerhütte.

Es geht ein gutes Stück recht steil hinauf, dann legt sich der Weg ein wenig zurück und wir können uns ein wenig erholen. Für die Jahreszeit ist es sehr warm, und man erkennt den ausgebliebenen Regen an jeder Ecke… das Gras ist dürr, ein kleiner Funke würde reichen, ganze Flächen zu veraschen.


Über den gemütlichen Steig erreichen wir bald eine Forststraße, die uns zum nächsten Steig, jenem auf die Winklerhütte bringt.

Durch lichten Bergwald erreichen wir über Serpentinen immer mehr an Höhe. Dann stehen wir an einer Biegung, die sehr günstig einen wunderschönen Blick in mein Lieblingstal, das Halltal ermöglicht.
Und schließlich erreichen wir auch die sehr schön gelegene „neue“ Halltalerhütte. Dieses Domizil befindet sich in Privatbesitz, mehr konnte ich hierzu nicht rausfinden.

Von hier queren wir nun auf einem, in keine mir bekannten Kartenwerk verzeichneten Steig, der jedoch zumindest heutzutage öfter benutzt wird, wie man unschwer am Zustand des Wegleins erkennen kann.

Ohne große Höhenänderung wandern wir immer gen Osten. Der Steig ist trotz der Kürze sehr abwechslungsreich, kurze Steilpassagen in Grashängen wechseln sich mit gemütlichen Böden ab, die zur Rast einladen.

Bei einer markanten Abzweigung erreichen wir wieder den Originalsteig, der mir auch bei der Tourenplanung vorgeschlagen worden ist. Nächstes Ziel ist nun die Schaferhütte.

Kurz vor erreichen der Hütte überqueren wir einen kleinen Wasserlauf, der uns zum Verweilen einlädt. Hier machen wir Pause, ist schnell beschlossen. Heute haben wir eine Brotzzeit dabei, somit machen wir es uns hier in der Sonne gemütlich.

Nach ausgebiebiger Pause wandern wir weiter, immer noch dem Morgenlande zu. Durch die Unwegsamkeit des Geländes hat sich hier ein uralter Wald erhalten können, mit Bäumen, die schon viele Menschenleben und so manche Geschichte gesehen haben.

Die nächste Hütte, die wir besuchen, ist wohl die interessanteste, aber auch jene, über die man am wenigsten Information bekommt. Nur soviel, erbaut wurde die ursprüngliche Hütte 1910, in den Jahren 1966 und 1967 wurde die Hütte durch Schadlawinen so schwer beschädigt, daß das Gebäude aufgelassen und nicht mehr instandgesetzt wurde.

Ein interessantes Plätzchen, die im Bilde gezeigten Eisentüren gehören übrigens zum ehemaligen Ofen. Auch ein kleiner Quellbrunnen steht in der Nähe, dort können wir unsere Wasservorräte wieder auffrischen.
Ganz in der Nähe haben wir dann noch einen schönen Ausblick auf das Unterinntal.

Nun fällt der Steig ähnlich steil ab, wie er am Anfang war. Hier passieren wir noch die abgegangene Wandlhütte, von der nur noch ein paar unscheinbare Mauerreste stehen.
Wir konzentrieren uns auf den schmalen Steig, trotzdem rutscht Letu einmal aus und schürft sich das Wadl auf… trotz Schmerz nochmals Glück gehabt.
Auf dem Weg retour zum Parkplatz kommen wir noch an einem kleinen Teich vorbei, den Junior gleich begutachten muss. Es wimmelt nur so vor Kaulquappen…

Letu fängt eine aus dem Wasser, inspiziert sie vorsicht und meint mit Kennermiene… die Kaulquappen sind schon ein paar Wochen alt…
Nun ist es nicht mehr weit, bald sind wir am Parkplatz und zurück beim Auto. Ein Blick zurück zeigt uns die mächten Berge, an deren Fuss wir heute diese wunderschöne Wanderung machen konnten.

Und nachdem die Tour heiß und teilweise anstrengend war, gibts als Belohnung wieder mal ein Eis…

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:10 h
Gesamtlänge: 10,01 km
Höhenmeter: 714 hm

200422 Buchtalhütte (1.250m)

Wieder nutzen wir das schöne Wetter und machen eine weitere, uns unbekannte Gegend unsicher. Wer ist wir… das altbekannte Team „SP“, das ist Sohn&Papa…

Wir starten beim Sportplatz in Absam, und müssen ein paar Meter auf Asphalt laufen. Aber dann sind wir schon auf einer Forststraße, das laufen wird angenehmer. Unterwegs „klauben“ wir einen Geocache auf, dann erreichen wir auch schon die „Weiße Reisn“…

Hier suchen wir einen zweiten Geocache, dann gehts richtig zur Sache. Der Weg wird durchgehend steil, der Pfad zieht in kurzen, knackigen Serpetinen ziemlich direkt den Berg hinauf. Dies, in Kombination mit der warmen Nachmittagssonne ist nicht wenig anstrengend…

Da kommen die hervorragend platzierten Bänke gelegen, um kurz einen Verschnaufer zu tun. Nach ein paar Atemzügen an der frischen Waldluft ist das Marschieren nur noch halb so schwer.

Auch die Aussicht wird mit jedem Höhenmeter besser, den dichten Wald haben wir mittlerweile hinter uns gelassen und auf den Steilgraswiesen stört kein Hindernis die Fernsicht.

So manches Marterl läßt uns hier kurz Innehalten. Gott sei den hier gedachten Seelen gnädig.
Beim Anblick dieser Gedenktafeln wird auch Letu nachdenklich und steigt vorsichtiger den steilen Pfad empor.

Nicht jede Tafel zeugt allerdings von einem Unglück am Berge. Eine mir zu Ohren gekommene Tragödie spielte sich jedoch vor Jahren hier ab, als ein Bergler beim Sanieren des Steiges ins Stolpern kam und in den Tod stürzte. Nachdenklich gehe auch ich weiter…

Dann erhaschen wir den ersten Blick auf die Buchtalhütte. Ein aufsehenerregendes Krähennest, hoch in den Bergen. Die private Hütte hat keinen Ausschank und ist auch nicht zugänglich, man kann jedoch die Terasse davor benutzen. Und eine Quelle soll auch in der Nähe sein.

Wir stoppen jedoch ein wenig früher, auf einer schönen Anhöhe mit Buchen. Der Weg von hier zu Hütte schaut extrem ausgesetzt aus, und das will ich heute mit Letu nicht angehen, das machen wir schon noch mal.

Die Aussicht auf unserem Rastplatz ist auch phänomenal, schöne Fernsicht und die wunderbaren Gipfel wie Patscherkofel, Serles, Habicht und die Stubaier Gletscherwelt lassen grüßen. Nach einer ausgiebigen Pause machen wir uns wieder auf ins Tal…

Die ersten Meter sind wieder zum Aufpassen, denn der Weg verzeiht keine Fehler. Steil fallen die Steilgrashänge ins Tal, da will man nicht zum Rutschen kommen…

Beim Abstieg fällt Letu mal wieder eine uralte Bergweisheit ein… der Weg ist doch so kurz, keine Ahnung warum wir rauf so lange gebraucht haben. Ich kann dazu nur schmunzeln. Im Tal angekommen, blicken wir nochmals zurück, die Hütte können wir nun, obwohl gut versteckt, ausmachen. Hierher kommen wir bestimmt wieder…

Als Belohnung für die „Mühsal“ beim Aufstieg bekommt Letu auf dem Heimweg noch ein Eis, das erste in der Absamer Eisdiele.

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:20 h
Gesamtlänger: 6,16 km
Höhenmeter: 546 m

200419 Goaßgogl und Pfaffensteig

In Zeiten von Corona sind alle Aktivitäten ein wenig eingeschränkt. Da besinnt man sich auf so manche kleine, aber feine Wanderung in der direkten Umgebung. Man braucht kein Auto, kann gleich direkt von Zuhause losgehen und ist in wunderschöner Natur. Herz, was willst du mehr…

Aldranser Pfarrkirche

Letu und ich starten von zu Hause aus, erst geht es Richtung Altersheim. Doch schon bald zweigen wir auf einen kleinen Feldweg, der uns über die Wiesen beim Altersheim nach Westen bringt.

Die Wanderer…

Vorbei an den Häusern im Pfarrtal erreichen wir den Ostrand der Felder, und müssen nun Querfeldein. Letu hat eine Analogkamera mit, denn die Kinder wollen mal Filme entwickeln… noch habe ich die gesamte Labor-Ausrüstung zu Hause, daher wagen wir das Experiment.

Letu beim fotografieren…

Ein letzter Blick zum Kirchturm von Aldrans, dann erreichen wir den Wiesenrand und den Weg zum Goaßgogl. Überall blühen schon die Frühlingsboten, wunderschön leuchtet der Löwenzahn in sattem Gelb.

Blumenpracht

Der Pfad führt am Hügelgrat durch einen schönen Wald, hinauf zum Goaßgogl. Oben treffen wir zwei Bekannte, die gerade beim Werkeln sind.

Letze Meter zum Goaßgogl

Wir bleiben nur kurz stehen, denn wir haben wollen ja noch weiter über den Pfaffensteig retour gehen. Auf dem Weg ins Tal finden wir eine regelrechte Maiglöckchen-Plantage, die wir auch gleich ein wenig genauer betrachten. Die ersten Blüten kommen auch schon zaghaft hervor.

Gleich gebenan hat sich ein Imker einen feinen Platz für seine Bienen hergerichtet. Und diese summen schon fleissig herum, auf der Suche nach dem süßen Nektar.

Nachdem wir vom Hügel über einen steilen Pfad runtergestiegen sind, erreichen wir die Wies beim Ampasser Widum, mit dem herrlichen Ausblick auf den Kirchbühel von Ampass. Im Hintergrund tront der mächtige Bettelwurf, die Vorfreude auf größere Bergfahrten steigt.

Kirchbühel

Vorbei am Kirchbühel müssen wir die Hauptstraße, die aktuell nicht so stark befahren ist, queren und erreichen den zweiten Teil unserer Wanderung: den Pfaffensteig. In dieser Gegend hatte letztes Jahr der Borkenkäfer sein Unwesen getrieben, darum wurde massiv ausgeholzt.

Ein paar Meter müssen wir aufsteigen, dann geht es nur mehr runter, fast bis zur Inntal-Talsohle in der Nähe vom Schloss Ambras.

An der äusseren Begrenzungsmauer vom Schloss Ambras geht es wieder bergwärts, hinauf zu unserem Dörfl. Zwischendurch bleiben wir mal beim Aldranser Bach stehen und schauen uns die beeindruckende Schlucht hier an. Wie man sich doch bei diesem kleinen Bächlein täuschen kann. Sogar eine Abseilstelle mit Ausgleichsverankerung können wir ausmachen…

Der Bach verengt sich hier und fließt dann über den Schlossgarten hinab nach Innsbruck, und über einige Irrwege schlußendlich in den Inn. Unser Weg führt uns nun an den Häusern hier am Bach vorbei hinauf auf die Felder nördlich von Aldrans. Wir bewundern eine schön geschichtete Steinmauer, die erst seit kurzem hier steht…

Wunderschöne Steinmauer, wahrscheinlich erst vor kurzem geschichtet…

Schlußendlich erreichen wir wieder unser Dorf, eine schöne Wanderung durch die nähere Umgebung geht dem Ende zu. Es gibt auch hier, ganz in der Nähe immer wieder tolle Sachen zu entdecken…

Frühlingswiese, im Hintergrund Stempeljochspitze, Pfeiserspitze, Speckkarspitze, Bettelwurf und Hohe Fürleg
Glücklich fast am Ziel…

Tourendaten
Gesamtdauer: 1,5 h
Gesamtlänge: 4,86 km
Höhenmeter: 220 m

200411 Lanserköpfl (930m)

Man muss es schon fast ein wenig Ironie nennen, das Wetter ist seit Wochen trocken und wunderschön, und wir dürfen nur „moderate“ Sportaktivitäten im Freien durchführen. Heute, Sara ist dieses Mal auch mit von der Partie, machen wir eine Wanderung zum Lanserköpfl. Diese Runde können wir wunderbar von zu Hause aus starten, und der Weg dorthin ist interessant und schön.

Die ersten Meter vom Hause weg…

Von Zuhause startend wandern wir nach Westen, der Sonne entgegen. Erst über Bauernwiesen, flach und wenig anstrengend. Dann wird es ein wenig steiler, es geht rauf zum Aldiger Bahnhof, Haltestelle der Straßenbahn Nr. 6.

Kurz durch den Wald, in Richtung des kleinen, aktuell geschlossenen Gasthäuschens „Vogelhütte“. Dieser Name hat mich schon immer fasziniert. Woher kommt dies? Nach kurzer Recherche habe ich folgendes herausgefunden: In früheren Zeiten waren Vögel eine beliebte Delikatesse in Tirol (siehe auch Vogelfocher, oder Vogelfänger). Gasthäuser wie eben dieses hier hatten sich auf die Bewirtung mit dem kleinen Federvieh spezialisiert, daher auch der Name: Vogelhütte.
Kurz bevor wir jedoch die Jausenstation erreichen, biegen wir beim Golfplatz wieder in den Wald ab.

Abzweigung beim Golfplatz

Nun geht es in angenehmer Steigung, leicht schattig und daher angenehm kühl in Richtung Seerosenweiher. Immer wieder bewundern wir die schöne Aussicht, die sich hier, auf der östlichen Mittelgebirgsterasse eröffnet. Über allem tront immer der mächtige Patscherkofel.

Der mächtige Patscherkofel tront über allem…

Kurz bevor wir den unter Naturschutz stehenden Seerosenweiher erreichen, biegen wir wieder ab, zu unserem eigentlichen Tagesziel, dem Lanserkopf. Hier steilt der Weg ein letztes Mal auf und mündet fast am Schluß in einen Hohlweg ein. Flotte Downhiller kommen uns entgegen und stürzen sich wagemutig so manch steilen Steig hinunter.

Letu zieht seine Schwester die letzten steilen Meter über den Hohlweg…

Wer schon länger nicht mehr am Lanserkopf war, wird verwundert festellen, wie sehr hier ausgeholzt wurde. War der Gipfel dieses kleinen Hügels „früher“ noch völlig bewaldet, ist jetzt das ganze Plateau abgeholzt und neue Bäumchen wurden gepflanzt. Dies müssen wir feststellen, nachdem wir eine Abkürzung nehmen und oben ein Betretungsverbot festellen…

Forstliches Sperrgebiet… das haben wir wohl übersehen!

Die Kinder sind heilfroh, daß wir nun den Gipfel erreicht haben, ab jetzt ist der Weg eben oder abwärtsführend. Wir machen eine kleine Pause bei den Überresten ehemaliger Flakstellungen, die Innsbrucks Süden im Weltkrieg II verteidigten.

Letu und Sara bei den Flakstellungen

Ein Schluck Wasser stärkt uns und wir machen uns auf, den Weg weiter zum Lansersee zu gehen. Kaum unterwegs, fällt den Kindern und Letu im Besonderen immer wieder ein „Latzi“ ein…

Bald erreichen wir den Lansersee, der ruhig in der Frühlingssonne glänzt. In einem „normalen“ Jahr wäre der See wahrscheinlich geöffnet, und viele Leute würden, wenn auch nicht schwimmend, die Sonnenstrahlen genießen und sich leicht bekleidet bräunen. Heuer ist alles anders…

Menschenleere Liegewiese

Bald nach dem See erreichen wir den asphaltierten Weg zurück zur Vogelhütte, den wir ein Stück begehen werden. Wir sind nicht die Einzigen, viele Menschen nutzen den warmen Frühlingstag aus…

Wir gehen an der Mittelgebirgsbahn-Trasse entlang, leider wurde der Schienenverkehr dieser schönen Bahn in den letzten Jahren sukzessive reduziert und dieser Tage fährt die Bahn unter der Woche überhaupt blos noch 2x täglich. An den Wochenenden fährt sie ein dafür wenig öfter, das ist den Touristen geschuldet.

Wiederum zweigen wir vom geraden Weg ab, nun wandern wir über die Felder retour nach Aldrans, die Vogelhütte haben wir heute komplett ausgelassen. Nun ja, einkehren hätten wir eh nicht können, daher ist es nicht schlimm, daß uns unser Weg anders geführt hat.

Blick vorbei am Mühlsee auf den Patscherkofel

Vorbei am privaten Mühlsee mit dem schattigen alten Haus im Hintergrund, über das ich bis jetzt nicht viel rausfinden konnte, erreichen wir wieder Aldiger Grund. Kurz bevor wir den Wald erreichen, sehen wir ein gar sonderbares Getier über den Weg huschen.

Schwarzblauer Ölkäfer, auch Schwarzer Maiwurm

Es ist ein Schwarzblauer Ölkäfer, auch Schwarzer Maiwurm genannt. Noch nie hatte ich sowas gesehen und auch erst durch die Nachschau zu Hause konnte ich feststellen, um welchen Kreucher es sich hier handelt.

Letu und Sara auf den letzten Metern…

Das letzte Stück führt uns immer entlang des Lanser Baches, der angenehm gurgelnd mit uns mitzulaufen scheint. Dieser Teil ist einer meiner liebsten Stellen zum Spazieren und Joggen, die Ruhe hier kann ich immer wieder sehr genießen.

Idyllischer Lanser Bach

Abschließend erreichen wir wieder den Bahnhofsweg, der uns direkt und kurzweilig retour nach Hause bringt. Eine schöne Runde mit tollen Eindrücken.

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:06 h
Gesamtlänge: 7,33 km
Höhenmeter: 213 hm