Archiv der Kategorie: Bergtouren

250810 Seeberg- (2.085m), Seekarspitze (2.053m)

Mit Biggi habe ich schon öfter über die heute anstehende Bergtour gesprochen, die Überschreitung der zwei See-*-Spitzen am Achensee. Eine ausgewachsene Tour, aber bei idealem Wetter durchaus ein Erlebnis. Vor einigen Jahren hatte ich die Tour mit Alfons schon gemacht, nun soll eine Wiederholung her.
Wir starten in Pertisau, am Wanderparkplatz. Hier geht ein versteckter Steig direkt auf den Rücken der Seebergspitze.

Es ist schon sehr war, zum Glück ist es im Wald noch ein wenig kühler. Die Sonne knallt auch noch nicht vom Himmel, aber wie gesagt, es ist warm, fast schon ein wenig schwül.

Schon bald öffnet sich der Wald und wir haben einen tollen Ausblick in den Karwendel, heute allerdings eine ganz andere Perspektive als gestern, von der Nordkette.

Der Weg ist gut begehbar, kaum sind wir aus dem Wald heraus, kommen wir in den Genuss der starken Sonne, im Gegenzug dazu spüren wir einen leichten Wind auf der Haut.

Der wunderschöne Achensee liegt unter uns und glitzert in der Sonne.

Das Wetter ist zwar nicht mehr so wolkenlos wie gestern, aber dennoch wunderschön, ein paar Wolken, die sich vor die Sonne schieben, bilden einen natürlichen Schatten, der mehr als willkommen ist.

Die große Befürchtung, im Latschengürtel der Hitze schutzlos ausgeliefert zu sein, bewahrheitet sich Gott sei Dank nicht. Es ist aushaltbar…

Kurz vor der Seebergspitze machen wir noch eine kurze Pause, trinken einen Schluck und essen einen Müsliriegel.

Dann nehmen wir die letzten paar Meter zum Gipfel auf, nun haben wir schon über 1.100 Höhenmeter hinter uns gebracht. Schließlich erreichen wir die Seebergspitze (2.085m)

Der Weg über den Gipfelgrat ist schön zu gehen und die Aussicht auf das „Meer Tirols“ einmalig. Zur Linken liegt besagter Karwendel, Lamsenspitze, Bärenkopf und Feilkopf lachen zu uns rüber.

Vor uns liegt der weitere Weg zur Seekarspitze, fast immer am Grat entlang. Es ist noch eine ganz nette Distanz, die wir zurücklegen müssen. Da lassen wir uns die Brotzeit am Gipfel mal gut schmecken.

Der erste Teil des Weges für durch steile, aber gut begehbare Felsleisten. Der Fels ist Karwendeltypisch brüchig. Dennoch kommen wir rasch voran.

Ein paar ausgesetztere Stellen, die wohl das Prädikat „Schwindelfreiheit notwendig“ verursachen, meistern wir, dann kommt noch eine längere Felsrippe, die wir hinuntersteigen.

Nun sind wir im Joch und der Weg geht wieder hinauf, der Weg auf die Seekarspitze schaut aber weiter aus als er ist.

Höher und höher steigen wir den Berg empor, unter uns der wunderschöne Achensee. Während wir auch hier in luftiger Höhe schwitzen, verspricht der See später noch eine herbeigesehnte Abkühlung.

Auf der Seekarspitze (2.053m) machen wir nun nochmals eine ausgedehnte Pause. Biggi hat einen guten Linsensalat hochgeschleppt, der wird nun genussvoll verspeist.

Wir genießen den wunderschönen Rundumblick, ins Rofan, ins bayrische Vorland, in den Karwendel und auch zurück ins Inntal…

Hier oben geht ein feines Lüftchen, so kann man es schon aushalten.

Die Zeit vergeht und wir haben noch ein gutes Stück weg vor uns. Daher packen wir wieder unsere sieben Sachen und machen uns an den Abstieg.

Es ist heiß, die Sonne strahlt vom Firmament, nur wenige Wolken schieben sich ab- und an vor die Sonne… dennoch kommen immer noch einige Leute den steilen Nordhang herauf…

Der erste Teil ist noch nicht ganz so steil, dann kommen wir zur Kante, hier bricht der Hang steiler ab. Der Weg ist aber gut angelegt, und so kommen wir rasch voran.

Im Rückblick sieht man den ganzen Schotterhaufen, den der Berg von dieser Seite aus in meinen Augen recht unattraktiv macht. Hier möchte ich nicht rauf laufen müssen.

Nach dem ganzen Schotter erreichen wir bei der Seekaralm (1.500m) wieder liebliches Almengelände und lichten Wald.

Hier zweigt der Weg direkt an der Alm in Richtung Osten und zur Koglalm (1.286m).

Teilweise über Steige, teils über Forststraßen bewegen wir uns nun rasch in Richtung Achensee.

Direkt am See erreichen wir den großen, aber ehrlich gesagt nicht besonders einladenden Campingplatz in Achensee. Wir durchqueren einen großen Kinderspielplatz und erreichen schließlich den See.

Rasch ist das Badezeug angezogen und wir springen „fast“ ins kalte Wasser. Ich schwimme ein paar Züge, aber das Wasser ist hier unglaublich kalt. Da sind sogar die kalten Ausserferner Seen wahre Thermen. Aber erfrischend ist das Wasser allemal und so ist für Erfrischung gesorgt. Biggi hat einen leichten Hitzestich und lässt es nun lieber ruhig angehen.

Mit dem Bus fahren wir bis Pertisau und während Biggi im Schatten kurz rastet, wandere ich noch die letzten Meter zum Auto, um dieses wieder auszulösen.

Das war eine lange, aber tolle Tour heute. Die Hitze war schon grenzwertig, wir haben aber genügend Flüssigkeit mitgenommen und auch gebraucht… eine tolle Vorbereitungstour für unsere längere Tour nächste Woche… doch das ist eine andere Geschichte und wird ein andermal erzählt…

Tourendaten
Gesamtdauer: 7.09 h
Gesamtlänge: 13,50 km
Höhenmeter: △ 1.366 m / ▽ 1.341 m

250609 Bergtour Peilspitze (2.392m) und Blaser (2.241m)

Wunderbares Wetter, ein Feiertag, da fällt der Entschluss, eine Bergtour zu machen nicht schwer. Ein kurzer Blick auf unsere „Liste“, es ist Frühsommer, da muss ein Blumenberg her… also peilen wir die Peilspitze und den Blaser an.

Mit dem Auto fahren wir über die Mautstraße bis zur Matreier Ochsenalm, hier stellen wir das Fahrzeug ab und spazieren an der Alm vorbei in Richtung Matreier Grube

Erst über Almwiesen, dann durch lichten Wald und Latschenfelder steigen wir immer höher.

Bald erreichen wir die Waldgrenze, die Aussicht wird nun immer besser. Das Wetter ist perfekt, es ist warm, aber nicht heiß und die Sonne lacht vom Himmel. Es ist ein wenig diesig, das stört aber noch kaum.

Und überall um uns herum sehen wir die Blumenpracht, für die dieses Gebiet bekannt ist. „Enzian“, „Platenigl“, „Kuhschellen“, „Leimkraut“, sogar das seltene „Bunte Läusekraut“ finden wir.

Wir steigen immer höher und erreichen bald das Kalbenjoch (2.226m).

Bis hierhin war der Weg einfach und flach, nun sehen wir den weiteren Weg, der ein wenig steiler wird.

Wir machen am Kalbenjoch eine kurze Trinkpause und genießen die tolle Rundumsicht. Nun geht es an den Bereich, der laut Beschreibung Trittsicherheit verlangt!

Zuerst gehen wir an der Nordseite einen schmalen Pfad in Richtung Grat, zwei kleine Schneefelder, die hier noch über geblieben sind, müssen gequert werden. Der Schnee ist aber angenehm weich und schon mit guten Tritten versehen, daher ist die Querung kein Problem.

Wir erreichen den Grat, hier führt der Weg nun fast in einer Linie in Richtung Peilspitze, unser nächstes Ziel.

Im Hintergrund sehen wir die Kesselspitze, Roter Kopf und Wasenwand und das Foppmandl.

Der Gipfel der Peilspitze rückt jetzt in immer greifbarere Nähe, schon bald werden wir am höchsten Punkt stehen.

Der letzte Aufstieg erfolgt wieder über eine Blumenwiese, die Peilspitze (2.392m) hat wirklich zwei Gesichter. Die Nordseite ist eher schroff und brüchig, während der nun erreichte Südbereich grasig und fast lieblich ist, wären da nicht die vielen Lawinenverbauungen.

Nun haben wir uns eine Pause verdient, im Windschatten auf der Südseite finden wir ein feines Plätzchen in der Sonne. Die mitgebrachten Jause schmeckt uns beiden, die Aussicht ist in Ordnung, aber es wird komisch diesig! Später erfahren wir, dass dies die Auswirkungen der Waldbrände in Kanada sind… unglaublich!

Von der Peilspitze wandern wir nun über grün-bunte Wiesen über die Kalbenjochmähder zur Blaserhütte. Während auf der Peilspitze relative Ruhe geherrscht hat, ist auf dem Blaser um einiges mehr los.

Die Hütte ist wahrlich kein Schmuckstück, weder der Bau, noch die Lage. Dennoch finde ich es schade, dass der Gastbetrieb noch nicht aufgenommen wurde, das soll erst am kommenden Wochenende passieren.

Die 150m Höhenmeter zum Blaser gönnen wir uns auch noch, um dort einmal die Runde am Panorama zu genießen.

Im Südwesten sehen wir die mächtigen Tribulaune und den Zentralkamm. Was für eine beeindruckende Kulisse!

Nach einem kurzen Rundumblick wandern wir wieder hinunter zur Blaserhütte und kurz davor zweigen wir rechts ab, hinunter ins „Lange Tal“

Wir wandern nun, immer im Blickfeld die Serles, wieder gen Norden. Je tiefer wir kommen, desto farbenprächtiger wird die Landschaft wieder…

Unterhalb der Serles liegt beeindruckend der Wallfahrtsort „Maria Waldrast“, ein Kloster des Servitenordens. Es zählt zu den höchstgelegensten Klöstern Europas.

Der Weg vom Blaser bzw. der Blaserhütte ist erst angenehm flach, dann fällt er bei einer Geländekante steil nach unten. Immer noch sehr gut begehbar, aber die Steilheit ist in den Beinen spürbar.

Hier begegnen wir wieder ein paar Leuten im Auf- und Abstieg. Wir sind froh, dass es für uns nach unten geht.

Im Hintergrund können wir das Wipptal und den Patscherkofel erkennen, die diesige Luft vereitelt einen tollen Weitblick.

Durch das „Lange Tal“ erreichen wir schließlich wieder die Matreier Ochsenalm, hier beschließen wir noch kurz einzukehren. Es ist viel los, aber wir finden einen feinen Platz in der Sonne. Ein Getränk und ein wunderbarer Apfelstrudel komplettieren diesen feinen Wandertag!

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:47 h
Gesamtlänge: 10,72 km
Höhenmeter: △ 960 m / ▽ 951 m

241019 Rosskar- und Schafkarsee (2.125m)

Es ist schon eine Weile her, dass ich mit meinem „Alten Herrn“ auf dem Weg war. Heute steht für uns zwei eine tolle Tour in den Lechtaler Alpen auf dem Programm. Am Vortag bin ich schon angereist, damit wir gleich in der Früh starten können, denn die Tage sind mittlerweile kurz genug.

In Gramais im Lechtal parken wir das Auto, leider ist hier an ein Anreisen mit Öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mal im Ansatz zu denken. Hier gibt es das einfach nicht… vom Dorf wandern wir südwestlich ins Tal des Roßkarbaches.

Schon von Beginn an sehen wir, dass hier gut Wasser vorhanden ist… überall, und im Besonderen am Talschluß sehen wir viele Wasserfälle.

Wir wandern über dem Bachbett, durch die Latschen immer weiter ins Tal hinein.

Teilweise ist der Weg durch die letzten Regenfälle lädiert, allerdings ist das hier nichts besonderes… im Gebirge verändern sich die Bedingungen im Laufe der Zeit… manchmal langsam, manchmal schneller.

Ein Blick zurück, wir sehen Gramais und das Sattele, das Papa und ich vor einigen Jahren schon auf dem Weg der Kogelseespitze passiert haben.

Faszinierend finde ich, und darauf wurde ich schon vorbereitet, die vielen Wasserfälle, die hier über die Felswände schießen.

Wir müssen die Felsen immer wieder umgehen, aber schlußendlich kommen wir auf der oberen Ebene an, vor uns liegt ein wohl ehemaliger See, der sich nun in ein Moor-ähnliches Gebilde verwandelt hat. Im Hintergrund sehen wir die zerklüftete Grüntalspitze.

In die entgegengesetzte Richtung liegt der Rosskarsee, majestätisch erheben sich darüber Rosskarspitze und Großstein.

Nur noch kurz, dann stehen wir vor dem Rosskarsee. Dieser liegt in einem wunderschönen Kessel, umrahmt von sehr beeindruckenden Bergen. Nachdem wir bei einer Pause die Gegend ein wenig genauer betrachten, debattieren wir, ob diese Gegend vor nicht allzu langer Zeit noch vergletschert war.

Unser weiterer Weg führt uns oberhalb der „Oberen Petschinger Böden“, unter der Großen Schafkarspitze auf teilweise ungutem Wege auf den Rücken des Hirschhals.

Ein paar ausgesetzte Stellen, die aber gut begehbar sind, müssen wir meistern. Bei Regen ist das wohl eine ganz andere Liga, aber heute, bei diesen Verhältnissen, da passt der Weg sehr gut.

Rückblickend sehen wir nochmals die vermuteten Schrämmspuren, im Kessel des Rosskarsees. Wie schon gesagt, einfach eine Vermutung… aber eine interessante Vermutung. Und schließlich erreichen wir die Ausläufer des Hirschhalses.

Der Weg von hier zum Schafkarsee schaut zwar weit aus, aber nach einer knappen 1/2 Stunde erreichen wir auch den zweiten und letzten See für heute…

Die Berge im Lechtal finde ich genauso faszinierend wie die Abgelegenheit oder auch Abbeschiedenheit. Heute sind wir noch niemandem auf der Wanderung begegnet.

Der Schafkarsee liegt auch wunderschön in einem Kessel, kommt allerdings von der Farbe her nicht an den Rosskarsee heran. Ein interessantes Details, hier waren wir im Winter schon mit den Skier

Auch an diesem See pausieren wir kurz, dann wandern wir den selben Weg zurück bis zum Hirschhals. Noch ein paar Meter den Hang hinab, dann sehen wir das Kreuz. Schon interessant, wenn das Kreuz unter einem liegt!

Vom Kreuz am Hirschhals haben wir einen tollen Ausblick auf Gramais und auf das Sattele, das wir 2021 begangen sind.

Ein Stück weiter vor an der Kante kann man fast die ganze Tour einsehen.

Nun geht es steil hinab durch lockeren Wald. Allerdings bleibt nicht viel Zeit zur Rundschau, der Weg ist echt steil und heute ein wenig rutschig. So vernichten wir in kürzester Zeit einige Höhenmeter…

Am Schluss erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt Gramais, das Dorfgasthaus hat leider Betriebsurlaub, also fahren wir zu Papa nach Hause und lassen dort die Tour ausklingen.
Später fahre ich mit dem Zug wieder zurück nach Innsbruck, ich möchte am Sonntag noch eine Tour anhängen, das Wetter soll ja wunderbar werden!

Tourendaten
Gesamtdauer: 5:56 h
Gesamtlänge: 14,48 km
Höhenmeter: ∆∇ 1.310 m

240901 Steinernes Tor (1.955m)

Schon länger wollten Biggi und ich eine Tour am Achensee unternehmen, heute können wir endlich auch diese Wanderung abhacken. Mit Doris einer Freundin von Biggi, starten wir am Parkplatz in Buchau.

Ein paar Schritte müssen wir an der Hauptstraße und durch den Ort spazieren, vorbei an so mancher Hotelburg…

… doch schon bald sind wir weg vom Trubel, auf einem schönen Steig wandern wir in Richtung Dalfazalm.

Auf dem Weg liegt der Dalfazer Wasserfall, ca. 60m hoch. Eine Plattform vor dem Wasserfall erlaubt den uneingeschränkten Blick auf das Schauspiel und an den beeindruckenden Klettersteig direkt nebenan.

Unser Steig führt in der Nähe des Wasserfalls über einen steilen Pfad weiter nach oben.

Ab hier haben wir die ersten Ausblicke auf den Achensee, das Meer Tirols. Im Hintergrund sieht man das Karwendel.

Immer wieder sehen wir die Materialseilbahn der Dalfazalm, die hier neben dem Weg nach oben führt. Im unteren Teil recht rudimentär aufgebaut, sind die Stützen im oberen Bereich beeindruckend modern.

Wir erreichen die schon geöffnete Dalfazalm (1.693m), hier gönnen wir uns einen Kaffee.

Das Dach des Nebengebäudes fasziniert mich sehr. Schindeldächer mit Schneestangen und Steinen sieht man nicht mehr oft, zumindest nicht in den Gegenden, in denen ich unterwegs bin.

Die Alm ist sehr schön gelegen, nicht umsonst eines der Paradedestinationen am Achensee.

Gestärkt wandern wir nun weiter in Richtung Steinernes Tor. Über einen schönen Pfad steigen wir immer höher.

Überraschenderweise hören wir bald das typisches Geräusch eines Traktor. Zuerst denke ich mir, das muss eine Täuschung sein, aber dann kommt wirklich ein knallroter Traktor hinter einem Hügel hervor. Welche Mission dieses Gefährt hat, können wir nicht feststellen. Kurios bleibt es auf jeden Fall!

Nach ein paar Minuten erreichen wir dann das sogenannte „Steinerne Tor“ (1.978m)), ein Felsdurchbruch.

Ein paar Meter müssen wir noch hoch, dann stehen wir am höchsten Punkt unserer Wanderung.

Der weitere Weg führt in Richtung Achenseehof, allerdings müssen wir hierzu noch durch ein schönes Hochtal.

Erst steigen wir steil vom Steinernen Tor ab, hier suchen wir uns eine gemütliche Stelle um zu jausnen.

Anschließend gehen wir weiter in Richtung Kotalm.

Das Hochtal, das wir nun durchschreiten, ist wunderschön und scheinbar sehr einsam. Linkerhand liegt das Kolbenjoch.

Am Wegesrand sehen wir die Überreste einer abgegangenen Alm, das war mal der Kotalm Hochleger.

Die Felswände hier sind beeindruckend, das Rofan ist ein bekanntes Klettergebiet. Bei diesen Ausblicken kann ich mir das sehr gut vorstellen.

Über die letzten Ausläufer des Hochtals kommen wir an einen leichten Abbruch.

Unter diesem, am Ende liegt der Kotalm-Mitterleger (1.608m)

Und weiter den Weg ins Tal hinunter passieren wir dann noch den Kotalm-Niederleger (1.260m). Rückblickend sieht man nochmals das mächtige Kolbenjoch.

Nun bewegen uns wir langsam aber sicher wieder ins Tal, es wird wieder waldiger, es kann also nicht mehr weit sein bis zum See.

Vorbei an einem ausgetrockneten Bach erreichen wir erst einen Klettergarten, dann nach ein paar Metern das Ufer des Achensees. Wir haben vorsorglich unser Schwimmzeug mitgenommen und hüpfen nun ins kühle Nass.

Doris spendiert noch eine Runde Getränke, dann müssen wir auch schon zum Bus, der uns Zurück zum Parkplatz in Buchau fahrt.

Eine wunderschöne Wanderung, in einer mir neuen Gegend… auf jeden Fall hat mich dieser Fleck nicht das letzte Mal gesehen. Da möchte ich noch gerne die eine andere Runde drehen…

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:37 h
Gesamtlänge:11,54 km
Höhenmeter: ∆ ∇ 1.035m

240824 Haneburger (2.596m)

Heute steht eine besondere Tour auf dem Programm. Schon vor längerer Zeit haben wir, Wolfgang, Paul und ich, Andi eine „Tour seiner Wahl“ geschenkt. Heute schaffen wir es, Andi hat sich den Haneburger mit EBike und Bergtour gewünscht. Eine super Wahl, finde ich!
Das Wetter ist auch perfekt, so steht einem wunderbaren Tourentag nichts im Wege.

Wir starten direkt in Aldrans, mit dem EBike fahren wir über Rinn und Tulfes, da wir relativ früh am Weg sind, ist die Anfahrt über die Hauptstraße relativ angenehm, nicht zu viele Autofahrer.

Rasch erreichen wir Tulfes, ich bin überrascht, wie angenehm die Fahrerei mit dem Rad ist. Ich konnte mir das Bike von Andi ausleihen, super gewartet und eingestellt, da macht das Fahren gleich zweimal so viel Spaß.

Wir fahren von Tulfes hinauf nach Windegg, diese Kanzel hat einen wunderschönen Ausblick auf Innsbruck und das Inntal.

Das Wetter ist perfekt, es ist schon relativ warm, und keine Wolke trübt den blauen Himmel!

Von Windegg fahren wir über die Schotterstraße fast eben nach Volderwildbad. Dort fängt nun die ansteigende Forststraße ins Voldertal an.

Wir folgend diesem Weg bis zur Abzweigung auf die Vorbergalm (1.668m).

Hier drehen wir in die entgegengesetzte Richtung, nun geht es hinauf auf die Markisalm (1.896m).

Ein wenig abseits der Alm stellen wir unsere Räder in den Wald, nun müssen wir per Pedes weiter gehen. Der Erste ist gleich der abenteuerlichste Teil unserer Tour, weglos führt uns Wolfi durch den Zirbenwald, bis wir, fast ein wenig erleichtert, den Steig auf den Haneburger finden.

Wie ich schon mit Biggi feststellen mußte, ist aktuell die Moosbeerzeit angebrochen. Zum Klauben komme ich heute nicht, aber ich stecke mir immer wieder ein paar süßen Beeren in den Mund.

Den Wald haben wir nun hinter uns gelassen, die Aussicht auf das Inntal ist wie gewohnt wunderschön, die Fernsicht heute ein Traum.

Stehig, mit feinem Tempo ziehen wir höher und höher, der Gipfel schaut extrem weit entfernt aus.

Trotz dem steht Höhersteigen bleibt noch genügend Zeit für Unterhaltung und Erklärungen von Wolfi…

Doch Distanzen täuschen (nicht nur) mich immer wieder. Der Weg führt direkt zum Gipfel, dem entsprechend schnell machen wir Höhenmeter.

Unter uns liegt nun gut sichtbar das Voldertal, die Markisalm, im Hintergrund sehen wir den Schartenkogel und die Hinterseite des Glungezer-Skigebiets.

Wolfi kennt sich hier super aus, er erklärt uns immer wieder spannende und interessante Fakten über das Voldertal, den Glungezer und überhaupt über die Tuxer.

Kurzweilig erreichen wir den Gipfel. Für Andi ein kurzer, sehr emotionaler Moment, endlich hat er ein lange gehegtes Ziel erreicht! Bravo!

Wir genießen die Rundschau, dann setzen wir uns ein paar Meter unterhalb des Gipfels in eine Kuhle und packen die Brotzeit aus. Dank Andi habe ich auch Marschverpflegung bekommen, an Bargeld kauend wäre ich wohl verhungernd am Gipfel geblieben.
Wolfgang und Andi haben noch einen guten Schnaps dabei, so gestärkt kann uns nichts mehr passieren!

Vor ein paar Jahren bin ich die Strecke vom Largoz am Grat in Richtung Haneburger und Malgrübler gewandert… wegen Schnees musste ich dann allerdings abbrechen. Umso glücklicher bin ich heute, dass ich in toller Runde hier oben stehe.

Für den Abstieg brauchen wir, auch wegen dem verblockten Gelände, fast gleich lang wie für den Aufstieg! Immerhin erreichen wir, mit feinen Gesprächen, zügig wieder die Almwiesen.

Über diese Matten wandern wir rasch weiter in Richtung der Fahrräder.

Wolfgang findet zielsicher die Abzweigung in die Pampa, wir müssen ja wieder unsere Ebikes finden.

Vorbei an uralten Zirben, manche mögen ein paar Jahrhunderte alt sein, suchen wir unseren Weg.

Wolfgang hat ein gutes Näschen für den Weg, wir finden einen Hochstand wieder, den wir im Aufstieg gesichtet hatten, nun ist klar wo wir hin müssen.

Ab hier erreichen wir die Räder zielsicher und schnell. Rasch haben wir diese flottgemacht, dann fahren wir den selben Weg wieder hinunter ins Tal.

An der Voldertalhütte machen wir eine verdiente Pause, hier gibt es Bier und gutes Essen, genau das was wir jetzt wollen! Wir stoßen nochmals auf das gelungene Geburtstagsgeschenk an. Das hat allen sehr viel Spaß gemacht!

Nach der ausgedehnten Rast fahren wir über Kleinbergstraße nach Tulfes und über die Dörferstraße weiter.

Das Wetter hat sehr gut gehalten, es ist immer noch fein warm. Der Akku am Rad zeigt auch noch 25% Ladung, es ist nun Zeit den Turbo einzuschalten.

Bei Andi und Gabi zu Hause gibt es dann nochmals einen Ausklang mit Brotzeit und lustigen Geschichten!

Ein rundum gelungener Tag, der uns noch länger in Erinnerung bleiben wird.

Tourendaten
Bike Hinfahrt
Gesamtdauer: 1:58 h
Gesamtlänge: 18,86 km
Höhenmeter: △ 1.286 m / ▽ 107 m

Aufstieg Haneburger
Gesamtdauer: 3:05 h
Gesamtlänge: 5,26 km
Höhenmeter: △▽ 690 m

Bike Rückfahrt
Gesamtdauer: 21,29 km
Gesamtlänge: 1:00 h
Höhenmeter: △ 203 m / ▽ 1.306 m

240816 Säuling (2.048m)

Nachdem wir letzte Woche den „Inntaler Höhenweg“ absolviert haben, steht die zweite Urlaubswoche im Zeichen der Arbeit, wohlgemerkt Arbeit auf der Hütte. Hier haben sich ein paar Aufgaben angesammelt, in erster Linie die Umfassungsmauer, die neu geschichtet werden muss.

Natürlich finden wir daneben auch viel Zeit für entspannende Sachen. Es ist sehr heiß, daher gehen wir Nachmittags meist schwimmen, Ache, Uri- oder Frauensee, die Auswahl ist groß.

Am Freitag haben wir dann mit meinem Papa ausgemacht, den Säuling mit neuem Gipfelkreuz zu besuchen. Um 8:00 Uhr in der Früh brechen wir, Papa, Letu und ich, von der Hütte auf.

Den ersten Teil müssen wir wieder über die Forststraße wandern, die Temperaturen sind schon sehr hoch.

Bei der Abzweigung nehmen wir erst den Weg ostwärts, dann zweigen wir in Richtung Säulinghaus ab.

Durch den Wald, über Stock und Stein wandern wir immer höher. Der Säulingipfel kommt immer näher.

Das Säulinghaus lassen wir im Aufstieg aus, dort werden wir nachher noch ein Bierchen trinken. Jetzt

Es sind ein paar Wolken am Himmel, aber eigentlich ist das Wetter, zumindest am Anfang ganz OK. Der steile Teil durch die Südwand meistern wir rasch.

Wieder einmal muss ich feststellen, dass der Weg in keinem so guten Zustand ist. Die Mengen an Leuten, die hier rauflaufen, haben Spuren hinterlassen.

Letu macht es Spaß, für Papa ist es schon fast Routine, hier hochzusteigen. Und für mich ist es natürlich immer wieder besonders, obwohl ich schon so oft hier gestanden bin.

Nach dem Sattel zieht der Nebel ein, plötzlich sehen wir nur mehr ca. 20m. Und dann sehen wir plötzlich, wie aus dem Nichts, einen Steinbock. Welch ein Bild, das majestätische Tier gegen den Nebelvorhang zu sehen.

Wir streben weiter hoch, nun sind es nur noch ein paar Meter zum Gipfel.

Schlussendlich müssen wir noch über den Grat, dann sehen wir das neue Gipfelkreuz.

Schön, dass wir es geschafft haben, heuer, 2024 wieder mal den Säuling (2.048m) bestiegen zu haben. Wir setzen uns unter das Kreuz und schauen durch sich immer wieder öffnende Wolkenfenster ins Tal.

Nun heißt es wieder, den gleichen weg zurück zu gehen, wir kommen gut voran, mittlerweile sind ein paar Wanderer auf dem Weg zum Gipfel. Dank des nicht so tollen Wetters ist der Ansturm heute aber überschaubar.

Immer wieder geben die Wolken kurze Blicke ins Tal frei, um dann wieder eine dicke Watteschicht zu bilden.

Doch je tiefer wir kommen, desto lichter wird das Wolkenspiel und wahrscheinlich haben wir auf der Hütte schon wieder ein wenig Sonne.

Der Abstieg dauert ungefähr gleich lange wie der Aufstieg, weil man bei dem losen Geröll und Schotter immer vorsichtig absteigen muss.

Die letzten Meter zur Hütte schaffen wir auch noch gut, dann haben wir nochmals Glück…

Direkt oberhalb der Hütte sehen wir nochmals zwei junge Steinböcke, die hier auf der Schotterhalde unterhalb des Aufstieges grasen.

Bei der Hütte treffen wir mit Biggi und Georg, die ein wenig später aufgestiegen sind, zusammen, das Timing könnte nicht besser sein. Wir bestellen uns Getränke und was zu essen! So macht Bergsteigen Spaß.

Die Buben sitzen irgendwann still im Schatten, die Handys sind nicht weit. Auch sie haben die Tour genossen.

Der Säuling ist immer wieder einen Aufstieg wert. Ich bin immer wieder gerne auf diesem besonderen Gipfel. Insgeheim freue ich mich schon auf den nächsten Aufstieg!

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:25 h
Gesamtlänge: 8,98 km
Höhenmeter: 955 m

240810 Zusammenfasstung Inntaler Höhenweg

Der Inntaler Höhenweg war eines der Highlights dieses Jahres. Die Tour war super , das Wetter war immer fein, und wir hatten Glück mit den Hütten und auch mit den Mit-Wanderern.

Etappe I

Etappe II

Etappe III

Etappe IV

Etappe V

Etappe VI

Tourendaten (gesamt)
Gesamtdauer: 25:25 h
Gesamtlänge: 77,5 km
Höhenmeter: ∆ 5.140 m / ∇ 5.742 m

240809 Inntaler Höhenweg Etappe VI (Kellerjoch)

Der letzte Tag unserer Wanderung ist angebrochen, das Wetter ist (zumindest auf unserer Höhe wunderbar. Das Frühstück hier auf der Kellerjochhütte ist ein super Start in den neuen Tag, ein Blick aus dem Fenster zeigt blauen Himmel, mit einer Nebeldecke im Tal.

Wir beschließen, noch zur Kapelle am Kellerjoch aufzusteigen, um die Aussicht zu genießen. Die Rucksäcke bleiben in der Hütte, da wir eh den gleichen Weg zurück müssen.

Der Aufstieg ist teilweise drahtseilgesichert, schwierig ist er allerdings nicht. Unterwegs treffen wir immer wieder auf Schafe, die überraschend geländegängig sind.

Die Kapelle wurde 1931 eingeweiht, betreut wird sie von den Schwazer Schützen. Schon viele Male hat hier der Blick eingeschlagen oder der Föhn zugeschlagen. Das ist der exponierten Lage des kleinen Gotteshauses geschuldet.

Der Blick ins Inntal, mit der sich lichtenden Wolkendecke, ist ein würdiger Abschuss unserer Tour.

Auch im Zillertal liegt noch Hochnebel, dieser sieht noch ein wenig kompakter aus als im Inntal.

Wir genießen die Sonne an der Kapelle, und natürlich den wunderbaren Rundumblick.

Am Rückweg passieren wir wieder die Schafe, die sich hier weidlich am Gras satt fressen. Zumindest bei gutem Wetter ein Paradies für die Tiere.

Wir wandern wieder zurück zur Kellerjochhütte, holen unsere Rucksäcke, verabschieden uns, dann steigen wir ab, in Richtung Hecherhaus.

Der Hochnebel hat sich nun fast ganz verzogen, wir sehen einen Teil unserer Tour, den Patscherkofel und auch näher den Gilfert. Eine tolle Tour, das muss ich schon sagen!

Vom Kellerjoch wandern wir Richtung Naunz, hier werden wir fündig… wir packen die Wasserflasche aus, die wir vorsorglich entleert haben und klauben Moosbeeren. Wir haben genau den richtigen Platz gefunden, süß und groß sind die „gschmackigen“ Früchte.

Schon gestern hatten wir beim Aufstieg vom Loassattel viele Moosbeeren (Heidelbeeren) gesehen, aber noch keine Zeit und Muße gehabt, diese zu sammeln. Heute ist das anders.

Nachdem wir unsere Behältnisse gefüllt haben, wandern wir weiter. Wir erreichen den Arbeserkogel (2.026m). Hier kann man noch die Überreste des alten Liftes sehen, der vom Hecherhaus herauf geführt hatte.

Steil wandern wir ins Inntal, nun sehen wir schon das Hecherhaus, das auch als Bergstation der Kellerjochbahn dient.

Hier kehren wir ein, gönnen uns eine kleine Jause. Gestärkt wandern wir, nachdem wir uns gegen die Liftbenutzung entschieden haben, am Wanderweg tiefer ins Tal

Der Steig ist schön und wir sind froh, diese Option gewählt zu haben. Rasch steigen wir tiefer und tiefer. Unterwegs finden wir noch eine kümmerliche Hand voll Pilze.

Schließlich erreichen wir die Talstation der Kellerjochbahn, damit auch das Ende unserer tollen Wanderung.

Ein Blick auf den Fahrplan zeigt uns, dass wir noch viel Zeit zum Warten haben, daher beschließen wir noch auf ein Getränk ins Hotel Frieden zukehren.

Der Ausblick von der Terrasse auf das Inntal ist phänomenal. So ausgerastet, machen wir uns pünklich auf zum Bus.

Eine spannende Fahrt vom Berg ins Tal ist die Busfahrt allemal, wohlbehalten erreichen wir zuerst Hall, und dann fahren wir über Innsbruck zurück nach Aldrans.

Der Inntaler Höhenweg, der mir schon ein paar Jahre immer wieder unterkommen ist, ist endlich absolviert. Und das in bester Gesellschaft. Die Wanderung hat sehr viel Spaß gemacht, die Hütten waren alle Tipp-Topp, das Wetter hat auch gut mitgespielt. Sozusagen alles perfekt! So eine Tour kann ich mir bald wieder vorstellen!

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:18 h
Gesamtlänge: 7,04 km
Höhenmeter: ∆ 168 m / ∇ 1022 m

240808 Inntaler Höhenweg Etappe V (Gilfert)

Heute steht die Königsetappe auf dem Programm. Wir haben uns einen alternativen Zustieg zur Kellerjochhütte überlegt, damit wir nicht über Hochfügen gehen müssen. Bei bestem Wetter starten wir bei der Rastkogelhütte los, zuerst folgen wir dem selben Weg, den wir gestern gekommen sind.

Wir passieren das Sidanjoch, von hier sehen wir schon auf den weiteren Weg mit dem kleinen Gilfert.

Überall in den Tuxern finden wir Weidevieh, die Almen hier sind riesig und sind, zumindest mit menschlichen Augen gesehen, ein Tierparadies! Über sprießt das Gras und dazwischen liegen schöne Tümpel zur Wasserversorgung.

Kurz nach dem Sidanjoch erreichen wir die Abzweigung auf den Kleinen Gilfert (2.388m). Ein schöner, wenn auch schmaler Pfad führt hier auf den Gipfel. Immer wieder fallen uns religiöse Symbole in der Landschaft auf.

Auf dem Gipfel des Kleinen Gilfert ist ein Freidenssymbol installiert, das den Weltreligionen huldigt.

Vom Gipfel steigen wir nach Norden, Richtung Pfundsalm ab. Im Sattel angekommen, steigen wir nun weglos in Richtung Pfaffenbichl (2.431m). Teils am Zaun entlang erreichen wir felsigeres Gelände.

Nun heißt es, im Felslabyrinth einen Weg auf den Gipfel des Pfaffenbichls zu finden.

Meist recht einfach, einmal müssen wir ein kurzes Stück zurück, erreichen wir den abenteuerlichen Gipfel.

Am Gipfel genießen wir den Rundumblick, machen eine kurze Trinkpause. Dann steigen wir wieder Richtung Nordwesten, nun auf einem kleinen Steiglein, hinab zur Bergstation bei der 8er Alm von Hochfügen.

Ich bin nun froh, dass wir den Weg über die Gipfel gegenüber der Strecke oberhalb von Hochfügen gewählt haben.

Ab der Bergstation wird der Weg nun grasig und lieblich, immer am Grat entlang, mit den nächsten Gipfeln vor uns aufgereiht. Die Wolken werden immer mehr, das bereitet uns ein wenig Sorgen.

Als nächstes erreichen wir den Gipfel des Metzen (2.355m). Nur eine einfache Stange markiert den höchsten Punkt.

Wieder steigen wir ein wenig ab, um gleich wieder hochsteigen zu müssen. Der Blick ins Inntal wird nun besser und besser, allerdings sehen wir damit auch die Gewitterfront, die auf uns zukommt.

Rückblickend auf Metzen und Pfaffenbichl schaut der Himmel viel freundlicher aus.

Wir beschließen, den Gipfel des Gilfert raschest möglich zu erreichen, denn sollte uns der Sturm wider erwarten doch noch erwischen, wären wir zumindest nicht mehr so exponiert.

Am Gipfel ziehen wir unser Regengewand an, es hat schon ein wenig getropft. Doch wir sind immer noch zuversichtlich, dass wir nicht ins schwere Wetter kommen werden.

Und genau so verhält es sich dann auch. Die Regenfront streift uns nur ganz leicht, schon bald können wir das Regenzeug im Rucksack verstauen, es ist immer noch warm und die Regenwolken verziehen sich auch schon wieder.

Nun folgen wir dem Steig hinab zum Graukopf und dann weiter zu den Gamssteinen.

Erst erreichen wir den Großen Gamsstein (2.142m), den wir direkt überschreiten.

Das Wetter ist zwar nun trocken geblieben, aber von Zeit zu Zeit kriechen Nebelwolken über den Boden und nehmen uns die Sicht. Ich mag diese Stimmung, wenn man den Weg nur von Zeit zu Zeit sehen kann.

Der Abstieg vom Gilfert zum Loassattel zieht sich, der Weg ist zwar gut, aber eben teilweise steil und einfach nur lang. Zwischendurch erreichen wir den Kleinen Gamsstein (1.924m), der ein wenig abseits vom Weg liegt.

Dann wandern wir weiter durch Alpenrosen- und Moosbeerfelder.

Wir können den weiteren Weg nun gut einsehen, zuerst müssen wir in die Loas (1.675m), dann müssen wir wieder den Anstieg auf das Kellerjoch angehen. Von hier sieht das noch relativ weit aus.

Bald erreichen wir den Loassattel, Biggi meint, dass nun eine Pause unausweichlich ist. Zum Glück gibt es auf der Loas ein Gasthaus, das weithin bekannt für seine Schnitzel ist. Dort wollen wir eine Einkehr halten.

Das Gasthaus, von dem ich schon öfter gehört habe, liegt ein paar Meter unterhalb des Sattels, schon bald haben wir es erreicht.

Wir bestellen uns gemeinsam ein (1!) Schnitzel, und wir werden beide locker satt. Die Portion ist sehr großzügig ausgefallen und das Schnitzel wirklich sehr köstlich. Wir fühlen, wir neue Kraft in uns strömt. Die Pause tut auf jeden Fall gut.

Nun ist der weitere Weg auch nicht mehr so erschreckend. Wir haben gut gerastet und sind wieder motiviert. Wir nehmen den Hochebenweg, der ein wenig flacher in Richtung Naunz führt.

Bei der Naunz müssen wir uns fast 180° in Richtung Süden drehen und nun folgen wir dem Grat hinauf zur Kellerjochhütte (2.237m)

Schließlich erreichen wir die letzte Hütte unserer Wanderung. Am Eingang treffen wir „unsere“ Wiener wieder, die über Hochfügen aufgestiegen sind.
Auch werden wir gleich informiert, dass das Wasser rationiert wurde, da der Tank leer ist. Wir bekommen für die tägliche Hygiene eine Flasche Wasser, aus dem Wasserhahn kommt nichts mehr.

Ab Abend bekommen wir ein wunderbares Essen kredenzt, dazu schönste Farbenspiele am Himmel, die wir unter anderem durch das Stubenfenster beobachten können.
Die Nacht verbringen wir zusammen mit den Wienern in einem Vierbett-Zimmer. Auch hier haben wir wieder viel Glück.

Am Abend ist es frisch geworden, das ist das erste Mal, dass wir am Abend eine Jacke brauchen. Der kurze Regen hat doch ein wenig Abkühlung gebracht.

Tourendaten
Gesamtdauer: 8:20 h
Gesamtlänge: 19,49 km
Höhenmeter: ∆ 1.522 m / ∇ 1.401 m

240807 Inntaler Höhenweg Etappe IV (Rastkogel)

Nach einer guten Nachtruhe im Zweibettzimmer stehen wir vergnügt auf, wir freuen uns schon auf die nächste Etappe. Das Frühstück ist sehr gut, wie eigentlich alles hier auf der Weidener Hütte.
Auf der Veranda sitzen unsere zwei deutschen Kollegen, der Wetterbericht verspricht Gewitter schon am späten Vormittag. Sie haben beschlossen, das Risiko nicht einzugehen, und über den Talboden abzusteigen.
Biggi und ich unterhalten uns mit dem Hüttenwirt, dieser meint, dass wir das leicht schaffen, den Rastkogel haben wir bei Gewitterbeginn schon hinter uns. Da der Himmel auch vielversprechend ausschaut, fällt die Entscheidung auf „Weitergehen“.

Der Himmel ist, von einer paar Wolken im Süden abgesehen, strahlend blau. Eigentlich unvorstellbar, dass schon bald alles anders sein könnte.
Von der Hütte steigen wir zum Nafingsee auf, an diesem vorbei über Almrosen-Weiden und einer kleinen Almhütte immer weiter zum Joch.

Die Kühe werden gerade gemolken, 4 Senner sind gerade fleissig am Werk, das Vieh abzufertigen

Unser Weg liegt noch im Schatten, das ist angenehm, weil fein kühl. Wir werden gegen Mittag noch lange genug in der Sonne laufen!

Der Olperer zeigt sich heute wieder einmal in all seiner Pracht, ein wunderschöner Berg, den man speziell hier in den Tuxern immer wieder gut sehen kann.

Unter uns liegt das Geisljoch, unser Weg führt uns jedoch hinauf zum Nafingjoch (2.489m). Dort verweilen wir einen Moment, genießen den Rundumblick, bevor wir uns zum Aufstieg auf den Rastkogel machen.

Vom Joch haben wir einen wunderbaren Ausblick auf den Hauptalpenkamm.

Unterhalb vom Nafingjoch sind „komische“ Rippen im Gelände, teilweise sind kleine Seen und Teiche dazwischen. Wir wundern uns über die Entstehung dieser „Wellen“.

Südseitig passieren wir die Halsspitze, ein kleiner unmarkierter Gipfel, den wir auslassen. Unter uns liegen die wunderschönen Rastkogelseen.

Bald erreichen wir das Nurpensjoch, das den Abschluss des gleichnamigen Tals darstellt. Dort war ich vor Jahren auf der Haglhütte, mit dem Mountainbike.

Der Weg zum Gipfel schaut noch weit aus, das Hinweisschild relativiert die Gehzeit… lange haben wir es nicht mehr und das Wetter hält noch gut. Zum Glück haben wir die Tour nicht abgebrochen.

Rückblickend sehen wir nochmals die Rastkogelseen und den Olperer.

Der Grat wird ein wenig ausgeprägter, nun ist der Gipfel nicht mehr fern.

Die letzten Meter führen durch leichtes Blockgelände, dann haben wir den höchsten Punkt der Etappe, den Rastkogel (2.762m) erreicht.

Der Ausblick ist überragend, am Himmel zeigen sich leichte Cirren, aber das Wetter schaut noch stabil aus.

Wir gönnen uns eine längere Pause, essen unsere Jause, packen die Landkarte und das Fernglas aus und genießen das Panorama! Eine tolle Aussicht haben wir hier!

Nach der ausgedehnten Pause und einem Gespräch mit einem weiteren Bergsteiger setzen wir unseren Weg fort. Wir steigen ostwärts ab, unter Dreispitz-, Breiten- und Rosskopf führt uns der Weg durch ein namenloses Hochtal.

Hier liegen noch größere Schneereste in den schattigen Passagen, eine Spur auf der Schneedecke zeugt von ungenügendem Risikobewusstsein.

Je tiefer wir wieder absteigen, desto lieblicher wird die Landschaft. Bald sehen wir einen See vor uns liegen, der wohl auch zum Baden einladen würde.

Als wir dort ankommen, sehen wir, dass es sich um ein größeres Feuchtgebiet mit zwei Seen handelt. Der untere See ist recht brackig, aber der obere See wäre toll für eine Erfrischung. Allerdings treibt uns das nun instabiler werdende Wetter zur Eile an.

Über dem Rastkogel brauen sich die ersten Wolken zusammen, und der Weg ist doch noch nicht fertig für heute.

Der Weg führt durch Steilwiesen über dem Tal, im Hintergrund können wir schon die Rastkogelhütte ausmachen.

Die Wolken über dem Rastkogel werden immer mehr, dennoch müssen wir uns noch nicht fürchten. Ein bisschen Zeit haben wir noch. Im Rückblick sieht man den Weg durch die Steilwiesen gut.

Wir erreichen die Abzweigung zum kleinen Gilfert. Morgen müssen wir wieder hier her, denn unsere Alternativroute auf die Kellerjochhütte führt hier vorbei.

Die nächste Station ist das Sidanjoch (2.127m), ab hier ist der Weg nun nicht mehr weit.

Und das ist auch gut so, denn mittlerweile ziehen schwarze Wolken auf.

Ab dem Sidanjoch ist der Weg breit, auch E-Biker treffen wir hier. Vermutlich wurde der Weg genau deswegen erweitert…

Trocken erreichen wir die Rastkogelhütte (2.117m), wunderschön gelegen über dem Sidantal. Im Hintergrund können wir auch Hochfügen ausmachen.

Wir setzen uns auf die Terasse und genießen ein gutes Mittagessen. Die Tagesgäste machen sich ob des Wetters wieder auf den Heimweg, während für uns das Tageswerk getan ist.

Später am Nachmittag öffnet sich die Himmelsschleusen, es regnet ergiebig. Wanderer, die es nicht zeitig in die Hütte geschafft haben, werden dem entsprechend gewaschen.
Unsere Wiener Wanderer schaffen es leider auch nicht, später erzählen sie uns, wie sie inmitten des Gewitters Unterschlupf in einer Felshöhle suchen mussten.

Zum Glück hat unsere Tourenplanung auch heute wieder gut gepasst. Wir sind trocken und sicher angekommen und können den Abend genießen. Auch hier

Tourendaten
Gesamtdauer: 5:17 h
Gesamtlänge: 11,95 km
Höhenmeter: ∆ 1.109 m / ∇ 784 m