Archiv der Kategorie: Bergtouren

230812 Kreuzspitze (2.746m) ✨

Leider ist ein größeres Bergwochenende mit Papa aus gesundheitlichen Gründen ausgefallen, daher überlege ich mir eine Alternative. Schon lange wollte ich zum
„G´schriebenen Stoan“ und den Blauen Seen wandern.
Von der Patscherkofel-Bergstation wandere ich erst den Zirbenweg entlang.

Bald erreiche ich die Grünbodenhütte, eine ehemalige Skihütte, die heute der Gemeinde Lans gehört und exklusiv von den Lanser Dorfbewohnern verwendet werden darf.

Bei der Abzweigung Viggarspitze verlasse ich den Zirbenweg, das kleine Tal gefällt mir auch heute wieder ausnehmend gut! Hier sind noch ein paar Leute unterwegs, teils mit riesengroßen Rucksäcken.

Der Patscherkofel liegt schon in weiter Ferne, dennoch habe ich noch nicht mal ein Viertel meiner Tagestour hinter mich gebracht.

Die Viggarspitze lasse ich heute aus, dennoch sehe ich sie zu greifen nahe. Ich zweige hier ab und begebe mich auf für mich unbekanntes Terrain. Obwohl ich schon so lange in dieser Gegend bin, diesen Pfad bin ich noch nie gegangen.

Erst muss ich ein paar Höhenmeter ins Viggartal absteigen, bis ich den Viggar-Hochleger erreiche. Ab hier zieht der Pfad wieder nach Osten in den Talschluss hinein.

Nach ungefähr 8 km erreiche ich die erste Talstufe, auf dem auch der „G´schriebene Stoan“ liegt. Kleine Wasserlacken, blau schimmern, werden das Landschaftsbild auf.

Der „Stoan“ ist ein mächtiger Monolith aus Glimmerschiefer. Scheinbar haben sich hier schon unsere Altvorderen verewigt, sogar Kaiser Max, leidenschaftlicher Jäger, soll sich im Stein eingraviert haben.
Leider ist von alle dem so gut wie nichts mehr sichtbar, vieles ist, wenn vorhanden, der Verwitterung zum Opfer gefallen. Dennoch ist der Platz sehr beeindruckend. Ich nutze den Ort für meine erste Pause.

Nach feiner Rast schwinge ich meine Wanderschuhe hinauf zur zweiten Talstufe, auf der auch die Blauen Seen liegen. Trefflich heißt der Platz auch „Seegrube“.

Wunderschön glänzen die blauen Wasseraugen in den Himmel und dieser spiegelt sich in der bügelglatten Oberfläche.
Ganz in der Nähe der Seen, es sind 4 Stück insgesamt, entdecke ich die Überreste eines Schafs. Ob das dem Ellbögner Wolf zum Opfer gefallen ist? Eine spannende Frage…

Auf dem weiteren Weg zur Kreuzspitze sehe ich nochmals die Seen in all ihrer Pracht. Es ist wirklich ein schöner Platz hier.

Rechterhand sehe ich die Durrenseespitze, auf der linken Seite ragt die 2.746 m hohe Kreuzspitze auf. Der Weg dorthin ist einfach und bald stehe ich an der höchsten Stelle meiner heutigen Tour.

Rückblickend kann ich nun einen Teil meines bisherigen Weges einsehen. Start am Kofel, dann über das (dunkelgrüne) Grat bis unter die Viggarspitze. Über Almböden zur ersten, dann zur zweiten Talstufe. Und jetzt über Blockgelände hinauf zur Kreuzspitze

Auf der Südseite sehe ich meinen weiteren Weg, zuerst wieder das Grat bis zur Einsattelung, dann über Blockgelände zum Durrensee. Weiter über die Bergschulter und dann ins Arztal und weiter nach Ellbögen.

Leider wird der Himmel nun immer dunkler, zwei Mal tut es einen Spritzer, gerade soviel, dass man keine Regenjacke braucht. Fein ist es allerdings nicht…

Über das Blockgrat steige ich ab, unterhalb der Durrenseespitze verliere ich ein paar Mal den Weg aus den Augen und kraxle über Schutthalden ab.

Am Durrensee treffe ich auf Leute, dennoch war die Tour (und bleibt es auch noch auf der weiteren Strecke) einsam. Eine echte Wohltat!

Riesige Almwiesen öffnen sich im Arztal, im Winter perfektes Skitourengelände. Gegenüber erblicke ich die Seeblesspitze und das Pfoner Kreuzjöchl, beide von Wolfi und mir im Winter bestiegen.

Überall fließen kleine Bächlein, Wasser ist in dieser Gegend keine Mangelware. Ganz im Kontrast zum Karwendel, dort ist Wasser oft ein gesuchtes Gut!

Bald sehe ich den Arztaler Hochleger, Kühe und Pferde sind hier auf Sommerfrische. Schafe habe ich allerdings nicht gesehen, evtl. bedingt durch die Wolfssichtungen hier.

Vom Hochleger führt eine steile, aber gut zu gehende Almstraße zuerst zum Arztaler Niederleger, den ich heute auslasse, und weiter zur Rosenjochhütte, auch Eisenbahnerhütte genannt.

Da ich mit dem Bus angereist bin, führt mich mein Weg heute nicht zum Parkplatz Hinterlarcher, sondern direkt nach Innerellbögen. Dort sollte ich wieder einen Bus nach Hause finden.

Das Wetter hält schlussendlich doch, die Wolken wirken zwar bedrohlich, aber bis auf einen kurzen Guss in der Nähe der Durrenseespitze bin ich trocken geblieben.

Die Hinterlocher Mühle passiere ich auf diesem Wege auch. Die immer noch verwendete Mühle kann im Sommer besichtigt werden, dann werden Interessierte in das Handwerk des Müllers eingeführt.

Der Falkesanerbach, von dem die Mühle das Wasser bezieht, führt überraschend viel Wasser. Wenn ich allerdings an die vielen kleinen Bäche im hinteren Arztal denke, dann ist das auch kein Wunder.

Am Eingang zum Weiler „Innerellbögen“ steht ein wunderschöner Bauernhof, der zu einem längeren Verweilen einladen würde. Ein Blick auf die Uhr mahnt mich jedoch zur Eile, der Bus sollte in 5 Minuten an der Bushaltestelle ankommen. Ob sich das ausgeht?

Dank Autostopp schaffe ich den letzten Kilometer punktgenau zur Bushaltestelle, schon biegt das Öffi um die Kurve. Gott sei´s Gedankt, ansonsten hätte ich hier eine Stunde warten müssen.
Nun kann ich mich zurücklehnen und erreiche rasch wieder mein Zuhause.

Die Wanderung wollte ich schon lange machen, endlich kann ich auch diese Tour auf meiner ToDo-Liste abhacken. Wunderbar!

Tourendaten
Gesamtdauer: 5:44 h
Gesamtlänge: 20,50 km
Höhenmeter: ∆ 1.179 m / ∇ 1.978 m

230730 Wilde Bande Steig, Halltal ✨

Nach einer guten Nachruhe stehen wir erholt und ausgeruht auf. Ich habe mir ungeschickter Weise am Vortag zwei satte Blasen eingefangen, diese werden nun mit Blasenpflaster versorgt. Anschließend steht ein stärkendes Frühstück am Programm.

Von der Hütte, das Wetter schaut akzeptabel aus, steigen wir nordwärts zum Einstieg des Klettersteiges auf den Kleinen Bettelwurf auf.

Zwar sind genug Wolken anwesend, doch die Sonne lacht immer wieder zwischen Fenstern hervor.

Wir haben den Einstieg fast erreicht, als sich das Wetter fast schlagartig ändert. Es ist finster geworden und nach kurzer Beratung beschließen wir, umzudrehen.

Beim Abstieg zur Bettelwurfhütte fängt es auch zu regnen, die Entscheidung war also richt gewesen.

In der Früh haben wir einen Teil der Ausrüstung bei der Hütte gelassen, diese Sachen holen wir mil ab. Dann beschließen wir über Lafatscherjoch, Issboden und Herrenhäuser abzusteigen.

Über den Wilde-Bande-Steig machen wir uns, Papa und ich schon zum zweiten Mal dieses Wochenende, auf zum Lafatscherjoch.

Der Weg ist fein zu gehen, das Wetter ist so lala. Immerhin ist es nicht so heiß und wir müssen nicht schwitzen beim wandern.

Der Weg zieht sich gefühlt ewig hin, und es geht immer aufwärts, egal welche Richtung man geht. Dann beginnt auch noch der Regen stärker zu werden und wir sind dankbar, dass wir am Bettelwurf umgekehrt sind.

Das Wetter wird immer schlechter, je weiter wir nach Westen kommen.

Beim Lafatscherjoch kommt auch noch ein leichter Wind dazu, nun wird es richtig kühl. Zum Glück sind wir halbwegs gut ausgerüstet.

Am Lafatscherjoch machen wir eine kurze Pause, trinken etwas und schauen retour auf unseren Aufstiegsweg auf die Speckkarspitze vom Vortag.

Das Lafatscherjoch kenne ich noch mit besserem Wetter, vor vielen Jahren bin ich hier mit Alfons mal mit dem Mountainbike rübergekommen, da sind wir von Scharnitz nach Hall in Tirol gefahren.

Den Weg vom Joch hinab zum Issboden sind wir damals teils abgefahren, beim Zustand des Weges kann ich mir das fast nicht vorstellen. Per Pedes ist der Weg allerdings gut begehbar.

Der Blick reicht von hier zurück bis zum Stempeljoch. Unvorstellbar, dass die Bergwerker hier früher die Stempel (Holzpflöcke) von der Pfeis herüber transportiert haben.

Der Blick retour offenbart uns nochmals, dass die Besteigung des Bettelwurfs heute keine feine Sache gewesen wäre.

Als wir im Issboden ankommen, ist der Wind abgeflaut und es sind sogar erste blaue Flecken am Himmel zu sehen. Vielleicht haben wir jetzt am Nachmittag noch Glück mit dem Wetter.

Durch den kleinen Wald am Issboden wandern wir auf der Forststraße zu den Herrenhäusern.

Dann erreichen wir die ersten Zeugnisse des Bergbaus. Das altehrwürdige Berghaus, Unterkunft für die Knappen am Wasserbergstollen, zeugt noch von einer regen Bergbautätigkeit. 1967 wurde der Bergbau nach fast 700 jährigem Bestehen eingestellt.

Bei den Herrenhäusern angekommen, einem Komplex sehr schöner Gebäude, schauen wir uns die Zeugnisse der vergangenen Zeit an.

Der König Max Stollen ist der einzige verbliebene Stollen, den man auf ca. 5m befahren kann, zumindest wenn man als Besucher kommt. Mittlerweile wurde sogar im hinteren Bereich ein Licht montiert, damit sieht man recht tief in den Stollen.

Die Rupertikapelle, schön restauriert vom Absamer Künstler Obleitner, erstrahlt wieder in meinem Glanz, nachdem sie nach der Auflassung des Bergbaus durch Vandalismus stark in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Auch das südwestliche Eck des Herrenhauses, das 1999 von einer Lawine stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, und anschließend provisorisch mit Dachpapp repariert wurde, erstrahlt in neuem Glanz. Wenngleich es sich hier nur um eine bedruckte Plane handelt. Ein neuer Verein bemüht sich um den Erhalt, scheinbar mit Erfolg.

Bei St. Magdalena, dem einzigen bewirteten Stützpunkt im unteren Halltal, gönnen wir uns ein Erfrischungsgetränk. Daniel, immer um das Allgemeinwohl bedacht, hat noch eine Jause mitgebracht, die wir allerdings erst im Abstieg genießen.

Und langsam schließt sich der Kreis wieder, im Abstieg sehen wir den Klettersteig, den Maggo und Daniel am Vortag bewältigt haben, in voller Pracht.

Der Abstieg durch den schönen Buchenwald ist für mich auch immer wieder ein Erlebnis, ich bin einfach gerne hier im Halltal.

Auch unseren, Papa und meinen Aufstiegsweg können wir nochmals ausgiebig betrachten. Die mächtige Bettelwurfreise schaut von unten fast ein wenig zum Fürchten aus.

Wohlbehalten erreichen wir wieder den Parkplatz am Hackl. Obwohl wir unsere Ziele nicht ganz erreicht haben, hatten wir doch zwei schöne und ereignisreiche Tage, die wir wohl nicht so schnell vergessen werden.

Auf der Heimfahrt, das Wetter ist nun wirklich besser geworden, sehen wir nochmals den gewaltigen Bergstock, Kleiner und Großer Bettelwurf, die Hohe Fürleg, Tratten, und auch den Hundskopf. Im Vordergrund linkerhand der Zunterkopf.

Ein tolles Wochenende in feinster Gesellschaft ist nun zu Ende. Wir hatten sehr viel Spaß und das wird nicht die letzte Runde in dieser Konstellation sein. Berg Heil!

Tourendaten
Gesamtdauer: 5:29 h
Gesamtlänge: 18,26 km
Höhenmeter: △ 613 m / ▽ 1.915 m

230729 Bettelwurfhütte, Speckkarspitze (2.621 m) ✨

Ein Bergsteigerwochenende steht vor der Tür… bei der Planung haben wir allerdings vergessen, gutes Wetter einzufordern. Nun fahren wir, Papa und ich, über regennasse Straßen und beeindruckenden Wolkenformationen zum Treffpunkt.
Am Hackl in Absam treffen wir auf den zweiten Teil der Gesellschaft, Maggo und Daniel. Gemeinsam wollen wir heute den Absamer Klettersteig und nach einer Übernachtung auf der Bettelwurfhütte weiter auf den Großen Bettelwurf gehen.

Es ist nicht kalt, aber das Wetter ist dennoch nicht angenehm. Wir steigen vom Hackl über den Fluchtsteig bis zur „Ersten Ladhütte“ auf, dort zweigen wir auf den Weg zum Klettersteig.

Nach kurzer Beratung, der Fels ist nass, beschließen Maggo und Daniel den Klettersteig zu besuchen, während Papa und ich auf dem Normalweg zur Hütte aufsteigen werden.

Das Wetter spiel heute alle Stücke, mal reißt die Wolkendecke auf, im nächsten Moment ziehen wieder verrückte Wolken durch das Tal. Der Aufstieg durch Schotterreisen und Latschenfeldern gestaltet sich allerdings so angenehm.

An der Farbe der Wechselreise kann man sehen, dass es doch ganz nett geregnet haben muss in den Nachtstunden. Meine geliebte Abfahrtsspur ist heute besonders gut zu sehen (siehe Hüttenspitze).

Während Papa und ich rasch über den Normalsteig aufsteigen, sind Maggo und Daniel voller Genuss im Klettersteig. Ein paar rutschige Stellen an den Platten sind vorhanden, aber generell ist der Steig gut zu gehen.

Je höher wir kommen, desto schöner zeigt sich erst das Halltal, später auch noch das Inntal.

Am sogenannten „Juchizer“ sehen wir dann die Hütte das erste Mal, doch trotz vermeintlicher Nähe zieht sich der Weg zur Hütte ganz nett…

Der Normalweg auf die Bettelwurfhütte ist an heißen Tagen nicht empfehlenswert, aber heute fein zu besteigen. Dennoch ist es kein trivialer Wandersteig, sondern auch schon ein teilweise seil-versicherter Alpinsteig.

Maggo und Daniel befinden sich zu dieser Zeit bei den wunderschönen Platten im Klettersteig, auch hier ist die Aussicht wunderbar!

Papa und ich haben mittlerweile die Bettelwurfhütte (2.077m) erreicht, unser Zimmer bezogen, eine kleine Speise und das obligatorische Erfrischungsgetränk zu uns genommen. Da Maggo und Daniel noch eine Weile unterwegs sind, machen wir uns auf, die Speckkarspitze (2.621m) zu besuchen.

Das Wetter hat aufgerissen, es schaut gar nicht schlecht aus. Den Wilde-Bande-Steig von der Bettelwurfhütte zum Lafatscherjoch (2.081m) geht in angenehmem Auf und Ab durch Schotterfelder und Felsen. Zwischendurch sehen wir immer wieder Gämsen.

Der Blick kurz vor dem Lafatscherjoch zurück zeigt das beeindruckende Massiv des Bettelwurfs und den Steig von der Hütte.

Die gegensätzliche Richtung offenbart uns das hintere Halltal, den Issboden und das Stempeljoch.

Vom Lafatscherjoch steigen wir mühselig über Schotter in Richtung „Südwestgrat“ auf

Im oberen Teil wird es dann ein wenig spannender, zwei Stellen erfordern den Einsatz der Hände, und 2-3 luftige Gratstellen müssen gemeistert werden.

Die Aussicht in den Issboden und ins Tal des Lafatscherbachs, auch Isarursprung genannt, ist beeindruckend.

In angenehmer Kraxelei bewegen wir uns zum Gipfel, immer wieder tauchen neue Impressionen auf, ein sehr schöner Weg führt hier zum Gipfel.

Der letzte Aufschwung zum Gipfel besteht wieder aus wunderbarstem Karwendelbrösel, es ist aber nicht ausgesetzt oder schwierig.

Schließlich erreichen wir das Gipfelkreuz und genießen die schöne Aussicht. Endlich habe ich auch diesen Gipfel, den ich immer wieder von zu Hause bewundert kann, bestiegen.

Der Blick gen Westen zeigt das wild-schroffe Grat über den Signalkopf und den Kleinen und Großen Bettelwurf. Letztere das Ziel für den nächsten Tag…

Wir genießen die Pause auf dem Gipfel, es ist allerdings kühl, nicht verwunderlich in dieser Höhe. Also Abstiegsroute wählen wir den Nordwestkamm.

Vermehrte Wolkenbildung erinnert uns daran, weiterzumachen. Aber noch ist kein Grund zur Besorgnis.

Ein Blick ins zentrale Karwendel offenbart und Blicke auf die Hinterautal-Vomper-Kette mit dem höchsten Gipfel des Karwendels: der Birkkarspitze (2.749m). Ein lohnendes Ziel, das auch noch auf der Liste steht…

Der Abstieg über den Normalweg (Nordwestkamm) ist im Gegensatz zum Aufstieg seil-versichert, aber auch einfacher. Beim Abstieg denke ich mir nicht nur einmal, dass wir die richtige Runde gemacht haben… der Aufstieg hier wäre um einiges mühseliger gewesen.

Bald erreichen wir, wieder beobachtet von Gämsen, das Joch.

Der Blick zurück zeigt uns nochmals schön eine Übersicht über den Abstieg von der Speckkarspitze.

Fast schon plötzlich verschlechtert sich das Wetter, eine ungute Wolkenbank zieht aus Westen an. Nun heißt es sich sputen, das könnte noch was abgeben.

Papa gibt es straffes Tempo vor, der Wilde-Bande-Steig lässt zum Glück eine höhere Geschwindigkeit zu.

Unterwegs treffen wir eine Familie mit zwei Kindern. Der kleinere Junge braucht an manchen Stellen ein wenig länger, die Schwester ist fit und muss warten. Kurzentschlossen nehmen wir die Schwester mit zur Hütte, damit sich die Eltern auf den Sohn konzentrieren können.

Fast trocken erreichen wir die Hütte, Maggo und Daniel hatten noch einen Kurztrip zum Signalkopf gemacht, allerdings den finalen Aufstieg nicht gemacht.
Dafür haben sie schon ein Erfrischungsgetränk auf dem Tisch. Rasch bestellen wir auch so einen Saft, der Durst war am Schluss nämlich schon groß.

Bei einem gemütlichen Hüttenabend werden Geschichten ausgetauscht, gelacht und debattiert. Genau so sollte es sein! Ins Bett gehen wir dann alle gern! Ein langer Tag liegt hinter uns… und morgen haben wir auch noch was vor!

Tourendaten
Gesamtdauer: 7:18 h
Gesamtlänge: 20,68 km
Höhenmeter: △ 2.066 m / ▽ 929 m

230624 Bergfeuern Viggarspitze (2.306m)

Und jährlich grüßt das Murmeltier… dieses Mal allerdings im positiven Sinne. Es ist wieder Bergfeuer-Tag. Wir treffen uns wie gewohnt um 14:00 Uhr im Dorf, packen die Bierbänke, Grill und persönliche habe auf den Transporter, damit fahren wir in ca. 1 h auf den Issboden.

Geschäftig werden die Zelte aufgestellt, das Lagerfeuer vorbereitet und das Granulat auf die Rucksäcke verteilt.

Heuer haben wir eine tolle Mannschaft, viele fleißige Helfer haben sich eingefunden, um diesen „Feiertag“ zu begehen.

Bald ist die Abmarschbereitschaft hergestellt, die Rucksäcke sind gut befüllt und wir können losgehen.

Das erste Stück über die Weide und durch den steilen Wald zum Zirbenweg ist immer am anspruchsvollsten. Doch wir kommen gut vom Fleck. Das Wetter meint es heute auch gut mit uns, es ist fein warm, aber nicht zu heiß.

Über kleine Bergpfade erreichen wir schon bald den Zirbenweg, der sich vom Patscherkofel zum Glungezer rüber zieht.

Wir verlassen allerdings den Weg schon bald wieder und wandern über die Westflanke hinauf zum Gipfel der Viggarspitze (2.306m)

Vor zwei Wochen bin ich hier schon am Weg (siehe Zirbenweg+) gewesen, da war auf dem Morgenkogel und den umliegenden Bergen noch ein wenig mehr Schnee… die Hitze der letzten tage hat ihren Tribut gefordert.

Dann haben wir den Gipfel erreicht, eine kurze Verschnaufpause ist uns gegönnt. Das Wetter ist heute echt perfekt, der typische Wind auf diesen Gipfeln säuselt und natürlich auch um die Ohren.

Einer hat eine Drohne mitgenommen, damit werden dann tolle Aufnahmen von uns auf dem Gipfel gemacht… das ist schon eine tolle Erfindung.

Die Sonne versinkt langsam hinter den Bergen bzw. Wolken am Horizont. Es ist Zeit, die vorbereiteten Granulate anzuzünden.

Nach den üblichen Startschwierigkeiten wegen dem Wind flackern dann doch alle Feuer am Gipfelgrat auf. Da wir heute üppig mit Granulat versorgt sind, brennen die Feuer noch heller als sonst.

Letu hat sich eine Stelle am unteren Grat für das Feuer ausgesucht, auf den später gesichteten Bildern kann man diesen „Ausreißer“ gut erkennen.

Bald wird es dumper, damit einhergehend sinken auch die Temperaturen rasch. Die Jüngsten unserer Gruppe machen sich auf zum wärmenden Lagerfeuer am Issboden.

Nach und nach folgt der Großteil der Mannschaft, nur ein paar Wenige bleiben noch als Feuerwacht am Gipfel.

Rasch erreichen wir wieder das Stück des Zirbenweges, ein Blick zurück zeigt uns die tollen Feuer, die wir entzündet haben.

Schließlich erreichen auch wir den Zeltplatz, das Lagerfeuer haben wir schon von weitem sehen können. Am Feuer ist es immer warm, es gibt noch Stockbrot und Würstel. Was wünscht man sich mehr.

Nach einer kühlen Nacht, nicht jedem sein Schlafsack war so warm wie angenommen, stehen wir wieder am Lagerfeuer, bzw. bauen unser Camp ab.

Dann heißt es nur noch warten, bis unser Abholservice und wieder vom Boden einsammelt. Rasch werden die Sachen auf die Ladefläche verstaut, dann fahren wir wieder runter ins Tal.

Ein erfolgreiches Bergfeuern geht seinem Ende zu, heuer war fast alles perfekt. Eine Verletzung hatten wir, diese musste im Krankenhaus versorgt werden. Doch am nächsten Tag schaut schon wieder alles besser aus!

Tourendaten
Gesamtdauer: ca. 2:00 h
Gesamtlänge: 5,01 km
Höhenmeter: 467 m

230325 Ferrata Crench, Monte Croce di Perlé (1.031m)

Der zweite Tag unseres Buabenwochenendes startet mit gold-schönem Wetter. Es ist warm, super sonnig und die Aussicht ist fulminant.
Nach einem üppigen Frühstück fahren wir von Casto nach Idro, dort starten wir unsere Wanderung mit Klettersteigeinlage.

Vom Parkplatz starten wir sofort bergauf, der erste Teil der Strecke ist der Klettersteig „Via Ferrata Crench“ mit einer Bewertung C/D (schwierig/sehr schwierig). Schon nach kurzem Höhengewinn genießen wir wieder eine göttliche Aussicht auf die Umgebung mit dem tiefblauen Idrosee.

Der Klettersteig startet angenehm, die Schwierigkeiten sind bei weitem nicht so krass wie Vortag, zumindest ist das meine Empfindung. Heute ist richtiger Genuss angesagt, der Steig macht mir richtig Spaß.

Die Schlüsselstelle, mit einer Kette entschärft, ist bei weitem nicht so wild wie vermutet, einmal fest zugreifen, und die Stelle ist überwunden.

Der weitere Weg ist schön, aber unschwierig und macht richtig Spaß. Der Steig, und die Aussicht auf Idro und den See ist wunderschön.

Die Ferrata zieht direkt hinauf zum „Punta Pelata (632 m)“, dem Schlusspunkt der Steiganlage. Dort wartet ein schöne Gipfelkreuz auf uns. Leider haben wir sowohl Brotzeit als auch ein Isogetränk zu Gunsten der Bequemlichkeit (leichter Rucksack) im Tal gelassen…

Doch Maggo überrascht uns mit einem „gschmackigen“ Himbeergeist… schon lange hatte ich keinen Gipfelschaps mehr gehabt!

Es ist wirklich unmöglich, den heutigen Tag nicht zu genießen. Wunderbare Gesellschaft, super Wetter und eine Aussicht, die schwer zu schlagen ist.

Wir verbringen eine feine Pause auf dem Gipfel, dann geht am Gratrücken weiter in Richtung „Cima Crench“.

Wir kommen auch an alten Stellungen aus dem Weltkrieg I (1914-1918) vorbei, die wir natürlich auch inspizieren. Hier an dieser Stelle verlief vor dem Krieg die Österreichisch-Italienische Grenze…

Auf dem „Cima Crench“ machen wir nochmals eine kurze Pause, dann steigen wir gegen Westen ab.

An einer Stelle haben wir eine wunderschöne Aussicht auf den nördlichen Teil des Sees. Was mir immer wieder auffällt… im Vergleich zu anderen, z.B. den Schweizer Seen ist der Idrosee relativ naturbelassen!

Immer wieder öffnet sich der sonst oft waldige Weg und lässt uns auch den weiteren Weg einsehen. An einer Stelle kann Alfons sogar unser höchstes Tagesziel, den „Monte Croce di Perlé (1.031 m)“ virtuell berühren

Ab hier verläuft der Wanderpfad oft im Wald. Es ist sehr trocken, später werden wir von unserer Vermieterin erfahren, dass es hier schon Monate nicht mehr geregnet hat…

So mancher Rückblick zeigt uns den schon begangenen Weg…

Schließlich erreichen wir im Gänsemarsch den „Monte Croce“. Trotz des wunderschönen Wetters sind uns nur ein paar Leute begegnet, im Sommer ist hier sicher viel mehr los.

Nach einer ausgiebigen Gipfelrast ohne Jause (wer die wohl vergessen hat) steigen wir ins Tal ab. Der Weg führt uns um den Gipfelstock, aber es geht nur noch abwärts.

Im schönen Dörfchen Idro suchen wir uns ein Kaffee, wir sind hungrig und auch ein wenig müde.

Ein feines Lokal direkt am See wird von uns auserkoren… die beigestellten Knabbereien sind rasch leer…

Da wir doch ein Stück zur Unterkunft fahren müssen, beschließen wir uns auf den Heimweg zu machen, obwohl es hier gemütlich zum sitzen wäre…

… dafür sitzen wir am Abend wieder gemütlich in unserer Pizzeria zusammen. Der Abend zahlt sich aus, es ist lustig und so schnell kommen wir dann doch nicht zu Bette.

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:57 h
Gesamtlänge: 9,64 km
Höhenmeter: 853 m
KS-Schwierigkeit: C/D (Schwierig)

221030 Säulingumrundung

Nach unserem Trip nach Bozen steht schon die nächste Reise an. Wir fahren auf die Hütte, dort müssen noch ein paar Sachen vor dem Winter erledigt werden. Letu und ich übernachten auf der Hütte, am nächsten Tag stößt Papa noch zu uns.

Wir wollen heute um den Säuling gehen, den Gipfel wollen wir am Rückweg dann noch mitnehmen. Start ist zuerst wieder der Forstweg bis zur Abzweigung „Pflacher Älpele“, dann folgen wir dem Steig zum Säulinghaus.

Trotz regem Andrang ist die Hütte heute geschlossen. Allerdings könnte das Naturfreundehaus evtl. am Nachmittag öffnen, so unser Kalkül. Wir wandern weiter in Richtung Pilgerschrofen.

Plötzlich sehen wir ein kleine Herde Steinböcke, die nicht weit vom Wege grasen. für Letu und mich eine kleine Sensation, Papa kennt diese Herde schon besser.

Nachdem wir uns an den majestätischen Tieren sattgesehen haben, wandern wir in konstantem Auf- und Ab weiter zum Pilgerschrofen.

Im Rückblick kann man gut den Gipfel des Säulings ausmachen. Es ist warm, ein leichter Föhnwind bläst.

Der Ausblick auf den Talkessel, das Lechtal und die Tannheimer Berge ist beeindruckend, allerdings bilden sich schon leichte Schlieren in der Luft.

Auch das Alpenvorland, Vils, Pfronten kann man von hier gut einsehen.

An der „berühmten“ blau-weißen Grenzstange, die auch den Aufstieg zum Pilgerschrofen kennzeichnet, machen wir eine kurze Trinkpause.

Dann wird es ein wenig schattig, wir sind nun in den Nordhängen der 12 Apostel, die über uns thronen.

Auch hier ist stetiger Wechsel von Auf- und Abstieg zu bewältigen, bis wir wieder auf die Abzweigung zum Säuling stoßen.

Ab hier wird der Weg wieder ein wenig interessanter, ein paar harmlose Kletterstellen gefallen besonders meinem Junior.

Die kleine Eisenleiter ist sicher ein Highlight des kurzweiligen Aufstieges.

Es sind nun schon mehr Leute am Weg, die von der Bleckenau, bzw. vom Schloss Neuschwanstein aufgestiegen sind. Beim Blick zurück ins Alpenvorland kann man das Schloss, dahinter den Forggensee gut erkennen.

Kurz vor dem Hexenboden am Säuling erblicken wir das erste Mal den Gipfelaufstieg. Uns trifft fast der Schlag, wahre Kolonnen sind auf dem Weg zum Gipfel. Für einen Sonntag war das eigentlich zu erwarten.

Letu legt sich kurz in die Sonne, während Papa und ich überlegen, wie wir weitergehen sollen. Nach kurzer Beratung beschließen wir, den Gipfel heute auszulassen, zu viele Leute sind am Weg. Nicht nur die Staugefahr ist hoch, auch Steinschlag ist somit ein Thema.

Der knackige Abstieg zum Säulinghaus ist jetzt noch besser machbar, wenn sich nicht alle Leute im Abstieg befinden. Hier heißt es nun aufpassen, auch um keine Steine loszutreten.

An den Engstellen müssen wir immer wieder auf Leute, die von unten kommen, warten. Es ist echt die Hölle los…

Unbeschadet erreichen wir das Säulinghaus, hier machen wir nochmals eine kurze Pause. Die Hütte ist immer noch geschlossen, der Wirt versäumt heute wohl einen potentiell umsatzreichen Tag.

Nach kurzer Rast und Stärkung machen wir uns wieder zur unserer Hütte auf, dort gibt es zwar kein Bier, aber Saft und eine gute Brotzeit.

Am Forstweg entlang erreichen wir schon bald die Abzweigung zur Hütte, am Himmel sind immer wieder Föhnfische zu sehen.

An der Hütte setzen wir uns gemütlich in die Sonne und lassen uns die Jause schmecken. Wieder mal haben wir den Tag gut genutzt und sind zufrieden mit der schönen Tour.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:45 h
Gesamtlänge: 12,97 km
Höhenmeter: ▲1.270 m / ▼ 1.284 m

221023 Hüttenspitze (1.858m)

Ein schöner Tag kündigt sich an, im Tal hält sich noch Nebel, die Höhen sind schon klar. Ein wunderbarer Start für eine Bergtag. Die Hüttenspitze ist wieder mal das Ziel.

Da ich aktuell das Auto von meiner Mama zur Verfügung habe, sind solche Touren auch gut möglich, mit dem Bus ist es schon ein wenig aufwendig, hierher zu kommen. Ich parke bei der Walderkapelle, nach kurzem Marsch passiere ich die Sprungschanze.

Ich steige auf der Ostseite des Halltals und des Halltalbachs auf, gegenüber von mir entledigt sich der Zunterkopf der letzten Nebelfetzen und zeigt seinen breiten Rücken…

Obwohl mir vorkommt, dass die Hüttenspitze doch ein paar Besucher empfängt, ist der Steig schmal und wirkt an manchen Stellen sogar ein wenig urig. Das sollte nicht täuschen, einige Wanderer besuchen hier die Winkler- oder die Alpensöhnehütte.

Gedankenverloren bleibe ich einmal kurz stehen, sehe aus dem Augenwinkel etwas. Ich drehe meinen Kopf, keine 3 Meter von mir stehe eine Gämse. Ich schaue genau, kann aber keine Bewegung ausmachen… was ist los mit dem Tier. Ich gehe ein paar Schritte und sehe wie sich der Kopf der Gämse dreht. Also doch nicht ausgestopft…

Eine eigentümliche Situation, mit der Gämse. Fast ein wenig gruslig…
Ich habe nun gut an Höhe gewonnen, der Ausblick ins Halltal öffnet sich mehr und mehr.

Noch komme ich immer wieder in leichten Bergwald, der mir die Sicht raubt, aber weit kann es nicht mehr sein, in die baumfreie Zone.

Vorbei an der Winklerhütte, dort finde ich einen frisch ausgelegten Geocache „Halltalerhütte“ stapfe ich nun zur zweiten Hütte auf meinem Weg.

Obwohl, wie gesagt, nicht die Massen hier rauf laufen ist der Weg hier bei den Hütten gut gewartet und zeugt von viel Liebe für die Instandhaltung…

Die zweite und letzte Hütte, die Alpensöhnehütte thront hoch über dem wilden Halltal.

Besonders der Ausblick hinter der Seilbahn, mit Bankl ist jeden Groschen wert! Auch hier wurde vor kurzem ein neuer Cache verlegt: der Halltalblick.

Nachdem ich mich an der Aussicht satt gesehen habe, mit Zunterkopf, Herrenhäusern, St. Magdalena, Wildangerspitze, Kartellerjöchl, Roßkopf, Lafatscher und Speckkarspitze, folge ich weiter meinem Wege.

Der Baumbestand ist nun den zähen Zunterstauden gewichen, die selbst strengen Wettern standhalten können und dem Wanderer im Hochsommer den letzten Tropfen Wasser aus dem Körper zu saugen vermögen.

Eine steile Steinrinne, zum Glück frei von Gämsen, tut sich vor mir auf. Gerne bringe ich dieses Hindernis rasch hinter mich…

… bald darauf quert der Weg einen schotterigen Hang, auch hier, wie fast überall am Weg heute, beobachten mich zwei Gämsen. Ich komme mir schon fast wie bei Hitchcock vor. Und wie von mir befürchtet, alsbald flüchten die scheuen Tiere und ein Steinhagel ergießt sich in die oben genannte Schlucht.

Ein Wanderer, der hinter mir im Aufstieg ist, hatte Glück und war kurz vorher aus der Rinne ausgestiegen. So was könnte auch ins Auge gehen.

Erst kurz vor dem Erreichen der Hüttenspitze offenbart sich mir das kleine Kreuz. Ein paar Meter muss ich noch absteigen, damit ich schließlich zum Gipfel steigen kann.

Schon öfter bin ihr am Gipfel gestanden, auch heute wieder ist ein grandioser Tag, wenn gleich nun der Föhn ein wenig Kühle in die Jause bringt.

Eine rasche Stärkung muss sein, dann setzte ich meinen Weg fort. Von der Hüttenspitze steige ich in die Wechselreise ab, die mich rasch ins Halltal zurückbringen wird.

Ein paar kurze Kraxelstellen sind zu bewältigen, dann erreiche ich den Übergang zur Wechselreise.

Dieses mächtige Schotterfeld, ein Spielplatz sondergleichen, öffnet sich mir. Wenngleich der obere Teil Dank grobem Schotter nicht ganz leicht zu bewältigen ist…

… wird der Kies im unteren Teil immer feiner, da steht dem „Reisenlaufen“ nichts mehr im Wege… beim gelben Kreuz, schon von weit oben sichtbar, muss ich nach links ausweichen, denn dort führt der reguläre Weg weiter in die Talsohle.

Ein Blick zurück lässt mich erfreut lächeln, Hüttenspitze mit Winklerwand, und links daneben die Wechselreise sind für mich ein wunderbares Bild, das mir nie fad werden wird.

Die gegenüberliegende Seite, nun im wunderschönen Licht, offenbart das urtümliche Halltal.

Der Steig führt nun über erdige Wege hinunter zur Wasserfassung und zum Bettelwurfbrünndl, dort wechsle ich auf den Fluchtsteig.

Dieser Fluchtsteig war immer eine relativ sichere Variante für die Salzknappen, ihren Arbeitsplatz im hinteren Halltal zu erreichen. Heute lädt dieser Wege viele Sonntagsspaziergänger ein, die ein wenig Erholung in der Natur suchen.

Nach der einsamen Überschreitung der Hüttenspitze ist es für mich ein großer Kontrast, wie viele Leute heute hier zu Gange sind.

Da ich bei der Walderkapelle parke, geht es für mich über eine Brücke üben den Weißenbach, dann spaziere ich auf breiter Straße zum Parkplatz.
Beim Auto werde ich nochmals einen Blick hinauf zur Gleiersch-Halltal-Kette, Wechselspitze, Hohe Fürleg, Walderkampspitze, Tratten und Hundskopf… so viele schöne Ziele noch!

Ich bin froh und dankbar, dass ich einen solch schönen Tag im wunderschönen Halltal verbringen durfte! Hoffentlich bald wieder…

Tourendaten
Gesamtlänge: 11,0 km
Gesamtdauer: 3:30 h
Höhenmeter: ∆ 1.085m / ∇ 1.085m

221009 Tauernüberschreitung (1.841 m)

Der Herbst mit seinen schönen Farben ist für mich einfach die beste Wanderzeit. Heute plane ich mit Papa die Tauernüberschreitung von Nordwest nach Ost und zurück über den Plansee.

Wir starten beim Parkplatz auf der Sattelhöhe, kurz vor Frauenbrünnele. Von dort kann man auch gut runter zu den Stuibenfälle spazieren.

Unser Aufstieg ist steil, teilweise rutschig und einsam. Manchmal steht eine Gams in der Nähe, schaut skeptisch und grast weiter… ansonsten sind nur ein paar Vögel und viel Natur vorhanden.

Während der untere Teil der Wanderung im Wald liegt, lichtet sich weiter oben die Vegetation, es sind nur ein paar Latschen vorhanden. Dafür nimmt die Aussicht zu, schon kann man den Talkessel, die Tannheimer Berge, Säuling und Alpenvorland gut einsehen.
Viel Zeit zum Erholen habe ich auf diesem Weg allerdings nicht. Papa macht gutes Tempo und der Weg steigt immer mehr oder minder steil den Hang hinauf.

Kurz vor dem Gipfel legt sich der Weg ein wenig zurück und wir erreichen den Grat. Nun geht es in leichtem Auf- und Ab zum Gipfelkreuz des Zunterkopfes (1.811 m).

Nebelschwaden hängen heute zwischen den Bergen, der Plansee kann von hier aus fast nicht gesehen werden. Die Stimmung ist allerdings magisch, wir sind uns einig, interessanter kann es fast nicht sein…

Immer wieder reißt die Wolkendecke auf, lässt uns weit sehen, Kohlbergspitze, Pitzeneck und Hochschrutte liegen direkt vor uns. Im Süden wälzt sich eine Wolkenwalze über das Gebirge.

Nach Nordwesten hin sehen wir den Säuling, auch hier schiebt sich eine Wolkendecke vom Alpenvorland herein. Gut einsehen kann man von hier auch den hinter uns liegenden Gratverlauf.

Ein paar steile Passagen müssen wir wieder runtergehen, ohne nennenswerte Schwierigkeiten. Dennoch ist immer Obacht angesagt, schnell kann ein falscher Schritt zu Blessuren führen.

Da es, obwohl nicht besonders hoch, kühl und windig ist, haben wir uns präventiv gut eingepackt, als wir vom Zunterkopf losgegangen sind. Jetzt beim leichten Weiterweg bin ich froh um die Extraschicht am Körper.

Wieder ein Blick zurück, wir sehen im Verlauf den Zunterkopf und im Hintergrund die imposanten Felsgebilde der Tannheimer Berge.

Papa, der schon öfter am Tauern war, erklärt mir, dass der Weg dieser Tage um einiges besser ist als früher. Daher nehmen wir an, dass nun nun öfter Besucher auf diesen ehemals einsamen Hüter des Talkessels einfinden.

Schließlich erreichen wir auch den eigentlichen Tauerngipfel (1.841m). Oft wird bei der Besteigung fälschlicherweise der erste Gipfel, der Zunterkopf als Tauern bezeichnet.

Von hier führt nun ein schmaler werdender Steig weiter nach Osten, hinüber zum Jägersteig, der allerdings ob des größeren Ansturms auch schon besser gepflegt ist. Wenn ich hier von größerem Ansturm spreche, meine ich allerdings keine Innsbruck Verhältnisse… im Außerfern geht es immer beschaulich zu!

Der Heiterwanger See hat heute eine extrem auffällige Färbung, die durch das gedämpfte Licht noch besser zur Geltung kommt. Durch Sedimenteinträge hat das Gewässer einen milchigen Schein.

Im Gegensatz dazu strahlt der Plansee, mit der der Heiterwangersee durch den sogenannten Kanal verbunden ist, dunkel und klar zu uns herauf.

Der Weg ist hier stellenweise durch den gestrigen Regen aufgeweicht, das Gehen teilweise schwierig und unangenehm. Da meine alten Schuhe fast kein Sohlenprofil aufweisen, muss ich besonders aufpassen.

Hier im Bild sieht man nochmals den schönen Heiterwanger See, dahinter liegt Heiterwang, überragt vom Thaneller.

Über das „Verbrennte“ oder auch „Brand“, einer kahlen Bergflanke, die dem Namen nach mal abgebrannt ist, erreichen wir Ostseite des Massivs.

Gut sieht man von hier den Spieß und das Hochschruttemassiv, getrennt vom Pitzebach.

Alte Wälder säumen unseren Weg, ein kommerzieller Holzabbau würde sich wegen dem schwierigem Zugang nicht anbieten, daher dürfen die Riesen hier in Würde altern.

Auch so manchen verkrüppelten Kerl, evtl. durch starke Aufwinde verursacht, finden hier hier.

Kurz bevor wir den berühmten Aussichtspunkt über dem Plansee erreichen, stoßen wir auf die Jagdhütte der Familie Scharzkopf. Hier setzen wir uns und genießen die Aussicht. Jäger haben sich schon immer wunderbare Plätzchen ausgesucht…

Der Aussichtspunkt am Gratle, vor einigen Jahren nur einem auserwählten Kreise bekannt, wurde durch ein Instagramm-Foto berühmt und wird nun an schönen Tagen regelrecht belagert.

Die Aussicht, das muss gesagt werden, ist phantastisch, man steht genau am richtigen Blickwinkel, um den Plansee schön zu überschauen, links die Soldatenköpfe, rechts der Spieß.

Leider hat jeder Massenansturm seine dunkeln Seiten, der Weg bis zum Aussichtspunkt ist in schlechtem Zustand, der Wald in der Umgebung mit Taschentüchern und Sonstigem übersäht… leider hört hier die Rücksicht auf Mitwanderer an der ausgestreckten Hand auf.

Der Weg ist rutschig und ungut zu gehen, einen kurzer Moment nicht aufgepasst, sitze ich auch schon im Gatsch… sehr ärgerlich…
Am Plansee angekommen, wasche ich meine Hände. Die Hose ist zum Glück doch fast nicht verdreckt, da habe ich nochmals Glück gehabt.

Der Plansee ist der zweigrößte See Tirols und war schon zu Zeiten Kaiser Maximilians I. bekannt für seinen Fischreichtum und als Jagdgebiet. Auch heute noch kann man das gut nachvollziehen, trotz Ansturm an Menschen ist es hier sehr naturbelassen.

Wir wandern am Plansee entlang zum Seespitz, weiter auf der linken Seite, vorbei am Frauenbrünnele, erreichen wir nach kurzem Forstweg-Marsch die Stuibenfälle. Es ist schön, diese mal „ohne Canyoninggäste“ zu sehen…

Kurz nach dem kleinen Wasserfall zweigt unser Weg nach links bergauf und wir erreichen unseren Ausgangspunkt, den Parkplatz.

Eine tolle Tour, die ich schon lange machen wollte. Toll, dass ich das heute mit Papa „erledigen“ konnte, wir haben auch schon neue Ziele ausgemacht… es bleibt spannend!

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:23 h
Gesamtlänge: 11,42 km
Höhenmeter: ▲ 1.076 m / ▼1.102 m

220923 Largoz (2.214m) Wattenspitze (2.321m), Rosskopf (2.382m)

Es gibt bestimmte Touren, die sich einfach nicht mit Öffis machen lassen. Dazu gehören einige Touren im Voldertal. Es stimmt, man könnte den Fußmarsch vom Tals aus machen, dann würden sich aber manche Touren zu regelrechten Gewaltmärschen auswachsen. Lange Rede, kurzer Sinn: Heute bin ich mit „meinem“ Flomobil am Weg…

Der Parkplatz bei der Krepperhütte, einer der wenigen verbliebenen Gratisparkplätze ist mein Ausgangspunkt. Von hier steige ich über einen wunderschönen Steig hinauf Richtung Kamm.

Die Wegfindung im unteren Teil ist einfach, bis zur Alm führt eine regelrechte Autobahn den Berg hinauf.

Bei der Alm genieße ich einen kurzen Blick auf das Inntal, doch zum längeren Verweilen ist es einfach noch zu kalt. Das hebe ich mir für später auf.

Der Aufstieg ist nun richtig kühl, ich packe Handschuhe und Mütze aus, die sind nun schon notwendig. Kurz vor dem Largoz kommt dann doch noch die Sonne über den Horizont und es wird wärmer.

Das Wetter ist noch gut, aber über den Bergen sind doch schon ein paar kaum merkliche Schleier sichtbar… das soll sich im Laufe des Tages noch verstärken.

Vom Glotzen, wie er auch im lokalen Sprachgebrauch genannt wird, sehe ich nun das erste Mal den weiteren Wegverlauf.

Ker Kamm bis zur Wattenspitze schaut relativ schneefrei aus, der Weg ist einfach, und ein Verlaufen eigentlich ausgeschlossen.

Teilweise sehe ich Spuren eines Wanderers im Schnee, der die Runde vor mir gemacht hat. Das ist an bestimmten Stellen doch hilfreich. Der Ausblick ist wunderbar, rechts von mir das Voldertal und links sehe ich das Wattental, mit dem Lager Walchen (Truppenübungsplatz)

Auch ins Unterland, speziell in den Rofan sieht man von diesem Kamm aus sehr gut.

Mein zweiter Gipfel ist die Wattenspitze, ein unscheinbarer Zapfen, der allerdings nicht ganz trivial zu besteigen ist. Ein klein wenig kraxeln sollte man können…

Ein kleines, aber feines Gipfelkreuz krönt die höchste Stelle hier am Grat…

Die sogenannte „Schlüsselstelle“ am Weg ist ein kurzes Band, bei dem man sich ein wenig bücken muss. Nichts spektakuläres, einfach eine schöne Stelle.

Auf dem Weg zum Roßkopf liegt nun immer mehr Schnee, der Aufstieg ist aber noch gut und einfach möglich.

Im Rückblick sieht man auch , dass ab hier immer mehr weißes Gold liegt. Ich freue mich schon auf den Winter…

Auf dem Gipfel des Roßkopfes ist kein klassisches Gipfelkreuz, sondern ein Brettkonstrukt auf einem Steinfundament, geziert von einem Tiroler Adler.

Ursprünglich hatte ich geplant, noch weiter zum Haneburger (2.550m) aufzusteigen, aber wegen dem Schnee lasse ich diesen Plan dann doch sausen. Deshalb nehme ich den Rückweg über den oberen Steig.

Vorbei an wunderschönen Tümpeln, die zum fotografieren einladen, erreiche ich noch ein paar Moosbeerfelder.

Die Moosbeeren sind gefroren, überreif und schmecken nicht mehr gut, allerdings finde ich noch ein paar Granten, die noch gut sind. Diese sammel ich ein, die geben eine wunderbare Marmelade ab.

Ein paar Meter sind es noch, dann sehe ich erste Anzeichen menschlicher Tätigkeiten… eine Mauer aus Steinen, wahrscheinlich als Schutz für Tiere.

Und gleich darauf stehe ich wieder vor der Largozalm, nun allerdings sonnengeflutet. Ich setze mich auf eine kleine Bank, packe meine Brotzeit aus. Dazu gibt es noch ein Bier aus dem Brunnen, das die Wirtsleute hier für einsame Wanderer gegen kleinen Obolus zurückgelassen haben.

Der Himmel ist nun voller Schlieren und das merkt man auch an den Temperaturen. Also beschließe ich nach einer guten Stunde Pause, den Abstieg zu wagen.

Ich folge dem selben Weg ins Tal, den ich in der Früh schon aufgestiegen bin.

Rasch erreiche ich den Parkplatz und fahre zurück nach Hause. Eine feine Herbstwanderung, die mir wieder mal richtig gut getan hat.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:30 h
Gesamtlänge: 11,86 km
Höhenmeter: 1.217 m

220826 Augsburger Höhenweg: Abstieg Augsburger Hütte (2.289 m)

Nach einer gemütlichen Nacht im privaten Zimmer wachen wir wieder zu bestem Wetter auf. Ein Blick aus dem Fenster, spektakulär über das Stanzertal, lässt den Tag gut beginnen.

Heute steht nicht mehr viel auf dem Programm, wir packen unsere Siebensachen, frühstücken auf der gemütlichen AV-Hütte und bereiten uns auf den Abstieg vor.

Von der Hütte haben wir nochmals einen tollen Blick auf den Passeier und der davor liegende Bocksgartenspitze. Wir verabschieden uns von Hubert, Vanessa und dem Hüttenpersonal.

Der Abstieg ist steil, aber gut hergerichtet. Teilweise ist der Weg sogar betoniert, das finden wir ein wenig übertrieben, aber es wird wohl einen Grund dafür geben…

Ein Blick zurück zur Hütte zeigt den extremen Platz, den sich die Sektion Augsburg für ihre Hütte ausgesucht hat. Bis jetzt wohl eine der schönsten Hütten, auf denen ich war, sowohl was den Platz als auch die Hütte betrifft.

Ein Blick hinauf ins Gasilltal offenbart hier große Geschiebebewegungen. Bei Gewitter ist das wahrscheinlich kein Platz, an dem man gerne sein möchte.

Der Wetterbericht hat für das kommende Wochenende eine Wetterverschlechterung gemeldet, aber heute haben wir noch Glück, die Sonne lacht vom Himmel.

Doch schon wachsen ein paar Wolken am Himmel. Der Nachmittag bzw. Abend wird wohl ein wenig nass werden…

Auf dem Weg nach Grins müssen wir einmal den Gasillbach queren, das erfolgt über eine neu gebaute Stahlbrücke.

Wann immer wir zurückschauen, wie hier in Richtung Gatschkopf, werden uns wieder die Dimensionen dieses Bergstocks bewusst.

Ab der Brücke wird der Weg gemütlich, es geht durch Latschen, genannt ist die Gegend hier „Steiniger Boden“.

Der Weg ist nun flach geworden, dadurch zieht er sich in die Länge…

Dennoch erreichen wir schlussendlich den Parkplatz am Schwimmbad. Hier ist für Papa nun Endstation, er hat mit Hubert ausgemacht, dass sie gemeinsam zurückfahren. Hubert ist aus Kempten, da fährt er sowieso durch Reutte durch.

Daniel und ich wandern weiter, zuerst ins Ortsgebiet von Grins. Hier erhalten wir die Auskunft, dass die Bushaltestelle verlegt wurde. Wir gehen in Richtung Pians.

Über einen kleinen Steig erreichen wir den Weiler Gurnau, hier sehen wir gerade, wie unser Bus abfährt. Zum Glück kommt in einer halben Stunde erneut ein Bus

Der Bus bringt uns von Gurnau nach Landeck. Während Daniel mit dem Auto nach Hause fährt, nehme ich den Zug nach Innsbruck… um Mittag sind wir alle wieder wohlbehalten zu Hause.

Eine tolle Tour mit feinen Begleitern und tollen Erlebnissen ist zu Ende. Lange wollte ich diese Tour machen, schlussendlich wurden meine Erwartungen sogar übertroffen…

Tourendaten
Gesamtlänge: 9,12 km
Gesamtdauer: 2:30 h
Höhenmeter: ∆ 29 m / ∇ 1.477 m