Archiv der Kategorie: Skitouren

150301 Hahnenkamm (1.938m)

Tapetenwechsel ist angesagt, es geht mal zurück in die Heimat, nach Reutte. Papa hat eine Skitour mit uns geplant, auf den Hahnenkamm. Dieser Name weckt zweierlei Assoziationen… Skirennen und Pistentour.. und beide sind falsch. Zuerst einmal geht es hier nicht um den berühmten Kitzbüheler Hahnenkamm, sondern um den Reuttener Namensvetter. Und man geht nicht auf der Piste hinauf, sondern immer durch Gelände bis zum Gipfelmast. Die Abfahrt werden wir auf der Piste machen, aber das ist eine andere Geschichte.

Treffpunkt ist in Lechaschau, beim Papa. Alfons ist schon in Reutte, wir treffen uns um 8:00 Uhr. Alle Sachen werden in mein Auto geladen, dann geht es zum Parkplatz der Reuttener Bergbahnen. Dort werden wir am Schluss auch rauskommen.

Zum Einstieg müssen wir ein Stück zu Fuß gehen, sprich, ohne Ski an den Füßen. Vorsichtig marschieren wir auf dem kalten Asphalt, der immer wieder von kleinen fiesen Eisplatten überzogen ist.

Bald stehen wir beim „Hotel Tannenhof“ und können endlich die Ski anlegen. Der erste Teil der Tour führt durch den Wald. In Reutte liegt aber, im Gegensatz zu Innsbruck, genug Schnee, um auch im Wald Ski- bzw. Fellschonend auf dem Weg zu sein.

Die Spur ist gut angelegt, manchmal recht direkt, aber immer sehr gut zu gehen. Da hat wohl ein Profi gespurt. Auch das Tempo ist heute optimal, Pausen werden nur zum Fotografieren eingelegt, ansonsten wird durchgegangen.

Je weiter wir rauf kommen, desto ergiebiger wird der Schnee. Hier sieht man schon, dass der Schnee ist Reutte zu Hause ist. Da es jedoch recht warm ist, und auch im Tal leicht geregnet hat, neigt der Schnee zum Stollen. Alfons hat hierbei die größten Probleme, auch ein bisschen Flüssigwachs bringt nicht wirklich Erleichterung. Erst die Höhe, gepaart mit kälterem Schnee bringt ein bisschen Linderung.

Von dieser Talseite aus sehe ich immer wieder den Säuling, meinen ehemaligen Hausberg, und immer noch einer meiner Lieblingsgipfel. Und die 12 Apostel, die ich gerne heuer mal „knacken“ möchte.

Ein weiteres Stück müssen wir noch durch den Wald, dabei müssen wir auch zwei, drei Mal einen Bach queren. das klingt einfacher, als es mit Skiern ist.

Bald erreichen wir die Lechaschauer Alm und die Hänge unter der Schneidspitz. Hier ist ein bisschen Vorsicht angesagt, ein paar frische Naßschneelawinen können wir schon beobachten.

Ein Blick in den Gipfelbereich zeigt und, dass das Wetter im Gipfelbereich gar nicht gut ist, es schaut nebelig aus, die Sicht wird wohl nicht so gut sein. Also heißt die Devise, nochmals von hier aus den Anblick von Reutte genießen.

Die letzten Meter auf den Gipfel sind dann richtig abenteuerlich, ein starker Wind kommt vom Tannheim rauf, Windfahnen wehen im Gipfelbereich, und die Stimmung ist schon spannend. Definitiv anders als bei Sonnenschein.

Der Gipfelgrat ist nicht stark verwächtet, aber die Spur unserer Vorgänger ist schon fast nicht mehr existent, der Schnee rutscht immer wieder unter den Füßen weg.

Nach 2:45h erreichen wir den Gipfel, bei richtig stürmischem, kalten Wind. Ein Verweilen auf dem Gipfel ist damit schon ausgeschlossen. Obwohl ich schon länger einen gewissen Druck spüre, will ich noch warten, bis wir bei der Hütte sind. Papa´s Erwiderung auf mein Dilemma kann ich hier aus jugendschutz-technischen Gründen leider nicht wiedergeben…

Wir sind froh, als wir auf der anderen Seite hinunter kommen, zur Piste. Die Sicht ist extrem schlecht, ich habe die Skibrille zu Hause vergessen. Die Sonnenbrille ist ein schlechter Ersatz, muss aber trotzdem gehen. Kaum sind wir ein Stück abgefahren, wird die Sicht besser, die Piste ist traumhaft. Fast schon Frühlingsverhältnisse (jedoch ohne Sonne…).

Wir kehren im Panoramarestaurant ein, ich esse noch schnell eine Gulatschsuppe mit Brot, ein „Mohren“ (Für die Nichtreuttener: Weizen mit Cola) für, bzw. gegen den Durst, dann können wir abfahren. Glücklich erreichen wir nach einer feinen Abfahrt den Ausgangspunkt unserer Tour.

Tourendaten:

Gesamtdauer: 3:07 h
Aufstieg: 1035 hm
Gesamtdistanz: 11.25 km

 

 

150222 Schartenkogel (2.311m)

5:00 Uhr Tagwache, doch es ist gerade noch fein im Bett… also bleibe ich noch 10min. liegen. Dann stehe ich auf, richte mich her für einen neuen Tourentag. Ein Blick aus dem Fenster bestätigt meine halbherzigen Befürchtungen. Der Wetterbericht hatte mal recht, und draußen schneit es. Tja, das hatten wir gestern bei der Tourenplanung schon mit berücksichtigt, daher wählten wir den Glungezer als Tourenziel.
Den Rucksack habe ich am Vortag gepackt, die Ski stehen schon aufgefellt vor der Tür.

Ich hole Alfons von zu Hause ab und wir fahren rauf, zum Gasthaus „Neue Gufl“. Dort parke ich das Auto, bzw. versuche es. Der Parkplatz ist eine einzige Eisplatte. Ich stehe am zweiten Platz von oben und irgendwie überkommt mich das schlechte Gefühl, dass mir jemand reinrutschen könnte, sollte er den ersten Platz okupieren wollen. Daher montieren wir noch schnell die „Super-Fast-Wonderful-Schneeketten“, ich parke das Auto um und die Nerven sind beruhigt.

Das Wetter ist in dieser Höhe noch unangenehmer, trotzdem fürchten wir uns nicht, es wird schon warm werden beim rauflaufen.
In der Zwischenzeit ist eine zweite Mannschaft eingetroffen, zwei Männer, ein Einheimischer und ein Deutscher. Die sind schnell hergerichtet und starten noch vor uns los. Daher haben wir Spuren, denen wir folgen können, um den Einstieg zu finden. Später werden wir noch herausfinden, dass es manchmal gar nicht schlecht ist, wenn man nicht blind jedem folgt, sondern auch mal selber nachschaut.

Der Weg an sich ist wenig spektakulär, es geht immer der Piste hinauf, wir passieren die Tulfer Hütte, erreichen dann Halsmarter und gehen der Piste entlang, eigentlich immer den Spuren unserer Vorgänger folgend. So manches Mal, wenn es ein bisschen Steiler wird, merken wir, dass der Schnee nicht wirklich mit dem Untergrund bindet. Daher rutschen wir auch immer wieder ab. Die Spuren führen uns dann auch ins Gelände direkt neben der Piste.

Wir steigen ein paar Meter sehr steil eine Waldschneise empor, dann stellen wir fest, dass dies nicht ganz ideal ist. Wir beschließen, quer zu Hang wieder zur Piste zu gehen. Der Untergrund ist pickelhart und drauf liegt gebundener Schnee. Ein paar rutschende Schritte weiter hören wir plötzlich ein leichtes Wumm. Oha, jetzt aber raus… wir sehen den Riss über den Hang laufend. Nichts Wildes, aber ein „friendly reminder“, dass man doch aufpassen muss.

Wir steigen ab, zur Piste. D.h. wir fahren mit den Fellen ab, soweit das geht. Plötzlich steche ich ein und fliege Kopfüber aus der Bindung. Wunderbar, die Sicherheitseinrichtungen funktionieren. Und ich muss wieder ein Stück den Hang rauf, um an meine Skier zu kommen. Der Ausflug ins Gelände hat uns Kraft und Zeit gekostet, aber auch um eine Erfahrung reicher gemacht.

Von da an bleiben wir auf der Piste, bis zur Bergstation des oberen Sessellifts, des Schartenkogellifts. Mir ist es schon die letzten Minuten nicht mehr so gut gegangen und die Sicht ist extrem schlecht, daher beschließen wir, auf den Schartenkogel zu gehen und dann abzufahren. Der Glungezer läuft uns schon nicht davon…

Auf dem Gipfel machen wir schnell ein paar Bilder und dann ist auch schon wieder Aufbruchstimmung.

Die letzten Meter gehen wir zu Fuß, also ohne Ski. Auf dem Gipfel ist es recht windig, daher bleiben wir auch nicht lange und gehen zurück zum Skidepot. Dort „enthäuten“ wir unsere Skier, in der Jägersprache Abfellen genannt, und fahren gemütlich die „6er Piste“ ab.

Wir haben noch beschlossen, auf der Tulfeinalm einen Einkehrschwung zu machen, beim Abfahren sehen wir die Hütte aber nicht, und als wir erkennen, wo die Hütte ist, sind wir schon zu tief. Zum Glück nur ein paar Meter… diese sind schnell wieder aufgestiegen. Drinnen erwartet uns in der gemütlichen warmen Stube ein leckeres Weizen, ich gönne mir noch eine Wurst. Und heute ist sogar die Bedienung einmal richtig freundlich… da bleiben wir gerne ein bisschen, sitzend und quatschend und die Zeit vergeht im Fluge.

Irgendwann müssen wir doch los, fahren zur Talstation vom Schartenkogellift und mit diesem wieder ganz hinauf zum Ende unserer Skitour. Warum? Weil wir sonst gar nicht mehr auf unsere Piste kommen würden. Die letzten Schwünge für diesen Tag ziehen wir im wunderbaren Glungezer-Skigebiet in den angefahrenen Neuschnee. Wir steigen dort aus, wo wir angefangen haben. Beim runter gehen meint Alfons plötzlich: „Schau, Wisse: Da wäre ja eigentlich die Skipiste bis zum Auto…“. Und richtig, wir hätten 3m vom unserem Parkplatz starten können und hätten uns den ersten Hatscher zum Einstieg sparen können. Wie anfangs gesagt, Hirn einschalten, und Augen auf!

Als Fazit bleibt zu sagen: Trotz grausigem Wetter eine sehr schöne Tour.

Tourendaten:
Aufstiegszeit: 2:45h
Gesamtdistanz: 15,8km (mit Abfahrt & Lift)
Aufstieg: 1.050m

150220 Patscherkofel Schutzhaus (1.970m)

Wieder mal ist es Zeit für eine kleine Trainingsrunde nach der Arbeit. Schon unter Tags haben wir uns zusammengeredet, um 19:00 Uhr am Parkplatz des Olypmiaexpress ist Treffpunkt.
Alfons holt mich zu Hause ab, kurz nach 19:00 Uhr erreichen wir den Parkplatz. Siehe da, Lisa, Michael und Stefan stehen schon bereit. Also schnell rein in die Schuhe, Rucksack umgeschnallt und los geht’s. Trotz zügigem Tempo will es heute nicht so ganz passen. Der Schnee ist gut, ich rutsche nur selten ab, obwohl die Piste hart ist. Dennoch fehlt mir heute irgendwas. Die Bindung kommt mir auch komisch vor, aber das ist dann doch zum Glück nichts. Jammern auf hohem Niveau…
Irgendwann erreichen wir die Hütte, drinnen erwartet uns Stefan, da er die letzten Meter im „Super-Persuit-Mode“ rauf gelaufen ist, einen Salat kauend. Wir bestellen uns auch einen Drink und eine Suppe. Schmecken tut’s gut, aber die Bedienerei ist auch nicht gerade freundlich heute… naja, hübsch und nett zu sein, ist wohl ein bisschen zu viel verlangt! Summa sumarum hatte ich schon rundere „Bergerlebnisse“…
Wir machen uns wieder auf ins Tal, etwas wirklich erfreuliches ist das Wetter und die Aussicht auf die Hauptstadt der Alpen! Dieser Ausblick entschädigt mich für vieles…

150207 Auf den Eggerberg (2.280m)

Zurück aus dem Urlaub erwartet mich statt Sonne und Wasser wieder Schnee. Also zurück in die Wintersaison und auf zur nächsten Skitour. Alfons und ich beratschlagen uns am Vortag, wir beschließen, auf den Leitnerberg oder als Alternative auf den Eggerberg zu gehen. Alexander, ein Arbeitskollege, schließt sich uns noch kurzfristig an.

Wir fahren schon früh los, um 6:00 Uhr und nach 30 min. erreichen wir unseren Parkplatz. Es handelt sich hierbei um die Einfahrt einer Forststraße, der Einfahrtsbereich ist jedoch groß genug dimensioniert und man kann auf der Seite knappe 2 Autos parken. Die Einparkerei ist ein bisschen „tricky“, wir schaffen es aber und denken uns, dass da wohl jeder vorbeikommen muss. Wir werden später noch eines besseren belehrt werden…

Es ist recht kalt, daher drängen wir darauf, gleich mal zu starten.

Wir starten bei einem Bauernhof, auf der gegenüberliegenden Bachseite und steigen über schön angelegte Steigspuren hinauf über Bauernwiesen. Ein Blick in die hell erleuchteten Fenster zeigt, dass diese für uns so frühe Zeit für die Bauern Alltag ist, denn die Stallarbeit ruft schon.

Zügig geht es in der Dämmerung hinauf, auf einem flachen Teilstück erreicht uns dann auch schon die jetzt schon stärker werdende Sonne, die uns mit ihren Strahlen wärmt.

Die Blicke zurück ins Tal zeigen eine Hochnebeldecke, der wir jetzt auf dieser Höhe schon entflohen sind. Der Schnee, aber auch die gefrorenen Äste der Bäume verzaubern die Landschaft und machen die Szene wunderschön… „Winterwonderland“

Wir steigen weiter auf, bald erreichen wir die freien Wiesen und verlassen den Lärchenwald. Erste Blicke nach oben zeigen auch schon unser Ziel… wir haben uns (auf meinen Wunsch) unterwegs entschieden, auf den Eggerberg zu gehen. Daher müssen wir vor dem Eggerjoch nach rechts ausweichen, um über angenehme Hänge auf den Gipfel zu steigen.

Und dann haben wir nach ca. 2 Stunden unser Ziel erreicht. Der Eggerberg begrüßt uns mit herrlicher Rundumsicht, einem Kaiserwetter und Sicht auf den Hochnebel im Tal.

Glücklich machen wir uns über unsere Brotzeit her, so eine Gipfelrast wie heute hat man im Winter nicht oft. Die Sonne wärmt, es geht überhaupt kein Wind. So lässt es sich super rasten. Nach ausführlicher Pause machen wir uns auf ins Tal.

Die Abfahrt geht gut, obwohl es teilweise sehr wenig Schnee hat. Die Skier haben immer wieder „unguten“ Bodenkontakt, wir fahren auch einmal zu weit rechts, einmal zu weit links uns müssen unseren Kurs korrigieren, um wieder beim Auto rauszukommen. Aber es geht alles super und wir erreichen aus Auto ohne Zwischenfälle.

Dann, beim Umziehen, passiert es. Ein Pickup kommt von oben die Forststraße runter, der Fahrer sieht uns, und springt auch schon aus dem Auto und brüllt Alfons an: „Wer ist denn sooooo blöd, dass er sein Auto so an den Straßenrand parkt… wie soll der Schneepflug da noch vorbeikommen. Unglaublich…“ und so weiter und so fort, geht seine Schimpftriade…
Alfons steht nur da, total baff, wegen der Reaktion des Fahrers. Ich mische mich ein, erkläre, dass wir nicht rechnen konnten, daß ein Schneepflug hier fahren würde, und mit dem Pickup würde er wohl gut vorbeikommen. Der Mann beruhigt sich ein bisschen und wir fahren los. Alfons ist gar nicht so ruhig, er ist versändlicherweise voll angezipft wegen der Reaktion. Wir beschließen, in Vinaders noch eine Pause zu machen, im Gasthaus selben Namens. Wer steht vor der Tür, der Pickup. Nichts desto trotz gehen wir rein, und sitzen in der Stube. Die Kellnerin kommt rein, wir bestellen ein Alkoholfreies Weizen und ein normales Weizen, ich bestelle ein alkoholisiertes Weizen… die Kellnerin schnauzt mich an: „Dann b´stellscht gfälligscht a Woazn!“… huch… Vianders schein eine spaß-befreite Zone zu sein. Wir trinken schnell aus und machen uns aus dem Staub… wer weiß was sonst noch alles passieren kann!

Trotz der letzten Episode war die Tour wunderschön, das Bier hat trotzdem geschmeckt, und wir werden wohl auch wiederkommen, ins Obernberger Tal… es gibt ja auch freundliche Leute, wie die alte Wirtin, bei der wir am Schluss gezahlt haben.

Tourendaten:
Aufstiegszeit: 2:06h
Gesamtdistanz: 10.09km
Aufstieg: 906m

150116 Schutzhaus Pascherkofel (1.970m)

So wie letzte Woche geht es auch heute wieder auf den „Kofel“. Um 1900 Uhr treffen wir uns am Parkplatz, mit kleiner Mannschaft. Stefan, Alfons und ich sind unterwegs.
Wir gehen die Piste hinauf, lassen die eisigen Stellen vom letzten Mal rechts liegen und kommen sehr gut voran. Petrus hat den Propeller eingeschaltet und wir haben immer wieder mit gutem Seitenwind zu kämpfen. Das merkt man auch an der Piste, je weiter wir nach oben kommen, desto eisiger wird die Oberfläche, das Fell greift nicht mehr so gut und man muss den Ski fast schon in die Piste „stampfen“. Nach dem wir alle immer wieder rutschen, werden die Harscheisen montiert. Der letzte Hang lässt sich so gut begehen.
Nach 1:50 erreichen wir die Hütte, froh, aus dem Wind zu kommen.
Stefan verlässt uns gleich, da er noch was erledigen muss, Alfons und ich setzten uns noch in die Hütte und lassen das Tageswerk bei einem Bier Revue passieren. Und fein war´s wieder einmal.

Tourendaten:
Aufstieg: 958 m
Gesamtstrecke: 10,40 km
Aufstieg: 1:50 h

150108 Schutzhaus Pascherkofel (1.970m)

Nach der Arbeit gibt es einige Sachen, die in Innsbruck noch in sportlicher Hinsicht gemacht werden können. So zum Bespiel eine Pisten-Skitour auf einen der Hausberge der Hauptstadt in den Bergen. Und da auch einige Sportbegeisterte bei MEDEL arbeiten, ist es auch nicht schwer, ein paar Leute aufzutreiben, die sich so einem Unterfangen anschließen.
So sind es schlußendlich Lisa, Stefan, Alex, Wolfi, Alfons und ich, die beschließen, bei Nacht zum Patscherkofel-Schutzhaus aufzusteigen, auf der Piste. Wir treffen uns um 18:00 Uhr am Parkplatz, und starten beim Olex-Restaurant. Die Piste ist am Anfang, entgegen von Meldungen aus den Medien, gut und griffig, doch als wir gleich nach der Heiligwasserwiese nach rechts abzeigen, finden wir uns quasi in einem Eisfeld. Trotz Einsatz der Harscheisen ist der Aufstieg ungemütlich, Stefan schulters sogar seine Ski und ist damit allen anderen Voraus. Trotzdem kämpfen wir uns den Hang hinauf und erreichen bald wieder die gut prepärierte Piste. Von dort geht der Aufstieg problemlos, die meiste Zeit gehen wir auf der Spur der Familienabfahrt und erreichen nach ca. 2 Stunden das Patscherkofel Schutzhaus. Obwohl uns beim Aufstieg nicht so viele Leute begegnet sind, ist die Hütte doch gut besucht, wir haben allerdings Glück und finden einen Platz an einer Eckbank.
Bei der gemütlichen Einkehr stärken wir uns noch und machen uns dann wieder auf, ins Tal.

Die Abfahrt geht wunderbar, die Piste ist teilweise schon sehr hart, aber gut befahrbar, so kommen wir unbeschadet wieder bei den Autos an.
Tolle Tour mit feinen Leuten..

Tourendaten:
Aufstieg: 1024 m
Gesamtstrecke: 11,60 km
Gesamtdauer: 2:15 h

150102 Blaser (2.241m)

Vorabend, Routenplanung: Wo soll es denn hingehen. Eine Tour am Brenner oben sollte eigentlich gut gehen, ein erster Blick auf die Schneekarte zeigt zwar gerade dort nicht so arg viel Schnee an, aber aus unserer Erfahrung war dort bis jetzt immer genug Schnee. Und da ja ein Lawinen-„Dreier“ herrscht, will man natürlich auch nicht ins wildeste Gelände. Nach ein bisschen Suchen wird das Tourenziel „Blaser“ gewählt. Und der soll beim Föhn seinem Namen alle Ehre machen, steht im Skitourenführer. Gott sei Dank erwarten wir keinen Föhn…

Um 6:40 holt mich Alfons an der Haustür ab, die morgentliche Routine, Zeugs einladen usw. Dann fahren wir los, bis Steinach am Brenner auf der Autobahn, dann weiter nach Trins im Gschnitztal und über eine wahrlich steile Straße kommen wir unbeschadet beim Parkplatz an. Schnell noch angezogen und den LVS-Partnercheck durchgeführt, dann kann es losgehen.

Vom Parkplatz aus gehen wir gleich eine Rinne, dem Sommerweg folgend ein paar Meter hinauf, um dann nach rechts in den Wald abzuzweigen. Und etwas fällt auch gleich auf… wo ist der ganze Schnee. Immer wieder schauen kleine böse schwarze Steine aus der weißen Pracht heraus, nur darauf versessen, das Steigfell oder noch schlimmer den Belag zu beißen… beim Raufgehen sprechen Alfons und ich uns immer wieder ab, um die Stellen zu verinnerlichen, an denen wir unbedingt die Ski ausziehen und tragen müssen. Immer weiter müssen wir die Skiausziehgrenze in die Höhe verschieben…

Doch auf Regen folgt bekanntlich Sonnenschein, in unserem Fall wird die Schneedecke, wenn auch nicht super, doch immer homogener, die Steine seltener…

Vor uns haben zwei Schneeschuhgeher eine schöne Spur gezogen, so konnten wir mühelos immer mehr Höhe gewinnen und schlussendlich auch aus dem Wald heraus und auf die Hänge des Blasers heraustreten. Und wie schön zeigt sich die Kirchdachspitze (rechte Seite im Bild) und weiter hinten der steile Zahn des Pflerscher Tribulaun (linke Bildseite)

Bald schon erreichen wir die Hänge unter dem Gipfel, doch auch hier in der Höhe ist der Schnee Mangelware, und wir müssen unsere Spur sorgsam auswählen, um nicht auf den harten Untergrund zu stoßen. Wir beschließen, nicht direkt zum Gipfel zu gehen, sondern auf der linken Seite unter dem Gipfelhang und über die Blaserhütte auf dem Rücken zum Gipfel aufzusteigen.

Unter den Hängen durch geht es Richtung Hütte. Und hier sieht man wieder, wie sehr man sich im Guten wie im Schlechten bei den Distanzen verschätzen kann. Mir hat der „Umweg“ gar nicht ins Konzept gepasst, da es wirklich lange ausgeschaut hat, aber in Null-Komma-Nix sind wir in der Nähe der Hütte.

Für eine Pause ist es aber zu früh, wir gehen gleich weiter auf den Gipfel, der nicht mehr weit weg ist. An den Wellen im Schnee sieht man auch sehr gut, dass in dieser Gegend der Wind zu Hause ist und gerne mit dem Schnee spielt. Beim Aufstieg auf den Gipfel merken wir das sehr gut, denn die Nordseite ist gut abgeblasen, der Schnee liegt in den Mulden und Senken auf der Südseite und wartet drauf, gestört zu werden…
Wir finden eine schöne Spur zum Gipfelkreuz und schon bald stehen wir auf unserem Tagesziel.

Jaja, am Blaser, da bläst´s. Daher bleiben wir auch nicht lange oben, sondern bereiten uns gleich auf die Abfahrt vor.

Bei der Blaserhütte kehren wir noch ein. Diese ist zwar geschlossen, aber die Terrasse lockt mit einer windgeschützten Sonnenlage und einer super Aussicht.

Und wie wir es gehofft haben, glüht die Sonne an die Terrasse. Wir genießen unsere Brotzeit und kommen fast ins Schwitzen.

Nach der Pause werden die Stiefel geschnallt, der Rucksack geschultert und die Abfahrt in Angriff genommen… ja was ist denn das, da liegt ja einer im Schnee!

Durch die warmen Temperaturen ist der Schnee teilweise so weich, und unverhofft kommen solche Stellen sowieso immer, da legt ich mich doch grad mal hin.

Doch ein Indianer kennt keinen Schmerz, der Schnee bleibt als „Trophäe“ auf dem Rucksack, und weiter gehts, im Batz-Schnee. Den unteren Teil bestreiten wir dann auf der Forststraße, da die Schneelage hier besser schein als im Gelände.

Doch auch hier ist irgendwann fertig: Man muss wissen, wann es genug ist. Wir schnallen die Schi ab und verstauen dieselben auf dem Rucksack, jetzt geht es Per Pedes weiter.

Wir zweigen auf den Wanderweg 31 ab, der einem Tal hinaus bis zum Parkplatz folgt. Wir sind allerdings die ersten, die diesen Weg bei Schnee gehen, und müssen feststellen, dass da schon länger niemand mehr gegangen ist.

Der Windwurf vom letzten Föhnsturm liegt noch unangetastet im Weg und wir wohl erst im Frühjahr weggeräumt. So müssen wir uns über und unter den Bäumen hindurcharbeiten, um unseren Weg beenden zu können.

Doch trotz der abenteuerlichen Bilder ist der Weg sehr gut zu gehen, wir erreichen nach kurzer Zeit doch noch den Parkplatz und sind zufrieden mit unserem Tageswerk

Als Resümee kann man sagen, der Aufstieg war super, die Rast auf der Hütte ein Hit, die Abfahrt war OK, und der Weg 31 war noch ein lustiges i-Tüpfchen.

Tourendaten:
Aufstieg: 1.110hm
Gesamtdauer: 4:26h
Gesamtdistanz: 13,57km

 

141230 Birgitzköpfl (1.982m)

Nach längerer Abstinenz geht´s mal wieder in die Berge. Doch zuerst mal von Anfang an. Ein Telefonanruf am Vortag, mein Schwesterle: „Magscht morgen mit mir und dem Alfons zum Rodeln auf die Birgitzer Alm, oder vielleicht Rinner Alm?“. „Gerne“. „Ja, dann treff ma uns morgen um 9:00Uhr, mir hollen di ab!“. „OK, dann bis morgen“.
In der Früh steh ich gleich mal auf und frühstücke herzhaft. Dann richte ich mich zum Rodeln her, als das Telefon läutet: „Des globscht iatz ita… i hon meine Bergschuach in Reutte vergessen, i kann nit mit. Geascht halt mit dem Alfons…“. „Ma, des ischt bled…“. Ja, was tun, ohne Bergschuhe gehts halt nicht.
Kurze Abstimmung mit Alfons: „Kimmscht mi hollen?“, „Klar, soll ma umdisponieren? Soll ma a Skitour auf die Birgitzer machen?“. „Machma, also los, bis glei“.

Innerhalb kürzester Zeit habe ich den Rucksack komplett umgepackt, die Ski aufgefellt, den Pieps umgeschnallt und bin bereit. Ich dachte nicht, dass ich heuer so schnell zu einer „ersten“ Tour kommen würde. Vor 4 Tagen war es noch grün, obwohl man auch sagen muss, in der Höhe liegt schon länger Schnee… Aber jetzt schneit es seit 2 Tagen und das gibt super Schnee.
Schon steht Alfons vor der Tür und wir starten durch, die Sachen in den Kofferraum und los geht die Fahrt. Je näher wir unserem Ziel kommen, desto mehr Schnee liegt auf den Bäumen und leider auch auf der Straße. Wir erreichen den Parkplatz, noch ist nicht so viel los. Beim Versuch, in den nicht geräumten Abstellplatz hinein zu manövrieren passiert es, das Auto bleibt stecken. 1,5 m weiter und wir wären „safe“ gewesen… so leider nicht, da Hinterteil des Autos schaut in die Straße, und auch Hilfe beim Schieben durch Nachbarfahrer bringt nicht den ersehnten Erfolg. Was hilft… Ketten montieren. Gott sei Dank hat Alfons gerade vor kurzem Ketten vermacht bekommen.

Doch auch diese Unbill geht an uns vorbei und nach einer halben Stunde sind wir endlich auch dem Weg.

Zuerst geht es durch wunderschönen winterlichen Wald, hinauf zu Birgitzer Alm. Eigentlich unvorstellbar, dass es vor kurzem noch richtig aper war…

Es scheint auch, dass wir heute unseren richtigen Tritt gefunden haben, schon nach kurzer Zeit haben wir einen flotten Schritt drauf, der uns schnell unserem Ziel näher bringt. Scheinbar haben die paar Touren im Sommer und das viele Radfahren doch ihre Spuren hinterlassen… natürlich im positiven Sinne.
Groteske Schneeskulpturen sehen wir immer wieder auf dem Weg…

Bald schon ist die Birgitzer Alm erreicht, doch wir entscheiden, gleich weiterzugehen und auf dem Weg zurück in der Hütte einzukehren. Nicht mal einen Stopp machen wir an der Hütte, wir überholen wieder Leute auf dem Weg und gehen den langen Rücken vor dem Gipfel hinauf. Hinter uns hängen sich zwei Frauen aus der Gruppe an, die uns richtig am Rocksaum hängen, doch als wir sie überholen lassen wollen, wollen sie nicht, denn „Schneller als ihr sind wir auch nicht“.

Bald schon erreichen wir den Gipfel, die letzten Meter dringen wir doch starken Nebel empor.

Die Rast am Gipfel halten wir sehr kurz, denn richtig fein ist es nicht. Die Felle ziehe ich heute mal nach einer neu gesehen Methode ab, Schi zusammen, Felle leicht abziehen, zusammenkleben und mit einem „Ratsch“ abziehen… geht gar nicht schlecht.
Alles schnell in den Rucksack rein, den Helm auf den Kopf und die Ski auf die Füße. Und los gehts. Da ich kein berühmter Tiefschneefahrer bin, habe ich schon meine Mühe, halbwegs manierlich den Hang hinunterzukommen, aber runter komme ich auch jeden Fall immer. Bei der Hütte machen wir einen verdienten Stopp und kehren ein. Dort lassen wir den ersten Teil der Abfahrt nochmals Revue passieren.

Bei einem alkoholfreien Weizen und einer geheizten Hütte lässt es sich schon schön sitzen.  Dann geht es den zweiten Teil der Strecke hinunter. Hier liegt nun nicht mehr ganz so viel Schnee und das Fahren geht ein bisschen besser. den unteren Teil fahren wir dann noch die Rodelbahn ab und wundern uns ein bisschen, wie viele Leute heute unterwegs sind. Mit Schiern und mit der Rodel, bei Wind und Wetter… das scheint die Devise. Aber wir gehören ja auch dazu, als aufgehört mit dem Gejammere.
Am Parkplatz ist die Freude groß, dass Alfons die Schneeketten schon vor dem Weggehen richtig angeschnallt hat, daher können wir uns fein ins Auto hocken und heimwärts fahren.

Ein wunderschöner Auftakt in die Wintersaison…

Tourendaten:
Aufstieg: 604 m
Dauer: 1:45 h
Distanz: 7,74 km