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150131 Madeira – Abreisetag

Der Wecker klingelt um 1:30 Uhr, mann mann mann, ist das früh. Schnell unter die Dusche, die letzten Sachen in den Rucksack gepackt, und noch einen Kaffee getrunken.
Gestern haben wir es noch geschafft, unsere Neoprenanzüge zu trocknen. Es ist auch fast geglückt. Ein bisschen hartnäckige madeirische Restfeuchte hat sich in den Anzügen versteckt und treibt das Gewicht der Rucksäcke in die Höhe.
Alles verpackt, das Gewicht haben wir auch noch hingekriegt, dann geht es zum Flughafen.

Begeisterung schaut anders aus, jedoch bin ich mir nicht sicher, ob es die Trauer der Abreise oder die Härte des Frühaufstehens ist.
Ist schon unter Tags fast nichts los auf den Straßen, haben wir den Asphalt in der Nacht für uns alleine. Ruck-Zuck sind wir beim Flughafen, geben das Auto ab und stehen in der fast verlassenen und noch nicht besetzten Abflughalle. Fast eine halbe Stunde zu früh. Jedoch lieber zu früh als zu spät.

Nur Geduld, bald werden wir unsere Rucksäcke los und können durch die Sicherheitskontrolle. Ich werde wieder mal genauer kontrolliert, das dauert aber auch nicht lange.
Bald heben wie ab, auf nach Hause.

Ein schneller Zwischenstopp in Lissabon, dann sind wir auch ein in München.

Mit dem Auto nach Reutte sind es nochmals 2 Stunden.
Dort übergebe ich Clemens in die Hände seiner Lieben, und fahre über einen notorisch verkehrsverschnupften Fernpass in 2 Stunden, und werde dort meinerseits sehnlichst erwartet. Schön wieder mit neuen Erfahrungen im Gepäck wieder zu Hause zu sein.

150130 Madeira – Küstenwanderung von Ribeira Seca nach Porto da Cruz

Heute ist unser letzter Tag in Madeira. Taktisch überlegt haben wir uns entschlossen, am letzten Tag keine Canyoningtour mehr zu machen, da dann die Sachen nicht mehr trocken werden würden.
Also steht noch eine letzte gemütliche Wanderung auf dem Plan. Nach dem Frühstück werden wir im Garten unserer Unterkunft mit sonnigem Wetter verwöhnt, ein gutes Zeichen für unsere Wanderung…

Wir fahren wieder einmal auf der Nordküste entlang nach Porto da Cruz. Das Wetter ist nicht mehr so ideal, aber wir wollen doch probieren, ob wir die Wanderung machen können.

Im Ort parken wir unser Auto und suchen uns ein Taxi. Das erste Taxi, das wir erwischen, wird auserkoren, der Herr, der drinnen sitzt, sieht aus, also ob der das vorletzte Jahrhundert auch noch miterlebt hätte… wir lassen uns nicht abschrecken, eine kurze Rückversicherung in Sachen Fahrpreis machen wir noch, dann sitzen wir auch schon drinnen, und los geht die wilde Fahrt…
Naja, wild ist die Fahrt allemal nicht, aber wir kommen in einer akzeptablen Zeit zu unserem Ziel und starten auch gleich los. Ein paar Stiegen gehen wir hoch, bis wir in einem Garten eines Hauses stehen. Den Hausbesitzer gefragt, ob wir hier richtig sind, verneint er lachend und macht einen großen Bogen um sein Haus… also doch falsch gelaufen. Zurück auf der Straße haben wir dank lokaler Hilfe bald den richtigen Weg erwischt.

Der Weg wird mit jeder Kurve ein bisschen wilder und schlammiger, das Wetter immer feuchter. Hoffentlich bleibt das nicht so…

Wir gehen einen Hügel hinauf, den uns ein paar Bauern gezeigt haben, auf der anderen Seite erreichen wir dann den Küstenweg, der sich über dem Meer hinschlängelt. Leider sehen wir kein Meer, denn es herrscht dichter Nebel, aber zumindest der Regen hat aufgehört, uns zu drangsalieren…

Obwohl vielleicht nicht perfektes Wanderwetter herrscht, muss ich sagen, daß ich sehr angetan von der Wanderung bin. Es ist irgendwie mystisch, durch den Nebel zu gehen, die Brandung zwar an den Felsen schlagen zu hören, aber nicht zu sehen. Das macht die fehlende Aussicht mehr als wett…

Nach ungefähr 8km erreichen wir wieder eine gute ausgebaute Straße, die uns bis nach Porto da Cruz bringen soll.

Wir genießen die Landschaft, die an uns vorbeizieht, in vollen Zügen, ich kann mich fast nicht daran sattsehen.

In Porta da Cruz beschließen wir eine Pause zu machen, bevor wir wieder weiterziehen.

Die Gegend ist malerisch, und wir beschließen, uns noch ein bisschen von der Stimmung einfangen zu lassen.

So gehen unsere letzten Stunden in Madeira dem Ende zu, es hat uns super gefallen, und wer weiß, ob es uns nochmals her verschlägt…

150129 Madeira – Canyoning Ribeira do Passo

Heute steht unsere letzte Canyoningtour auf dem Programm. Leider ist der erste Blick, den wir aus dem Fenster werfen, recht ernüchtern. Wir sehen Regen, Regen und nochmals Regen. Daher beschließen wir, zuerst einmal in Ruhe zu frühstücken, dann unsere Sachen zu packen und die Schlucht mal von unten zu inspizieren.

Wir fahren mit dem Auto ungefähr 10min. von der Unterkunft entfernt den Berg hinauf und sehen schon auf der gegenüberliegenden Wand einen Wasserfall. Es schaut gut aus, nicht zu viel Wasser, und wir beschließen, daß es einen Versuch wert ist, die Ribeira do Passo zu begehen.

Das Auto parken wir am Ausstieg, an der „Faja do Rodrigues“ Levada, und gehen in 8 ewig erscheinenden Kehren hinauf zum Einstieg.

Wir machen ungefähr 400 Höhenmeter, mit voller Montur. Das zehrt schon an der Substanz, aber da die Steigung des Weges moderat ist, schaffen wir den Aufstieg in ca. 1:15 Stunden.

Beim Aufstieg wechseln einander Sonne und Regen ab, und jeder weiß, was passiert, wenn man diese zwei Komponenten kombiniert. Es gibt einen wunderschönen Regenbogen ab…

Dann müssen wir noch an der Levada do Norte entlang, durch 4 kurze Tunnel hindurch.

Und schließlich erreichen wir den Einstieg.  Dort ziehen wir uns wie gehabt wieder unsere komplette Montur mit Klettergurt an, dann steigen wir ein in die Schlucht.

Diesesmal geht es gleich von Anfang an richtig los, ein hoher Abseiler mit Zwischenstand ist für uns reserviert…

Sehr schön ausgespülte Bereiche wechseln mit dunklen Ecken, Abseilstellen mit bis zu 65m mit mehreren Zwischenständen machen diese Tour zu einem Highlight unserer bisherigen Canoningtouren.

Die Tour hat insgesamt 18 Abseiler, die jedoch von der technischen Schwieirigkeit her verschieden sind. Wasser ist in der Schlucht kein Problem, es gibt keine schwierigen aquatischen Stellen, aber die Abseiler haben es immer wieder in sich. Übung macht den Meister, sagt man, und nachdem wir schon beim Ribeiro do Vimieiro die Zwischenstandtechnik gut geübt haben, geht es heute richtig gut, auch bei den moralisch anspruchsvollen Stellen.

Nach ca. 5 Stunden erreichen wir das Ende der Ribeiro do Passo sub, also dem oberen Teil des Canyons und auch dem Teil, den wir uns vorgenommen haben.

Am Faja do Rodrigues Kanal gehen wir entlang zurück zum Auto, wir sehen noch ein paar Mal schön auf Sao Vincente, das unter uns manchmal aus dem Nebel herausschaut.

Froh, endlich zurück beim Hotel zu sein, ziehen wir uns gleich im Garten aus und hängen unsere Sachen über einen Zaun zum Trocknen. Das wird wohl heute nichts, denn es regnet wieder.

Clemens hüpft gleich unter die Dusche, ich muss noch warten. Also stehe ich mit der Badehose im Hausgang, als neue Hausgäste eintrudeln. Die Blicke sind nicht genau erklärbar, ich würde aber sagen, doch irritiert… die Situation muss mit einem lockeren Spruch entschärft werden. Auf die Frage, wo wir her sind, sage ich: „From Austria, escaping the cold weather!“. Mit einem Blick auf meine Badehose meint die ältere Dame dann „That I can see!“ und alle lachen…

Wir beschließen, wieder an der Strandpromenade zu essen, ein REstaurat haben wir noch nicht probiert. DAs steht heute an. Ein leckeres Steak, mit Gemüse, Chips und Reis, dazu noch Bier lassen und die Anstrenungen des Tages vergessen.

150128 Madeira – Wanderung zum Ponta de Sao Lourenco

Heute ist unser Ruhetag, das heißt zuerst einmal lange ausschlafen. Wir beginnen den verspäteten Morgen mit einem herzlichen Frühstück, dann haben wir beschlossen, uns die Lavahöhlen von Sao Vincente anzusehen. Diese wurden zwar schon um 1850 entdeckt, aber erst 1996 für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Bei den Höhlen handelt es sich Magma-Kanäle, in denen die flüssige Lava vor Jahrtausenden durchgeflossen ist und teilweise auch erstarrte. Zusammen mit einer Ausstellung zu allem Wissenswerten über Vulkane rundet dieses Museum einen kurzweiligen Besuch ab..

Die Ausstellung ist zwar recht einfach, also nicht sehr wissenschaftlich aber dafür nett und informativ gehalten. Es sind einige Sachen, die plastisch gezeigt werden, wie etwa der Erdkern als überdimensionale Kugel (siehe Bild oben).
Während der Führung wird auch ein Film gezeigt, und wir bekommen 3D Brillen… die Teile sind absolut legendär und passen uns wie angegossen…

Nachdem wir durch die Ausstellung und den Film gelaufen sind, können wir uns noch die echten Lava-Tunnel anschauen, und das ist schon etwas spannendes. Sich vorzustellen, dass hier einmal mehrere 1000°C heiße Lava durchgeflossen ist, stimmt schon nachdenklich.

Wir sind ungefähr eine Stunde in den „Grutas“, dann verlassen wir Sao Vincente in Richtung Osten, zum Ponta de Sao Lourenco. Auf dem Hinweg schüttet es wie aus Kübeln, die Küstenstraße bekomme hier nochmals einen Tick mehr Abenteuer…

Sao Lonrenco ist auch die Stelle, an der die ersten Portugiesen in Madeira gelandet sind. Die Landschaft unterscheidet sich vom Rest der Insel, da es hier sehr trocken ist, maximal im Winter grünt es ein wenig.

Wir steigen aus dem Auto aus und werden von einem extrem starken Wind begrüßt. Obwohl nicht sehr kalt, ist der Wind doch unangenehm. Wir beschließen, einfach mal loszugehen, dann werden wir schon sehen, wie lange wir das aushalten…

Die östlichste Halbinsel von Madeira besticht wirklich durch eine sehr eigene Schönheit. Es ist schroff hier, grün (es ist ja Winter) und trotzdem irgendwie abweisend. Die Wellen schlagen auf beiden Seiten gegen die Felsen ein, ein wahres Schauspiel, das sich da auftut.

Wir gehen ein recht flottes Tempo, da kann einem ja auch nicht richtig kalt werden. Schon bald muss ich Jacke und Kappe ausziehen, denn mir ist zu warm…

Wir erreichen den östlichen Punkt ohne weitere Probleme, eines jedoch verwundert uns… wie viele Leute sogar jetzt in der Nebensaison unterwegs sind.

Und auch ein paar Blumen finden wir am Wegesrand.

Am Weg zurück zum Parkplatz kommen wir an einer kleinen Bucht vorbei, windstill und einladend. Clemens zieht mich auf: „Wolltest du nicht schwimmen gehen?“. Na, das kann ich nicht auf mir sitzen lassen. Ich zieh mich Flux aus, und spring ins kühle Nass Aha, das tut richtig gut. Das Wasser hat wahrscheinlich nicht mehr wie 18°C, aber es erfrischt ungemein.

Dann geht es wieder zurück in Richtung Hotel, an der Küstenstraße nach Sao Vincente. Wir fahren dabei auch am Flughafen von Madeira vorbei, und müssen über die tollkühne Konstruktion geradezu stauen. Da nicht genug ebene Fläche zum Landen vorhanden war, konstruierten die Erbauer des Flughafens einfach ebene Fläche.

Wir machen noch einen kurzen Stopp am Ponte do Sol, trinken ein Bier  und dann fahren wir über ein Tal zurück nach Sao Vincente und in die Casa de Piedade.

150127 Madeira – Cayoning Ribeira do Vimieiro

Beim Frühstückstisch sitzen heute schon eindeutig mehr Leute, also wird das Guesthouse auch sehr gut besucht. Wir decken uns wieder mit bitter benötigten Kalorien ein, dann starten wir die Fahrt zu unserem heuten Ziel: Ribeira do Vimiero

Wir fahren an der wunderschönen Küstenstraße im Norden von der Insel, leider sind die wirklich spektakulären Abschnitte der Strecke gesperrt, wegen Steinschlag. Ob die Straßen im Sommer offen sind, können wir nicht feststellen, auf jeden Fall stehen auf den Hinweistafeln, daß jede Haftung für Steinschlag ausgeschlossen ist. Klingt verlockend… Wir erreichen nach kurzer Anfahrt Seixal, ein malerisch gelegenes Dorf auf einer Landzunge, und eben von diesem Ort müssen wir hinein, ins Landesinnere, durch einen Taleinschnitt.

Von Seixal schlängelt sich die Straße hinauf, in die Höhe und bald erreichen wir die „Forellenzucht“, bei der wir unser Auto stehen lassen können. Schon beim Aussteigen aus dem Auto fällt uns ein sehr unangenehmer Wind auf, der in diesem Tal zieht… und wir sind gar nicht erpicht, in die immer noch nassen Neoprenanzüge zu steigen. Diese hatten wir vor zwei Tagen zum Trocknen aufgehängt. Es hilft alles nichts, ein kurzer Schrei, und die eiskalte Badehose ist angezogen, weiter geht es mit Anzug und Socken. Bald schon sind wir ausstaffiert und können unsere Tour beginnen.

Der Weg führt zuerst durch ein Bachbett, dann führt der Steig richtig steil hinauf in die Höhe. Wir müssen zur Levada Seixal hinauf, auf der wir dann unseren Einstieg zur Vimieiro finden werden. Doch der Pfad hinauf bis zur Levada hat es echt in sich, die gut 20kg auf dem Rücken machen das gehen auch nicht leichter.

Komplett verschwitzt und auch schon leicht angeschlagen erreichen wir die Levada. Eine kurze Pause und alles ist wieder gut. Ein paar Schlücke vom guten Bergwasser erledigen den Rest, jetzt kann es weitergehen. Vom Pfad zum Einstieg an der Levada entlang sind es nur 10 Minuten, die wir gleich geschafft haben. Jetzt noch die Jacken und den Gurt angezogen, dann haben wir es! Los gehts…

Die Vimieiro fängt recht locker mit einem angenehmen Einstieg an, der erste Abseiler ist nur 10m hoch. Doch dann geht es Schlag auf Fall: Abseiler mit 50m und 60m mit Zwischenständen kommen in kurzer Folge. Spannende Abseilstellen, kann man wohl sagen.

Die Canons sind hier, zumindest die, die wir gesehen haben, vorbildlich eingerichtet und die Abseilstellen wirklich sehr gut und auch sicher angelegt. Duarte, den wir am Anfang am Flughafen getroffen haben, hat uns hier nicht zu viel versprochen… Obwohl mir ganz am Anfang ob der Höhe der Wasserfälle doch ein bisschen das Muffensausen gegangen ist, 60m seilt man ja nicht jeden Tag ab, geschweige denn mit knifflingen Umbauten und Versicherungen in der Wand bzw. hier im Wasserfall. Dieses Gefühl legt sich aber schon bald, und die Konzentration, alle Techniken richtig anzuwenden, übernimmt das Ruder. Bald arbeiten Clemens und ich super zusammen, alle Handgriffe sind eingespielt und die Abseilstellen werden spielend überwunden.

Nach überwindung der letzten großen Abfälle kommen noch ein paar kurze Abseiler und Abkletter-Stellen dazu. Im unteren Teil der Schlucht liegt viel Holz und dementsprechend ist das Absteigen nicht mehr so angenehm. Der Eindruck der Schlucht bleibt aber absolut positiv, eine herrliche Schlucht in einer herrlichen Umgebung.

Zum Auto folgen wir dem gleichen Weg, den wir schon am Vormittag in die Schlucht gegangen sind. Bald erreichen wir die Forellenzucht und sind froh, wieder in trockene Kleidung steigen zu können. Der Wind war in der Schlucht nicht merkbar, aber hier, beim Auto zieht es wieder ganz nett. Schnell sind unserer Sachen eingepackt und wir beschließen, mit dem angebrochenen Nachmittag, noch eine Erkundungsfahrt zu machen. Porto Moniz soll das erste Ziel sein, doch bevor wir dort hinkommen, fahren wir zuerst wieder die spektakuläre Strasse hinunter nach Seixal.

An der Küste entlang fahren wir vom kalten Norden immer mehr in den Süden. Immer wieder kontrollierende Blicke auf das Außenthermometer zeigen eine positiv-zählende Zweierziffer… Juhu! Vielleicht schaffen wir sogar die 20°C.

Wir bleiben an der Küste ein paar Mal kurz stehen, um uns die Wunder der Natur anzuschauen, so wie eben diese Felsformation, die wunderbar instabil schon seit langer Zeit der Brandung trotzt und den Wellenbrechern einhalt gebietet.

Bei den Felsnadeln noch bewölkter Himmer, klart dieser auf, je mehr wir uns dem Süden zuwenden…

Kurz vor Caletha, in Ponte do Sol, machen wir eine letzte Rast und genießen die Sonne, die hier für uns noch einmal richtig herscheint… so soll Urlaub sein!

150126 Madeira – Bergtour Pico Riuvo (1.862m)

Da der Wetterbericht heute wunderschönes Wetter, wenn auch mit ein bisschen Wind gemeldet hat, ändern wir unsere Pläne kurzfristig und beschließen, heute auf den Pico Riuvo zu gehen. Der Rucksack ist schnell gepackt und über abenteuerliche Straßen geht es hinauf bis zum Parkplatz beim Pico Arieiro. Von dort geht die Wanderung los, auf schön ausgebauten Wegen.

Der Weg geht am Beginn gleich mal hinunter, es müssen jedoch diese Höhenmeter nicht nur wieder auf dem Weg zum Gipfel erneut begangen werden, diese müssen wir ganz am Schluss der Wanderung auch nochmals hinauf. Aber da machen wir uns erst dann einen Kopf.

Der erste Teil verläuft sehr gut, wir sind schnell am Weg. Mit uns sind noch ein paar andere Bergsteiger am Weg, die wir jedoch bald überholt haben.

Schon von der Wegbeschreibung wissen wir, dass es manchmal durch Tunnel gehen wird, daher haben wir vorsorglich unsere Taschenlampe mitgenommen. Es stellt sich jedoch heraus, dass die meisten Tunnel so kurz sind, dass es auch ohne Taschenlampe gehen würde.

Unterwegs findet Clemens als ausgebildeter Wanderführer natürlich immer wieder interessante Sachen, und geduldig erklärt er mir die ganze Faune und Flora von Madeira… hier im Bild wilder Ginster!

Der Weg teilt sich einmal, doch da der linke Teil offensichtlich gesperrt ist und auch so markiert ist, wenden wir uns dem rechten Weg zu, der auch gleich mal merklich ansteigt.

Immer wieder stellen wir fest, dass ein Haufen Bäume total verbrannt sind. Es hat hier vor ein paar Jahren scheinbar ein sehr schweres Wildfeuer gegeben, das einiges an Baumbestand zerstört haben muss. In diesem Zusammenhang fällt auf auch, dass immer wieder Einheimische neben dem Weg kleine Bäumchen pflanzen und diese dann mit einem Gefleht schützend umwickeln.

Unterwegs kommen uns ein paar Leute entgegen und meinen, der Weg wäre gesperrt. Oje, das wäre wirklich schlecht. Aber wir wollen uns das mal selber anschauen. Also gehen wir weiter. Und wirklich, kurz nach einem Tunnel ist der Weg zu. Ich wage einen Blick durch den Tunnel und sehe einen Weiterweg. Na, Gott sei Dank. Und natürlich schade für Alle, die hier umgedreht sind.

Der Weg ist eindeutig neuerer Natur, die Stufen nicht mehr in den Felsen gehauen, sondern per Eisenleiter realisiert…

Eine zweite Überraschung ist, dass der Weg immer wieder vereist ist. Obwohl es jetzt nie unter 0° Grad gehabt hat, finden wir immer wieder stellen mit starker Vereisung. Natürlich muss man hier beim Steigen besonders acht geben.

Nebenbei dann wieder die verbrannten Bäume und auch nicht gefrorene Wasserläufe.

Stellen weise bläst der Wind unangenehm stark, an anderen Stellen ist es dann windstill und zu heiß. Daher sind wir permanent beim Aus- und Umziehen. Lästig, aber notwendig, um sich nicht zu verkühlen…

Ein drittes Mal kommen wir an einer Absperrung vorbei, die wir uns dieses Mal fest einprägen.

Doch auch die längste Wanderung erreicht einmal ihr Ziel, und unser Ziel, der Pico Riuvo, rückt immer näher.

Und dann, nachdem wir noch bei der Hütte vorbeigezogen sind, erreichen wir den Gipfel, der den höchste Punkt der Insel darstellt.

Oben am Gipfel treffen wir nochmals Olivia, die uns auch erklärt hatte, dass der Weg nicht weitergehen würde. Wir fragen, ob sie mit uns über den zweiten Weg (der offiziell gesperrt ist) mit absteigen möchte. Dank Clemens haben wir uns doch noch entschlossen, diesen Weg zu gehen, da damit die Gesamtgehzeit drastisch verkürzt werden kann. Und dank der ermutigenden Beschreibung von ein paar anderen Wanderern sind wir zuversichtlich, dass der Weg gut begehbar ist.

Der Rückweg über den gesperrten Steig ist wunderschön, spannend zu gehen und einfach nur toll. Wir sind auch Froh, dass wir damit ein bisschen rauf und runter gespart haben. Glücklich erreichen wir den Ausgangspunkt der Wanderung…

Wir fahren direkt nach Funchal, da wir noch was essen möchten.

Direkt am Strand finden wir ein gemütliches Lokal, in dem wir uns einen leckeren Spieß gönnen. Somit lassen wir auch diesen Tag ausklingen.

150125 Madeira – Canyoning Aqua Negra II

Fortsetzung…

Bald erreichen wir die 25 Quellen, wie diese wunderschöne Stelle heißt und ruhen uns kurz aus. Die 25 Quellen sind kleine Rinnsale, die sich zuerst in einem Gumpen sammeln und später als Aqua Negra in den Abgrund stürzen. Aber am Anfang sind diese noch ganz harmlos.

Unsere Tour startet aber erst ein wenig weiter im Nachbar-Canyon Cedros. Wir gehen an der Levada entlang bist zu deren Ende, dort ist unser Zustieg. Fix steigen wir in unsere Anzüge, dann kann der Spaß losgehen.

In der Schlucht selber geht es gleich Schlag auf Schlag, die Abseilstellen lassen nicht lange auf sich warten. Wir silen ungefähr6 ab, dann erreichen wir den Einstieg in die Aqua Negra und noch wichtiger zum Tunnel der Seixal-Levada.
Wir nutzen die Gunst der Stunde, eine Besichtigung von Canyons zu machen, die auf der anderen Bergseite sind. Dazu müssen wir jedoch den Tunnel queren. Der Tunnel ist 2,5km lang, und was wir noch zuerst noch nicht wissen, manchmal nur 1,6m hoch. Wir beschließen, aus unserem Canyon auszusteigen und die Querung zu wagen. Schon bald stellen wir fest, dass das gehen im Tunnel gar nicht so einfach ist. Der Steg am Rand ist sehr schmal, jede Berührung mit dem Tunnelfelsen birgt die Gefahr des Gleichgewichtsverlustes… daher lassen wir die Rucksäcke nach einiger Zeit zurück und gehen so einfacher bis an Ende des Tunnels.

Und auch von der Decke spritzt das wertvolle Nass. Kurz Entschlossen setzt Clemens zum trinken an…

Nach einer guten halben Stunde erreichen wir das andere Ende.

Das Tal von Seixal beherbergt nicht nur die gleichnamige Levada, sondern auch ein paar erstklassige Canyons. Es ist aber gar nicht so ohne, diese zu erreichen. Denn man muss sich noch durch weitere Tunnel kämpfen und auch ein paar ausgesetzte stellen meistern.

Nach einigem marschieren und auch maßloser Bewunderung für die Levada-Erbauern erreichen wir, natürlich nachdem wir alle Einstiege kontrolliert haben, den Ausgangspunkt unserer Erkundung.

Hier steigen wir nun in den „Aqua Negra“-Canyon ein, der nun deutlich dunkler und ausgewaschener erscheint. Und nach ca. 8 abseilen erreichen wir das Ende der Tour, aber nicht das Ende des Abenteuers.

Vom Ausgang müssen wir uns nun wieder zurück zum Auto begeben. Es sind doch einige Höhenmeter zu erklimmen, wie wir aus der Karte lesen können.

Der Aufstieg, im Neopren, mit mindestens 20kg am Rücken entwickelt sich zum Alptraum. Schweiß rinnt mir den Körper hinunter, die Luftfeuchtigkeit unterstützt dies nur noch mehr.

Gott sei Dank können wir uns erfrischen, als wir die erste Levada erreichen. Das Wasser schmeckt wunderbar und tut uns gut.

Bald überqueren wir den großen Bach über eine Brücke und erreichen den zweiten Anstieg.

Dann heißt es noch einmal richtig kämpfen, die letzte Motivation zusammenzukratzen… Und rauf geht’s den letzten Aufstieg.

Bald schon setzt die Dämmerung ein, wir erreichen jedoch noch rechtzeitig das Auto und können aus den nassen Sachen raus.

Wir beschließen, über die Hochebene Paul do Sierra zurückzufahren. Auf dem Weg finden wir noch ein super Restaurant, in dem wir unsere Fleischportion bekommen. Wir bekommen ein Steak auf dem heißen Stein reserviert… mit Pommes. Genau das haben wir gebraucht.

Zurück in unserer Unterkunft wird nur noch geduscht, noch schnell ein wenig zusammengeräumt, und dann schlafen wir ein. Wir brauchen heute viel Rast!

150125 Madeira – Canyoning Aqua Negra I

Die Nacht war überraschend kühl, denn die Fenster schließen nicht gut. Heizung gibt es auch keine, denn wir sind in den Tropen. Trotzdem sind wir gut ausgeschlafen und voller Tatendrang.
Ein Blick aus dem Fenster offenbart viel Wind und Wolken auf den Bergen, aber es ist draußen wärmer als im Zimmer. Im Hintergrund kräht sich ein Gockel die Seele aus dem Leib.

Um 8:00 Uhr frühstücken wir reichlich. Im Haus sind dem Gedeck nach 4 Gäste, wir haben noch ein Pärchen gesehen. Als wir die Tafel verlassen, ist fast nichts mehr übrig für die anderen. Hoffentlich gibt’s noch Nachschlag.

Nach dem Essen schlendere ich ein bisschen durch den Garten. Voll cool, der Platz. Ich überhöre noch eine Konversation der Hausherrin mit den Gästen. Es geht ums Frühstück, sie könnte nochmals zum Bäcker, wenn notwendig…

Und dann sind wir auch schon bereit für das erste Abenteuer heute. Wir wollen die Cedros und Aqua Negra Schluchten begehen, beide liegen hintereinander und können zusammen begangen werden.
Wir starten mit dem Auto zuerst zur Südküste, dann in Richtung Paul do Sierra hinauf. Die Straßen sind höllisch eng und steil.

Wir erreichen einen Grillplatz, wo wir das Auto parken und einen Pfad hinunter gehen. Schon am Weg erkennen wir, dass es hier sehr feucht ist.

Auf dem Weg entdecken wir noch das Haus von Shrek und Clemens findet noch einen Geocache.

Bald erreichen wir den Verbindungstunnel zur anderen Bergseite, mit dem wir uns einiges an Höhenmetern sparen werden. Es ist total spannend, durch diese Levadatunnel zu gehen.

Auf der anderen Seite eröffnet sich uns eine neue Welt, fast wie im Urwald. Die Levadas bringen das wertvolle Wasser vom feuchten Norden und den trockenen Süden. Auf ihrem Weg durch die Insel fließen sie durch so manche Märchenlandschaft.

Fortsetzung folgt…

150124 Madeira – Anreise

Früh ausstehen ist angesagt, heute geht es los. Noch gemütlich mit Mama frühstücken, dann klopft auch schon Clemens an die Tür. Wir fahren mit dem Auto zum Flughafen, unsere gut gepackten Rucksäcke gehen ohne Probleme durch, bei der Sicherheitskontrolle werde ich zur Ausnahme mal gefilzt. Aber auch hier keine Probleme.
Auf den ersten Teil der Reise gönnen wir uns gleich ein gutes Frühstück.

Die Flüge selber vergehen wie im Flug, alles läuft wie geschmiert. Hier ein paar Impressionen.

Von Lissabon aus geht es über den Atlantik auf die Insel Madeira. Im Sonnenschein erreichen wir unser Ziel.

Am Flughafen treffen wir noch Duarte, einen Canyonauten aus Madeira, den wir übers Internet kennengelernt haben. Er stattet uns mit vielen Tipps und Tricks zum Canyoning, aber auch Wandern aus.
In einem kleine Mini-Mercado statten wir uns noch mit Lebensmitteln aus, dann geht es endlich ins Guesthouse. Eine nette kleine Unterkunft im Norden der Insel. Eine Frau empfängt uns und zeigt uns das Zimmer und erklärt alles, das wichtig ist.
Nach so einem Tag ist man klarer weise müde, aber der Rucksack für morgen will noch gepackt werden.

Nach so einem Tageswerk schmeckt dann das lokale Bier auch besonders gut…

 

150123 Madeira – Vortag

Wie jede Reise geht auch diese meine erste Reise 2015 ein bisschen stressig los. Und die Vorfreude ich natürlich auch immer groß…

Natürlich fragt sich zuerst einmal jeder: WO GEHT ES DENN HIN! Naja, das kann ich ja schon mal verraten: Nach Madeira! Zum Schluchteln und Wandern mit meinem alten Spezi Clemens. Und ich freue mich schon riesig, das kann ich euch sagen.

Wir haben 3 Schluchten geplant, und zwei Wanderungen. Einen Tag zum relaxen, und dann ist die Woche eh schon wieder vorbei. Aber Moment… ich bin ja gerade am starten! Also keine Wehmut…
Im Vorfeld haben wir uns über die Tourenmöglichkeiten erkundigt, eine Besonderheit in Madeira ist, dass man seine Canyoningtouren im Vorfeld bei der Behörde genehmigen lassen muss. Das geht einfach und schnell über das Internet, aber man muss es halt machen. Damit muss man sich 48 Stunden vorher festlegen, denn das ist die Anmeldefrist, in welche Schlucht man einsteigt. Also haben wir schon 2 Touren festgelegt, denn am Sonntag soll es gleich mit einer Entdeckungstour losgehen.

Morgen fliegen wir von München aus nach Lissabon, dann weiter nach Funchal. Dort wartet hoffentlich ein kleiner Flitzer auf uns, unser Mietauto, mit dem wir dann eine Woche die Insel unsicher machen werden. Unsere Bleibe haben wir in Sao Vincente, an der Nordseite der Insel und auch ganz nahe an den Touren, die wir machen möchten.

Ich habe gestern Abend und heute Nachmittag seriöse Packstrategie betrieben, den TAP, die auserwählte Fluggesellschaft erlaubt uns 23kg Fluggepäck und 8kg Handgepäck. Da sollte sich doch was machen lassen, dachte ich mir.
Raus gekommen ist folgendes: ich habe jetzt mit meiner nicht kalibrierten Waage 22,8kg Fluggepäck, und im Handgepäck 8kg und ein bisschen was… ich habe aber geübt, das Handgepäck so locker lässig auf den Rücken zu schmeißen, dass es den Anschein erweckt, es wären nur 4kg drinnen… juhu!

Schaut doch locker-flockig aus…

Morgen am Flughafen werden wir schon sehen, wie es geht! Ich genieße noch meine „Komm-gut-in-den-Urlaub-Verwöhnküche“ meiner Lucy, dann fahre ich nach Reutte. Morgen in der Früh stoßt Clemens zu mir, dann fahren wir gemeinsam nach München, denn von dort geht unser Flug…