Archiv des Autors: Wisse

230730 Wilde Bande Steig, Halltal ✨

Nach einer guten Nachruhe stehen wir erholt und ausgeruht auf. Ich habe mir ungeschickter Weise am Vortag zwei satte Blasen eingefangen, diese werden nun mit Blasenpflaster versorgt. Anschließend steht ein stärkendes Frühstück am Programm.

Von der Hütte, das Wetter schaut akzeptabel aus, steigen wir nordwärts zum Einstieg des Klettersteiges auf den Kleinen Bettelwurf auf.

Zwar sind genug Wolken anwesend, doch die Sonne lacht immer wieder zwischen Fenstern hervor.

Wir haben den Einstieg fast erreicht, als sich das Wetter fast schlagartig ändert. Es ist finster geworden und nach kurzer Beratung beschließen wir, umzudrehen.

Beim Abstieg zur Bettelwurfhütte fängt es auch zu regnen, die Entscheidung war also richt gewesen.

In der Früh haben wir einen Teil der Ausrüstung bei der Hütte gelassen, diese Sachen holen wir mil ab. Dann beschließen wir über Lafatscherjoch, Issboden und Herrenhäuser abzusteigen.

Über den Wilde-Bande-Steig machen wir uns, Papa und ich schon zum zweiten Mal dieses Wochenende, auf zum Lafatscherjoch.

Der Weg ist fein zu gehen, das Wetter ist so lala. Immerhin ist es nicht so heiß und wir müssen nicht schwitzen beim wandern.

Der Weg zieht sich gefühlt ewig hin, und es geht immer aufwärts, egal welche Richtung man geht. Dann beginnt auch noch der Regen stärker zu werden und wir sind dankbar, dass wir am Bettelwurf umgekehrt sind.

Das Wetter wird immer schlechter, je weiter wir nach Westen kommen.

Beim Lafatscherjoch kommt auch noch ein leichter Wind dazu, nun wird es richtig kühl. Zum Glück sind wir halbwegs gut ausgerüstet.

Am Lafatscherjoch machen wir eine kurze Pause, trinken etwas und schauen retour auf unseren Aufstiegsweg auf die Speckkarspitze vom Vortag.

Das Lafatscherjoch kenne ich noch mit besserem Wetter, vor vielen Jahren bin ich hier mit Alfons mal mit dem Mountainbike rübergekommen, da sind wir von Scharnitz nach Hall in Tirol gefahren.

Den Weg vom Joch hinab zum Issboden sind wir damals teils abgefahren, beim Zustand des Weges kann ich mir das fast nicht vorstellen. Per Pedes ist der Weg allerdings gut begehbar.

Der Blick reicht von hier zurück bis zum Stempeljoch. Unvorstellbar, dass die Bergwerker hier früher die Stempel (Holzpflöcke) von der Pfeis herüber transportiert haben.

Der Blick retour offenbart uns nochmals, dass die Besteigung des Bettelwurfs heute keine feine Sache gewesen wäre.

Als wir im Issboden ankommen, ist der Wind abgeflaut und es sind sogar erste blaue Flecken am Himmel zu sehen. Vielleicht haben wir jetzt am Nachmittag noch Glück mit dem Wetter.

Durch den kleinen Wald am Issboden wandern wir auf der Forststraße zu den Herrenhäusern.

Dann erreichen wir die ersten Zeugnisse des Bergbaus. Das altehrwürdige Berghaus, Unterkunft für die Knappen am Wasserbergstollen, zeugt noch von einer regen Bergbautätigkeit. 1967 wurde der Bergbau nach fast 700 jährigem Bestehen eingestellt.

Bei den Herrenhäusern angekommen, einem Komplex sehr schöner Gebäude, schauen wir uns die Zeugnisse der vergangenen Zeit an.

Der König Max Stollen ist der einzige verbliebene Stollen, den man auf ca. 5m befahren kann, zumindest wenn man als Besucher kommt. Mittlerweile wurde sogar im hinteren Bereich ein Licht montiert, damit sieht man recht tief in den Stollen.

Die Rupertikapelle, schön restauriert vom Absamer Künstler Obleitner, erstrahlt wieder in meinem Glanz, nachdem sie nach der Auflassung des Bergbaus durch Vandalismus stark in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Auch das südwestliche Eck des Herrenhauses, das 1999 von einer Lawine stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, und anschließend provisorisch mit Dachpapp repariert wurde, erstrahlt in neuem Glanz. Wenngleich es sich hier nur um eine bedruckte Plane handelt. Ein neuer Verein bemüht sich um den Erhalt, scheinbar mit Erfolg.

Bei St. Magdalena, dem einzigen bewirteten Stützpunkt im unteren Halltal, gönnen wir uns ein Erfrischungsgetränk. Daniel, immer um das Allgemeinwohl bedacht, hat noch eine Jause mitgebracht, die wir allerdings erst im Abstieg genießen.

Und langsam schließt sich der Kreis wieder, im Abstieg sehen wir den Klettersteig, den Maggo und Daniel am Vortag bewältigt haben, in voller Pracht.

Der Abstieg durch den schönen Buchenwald ist für mich auch immer wieder ein Erlebnis, ich bin einfach gerne hier im Halltal.

Auch unseren, Papa und meinen Aufstiegsweg können wir nochmals ausgiebig betrachten. Die mächtige Bettelwurfreise schaut von unten fast ein wenig zum Fürchten aus.

Wohlbehalten erreichen wir wieder den Parkplatz am Hackl. Obwohl wir unsere Ziele nicht ganz erreicht haben, hatten wir doch zwei schöne und ereignisreiche Tage, die wir wohl nicht so schnell vergessen werden.

Auf der Heimfahrt, das Wetter ist nun wirklich besser geworden, sehen wir nochmals den gewaltigen Bergstock, Kleiner und Großer Bettelwurf, die Hohe Fürleg, Tratten, und auch den Hundskopf. Im Vordergrund linkerhand der Zunterkopf.

Ein tolles Wochenende in feinster Gesellschaft ist nun zu Ende. Wir hatten sehr viel Spaß und das wird nicht die letzte Runde in dieser Konstellation sein. Berg Heil!

Tourendaten
Gesamtdauer: 5:29 h
Gesamtlänge: 18,26 km
Höhenmeter: △ 613 m / ▽ 1.915 m

230729 Bettelwurfhütte, Speckkarspitze (2.621 m) ✨

Ein Bergsteigerwochenende steht vor der Tür… bei der Planung haben wir allerdings vergessen, gutes Wetter einzufordern. Nun fahren wir, Papa und ich, über regennasse Straßen und beeindruckenden Wolkenformationen zum Treffpunkt.
Am Hackl in Absam treffen wir auf den zweiten Teil der Gesellschaft, Maggo und Daniel. Gemeinsam wollen wir heute den Absamer Klettersteig und nach einer Übernachtung auf der Bettelwurfhütte weiter auf den Großen Bettelwurf gehen.

Es ist nicht kalt, aber das Wetter ist dennoch nicht angenehm. Wir steigen vom Hackl über den Fluchtsteig bis zur „Ersten Ladhütte“ auf, dort zweigen wir auf den Weg zum Klettersteig.

Nach kurzer Beratung, der Fels ist nass, beschließen Maggo und Daniel den Klettersteig zu besuchen, während Papa und ich auf dem Normalweg zur Hütte aufsteigen werden.

Das Wetter spiel heute alle Stücke, mal reißt die Wolkendecke auf, im nächsten Moment ziehen wieder verrückte Wolken durch das Tal. Der Aufstieg durch Schotterreisen und Latschenfeldern gestaltet sich allerdings so angenehm.

An der Farbe der Wechselreise kann man sehen, dass es doch ganz nett geregnet haben muss in den Nachtstunden. Meine geliebte Abfahrtsspur ist heute besonders gut zu sehen (siehe Hüttenspitze).

Während Papa und ich rasch über den Normalsteig aufsteigen, sind Maggo und Daniel voller Genuss im Klettersteig. Ein paar rutschige Stellen an den Platten sind vorhanden, aber generell ist der Steig gut zu gehen.

Je höher wir kommen, desto schöner zeigt sich erst das Halltal, später auch noch das Inntal.

Am sogenannten „Juchizer“ sehen wir dann die Hütte das erste Mal, doch trotz vermeintlicher Nähe zieht sich der Weg zur Hütte ganz nett…

Der Normalweg auf die Bettelwurfhütte ist an heißen Tagen nicht empfehlenswert, aber heute fein zu besteigen. Dennoch ist es kein trivialer Wandersteig, sondern auch schon ein teilweise seil-versicherter Alpinsteig.

Maggo und Daniel befinden sich zu dieser Zeit bei den wunderschönen Platten im Klettersteig, auch hier ist die Aussicht wunderbar!

Papa und ich haben mittlerweile die Bettelwurfhütte (2.077m) erreicht, unser Zimmer bezogen, eine kleine Speise und das obligatorische Erfrischungsgetränk zu uns genommen. Da Maggo und Daniel noch eine Weile unterwegs sind, machen wir uns auf, die Speckkarspitze (2.621m) zu besuchen.

Das Wetter hat aufgerissen, es schaut gar nicht schlecht aus. Den Wilde-Bande-Steig von der Bettelwurfhütte zum Lafatscherjoch (2.081m) geht in angenehmem Auf und Ab durch Schotterfelder und Felsen. Zwischendurch sehen wir immer wieder Gämsen.

Der Blick kurz vor dem Lafatscherjoch zurück zeigt das beeindruckende Massiv des Bettelwurfs und den Steig von der Hütte.

Die gegensätzliche Richtung offenbart uns das hintere Halltal, den Issboden und das Stempeljoch.

Vom Lafatscherjoch steigen wir mühselig über Schotter in Richtung „Südwestgrat“ auf

Im oberen Teil wird es dann ein wenig spannender, zwei Stellen erfordern den Einsatz der Hände, und 2-3 luftige Gratstellen müssen gemeistert werden.

Die Aussicht in den Issboden und ins Tal des Lafatscherbachs, auch Isarursprung genannt, ist beeindruckend.

In angenehmer Kraxelei bewegen wir uns zum Gipfel, immer wieder tauchen neue Impressionen auf, ein sehr schöner Weg führt hier zum Gipfel.

Der letzte Aufschwung zum Gipfel besteht wieder aus wunderbarstem Karwendelbrösel, es ist aber nicht ausgesetzt oder schwierig.

Schließlich erreichen wir das Gipfelkreuz und genießen die schöne Aussicht. Endlich habe ich auch diesen Gipfel, den ich immer wieder von zu Hause bewundert kann, bestiegen.

Der Blick gen Westen zeigt das wild-schroffe Grat über den Signalkopf und den Kleinen und Großen Bettelwurf. Letztere das Ziel für den nächsten Tag…

Wir genießen die Pause auf dem Gipfel, es ist allerdings kühl, nicht verwunderlich in dieser Höhe. Also Abstiegsroute wählen wir den Nordwestkamm.

Vermehrte Wolkenbildung erinnert uns daran, weiterzumachen. Aber noch ist kein Grund zur Besorgnis.

Ein Blick ins zentrale Karwendel offenbart und Blicke auf die Hinterautal-Vomper-Kette mit dem höchsten Gipfel des Karwendels: der Birkkarspitze (2.749m). Ein lohnendes Ziel, das auch noch auf der Liste steht…

Der Abstieg über den Normalweg (Nordwestkamm) ist im Gegensatz zum Aufstieg seil-versichert, aber auch einfacher. Beim Abstieg denke ich mir nicht nur einmal, dass wir die richtige Runde gemacht haben… der Aufstieg hier wäre um einiges mühseliger gewesen.

Bald erreichen wir, wieder beobachtet von Gämsen, das Joch.

Der Blick zurück zeigt uns nochmals schön eine Übersicht über den Abstieg von der Speckkarspitze.

Fast schon plötzlich verschlechtert sich das Wetter, eine ungute Wolkenbank zieht aus Westen an. Nun heißt es sich sputen, das könnte noch was abgeben.

Papa gibt es straffes Tempo vor, der Wilde-Bande-Steig lässt zum Glück eine höhere Geschwindigkeit zu.

Unterwegs treffen wir eine Familie mit zwei Kindern. Der kleinere Junge braucht an manchen Stellen ein wenig länger, die Schwester ist fit und muss warten. Kurzentschlossen nehmen wir die Schwester mit zur Hütte, damit sich die Eltern auf den Sohn konzentrieren können.

Fast trocken erreichen wir die Hütte, Maggo und Daniel hatten noch einen Kurztrip zum Signalkopf gemacht, allerdings den finalen Aufstieg nicht gemacht.
Dafür haben sie schon ein Erfrischungsgetränk auf dem Tisch. Rasch bestellen wir auch so einen Saft, der Durst war am Schluss nämlich schon groß.

Bei einem gemütlichen Hüttenabend werden Geschichten ausgetauscht, gelacht und debattiert. Genau so sollte es sein! Ins Bett gehen wir dann alle gern! Ein langer Tag liegt hinter uns… und morgen haben wir auch noch was vor!

Tourendaten
Gesamtdauer: 7:18 h
Gesamtlänge: 20,68 km
Höhenmeter: △ 2.066 m / ▽ 929 m

230715 Italien 2023

Jedes Jahr ist ein (mittlerweile) Fixpunkt unsere Italienwoche in Lignano. Die Großfamilie trifft sich hier zu einer gemütlichen Woche am Meer.
Viel passiert nicht in dieser Woche, es geht vor allem gemütlich zu. Sehr viel Entspannung ist angesagt, lesen, reden, Spaß haben!
Hier ein paar Impressionen

Pooltime, immer eine feine Zeit!

Geocachen darf auch nicht zu kurz kommen, ein Ausflug in eine aufgelassene Bowlingbahn ist speziell für die Kinder ein spannendes Abenteuer

Zwischendrinnen ist immer wieder Zeit für Spaß und Ulkerei…

Das Meer ist natürlich das Highlight, die Kinder haben immer wieder Spaß, der Strand ist flach und dementsprechend sicher.

Am Abend haben wir 2 Mal ein kurzes Gewitter, Gott sei Dank nichts wildes. Aber die Wellen sind dann doch ein bisschen größer, da macht das Wellenspringen richtig Spaß

Am Abend ist immer Programm, Kinderdisco, Aufführungen und natürlich die obligatorische Schaumparty…

An einem Tag steht der nahe gelegene Zoo auf dem Programm, ein Teil der Gruppe macht hier am Vormittag „safari“

Währenddessen probieren Sara, Letu und ich einen Ausflug mit dem SUP. Eine wackelige, aber lustige Angelegenheit. Die Kinder sind hier eindeutig mehr begabt!

Ein Ausflug nach Lignano „City“ muss natürlich auch mal sein, ein feines Abendessen ist natürlich auch mit dabei!

In der Früh ist das Meer besonders schön, der Strand noch ruhig und das Licht ist besonders.

Später liegen wir wieder am Strand…

Am vorletzten Tag gibt es noch eine sogenannte „Colour-Party“, angelehnt an das Holifest (aus Indien). Ein Mordsspaß für Groß und Klein.

Die Menge an Eis, die wir während dem Urlaub verdrücken, würde wahrscheinlich für das restliche Jahr reichen… aber wir haben ja Urlaub!

Das Wetter ist die ganze Woche, abgesehen von ein paar Stunden, wunderschön und warm… da liegt man gern am Strand oder kühlt sich im Wasser ab!

So geht die gemütliche Woche unspektakulär, aber sehr angenehm dem Ende zu…

Wir haben wieder eine feine Woche verbracht, wer weiß, vielleicht gibt es nächstes Jahr ein „Italien 2024″…

230708 Bitterlehütte

Es ist wieder so weit, die Wiese auf der Hütte schreit danach, frisiert zu werden… das Grashaupt der Nachbarwiese ist schon kurz und schön… bei uns wuchert aber ein noch schönes Blumenmeer… dennoch, damit das so bleibt, müssen wir auch ran!

Mit Letu fahre ich am Freitag auf die Hütte, damit wir für den nächsten Tag alles herrichten können. in der Nähe wurde Holz geschlägert, das müssen wir natürlich genauer inspizieren.

Am Abend wird noch einmal das schöne Feld dokumentiert, wir machen ein Feuer und genießen den lauen Abend. Es ist immer wieder fein hier oben!

Ganz in der Früh, nachdem wir am Vortag gedengelt und hergerichtet haben, starte ich mit dem ersten Teil. Das Gras ist taufeucht und lässt sich wunderbar schneiden. So geht gleich mal was weiter.

Letu ist dieses Mal eine große Hilfe, er mäht im unteren Teil, rund um den Holzstadl. Er hat die letzten Jahre gut aufgepasst, bei ihm ist der Fortschritt rasch zu sehen.

Bahn für Bahn wird abgemäht, schon am frühen Vormittag steigt die Temperatur in hitzige Höhen, die Freude auf den Nachmittag wird so ein wenig getrübt… nichts desto trotz wird geschnitten was das Zeug hält.

Am frühen Nachmittag holen wir Sara vom Bahnhof in Reutte, dann gehen wir eine Runde schwimmen im Urisee. Die Erfrischung tut gut, allerdings hat bedingt durch die konstant hohen Temperaturen auch das Wasser den Erfrischungseffekt ein wenig verloren…

Zurück auf der Hütte geht die Arbeit gleich weiter, am späteren Nachmittag hat sich ein wenig Schatten über die Wiese gelegt, nun ist die Arbeit, abgesehen von ein paar renitenten Bremsen, wieder angenehm.

Am Abend entschließen sich die Kinder, auf der Terrasse zu schlafen. Die Temperaturen fallen in der Nacht dann doch, wir sind im Ausserfern. Aber die guten Schlafsäcke auf der Hütte schützen zuverlässig vor Kälte und Getier.

Fast noch zu nächtlicher Stunde, die Kinder schlafen tief und fest, starte ich mit dem letzten Teil des Feldes. Auch hier, der Taunässe gedankt, komme ich rasch voran, schon bald ist ein Ende der Maht in Sicht.

Auf den letzten Metern bricht mir noch die Sense, da war ich wohl ein wenig zu hart am Arbeiten. Leider an einer Stelle, die nicht mehr repariert werden kann. Also muss ich für nächstes Jahr ein neues Blatt besorgen. Zum Glück ist die Wiese fertig gemäht.

Im Anschluss wird die Wiese noch geputzt, das Heu entsorgt und die Hütte aufgeräumt. Hier ist Sara die Hüttenwirtin und sorgt für uns alle! Wir sind am Abend bei Mama, eine Runde schwimmen zur Erfrischung und dann eine gute Pizza… so kann das Arbeitswochenende ausklingen. Wir haben alles geschafft, das ist ein angenehmes Gefühl.
Und dank der Hilfe der Kinder war es dieses Mal auch gut machbar. Danke dafür!

230702 Canyoning Wiesbachl

Nachdem ich gestern eine feine Tour im Hochalpbach hatte, geht´s heute ins Wiesbachl. Die Truppe ist gut gemischt, alles feine Leute.

Wir steigen über den üblichen Weg auf, ca. 20 Minuten sind wir am Weg.

Unterwegs haben wir immer wieder schöne Ausblicke auf den „Lechtalzopf“ bei Forchach.

Am Einstieg gibt es ein ausführliches Sicherheitsgespräch, dann können wir den Spaß beginnen. Die ersten paar Meter sind immer zum Laufen, hier entspricht der Name, Wiesbachl, noch den Tatsachen.

Aber schon bald wird die Schlucht enger, wir nähern uns dem Herzstück der Tour. Eine Minirutsche sorgt für Kurzweil.

Dann haben wir den ersten Abseiler erreicht. Hier geht es 10m am Seil runter, dann kommen gleich im Anschluss zwei feine Rutschen.

Die zweite Rutsche, da sie nicht ganz ohne ist, wird am Seil „kontrolliert“ abgerutscht.

Das Wasser ist frisch und so Mancher bekommt einen kalten Schwall Wasser in den Hals.

Nach ein paar Metern, die Laufstrecken im Wiesbachl sind überschaubar, kommen wir zu den nächsten drei Rutschen.

An kurzen Seil geht es ins sogenannte „Loch“, nun steht uns gleich der große Wasserfall bevor.

Der große Abseiler, ca. 16m hoch, ist für den Einen oder Anderen eine große Herausforderung. Speziell im unteren Bereich nehmen Manche eine unfreiwillige Dusche.

Schließlich kommt der namens-gebende Teil der Tour. Im Prospekt heißt die Tour „Fun Canyoning“, und dieses Programm wird mit dem Fächer und der Waschmaschine vollends erfüllt.

Richtig gewaschen meistern wir noch die letzte Rutsche am Seil, damit ist die eigentliche Tour beendet.

Ein schönes Gruppenbild darf am Schluss der Kaskaden nicht fehlen. Der Platz ist einfach nur schön!

Eine tolle Tour, mit super Leuten! Was wünscht man sich mehr! Gerne immer wieder…

Tourendaten:
Gesamtdauer: 2:40 h
Gesamtlänge: ca. 2 km
Höhenmeter: ca. 100 m

230701 Canyoning Hochalpbach

Wieder treibt es mich in das schöne Lechttal, eine Hochalp-Canyoningtour steht auf dem Programm. Da wir heute mehrere Gäste haben, sind wir zwei Guides, Thomas und ich.
Die letzten Tage hat es stark geregnet, deshalb prüft Clemens in der Früh den Wasserstand. Gut schaut es aus!
Vom Parkplatz wandern wir erst wieder ein Stück Richtung „Hohes Licht“ bzw. „Rappenseehütte“. Bei der Abzweigung nehmen wir den Weg nach Westen und erreichen den Einstiegs-Klettersteig. Obwohl wunderbar abgesichert, macht die Stelle mit dem abgebrochenen Weg dennoch so manchem Schwierigkeiten.

Schließlich sind Alle bei der ersten Abseilstelle angekommen, der Wasserstand ist heute gerade richtig. Einer nach dem Anderen wird in die Schlucht abgeseilt, dann folgen zwei Rutschen.
Schließlich erreichen den wir den höchsten Abseiler, der im Trockenen abgeseilt wird. Der Wasserfall hat heute gut Wasser, es „stuibt“.

Auch diese Stelle wird gut gemeistert, die nächsten Hindernisse warten aber schon auf uns. Eine kleine Kletterstelle müssen die Gäste selber bewältigen, dann ist der nächste Abseiler an der Reihe.
Der zukünftige Bräutigam, deutlich erkennbar mit „Gockelhahn“ auf dem Kopf, verrät, dass es sich hier um einen Junggesellenabschied handelt!

Das Loch ist die Schlüsselstelle der Tour, der Abseilstand ist hier ein wenig ungünstig an der Kante gesetzt. Der Wasserstand ist heute wirklich gut, daher brauchen die Leute einen wenig mehr Überwindung für so manche Stelle.

Dieser Teil der Schlucht ist wunderschön, zwischen ausgeschwemmten Platten hindurch seilen die Leute fast direkt im Wasser ab.

Die lange Rutsche ist heute, bei diesem Wasserstand nicht empfehlenswert, der Rücklauf scheint mir zu stark. Daher wird neben der Rutsche, über eine schöne Rampe abgeseilt.

Dort warten wir wieder alle zusammen, um die letzten Hindernisse auf dem Weg zu bewältigen.

Ein schöner Abseiler, früher war hier ein quer liegender Baumstamm, ist schön ausgespült und muss durchgeschwommen werden.

Anschließend kommt eine kurze Gehstrecke, kleine Rutschen inklusive.

An einer größeren Stufe prüft Thomas den Wasserstand, es ist tief genug, daher können wir hier springen. Nun haben wir wirklich alles dabei gehabt.

Am Schluss der Tour müssen wir wieder ein paar Meter durch den Wald empor zum Auto. Damit ist die Tour abgeschlossen. Eine wunderbare Gruppe, wir hatten sehr viel Spaß!

230624 Bergfeuern Viggarspitze (2.306m)

Und jährlich grüßt das Murmeltier… dieses Mal allerdings im positiven Sinne. Es ist wieder Bergfeuer-Tag. Wir treffen uns wie gewohnt um 14:00 Uhr im Dorf, packen die Bierbänke, Grill und persönliche habe auf den Transporter, damit fahren wir in ca. 1 h auf den Issboden.

Geschäftig werden die Zelte aufgestellt, das Lagerfeuer vorbereitet und das Granulat auf die Rucksäcke verteilt.

Heuer haben wir eine tolle Mannschaft, viele fleißige Helfer haben sich eingefunden, um diesen „Feiertag“ zu begehen.

Bald ist die Abmarschbereitschaft hergestellt, die Rucksäcke sind gut befüllt und wir können losgehen.

Das erste Stück über die Weide und durch den steilen Wald zum Zirbenweg ist immer am anspruchsvollsten. Doch wir kommen gut vom Fleck. Das Wetter meint es heute auch gut mit uns, es ist fein warm, aber nicht zu heiß.

Über kleine Bergpfade erreichen wir schon bald den Zirbenweg, der sich vom Patscherkofel zum Glungezer rüber zieht.

Wir verlassen allerdings den Weg schon bald wieder und wandern über die Westflanke hinauf zum Gipfel der Viggarspitze (2.306m)

Vor zwei Wochen bin ich hier schon am Weg (siehe Zirbenweg+) gewesen, da war auf dem Morgenkogel und den umliegenden Bergen noch ein wenig mehr Schnee… die Hitze der letzten tage hat ihren Tribut gefordert.

Dann haben wir den Gipfel erreicht, eine kurze Verschnaufpause ist uns gegönnt. Das Wetter ist heute echt perfekt, der typische Wind auf diesen Gipfeln säuselt und natürlich auch um die Ohren.

Einer hat eine Drohne mitgenommen, damit werden dann tolle Aufnahmen von uns auf dem Gipfel gemacht… das ist schon eine tolle Erfindung.

Die Sonne versinkt langsam hinter den Bergen bzw. Wolken am Horizont. Es ist Zeit, die vorbereiteten Granulate anzuzünden.

Nach den üblichen Startschwierigkeiten wegen dem Wind flackern dann doch alle Feuer am Gipfelgrat auf. Da wir heute üppig mit Granulat versorgt sind, brennen die Feuer noch heller als sonst.

Letu hat sich eine Stelle am unteren Grat für das Feuer ausgesucht, auf den später gesichteten Bildern kann man diesen „Ausreißer“ gut erkennen.

Bald wird es dumper, damit einhergehend sinken auch die Temperaturen rasch. Die Jüngsten unserer Gruppe machen sich auf zum wärmenden Lagerfeuer am Issboden.

Nach und nach folgt der Großteil der Mannschaft, nur ein paar Wenige bleiben noch als Feuerwacht am Gipfel.

Rasch erreichen wir wieder das Stück des Zirbenweges, ein Blick zurück zeigt uns die tollen Feuer, die wir entzündet haben.

Schließlich erreichen auch wir den Zeltplatz, das Lagerfeuer haben wir schon von weitem sehen können. Am Feuer ist es immer warm, es gibt noch Stockbrot und Würstel. Was wünscht man sich mehr.

Nach einer kühlen Nacht, nicht jedem sein Schlafsack war so warm wie angenommen, stehen wir wieder am Lagerfeuer, bzw. bauen unser Camp ab.

Dann heißt es nur noch warten, bis unser Abholservice und wieder vom Boden einsammelt. Rasch werden die Sachen auf die Ladefläche verstaut, dann fahren wir wieder runter ins Tal.

Ein erfolgreiches Bergfeuern geht seinem Ende zu, heuer war fast alles perfekt. Eine Verletzung hatten wir, diese musste im Krankenhaus versorgt werden. Doch am nächsten Tag schaut schon wieder alles besser aus!

Tourendaten
Gesamtdauer: ca. 2:00 h
Gesamtlänge: 5,01 km
Höhenmeter: 467 m

230618 Canyoning Hochalp

Heute steht mir eine Traumtour vor mir. Es geht in den Hochalpbach im oberen Lechtal, und das mit nur 3 Leuten. Das ist als Guide natürlich ein Traum und für die Teilnehmer auch!
Vom Parkplatz müssen wir ein Stück den Berg hinauf, es geht in Richtung „Hohes Licht“, bald schon hören wir den Bach rauschen. Wir zweigen ab, zum Bachbett. Eine Stelle, so wurde mir mitgeteilt, ist abgerutscht und nicht mehr so leicht passierbar.

Doch dank guter Versicherung durch mir bekannte Guides ist die Stelle für die spannend, aber ungefährlich. Direkt hinter dieser Stelle können wir uns auch schon ins Bachbett abseilen und mit der Tour starten!

Der Wasserstand ist perfekt, es macht jedem Spaß, und die Abstände zwischen den einzelnen Abseil- und Rutschstellen sind marginal.

Den großen Abseiler bewältigen wir vom trockenen Stand, das ist am einfachsten und ein guter Start für die nächsten Stellen.

Bald sind alle abgeseilt und wir kommen zu der für mich schönsten Stelle.

Die Schlucht verengt sich hier, der Stand auf der orographisch linken Seite ist zwar unangenehm zum stehen, aber fein für die Gäste zum Abseilen. Für Wasserkontakt ist auf beiden Seiten gesorgt.

Von oben schaut die Stelle immer dramatischer aus, als sie ist. Dennoch muss ich die Leute drauf hinweisen, unten am Seilgeländer „Stand“ zu machen, denn die Strömung ist nicht zu unterschätzen.

Direkt nach diesen Teil der Schlucht gut gemeistert haben, kommt gleich eine längere Rutsche und ein paar schöne Kaskaden.

Die Schlucht wird nun wieder breiter, die Sonne lacht bis an den Talgrund. Die Kühle verzieht sich wieder und es ist fein. Der Schlussteil ist hauptsächlich Gehgelände, ein paar Rutschen würden den Abstieg.

Am Schluss können wir sogar noch einen Sprung machen, das Becken ist schön ausgeschwemmt, das macht nochmals richtig Spaß.

Eine Tolle Tour mit feinen Leuten, was will man mehr. So macht Canyoning einfach nur Spaß!

Tourendaten
Gesamtlänge: 1,4 km
Gesamtdauer: 2:05 h
Höhenmeter: ca. 200 m

230617 Canyoning Wiesbachl

Ein Canyoning-Wochenende steht vor der Tür. Gestartet wird heute mit einer Tour im Wiesbachl. Nachdem die Leute die Anzüge und Ausrüstung erhalten haben, begeben wir uns schon zum Ausgang der Schlucht…

Der Aufstieg ist schwül, aber machbar… klarer Weise schwitzen wir in den Neoprenanzügen wie wild…

Unterwegs bewundern wir den Lechzopf zwischen Forchach und Stanzach. Von hier, am Baichlstein, sieht man sehr gut über das Schwemmgebiet.

Dann erreichen wir den Einstieg. Nach einer kurzen Einführung (Sicherheitsgespräch) starten wir auch schon den Spaß.

Am Anfang wird die Schlucht noch ihrem Namen gerecht, aber schon bald rücken die Wände näher und wir erreichen den ersten Wasserfall.

Einer nach dem Anderen wird sicher ins Tosbecken abgelassen, dann kommt noch eine kurze und eine ein wenig längere Rutsche. Und schon sind wir erfrischt und haben den Aufstieg vergessen

Nach ein paar Metern im Bachbett erreichen wir den „Dom“, eine schön Felsformation, durch die wir hindurch müssen.

Zuerst stehen wieder ein paar erfrischende Rutschen auf dem Programm, dann seile ich die Teilnehmer über eine kurze Stufe ins sogenannte Loch ab.

Nachdem alle unten sind, steige auch ich ab und bereite den hohen Abseiler vor. Dieser Abseiler ist die höchste Stelle (ca. 16m), die wir bewältigen müssen.

Alle meistern die Stelle mit Bravour, während der Rest noch an der Abseilstelle wartet, können die ersten sich schon im Nahbereich des Wasserfalls ins die Sonne legen.

So ausgeruht geht es dann ans die zwei listigsten Stellen der Tour. Zuerst müssen alle durch den Fächer, eine Rutsche (gesichert am Seil),

um im Anschluss noch im (heute) Schongang durch die Waschmaschine geschleust zu werden…

Alle Teilnehmer wind geputzt, gewaschen und gestriegelt, da steht einem Gruppenfoto nach dieser schönen Stelle nichts mehr im Wege.

Wir folgen dem Bachbett bis zur Fahrradbrücke. Unter dieser befindet sich noch eine kurze Rutsche, wir wir auch noch mitnehmen. Dann finden wir uns glücklich und zufrieden beim Auto ein.

Das war wieder eine gemütliche Tour mit guten Leuten. Es hat allen, auch mir, sehr viel Spaß gemacht!

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:40 h
Gesamtlänge: ca. 2 km
Höhenmeter: ca. 100 m
Abseilstellen: 6

230609 Zirbenweg+

Manche Tage entpuppen sich als totale „Überraschungseier“. Heute stellt genau so ein Tag dar. Nachdem Letu und ich am Vortag alles gepackt hatten, wachen wir in der Früh auf, und bereiten uns für den Zirbenweg her. Da klingelt das Telefon: Letu hat Feuerwehrprobe (zwar gewusst, aber vergessen), also stehe ich plötzlich alleine da!
Kein Problem, denke ich mir, dann gehe ich halt solo.

Mit dem Postbus zur Tal- und mit dem Lift zur Bergstation, rasch habe ich den Start des Zirbenweges erreicht. Doch dann überlege ich es mir anders und beschreite den Weg hinauf zum Patscherkofel (2.246m).

Nach kurzer Zeit erreiche ich den Gipfel des Kofels, die Aussicht und auch das Wetter sind fabelhaft.

Nun, wenn ich schon mal hier bin, dann wandere ich weiter, das nächste Ziel soll die Viggarspitze (2.306m) sein.

Über den Osthang am Kofel steige ich wieder ein paar Höhenmeter ab, dann folge ich dem Gratverlauf.

Die Aussicht ist hier immer famos, ich muss öfter stehenbleiben und mich umschauen.

Das Wolkenspiel am Himmel ist heute harmlos, da wird kein Donnerwetter kommen.

Kurz vor Boscheben kann ich den weiteren Wegverlauf auf Viggar- und Neunerspitze (2.285m) gut einsehen. Dann stehe ich auch schon vor der schön gelegenen Boschebenhütte

Am Kreuz kurz nach der Hütte erreiche ich wieder den Zirbenweg, den ich nun ein Stück lang begehe.

Bei der Abzweigung zur Viggarspitze nehme ich den direkten Weg zu unserem „Bergfeuer-Gipfel“.

Ich nehme die direkte Route über den Grat, der zwar steil, aber dafür schnell ist. Bald stehe ich auf der Spitze und genieße den Rundblick.

Lange bleibe ich allerdings nicht stehen, ich habe noch ein paar Meter vor mir. Vom westlichen Grat steige ich steil hinunter ins Verbindungstal zur Neunerspitze.

Durch die mittlerweile enge Latschengasse erreiche ich den steinigen Aufstiegspfad zur Neunerspitze. So manche Pflanze am Weg weiß zu verblüffen. Fast kein Humus, und trotzdem wunderschöne Blüten…

Auf der Neunerspitze gönne ich mir eine Rast. Es ist zwar ein wenig kühl geworden, aber das macht mir nichts. Eine Jause habe ich dabei, und den Gipfel für mich alleine. Auf der gegenüberliegenden Viggarspitze ist gerade die Hölle los…

Die Wolke vor der Sonne verzieht sich wieder und es wird richtig gemütlich. Da könnte ich länger verweilen.

Dennoch, die Uhr tickt, ich muss weiter. Nun strebe ich dem Zirbenweg entgegen, durch den großen Latschengürtel geht es bergab. Die Sonne brennt ganz nett vom Himmel, Zeit, wieder Sonnenöl aufzutragen.

Auf der Nordseite hat sich der alte Schnee teilweise noch gehalten, mit den niedrigen Schuhen wird es ein wenig kühl und nass…

Am Zirbenweg angekommen, auf dem heute gar nicht so viel los ist, wandere ich in Richtung Tulfeinalm.

Der Anfang und Schluss des Zirbenweges ist jeweils mit einem Tor, auf der Gungezerseite auch mit einer Kapelle versehen.

Bei der Tulfeinalm ist doch ein wenig los, mir ist aber nicht der Sinn nach Einkehr, daher marschiere ich weiter zur Bergstation der Glungezerbahnen.

Mit der Bahn fahre ich runter ins Tal, dort wartet schon der „4134“ auf mich, der mich direkt nach Hause bringt. Fast wie bestellt.

Trotz holprigem Start war das heute eine wunderschöne Tour, direkt vor der Haustüre. Das nächste Mal hoffentlich mit Begleitung…

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:23 h
Gesamtlänge: 8,92 km
Höhenmeter: ∆ 762m / ∇ 685 m