200731 Hoadlrunde (2.340 m)

Der Wetterbericht hat einen warmen Tag prognostiziert und ich möchte unbedingt vor dem Wochenende noch eine Tour machen. Was ist da besser als vor der Arbeit noch eine schnelle Runde zu gehen.
Die Wahl fällt auf die Hoadlrunde (Axamer Kögele, Pleisenspitze und Hoadl), die im Gegensatz zur Saile/Nockspitze nicht so überlaufen ist.

Ich starte vom Parkplatz „Axamer Lizum“, bis zur Bärenhütte nehme ich die Forststraße. Es ist noch stockfinster und ich benötige die Taschenlampe.
Ich kenne mich auf dieser Seite nicht gut aus, bin heute das erste Mal hier und da möchte ich ungern irgendwo im Wald falsch abzweigen 😁. Daher Forststraße… die ist nicht zu übersehen.

Rasch mache ich Höhe, bald schon kommt der erste Silberstreif am Horizont. Nach einer guten Stunde erreiche ich das Axamer Kögele (2.097 m). Hier sitzen schon zwei junge Frauen, eingehüllt in einer Decke und warten auf den Sonnenaufgang. Ich schnappe mir den Ersten einer Reihe von Geocaches hier auf dem Hoadlkamm, dann wandere ich weiter.

Bald steig der warme Sonnenball am Horizont auf, ziemlich genau an der Pleisen (2.236 m) habe ich einen wunderschönen Ausblick auf das Spektakel. Ich weiß nicht, wie viele Sonnenauf- und Untergänge ich schon gesehen habe, aber jedes Mal wieder finde ich das wunderschön.

Das bekannte Skigebiet ist jetzt in goldenes Licht getaucht, im Hintergrund strahlen die Kalkkögel, eines meiner Lieblingsgebiete und locken mich wieder… heuer habe ich es noch kein einziges Mal hier her geschafft.

Direkt vor mir liegt eine der vielen Bausünden der Axamer Lizum. Das Hoadlhaus auf dem Gipfel des gleichnamigen Berges. Auf der einen Seite ist man ja froh um die Infrastruktur im Winter beim Skifahren… da muss man schon fair bleiben. Andererseits ärgere ich mich immer wieder über solche Klötze, die so gar nicht in mein Naturverständnis reinpassen wollen.

Rückblickend sehe ich nochmals auf den Hoadlkamm, im Hintergrund die Pleisen. Die Sonne ist nun schon ein gutes Stück über dem Horizont und langsam aber sicher steigen die Temperaturen…

Nach ca. 2:30 h erreiche ich die höchste Erhebung, den Hoadl. Das ist eigentlich eine recht lange Zeit, aber in dieser Zeit musste ich auch schon 9 Geocaches suchen, und nicht alle waren gleich gefunden… also eigentlich doch recht flott 😊.

Am Hoadl verweile ich kurz und schaue mich um. Die Aussicht, wenn man die Spuren des Skigebiets ein wenig ausblendet, ist umwerfend. Speziell die Kalkkögel mit Ampferstein, Marchreisenspitze, Malgrubenspitze, Hochtennspitze, Steingrubenkogel lassen mich von weiteren Touren hier träumen.

Den ersten Teil des Abstiegs absolviere ich auf der sogenannten Damenabfahrt, zu Fuß. Immer wieder höre ich Pfiffe von Murmeltieren, dann sehe ich die ersten Nager schon… und diese kann man fast nicht übersehen… überall laufen die putzigen Tiere herum.

Der Himmel ist nun strahlend blau, das Licht hat sich verändert, vom goldigen Hauch gleich nach dem Sonnenaufgang ist jetzt ein hartes Licht geworden…

Die Sicht ist gut und die Berge heben sich plastisch hervor. Da wünschte man sich fast eine gute Spiegelreflex zur Hand… 😁

Der Abstieg über die Piste geht zwar schnell, ist aber nicht unbedingt spannend. Da bin ich schon froh, als der Pfad plötzlich nach links abzweigt und auf der orographisch linken Seite des Bächleins gemütlich ins Tal führt.

Schlussendlich erreiche ich zufrieden wieder den Parkplatz, auch hier muss ich immer ein wenig nachdenken. Hotel Olympia, ein wahrlich besonderer Bau… ob er jedem gefällt, ist eine andere Frage. Auch einer jener Bausünden, die ich Eingangs erwähnt hatte…
Schlussendlich muss ich sagen, dass das eine feine runde zum Frühstück war… mir hat es sehr gut gefallen.

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:38 h
Gesamtlänge: 11,41 km
Höhenmeter: 1.012 m

200728 MTB Aldranser Alm (1.511m)

Spontanität zahlt sich manchmal aus, so wie heute. Nachdem sich Michi kurzfristig bei mir gemeldet hat und gefragt hat, ob ich mit auf die Aldranser Alm will (Spontanität #1), ist Letu noch nach Hause gekommen und hat gefragt ob er mit darf (Spontanität #2). Von zu Hause aus fahren wir erst mal die mühselige Rinnerstraße bis zum Kreisel, ab hier beginnt der eigentliche Forstweg, bei der Starkenhofsiedlung.

Zuerst noch ein paar Meter auf dem Asphalt erreichen wir dann kurz vor der Wasserfassung die Schotterstraße und Letu kann endlich sein neues Radl richtig auskosten. Und das macht er mit Bravour.

Mit von der Partie ist auch noch Ephraim, ein Kollege von Michi. So in der 4er-Runde ist es eine lustige Fahrt nach oben, einzig die Temperatur könnte Anstoß für Beschwerden sein.

Bei der schönen Aussicht bleiben wir kurz stehen, die Luft ist allerdings diesig, ein Zeichen, das vermehrt Feuchtigkeit eingelagert ist. Am Mittwoch ist ein kurzer Wetterwechsel gemeldet, der am Dienstag mit Gewittern eingeläutet werden wird.

Gemütlich fahren wir immer näher an unser Ziel, Letu schlägt sich wacker, die restlichen Drei natürlich auch…

Am Ziel sind wir dann alle Zufrieden. Es sind einige Leute hier oben, für einen Montag ganz ordentlich.

Wir bestellen uns Getränke und etwas zu essen, das haben wir uns jetzt wirklich verdient…

Während wir das Essen genießen, geht schön langsam die Sonne unter… ein wunderschönes Schauspiel, von dem niemand genug bekommen kann.

Zu lange dürfen wir jetzt nicht mehr sitzen bleiben, sonst wird die Abfahrt schwierig. Also essen wir auf, packen zusammen und fahren runter ins Tal.

An dieser Stelle nochmals ein Kompliment an Letu für seine erste Mountainbiketour auf eine Alm! Das hast du toll gemacht!

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:32 h
Gesamtlänge: 22,31 km
Höhenmeter: 965 hm

200726 Seaperalm (2.090m)

Ein sehr ruhiger Fleck ganz in der Nähe der Landeshauptstadt ist das Padastertal. Bekannt geworden ist dieser Platz in den letzten Jahren als letzte Ruhestätte des Aushubs aus dem Brennerbasistunnel (BBT). Unglaublich, aber wahr, hier wird ein ganzes Tal verfüllt, damit der Tunnel nach Italien gebaut werden kann. Schenkt man den Machern hier Glauben, wird nach Abschluss der Arbeiten hier kein sichtbarer Schaden vorhanden sein.

Ich starte am unteren Ende der Baustelle, da befindet sich ein kleiner Parkplatz. Entlang des Prosantewegs wandere ich aufwärts, so mancher Geocache versteckt sich hier am Wegesrand. Stetig mache ich Höhe und die Aussicht auf das Wipptal und die Autobahn wird immer besser… das Brummen der aktuell wenig befahrenen Nord-Süd-Route ist immer zu hören.

Der Forstweg ist nicht spektakulär, aber dennoch schön zu gehen. Die Aussicht auf Serles und Nösslachjoch entschädigt für vieles…

Immer wieder erlaubt die Wegführung schöne Blicke ins Tal, einmal in Richtung Obernbergtal und Vinaders, dann wieder ins Padastertal selber mit der großen Schutthalde.

Das Wetter war beim losgehen noch recht schlecht, erst waren sogar ein paar Tropfen zu spüren. Doch nun wird es warm, fast schon schwül… und die Fernsicht ist gut.

Schließlich erreiche ich am Prosanteberg das etwas eigene „Gipfelkreuz“, hier mache ich eine kurze Pause und entdecke gleich ein Edelweiß, das hier mitten in der Wiese steht.

Das Gipfelkreuz steht war nicht auf einem Gipfel, aber stellt trotzdem den höchsten Punkt meiner Wanderung. Von hier fällt die Forststraße nun ab, bis ich schließlich die Seaperalm erreiche. Diese urige Hütte gefällt mir auf Anhieb… wunderschön gelegen und mit gemütlichen Wirtsleuten. Der Hüttenwirt wollte mich schon beim rauf gehen mitnehmen…

Ich gönne mir ein Bier, die Sonne lacht her, es ist still und angenehm, so lasse ich mir das gefallen. Ich bestelle mir noch eine Speckjausn, damit ist mein Glück vollkommen!

Fast kann ich mich nicht von diesem magischen Ort trennen, dennoch muss ich weiter, ich habe noch ein bisschen Weg vor mir…

Der Rückblick zeigt nun mein nächstes Problem, eine Wolkenwand schiebt sich über der Alm hervor und schaut nicht so einladend aus. Aktuell ist das Wetter ein wenig labil, das muss in die Tourenplanung einfließen.

Schließlich erreiche ich den Talboden des Padastertals, die BBT-Deponie liegt genau vor mir. Ich hoffe für uns alle im schönen Landl, dass dieses Projekt auch wirklich den Segen bringt, den sich die Planer versprochen haben. Zu groß sind die Eingriffe in die Natur schon jetzt.

Im Padastertal selbst gibt es einen schön angelegten Rundwanderweg der BBT, bei dem sogar ein 500m langer Tunnel zur Begehung freigegeben wurde. Hier bin ich schon mal mit den Kindern durchspaziert und das war eine Riesengaude. Heute begehe ich den halben Weg, startend von eben genanntem Tunnel am Talschluss.

Nach dem Tunnel gehe ich noch entlang der Aushubdeponie, immer am Waldrand bzw. an Felswänden vorbei, schließlich erreiche ich nach 3 Stunden wieder den Parkplatz. Just hier fängt es zu regnen an, da habe ich nochmals Glück gehabt!

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:59 h
Gesamtlänge: 12,46 km
Höhenmeter: 739 m

200721 Venedig

Im Urlaub in Lignano haben wir kurzfristig beschlossen, einen Tagesausflug nach Venedig zu machen. Jetzt ist die großartige Change, diese historisch so bedeutende Stadt abseits des normal herrschenden Trubels zu erleben. Mit dem Auto fahren wir ca. 50 min. bis zum Parkplatz, dann spazieren wir zum Vaporetto.

Eines jener Wasserbusse, die Sara, Letu und ich beim letzten Besuch zu lieben gelernt hatten, bringt und vom Parkplatz bis zur Rialtobrücke, dort steigen wir aus und spazieren den weiteren Weg… durch feine Gassen und wunderschöne Szenerien…

Da wir nur einen Tag dort sind und die kleineren Kinder noch nicht so belastbar sind, haben wir ein kleines Programm ausgesucht… die Rialtobrücke ist die erste Station, dann geht es weiter Richtung Markusplatz… dem Hauptplatz der Stadt, und wie Napoleon sagte: Der „schönste Festsaal Europas“…

Dort sehen wir den Campanile, den fast 100 m hohen Turm, der jedoch noch nicht so alt ist… 1912 brach der originale Turm zusammen, wobei wie durch ein Wunder niemand verletzte wurde… dann wurde er wieder in altem Glanz aufgebaut und kann so heute noch bewundert werden.

Der Markusdom und auch der Dogenpalast sind hier, ein dicht bepacktes Freilichtmuseum…

Ist es mir die letzte Mal nicht so genau aufgefallen, dieses Mal sticht es mir richtig in die Augen… die pompösen Verzierungen des Markusdoms. Wegen der Kürze unseres Besuchs gehen wir nicht in die Kirche, aber das müssen wir doch bei einem der nächsten Besuche nachholen.

Hier nochmals ein Blick auf den riesigen Markusplatz, mit den angrenzenden Prokuratien, gegenüber dem Markusdom das Museo Correr

Wir spazieren am Platz entlang, später gehen wir noch an die Uferpromenande…

… hier ist nun doch ein bisschen mehr los, aber es fällt auf, dass der Großteil der Besucher Italiener sind… der Binnenurlaub blüht scheinbar nicht nur in Österreich auf.

Ein typisches, wenn auch unbezahlbares Vergnügen in Venedig ins die Gondeln, die von den Gondoliere mit dem berühmten Spruch „Gondola, Gondala, Gondola…“ angepriesen werden.

Schließlich werden die kleinen Beine, und auch so mache Großen müde, wir gönnen uns noch ein Eis bei einer der vielen Dielen, setzen und an den Kanal und genießen die Stimmung.

Der Weg zum Auto zieht sich dann zwar ein wenig, aber alle sind heute brav und ohne murren, trotzdem Länge und Müdigkeit mitgegangen. Ein toller, wenn auch kurzer Tag in Venedig geht dem Ende zu…

200718 – 200725 Lignano 2020

Trotz der unsicheren Situation wegen Covid19 haben wir uns, nachdem die Lage genau überprüft war, entschlossen, unseren Urlaub in Lignano anzutreten. Die aktuellen Zahlen haben gezeigt, dass die in Italien gesetzten Maßnahmen doch zu beachtlichen Erfolgen bei der Eindämmung der Pandemie geführt hatten… dafür merken wir schon beim Übertritt am Brenner, dass hier noch ein etwas vorsichtiger Wind weht… die Leute tragen Mundschutz, etwas, das wir in Österreich schon fast nicht mehr sehen!

Unseren Urlaub verbringen wir gleich wie letztes Jahr im „Camping Pino Mare“ am Südzipfel von Lignano, wir haben wieder 2 Mobil-Homes, es könnte nicht besser sein. Wir sind unter uns, am Strand ist nicht viel los, das Wasser ist perfekt und überhaupt, ohne Mundschutz und fehlende Touristenmassen wäre nicht viel Unterschied zum letzen Jahr spürbar…

Das Wetter ist uns die ganze Zeit wohl gesonnen, nur am letzten Tag erleben wir ein mediterranes Gewitter, das es in sich hat… aber zum Glück gibt es keine Schäden und alles ist gut.

Schöne Sonnenuntergänge, unter Tage am Strand in der Sonne liegen, die Temperaturen sind nicht zu heiß… am Abend ein gemütliches Bier… perfekt!

Bei der Rückfahrt nach einer Woche Sand, Sonne, Kinder-Entertainment und Faulenzen nehmen wir eine schöne Route durch die Dolomiten, dieses Mal fahren wir an König Laurins Rosengarten vorbei! Wunderbar…

Ein schöner Urlaub in wunderbarer Gesellschaft. Obwohl ich immer noch ein wenig verwundert bin, vor 10 Jahren hätte ich mir einen solchen Urlaub wohl nicht vorstellen können… und auch heute reicht mir eine schöne Woche… dann fehlen mir die Berge und die Aktivitäten…

200712 Canyoning Wiesbach und Stuibenfälle

Wiesbachl (Funtour)

Der heutige Sonntag steht im Zeichen des Canyonings. Bedingt durch die Coronakrise bin ich heuer noch kein einziges Mal in die „Schlucht“ gekommen… heute endlich kann ich wieder diese tolle Sportart durchführen

Lechtalzopf

Am Vormittag haben wir eine feine Runde fürs das Wiesbachl in Stanzach. Flott steigen wir zum Einstieg, nach einem Sicherheitsgespräch gehen wir auch schon in die Schlucht. Der Wasserstand ist heute gut, die Gruppe angenehm und so macht das Werken in diesem schönen Canyon richtig Spaß.

Erste Abseilstelle

Besonders die Stellen nach dem großen Wasserfall machen immer wieder Spaß. Sei es die Rutsche am Seil, der sogenannte Fächer oder die Waschmaschine. Hier kommt jeder auf seinen Geschmack und wird nochmals richtig gut „durchgewaschen“.

Rutsche

Beim Fächer muss eine Rutsche gemeistert werden, die immer Enger wird…

Wäscherei

… und bei der Waschmaschine ist der Name Programm. Heute ist der perfekte Wasserstand für diese kühle Freude.

Canyoning ist eine tolle Wassersportart

Stuibenfälle (Action Tour)

Am Nachmittag habe ich noch eine Tour mit 5 Personen in den Stuibenfällen. Hier ist alles ein wenig mehr actiongeladen…

Erster Abseiler

Beim ersten Abseiler passiert heute etwas, das die meisten Canyoningguides noch nicht oder auch niemals erleben müssen. Während dem ersten Abseiler, nachdem 2 Gäste schon abgeseilt sind, ertönt auf einmal der Staumaueralarm. Das ist das Zeichen, die Schlucht sofort zu verlassen Wir ziehen uns sofort auf sicheren Grund zurück und warten ab. Bald bekommen wir die Entwarnung und können weiter.

Sprung ins kühle Nass

Sind am Anfang zwei größere Abseilstellen zu meistern, kann das Seil dann für den Rest der Tour im Rucksack bleiben… dann ist nur mehr Springen angesagt. Und das macht Spaß. Der Höchste Sprung liegt bei ca. 10 m… und immer springen wir in wunderbar tiefe „Gumpen“.

Geländersprung…

Auch diese Tour, obwohl von sehr vielen Menschen frequentiert, macht immer wieder Spaß.

… und ein wenig Spaß!

Ein toller, aber auch anstrengender Tag geht viel zu schnell vorüber, nachdem die Ausrüstung bei der Bootshütte verstaut ist, geht es wieder in nach Innsbruck… hoffentlich bin ich bald wieder in der Schlucht.

200705 Largoz (2.214m)

Ein sehr heißer Tag steht uns laut Wetterbericht bevor, daher starten wir heute mal sehr früh. um 5:45 ist für die Kinder Tagwache, das ruft initial keine große Freude hervor. Trotzdem schaffe ich es irgendwie, die zwei Junioren zu motivieren…
Im Anschluss holen wir Michi ab, die ist heute auch mit von der Partie. Dann fahren wir zum Ausgangspunkt unserer Wanderung, zum Parkplatz bei der Krepperhütte (1.352m).

Der erste Teil der Wanderung geht durch Nadelwald, die Kühle ist noch spürbar, den Kindern ist erst sogar kalt. Das legt sich aber schon bald, die Temperaturen steigen langsam, aber unaufhaltsam. Als wir ins Almgelände kommen, sind die Temperaturen trotz der Höhe recht warm.

Die Aussicht, sobald man den Wald verlässt, ist atemberaubend, das Inntal liegt einem zu Füßen, im Hintergrund die Stubaier Alpen und der Karwendel.

Der Weg zieht sich in angenehmer Steigung den Berg hinauf, bald schon erreichen wir unser erstes Ziel, die Largozalm (1.930m)

Wir machen hier noch keine Pause, zuerst wollen wir auf den Gipfel des Largoz, im Anschluss werden wir uns hier eine Erfrischung gönnen.

Ein wenig verwundert muss ich verstellen, dass hier sehr viele Leute am Weg sind. Ich bin immer davon ausgegangen, dass der Largoz nur im Winter stark frequentiert wird, aber dem ist nicht so. Ganze Heerscharen ziehen gen Gipfel, der größte Teil sind Einheimische.

Schaut man gegen Süden, sieht man die Wattenspitze, auch ein schöner Skiberg. Im Hintergrund sieht man die Tuxer Skiberge, die jedoch ob der Abgelegenheit nicht ganz so viel Besuch erhalten.

Kolonnen wälzen sich auf den Gipfel, der nun schon in greifbare Nähe gerückt ist. Sara braucht nochmals ein kleines Motivationsgespräch, dann stehen wir auf dem höchsten Punkt der Tour.

Ein Blick in den Osten offenbart im Vordergrund zwei kleine Seelein, dahinter der Bergrücken mit der Walder Alm und weiters die Ausläufer des Karwendels und Teile des Rofan.

Die Brotzeit am Gipfel schmeckt uns heute bei diesem Kaiserwetter natürlich besonders. Es ist windstill, warm und der Ausblick ist auch noch toll… das hat man nicht so oft.

Letu ist natürlich gleich wieder am erkunden der Gegend und kraxelt auf jeden Stein und Felsblock hinauf.

Vom Gipfel des Largoz gehen wir zum Gipfelkreuz der Pfadfinder Wattens (2.096m). Dort genießen wir nochmals die sensationelle Aussicht ins Unterland, dann wandern wir weiter zur Alm.

Überall blühen die Almrosen, wunderschön anzuschauen…

Rasch erreichen wir die Largozalm, nun können wir eine Pause machen. Die Alm ist nicht bewirtschaftet, aber der Senn stellt immer ein paar Kisten Getränke in den Brunnen, gegen einen kleinen Obolus kann man sich hier bedienen.

Hier ist wirklich gemütlich sitzen, aber eine Kleinigkeit treib uns dann doch noch ins Tal… nach der Tour, da wir eh durch Hall fahren, gibt es noch ein Eis vom „Kasenbacher“… das ist genau der richtige Abschluss für die gelungene Tour.

Tourendaten:
Gesamtlänge: 11,07 km
Gesamtdauer: 4:30 h
Höhenmeter: 859 m

200628 Naviser Almenrunde (1.947m)

Heute beschließen wir die Naviser Almenrunde zu absolvieren. Wir starten vom Parkplatz „Schranzberg“ im hinteren Navis. Ab hier haben wir einen gemütlichen Start, der Forstweg hat eine sehr angenehme Steigung.

Immer an einem Bächlein entlang erreichen wir nach kurzer Zeit einen wunderschönen Boden mit uralten Bäumen. Hier würde sich ein Picknick anbieten… oder einfach nur Baumklettern…

Kletterpartie am alten Riesen

Nach dem Boden wechseln wir auf die nördliche Bachseite, der Weg führt nun in den Wald, steil zwar, aber dafür mit ein wenig Schatten. Wir machen ein paar Höhenmeter, bevor wir die erste Alm unserer Runde erreichen. Die leicht erreichbare Peeralm (1.663m) hatten wir schon vor ein paar Jahren mal besucht…

Peeralm

Aktuell ist die Alm geschlossen, denn es gibt keinen Pächter. Das soll aber in den nächsten Monaten erledigen…

Blick zum Talschluss

Unser Weg führt auf schönen Wegen weiter hinein ins hintere Navistal. Die Sonne lacht immer noch vom Himmel, aber an bestimmten Wolken sieht man schon, dass das Wetter nicht 100% stabil ist…

Wandersleut

Wir wandern an einigen Privathütten vorbei und erreichen am Talschluss die Klammalm (1.947m), den für heute höchsten Punkt unserer Wanderung. Dort lassen wir es uns gut gehen, die Kasknödel sind uns sehr empfohlen worden, und es stimmt, diese sind geschmacklich fast nicht zu toppen!

Rast bei der Klammalm

Wir genießen die Pause auf der Terrasse vor der Hütte. Die Hütte ist gut besucht, wir bekommen dennoch einen tollen Platz.

Klammalm

Nach der erholsamen Rast wandern wir wieder Tal-auswärts, vorbei an Almrosen, die jetzt in voller Blüte stehen…

Im Navis wird die Almkultur noch richtig gepflegt, zumindest hat es den Anschein. Die Almen hier sind riesig und überall sieht man das Vieh grasen… für Letu so manches Mal eine Herausforderung, denn die großen Tiere sind nicht unbedingt seine besten Freunde…

Almgrund „ohne nie“…

Im feinen Auf- und Ab wandern wir zur nächsten Alm…

… der Weg ist wunderbar zu gehen. Mal müssen wir über einen Zaun kraxeln, mal einen Bach überqueren, den Kindern wir auf den Fall nicht langweilig.

Lustige Bachquerung

Später erfahren wir vom Hüttenwirt auf der Poltenalm, dass es am Vortag stark geregnet hat… wir sehen heute immer wieder Auswirkungen davon. Schäden halten sich in Grenzen, aber der Boden ist extrem feucht und überall tritt Wasser aus und bahnt sich seinen Weg, manchmal auch über den Wanderpfad.

Kühe am Horizont

Wir erreichen die Poltenalm (1.880m), hier gibt es nun Kuchen als Nachspeise. Die Hütte wird aktuell als Familienbetrieb geführt und ist nur an den Wochenenden offen. Auch hier fällt auf, dass viele Einheimische das gute Hüttenangebot nutzen.

Poltenalm

Von der Poltenalm überblickt man fast das ganze Navistal. Die Aussicht ist wunderbar. Wir wandern über Mähder und Almwiesen weiter zur Stöcklalm (1.882m). Auch hier machen wir kurz Rast, dann wandern wir zur heute letzten Hütte…

Aussicht auf Habicht und Serles

Die Naviser Hütte, keine Alm, aber trotzdem ein Einkehrplatz, ist für heute der Abschluss unserer Almenrally. Wo sonst kann man relativ einfach über 5 Hütten mit Einkehrmöglichkeit wandern… im Navis ist es auf jeden Fall möglich und auch empfehlenswert.
Die Naviser Hütte hat aktuell auch wegen einem Pächterwechsel geschlossen, aber im Sommer soll das große Hause wieder aufgehen.

Naviser Hütte

Schlußendlich ist der Talgrund wieder erreicht, die letzten Meter zum Parkplatz sind bald geschafft. Das Wetter hat gehalten, aber nun schaut der Himmel schon ein wenig dunkel aus. Da haben wir noch richtig Glück gehabt…

Am Parkplatz ist fast nichts mehr los… dafür ist hier in letzter Zeit wohl mal richtig geholzt worden.
Eine tolle Wanderung, die Naviser Almenrunde. Wir finden sie sehr empfehlenswert und kommen bestimmt wieder mal her.

Parkplatz… doch wer parkt hier?

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:40 h
Gesamtlänge: 13,97 km
Höhenmeter: 742 m

200620 Bergfeuern Viggarspitze (2.306m)

Es ist wieder soweit, das Bergfeuer bzw. Herz-Jesu-Feuer steht für heuer wieder an. Leider, wie fast jedes Jahr ist das Wetter heute wieder durchwachsen. Am Nachmittag ist es mal sonnig, dann ziehen wieder Wolken über das Mittelgebirge.
Da es nicht regnet, machen wir uns doch mit den Jungschützen und Junghuttlern auf, erstes Ziel, eine Jause auf der Aldranser Alm.

Da wir einiges zum transportieren haben für die Feuer, sind wir motorisiert auf der Alm. Übrigens hat die „Aldranser“ heuer einen neuen Pächter… die erste Probe der neuen Küche passt auf jeden Fall mal…

Den Jungs schmeckt es auch, so gestärkt können wir weiter rauf zum Issboden fahren, von wo aus wir dann zur Viggarspitze wandern werden.

Heuer haben wir keine Übernachtung im Zelt geplant, daher sind wir schnell abmarschbereit. Jeder bekommt ein wenig Brennmaterial in den Rucksack, dann marschieren wir los.

Zuerst müssen wir durch die Weide mit übermütigen Haflingern… so manchem ist sichtlich unwohl, aber die Pferde sind eindeutig nur neugierig.

Dann steigen wir durch den Wald hinauf Richtung Viggarspitze

Wir sind ca. 1 Stunde am Weg, das passt genau, damit alle gut nachkommen.

Auf den letzten Metern wird es nochmals kurz ein wenig dunkel, aber wir haben Glück, wir bleiben vom Regen verschont.

Schlußendlich erreichen wir den Gipfel, wir haben noch genügend Zeit, alles herzurichten. Und das Wetter hält auch… das könnte heuer noch richtig gut werden!

Als es dämmert, werden die Feuer angezündet. Schon bald bekommen wir Feedback vom Tal, es schaut schön aus. Ja dann hat sich das Feuern heuer auf jeden Fall rentiert.

Es ist kühl geworden am Gipfel, daher stehen wir ein wenig um die Feuer und genießen die Aussicht ins Inntal. Dann bereiten wir uns für den Abstieg vor. Jeder hat eine Taschenlampe oder Fackel dabei, bedächtig steigen wir ab.

Natürlich braucht man in der Nacht ein wenig länger für den Abstieg, aber es läuft gut, die Jungs sind diszipliniert und folgenden unseren Anweisungen.

Im Rückblick sehen wir noch die Feuer am Gipfel, ein paar von uns sind noch zurückgeblieben…

Am Issboden lassen wir den Abend mit einer kleinen Grillerei ausklingen, dem Obmann sei dank: es gibt Brot und Wurst.

Zufrieden erreichen um mitten in der Nacht wieder Aldrans… heuer hat es allen sichtlich Spaß gemacht.

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:35 h
Gesamtlänge: 4,70 km
Höhenmeter: 487 m

200618 Rauher Kopf (2.308m) und Brechten (2.419m)

Heute bin ich mal alleine am Weg, es ist wieder Zeit für eine ausgedehntere Tour. Ein Ziel, das mir schon öfter auf- und eingefallen ist, ist der Rauhe Kopf, bei Inzing. Normalerweise bekannter im Winter als längere Skitour, ist er auch im Sommer für seine Aussicht bekannt. Ich fahre von Inzing ein Stück den Berg hinauf und parke im Weiler Hof, den ich vor kurzem schon mal besucht hatte…

Blick auf Hof

Zuerst muss ich eine Asphaltstraße entlanglaufen. Nicht gerade ein super Start, denke ich mir, als ich plötzlich „etwas“ über die Strasse hüpfen sehe… bei einer genaueren Nachschau entdecke ich einen Buntspecht, der gerade fliegen lernt… aber es eben noch nicht kann. Ich kann das kleine, hilflose Tier auf einen Baum lotsen, bevor Nachbars Katze angerannt kommt.

Kurz nach der netten Begegung mit dem Specht zweigt ein steiler Steig von der Straße ab, das soll nun mein weiterer Weg sein. Ziemlich gerade zieht der Steig, steil und ohne Pause über schöne Felder und vorbei an alten Städeln.

Schöne Aussicht

Immer wieder fällt mir heute die wunderschöne Natur auf, die überall allgegenwärtig ist. Grillen, Schmetterlinge, Eichhörnchen…

… und bunte Wanderer. Von denen ich aber heute das einzige Exemplar bin. Keine Menschenseele begegnet mir auf dem Anstieg.

Seltene Spezies

Einmal nehme ich eine „falsche“ Abzweigung und muss mich richtig steil hochplagen, als ich den Pfad wieder erreiche bin ich verschwitzt, aber froh.

Endlich wieder am richtigen Weg…

Bei der Archbrandalm (1.696m) mach ich eine kurze Pause und geniee die Aussicht. Und die ist heute trotz oder eben wegen der schönen Wolken wunderbar. Leider zieht manchmal eine Nebelbank ein und versperrt wieder die Sicht ins Inntal.

Archbrandhütte

Ein wenig oberhalb der Hütte befindet sich das schöne Jugendkreuz (1.960m), von dem aus auch eine grandiose Aussicht versprochen wird, wenn nicht gerade Nebelwolken vor dem Kreuze ziehen… ich bin jedoch dankbar, denn die Stimmung ist wunderschön.

Jugendkreuz

Nun wird die Vegetation ein wenig karger, waren hier noch ein paar Almrosen zu sehen, die gerade anfangen zu blühen, ist kurz nach dem Kreuz die typische Bergwiesen mit kurzem Gras, von Fern höre ich immer wieder Gebimmel… von Schafen.

Nun kommt auch mein Ziel in Sicht, das Gipfelkreuz des Rauhen Kopfes (2.308m). ein kurzes Stück muss ich noch über einen einfach Wiesengrat laufen, dann habe ich mein erstes Ziel erreicht. Den Geocache am Gipfel finde ich auch gleich mal, der wurde schon über ein Jahr nicht mehr gelogged.

Blick auf das erste Ziel (Rauher Kopf)

Leider ist die Aussicht nicht so toll, daher mache ich mich gleich auf zum Nachbargipfel, dem Brechten (2.419m). Auch hier ist der Weg sehr einfach, einzig eine Herde Schafe macht mir sorgen. Nicht, daß die Tiere in irgendeiner Art und Weise gefährlich erscheinen, das ist es nicht. Scheinbar habe ich ihr Interesse erweckt und sie wollen mich begutachten. Das behagt mir gar nicht, schon mal, vor vielen Jahren, wurde ich von Schafen, die den Salzstein in meinem Rucksack gerochen hatten, bedrängt… und die Tiere können ganz nett schieben…

Blick ins Inntal

Ich schalte einen höheren Gang ein und entkomme den Schafen. Was aber wahrscheinlich nicht an meiner Geschwindigkeit, sondern eher am einsetzenden Desinteresse der Schafe gelegen haben muss.

Aussicht auf den Brechten

Am Brechten stehe ich nur kurz, ein sehr unspektakulärer Berg, mit einem riesigen, grasigen Gipfelplateau…
Im Abstieg steht noch eines der hartnäckigeren Schafe am Horizont und blöckt mir nach…

Gruß vom letzten Schaf

Nach einer Weile, wie schon im Aufstieg bemerkt, ändert sich die Vegetation, es wird wieder grün und die Almrosen blühen vor sich hin… im Hintergrund gut sichtbar, die Martinswand und der Inn.

Almrosenblüte hoch über dem Inntal

Bald erreiche ich wieder die Archbrandhütte, hier fülle ich meine Wasservorräte ein wenig auf.

Fast wieder bei der Archbrandhütte

Am Schluß mache ich noch eine kleine Abzweigung, denn in der Nähe ist ein Geocache versteckt, den ich auch noch mitnehmen möchte. Heute ist die Bilanz an gefundenen Dosen recht gut und ich bin zufrieden.

Aussicht auf den Weiler Hof und im Tal Inzing

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:45 h
Gesamtlänge: 15,70 km
Höhenmeter: 1.640 m