Biggi und ich haben beschlossen, ein feines Wochenende im Ausserfern, genauer auf der Hütte zu verbringen. Leider bin ich Gesundheitlich ein wenig angeschlagen, ein vor kurzem noch nicht ganz verdauter Fahrradsturz nagt an meiner Verfassung. Da ist leichte Bewegung an der frischen Luft bei Sonnenschein die beste Medizin.
Wir fahren über das Hahntennjoch ins Lechtal, in Elmen machen wir einen Zwischenstopp und wandern vom Parkplatz beim großen Wasserfall (Edelbach) hinauf zur Stablalm.
Erst geht es steil durch den Wald, dann öffnet sich ein wunderschöner Kessel unterhalb der Elmer Kreuzspitze
Auf den Gipfeln liegt hier noch gut Schnee, doch auch im Lechtal ist der Frühling unübersehbar angekommen.
Vorbei an der Jausenstation Stablalpe wandern wir weiter zur Stablalm. Erinnerungen an früher, als ich hier in der Nähe gewohnt habe, kommen auf. Hier auf der „Stabl“ bin ich des öfteren mit dem Mountainbike gewesen.
Leider hat die Alm heute geschlossen, ganz ist die Saison doch noch nicht angebrochen, aber bald schon werden hier die müden Wanderer gelabt!
Die Stablalm ist eine der wenigen Almen, die ich kenne, die über eine eigene Posthaltestelle verfügt! Postauto habe ich aber noch nie eines gesehen, hier in luftigen Höhen 😊.
Über den selben Steig wandern wir wieder ins Tal, beim Parkplatz setzen wir uns auf eine Bank und genießen die mitgebrachte Jause. So gestärkt fahren wir nach Reutte, um auf die Hütte zu gehen.
Tourendaten Gesamtdauer: 1:47 Gesamtlänge: 4,16 km Höhenmeter: △ 406 m / ▽ 402 m
Immer wieder haben wir darüber gesprochen, heute haben wir es endlich in die Tat umgesetzt. Sara, Doris, Biggi und ich sind im Skigebiet Arlberg unterwegs. Während in Innsbruck der Föhn wütet, ist es hier am Arlberg wunderschön und relativ windstill.
Das Skigebiet ist riesig, überall, auf jeden Gipfel führt eine Bahn. Es ist schon schräg. Der Schnee ist noch gut, allerdings schon recht weich. Das wird am Nachmittag sicher spannend.
Zu Mittag kehren wir in der Ulmer Hütte ein, zu spät stellen wir fest, dass es sich um eine AV-Hütte handelt. Der Name hätte das schon hergegeben. Gestärkt sausen wir weiter über die Pisten, mit der Stunde wird der Schnee weicher und schwerer zu fahren.
Über den Tag verteilt haben wir ungefähr folgende Runde durchgeführt:
Bahnhof – Galzigbahn – Osthangbahn – Arlenmähderbahn – Valfagehrbahn – Ulmer Hütte – Mattunbahn – Kapallbahn – Mooserwirt – Bahnhof
Am Schluss kehren wir noch im Mooserwirt ein, es ist noch hell, aber die Feier ist schon voll am Laufen. Nach Sonnenuntergang wird es auf der Terasse kühl, wir wechseln nach Drinnen. Im Gasthaus wird es immer voller, um ca. 19:00 Uhr sagen wir „Good Bye“ und fahren die letzten Meter ins Tal. Manch Besucher braucht nicht mal mehr Skier… 😊
Ein toller Tag in einem tollen Skigebiet. Apres Ski muss man mögen, die tollen Pisten, das Gesamterlebnis und die unkomplizierte Anfahrt per Zug waren aber super!
Und natürlich muss die tolle Truppe hier nochmals gesondert erwähnt werden, es hat sehr viel Spaß mit euch gemacht. Jederzeit wieder!
Es ist schon eine Weile her, dass ich mit meinem „Alten Herrn“ auf dem Weg war. Heute steht für uns zwei eine tolle Tour in den Lechtaler Alpen auf dem Programm. Am Vortag bin ich schon angereist, damit wir gleich in der Früh starten können, denn die Tage sind mittlerweile kurz genug.
In Gramais im Lechtal parken wir das Auto, leider ist hier an ein Anreisen mit Öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mal im Ansatz zu denken. Hier gibt es das einfach nicht… vom Dorf wandern wir südwestlich ins Tal des Roßkarbaches.
Schon von Beginn an sehen wir, dass hier gut Wasser vorhanden ist… überall, und im Besonderen am Talschluß sehen wir viele Wasserfälle.
Wir wandern über dem Bachbett, durch die Latschen immer weiter ins Tal hinein.
Teilweise ist der Weg durch die letzten Regenfälle lädiert, allerdings ist das hier nichts besonderes… im Gebirge verändern sich die Bedingungen im Laufe der Zeit… manchmal langsam, manchmal schneller.
Ein Blick zurück, wir sehen Gramais und das Sattele, das Papa und ich vor einigen Jahren schon auf dem Weg der Kogelseespitze passiert haben.
Faszinierend finde ich, und darauf wurde ich schon vorbereitet, die vielen Wasserfälle, die hier über die Felswände schießen.
Wir müssen die Felsen immer wieder umgehen, aber schlußendlich kommen wir auf der oberen Ebene an, vor uns liegt ein wohl ehemaliger See, der sich nun in ein Moor-ähnliches Gebilde verwandelt hat. Im Hintergrund sehen wir die zerklüftete Grüntalspitze.
In die entgegengesetzte Richtung liegt der Rosskarsee, majestätisch erheben sich darüber Rosskarspitze und Großstein.
Nur noch kurz, dann stehen wir vor dem Rosskarsee. Dieser liegt in einem wunderschönen Kessel, umrahmt von sehr beeindruckenden Bergen. Nachdem wir bei einer Pause die Gegend ein wenig genauer betrachten, debattieren wir, ob diese Gegend vor nicht allzu langer Zeit noch vergletschert war.
Unser weiterer Weg führt uns oberhalb der „Oberen Petschinger Böden“, unter der Großen Schafkarspitze auf teilweise ungutem Wege auf den Rücken des Hirschhals.
Ein paar ausgesetzte Stellen, die aber gut begehbar sind, müssen wir meistern. Bei Regen ist das wohl eine ganz andere Liga, aber heute, bei diesen Verhältnissen, da passt der Weg sehr gut.
Rückblickend sehen wir nochmals die vermuteten Schrämmspuren, im Kessel des Rosskarsees. Wie schon gesagt, einfach eine Vermutung… aber eine interessante Vermutung. Und schließlich erreichen wir die Ausläufer des Hirschhalses.
Der Weg von hier zum Schafkarsee schaut zwar weit aus, aber nach einer knappen 1/2 Stunde erreichen wir auch den zweiten und letzten See für heute…
Die Berge im Lechtal finde ich genauso faszinierend wie die Abgelegenheit oder auch Abbeschiedenheit. Heute sind wir noch niemandem auf der Wanderung begegnet.
Der Schafkarsee liegt auch wunderschön in einem Kessel, kommt allerdings von der Farbe her nicht an den Rosskarsee heran. Ein interessantes Details, hier waren wir im Winter schon mit den Skier…
Auch an diesem See pausieren wir kurz, dann wandern wir den selben Weg zurück bis zum Hirschhals. Noch ein paar Meter den Hang hinab, dann sehen wir das Kreuz. Schon interessant, wenn das Kreuz unter einem liegt!
Vom Kreuz am Hirschhals haben wir einen tollen Ausblick auf Gramais und auf das Sattele, das wir 2021 begangen sind.
Ein Stück weiter vor an der Kante kann man fast die ganze Tour einsehen.
Nun geht es steil hinab durch lockeren Wald. Allerdings bleibt nicht viel Zeit zur Rundschau, der Weg ist echt steil und heute ein wenig rutschig. So vernichten wir in kürzester Zeit einige Höhenmeter…
Am Schluss erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt Gramais, das Dorfgasthaus hat leider Betriebsurlaub, also fahren wir zu Papa nach Hause und lassen dort die Tour ausklingen. Später fahre ich mit dem Zug wieder zurück nach Innsbruck, ich möchte am Sonntag noch eine Tour anhängen, das Wetter soll ja wunderbar werden!
Tourendaten Gesamtdauer: 5:56 h Gesamtlänge: 14,48 km Höhenmeter: ∆∇ 1.310 m
Nach einer gemütlichen Nacht im privaten Zimmer wachen wir wieder zu bestem Wetter auf. Ein Blick aus dem Fenster, spektakulär über das Stanzertal, lässt den Tag gut beginnen.
Heute steht nicht mehr viel auf dem Programm, wir packen unsere Siebensachen, frühstücken auf der gemütlichen AV-Hütte und bereiten uns auf den Abstieg vor.
Von der Hütte haben wir nochmals einen tollen Blick auf den Passeier und der davor liegende Bocksgartenspitze. Wir verabschieden uns von Hubert, Vanessa und dem Hüttenpersonal.
Der Abstieg ist steil, aber gut hergerichtet. Teilweise ist der Weg sogar betoniert, das finden wir ein wenig übertrieben, aber es wird wohl einen Grund dafür geben…
Ein Blick zurück zur Hütte zeigt den extremen Platz, den sich die Sektion Augsburg für ihre Hütte ausgesucht hat. Bis jetzt wohl eine der schönsten Hütten, auf denen ich war, sowohl was den Platz als auch die Hütte betrifft.
Ein Blick hinauf ins Gasilltal offenbart hier große Geschiebebewegungen. Bei Gewitter ist das wahrscheinlich kein Platz, an dem man gerne sein möchte.
Der Wetterbericht hat für das kommende Wochenende eine Wetterverschlechterung gemeldet, aber heute haben wir noch Glück, die Sonne lacht vom Himmel.
Doch schon wachsen ein paar Wolken am Himmel. Der Nachmittag bzw. Abend wird wohl ein wenig nass werden…
Auf dem Weg nach Grins müssen wir einmal den Gasillbach queren, das erfolgt über eine neu gebaute Stahlbrücke.
Wann immer wir zurückschauen, wie hier in Richtung Gatschkopf, werden uns wieder die Dimensionen dieses Bergstocks bewusst.
Ab der Brücke wird der Weg gemütlich, es geht durch Latschen, genannt ist die Gegend hier „Steiniger Boden“.
Der Weg ist nun flach geworden, dadurch zieht er sich in die Länge…
Dennoch erreichen wir schlussendlich den Parkplatz am Schwimmbad. Hier ist für Papa nun Endstation, er hat mit Hubert ausgemacht, dass sie gemeinsam zurückfahren. Hubert ist aus Kempten, da fährt er sowieso durch Reutte durch.
Daniel und ich wandern weiter, zuerst ins Ortsgebiet von Grins. Hier erhalten wir die Auskunft, dass die Bushaltestelle verlegt wurde. Wir gehen in Richtung Pians.
Über einen kleinen Steig erreichen wir den Weiler Gurnau, hier sehen wir gerade, wie unser Bus abfährt. Zum Glück kommt in einer halben Stunde erneut ein Bus
Der Bus bringt uns von Gurnau nach Landeck. Während Daniel mit dem Auto nach Hause fährt, nehme ich den Zug nach Innsbruck… um Mittag sind wir alle wieder wohlbehalten zu Hause.
Eine tolle Tour mit feinen Begleitern und tollen Erlebnissen ist zu Ende. Lange wollte ich diese Tour machen, schlussendlich wurden meine Erwartungen sogar übertroffen…
Tourendaten Gesamtlänge: 9,12 km Gesamtdauer: 2:30 h Höhenmeter: ∆ 29 m / ∇ 1.477 m
Heute, endlich nach ein paar Jahren, steht der Augsburger Höhenweg auf dem Programm. Der AVF Lechtaler Alpen schreibt hierzu: „Einer der anspruchsvollsten, aber auch großartigsten Höhenwege überhaupt. Absolute Trittsicherheit im Schrofengelände, gute Verhältnisse und zuverlässiges Wetter unbedingt notwendig…“
Die Verhältnisse könnten idealer nicht sein. Die Sonne scheint vom Firmament und die Temperaturen sind geradezu perfekt.
Start von der Ansbacher Hütte
Der Start von der Ansbacher Hütte zur Kopfscharte (2.484 m) ist angenehm und einfach zu begehen, schon vor Jahren bin ich hier mal mit Papa unterwegs gewesen.
Kopfscharte (2.484 m)
Unter dem Stierkopf mit seinen brüchigen Hängen wandern wir weiter zum Winterjöchl (2.528 m)
Unterm Stierkopf
Am Winterjöchl legen wir eine kurze Pause ein, schauen uns den weiteren Weg an und staunen ob der Schönheit und Wildheit der Lechtaler Berge.
Am Winterjöchl (2.528 m)Am Winterjöchl (2.528 m)
Der Weg führt nun durch das Untere Grießl, ein längerer Abschnitt ohne Schwierigkeiten…
Unteres Grießl
… der uns in weiterer Folge zum Grünen Brünnele führt.
Unteres Grießl
Der Hohe Riffler (3.168 m) kommt immer wieder ins Blickfeld, ein herrlicher Berg, der wohl auch mal auf meiner Liste stehen wird.
Blick zum Hohen Riffler
Rund ums Grüne Brünnele wird der Weg nun rassiger, die Tobel unter dem Stierlochkopf und Schwarzlochkopf erfordern Konzentration, der Weg ist allerdings vorbildlich gewartet und gut begehbar.
Einstieg in die Tobel beim StierlochkopfAufstieg zum Schwarzlochkopf
Wir erreichen eine berüchtigte Stelle, mit Seilen versichert. Die Eisrinne, hier liegt normalerweise bis in den Spätsommer Schnee, ist heute komplett trocken und dank Versicherungen gut zu begehen.
Hier befindet sich normalerweise eine Schneerinne
Es müssen hier ein paar Meter ab- und dann wieder aufgestiegen werden. Wir haben sicherheitshalber Grödel mitgenommen, aber die scheinen dieses Mal nicht notwendig zu sein.
Abstieg in die SchneerinneAufstieg von der Schneerinne
Der Weg verläuft weiter spektakulär über Felsbänder, Schotterriepen und Tobel.
Brüchiges Gelände
Schließlich müssen wir noch ein paar Höhenmeter aufsteigen und erreichen den Übergang beim Grießmuttekopf, der uns wieder auf die Südseite der Schotterhänge bringt.
AufstiegÜbergang beim Großmuttekopf
Bald kommt die eindrucksvolle Eisenspitze (2.855 m) ins Blickfeld. Ein formschöner Berg, der von der Passeierscharte aus bestiegen werden kann.
Eindrucksvolle Eisenspitze
Wir sind schon eine Zeit lang am Weg, daher gönnen wir uns an einem schönen Platz eine kurze Pause.
Kurze Pause
Es wird noch einmal ein wenig ausgesetzter und mit schottrigen Passagen.
SchotterpassagenRückblick
Über den Glatten Rücken erreichen wir dann den schon fast als lieblich zu bezeichnenden Flirscher Passeier, tief unter uns ist sogar eine kleine Schäferhütte mit ein paar Tieren.
Der Glatte RückenDurch den oberen Teil des Flirscher Passeier
Der Schluss des Aufstiegs durch den oberen Flirscher Passeier wird wieder Vegetationslos, steinig und dank der Sonne nun auch recht warm. Langsam wandern wir himmelwärts….
Heißer Aufstieg zur Passeierscharte
… bis wir schlussendlich die Passeierscharte erreichen. Hier wäre die Abzweigung zur Eisenspitze, die wir aber ob der Länge des Höhenweges auslassen.
Rückblick auf den Arlberg
Hier beginnt nun der Weg ins Gelbe Schartl. Steil, ausgesetzt und moralisch anspruchsvoll. Dank der Sektion Augsburg ist der Weg aber sehr gut in Schuss. An dieser Stelle ein großes Kompliment an die Wegebauer der Sektion DAV Augsburg!
Kurz nach der Passeierscharte (2.604 m)
Im Rückblick sieht man, wie ausgesetzt der Weg ist. Ein Fehltritt ist hier keine Option, zu tief wäre der Fall. Eine Versicherung ist in diesem Gelände nicht möglich, eine stabile Verankerung wäre nicht setzbar. Also obliegt es der Trittsicherheit des Bergsteigers allein, hier heil über diese Stelle zu gelangen.
Steile Stelle nach der Passeierscharte
Schritt für Schritt, so bewältigen wir die Stelle. Und wieder wächst mein Vertrauen in meine neuen Bergschuhe, die mir ein sehr gutes Standgefühl geben.
Durch den Steinschlag
Nach dieser unguten Stelle müssen wir ein paar Meter im sogenannten Steinschlag absteigen…
Abstieg im SteinschlagAbstieg im Steinschlag
In der Nähe hören wir immer wieder Steinschlag, die erste und einzige Gruppe kommt uns hier entgegen. Die moralische Schlüsselstelle befindet sich kurz vor dem Gelben Schartl… kiesig, nicht versicherbar, und der Weg gerade mal Handbreit. Gut beschrieben auch durch folgenden Spruch: „Ein gewaltiger Steinbruch über den Köpfen und Luft unter den Füßen!“
Steile Passagen im Gelben Schartl
Das Gelbe Schartl, oftmals mit Eis gefüllt, finden wir heute auch schneefrei vor. Daher müssen wir hier ein paar Meter am gespannten Seil absteigen und gegenüber wieder hinauf.
Eis(freie) Rinne im Gelben Schartl
Dann kommt noch eine kurze, fast könnte man sagen Klettersteigpassage, hinauf zur Dawinscharte.
Aufstieg zur Dawinscharte (2.650 m)
Dort können wir durchatmen und schauen hinab zum Zammer Passeier mit dem Passeierbach.
Blick in den Zammer Passeier
Hier trinken wir wieder etwas, wir sind schon einige Stunden am Weg. Die reine Entfernung und Höhe ist weniger das Problem, es sind die anspruchsvollen Stellen, die immer wieder Zeit kosten.
Dawinscharte (2.718 m)
Von der Dawinscharte wandern wir durch einfaches Gelände in Richtung „Südlicher Schwarzer Kopf“.
Rücken von der Dawinscharte zum Dawinkopf (2.968 m)Letzte Meter
Kurz unter dem Gipfel müssen wir in die südliche Flanke ausweichen und über Bänder in die nächste namlose Scharte queren.
Durchschlupf zwischen „Südlicher Schwarzer Kopf“ und „Dawinkopf“
Der Dawinkopf liegt nun zum Greifen nahe… der zweithöchste Gipfel der Lechtaler Alpen. Nur vom Passeier wird dieser Gipfel übertrumpft.
Ein letzter Verschnaufer…
Ein kurzer versicherter Klettersteig bringt uns auf den höchsten Punkt unserer Tour.
… dann ist das Gipfelkreuz da.
Hier wird nun eine Brotzeit ausgepackt, die sich sehen lässt. Während ich hier nicht mitgedacht habe, sind Papa und Daniel kulinarisch ausgerüstet und lassen mich an ihren Leckerbissen teilhaben. Was für ein Glück…
Ausblick vom Dawinkopf auf den Weg, im Hintergrund die Ansbacher Hütte
Neben der Jause ist mehr wie genug Zeit, die Aussicht zu genießen. Man merkt allerdings die fast 3.000 m, die hier vorherrschen. Sobald eine kleine Wolke die Sonne verdeckt, wird es kühl und unangenehm.
Aussicht genießen…
Nach ausgiebiger Rast machen wir uns an den Abstieg vom Dawinkopf. Der Weg geht nun vorerst im gleichen Takt weiter…
Abstieg vom Dawinkopf
Der Abstieg erfordert nochmals höchste Konzentration, speziell nach einer längeren Pause stellt der Start eine kleine Herausforderung dar.
Abstieg vom Dawinkopf
Ein Blick nach Norden erlaubt uns die kläglichen Reste des einst mächtigen Parsseier Ferners zu betrachten. Nur noch kleine Reste, die die nächsten Jahre wohl nicht mehr überstehen werden, sind zu sehen.
Nördlicher Schwarzer Kopf mit Resten des Passeier Ferners
Der Abstieg ist spektakulär, aber überschaubar schwierig… richtige Genusskraxlerei am Grat entlang.
Abstieg über das GratAbstieg über das Grat
Die letzten Meter werden von uns noch klettern überwunden, dann stehen wir am Übergang zum Bocksgarten.
Letzte Klettermeter
Feine Wege führen hier über den Rücken unter die Bocksgartenspitzen.
Aufstieg zum Bocksgarten
Und dann sehen wir den Kessel unterhalb der Passeierspitze (3.036 m). Erst hatten wir uns eine Besteigung eben Dieser überlegt, aber es sprechen einige Faktoren dagegen. Zum einen sind wir schon ob der langen Wanderung müde, zum Anderen sind ein paar Gruppen eingestiegen und verursachen immer wieder Steinschlag… später erfahren wir auch, dass ein Bergsteiger hier großes Glück hatte…
Im Bocksgarten, Blick auf Passeierspitze und Gletscherreste vom Grinnerferner
Wir beschließen infolge dessen, über den Bocksgarten hinunter zum Grinner Ferner, bzw. dessen Überresten abzusteigen.
Pause am Rücken zum Gatschkopf (2.945 m)
Am Gletschersee vorbei erreichen wir den Aufstieg zum Gatschkopf (2.945 m) und die Patrolscharte (2.846 m). Es sind zwar nur ein paar Höhenmeter, aber diese ziehen sich.
Mondlandschaft am Gatschkopf
Der Rücken zum Gatschkopf ist eine echt schräge Landschaft. Daniel meint, wie eine Mondlandschaft, dem kann ich nur zustimmen. Bänder von hellem und dunklem Geröll wechseln sich hier ab. Lias-Fleckenmergel heißt das Gestein, wie ich später herausfinde…
Immer noch fit…
Vom Gatschkopf haben wir eine wunderschöne Aussicht, im Westen liegt die beeindruckende Passeierspitze mit dem dunklen Band im Gipfelaufbau und dem Kessel mit dem ehemaligen Grinner Ferner.
Vom Gatschkopf, Blick auf Passeierspitze, Grinner Ferner und Bocksgartenspitzen
Gegen Nordwesten sehen wir die ganzen namhaften Gipfel der Lechtaler und Allgäuer Alpen. Ein Panorama, das seinesgleichen sucht. Sogar meinen geliebten Hausberg, den Säuling können wir ausmachen.
Blick über die Lechtaler und Allgäuer Berge
Am Gipfel treffen wir ein deutsches Pärchen, das sich nach einem erfolglosen Versuch an der Passeierspitze auch zum Abstieg zur Augsburger Hütte aufmacht.
Am Gatschkopf (2.945 m)
Obwohl der Gipfelaufbau des Gatschkopfs recht unspektakulär aussieht, hat es der Abstieg nochmals in sich. Nicht die technischen Schwierigkeiten stehen hier im Vordergrund…
Abstieg vom Gatschkopf
… es ist die Länge und die teilweise schwere Wegfindung. Ein Verlaufen ist allerdings unmöglich, hier führen wirklich alle Wege, mehr oder weniger schwer, nach Rom.
Abstieg vom GatschkopfAbstieg vom Gatschkopf
Nach langen 8 ¾ h erreichen wir schließlich unser heutiges Refugium. Schon am Eingang werden wir mit einem Schnaps begrüßt. Die junge Hüttlerin meint, nachdem sie uns mit Vornamen begrüßt hat, wir sind heute fast alleine. Scheinbar haben wir uns den richtigen Tag ausgesucht. Wir gönnen uns ein Bier und lehnen uns zufrieden zurück.
Letzte Meter zur Augsburger Hütte (2.289 m)
Eine gewaltige Tour, die wir heute absolviert haben. Wir sind hoch zufrieden, der Hüttenabend mit neuen Bekannten, Vanessa und Hubert lässt den feinen Tag gut ausklingen. Hubert erzählt uns beiläufig, dass ihn bei seinem Passeierbesteigungsversuch ein Stein durch vorgehende Bergsteiger oder evtl. auch Gämsen nur knapp verfehlt hat. Sein Rucksack wurde allerdings beschädigt…
Tourendaten Gesamtdauer: 8:47 h Gesamtlänge: 18,90 km Höhenmeter: ∆ 1.317 m / ∇ 1.339 m
Der Lechtaler Höhenweg ist schon ein paar Jahre her, damals wollten Papa und ich den Augsburger Höhenweg „mitnehmen“. Leider hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht und wir mussten eine Alternativroute nehmen. Einige Jahre später ist es nun so weit, wir probieren uns nochmals am Augsburger Höhenweg. Start der Tour ist in Schnann, das ich mit Bahn und Bus erreiche
Die Anfahrt ist sehr schön, schon ewig bin ich nicht mehr in dieser Ecke von Tirol gewesen. Das Wetter ist dieses Mal auch perfekt, was soll da noch schief gehen.
Start ist in der Ortschaft Schnann, die bekannt für die schöne Klamm ist.
Diese Schlucht ist eine Besonderheit. Man steigt durch einen kurzen, sehr engen Teil, dann weitet sich die Schlucht schon wieder. Durch diese Eigenheit bildet der vordere, enge Teil schon fast einen natürlichen Schutz gegen Lawinen und Muren.
Während die Engstelle aus hartem Gestein besteht, ist der hintere Teil aus Schiefer, der schneller verwitterte und diese Landschaft bildete.
Im Rückblick sieht man nochmals den Riegel, der die Engstelle bildet. Eine faszinierende Stelle, finde ich.
Der weitere Teil der kurzen Schlucht ist mit Leitern und Brücken begehbar gemacht, daher ist der Aufstieg einfach zu bewerkstelligen.
Die Temperaturen, wir sind erst zu Mittag gestartet, sind entsprechend warm, da sind wir um jeden schattigen Fleck, wie hier im Wald dankbar.
Steil zieht der Pfad immer weiter durch das Holz, nur kurze Stücke sind flach.
Nach 1:20 h erreichen wir die Fritzhütte, ein gemütlicher Rastplatz auf 1.736 m.
Gleich hinter der Hütte liegt ein kleiner Badeteich, in dem sich auch ein paar kapitale Forellen tummeln. Ob es die zum Abendessen gibt?
Nun lichtet sich der Wald, und die Aussicht auf den Arlberg wird immer besser.
Die Hütte können wir allerdings noch nicht sehen, es fliegt aber ein Versorgungshubschrauber immer wieder an uns vorbei, daher können wir ahnen, wo sich unser heutiger Schlafplatz befinden muss.
Der Hohe Riffler (3.168 m) lacht immer wieder mit seinem (noch) schönen Gletscher zu uns herüber.
Vor uns öffnet sich die ganze Pracht der Tiroler Bergwelt, der Verwall, die Saumnauner und Ötztaler Alpen direkt vor uns.
Auf der anderen Seite bekommen wir einen ersten Blick auf einen Teil unserer morgigen Route. Der Eisenkopf sendet uns schön Grüße.
Dann endlich erreichen wir nach 2:46 h die Hütte. Der Aufstieg hatte es in sich, aber nun sind wir gut angekommen. Der Hubschrauber fliegt immer noch, es sind Umbauarbeiten an der Hütte im Gange, da muss das Material fliegend geliefert werden.
Der Blick zurück offenbart nochmals den letzten Teil des Aufstiegs über schöne Almwiesen. Ein paar Schäfferhütten, teilweise noch aktiv, haben wir passiert.
Angekommen, ist es nun Zeit für etwas Gemütlichkeit. Wir sitzen in der Sonne, schon bald haben wir noch einen Bergsteiger kennengelernt, Manuel, der bei uns im Mehrbettzimmer untergekommen ist.
Die Sonne lässt alle Strapazen vergessen, es ist einfach nur perfekt hier oben.
Der Abend wir lustig, das Essen ist sehr gut, und die Hüttenleute und überhaupt alles sehr nett. Hier kehrt man einfach gerne ein. Nach einem längeren Plausch verabschieden wir uns in die wohlverdiente Nachtruhe.
Tourendaten Gesamtdauer: 2:46 h Gesamtlänge: 7,5 km Höhenmeter: ∆ 1239 m / ∇ 88 m
Ursprünglich hatten wir geplant, auf den Krottenkopf in den Allgäuer Alpen zu kraxeln, dann, als der Wetterbericht nicht so respektabel ausgesehen hat, wurde die Planung zur Kreuzspitze in den Ammergauer Alpen umgebogen… doch Petrus meinte es nicht gut mit uns… zumindest zum Bergeln. Denn es hat geschüttet wie aus Kübeln.
Am Vormittag sind wir nach Füssen in den Sportmarkt gefahren, auf dem Weg dorthin konnten wir die Wassermassen am Mangfall bewundern…
Mangfall
Mangfall
Am Nachmittag beschließen Papa und ich, noch auf die Hütte zu spazieren, der Regen hat nachgelassen und so können wir ein wenig in die schöne Natur. Es hat in den letzten Stunden wirklich viel geregnet, dem entsprechend sprudeln überall die Bache… auch dort, wo sonst nie Wasser ist. Der Lettenbach in Pflach ist so ein Kandidat
Staumauer am Hüttenmühlsee
Lettenbach, heute mal nass
Kleiner Wasserfall im Benkat
Spazier- und Radlbrücke „Umfahrung“
Den Aufstieg zur Hütte bewältigen wir in „Null-Komma-Nix“, dort gönnen wir uns eine kleine Rast auf der Terasse, die Sonne ist nun ein wenig hervorgekommen…
Aufstieg zum Wanderparkplatz
Überall ist Wasser…
Unsere Hütte
Rast auf der Terasse
Am folgenden Tag habe ich noch eine Canyoningtour, da der Wasserstand recht gut ist, freue ich mich schon drauf. Da ich nun allerdings Auto-los bin, muss ich erst mit dem Bus ins Lechtal fahren. Das verbinde ich dann noch mit einem kleinen Spaziergang von Elmen nach Häselgehr, denn dort liegt ein Geocache, den ich mir schon lange abholen will…
Behelftbrücke in der Klimm, im Hintergrund die Lichtspitz
Lechtalradweg mit Kreuzspitz
Lechtalradweg, Blickrichtung Haglertal und Heuberg
Lechtalradweg mit Morgendunst
Nach dem gestrigen Regentag tut die Sonne heute wieder richtig gut. Für die Natur war der Regen ein Segen, zu trocken ist das heurige Jahr bis jetzt… überall lodern die Feuer, wir in Tirol sitzen hier eh noch auf der sogenannten „Seligen Insel“
Morgenstimmung
Alte Buche
Blick Richtung Wannenspitz
Der schöne Lech…
Heute steht wieder eine feine Tour im Lechtal auf dem Programm, der Wasserstand ist heute perfekt. Den Leuten macht es echt Spaß, uns Guides übrigens auch…
Canyoning im Wiesbachl
Canyoning im Wiesbachl
Canyoning im Wiesbachl
Canyoning im Wiesbachl
Canyoning im Wiesbachl
Canyoning im Wiesbachl
Canyoning im Wiesbachl
Nach der Tour werde ich nach Elmen gebracht, dort steige ich in den Postbus nach Imst. Von dort fahre ich weiter nach Innsbruck und Aldrans. Auch wenn die „Öffi´s“ teilweise recht lange brauchen, bin ich mittlerweile sehr überzeugt vom „autofreien“ Leben.
Bootshütte
Bahnhof Imst-Pitztal
Ein tolles Wochenende, nicht allzu anstrengend, aber mit feinen Eindrücken!
Endlich mal wieder eine ausgedehnte Tour, denke ich mir, als mich Papa anruft und fragt, ob ich mit ihm auf die Kogelseespitze gehen möchte. Wir wollen nicht den „Standardweg“ über die Hanauerhütte machen, sondern eine Rundtour, um ein paar mehr Höhenmeter zu sammeln. In der Früh treffen wir uns in Boden am Hahntennjoch, um Punkt 7:00 Uhr starten wir los.
Die erste Etappe führt uns vom Parkplatz in Boden hinauf zum Sattele (2.057m), dem Übergang nach Gramais.
Die Wegfindung ist nicht immer ganz einfach, doch Verlaufen ist in diesem Kessel fast nicht möglich. Teilweise ist der Weg gut in Schuss, teilweise fast nicht auffindbar. Ein Beweis, dass dieser Aufstieg keine Standardtour ist.
Der Weg vom Sattele hinab nach Gramais ist am Anfang steil, rutschig durch die letzten Regenfälle und daher mit Vorsicht zu genießen.
An einem Teil des Weges fällt uns ein besonderes Phänomen auf. Hier scheint eine regelrechte Käferplage zu grassieren, überall findet man skelettierte „Pfleschen“…
Wir müssen ungefähr 500m absteigen, dann erreichen wir die Abzweigung zum Kogelsee.
Das schöne Tal kommt mir gleich bekannt vor, hier bin ich vor ein paar Jahren mit Oma und den Kindern zum Kogelsee, allerdings von Gramais aus, rauf gelaufen.
Das Brett über den Bach ist immer noch das Selbe, wackelig wie eh und je. Anschließend erfolgt der Aufstieg durch das ausgedehnte Latschenfeld. Gott sei Dank ist es noch kühl…
Bald öffnet sich der Latschenwald und wir bekommen wieder eine leichte Brise zu spüren. Das tut gut und kühl uns ein wenig.
Die Wasserfälle des Platzbachs sprudeln frisch und munter. Dank der letzten Regenfälle ist mehr als genug Wasser vorhanden.
Der Weg hinauf zum Kogelsee zieht sich dann doch wider Erwarten, am Talanfang hat die Entfernung nicht so weit ausgesehen.
Schöne, hellrosa schimmernde Almrosen säumen den Weg. Während im Inntal die Blüte schon fast vorbei ist, fangen hier im Lechtal die Bergblumen erst an…
Kurz vor dem Kogelsee sehen wir den Kogel (2.318m). Für die nächsten Stunden wird dieser Berg immer wieder in unserem Blickfeld auftauchen.
Der Kogelsee (2.071m) ist einer der schönsten Bergsehen der Gegend, mit dem Kogel im Hintergrund ein sehr dankbares Fotomotiv. Zum Schwimmen ist es allerdings heute zu kalt.
Unser Weg führt uns hinauf Richtung Kogelseescharte (2.497m).
Ein Blick zurück zeigt nochmals die Schönheit des Kogelsees und Kogelkars.
Kurz vor der Kogelseescharte zweigen wir nach Südwesten ab.
An einem ausgedehnten Schneefeld verstauen wir unsere Wanderstöcke und ziehen den Helm auf.
Jetzt geht es ans Eingemachte. Obwohl der Weg nicht schwierig ist, ist das Geröll ist im ersten Teil doch sehr unangenehm. Jeder Schritt muss dreimal kontrolliert werden, und dennoch brechen immer Steine aus. Zum Glück haben wir Helme mit.
Spannende Passagen, sowohl wegen des Schotters als auch wegen der Wegfindung sind unser steter Begleiter.
Je höher wir kommen, desto besser wird die Felsqualität. Nun macht die Kraxlerei richtig Spaß.
Bald erreichen wir den Grat, hier sind nur noch moderate Schwierigkeiten zu bewältigen.
Leichtes Auf und Ab führt uns zum schon sichtbaren Gipfel.
Wieder neue Seen sind in unser Blickfeld gerückt, der Obere und Untere Parzinnsee im gleichnamigen Kessel leuchten wie zwei Augen zu uns empor.
Der letzte Teil des Grates ist normales Wandergelände mit gut ausgetretenem Pfad.
Schließlich erreichen wir den Gipfel der Kogelseespitze (2.647m).
Der Wind am Grat und am Gipfel ist enorm, daher pausieren wir nur kurz, eine Pause werden wir in windstillen Gefilden machen.
Ein Pärchen ist noch am Gipfel, das nutzen wir aus und lassen noch ein Gipfelbild machen.
Der Abstieg erfolgt nun über den Normalweg.
Der Ausblick ins Parzinn ist herrlich, die Seen sind gut zu sehen.
Im Westen liegt der Gufelsee, auch dieser wunderschön gelegen. Hier sind wir vor ein paar Jahren bei unserer Wanderung von Zürs nach Nasserreith vorbeigekommen.
Ein Blick zurück zeigt unser Weg über das Grat (oben: vom Gipfel rechts der Bildmitte, mit den Wolken über das Grat zum linken Gipfel, nicht sichtbar)
Am Gufelseejöchl schauen wir nochmal auf den Gufelsee, im Hintergrund der beeindruckende Vordere Gupfelkopf mit seinem blätterförmigen Schichtaufbau.
Am Unteren Parzinnsee (2.180m) machen wir unsere wohlverdiente Pause. Gemütlich jausnen wir, während gegenüber ein paar Murmelen herumlaufen.
Bei der Hanauer Hütte (1.922m) kehren wir kurz ein, trinken ein alkoholfreies Weizen und schauen, dass wir weiterkommen. Das Wetter schaut nicht mehr so gut aus… dunkle Wolken sind über dem Parzinn aufgezogen.
Die Hanauer Hütte hat eine gewaltige Lage, im Westen liegt das malerische Parzinn, das wir soeben durchquert haben, im Norden verbindet das Angerletal die Hütte mit Boden.
Der Abstieg von der Hütte zur Seilbahnstation ist einfach, aber dennoch mit Vorsicht wegen dem feinen Kies zu begehen. Kurz vor der Seilbahn treffen wir eine Gruppe, eine Frau ist ausgerutscht und hat sich den Fuß verdreht. Auf die Frage, ob wir helfen können, kommt nur ein knappes: „Nein, die Bergrettung ist am Weg!“.
Nachdem auch eine Gruppe älterer Damen stehengeblieben ist, Schmerzmittel werden der Verletzten übergeben, steigen wir weiter ab.
An der Brücke über den Angerlebach wird der Weg flacher, bald erreichen wir die Seilbahnstation.
Ein wunderschöner Anblick, der mich an die Tour mit Luis und Papa erinnert, ist die Dremelspitze am Talende…
Schließlich erreichen wir nach etlichen Kilometern wieder unseren Ausgangspunkt, eine tolle Wanderung, die uns wieder mal sehr gut getaugt hat.
Tourendaten Gesamtdauer: 8:07 h Gesamtlänge: 20,11 km Höhenmeter: 2.112m
Jeder Tag, versucht dem Vorhergehenden den Kaiserwetterrang abzulaufen. So auch heute wieder… dieses Mal verschlägt es mich in ein etwas abgelegenes Tourengebiet, ein Kompromiss, den ich zwecks Tour mit Papa gerne in Kauf nehme. Wir wollen ins Schafkar, ein Gebiet, das Papa gut vom Sommer her kennt, aber im Winter auch noch nie hier gewesen ist. Start ist in Gramais, genauer gesagt bei der Brücke über den Otterbach im Weiler Riefen
Es ist relativ warm heute, das Thermometer zeigt 1.5°C. Dennoch ist der erste Aufstieg auf der Forststraße eisig und wir müssen ein wenig aufpassen.
Der Weg verläuft parallel zum Alpbach, einmal müssen wir den Wasserlauf überqueren. Dazu heißt es, Ski aus und rüberlaufen.
Schließlich öffnet sich das Tal ein wenig und wir sehen auf den weiteren Wegverlauf. Ein paar alte Lawinen säumen den Weg, doch die Gefahr ist heute überschaubar. Mehr Kopfzerbrechen besorgt uns die schlechte Qualität des Schnees im Kessel.
Durch den unteren Kessel verläuft der Weg recht flach, bis wir die erste Steilstufe erreichen.
Ab hier wird es steil, wir beschließen, da der Weg teilweise noch gefroren war, die Harscheisen aufzuziehen. Diese Entscheidung ist Goldes wert, beim weiteren Aufstieg sind wir um die zusätzlichen Zacken mehr als Dankbar.
Immer höher steig der Pfad in unzähligen Spitzkehren. Perfektes Gelände, um diese Technik ein wenig zu vertiefen…
Schließlich erreichen wir wieder flacheres Gelände, nun hat sich auch die Schneebeschaffenheit geändert, Pulver mit einem leichten Deckel säumt den Weg, der sollte zum Fahren nicht schlecht sein.
Rückblickend sehen wir den Aufstiegsweg und als prominenten Abschluss der Aussicht die Licht- und Zirmspitze. Aur der „anderen Lechseite“ sieht man auch die schöne Klimmspitze.
Die Spur zieht nun mal mehr oder weniger steil in das Schafkar. Die eisigen Stellen sind nun Pulver gewichen und der Aufstieg geht flott voran.
Auf jeden Fall sind wir froh, noch im Schatten laufen zu können, in der Sonne wird es jetzt schon rasch warm.
Im oberen Teil des Schafkars sehen wir dann auch unser Ziel. Es ist der felsige Kopf auf der rechten Bildseite. Die Große Schafkarspitze zur linken wird im Winter nicht bestiegen, ich bezweifle auch, dass die im Sommer viel Besuch erhält.
Die Schneequalität ist hier nun schon sehr gut, der lange Schatten zahlt sich aus. Doch schon bald lugt die Sonne am Grat hervor, nun wird es warm.
Über relativ flaches Gelände streben wir dem Ziel entgegen, hinter uns ist niemand, und vor uns auch nicht. Ein Privileg, einen schönen Skigipfel alleine zu haben.
Mit jedem Schritt wird es wärmer, doch nun sind es wirklich nur noch ein paar Meter zum Gipfel. Eigentlich ist es ja gar kein richtiger Gipfel, ein Vorgipfel, der aber als Ende dieser Skitour angesehen wird
Schließlich erreichen wir die Scharte, genannt „Im Sattele“. Von hier hat man einen schönen Blick auf die Große Schafkarspitze (2.532m).
Die letzten paar Meter auf den Gipfel sind schon ein wenig sumpfig, dennoch gut zu gehen. Oben angekommen wird abgefellt, alles verstaut und in den Sattel abgefahren. Dort ist das Pause machen gemütlicher. Heute herrschen richtige Frühlingsbedingungen… sehr angenehm. Bevor ich losfahre, stelle ich fest, dass meine Bindung nicht einrastet… mühselig quäle ich mich ins Sattele…
… dort wird die Bindung untersucht. Scheinbar hat sich der Hinterbacken verstellt, zum Glück habe ich einen Leatherman dabei und kann das Ungemach beheben… ein schaler Beigeschmack bleibt dennoch.
Nach einer ausgiebigen Pause machen wir uns an die Abfahrt. Der obere Teil ist wunderbar zu fahren, einzig an der Technik scheitert es heute, der Schnee ist wunderbar. Dennoch kommen wir zügig bis zum Steilhang mit dem Lawinenstrich.
Hier ist der Schnee zerfahren und gefroren, daher nicht besonders gemütlich zu fahren. Diese Stelle fordert uns, aber wir schaffen auch diese Herausforderung.
Nach dem Steilhang fahren wir über das flache Gelände und über den Forstweg wieder retour zum Parkplatz. Den Bach haben wir immer im Hinterkopf, zu viel Schwund wäre hier der Tod des Belags…
Ohne große Zwischenfälle erreichen wir den Parkplatz. Hier scheint im Winter selten die Sonne hin… zufrieden mit dem Tagwerk fahren wir nach Hause. Am Weg von Gramais nach Häselgehr bleiben wir noch einmal stehen und schauen zu unserem Tagesziel empor… relativ abweisend erscheint der Gipfelhang von hier…
Eine geniale Tour, mit sehr schönen Abschnitten und wunderbaren Aussichten…
Tourendaten Gesamtlänge: 11,36 km Gesamtdauer: 4:00 h Höhenmeter: 1.120 m Lawinenwarnstufe: 1 (Vormittags, unter 2.400m)
Meine letzte Tour mit Papa ist ja schon wieder eine Weile her (siehe Hohe Warte), daher haben wir uns entschlossen, zusammen auf das Galtjoch zu steigen. Wir treffen uns in der Früh am Parkplatz „Almkopfbahn“, dann fahren wir mit Papas 4WD-Boliden weiter zum Weiler Rauth. Dort ergattern wir gerade noch den letzten Parkplatz, was bei der Größe (bzw. Kleine) des Parkplatzes kein Wunder ist…
Direkt vom Parkplatz steigen wir auf der Forststraße auf Richtung Ehenbichler Alm. Ich muss zugeben, ich bin weder im Sommer noch im Winter je hier gewesen, also wird es endlich mal Zeit.
Das Wetter ist „komisch“, man weiß nie genau, wird es schön, oder fängt es gleich furchtbar zu stürmen an. Einmal schaut die Sonne raus, dann fängt es auch schon wieder zu schneien an.
Vorbei an ein paar schönen Hütten, offenen Flächen und viel Wald steigen wir immer höher unserem Ziel entgegen.
Ungefähr bei der Hälfte des Aufstiegs sehen wir die Ehenbichler Alm (1.964m). Gerade gestern habe ich einen interessanten Bericht über diese Alpe im TV geschaut. Und heute stehe ich davor…
Wir bleiben allerdings nicht stehen, sondern marschieren gleich weiter, unser Ziel ist die Galtjoch-Spitze.
Der Schnee wird immer mehr, das Wetter ist nicht besser geworden, und trotzdem genießen wir jeden Schritt in dieser schönen Landschaft. Der Wald lockert auf und bald erreichen wir schönstes Skigelände.
Vor uns sind schon ein paar Leute auf dem Weg zum Vorgipfel, die Spur ist schön angelegt und weit ist es auch nicht mehr. Schon bald werden wir oben stehen…
Hinter uns „spinnt“ das Wetter gerade wieder herum, zu allem Überfluss ist jetzt noch ein fester Wind dazugekommen. Aber auch das macht unserer guten Laune keinen Abbruch.
Es ist kalt geworden. Ein schöner blauer Himmel ist was herrliches, das muss man einfach immer wieder sagen. Aber auch „nicht-so-tolles-Wetter“, wie eben heute hat seine Glanzpunkte… in diesem Falle eine magische Stimmung.
Tolle Wolkenspiele, die Sonne strahlt manchmal über die tief verschneite Landschaft und kreiert wunderschöne Bilder vor uns…
Der Wind ist stärker geworden, aber nun haben wir das Gipfelkreuz geschichtet, und jetzt gibt es kein Umdrehen mehr.
Ein Blick zurück überrascht mich dann vollends. Der Säuling (in der Bildmitte) in einer Perspektive, die ich so noch nie schauen habe können. Rechts im Bild ist der Thaneller und linker Hand die Tannheimer Berge.
Die letzten Meter zum Gipfel sind so windig, dass wir uns auf die Rast oben so gar nicht richtig freuen wollen. Wir werden uns nur schnell für die Abfahrt herrichten, mehr ist wohl nicht drinnen. Umgezogen wird dann halt später.
Für ein paar Fotos von der Umgebung reicht die Zeit dann aber doch, besonders die südwestliche Steinkar- und Knittelkarspitze beeindrucken.
Gen Osten sehen wir nochmals den Thaneller und auf der rechten Seite von Berwang die Hönig.
Rasch haben wir am Gipfel unsere Siebensachen erledigt, die Felle eingepackt, eine Jacke angezogen und die Abmarsch-, bzw. Abfahrsbereitschaft hergestellt. Dennoch, und obwohl wir wirklich schnell waren, schmerzen die Finger dank des Windes doch ganz „zagrisch“.
Die ersten Meter vom Gipfel sind mühsam, windgepreßter Schnee, teilweise pickelhart macht die Abfahrt nicht ganz einfach. Doch dann kommt ein Stück mit Pulverschnee und dort macht die Abfahrt Spaß.
Weiter unten ist die Schneequalität dann wieder schlechter und der Schnee irgendwie pappiger. Nicht ganz angenehm zu fahren, aber wir geben unser Bestes…
Einen großen Teil der Abfahrt fahren wir dann wieder über die Forststraße ab. Die letzten Meter zum Parkplatz müssen wir, da es flach ist, schieben, aber zum Glück ist die Strecke nicht lange und wir erreichen zufrieden das Auto.
Eine tolle Tour in toller Begleitung, wenn der Wind nicht so arg geblasen hätte… dennoch hat es mir sehr gut gefallen.
Tourendaten Gesamtdauer: 2:40 h Gesamtlänge: 10,91 km Höhenmeter: 1025 m Lawinenwarnstufe: 3 (Altschnee / Triebschnee)