Archiv der Kategorie: Familienausflug

190825 Kaisertal Tag II

Nach einer kurzen, aber erholsamen Nacht stehen wir schon relativ früh auf, packen unsere Sieben Sachen und gehen Frühstücken. Das Morgenmahl ist hier wirklich vom Feinsten, ein Buffet ist angerichtet, das für jeden Geschmack was hat… Letu kriegt sein Müsli, während wir Anderen Brot, Wurst, Käse, Eier und Marmelade verdrücken. Wir brauchen ja eine gute Grundlage für den zweiten Wandertag…

Der Abmarsch vom Anton-Karg-Haus findet unter schon fast märchenhaften Lichtverhältnissen statt. Das Wetter ist wieder gut, vom Gewitter vom Vortag ist nichts mehr zu sehen. Heute gehen wir an der Kaisertalstraße entlang wieder hinaus ins Inntal. Wobei hier anzumerken ist, dass die Straße mit Anschluss ins Inntal erst 2008 fertiggestellt wurde. Fahrzeuge gab es zwar vorher auch schon im Tal, jedoch mussten diese mit Hubschrauber oder in Einzelteilen über die Sparchenstiege transportiert werden…

Hatten wir schon gestern bei der Wanderung eine Unmenge an Geocaches gesucht und gefunden, geht es heute gleich wieder weiter… die Kinder helfen fleißig mit, wie haben dieses Mal sogar die Walkie-Talkie´s mitgenommen, um so mehr Flexibilität zu haben.

Der erste Teil der Strecke führt an einer Forststraße entlang, doch kurz vor einem markanten Tunnel zweigt ein Steig an, der zum berühmten Pfandlhof führt. Da wir lieber auf Steigen als auf Forstrassen gehen, nehmen wir auch die zusätzlichen Höhenmeter in Kauf, die wir hier abspulen müssen.

Schön geht es durch einen wunderbaren Mischwald, der Steig ist anfangs steil, aber gut begehbar. Und ewig weit müssen wir nicht rauf, zum Glück, denken die Kinder…

Dann lichtet sich der Wald, eine schöne Wiese öffnet sich und wir stehen auf dem Feld des Hinterkaisers mit dem wunderschönen Bauernhof und der berühmten Antoniuskapelle.

Hier machen wir eine Pause, genießen eine Brotzeit und schauen gen Himmel. Leichte Wolken ziehen auf, aber es ist noch warm. Am Nachmittag könnte es schon noch ein „Wetter“ geben.

Von der Antoniuskapelle geht es dann weiter, zuerst wieder durch leichten Wald, immer auf einer Forststraße, dann erreichen wir den Pfandlhof. Hier beschließen wir noch eine Pause zu machen…

Wir bestellen uns ein Getränk, setzen uns auf die Terasse, die einen wunderschönen Ausblick und viele, sehr viele Wespen bietet. Dann bekommt Letu seinen Kaiserschmarrn, denn ein Kaiserschmarrn im Kaisergebirge muss einfach sein…

Nach dieser wundervollen Stärkung gehen wir vorbei am Veitenhof und Zottenhof, zwei uralten Höfen, die nun auch vom Tourismus profitieren.

Schließlich kommt unser letztes Highlight bei dieser Wanderung, die Tischöfer Höhle. Wir müssen nun von der Forststraße abzweigen auf einen kleinen Pfad Richtung Kaiserbach. Dann erreichen wir noch eine Abzweigung und stehen schlussendlich an der berühmten Höhle.

Die Höhle ist bekannt dafür, daß hier die ältesten menschlichen Überreste Tirols, sowie auch viele ausgestorbene Tierarten gefunden wurden. Diese können heute im Museum auf der Festung Kufstein bewundert werden.

Wir genießen die Stimmung in der Höhle, die Kinder haben extra Taschenlampen mitgenommen, um sich hier ein wenig umsehen zu können. Was es da nicht alles zu entdecken gibt. Letu spielt sogar ein wenig Fremdenführer, und zeigt einem anderen Jungen die interessanten Ecken der Höhle.

Der weitere Weg führt uns dann zuerst ganz hinunter in die Schlucht des Kaiserbachs, auf der anderen Seite warten schon steile Stufen darauf, von uns erklommen zu werden.

Am Ende des letzten Aufstieges erreichen wir bald die Theaterhütte, ein mittlerweile geschlossenes Gasthaus. Von hier wandern wir den Weg vorbei am Kaiserlift und wieder hinein in die Stadt.

Auf dem Weg gibt es noch ein Eis als Belohnung für die Kinder, die gestern und heute sehr brav marschiert sind. Und natürlich bekommen Oma und ich auch eine kleine Belohnung in Form eines Eises… schließlich sind wir auch ohne allzuviel Jammerei gewandert.

Am Bahnhof müssen wir nicht lange warten, bis ein Zug vorbeikommt und uns wieder mitnimmt, zurück in die Mitte Tirols. Ein wunderschönes Wanderwochenende ist schnell, aber mit vielen schönen Eindrücken zu Ende gegangen.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:40 h
Gesamtlänge: 15,48 km
Höhenmeter: 309 hm

190824 Kaisertal Tag I

Einmal im Jahr, und gerade ist es soweit, machen wir, das sind Oma, die Kinder und ich eine 2-tägige Bergwanderung. Letztes Jahr waren wir dazu auf der Otto-Mayr-Hütte und der Großen Schlicke, heuer ist es fast ganz am anderen Ende von Tirol… heuer steht das Kaisertal bei Kufstein auf dem Programm. Mit dem Zug geht´s ganz umweltfreundlich von Innsbruck nach Kufstein.

Vom Bahnhof müssen wir erst einmal die Stadt queren, wir müssen für den Start mit dem Kaiserlift hinauf auf den Berg. Damit sparen wir uns doch ein paar Höhenmeter Aufstieg. Wir gehen am Waldrand entlang zum Kaiserlift, ein Blick zurück zeigt einen wunderschönen Ausblick auf die Festung Kufstein und den Pendling mit Kufsteinhaus.

Am Kaiserlift stellen wir zu unserer Überraschung fest, dass es sich hier um einen Modernen Einser-Sessellift handelt. Ich hatte keine Ahnung, dass diese Form der Beförderung noch hergestellt wird. Den Kindern gefällt’s, und uns auch. Zusätzlich ist die Streckenführung an bestimmten Stellen spektakulär, da sehr hoch und ausgesetzt.

Wohlbehalten erreichen wir die Bergstation. Die Liftfahrt war gemütlich, dem Personal kann ich dieses Prädikat auch ohne Einschränkung verleihen… gemütlich und sehr freundlich. Es ist eine Freude, mit dem Kaiserlift zu fahren… am Ende der Fahrt angekommen stehen wir auf dem Brentenjoch [1.272 m]

Aber nun ist vorbei mit der machanisierten Fortbewegung, jetzt müssen wir auf Bordmittel, sprich die Füsse zurückgreifen. Wir haben ein gutes Stück weg vor uns, sind aber motiviert und das Wetter hält auch zu uns. Unser erstes Ziel ist der Gamskogel [1.449 m]. Der Weg geht stetig leicht bergauf, es ist aber eine Freude hier zu Wandern. Überall stehen Pilze im Wald, überall ein Wohlduft nach Natur und Herbst.

Nach ca. einer Stunde errechen wir den Gipfel des Gamskogels, mit einem ersten schönen Einblick ins Kaisertal. Hier machen wir eine ausgedehnte Pause, wir haben ja alle Zeit der Welt…

Oma findet einen Einheimischen, der uns schlussendlich fast jeden Gipfel des Wilden Kaisers sowie des Zahmen Kaisers aufzählt. Das Kaisertal trennt ja diese zwei berühmten Gebirge genau in der Mitte. Nachdem wir unsere Kräfte gesammelt haben, geht’s weiter.

Wir steigen vom Gamskogel ab, bis wir in eine Scharte kommen. Dort fängt ein spannender Teil der Wanderung an, hier geht es in den Bettlersteig. Nach dem schneereichen Winter war der Weg auf weite Strecken in sehr schlechtem Zustand, und die Reparatur hat bis in den August gedauert. Wir haben Glück, erst vor einer Woche ist der Steig wieder eröffnet worden.

Spannend, mit immer wieder schönen Passagen steigen wir nun ab, hinunter ins Kaisertal. Unser Tagesziel ist das Anton-Karg-Haus, einer Alpenvereinshütte, auf der wir übernachten werden. Nun zehrt der Weg schon an den Kräften des einen oder anderen, aber noch sind wir nicht da… es sind noch mindestens 5 „Schlenker“.

Immer wieder müssen wir kleine, unscheinbare Bäche queren und können jedoch sehen, wie hier der Winter seine Spuren am Steig hinterlassen hat. Fast keine der alten Brücken hat den Schneereichtum und die einhergehenden Lawinen überstanden. Und doch hat die Alpenvereins-Sektion hier gute Arbeit geleistet und den Pfad wieder gangbar gemacht.

Mit immer wieder kurzen Pausen auf dem Weg machen wir uns die Wanderung so bequem wie möglich, und an schönen Plätzen mangelt es auch nicht hier im Kaisertal…

Der Hof mit der Hausnummer Kaisertal 1, der hier im Bild gezeigt ist, liegt wunderschön, aber extrem abgelegen auf dem Berg. Leider scheint es auch hier notwendig zu sein, einen modernen Zaun um das Haus zu bauen, damit die Neugierigen abgehalten werden, in das Haus zu schauen, bzw. rein zugehen.

Noch ein paar verbrochene, aber mittlerweile reparierte Wegstrecken müssen wir meistern, dann erreichen wir endlich unser Tagesziel, das Anton-Karg-Haus.

Wir hatten den ganzen Tag über Glück mit dem Wetter, jetzt hat es die letzten zehn Minuten zugezogen. Gerade als wir unsere Getränke bekommen und in die Hütte gehen, beginnt es zu regnen. Was für ein gutes Timing. Das spricht wohl für eine gute Planung…

Der Ausblick vom Schutzhaus ist wunderbar… wir genießen den Ausblick auf die sehr bekannten Kletterberge des Wilden Kaisers.

Die Wolken werden dichter, so auch die Regenintensität. Bald schüttet es aus Kübeln. Das ist unser aber egal, weil wir nun alles unter Dach und Fach haben.

Wir haben ein Zimmer für uns selbst, diesen kleinen Luxus gönnen wir uns. Und das Zimmer ist fein. Am Abend gönnen wir uns noch ein gutes Essen und spielen ein wenig „Räuberjolly“. Wie gut man sich ohne Handy und Fernseher beschäftigen kann… nicht allzu spät gehen wir ins Bett, es war doch ein anstrengender Tag.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:51 h
Gesamtlänge: 14,04 km
Höhenmeter: 479 hm

190817 Kogelsee (2.171m)

Wir starten in Gramais, einen kleinen Seitental des Lechtals, direkt im Ort.

Zuerst geht der Weg noch gemütlich über eine kleine Forststrasse, dann müssen wir den Bach queren und der Weg steilt auf.

Der erste Teil geht durch Latschen, dass es doch schon fortgeschrittener Vormittag ist, ist es sehr warm und kein Windchen weht.

Es dauert eine ganze Weile, bis wir aus den Latschen rauskommen, dann wird es wieder gemütlicher.

Nun weht eine feine Brise und wir konnten auch ein wenig die Aussicht genießen. Während Oma und Sara beschließen, am Bächlein zu bleiben, wollen Letu und ich noch weiter zum Kogelsee.

Nach ca. 30 Minuten erreichen wir den See, und Letu hat vorsorglich seine Badehose eingepackt. Das Thermometer zeigt stolze 13 Grad an, das schreckt uns aber nicht, und wir erfrischen uns im wahrsten Sinne des Wortes.

Noch der feinen Erfrischung machen wir uns auf den Weg zurück zu unseren zwei Damen.

Dort genießen wir die mitgebrachte Jause und rasten ein wenig. Die wollen werden immer mehr, daher machen wir uns auf uns Tal.

Wir nehmen den gleichen Weg zurück, die Kinder unterhalten sich brav, während wir Erwachsenen uns auch über Gott und die Welt austauschen.

Wir finden haufenweise Heidelbeeren und Himbeeren, daher brauchen wir runter gleich lange weiter rauf.

Nach 4 Stunden erreichen wir wieder den Talboden. Eine tolle, feine Wanderung war das heute.

Tourendaten:

Gesamtlänge: 8,17 km
Gesamtdauer: 4 h
Höhenmeter: 803 hm

190717 Lignano II

Wieder ein paar schöne Tage mit viel schwimmen, rasten und kleineren Aktivitäten.

Am 15.07.2019 hab ich wieder einen Lauf nach Lignano gemacht, das erste mal über 14km. Super gegangen, ein paar Geocaches habe ich auch auf dem Weg gefunden.

Am Nachmittag war relaxen angesagt.

Am Abend sind wir dann noch eine Pizza holen gewesen und haben im Garten ein gemütliches Abendessen genossen.

Am Abend war dann das Highlight für die Kinder. Wir sind erst in die Kinder-Disco, plötzlich ist Schaum im Spiel gewesen und die Kinder haben sich austoben können.

Am Schluss noch ein Sprung in den Swimmingpool, damit der Schaum wieder abgeht. Hui!

190105 Skifahren über die Weihnachtstage

Heuter war (ist) ja ein Winter wie schon lange nicht mehr. Daher wurde von mir die Tourengeherei zugunsten dem Nachwuchs stark vernachlässigt, denn bei solchen Verhältnissen musste ich mit den Kindern *fast* tagtäglich auf die Piste. Das muß einfach ausgenutzt werden.

Unser Einsatzgebiet war der Patscherkofel, mit der neuen Bahn nun gut erschlossen, und dank der Unmengen an Schnee auch richtig lustig zu befahren. Für die Kinder war es das erste Mal im Tiefschnee. Und obwohl es die zwei immer wieder richtig „rausgfetzt“ hat, war die Freude am „Reinen Weiß“ ohne Grenzen…

Hier ein paar Eindrücke von unserer Skifahrerei…

181020 Koflerjoch (1.861m)

Da der Herbst den Sommer heuer an Genialität ausstechen will, hat es uns bei Kaiserwetter wieder in die Berge getrieben. Und auf unsere Hütte.

Am Vortag, am Freitag, sind wir am Abend nach Reutte gekommen, aber für die Hütte war es dann schon zu spät, daher sind wir bei der Oma geblieben. Gleich in der Früh, nach einem wunderbaren Frühstück sind wir dann auf die Hütte.

Die Sachen waren gleich eingelagert, die Bergstiefel geschnürt, also los, rauf auf das Koflerjoch

Den ersten Teil müssen wir wie letztes Mal auf der Forststrasse überwinden, dann beginnt der schöne Steig. Zuerst gehts hinauf aufs Pflacher Älpele, dann weiter hinauf zum Sattel vor dem Joch.

Hier haben wir eine schöne Aussicht auf den mächtigen und uns wohlbekannten Nachbarn, den Säuling.

Ein paar Meter müssen wir noch aufwärts gehen, dann erreichen wir unser erstes Ziel, den Zunterkopf (1.726m).

Spektakuläre Tiefblicke eröffnen sich hier von dem relativ selten besuchten Kopf. Uns störte nicht, wir genießen die Ruhe und gönnen uns eine gute Jause.

Nach einer ausgedehnten Rast gehen wir in ca. 30 Minuten hinauf zum Koflerjoch, unserem Tagesziel.

Auch hier machen wir eine feine Pause, genießen die Aussicht und ein wenig Faullenzerei!

Als nächste steht die Dürrnberger Alm auf dem Programm. Aber um dorthin zu kommen, müssen wir noch über die Satterköpfe absteigen. Überraschend schnell haben wir die zwei kleinen Gipfel hinter uns gelassen, und schon im nächsten Moment jubeln die zwei Kinder: „Wir sehen die Alm!“

Hier können wir uns ein Erfrischungsgetränk und einen leckeren selber gemachten Kuchen.

Die Sonne scheint angenehm auf die Terrasse, leider weht ein Unangenehmer Wind, der uns leise daran erinnern, welche Jahreszeit schon vor herrscht.

Also packen wir wieder unsere sieben Sachen, das letzte Mal heute, und machen uns auf den Weg zu unserer Hütte. Den Weg, den ich mir aus der Karte gesucht habe, war nicht ganz richtig. Ein totes Ende zeug davon, dass dieser Weg nicht mehr existiert.

Schöne Passagen, die schon lange nicht mehr besucht habe, finden wir auf dem Weg. Auch den Felssturz am Alten Forstweg entdecken wir, dieser kann uns aber nicht mehr aufhalten, wir klettern einfach über den Verbruch.

Schluss endlich erreichten wir unseren Forstweg, der uns direkt zur Hütte führt. Die Freude ist groß, als wir endlich unser Domizil erreichen. Der Grill wird gleich angefeuert, bald schon brutzeln die Bratwürste und lassen uns das Wasser im Munde zusammen laufen.

Das Essen schmeckt nach einem solchen Wandertag natürlich besonders gut, über die Nachtruhe müssen wir heute auch nicht lange streiten, weil schon liegt die Jugend im Bett

Tourendaten
Gesamtdauer: 5:16 h
Gesamtlänge: 13,89 km
Höhenmeter: 1.01

181014 Säuling (2.048m)

Nach einer feinen Nacht auf der Hütte ist heute um 7:00 Uhr Tagwache. Das fällt nicht jedem leicht, am Wochenende so Früh aus der Kiste zu hüpfen, aber wir wollen heute auf den Säuling wandern, gemeinsam mit der Oma, die später zu uns stoßen wird.

Zuerst einmal muß natürlich gut gefrühstückt werden, damit wir auch genügend Kraft für den Tag haben

Wir starten zuerst ein Stück auf dem Forstweg, dann queren wir zum viel schöneren Steig auf den Säuling, der sehr angenehm durch den Wald führt. Der Wald hat ein paar extrem alte Bäume aufzuweisen. Die Oma erinnert sich noch an Zeiten, als der Säuling fast ohne Bäume war…

Bald schon erreichen wir das Säulinghaus, das immer eine gute Einkehr verspricht. Vielleicht schauen wir später noch vorbei, jetzt müssen wir mal weiter. Der Wind ist ein wenig stärker geworden, föhnig blast der Himmelsodem über die Berge…

Der Weg durch die Wand schaffen wir einwandfrei, wobei der Fels unter den hunderten und tausenden Wanderschuhen schon gelitten hat, und zum Teil so glattpoliert ist, daß man sich manchmal fast drinn spiegelt.

Am Sattel angelangt kommen wir in den Genuß der Sonne. Der Wind und der Schatten auf der Aufsteigsseite hat uns ganz gut ausgekühlt, aber jetzt geht es wieder, im Angesicht der Sonne am Firmament. Das Panorama vom Sattel sucht auch seinesgleichen…

Während Oma, Sara und Letu es sich in der Sonne gemütlich machen und dem Wind ausweichen, beschließe ich, noch schnell auf den Gipfel raufzugehen. Es ist ja nicht mehr weit. Schon nach ein paar Schritten befinde ich mit auf der Leeseite des Windes, hier ist es relativ warm für die Jahreszeit. Bald schon stehe ich auf dem Gipfel. Hier verweile ich nur kurz, denn ich möchte auch noch zum eigentlichen Gipfel des Säulings, der 80m östlich, zwar nur mit kleinem Gipfelkreuz, aber dafür mit der echten Höhe.

Lange bleibe ich nicht auf dieser windigen Kanzel, schon bald treibt es mich hinunter zum Sattel, dort treffe ich mich wieder mit der lustigen Wanderschaft… ein kurzer Schluck aus der Wasserflasche und ein Müsliriegel, dann machen wir uns auf den Abstieg durch die Felswand.

Nun sind schon wesentlich mehr Leute am Wege, die das heutige gute Wetter ausnutzen. Zum Glück sind wir früh genug losgegangen…

Auch im Abstieg machen sich die Zwerge sehr gut, und auch die Oma ist noch sehr rüstig und bergtauglich, obwohl sie schon lange nicht mehr auf dem Berg war.

Bald schon erreichen wir wieder das Säulingshaus, eine Einkehr haben wir uns heute redlich verdient. Wieder einmal haben wir Glück, eigentlich ist die Hütte wegen Umbauarbeiten geschlossen, aber auf der Terrasse haben wir noch Platz und bestellen uns was zu trinken.

Nach kurzer Rast brechen wir wieder auf, es geht über den Steig, dann über die Forststraße wieder retour zur Hütte, das Ganze natürlich im Sauseschritt…

Bei der Hütte packen wir rasch unsere Siebensachen, denn wir sind hungrig und im Tal hat meine Schwester uns gutes Essen zubereitet.

Letu ist scheinbar noch nicht ganz ausgelastet, während wir mit dem Auto ins Tal fahren, will er unbedingt den Forstweg noch mit seinen neuen Schuhen ablaufen. Also geben wir ihm ein wenig Vorsprung, dann fahren wir auch los. Auf dem Weg finden wir den Junior nicht mehr, ein Wanderer meint auf meine Frage nur: „Der Kleine ist gerade vorhin wie der Blitz vorbeigelaufen!“. Bei der Schranke entdecken wir den Spaßvogel dann, wie eine Fledermaus hängt er an ebendieser…

Ein wunderschöner Wandertag war das mal wieder, mit sehr feiner Gesellschaft und wunderschöner Umgebung.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:30 h
Gesamtlänge: 10,75 m
Höhenmeter: 963 m

180929 Sellesköpfe (1.644m)

Heute steht ein Ausflug mit Oma und den Kindern an. Wir haben uns entschlossen, obwohl der Wetterbericht nicht ganz so tolles Wetter ansagte, nach Nauders zu fahren und dort Hochfinstermünz, Altfinstermünz und die Sellesköpfe anzuschauen.

Die Fahrt startet um 9:00 Uhr in Aldrans, dort machen wir uns auf nach Wildermieming, wo wir die Oma abholen. Dann fahren wir weiter. Erstes Ziel ist das bekannte „Grandhotel Hochfinstermünz“, ein geschichtlich interessanter Bau, der auf der Reschenstraße liegt. Dies war in früheren Zeiten ein berühmtes Hotel, in dem namhafte Personen, unter anderem Luis Trenker abgestiegen waren. Auch Filme, wie „Der Rebell“ und „Der Feuerteufel“ wurden hier gedreht.

Heute ist vom vergangenen Gland nicht mehr viel geblieben, die letzte Wirtin, „Frau Emmi“, ist heuer im Frühjahr gestorben, seit dem fristet das Hotel, das schon über die letzten Jahrzehnte immer mehr in Vergessenheit geraten ist, ein Schattendasein und verfällt zusehens. Trotzdem war es gerade für die Kinder interessant, ein wenig bei dem Gebäude durch die Fenster zu sehen und vielerlei Dinge zu entdecken.

Direkt vom Hotel zweigt dann auch ein Pfad hinunter zum Inn, der hier noch relativ klein ist, und zur Festung Altfinstermünz.

Wir wandern einen steilen Waldpfad runter, immer lauter hören wir den Inn, der hier auch schön grün ist, rauschen. Und hier erreichen wir noch einen geschichtsträchtigen Platz, das heute sehr schön renovierte Altfinstermünz. Diese Grenzfestung zur Schweiz hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Schon zu Römerzeiten, als Via Claudia Augusta war dies einer der wichtigsten Alpenübergänge, erst der Bau der Brennerstraße ließ den Reschen ein wenig in den Hintergrund rücken.

Leider ist genau heute das Museum geschlossen, sodaß wir die Anlage nur von aussen besichtigen können. Ein Grund, wieder einmal an diesen schönen Ort zurückzukehren. Es stimmt schon nachdenklich, dass der Verkehr ins Engadin einmal über diese kleine Holzbrücke verlief. Heute wohl unvorstellbar…

Nachdem wir uns sattgesehen haben, steigen wir uns wieder den steilen Waldhang hinauf, und fahren weiter nach Nauders und zur Norbertshöhe. Dort stellen wir unser Auto ab, denn jetzt steht die zweite Wanderung an, auf die Sellesköpfe.

Zuerst geht es auf einem gemütlichen Feldweg durch den Wald, hier können wir auch ein paar Geocaches der Runde „Kampf um die Sellesköpfe“ einsammeln. Die Kinder halfen fleissig mit, manchmal mit lustigen Verrenkungen…

Bald erreichen wir die freien Flächen mit Blick auf Nauders. Alte Stellungen sind hier sichtbar, und es wird uns bald klar, warum genau auf diesem Hügel die Stellungen erbaut wurden. Der Blick reicht weit über Nauders hinweg, ein idealer Aussichtspunkt.

Ab hier befinden wir uns nun auf dem Kaiserschützenweg, der an der Westseite der Sellesköpfe, hoch über dem Inn kühn in die abschüssige Wand gebaut wurde. Ein besonderer Punkt ist der „Hohe Turm“, eine wilde Felsnadel, die über dem Tale thront.

Nun erreichen wir die verfallene Zettler Alm, und die in der Nähe liegenden Kavernen. Das ist wieder ein sehr spannender Teil, den die Kinder gerne erkunden. Teilweise wurde hier das beschwerliche Leben der Kaiserjäger nachgestellt, ein Stockbett, eine Essensecke und weitere spärliche Einrichtung kann hier bewundert werden. Ein hartes Los, das auch schon ohne kriegerische Aktionen beschwerlich genug gewesen sein muß.

Jetzt sind wir nicht mehr weit vom Ausgangspunkt entfernt, für die Kinder ist der der Weg nun schon beschwerlich geworden. Doch die Aussicht auf ein Eis hebt die Stimmung wieder, wir müssen nur noch das Gasthaus erreichen.

Am Gasthaus angelegt verschwinden die beiden Junioren gleich am Spielplatz, auch eine lustige Strandmuschel erregt ihre Aufmerksamkeit.

Wir genießen ein Eis in der warmen Herbstsonne und lassen den schönen Tag Revue passieren. Das war wieder ein schöner Tag, bei dem das Wetter bestens mitgespielt hat.

Tourendaten Altfinstermünz
Gesamtdauer: 50 min.
Gesamtlänge: 2,74 km
Höhenmeter: 145 m

Tourendaten Sellesköpfe
Gesamtdauer: 3:00 h
Gesamtlänge: 6,85 km
Höhenmeter: 373 m

180816 Große Schlicke (2.059m)

Nach einer feinen Nacht im 4-Bettzimmer genießen wir ein super Frühstück auf der Otto-Mayr-Hütte. So lässt sich in der Nacht auf dem Berg gut aushalten.

Unser heutiges Ziel ist die große Schlicke. Ungefähr 1 1/2 Stunden von der Hütte entfernt, sollte das gut machbar sein. Oma und die Kinder sind motiviert, was will man mehr.

Der Weg ist von Anfang an steil, aber gut begehbar. Wir scheinen früh dran zu sein, noch sind nicht so viele Leute am Weg.

Sobald wir ein paar Höhenmeter gemacht haben, wird die Aussicht auch schon wieder wunderschön. Noch ein Blick zurück auf die drei Hütten, bei denen wir heute waren…

Es wird schön langsam warm, doch das Ziel ist nicht mehr weit entfernt. Schon bald sehen wir das Gipfelkreuz, eine weitere Motivation für die Kleinen.

Nach ziemlich genau eineinhalb Stunden reichen wir den Gipfel, wie wenn die Zeitangaben für uns geschrieben worden werden. Die Aussicht ist grandios, wir setzen uns hin und genießen erst mal die Pause auf der großen Schlicke.

Ausgiebig genießen wir das Panorama, viele bekannte Berge und Sehenswürdigkeiten liegen uns zu Füßen.

Wir sind fast die ersten auf dem Gipfel, aber sicher nicht die letzten. Unter uns zieht schon eine Wandererschlange dem Gipfel entgegen. Für uns das Stichwort, unsere Sachen in den Rucksack zu packen und uns auf den weiten Weg zu machen.

Ein Stück müssen wir dem Aufstiegsweg folgen, dann zweigt unser neuer Pfad auf die Musauer Alm ab.

Am Anfang noch ein feiner Pfad, wird das kleine Steiglein immer steiler und steiler. Bei manchen unserer illustren Wanderrunde machen sich die Knie bemerkbar.

Trotzdem geht es stetig der Alm zu, wir werden das schon schaffen…

Irgendwann ist dann der Weg geschafft und wir erreichten die Musauer Alm. Dort gönnen wir uns ein Erfrischungsgetränk, um uns für den letzten Abschnitt durch das Raintal zu wappnen.

Von nun an ist der Weg einfacher über eine Forststraße, eigentlich der gleiche Weg den wir schon am Vortag gegangen sind.

Ein paar Abkürzungen gönnen wir uns trotzdem, die aber insgesamt keinen großen Zeitgewinn bringen.

Schlussendlich erreichen wir wohl behalten den Parkplatz, müde aber glücklich ist unsere zwei Tageswanderung nun vorbei. Mit dem Wetter hatten wir großes Glück, und der Aufenthalt auf der Hütte war auch sehr schön. Allen hat es Spaß gemacht, das wird wahrscheinlich nicht das letzte Mal gewesen sein.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:20 h
Gesamtlänge: 12,13 km
Höhenmeter: 555 m

180815 Otto-Mayr-Hütte (1.528m)

Schon länger haben wir geplant, auf einer Hütte zu übernachten. Endlich geht es sich einmal aus, als Ziel haben wir uns die Otto-Mayr-Hütte auserkoren.

Wir starten von der Bärenfalle, immer dem Forstweg entlang. Unterwegs sind natürlich auch ein paar Geocache versteckt, die wir gerne suchen. Manche Dose ist einfacher, manche ein wenig schwer versteckt, doch wir können die meisten Dosen problemlos finden.

Der Weg durch das Raintal ist wunderschön, linkerhand sehen wir die Tannheimer Berge, rechts sehen wir schon das Ziel für morgen, die Große Schlicke.

Das Wetter ist heute wechselhaft, immer wieder ziehen graue schaurige Wolken über den Himmel. Doch im nächsten Moment kann es auch schon wieder aufklaren und blaue Fetzen stechen durch die Wolken. Zum Glück ist es nicht kalt, daher stören und diese Wetterallüren nicht.

An der Musauer Alm machen wir eine kurze Pause, die Brotzeit schmeckt hervorragend. Obwohl wir erst in der Alm einkehren wollten, sehen wir jetzt ob der Menschenmassen davon ab. Es ist halt doch Feiertag…

Nach der Erquickung geht es weiter durch das Raintal, immer weiter zum Talschluss, beziehungsweise zur Übernachtunghütte für heute.

Nachdem es am Schluss ein wenig steiler wird, sehen wir auch schon unser Ziel. Wunderschön gelegen liegt vor uns die Otto-Mayr-Hütte.

Die Kinder sind froh, dass wir endlich unseren Schlafplatz erreicht haben. Die Freude ist riesengroß als wir ein Trampolin entdecken. Das muss natürlich gleich ausprobiert werden, hier werden auch neue Freundschaften geschlossen.

Da wir recht früh auf der Hütte angekommen sind, machen wir eine kleine Jause, und beschließen dann noch eine Runde um die Hütte zu wandern. Zuerst wird allerdings noch das Zimmer bezogen, wir haben ein Zimmer für uns alleine, das ist natürlich super…

Der Spaziergang zur Willy-Merkl-Hütte und zur Füssener Hütte ist kurz und spaßig. Wir versuchen noch einen Geocache zu bergen, leider haben wir uns am Platz vertan, daher ist die Lust dann auch irgendwann nicht mehr da. Lieber genießen wir die Aussicht…

Am Abend gibt es noch ein deftiges Essen, bevor wir uns langsam zur Ruhe begeben. Natürlich gehört ein obligatorisches Kartenspiel vor der Nachtruhe dazu.

Tourendaten:
Gesamtdauer: 9,75 km
Gesamtlänge: 2:45 h
Höhenmeter: 685 m