Archiv der Kategorie: Wandern

180323 BW, Tag 1 – Porta Fontale, 1.028m

Es ist wieder mal so weit, das Buabenwochenende steht an. Dieses Mal sind wir in der Vollbesetzung dabei, Papa, Dani, Alfons, Maggo und ich. Das Ziel sind dieses Mal die Vinzentiner Alpen, unser Stützpunkt ist in Castelgomberto.
Während Papa, Dani, Alfons und ich gemeinsam von Aldrans aus anreisen, fährt Maggo von Graz aus mit dem Leihauto. Obwohl wir im Internet gesehen haben, dass noch viel Schnee im Zielgebiet liegt, beschließen wir, unser Klettersteigwochenende anzugehen.

Die Fahrt führt uns über den Brenner, schon kurz nach der Grenze wird das Wetter besser. Südtirol halt…
Unterwegs piept plötzlich das Auto von Alfons, die Ölwarnleuchte geht an. Oje, hoffentlich nichts schlimmes. Aber an der nächsten Tankstelle wird mal Öl nachgefüllt, dann geht die Fahrt weiter. Also nichts Tragisches…

Bis Trient nehmen wir die Autostrada, dann fahren wir über die Bundesstraße Richtung Bassano del Grappa. Kurz vor dem Ziel müssen wir für die Unterzuckerten noch einen Stop bei einem Supermarkt machen, Brot, Wurst und Käse wird eingekauft. Dann treffen wir dann schlussendlich Maggo.

Nach einer kurzen Pause und Lagebesprechung beschließen wir, eine Erkundungs-Wanderung in der Nähe von Crepano del Grappa zu machen. Zuerst wählen wir einen Weg Richtung „Monte Colombera“. Schon nach kurzer Zeit haben wir Probleme, den richtigen Weg zu finden. Wir kämpfen uns durch das Unterholz, ein kleines Weglein ist zwar sichtbar, aber das wird wohl eher von Tieren als von Menschen verwendet. Die Karte auf dem GPS-Gerät zeigt zwar dauern einen Weg an, doch der ist de facto nicht existent.

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Nachdem wir uns eine Weile hinauf quälen, wird auch der Schnee immer mehr und der Boden extrem rutschig. Daher beschließen wir nach kurzer Beratung, auf der anderen Talseite, fast südlich ausgerichtet, auf ein kleines Kreuz aufzusteigen.

Hier ist der Weg viel besser, und auch trocken. Die Sonne lacht vom Firmament und unsere Laune ist gut. Rasch gewinnen wir an Höhe, und obwohl es recht diesig ist, ist der Ausblick vom Berg doch wunderschön. Das Gras in dieser Gegend wächst schon saftig, aber die Bäume sind noch laubfrei. Vielleicht macht gerade das den Reiz aus.

Bald erreichen wir unser Tagesziel, dort setzen wir uns in die Sonne und genießen die Aussicht.

Ein leichter, kalter Wind stört uns dann doch und wir beschließen, wieder abzusteigen. Kurz unter dem Gipfel schauen wir uns noch eine Kaverne an, deren Zweck sich uns jedoch nicht erschließt. Papa, unser Geologe, findet das Plätzchen aber doch sehr interessant und erklärt uns den Aufbau der Gesteinsschichten.

Im Tal, bei der Kirche „Santuario della Beata Vergine del Covolo“ haben wir geparkt, direkt daneben steht ein kleines Gasthaus, die „Trattoria Al Covolo“. Dort genehmigen wir uns ein Bier auf die schöne Wanderung und sprechen über die nächsten zwei Tage.

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Von hier müssen wir dann weiter zur Unterkunft, die doch fast 1,5h entfernt liegt. Die Fahrt geht durch dicht besiedeltes Gebiet, immer parallel zur Baustelle der neuen Autobahn. Kurz bevor wir das Ziel erreichen, rufe ich den Besitzer an. Er meint nur, wir werden nicht selber zum B&B finden, aber er holt uns bei einer kleinen weißen Kapelle an. Bevor es allerdings soweit ist, müssen wir noch so manche Kehre auf einer sehr engen Bergstraße meistern. Doch schlussendlich kommen wir dann doch bei der Unterkunft an.

Ehemals eine Seidenraupenzucht, wurde dieses Gebäude vom jetzigen Besitzer sehr stylisch her- und eingerichtet. Wir fühlen uns sogleich wohl, die Zimmeraufteilung ist auch gleich erledigt. Auf die Frage, wo wir noch gut essen können, bekommen wir eine Empfehlung für ein feines Restaurant in der Nähe. Ein Anruf zur Reservierung wird getätigt, dann brechen wir auf. Dank der guten Wegbeschreibung erreichen wir die „Trattoria Capitello Della Cocca“ schon sehr bald. Hoch über dem Tal gelegen, ist die Aussicht auch sehr schön…

Wir essen verschiedene Fleischgerichte, dazu gibt es sehr guten Hauswein, der Liter für €6.-. Eine Nachspeise rundet das Ganze im wahrsten Sinne des Wortes ab, denn vollgefressen kommen wir später in der Unterkunft an. Dort genehmigen wir uns noch ein Bier, besprechen den nächsten Tag und haben es lustig. Ein feiner Tag neigt sich dem Ende zu, wir sind schon gespannt, was morgen auf uns zukommt.

Stationen:
– Aldrans
– Crepano del Grappa
– Castelgomberto

Tour auf die „Porta Fontale, 1.028m“
Gesamtdauer: 2:30 h
Gesamtlänge: 6,39 km
Höhenmeter: 656 m

180302 Geocachen in Bruck am Ziller

Heute mache ich eine schöne Runde mit Letu in Bruck am Ziller. Dort gibt es einen Haufen Geocaches, aufgefädelt auf einem Wanderweg durch Bruck.

Wir starten am Eingang vom Zillertal, stellen das Auto gleich am ersten Parkplatz ab und wandern entlang der Ziller, und sammeln so machen Cache ein.

Dann geht es durch ein paar schöne Bauernwiesen, jetzt noch mit Schnee bedeckt und vorbei an großen Bauernhöfen zum Waldrand. Auch hier finden wir einige Dosen.

Die Aussicht über das Tal ist schön, obwohl das Wetter heute recht kühl ist. Trotzdem lassen wir uns nicht drausbringen und sammeln so schlußendlich über 20 Geocaches.

Das Highlight gibts dann am Schluß, ein uralter Schrämmstollen, den wir auf ca. 40 Meter begehen.

Ein wenig gruslig ist es hier drinnen schon, aber im Gegensatz zu den „guten alten Zeit“, als die Bergleute hier mit dem Geleucht die Luft verpesteten, ist heute das Wetter im Berg sehr angenehm, und auch ein Stück wärmer aus draussen.

171105 Rund um den Fernsteinsee

Nach dem schönen Hüttenwochenende machen Letu und ich noch einen Zwischenstopp beim Fernsteinsee.

Dort gibt es einen schönen Geocache, der zum Teil um den See, und zum Teil auf die alten Römerstraße führt. Den ersten Teil haben wir schon vor längerer Zeit gemacht, daher ist heute noch der Römerweg auf dem Programm.

Außerdem wollte ich schon länger das Schloss anschauen, nachdem hier sehr viel gerodet wurde und der Burgfried nun auch gut sichtbar ist.

Wir parken neben dem Kiosk und spazieren zuerst auf dem Schlossgelände herum, anschließend machen wir uns auf dem Römerweg Richtung Schloss auf.

Kaum vorstellbar, dass hier früher der ganze Verkehr durch das kleine Tor am Schloss Fernstein gepasst hatte, aber das waren verkehrstechnisch auch noch andere Zeiten gewesen.

Von den originalen Trassen des Römerweges sind nur noch kleine Wegstücke erhalten, aber hier sieht man beeindruckend, wie sich die eisenbeschlagenen Räder in den Kalk gefressen haben. Wie viele Wagen hier wohl hochgefahren sind?

Von der Geocache-Location schauen wir auf das glasklare Wasser des Fernsteinsees. Unglaublich, wie klar das Wasser hier ist. Einziger Wermutstropfen… der Verkehrslärm der B179!

Am Rückweg schauen wir uns das Schloss nochmals genauer an, dann gehen wir denselben Weg wieder runter, bis wir am See ankommen.

Letu will unbedingt mit dem Tretboot fahren, aber die Saison ist leider schon um.

Das müssen wir auf nächstes Jahr verschieben.
Schlussendlich spüren wir die ersten Tropfen, die Kaltfront hat nun diesen Teil von Tirol erreicht. Also gehen wir zurück zum Auto und fahren nach Hause.

Tourendaten
Gesamtlänge: 5 km
Gesamtdauer: 1:15 h
Höhenmeter: 100 m

171104 Säuling (2.048m)

Nach einer gemütlichen Nacht auf unserer Hütte beschließen Letu zu und ich, auf den Säugling zu wandern.

Wir genehmigen uns noch ein gutes Frühstück, dann packen wir das notwendigste zusammen, und wandern über die Forststraße zum Einstieg in den Steig.

Der erste Teil über die Forststraße ist nicht besonders spannend, aber sobald wir auf den Steig kommen, gefällt es Letu sehr gut.

Bald schon erreichen uns die ersten Sonnenstrahlen und wir können die Jacken ausziehen. Relativ rasch gewinnen wir dann Höhe, bald schon sind wir auf den Weg zum Säulinghaus.

Noch ein paar Kurven, und wir erreichen das wunderschön gelegene Säulinghaus.

Unterwegs sehen wir ein paar uralte Bäume, Letu hat auch gleich einen Namen dafür: Hunderterbäume.

Bei der Hütte überlegen wir uns noch einmal, ob wir auf den Säuling gehen wollen, aber die Entscheidung ist schnell gefallen. Natürlich gehen wir hinauf, Letu ist motiviert.

Gleich hinter der Hütte wird der Steig interessant. Steil geht es an Ketten entlang hinauf zum Sattel. Ein paar spannende Stellen findet besonders Letu super. Nicht immer ganz entspannt beobachte ich die Kletter Künste von meinem Junior.

Nach einer rassigen Kinderkletterei erreichen wir den Sattel. Die Aussicht ist hammermäßig, die Königsschlösser liegen zu unseren Füßen, der Forggensee glitzert schön im Sonnenschein.

Nur kurz genießen wir die Aussicht, denn wir haben noch einen kurzen Weg zum Gipfel. Hier liegt zum Teil schon ein wenig Schnee, hart gepresst, und dementsprechend rutschig.

Trotzdem meistern wir diese Stellen mit Bravour, und dann haben wir unser Ziel erreicht. Das erste Mal für Letu auf dem Säuling.

Wir setzen uns unter das Gipfelkreuz, nun gibt es einen kleinen Snack. Mama Muh und Seppl sind natürlich auch mit von der Partie…

Eine Tafel Schokolade haben wir mitgebracht, und einen Schokoriegel für Letu. Sobald die Verpackung offen ist, kommen auch schon die ersten Dohlen angeflogen.

Letu ist begeistert, die Vögel fressen fast aus der Hand. Ein Spaß ohne Ende…

Aber richtig gemütlich ist es nicht auf dem Gipfel, daher bleiben wir nicht allzu lange, sondern machen uns bald wieder auf ins Tal.

Über den Nordhang mit kleinen Schneefeldern erreichen wir sicher den Sattel, hier kommt dann der Steig hinunter zum Säulinghaus.

Obwohl die Hütte offiziell geschlossen ist, steigt Rauch aus dem Kamin auf. Wir beschließen, mal vorbeizuschauen und wir haben Glück… wir bekommen ein Getränk und auch eine kleine Mahlzeit. Toll…

Letu vergnügt sich am Kletterfelsen bei der Hütte und ich genieße die Sonne, die in den windstillen Winkel vor der Hütte strahlt.

Nachdem wir genug gerastet haben, spazieren wir zurück zur Hütte. Den ersten Teil wieder auf dem Steig, der zweite Teil dann recht langweilig auf der Forststraße, aber Letu weiß schon, wie er sich beschäftigen kann…

Tourendaten
Gesamtlänge: 10,8 km
Gesamtdauer: 4:00 h
Höhenmeter: 1.108 m

Route

171028 Arzler Wanderung

Mit dem Junior geht es heute wieder mal zum Geocachen, wir haben uns eine schöne Runde in Arzl ausgesucht, die erst vor kurzem angelegt wurde.

Wir starten beim Wanderparkplatz in Thaur, von dort geht es am Waldrand entlang Richtung Arzl.

Das Wetter ist super, wir genießen jeden Schritt.

Beim Arzler Schießstand machen wir eine kleine Stärkungspause, dann wandern wir auf dem oberen Weg wieder zurück zum Parkplatz.

Und natürlich klauben wir unterwegs die eine oder andere „Halloween-Dose“ auf, die hier ausgelegt wurde.

Teilweise sehr spannende Verstecke, findet auch Letu.

Tourendaten
Gesamtlänge: 4,72 km
Gesamtdauer: 1:30 h
Höhenmeter: 170 m

Route
Arzl

171020 Meissnerhaus – Viggarspitze (2.306m) – Patscherkofelschutzhaus

Nach einer erholsamen Nacht gönnen wir uns ein rudimentäres, aber gutes Frühstück auf der Hütte, bevor wir uns an die Planung des Tages machen.

Ursprünglich wollten wir auf den Morgenkogel, doch nun, vor Ort, entscheiden wir uns zur Viggarspitze zu gehen.

Die Sonne auf der Südseite ist einfach zu verlockend.

Wir wandern erst den gleichen Weg, den wir gestern gekommen sind, bis zur Boscheben-Hütte zurück.

Doch anstatt Richtung Westen, also zum Kofel zu gehen, gehen wir am Zirbenweg Richtung Viggarspitze. Das Wetter ist kristallklar…

Schon bald müssen wir den Zirbenweg verlassen, denn der Steig auf die Viggarspitze zweigt hier ab. Immer besser wird die Aussicht…

In gemütlicher Steigung haben wir schon bald den höchsten Gipfel vom Gemeindegebiet Aldrans erreicht. Gar nicht so viel los, bei dem Kaiserwetter.

Von hier aus haben wir einen wunderschönen Ausblick auf den Innsbrucker Kessel, aber auch auf die Tuxer, Stubaier und natürlich ins Karwendel. Die Sicht ist gut, aber mittlerweile nicht mehr perfekt. Zu lange schon hat es nicht mehr geregnet oder gewindet, ein wenig Dunst liegt in der Luft.

Wir rast ein wenig auf der Aussichtskanzel, dann wandern wir weiter, zuerst noch ein paar Meter Richtung Glungezerhütte, dann zweigt ein unscheinbarer Weg ab, der uns um die Viggar- und Neunerspitze zurück zum Zirbenweg bringt.

Zwei kurze Stellen sind mit Vorsicht zu genießen, denn hier liegt schon harter Schnee, der zum Rutschen verleitet.

Nach einer guten Stunde erreichen wir den wunderschön ausgebauten Zirbenweg, der uns vorbei an schönen Wäldern und Hütten, zum Patscherkofelschutzhaus bringt.

Nun wird es doch noch mal eine Fahrt mit der „alten Dame“ geben, denke ich mir.

Viele Leute nützen noch die letzte Change aus, die historische Bahn zu verwenden.

Schon Mitte Dezember soll die neue Bahn ihren Betrieb aufnehmen. Dann werden nur noch die Bilder der Olympiabahn existieren.

Im Tal schließen wir die schönen zwei Tage noch mit einem Getränk in der Sonne ab. Torsten und Niko haben noch eine lange Fahrt vor sich, daher heißt es bald Abschied nehmen.

Danke an alle für die wunderschönen zwei Tage, die wir miteinander verbracht haben. Mir es es sehr viel Spaß mit euch gemacht!

Tourendaten
Gesamtlänge: 11,39 km
Gesamtdauer: 4:58 h
Höhenmeter: 956 m

Route

171019 Vom Patscherkofel (2.246m) zum Meissnerhaus

Mit Freunden aus Deutschland geht es heute bei bestem Wetter nach der Arbeit vom Schutzhaus auf dem Patscherkofel zum Meissnerhaus. Dort wollen wir übernachten.

Wir fahren mit der Pendelbahn hinauf zum Schutzhaus. Das wird wohl auch die letzte Fahrt für mich sein, denn die Pendelbahn wird kommendes Wochenende nach fast 90 Jahren eingestellt.

Auf die Frage, wie es dem Liftangestellten geht, bekommen wir eine doch recht überraschende Antwort: „Ja, moanscht, i plear dem alten Graffl noach?“. Nach weiteren nicht besonders positiven, dafür aber umso amüsanteren Kommentaren erreichen wir die Bergstation.

Wir wandern zuerst hinauf zum Gipfelplateau des Kofels, wo zwar keine Gastronomie offen, aber dafür die Aussicht heute umso phantastischer ist.

Wir setzen uns eine Weile hin und genießen die Fernsicht, dann machen wir uns auf den weiteren Weg. Da wir vor der Dunkelheit auf der Hütte sein wollen, dürfen wir nicht trödeln.

Über den Osthang gehen wir zuerst bis zum Berggasthaus Boscheben, von dort geht dann der Steig hinab ins Viggartal. Ein sehr angenehmer Steig zieht den Berg hinunter, der uns immer wieder schöne Blicke ins Tal eröffnet. Die Hütte haben wir auch schon gesehen.

Unterwegs treffen wir noch auf 2 Wanderer, später stellt sich heraus, dass die Zwei auf Boscheben an einem neuen Abwasser- und WC-System arbeiten.

Bald schon erreichen wir die Hütte, die uns im letzten Abendlich entgegenleuchtet.

Toll, wenn man am Ziel ankommt. Als erstes gönnen wir uns ein Bier auf die Wanderung, schon bald kommt das Abendessen, Frittatensuppe, gefolgt von einem Riesenschnitzel. So lässt es sich leben.

Nach einem feinen Abend gleiten wir zufrieden ins Reich der Träume.

Tourendaten
Gesamtdauer: 1:50 h
Gesamtlänge: 5,06 km
Höhenmeter: 315 m

Route:

171015 Um den Wildsee (Seefeld)

Das wunderschöne Herbstwetter muss man ausnutzen, soviel steht fest. Und da es auf dem Weg nach Reutte liegt, beschließen wir mit Oma eine Wanderung in Seefeld zu machen.

Wir wandern um den Wildsee, der direkt neben der Ortschaft liegt. Wir sind nicht die Einzigen, die diesen Einfall hatten, soviel steht fest.

Trotzdem ist es einfach nur schön und gemütlich, um den See herumzuwandern. Ein paar Geocaches liegen für mich auch auf dem Weg, das macht die Sache zusätzlich spannend.

Unterwegs sehen wir fast zahme Eichhörnchen, denen wir eine Weile zusehen, fangen läßt sich aber dann doch keines…

Ein Stückchen weiter können wir noch ein paar Meisen füttern, die so zahm sind, dass sie sogar auf die Hände der Kinder fliegen. Ein tolles Erlebnis.

Im Hintergrund lacht immer wieder die Reitherspitze zu uns herunter. Das wäre auch mal ein schönes Ziel für mich.

Nach der Wanderung spielen wir noch eine Runde Minigolf, Letu stellt sich als richtiges Talent heraus.

Und zu guter Letzt genießen wir noch eine Erfrischung im nahe gelegenen Gasthaus. Für jeden war was dabei, an diesem perfekten Herbsttag.

Tourendaten
Gesamtlänge: 4,75 km
Gesamtdauer: 3:30 h
Höhenmeter: 233 m

Route

171014 Durch das Höttinger Bergbaugebiet

Nachdem ich erfolglos 2 Jahre versucht habe, eine Anmeldung beim Kurs der Volkshochschule zum Thema „Bergbaugebiet Hötting“ zu erwirken, hat es heuer endlich geklappt. Zwei der begehrten Plätze konnte ich für Papa und mich ergattern.

Wir treffen uns für die Rundwanderung am Wanderparkplatz beim Planötzenhof. Nachdem wir fast komplett sind, machen wir uns zunächst auf, Richtung Höttinger Bild.

Wir finden, dank der fleißigen Hinweise von Peter Gstrein, dem Leiter des Kurses, immer wieder Spuren vom ehemaligen Bergbau in diesem Gebiet.

Interessanterweise bin ich schon öfter hier vorbeigekommen, wäre aber nie auf die Idee gekommen, dass es sich hierbei um Halden und Pingen ehemaliger Bergwerke handelt.

Auch das Höttinger Bild, das auf einer ehemaligen großen Halde steht, wurde vermutlich als Nachfolgebau einer Bergknappenkapelle in eben diesem Gebiet erstellt. Heute zeugen noch 4 Heilige am Alter in der Kapelle von der montanen Geschichte.

Direkt hinter der Kapelle ist eine Pinge mit dem ehemaligen Mundloch zu sehen, links davon ein zweiter Anschlag in die Grube, der jedoch auch nur mehr erahnt werden kann.

Nach ein paar erklärenden Worten wandern wir weiter, auf Spurensuche nach weiteren Bergstollen. Schon nach wenigen Schritten sehen wir eine weitere Pinge mit den Spuren eines weiteren Mundlochs. Trotz kleiner Halde hat Peter eine gute Erklärung, warum gerade dieser Stollen sehr ergiebig gewesen sein Muss. Da auf einer Halde nur taubes Gestein liegt, wurde vermutlich einfach viel gutes Material abgefahren und verhüttet.

Der montane Krimi geht weiter, als Peter uns erklärt, dass es sich jedoch nicht um den Fundbau handelt, sondern dass der Fundbau weiter östlich zu finden ist. Bald schon haben wir diesen Teil des Bergwerks gesichtet, auch hier ist ein Betreten der ehemaligen Anlagen nicht mehr möglich, da das Mundloch nur noch erahnt werden kann. Nachdem Peter uns die Überlegungen hinter diesem Bergbaugebiet erklärt hat, macht die Lage der einzelnen Stollen plötzlich Sinn: Der Fundbau ist zu den weiteren Bergwerken versetzt, weil die Bergleute feststellen mussten, dass die Vererzung  eben weiter westlich ist.

Als ein Highlight des Tages können wir uns das Bergwerk „Weinberg III“ anschauen, das heute als Trinkwasserquelle für Innsbruck dient. Der Zugang ist strickt kontrolliert. Unter Tage zeigt uns Peter dann allerlei Techniken des alten Bergbaus. Von der Feuersetzung bis zu den Schremmspuren sehen wir die Verfahren, geschlossen, wie die Sprengung in der Fachsprache der Bergleute heißt, wurde hier fast nicht mehr, da der Bergbau vor der Etablierung der Sprengungen eingestellt wurde.

Nach ein er gemütlichen Pause beim Mundloch machen wir uns weiter zum nächsten Bergrevier, nämlich dem von Gramart. Auf dem Weg dorthin erklärt und Peter immer wieder interessante Episoden aus seinem Berufsleben als Geologe.

Bald erreichen wir das Bärenloch, einem noch sichtbaren Mundloch, das jedoch nach wenigen Metern verstürzt ist und daher nicht mehr befahrbar ist. Dennoch ist das schiere Ausmaß dieser Anlage schon beeindruckend. Eine sehr große Pinge vor dem Mundloch zeugt von reger Tätigkeit. Manch dieser Stollen reichten hunderte Meter in der Berg hinein.

Ein weiteres interessantes Detail zeigt uns Peter gleich im Anschluss. Ein Baum, der wie eine Spirale gewachsen ist, mit einem „Linksgewinde“. Laut Messungen des Geologen könnte es sich hier um eine Reaktion auf Erze im Boden handeln.

Wir verlassen nun das Höttinger Bergbaurevier und gehen fast nahtlos ins Gramarter Bergbaugebiet. Dort ist auch einmal ein sehr großer und wahrscheinlich einträglicher Bergbau vorhanden gewesen, aber auch hier können die ehemaligen Reichtümer nur mehr erahnt werden. Nichts desto trotz, wenn man sich ein wenig umsieht in der Natur, gibt es wahnsinnig viel zu entdecken.

Bald erreichen wir wieder die „Zivilisation“, ein wenig unterhalb des Höttinger Steinbruchs erreichen wir die Straße. Von hier geht es über kleine Wege und Sträßchen, vorbei an weiteren Mundlöchern, die jedoch für die Wasserversorgung gut in Stand gestellt wurden, das Ufer des Inns.

Hier gehen wir eine Weile der Straße entlang und erreichen bald das „Heimgartl“. Hier erwartet uns das Highlight dieser Tour.

Wir fahren wieder in den Berg ein. Zuerst einmal besichtigen wir die ehemalige Bunkeranlage aus dem zweiten Weltkrieg. Ein riesiges Areal, das jedoch niemals fertiggestellt wurde. 40.000 Menschen sollten hier Unterschlupf vor dem Bombeninferno Schutz finden.

Das wären mehr Menschen gewesen, als überhaupt in Innsbruck gelebt haben. Doch da Innsbruck in dem Hilter-Konzept der „Alpenfestung“ eine große Rolle angedacht war, machen auch die größeren Bunker Sinn.

Nie fertiggestellt, wurde die Bunkeranlage irgendwann von einem Champion-Züchter übernommen. Leider ging dieser nach ein paar Saisonen bankrott und musste die Zucht wieder aufgeben. Seitdem stehen die riesigen Anlagen leer und werden vom Zahn der Zeit angenagt. Zur Zeit wird das Anwesen über willhaben.at veräußert, sollte wer Interesse haben. Ganz ohne wird das wohl nicht sein…

Doch das eigentliche Highlight wartet fast am Schluss der Bunkeranlage. Der Maximilianstollen. Eines der größten finanziellen Debakel der Bergbaugeschichte Tirols, hat der Maximilanstollen einen faszinierenden Hintergrund.

Auf der Suche nach der „Gottesgabe“ wurde dieser Stollen angeschlagen. Über 600m wurde dem Berg millimeterweise der Stein abgerungen, dann wurde der Bau eingestellt. Man war nicht auf den ersehnten Bergsegen gestoßen. Heute vermutet man, dass diese „Gottesgabe“ wahrscheinlich erst in ca. 2400m erreicht worden wäre. Also noch 4 mal so weit zu graben gewesen wäre.

Der Stollen selber ist, obwohl komplett manuell mit Hammer und Meißel geschlagen, von einer makellosen Perfektion. Fast über die gesamte begehbare Länge ist der Stollen mustergültig ausgearbeitet, die Wände schön gearbeitet.

Dennoch war die ganze Arbeit umsonst, das Geld, das in der Bergbau hier floss, kam nie mehr zurück.

Auf dem Rückweg gehen wir nochmals durch die weitläufigen Flügel des Bunkers, dann sehen wir wieder das Tageslicht beim Heimgartl.

Nach ein paar Schritten in der Wärme erreichen wir das Gasthaus Dollinger, in dem wir uns noch ein Bier gönnen und den interessanten und langen Tag Revue passieren lassen.

Tourendaten
Gesamtlänge: 7,69 km (ohne Stollenbefahrung)
Gesamtdauer: 6:49 h
Höhenmeter: 543 m

Route

171007 Mühlauer Klamm

Das gute Wetter nutzend, beschließen wir, in die Mühlauer Klamm zu wandern. Wir starten direkt in Mühlau, beim Arzler Friedhof.

Zuerst sanft steigend, führt uns der Weg durch wunderschöne Herbstwälder, die Farben sind zu dieser Jahreszeit immer ein Wahnsinn.

Auf dem Weg gibt es viel zu entdecken, im Wald hat irgendwer sogar ein großes Tippi aus Ästen gebaut.

Bald steilt der Weg ein wenig auf, doch unser Ziel, die Lawinenverbauung in der Klamm erreichen wir bald.

Von der Aussichtsplattform haben wir eine wunderschöne Aussicht auf Innsbruck, und die Sonne schickt uns heute nochmals ihre wärmenden Strahlen.

Über die Teehütte gehen wir weiter zum Aussichtspunkt „Teufelskanzel“ und dann weiter durch den bunten Laubwald bis zum Auto.

Kurz vor dem Auto spazieren wir noch durch das Fuchsloch, ein Feuchtbiotop, das in den letzten Jahren wieder reaktiviert wurde.

Schlußendlich erreichen wir wieder den Ausgangspunkt, nächste Station für heute ist das Schwimmbad, das haben sich die braven Wanderer jetzt verdient.

Tourendaten
Gesamtdauer: 1:40 h
Gesamtlänge: 4.39 km
Höhenmeter: 280 m

mühlau