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221009 Tauernüberschreitung (1.841 m)

Der Herbst mit seinen schönen Farben ist für mich einfach die beste Wanderzeit. Heute plane ich mit Papa die Tauernüberschreitung von Nordwest nach Ost und zurück über den Plansee.

Wir starten beim Parkplatz auf der Sattelhöhe, kurz vor Frauenbrünnele. Von dort kann man auch gut runter zu den Stuibenfälle spazieren.

Unser Aufstieg ist steil, teilweise rutschig und einsam. Manchmal steht eine Gams in der Nähe, schaut skeptisch und grast weiter… ansonsten sind nur ein paar Vögel und viel Natur vorhanden.

Während der untere Teil der Wanderung im Wald liegt, lichtet sich weiter oben die Vegetation, es sind nur ein paar Latschen vorhanden. Dafür nimmt die Aussicht zu, schon kann man den Talkessel, die Tannheimer Berge, Säuling und Alpenvorland gut einsehen.
Viel Zeit zum Erholen habe ich auf diesem Weg allerdings nicht. Papa macht gutes Tempo und der Weg steigt immer mehr oder minder steil den Hang hinauf.

Kurz vor dem Gipfel legt sich der Weg ein wenig zurück und wir erreichen den Grat. Nun geht es in leichtem Auf- und Ab zum Gipfelkreuz des Zunterkopfes (1.811 m).

Nebelschwaden hängen heute zwischen den Bergen, der Plansee kann von hier aus fast nicht gesehen werden. Die Stimmung ist allerdings magisch, wir sind uns einig, interessanter kann es fast nicht sein…

Immer wieder reißt die Wolkendecke auf, lässt uns weit sehen, Kohlbergspitze, Pitzeneck und Hochschrutte liegen direkt vor uns. Im Süden wälzt sich eine Wolkenwalze über das Gebirge.

Nach Nordwesten hin sehen wir den Säuling, auch hier schiebt sich eine Wolkendecke vom Alpenvorland herein. Gut einsehen kann man von hier auch den hinter uns liegenden Gratverlauf.

Ein paar steile Passagen müssen wir wieder runtergehen, ohne nennenswerte Schwierigkeiten. Dennoch ist immer Obacht angesagt, schnell kann ein falscher Schritt zu Blessuren führen.

Da es, obwohl nicht besonders hoch, kühl und windig ist, haben wir uns präventiv gut eingepackt, als wir vom Zunterkopf losgegangen sind. Jetzt beim leichten Weiterweg bin ich froh um die Extraschicht am Körper.

Wieder ein Blick zurück, wir sehen im Verlauf den Zunterkopf und im Hintergrund die imposanten Felsgebilde der Tannheimer Berge.

Papa, der schon öfter am Tauern war, erklärt mir, dass der Weg dieser Tage um einiges besser ist als früher. Daher nehmen wir an, dass nun nun öfter Besucher auf diesen ehemals einsamen Hüter des Talkessels einfinden.

Schließlich erreichen wir auch den eigentlichen Tauerngipfel (1.841m). Oft wird bei der Besteigung fälschlicherweise der erste Gipfel, der Zunterkopf als Tauern bezeichnet.

Von hier führt nun ein schmaler werdender Steig weiter nach Osten, hinüber zum Jägersteig, der allerdings ob des größeren Ansturms auch schon besser gepflegt ist. Wenn ich hier von größerem Ansturm spreche, meine ich allerdings keine Innsbruck Verhältnisse… im Außerfern geht es immer beschaulich zu!

Der Heiterwanger See hat heute eine extrem auffällige Färbung, die durch das gedämpfte Licht noch besser zur Geltung kommt. Durch Sedimenteinträge hat das Gewässer einen milchigen Schein.

Im Gegensatz dazu strahlt der Plansee, mit der der Heiterwangersee durch den sogenannten Kanal verbunden ist, dunkel und klar zu uns herauf.

Der Weg ist hier stellenweise durch den gestrigen Regen aufgeweicht, das Gehen teilweise schwierig und unangenehm. Da meine alten Schuhe fast kein Sohlenprofil aufweisen, muss ich besonders aufpassen.

Hier im Bild sieht man nochmals den schönen Heiterwanger See, dahinter liegt Heiterwang, überragt vom Thaneller.

Über das „Verbrennte“ oder auch „Brand“, einer kahlen Bergflanke, die dem Namen nach mal abgebrannt ist, erreichen wir Ostseite des Massivs.

Gut sieht man von hier den Spieß und das Hochschruttemassiv, getrennt vom Pitzebach.

Alte Wälder säumen unseren Weg, ein kommerzieller Holzabbau würde sich wegen dem schwierigem Zugang nicht anbieten, daher dürfen die Riesen hier in Würde altern.

Auch so manchen verkrüppelten Kerl, evtl. durch starke Aufwinde verursacht, finden hier hier.

Kurz bevor wir den berühmten Aussichtspunkt über dem Plansee erreichen, stoßen wir auf die Jagdhütte der Familie Scharzkopf. Hier setzen wir uns und genießen die Aussicht. Jäger haben sich schon immer wunderbare Plätzchen ausgesucht…

Der Aussichtspunkt am Gratle, vor einigen Jahren nur einem auserwählten Kreise bekannt, wurde durch ein Instagramm-Foto berühmt und wird nun an schönen Tagen regelrecht belagert.

Die Aussicht, das muss gesagt werden, ist phantastisch, man steht genau am richtigen Blickwinkel, um den Plansee schön zu überschauen, links die Soldatenköpfe, rechts der Spieß.

Leider hat jeder Massenansturm seine dunkeln Seiten, der Weg bis zum Aussichtspunkt ist in schlechtem Zustand, der Wald in der Umgebung mit Taschentüchern und Sonstigem übersäht… leider hört hier die Rücksicht auf Mitwanderer an der ausgestreckten Hand auf.

Der Weg ist rutschig und ungut zu gehen, einen kurzer Moment nicht aufgepasst, sitze ich auch schon im Gatsch… sehr ärgerlich…
Am Plansee angekommen, wasche ich meine Hände. Die Hose ist zum Glück doch fast nicht verdreckt, da habe ich nochmals Glück gehabt.

Der Plansee ist der zweigrößte See Tirols und war schon zu Zeiten Kaiser Maximilians I. bekannt für seinen Fischreichtum und als Jagdgebiet. Auch heute noch kann man das gut nachvollziehen, trotz Ansturm an Menschen ist es hier sehr naturbelassen.

Wir wandern am Plansee entlang zum Seespitz, weiter auf der linken Seite, vorbei am Frauenbrünnele, erreichen wir nach kurzem Forstweg-Marsch die Stuibenfälle. Es ist schön, diese mal „ohne Canyoninggäste“ zu sehen…

Kurz nach dem kleinen Wasserfall zweigt unser Weg nach links bergauf und wir erreichen unseren Ausgangspunkt, den Parkplatz.

Eine tolle Tour, die ich schon lange machen wollte. Toll, dass ich das heute mit Papa „erledigen“ konnte, wir haben auch schon neue Ziele ausgemacht… es bleibt spannend!

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:23 h
Gesamtlänge: 11,42 km
Höhenmeter: ▲ 1.076 m / ▼1.102 m

220821 Wochenende in Reutte

Ursprünglich hatten wir geplant, auf den Krottenkopf in den Allgäuer Alpen zu kraxeln, dann, als der Wetterbericht nicht so respektabel ausgesehen hat, wurde die Planung zur Kreuzspitze in den Ammergauer Alpen umgebogen… doch Petrus meinte es nicht gut mit uns… zumindest zum Bergeln. Denn es hat geschüttet wie aus Kübeln.

Am Vormittag sind wir nach Füssen in den Sportmarkt gefahren, auf dem Weg dorthin konnten wir die Wassermassen am Mangfall bewundern…

Am Nachmittag beschließen Papa und ich, noch auf die Hütte zu spazieren, der Regen hat nachgelassen und so können wir ein wenig in die schöne Natur. Es hat in den letzten Stunden wirklich viel geregnet, dem entsprechend sprudeln überall die Bache… auch dort, wo sonst nie Wasser ist. Der Lettenbach in Pflach ist so ein Kandidat

Den Aufstieg zur Hütte bewältigen wir in „Null-Komma-Nix“, dort gönnen wir uns eine kleine Rast auf der Terasse, die Sonne ist nun ein wenig hervorgekommen…


Am folgenden Tag habe ich noch eine Canyoningtour, da der Wasserstand recht gut ist, freue ich mich schon drauf.
Da ich nun allerdings Auto-los bin, muss ich erst mit dem Bus ins Lechtal fahren. Das verbinde ich dann noch mit einem kleinen Spaziergang von Elmen nach Häselgehr, denn dort liegt ein Geocache, den ich mir schon lange abholen will…

Nach dem gestrigen Regentag tut die Sonne heute wieder richtig gut. Für die Natur war der Regen ein Segen, zu trocken ist das heurige Jahr bis jetzt… überall lodern die Feuer, wir in Tirol sitzen hier eh noch auf der sogenannten „Seligen Insel“

Heute steht wieder eine feine Tour im Lechtal auf dem Programm, der Wasserstand ist heute perfekt. Den Leuten macht es echt Spaß, uns Guides übrigens auch…

Nach der Tour werde ich nach Elmen gebracht, dort steige ich in den Postbus nach Imst. Von dort fahre ich weiter nach Innsbruck und Aldrans. Auch wenn die „Öffi´s“ teilweise recht lange brauchen, bin ich mittlerweile sehr überzeugt vom „autofreien“ Leben.

Ein tolles Wochenende, nicht allzu anstrengend, aber mit feinen Eindrücken!

220814 Koflerjoch (1.861m)

Schon wieder auf der Hütte? Ja, gewiss, zur Zeit nutzen wir die Zeit… heute allerdings ohne Arbeit, sondern mal nur zum Entspannen. Und zum Wandern…
Früh morgens stoßt Papa zu uns, dann machen wir uns von der Hütte aus aus, zuerst Richtung Säuling.

Die ersten Meter müssen wir auf der Forststraße bewältigen, dann zweigen wir ab zum Steig Richtung Säuling oder aber Pflacher Älpele.

Wir nehmen den rechten Pfad zum Älpele und der wunderschönen Scharrhütte (Jagdhütte), das wir schon bald erreichen. Hier treffen wir ein paar Leute, die gerade Pause machen.

Vom Älpele geht es weiter auf schönem Steig unterhalb der Lähngehre…

… und mit wunderschönen Blicken ins Lechtal hinauf zum Jöchl beim Zunterkopf.

Der Steig ist teilweise recht steil, ansonsten leicht zu erwandern und gerade für nicht-schwindelfreie Wanderer zu empfehlen!

Je höher wir steigen, deste schöner wird der Ausblick. Die Gehrenspitze, Köllenspitze und Gimpel „winken“ zu uns herrüber…

Unzählige Eisenhüte zieren den Weg am Joch, edle Pflanzen und dennoch so giftig!

Am Jöchl verschnaufen wir kurz, im Hintergrund thront prominent der Säuling (2.048m).

Wenig bekannt, aber ungemein schön sind die Ammergauer ALpen. Pitzenjoch, Geierköpfe, Soldatenköpfe, Ochsenälpeleskopf und wie sie alle heißen. Wenig begangen, aber sehr lohnend.

Mittlerweile ist die Sonne hoch am Zenit und trotz mancher Schleierwolke sind die Temperaturen angenehm und die Aussicht gut.

Vom Jöchl aus sehen wir schon unser Tagesziel, das Koflerjoch. Eine feine Gratwanderung ohne Schwierigkeiten, aber mit tollen Ausblicken führt uns immer näher zum Gipfel.

Schlussendlich erreicht, haben wir uns hier eine gemütliche Pause mit Jause verdient. Wir schauen uns den Reuttener Talkessel mal genauer an, die Berge der Allgäuer und Lechtaler Alpen klar vor uns.

Für Clemens und Letu war das Stück bis hier recht anspruchsvoll, aber nun haben wir den höchsten Punkt erreicht und ab jetzt geht es fast nur runter.

Wir steigen vom Koflerjoch über steile, rutschige Platten ein Sück in ein neues Jöcherl ab, man kann von hier auf Deutscher Seite die Sepp-Soller-Hütte sehen, umringt von viel Weidevieh.

Unser Steig führt uns nun nach Süden über die Sattelköpfe… durch eine urtümliche Landschaft.

Abgestorbene Bäume, zu weit weg um abgeholt zu werden, schöne Steige, tolle Aussichten… der Pfad verspricht Kurzweil.

Bald erreichen wir die Dürrenberger Alm, die Jungs sind nun schon müde und freuen sich auf eine Stärkung.

Bei der Alm angekommen finden wir sogleich ein Plätzchen im Schatten, es ist recht wenig los. Die meisten Leute sind heute wohl am Badesee.

Für die Jungs gibts Kaiserschmarrn, für die Großen einen Schnaps. So lässt sich eine gemütliche Pause wohl aushalten.

Hier könnte man ewig sitzen, aber wir müssen wieder weiter. Wir haben noch ein gutes Stück vor uns. Nun sind wir allerdings wieder gestärkt, da wird das wohl ein Klacks werden.

Die Buben sind fit und dementsprechend auch wissbegierig, da weiß Opa so manche Geschichte zu erzählen… zum Beispiel vom Baum, den der Blitz gespalten hat.

Der Weg zweit nicht von ungefähr „7-Täler-Weg“, es sind wirklich genau so viele kleinere und größere Täler zu überschreiten. Eines der Schönsten fällt kurz vor dem Weg über einen tollen Wasserfall…

Immer näher führt uns der Weg Richtung Säuling und zurück zu unserem Forstweg, den wir in der Früh schon aufgestiegen sind.

Ein paar leichte Klettereien peppen den Weg ein wenig auf, ansonsten ist besonders die wunderschöne Landschaft zu erwähnen.

Unterwegs, die Temperaturen sind mittlerweile wieder recht hoch, braucht Letu eine kurze Abkühlung an einem der Bäche…

Über das Pflacher Älpele erreichen wir wieder die Forststraße, die uns zurück zur Hütte führt.

Rasch haben wir unsere Siebensachen gepackt, die Hütte ein wenig aufgeräumt, und alles wieder dicht gemacht.

Bis zum nächsten Mal, liebe Hütte, geht es mir durch den Kopf, als wir den Weg ins Tal antreten.

Das ist nun unser letzter Weg, von der Hütte zurück zum Haus meiner Mama. Dort bekommen wir noch eine kleine Stärkung, dann müssen wir auch schon zum Bus.

Die Busfahrt geht, trotz dem hohen Verkehrsaufkommen, in normaler Geschwindigkeit von Statten… schon bald erreichen wir Aldrans uns unser Zuhause.

Ein tolles Wochenende, mit gemütlichem Abend und feiner Wanderung. Definitiv ein Wochenende zum Wiederholen.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:49 h
Gesamtlänge: 13,89 km
Höhenmeter: ∆ 1.046m / ∇ 1.270m

220806 Mähen auf der Bitterlehütte

Es ist wieder Zeit, auf der Hütte nach dem Rechten zu sehen und die Wiese zu stutzen. Einen Teil habe ich ja schon vor Wochen gemacht, in der vergangenen Woche waren noch ein paar Helfer dabei und haben schon Vorarbeit geleistet.

Seit ich stolzer Besitzer eines Klima-Tickets bin, reise ich viel mit Bus und Bahn. Heute ist sogar das Fahrrad dabei, damit ich in Reutte mobil bin. Heute habe ich es rechtzeitig zum Bahnhof geschafft, kaum bin ich unter Dach, schüttet es in Strömen.

Auf der Wiese angekommen, sehe ich schon die gute Vorarbeit. Der rechte, obere Teil der Wiese ist noch zu mähen, das schaffe ich an diesem Wochenende gut. Später kommen noch Letu und Mama auf die Hütte, mehrere Hände machen der Arbeit ein schnelles Ende. Sara bleibt dieses Mal im Tal, es sind gerade meine Geschwister auf Besuch…

Das Wetter ist bewölkt, aber warm. Also das beste Wetter, um zu mähen. Die Sonne knallt nicht so stark vom Himmel und die berühmt/berüchtigten Bremsen auf der Wiese sind heute im Urlaub.

Von der Stimmung her ist dies eines der interessantesten Wetterlagen, immer wieder ziehen Nebelbänke über die Wiese, teilweise mit einer unglaublichen Geschwindigkeit… die Hexen kochen wohl wieder einmal!

Die Arbeit geht gut von der Hand, bald schon liegt der größte Teil des Grases und muss nur noch weg geräumt werden.

Gemäht wird, wie schon die letzten Jahre, mit der Sense. Das hat gleich mehrere Vorteile: Ökologisch, und was mir fast am wichtigsten ist, sehr leise. Man hört die Vögel, Insekten, leider manchmal auch den Verkehr unten an der Umfahrungsstraße.

Beim Aufstieg habe ich zwei schöne Parasole gefunden, die werden nun paniert und gebacken. Das ist ein feines Abendessen für Letu und mich…

Am Montag in der Früh geht es wieder zurück nach Innsbruck, der Bus fährt um 5:50 Uhr los und fährt direkt bis Innsbruck. Perfekt für mich, da fahr ich gleich auf die Arbeit.

Die Kinder bleiben noch ein paar Tage bei der Oma, während ich diese Woche wieder schaffen muss. Das Fahrrad hat mir dieses Wochenende sehr gute Dienste geleistet… das werde ich öfter machen.

Ein wunderschönes Wochenende auf der besten Hütte der Welt! Hoffentlich bald wieder…

220708 Canyoning Stuibenfälle

Und schon wieder bin ich in den Stuibenfällen. Obwohl ich am Parkplatz einen echten Schreck bekomme, soviel Leute sind hier, verläuft sich im Aufstieg das Gewimmel…

Heute habe ich richtig Glück, ich habe eine kleine, feine Familie aus Dänemark. Zu Viert ist man einfach sehr flexibel und es macht richtig Spaß, den einen oder anderen Sprung nochmals zu machen.

Die Abseilstellen sind rasch und ohne befürchteten Stau absolviert, die anfängliche Nervosität der Jugendlichten ist verpufft.

Am großen Abseiler sind wir wieder allein, es ist schon fast verdächtig ruhig. Aber schlussendlich stellt sich heraus, dass wir einfach Glück haben…

… wahrscheinlich haben gerade eine gute Zeit erwischt, um die Stuibenfälle in vollen Zügen genießen zu können.

Im zweiten Teil wird dann wieder viel gesprungen und geschwommen, bei diesen Temperaturen ist das eine willkommene Erquickung.

Der Spaßfaktor ist heute hoch, die Jugendlichen sind sehr motiviert und springen wirklich gut. Da kann man dann schon den einen oder anderen besonderen Sprung wagen.

Wohlbehalten erreichen wir wieder den Ausstieg und machen uns gleich wieder auf den Weg zur Bootshütte. Eine tolle Tour, die mir auch wieder sehr viel Spaß gemacht hat.

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:24 h
Gesamtlänge: 8 km
Höhenmeter: 100 m
Abseiler: 2
Sprünge: mind. 8

220707 Canyoning Stuibenfälle

Ein fast schon fixes Canyoningevent im Jahreskreis ist der Besuch einer Jugendgruppe aus Belgien. Jedes Jahr aufs Neue kommt eine ausgewählte Mannschaft ins Lechtal und bucht regelmäßig eine Canyoningtour.

Wir starten, nachdem die Ausrüstung in der Bootshütte verteilt wurde, vom Parkplatz Stuibenfälle mit dem schweißtreibenden Aufstieg über den Ministersteig.

Oben, mittlerweile schon fast traditionell hüpfen wir zur Abkühlung in den Plansee, alle sind wieder frisch und schon gespannt auf die Tour. Nach einer Sicherheitseinweisung legen wir auch schon mit einem Sprung los.

Direkt im Anschluss kommt schon die erste Abseilstelle mit 23m. Ein gemütlicher Einstieg ins Abenteuer.

Nach einem Sprung und einer kurzen Wanderstrecke erreichen wir den zweiten Wasserfall mit ca. 30 Meter Höhe.

Obwohl die Abseilstelle leichter ist als der erste Absatz kostet es die Teilnehmer doch immer wieder Überwindung, sich ins Seil zu setzen und die viele Luft unter den Füssen zu ignorieren.

Beim „Hohen Abseiler“, wie der eigentliche Stuibenfall auch genannt wird, landen die Gäste direkt im Wasser und müssen eine kurze, aber kühle Strecke schwimmen.

Alle meistern das zweite Hindernis ohne Probleme, nun können wir das Seil einpacken und uns auf die Springerei konzentrieren.

Da man im frischen Wasser in den hinteren Stuibenfälle immer, auch bedingt durch Wartezeiten, auskühlt, ist die nun folgende Gehstrecke eine willkommene Aufwärmung.

Schlussendlich erreichen wir mit der „Arschbombe“ wieder feines Hüpfgelände, jeder kommt auf seine Kosten.

Da die heutige Truppe wunderbar diszipliniert ist und alle sehr gut springen, wagen wir uns an den Geländersprung, den höchsten Absatz im Schluchtenverlauf. Ganze 9 Meter sind luftig zu überwinden, ein Heidenspaß…

Am Schluss der Schlucht ist nochmals Sprung auf Sprung, manche nicht so hohen Absätze können auch mittels Rolle gemeistert werden.

Der finale Sprung ist war nicht sehr hoch, muss aber weit gesprungen werden, damit man die Felswand nicht touchiert. Aber bei solch guten Springern wie heute stellt auch das kein Problem dar…

Eine sehr feine Truppe, die wir heute führen durften!

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:05 h
Gesamtlänge: 8 km
Höhenmeter: 100 m
Abseilstellen: 2
Sprünge: mind. 8

220517 Canyoning Stuibenfälle

Gestern hatte ich den ersten Teil der Schülergruppe, heute ist der zweite, wenn auch kleinere Teil dran. Wir steigen wieder über den Ministersteig auf, am See hüpfen wir ins kühle Nass, eine wahre Wohltat nach dem schweißtreibenden Aufstieg.

Die Gruppe ist heute ein wenig quirliger, aber dennoch kann ich die Aufmerksamkeit aller Teilnehmer binden und das „Sicherheitsgespräch“ durchführen.

Dann starten wir schon mit dem ersten Sprung. hinein in das kalte Schluchtenwasser.

Die Abseilstellen stellen für so machen wieder eine Herausforderung dar, aber schlussendlich seilen ausnahmslos alle der Gruppe ab. Toll gemacht!

Die Sprünge sind ein Highlight dieser Tour, und wirklich jedem taugen die kleinen und größeren Herausforderungen.

Auch im weiteren Verlauf müssen wir so manchen Sprung meistern, zu schnell vergeht hier die Zeit…

Das Wetter ist heute ein wenig stabiler, weder regnet es, noch hallt grusliges Donner-grollen von den Schluchtenwänden.

Nach einer kurzen Zwischenwanderung, damit auch jeder wieder warm bekommt, erreichen wir die Abschlussstelle mit ein paar der schönsten Sprüngen und Szenerien.

Die Stuibenfälle waren 2015 für die Fernsehshow „9 Plätze, 9 Schätze“ nominiert. Für das Stockerl hat es damals nicht ganz gereicht, aber für uns Ausserferner wohl doch einer der schönsten Plätze!

Die Tour ist wieder ein voller Erfolg, den Kindern und Lehrpersonen hat es viel Spaß und Freude gemacht, so mancher konnte seinen inneren Schweinehund besiegen… was will man mehr!

Tourendaten
Gesamtlänge: 4,00 km
Gesamtdauer: 2:30 h
Höhenmeter: 120 m

220516 Canyoning Stuibenfälle

Mit dem späteren Frühjahr beginnt auch immer die Canyoning-Saison, und ich habe das Glück, gleich eine der ersten Touren zu ergattern.

Eine Stammgastgruppe, genauer gesagt eine Gruppe von Schülern, die Projektwochen im schönen Lechtal verbringen, geht heute mit uns die Stuibenfälle.

Der erste Teil der Tour ist auch immer der Anstrengendste. Über den Ministersteig wandern wir zuerst relativ steil auf der orografisch rechten Seite der Schlucht ein paar Höhenmeter hinauf.

Die feuchte Hitze ist drückend, dennoch marschieren alle Teilnehmer brav zum Einstieg, bei der wir uns sofort ins kühle Nasse begeben.

Nach einer Einführung zur Begehung starten wir gleich mit einem tollen 4m-Sprung ins noch kühlere Schluchtenwasser.

Direkt im Anschluss haben wir auch schon die erste Abseilstelle über 20m, die die Kinder mit Bravour meistern, wenn auch dem Einen oder Anderen die Angst ein wenig ins Gesicht geschrieben steht.

Die zwischenzeitlichen Abkühlungen sind an diesem Tag sehr willkommen und werden von allen Teilnehmern mit Genuss ausgekostet.

Insgesamt sind es 24 Teilnehmer, plus 3 Guides, daher brauchen wir trotz toller Arbeitsteilung bei den Abseilstellen einiges an Zeit.

Das eine oder andere Mal müssen wir die Kinder ein wenig „einfangen“, wenn sie zu übermütig werden, aber im Großen und Ganzen ist die Disziplin sehr hoch.

Die zwei Abseilstellen in den Stuibenfällen liegen relativ nahe zu einander…

… als wir die zweite Stelle erreichen, öffnet der Himmel seine Schleusen und und beginnt richtig zu regnen. Der Donner grollt in der Schlucht um einiges stärker als im freien Gelände…

… dennoch bleiben wir alle ruhig und meistern auch die zweite Stelle.

Beim großen „Plungen“ können die Schüler nun ihr Springvermögen unter Beweis stellen, es ist für heute der höchste Sprung mit ca. 7m.

Bei einer Stelle üben wir noch unsere Überraschung, die Rückwärtsrolle ins Wasser. Die Gesichtsausdrücke beim Auftauchen sind eine Klasse für sich.

Es macht allen sehr viel Spaß, allerdings zehrt nun die Kälte trotz Neoprenanzug, und alle sind froh, dass wir jetzt ein paar Meter neben dem Flusslauf gehen können.

Die Nachzügler sind noch am Springen, während die ersten in der Gruppe nun schon los marschieren.

Schnell haben wir die Hauptgruppe eingeholt und gemeinsam marschieren wir zum letzten Teil des Canyons.

Hier sind noch ein paar schöne Sprünge zu bewältigen, die sehr viel Spaß machen.

Den mittleren Sprung müssen wir nochmals umgehen, da diese zu anspruchsvoll ist.

An Schuss warten wir alle zusammen und begeben uns zurück zum Auto. Eine tolle erste Tour mit sehr feinen Gästen, so sollte es immer sein!

Tourendaten
Gesamtlänge: 4,00 km
Gesamtdauer: 2:58 h
Höhenmeter: 120 m

211031 Bitterlehütte

Der goldene Herbst hat Tirol fest im Griff, bei so einem Wetter macht ein Aufenthalt auf der Hütte richtig Freude. Mit dem Zug fahren wir von Innsbruck nach Reutte, Coronabedingt haben wir das schon länger nicht mehr getan.

Obwohl der Zug rein von der Fahrzeit länger braucht als ein Auto, ist man zum ersten viel entspannter bei der Ankunft, und kurzweilig ist die Reise dank Spielkarten auch.

Kurz vor Erreichen des Bahnhofs in Reutte sehen wir den Säuling in all seiner Pracht, rechts daneben erhebt sich das Koflerjoch und die Dürrenbergeralm.

Mama holt uns am Bahnhof ab, die erste Nach verbringen wir in Pflach, am Vormittag des zweiten Tages wandern wir zur Hütte.

Juri ist mit von der Partie, damit sind die zwei Buaben gut versorgt und toben sich am Bach aus, während ich mich um verschiedene Belange der Hütte kümmern kann.

Die herbstlichen Farben umgarnen uns und leuchten wunderschön im Abendlicht.

Die Stimmung ist herrlich, jedoch bricht die Nacht auch jahreszeitlich bedingt viel früher als im Sommer an. Schon zeitig ziehen wir uns in die Hütte zurück, heizen ein und spielen Karten.

Am nächsten Tag, es ist nun Freitag, bekommen wir Besuch aus dem Tal, ein großes Hallo auf der Hütte. Während ich mich um den Stadel kümmere, kocht meine Schwester was zum Essen und Mama und die Kinder helfen Bachsteine zu sammeln.

Am Abend, der Trubel ist wieder vorbei, sitzen Letu und ich vergnüglich am Lagerfeuer, eine Decke ist aber bei den kühlen Temperaturen fast schon notwendig.

Am Abend spielen Letu und ich wieder Karten, auch andere Spiele wie Mensch-Ärgere-Dich-Nicht und Malefiz werden ausgepackt.

Am Samstag kommt Papa noch auf die Hütte und wir können einen kaputten Stamm am Stadl austauschen. Nun steht das Teil hoffentlich wieder eine Zeit in der Waage.

Auch die Luke, bis jetzt immer offen gewesen, habe ich mit ein paar alten Brettern verschließen können…

Während wir am Stadel gewerkelt haben, ist die Straße auch bearbeitet worden. Durch den Einsatz von LKWs zum Abtransport des geschlägerten Holzes ist der Weg arg in Mitleidenschaft gezogen worden.

Nun wird der Forstweg komplett repariert, viel Arbeit, die sich aber wohl lohnen wird, auch für uns.

Da ein Durchkommen bei der Straße mit normalen Fahrzeugen nicht möglich ist, haben wir das Auto ein wenig unterhalb der Hütte geparkt. Obwohl es nur ein paar Stunden gestanden ist, ist es vollends mit Blättern bedeckt.

Hier nochmals ein Blick auf die Straße, in diesem Zustand klarerweise mit normalen Vehikeln nicht befahrbar wäre.

Nach so vielen feinen Stunden auf der Hütte fahren wir wieder zu Mama nach Hause, dort werden wir wieder freudig begrüßt. Die Schar bringt uns dann auch zum Bahnhof…

Die Zugfahrt nach Innsbruck vergeht gemütlich…

… und wir sind froh, wieder nach Hause zu kommen….

210731 Bitterlehütte

Donnerstag, 29.07.2021

Am Donnerstag, direkt nach der Arbeit fahren wir nach Pflach. Es ist wieder das alljährliche Mäh-Wochenende… bei Mama gibt’s noch ein gutes Abendessen, dann steige ich mit Maggo und unseren zwei Jungs zur Hütte auf.

Das Wetter ist überraschend gut, im Verlauf des Wochenendes soll es unbeständig werden. Heute ist es allerdings richtig warm, wir genießen den Abend vor der Hütte, die Buben zünden ein Feuer an, während Maggo und ich das Arbeitsmaterial für Morgen vorbereiten.

Der Abend ist lau, ich kann mich nicht erinnern, so einen feinen Tag auf der Hütte verbracht zu haben.

Während ich das Sensenblatt dengle, ist Juri beim Holzhacken. Die Motorsense haben wir auch zum Laufen gebracht… es scheint alles vorbereitet zu sein.

Das Feuer brennt gut, eine starke Glut ist vorhanden, Letu und Juri „hängen“ ein paar Grillwürstel ins Feuer, Maggo und ich haben im Bach ein kleines „Kühllager“ angelegt.

Bis spät in die Nacht sitzen wir am Feuer, genießen die Wärme und staunen ob der Sternenpracht über uns…

Freitag, 30.07.2021

Am frühen Morgen, 5:30 Uhr, fangen wir an zu mähen. Die ersten Vögel zwitschern von den Bäumen, ansonsten herrscht Ruhe. Rasch kommen wir weiter, das Gras ist hoch, lässt sich aber gut schneiden.

Einzig die Bremsen sind lästig wie immer, speziell beim Schneiden kommen sie aus dem Gras heraus und fügen uns schmerzhafte Stiche zu…

Um 7:30 Uhr stößt Papa zu uns hinzu, nun ist aus mit der Ruhe. Er startet die Motorsense und schneidet am Wiesenrand die Stauden und Brennnessel aus. Bereiche, die wir mit den Sensen ungerne mähen würden…

Meine Mähtechnik wird immer besser, daher ist es „fast nicht mehr“ anstrengend, auch dichteres Gras zu schneiden.

Gegen Mittag sind wir mit dem Mähen fast fertig, Mama ist auch zum Helfen gekommen. Papa und ich schneiden die letzten Flächen, während Maggo, Mama und die Buben das Heu rechen.

Zum Mittag gibt es dann einen Leberkäs, das ist schon Tradition. Gemütlich sitzen wir in der Hütte zusammen und genießen die Pause.

Dann werden noch die Restflächen gemäht, die Arbeit nähert sich dem Ende zu.

Rechen, abtransportieren und Wiese putzen geht zu viert, bzw. zu sechst rasch von der Hand, um ca. 15:00 Uhr haben wir alles erledigt.

Entspannt schauen wir auf unser Tageswerk. Wenn die Wiese wieder mit neuer „Frisur“ vor einem liegt, breitet sich Zufriedenheit aus.

Während Papa und Mama wieder ins Tal fahren, bleiben Maggo und ich mit Letu und Juri noch eine Nacht oben. Am Abend wird gegrillt, dann zieht ein arges Unwetter über den Säuling. Sogar Hagelkörner sind dabei, aber es entsteht kein Schaden.

Während draußen der Regen fällt, lassen wir den Abend mit einem Kartenspiel ausklingen.

Samstag, 31.07.2021

Am Morgen schlafen wir länger, dann wird die Hütte aufgeräumt und geputzt. Beim Abstieg schauen wir nochmals zufrieden auf die gemähte Wiese… wir freuen uns schon wieder auf den nächsten Aufenthalt.