Archiv des Autors: Wisse

181116 Geocachen „Dharmainitiative“

Gott sei Dank arbeite ich am Freitag nur bis Mittag, da geht sich noch „etwas“ aus, nach dem Tagwerk. Heute soll eine schon länger geplante Cacherunde erledigt werden. Von der Arbeit fahre ich mit dem Fahrrad zuerst einmal hinauf zum Kerschbuchhof, wo ich meine Drahtesel abstelle.

Von hier geht es zu Fuß hinauf, immer auf schönen Steigen durch den herbstlichen Wald. Von Zeit zu Zeit bleibe ich stehen und suche nach den hier versteckten Dosen der Dharma-Initiative. Die Rätsel zu diesem Cachetrail hatte ich schon zu Hause gelöst, jetzt ist noch das Dosenklauben ausständig.

Höchster Punkt meiner kurzen Wanderung ist der Gasthof Rauschbrunnen, ein Plätzchen in Innsbruck, an dem ich auch noch nicht gewesen bin. Für eine Einkehr fehlt mir die Muse, ich mache ich mich gleich wieder auf an den Abstieg.

Die Aussicht ist, obwohl es heute diesig ist, doch sehr passabel und ich genieße, wenngleich ohne Einkehr, das Panorama.

Der Abstieg ist auch wieder wunderschön, die Temperaturen sind zwar kühl, aber ansonsten ist der Herbst fast meine liebste Zeit fürs Wandern. Die Farben sind so strahlend, speziell in Buchenwäldern finde ich die Stimmung himmlisch…

Bald erreiche ich wieder den Parkplatz meines Drahtesels. Nun heißt es noch nach Hause strampeln. Das ist doch noch ein Stück, aber bei dem Wetter macht es richtig Spaß. Noch einmal dreh ich mich um und sag dem Karwendelpark für heute Adé…

Vom Kerschbaumhof bis nach Hause ist es dank Fahrrad gefühlt ein „Katzensprung“, nach 45 Minuten erreich ich mein Zuhause. Wieder einmal habe ich eine schöne Ecke unserer Hoamat entdecken können. Schön…

Tourendaten (Bike & Hike)
Gesamtdauer: 3:45 h
Gesamtlänge: 28,13 km
Höhenmeter: 896 hm

181111 Halltal, Herrenhäuser (1.481m)

Solch ein Herbst erfordert schöne Wanderungen. Einer der sehr schönen Plätze hier in der Umgebung, die ich kenne, ist das Halltal. Mehrere Vorteile verbinden sich hier zu einem attraktiven Gesamtpaket.

Erst einmal ist es die Nähe zu unserem Zuhause, dann die sehr interessante Montangeschichte, der 700jährige Salzbergbau. Und schlußendlich kommt noch die landschaftliche Schönheit und Wilde dazu! Also, für jeden Etwas.

Der einzige Nachteil, den diese Tour zu dieser Jahreszeit hat, ist der Schatten, denn die Sonne hat in dem engen Tal nicht wirklich eine Change. Dich beim Hackl haben wir noch schönes Licht.

Wir entscheiden uns für den Aufstieg über den Fluchtsteig, denn das ist eindeutig der feinere und auch interessantere Weg ins Tal. Dieser Weg wurde für die Bergler angelegt, um ins Tal rein und rauszukommen, wenn auch mal hohe Lawinengefahr herrschte.

Obwohl der Fluchtsteig offiziell gesperrt ist, wagen wir trotzdem den Aufstieg hier und es lohnt sich…

… denn die reparaturwürdigen Stellen sind schnell überwunden und es wäre einfach schade, diesen Weg nicht zu kennen. Hoffentlich wird der Steig bald wieder in Schuß gebracht…

Letu hat sehr viel Freude beim Aufstieg, Spannung ist auf jeden Fall angesagt. Unter anderem stoßen wir auch immer wieder auf Spuren des alten Bergbaus, der hier stattgefunden hat.

Alte Soleleitungen sind am Fluchtsteig immer wieder sichtbar, obwohl ich schon oft über diesen Steig gelaufen bin, sind mir diese hölzernen Zeitzeugen nie aufgefallen.

Über diese Rohre wurde die Sole von den Herrenhäusern bzw. von den Bergwerksstollen über die heute noch bestehenden drei Ladhütten ins Tal nach Hall in Tirol, genauer zu den Sudhäusern transportiert. Noch können Diese bewundert werden, aber der Zahn der Zeit nagt schon an dem Holz und in ein paar Jahrzehnten werden diese Spuren verwischt sein.

Entlang des Weges sind immer wieder Informationstafeln aufgestellt, die Wissenswertes sowohl für die Erwachsenen als auch die Kinder zur Verfügung stellen.

Nach einer schönen Wanderung mit vielen Eindrücken erreichen wir schlußendlich die beeindruckenden Herrenhäuser.

Auch der Schaustollen ist heute geöffnet, und wir können einen Blick in die ehemalige Schatzkammer von Tirol werfen. Weit sehen wir dank schwacher Taschenlampe allerdings nicht.

Beim Knappenhäusl packen wir unsere Jause aus und lassen es uns mal gut gehen. Leider ist es ohne Sonne dann einfach nicht so angenehm, daher beschließen wir, nicht allzu lange hierzubleiben uns uns auf den Weg ins Tal zu machen.

Bei St. Magdalena machen wir noch eine Rast, hier gönnen wir uns noch eine Aufwärmpause mit Kakao, Kuchen und Kaffee.

Das kleine Kirchlein an diesem altehrwürdigen Platz dürfen wir natürlich auch nicht auslassen.

Nach der feinen Pause machen wir uns auf, ein letzter Blick zurück auf das schöne, alte Gemäuer sagt uns, wir sind nicht das letzte Mal hier gewesen.

Nun folgen wir mehr oder weniger wieder dem Aufstiegsweg, mit einer nun schon sehr herbstlichen Stimmung.

Am Ende erfüllt Letu noch eine mittlerweile zur Tradition gewordenen Tätigkeit. Er marschiert durch das wunderbar kalte Kneippbecken, das am Eingang zum Halltal steht. Dort können müde Beine wieder auf Vordermann gebracht werden.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:30 h
Gesamtlänge: 17,30 km
Höhenmeter: 755 m

181026 Issboden, Aldranser, Sistranser Alm

Heuer bin ich zwar oft mit dem Rad auf die Arbeit gefahren, aber richtige Mountainbike-Touren habe ich fast keine unternommen. Heute ist einer dieser Tage, an denen sich doch ein Klassiker ausgeht. Die Fahrt von Aldrans auf den Issboden (1.873m), über die Sistranser (1.608m) und Alm Aldranser (1.511m) wieder retour. Mit von der Partie ist Michi, die die Hardcorevariante von Innsbruck aus meistern will.

Vom Dorfplatz geht es zuerst ein kleines Stück auf der Hauptstraße, die um diese Uhrzeit an einem Feiertag ausnahmsweise nicht stark befahren ist, rauf zum Kreisverkehr beim ehemaligen Gasthaus Hubertus.

Dann erreichen wir auch schon die Forststraße, die geschottert hinauf zu den einzelnen Almen führt. Der Weg führt am Anfang etwas steiler, aber dann mit gleichbleibenden Steigung auf den Berg hinauf. Dem Sonnenstand ist es zu danken, daß wir noch keine Sonne und dementsprechend kalte Füße bekommen.

Der Herbst hält jetzt augenscheinlich schon Einzug in unsere Gefilde, die Lärchen schlagen auch schon um, schön anzusehen sind die vielen wunderbaren Farben des Waldes.

Die Aussicht auf das Inntal wird auch mit jedem Höhenmeter besser, es dauert nicht mehr lange, und wir haben den Issboden erreicht. Hier hält sich in den Schattenzonen schon der Reif, dies sieht man an der Mächtigkeit der filigranen Strukturen an den Gräsern… da schmilzt hier nichts mehr. Und in der Sonne sehen wir unser höchstes Ziel für heute, die Isshütte.

Wir genießen hier die für heute ersten richtigen Sonnenstrahlen auf einer Rastbank, ein Müsliriegel wird verspeist. Was für ein wunderschönes Wetter heute ist…

So fein es hier ist, ein leichter Bergwind läßt uns schlußendlich dann doch frösteln, wir packen unsere Sachen zusammen, jetzt gehts hinunter ins Tal, natürlich mit einem Zwischenstopp oder zwei, das werden wir noch sehen.

Wir lassen es richtig sausen, das macht jetzt echt Spaß. Damit wir nicht die ganze Forststraßen ausfahren müssen, nehmen wir mal eine Abzweigung auf einen Wanderweg, der uns direkt über die Sistranser Alm bringt. Das macht richtig Spaß. Dort gönnen wir uns in der Sonne eine Erfrischung.

Nach dem kurzen Stopp geht es dann weiter zur Aldranser Alm, dort wollen wir noch einmal ein wenig länger einkehren. Da heute der letzte Tag ist, an dem die Alm offen hat, ist Livemusik da und gutes Essen ist hier sowieso auf dem Programm. Wir gönnen uns ein Wienerschnitzel und auch hier wieder die schöne Aussicht.

Als Abschluss sausen wir dann ich weiß nicht wieviele Höhenmeter hinunter ins Tal, schon bald sind wir wieder an unserem Ausgangspunkt. Was für eine tolle Tour.

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:30 h
Gesamtlänge: 21,55 km
Höhenmeter: 939 m

181020 Koflerjoch (1.861m)

Da der Herbst den Sommer heuer an Genialität ausstechen will, hat es uns bei Kaiserwetter wieder in die Berge getrieben. Und auf unsere Hütte.

Am Vortag, am Freitag, sind wir am Abend nach Reutte gekommen, aber für die Hütte war es dann schon zu spät, daher sind wir bei der Oma geblieben. Gleich in der Früh, nach einem wunderbaren Frühstück sind wir dann auf die Hütte.

Die Sachen waren gleich eingelagert, die Bergstiefel geschnürt, also los, rauf auf das Koflerjoch

Den ersten Teil müssen wir wie letztes Mal auf der Forststrasse überwinden, dann beginnt der schöne Steig. Zuerst gehts hinauf aufs Pflacher Älpele, dann weiter hinauf zum Sattel vor dem Joch.

Hier haben wir eine schöne Aussicht auf den mächtigen und uns wohlbekannten Nachbarn, den Säuling.

Ein paar Meter müssen wir noch aufwärts gehen, dann erreichen wir unser erstes Ziel, den Zunterkopf (1.726m).

Spektakuläre Tiefblicke eröffnen sich hier von dem relativ selten besuchten Kopf. Uns störte nicht, wir genießen die Ruhe und gönnen uns eine gute Jause.

Nach einer ausgedehnten Rast gehen wir in ca. 30 Minuten hinauf zum Koflerjoch, unserem Tagesziel.

Auch hier machen wir eine feine Pause, genießen die Aussicht und ein wenig Faullenzerei!

Als nächste steht die Dürrnberger Alm auf dem Programm. Aber um dorthin zu kommen, müssen wir noch über die Satterköpfe absteigen. Überraschend schnell haben wir die zwei kleinen Gipfel hinter uns gelassen, und schon im nächsten Moment jubeln die zwei Kinder: „Wir sehen die Alm!“

Hier können wir uns ein Erfrischungsgetränk und einen leckeren selber gemachten Kuchen.

Die Sonne scheint angenehm auf die Terrasse, leider weht ein Unangenehmer Wind, der uns leise daran erinnern, welche Jahreszeit schon vor herrscht.

Also packen wir wieder unsere sieben Sachen, das letzte Mal heute, und machen uns auf den Weg zu unserer Hütte. Den Weg, den ich mir aus der Karte gesucht habe, war nicht ganz richtig. Ein totes Ende zeug davon, dass dieser Weg nicht mehr existiert.

Schöne Passagen, die schon lange nicht mehr besucht habe, finden wir auf dem Weg. Auch den Felssturz am Alten Forstweg entdecken wir, dieser kann uns aber nicht mehr aufhalten, wir klettern einfach über den Verbruch.

Schluss endlich erreichten wir unseren Forstweg, der uns direkt zur Hütte führt. Die Freude ist groß, als wir endlich unser Domizil erreichen. Der Grill wird gleich angefeuert, bald schon brutzeln die Bratwürste und lassen uns das Wasser im Munde zusammen laufen.

Das Essen schmeckt nach einem solchen Wandertag natürlich besonders gut, über die Nachtruhe müssen wir heute auch nicht lange streiten, weil schon liegt die Jugend im Bett

Tourendaten
Gesamtdauer: 5:16 h
Gesamtlänge: 13,89 km
Höhenmeter: 1.01

181014 Säuling (2.048m)

Nach einer feinen Nacht auf der Hütte ist heute um 7:00 Uhr Tagwache. Das fällt nicht jedem leicht, am Wochenende so Früh aus der Kiste zu hüpfen, aber wir wollen heute auf den Säuling wandern, gemeinsam mit der Oma, die später zu uns stoßen wird.

Zuerst einmal muß natürlich gut gefrühstückt werden, damit wir auch genügend Kraft für den Tag haben

Wir starten zuerst ein Stück auf dem Forstweg, dann queren wir zum viel schöneren Steig auf den Säuling, der sehr angenehm durch den Wald führt. Der Wald hat ein paar extrem alte Bäume aufzuweisen. Die Oma erinnert sich noch an Zeiten, als der Säuling fast ohne Bäume war…

Bald schon erreichen wir das Säulinghaus, das immer eine gute Einkehr verspricht. Vielleicht schauen wir später noch vorbei, jetzt müssen wir mal weiter. Der Wind ist ein wenig stärker geworden, föhnig blast der Himmelsodem über die Berge…

Der Weg durch die Wand schaffen wir einwandfrei, wobei der Fels unter den hunderten und tausenden Wanderschuhen schon gelitten hat, und zum Teil so glattpoliert ist, daß man sich manchmal fast drinn spiegelt.

Am Sattel angelangt kommen wir in den Genuß der Sonne. Der Wind und der Schatten auf der Aufsteigsseite hat uns ganz gut ausgekühlt, aber jetzt geht es wieder, im Angesicht der Sonne am Firmament. Das Panorama vom Sattel sucht auch seinesgleichen…

Während Oma, Sara und Letu es sich in der Sonne gemütlich machen und dem Wind ausweichen, beschließe ich, noch schnell auf den Gipfel raufzugehen. Es ist ja nicht mehr weit. Schon nach ein paar Schritten befinde ich mit auf der Leeseite des Windes, hier ist es relativ warm für die Jahreszeit. Bald schon stehe ich auf dem Gipfel. Hier verweile ich nur kurz, denn ich möchte auch noch zum eigentlichen Gipfel des Säulings, der 80m östlich, zwar nur mit kleinem Gipfelkreuz, aber dafür mit der echten Höhe.

Lange bleibe ich nicht auf dieser windigen Kanzel, schon bald treibt es mich hinunter zum Sattel, dort treffe ich mich wieder mit der lustigen Wanderschaft… ein kurzer Schluck aus der Wasserflasche und ein Müsliriegel, dann machen wir uns auf den Abstieg durch die Felswand.

Nun sind schon wesentlich mehr Leute am Wege, die das heutige gute Wetter ausnutzen. Zum Glück sind wir früh genug losgegangen…

Auch im Abstieg machen sich die Zwerge sehr gut, und auch die Oma ist noch sehr rüstig und bergtauglich, obwohl sie schon lange nicht mehr auf dem Berg war.

Bald schon erreichen wir wieder das Säulingshaus, eine Einkehr haben wir uns heute redlich verdient. Wieder einmal haben wir Glück, eigentlich ist die Hütte wegen Umbauarbeiten geschlossen, aber auf der Terrasse haben wir noch Platz und bestellen uns was zu trinken.

Nach kurzer Rast brechen wir wieder auf, es geht über den Steig, dann über die Forststraße wieder retour zur Hütte, das Ganze natürlich im Sauseschritt…

Bei der Hütte packen wir rasch unsere Siebensachen, denn wir sind hungrig und im Tal hat meine Schwester uns gutes Essen zubereitet.

Letu ist scheinbar noch nicht ganz ausgelastet, während wir mit dem Auto ins Tal fahren, will er unbedingt den Forstweg noch mit seinen neuen Schuhen ablaufen. Also geben wir ihm ein wenig Vorsprung, dann fahren wir auch los. Auf dem Weg finden wir den Junior nicht mehr, ein Wanderer meint auf meine Frage nur: „Der Kleine ist gerade vorhin wie der Blitz vorbeigelaufen!“. Bei der Schranke entdecken wir den Spaßvogel dann, wie eine Fledermaus hängt er an ebendieser…

Ein wunderschöner Wandertag war das mal wieder, mit sehr feiner Gesellschaft und wunderschöner Umgebung.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:30 h
Gesamtlänge: 10,75 m
Höhenmeter: 963 m

181012 Hüttenspitze (1.858m)

Die Hüttenspitze, einsamer Wächter am Eingang des Halltals steht schon lange auf meinem Programm. Nun ist Herbst, beste Wanderzeit für Touren an der Südseite der Berge.

Start für fast alle Touren im Halltal ist immer beim Hackl. Mit dabei ist heute wieder mal Michaela.

Großer Unterschied heute: wir starten auf der orografisch linken Flussseite, meine ganzen Touren bis jetzt waren immer auf der rechten Seite. Durch angenehmen Wald geht es hinauf zur Halltaler Hütte.

Ein Stück oberhalb von der Hütte treffen wir noch auf den Weg zur Winkler Hütte, der wir aber keine Besuche abstatten. Wir machen auf einer Wiese kurze Pause, dann geht’s weiter den Berg hinauf.

Der Weg wird immer steiler, das hat Vor- und Nachteile. Man macht recht wenig Distanz, dafür umso mehr Höhenmeter, die in die Waden einschießen.

Kurz vor dem Gipfel müssen wir eine steile Rinne hinauf, nicht schwer, aber manchmal ist man um die Hände froh.

Eine längere Schotterreise müssen wir noch überqueren, dann ist der Gipfel zum Greifen nahe und wir haben unser Ziel erreicht.

Hier machen wir eine ausgiebige Gipfelrast, heute ist es warm und windstill, das habe ich schon lange nicht mehr in dieser Form erlebt. Ein Hochgenuss…

Nachdem wir gut geruht haben, kommt der zweite und nun wohl auch ein wenig pfiffigere Teil auf uns zu.

Die Schlüsselstelle, eine Rinde ist bei weitem nicht so schlimm wie wir uns das vorgestellt haben, nicht ausgesetzt, Griffe wie Türgriffe, also alles in allem ein Klacks und natürlich ein Hochgenuss.

Und dann stehen wir schlussendlich dort, an dem Teil, auf den wir uns die ganze Tour schon gefreut haben. Der Einstieg in die Wechselreise.

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Hier erwartet uns nun eine 600 Höhenmeter lange Reisenabfahrt, wie man sie nur selten in diesem Ausmaße findet.

Ein Hochgenuss, der leider viel zu schnell vorbei ist. Wobei man ehrlichkeithalber sagen muss, der allererste Teil der Reise ist nicht besonders angenehm, große Brocken liegen als hinterlistige Stolpersteine im Weg. Doch sind diese ersten paar Meter gut überstanden, geht es mit lauten Juhuu hinunter ins Tal.

Wie gesagt, zu schnell sind wir wieder unten am Weg angelangt, und folgende diesen bis zur Absamer Wasserfassung.

Am Eingang des Halltals tun wir unseren Beinen noch was Gutes, nicht umsonst wurde hier vor Jahren ein Kneippbecken installiert.

Nach dieser tollen Tour mit Michi trennen sich unsere Wege, ich schnappe mir mein abgestelltes Radl und strample mit der letzten verbleibenden Energie hinauf nach Aldrans. Es dämmert schon, die Aussicht auf Innsbruck ist wie immer genial.

Ein feiner Wandertag neigt sich wieder mit vielen schönen Eindrücken dem Ende zu.

Tourendaten

Gesamtdauer: 4:30 h

Gesamtlänge: 11,20 km

Höhenmeter: 1.074 m

181006 Padastertal

Nachdem wir das letzte Mal den Brenner Basistunnel live erlebt hatten, haben wir ein paar Geschichten über dieses Riesenprojekts in Europa gelernt. Ein interessanter Punkt war die Entsorgung des Aushubs, der natürlich bei so einem tollen Projekt anfällt. Und hier kommt das Padastertal ins Spiel: als kleine Seitental des Wipptals wird dieser Platz über die Jahre hin weg mit dem ganzen Aushub, der in diesem Bereich anfällt, befüllt werden.

Wir wollen uns anschauen, wie dieses Tal jetzt gerade ausschaut, in ein paar Jahren werden wir wieder zu einer Bestandsaufnahme kommen und wahrscheinlich über die Veränderungen verwundert sein.

Wir starten unsere Wanderung bei der wunderschönen und modernen Kapelle, die den Eingang des Padastertals seit ein paar Jahren ziert.

Der Pfad zieht interessant auf der Orografisch linken Seite in das Tal hinein, schwierigere Stellen wurden von den Erbauen mit Stallstiegen und Holzkonstruktionen entschärft.

Obwohl sicher, sind manche Konstruktionen doch mit einem gewissen Nervenkitzel verbunden. Die Luft unter den Füßen scheint nicht enden zu wollen.

Von jeder Stelle des Steigers sieht man in den Talboden, in dem schon fleißig Aushubmaterial deponiert wurde.

Abwechslungsreich ist der Steig alle Mal, das Highlight ist wohl der begehbare Trinkwasserstollen am Ende des Tales. Ein Eisentor an jeder Seite versperrt den Zugang, jedoch ist es Besuchern des Tales gestattet, durch den Stollen hin durch zu wandern.

Der Stollen ist nur ein paar hundert Meter lang, aber speziell für die Jugend sehr spannend.

Da es im Tunnel recht kalt ist, sind wir froh als wir wieder an die frische, warme Herbstluft kommen.

Natürlich finden wir auf dem Weg ein paar Geocaches, meine Kinder helfen mir fleißig die einzelnen Dosen zu bergen.

Eine schöne Runde neigt sich bald dem Ende zu, wir erreichen wir den Ausgangspunkt am Eingang des Padastertals.

Während die Kinder am Straßenrand kurz warten, hole ich das Auto, dass doch ein paar Meter im Talinneren geparkt ist.

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:00 h
Gesamtlänge: 6,00 km
Höhenmeter: 268 hm

180929 Sellesköpfe (1.644m)

Heute steht ein Ausflug mit Oma und den Kindern an. Wir haben uns entschlossen, obwohl der Wetterbericht nicht ganz so tolles Wetter ansagte, nach Nauders zu fahren und dort Hochfinstermünz, Altfinstermünz und die Sellesköpfe anzuschauen.

Die Fahrt startet um 9:00 Uhr in Aldrans, dort machen wir uns auf nach Wildermieming, wo wir die Oma abholen. Dann fahren wir weiter. Erstes Ziel ist das bekannte „Grandhotel Hochfinstermünz“, ein geschichtlich interessanter Bau, der auf der Reschenstraße liegt. Dies war in früheren Zeiten ein berühmtes Hotel, in dem namhafte Personen, unter anderem Luis Trenker abgestiegen waren. Auch Filme, wie „Der Rebell“ und „Der Feuerteufel“ wurden hier gedreht.

Heute ist vom vergangenen Gland nicht mehr viel geblieben, die letzte Wirtin, „Frau Emmi“, ist heuer im Frühjahr gestorben, seit dem fristet das Hotel, das schon über die letzten Jahrzehnte immer mehr in Vergessenheit geraten ist, ein Schattendasein und verfällt zusehens. Trotzdem war es gerade für die Kinder interessant, ein wenig bei dem Gebäude durch die Fenster zu sehen und vielerlei Dinge zu entdecken.

Direkt vom Hotel zweigt dann auch ein Pfad hinunter zum Inn, der hier noch relativ klein ist, und zur Festung Altfinstermünz.

Wir wandern einen steilen Waldpfad runter, immer lauter hören wir den Inn, der hier auch schön grün ist, rauschen. Und hier erreichen wir noch einen geschichtsträchtigen Platz, das heute sehr schön renovierte Altfinstermünz. Diese Grenzfestung zur Schweiz hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Schon zu Römerzeiten, als Via Claudia Augusta war dies einer der wichtigsten Alpenübergänge, erst der Bau der Brennerstraße ließ den Reschen ein wenig in den Hintergrund rücken.

Leider ist genau heute das Museum geschlossen, sodaß wir die Anlage nur von aussen besichtigen können. Ein Grund, wieder einmal an diesen schönen Ort zurückzukehren. Es stimmt schon nachdenklich, dass der Verkehr ins Engadin einmal über diese kleine Holzbrücke verlief. Heute wohl unvorstellbar…

Nachdem wir uns sattgesehen haben, steigen wir uns wieder den steilen Waldhang hinauf, und fahren weiter nach Nauders und zur Norbertshöhe. Dort stellen wir unser Auto ab, denn jetzt steht die zweite Wanderung an, auf die Sellesköpfe.

Zuerst geht es auf einem gemütlichen Feldweg durch den Wald, hier können wir auch ein paar Geocaches der Runde „Kampf um die Sellesköpfe“ einsammeln. Die Kinder halfen fleissig mit, manchmal mit lustigen Verrenkungen…

Bald erreichen wir die freien Flächen mit Blick auf Nauders. Alte Stellungen sind hier sichtbar, und es wird uns bald klar, warum genau auf diesem Hügel die Stellungen erbaut wurden. Der Blick reicht weit über Nauders hinweg, ein idealer Aussichtspunkt.

Ab hier befinden wir uns nun auf dem Kaiserschützenweg, der an der Westseite der Sellesköpfe, hoch über dem Inn kühn in die abschüssige Wand gebaut wurde. Ein besonderer Punkt ist der „Hohe Turm“, eine wilde Felsnadel, die über dem Tale thront.

Nun erreichen wir die verfallene Zettler Alm, und die in der Nähe liegenden Kavernen. Das ist wieder ein sehr spannender Teil, den die Kinder gerne erkunden. Teilweise wurde hier das beschwerliche Leben der Kaiserjäger nachgestellt, ein Stockbett, eine Essensecke und weitere spärliche Einrichtung kann hier bewundert werden. Ein hartes Los, das auch schon ohne kriegerische Aktionen beschwerlich genug gewesen sein muß.

Jetzt sind wir nicht mehr weit vom Ausgangspunkt entfernt, für die Kinder ist der der Weg nun schon beschwerlich geworden. Doch die Aussicht auf ein Eis hebt die Stimmung wieder, wir müssen nur noch das Gasthaus erreichen.

Am Gasthaus angelegt verschwinden die beiden Junioren gleich am Spielplatz, auch eine lustige Strandmuschel erregt ihre Aufmerksamkeit.

Wir genießen ein Eis in der warmen Herbstsonne und lassen den schönen Tag Revue passieren. Das war wieder ein schöner Tag, bei dem das Wetter bestens mitgespielt hat.

Tourendaten Altfinstermünz
Gesamtdauer: 50 min.
Gesamtlänge: 2,74 km
Höhenmeter: 145 m

Tourendaten Sellesköpfe
Gesamtdauer: 3:00 h
Gesamtlänge: 6,85 km
Höhenmeter: 373 m

180923 B&H Rauchberg [2.480m]

Heute zieht es mich wieder mal ins Oberland, mit einer illustren Runde beschließe ich, auf den Rauchberg zu wandern.
Da heute auch der erste Tag der Rad-WM ist, machen wir uns doch früher auf, als erwartet. Ich treffe Tamara und ihre Schwester in Ötztal-Bahnhof, dann fahren wir weiter nach Obtarrenz. Noch ist die Strasse frei, eine Stunde später werden sich hier die Zweiradprofis tummeln. Ein Parkplatz für das Auto ist bald gefunden, dann geht es mit dem Moutainbike weiter.

Der Weg wurde erst kürzlich repariert, daher ist die Oberfläche angenehm zu fahren. Wir machen gut Höhe, schon bald erreichen wir Sinnesbrunn. Dort am Parkplatz stellen wir unsere Räder an und machen uns wandernd auf zum Sinnenjoch.

Zuerst durch schöne Wälder und noch schönere Lichtungen, erreichen wir zuerst die Kapelle Sinnesbrunn, dann öffnet sich die Vegetation und wir können schon gut unser Ziel für heute sehen.

Bald wird der Weg schmäler, auf dem Steiglein, recht steil angelegt, wandern wir durch ein Latschenfeld.

Das Wetter ist nicht so toll, zumindest gerade im Moment, bei der kurzen Pause am Sinnesjoch kühlen wir ganz nett aus und müssen unsere Jacken gleich mal anziehen. Wir beobachten das Wetter ein wenig, dann fassen wir den Entschluss, weiterzugehen und unser Glück zu versuchen.

Obwohl noch ein paar wenige Tropfen vom Himmel fallen, sind wir doch froh, dass es weitergeht. Der erste Teil zum Rauchberg ist noch einfach, der Steig ist zwar schmal, aber sehr gut zu gehen.

Doch schon nach Kurzem erreichen wir dann die Schlüsselstelle der Tour. Ein steiler Kamin, der hinauf zum Grat und dem weiteren Weg führt.

Conny macht den „Vorstieg“, aber natürlich sind wir ohne Seil unterwegs. Die ersten paar Meter sind brüchig, doch dann wird der Felsen mit ein paar Ausnahmen kompakter und ist fein zu klettern. Das Raufkraxeln macht mir keine Sorgen, aber der Rückweg wird sicher spannend, denke ich mir noch.

Die Rinne verjüngt sich nach oben, und bald haben wir den Grat erreicht.

Ab hier ist wieder ein längeres Stück Gehgelände, das zwar Konzentration erfordert, aber nicht wirklich schwierig ist.

Ein Blick zurück zeigt uns das Sinnesjoch nochmals mit dem wunderschönen Wolkenhimmel. Doch unser Fokus liegt auf dem weiteren Wegverlauf, der sich vor uns ausbreitet. Im Hintergrund sieht man schon den Rauchberg herüberlachen.

Der Weg ist fein zu gehen, trotzdem muss ich immer wieder stehenbleiben und ein paar Eindrücke sammeln und auch fotografieren. Zum Beispiel stehe ich vor einem natürlichlichen Felsenfenster und sehe direkt im Hintergrund den höchsten Berg von Deutschland, die Zugspitze. Einfach wunderschön…

Das Grat wird wieder blockiger und wir müssen immer wieder nach dem Weg suchen, der sich mittels gelber Markierungen manifestiert. Überraschend gut ist hier Weg markiert, wobei die Farbklexe schon älter aussehen.

Manchmal bleibe ich ein wenig zurück, dann erst zeigen sich spektakuläre Perspektiven mit winzigen Kletterern, wobei wir von denen heute und hier die Einzigen sind.

Bald kommt der letzte Aufschwung, nach ca. einer Stunde vom Sinnesjoch, erreichen wir den Gipfel des Rauchbergs [2.480m].

Wir sind zufrieden und setzen uns ein wenig in den Windschatten. Mittlerweile bläst ein starker Westwind immer wieder böeig um den Gipfel. Dem entsprechend wird die Pause auf dem Bergdach kürzer als eigentlich erwartet.

Der Abstieg ist dann schon eine größere Herausforderung zumindest für mich. Während aufwärts alles sehr angenehm zu kraxeln war, ist beim Hinuntergehen jetzt noch mehr konzentration erforderlich. Aber alle Stellen gehen dann doch besser als erwartet.

Einzig die Schlüsselstelle ist noch offen, die kommt aber jeden Moment, da sind wir uns sicher. Leider stellt sich der Einstieg in die Rinne als schwieriger als gedacht heraus, weil wir uns nicht mehr sicher sind, welche Rinne wohl die Richtige ist.

Doch Tamara hat ein gutes Auge für das Gelände, nach ersten Zweifeln lassen wir uns auf *ihre* Rinne ein, und siehe da, wir sind golddrichtig. Obwohl die Rinne nicht ganz trivial ist, und es viel Luft unterm Boden gibt, schaffe wir es alle Drei ohne irgendwelche Probleme (abgesehen vom erhöhten Puls beim einen oder anderen).

Der weitere Weg zum Sinnesjoch und weiter Richtung Fahrräder ist der Selbe wie im Aufstieg.

Wir kommen noch beim der Kapelle beim Sinnenbrunn vorbei, dort schauen wir uns das kleine Gotteshaus an und danken dem Herrn für eine wunderschöne Tour.

Der letzte Teil dann, mit dem Radl ins Tal, ist reiner Spaßfaktor, der die „Bike&Hike“-Touren so angenehm macht. Man spart sich, wenn man eh schon müde ist, noch einen langen Talhatscher…

Danke an die feine Wandersrunde, die mir wieder mal sehr viel Spaß gemacht.

Tourendaten Bike
Gesamtlänge: 7,2 km
Gesamtdauer: 0:50 h
Höhenmeter: 385 m

Tourendaten Hike
Gesamtlänge: 12,00 km
Gesamtdauer: 5:50 h
Höhenmeter: 1.215 m

180910 Geocachen im Angesicht der Serles

Wieder mal ein schöner Tag und nicht wirklich ein strenges Programm… also gehen Letu und ich einmal mehr Geocachen. Nachdem wir die Karte studiert haben, sehen wir, dass bei den Serlesbahnen noch ein paar Dosen auf ihre Entdeckung warten.

Mit der Gondel fahren wir hinauf zur Bergstation, unterwegs bewundern wir die kühnen Rodler, die bei der Sommerrodelbahn hinunterschießen. Nicht alle haben den Dreh draußen, aber das sollen wir später auch noch selber feststellen. Letu hat die Bahn gesichtet, danach dreht sich alles nur noch um die spätere Abfahrt. Wir werden sehen…

Von der Bergstation aus folgen wir den Koordinaten zu den einzelnen Dosen, die Sucherei geht immer schnell von Statten.

Schöne Dosen sind hier versteckt, wir können auch ein paar Travelbugs, die ich in der letzten Zeit gesammelt habe, ablegen.

Die Runde haben wir flott absolviert, Letu hilft fleißig mit, und bald schon stehen wir wieder bei der Bergstation.

Nun sehe ich, dass eine riesige Menschenschlange bei der Abfahrt mit der Sommerrodelbahn steht. Da vergeht mir schon die Lust auf dieses Vergnügen. Aber Letu will unbedingt einmal fahren, also holen wir uns die Tickets und gönnen uns den Spaß.

Überraschenderweise geht es dann doch schneller als befürchtet, und schon bald sitzen wir in den gelben Flitzern.
Die Abfahrt ist toll, aber vor uns ist eine Touristin mit ihrer Tochter, die den ganzen Betrieb aufhält. Also müssen wir immer wieder langsam fahren, um wieder ein wenig Aktion zu bekommen.

Unten angekommen ist Letu total glücklich, das hat ihm richtig Spaß gemacht. Und mir natürlich auch…

Tourendaten
Gesamtdauer: 1:25 h
Gesamtlänge: 6,16 km
Höhenmeter: 265 m