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150127 Madeira – Cayoning Ribeira do Vimieiro

Beim Frühstückstisch sitzen heute schon eindeutig mehr Leute, also wird das Guesthouse auch sehr gut besucht. Wir decken uns wieder mit bitter benötigten Kalorien ein, dann starten wir die Fahrt zu unserem heuten Ziel: Ribeira do Vimiero

Wir fahren an der wunderschönen Küstenstraße im Norden von der Insel, leider sind die wirklich spektakulären Abschnitte der Strecke gesperrt, wegen Steinschlag. Ob die Straßen im Sommer offen sind, können wir nicht feststellen, auf jeden Fall stehen auf den Hinweistafeln, daß jede Haftung für Steinschlag ausgeschlossen ist. Klingt verlockend… Wir erreichen nach kurzer Anfahrt Seixal, ein malerisch gelegenes Dorf auf einer Landzunge, und eben von diesem Ort müssen wir hinein, ins Landesinnere, durch einen Taleinschnitt.

Von Seixal schlängelt sich die Straße hinauf, in die Höhe und bald erreichen wir die „Forellenzucht“, bei der wir unser Auto stehen lassen können. Schon beim Aussteigen aus dem Auto fällt uns ein sehr unangenehmer Wind auf, der in diesem Tal zieht… und wir sind gar nicht erpicht, in die immer noch nassen Neoprenanzüge zu steigen. Diese hatten wir vor zwei Tagen zum Trocknen aufgehängt. Es hilft alles nichts, ein kurzer Schrei, und die eiskalte Badehose ist angezogen, weiter geht es mit Anzug und Socken. Bald schon sind wir ausstaffiert und können unsere Tour beginnen.

Der Weg führt zuerst durch ein Bachbett, dann führt der Steig richtig steil hinauf in die Höhe. Wir müssen zur Levada Seixal hinauf, auf der wir dann unseren Einstieg zur Vimieiro finden werden. Doch der Pfad hinauf bis zur Levada hat es echt in sich, die gut 20kg auf dem Rücken machen das gehen auch nicht leichter.

Komplett verschwitzt und auch schon leicht angeschlagen erreichen wir die Levada. Eine kurze Pause und alles ist wieder gut. Ein paar Schlücke vom guten Bergwasser erledigen den Rest, jetzt kann es weitergehen. Vom Pfad zum Einstieg an der Levada entlang sind es nur 10 Minuten, die wir gleich geschafft haben. Jetzt noch die Jacken und den Gurt angezogen, dann haben wir es! Los gehts…

Die Vimieiro fängt recht locker mit einem angenehmen Einstieg an, der erste Abseiler ist nur 10m hoch. Doch dann geht es Schlag auf Fall: Abseiler mit 50m und 60m mit Zwischenständen kommen in kurzer Folge. Spannende Abseilstellen, kann man wohl sagen.

Die Canons sind hier, zumindest die, die wir gesehen haben, vorbildlich eingerichtet und die Abseilstellen wirklich sehr gut und auch sicher angelegt. Duarte, den wir am Anfang am Flughafen getroffen haben, hat uns hier nicht zu viel versprochen… Obwohl mir ganz am Anfang ob der Höhe der Wasserfälle doch ein bisschen das Muffensausen gegangen ist, 60m seilt man ja nicht jeden Tag ab, geschweige denn mit knifflingen Umbauten und Versicherungen in der Wand bzw. hier im Wasserfall. Dieses Gefühl legt sich aber schon bald, und die Konzentration, alle Techniken richtig anzuwenden, übernimmt das Ruder. Bald arbeiten Clemens und ich super zusammen, alle Handgriffe sind eingespielt und die Abseilstellen werden spielend überwunden.

Nach überwindung der letzten großen Abfälle kommen noch ein paar kurze Abseiler und Abkletter-Stellen dazu. Im unteren Teil der Schlucht liegt viel Holz und dementsprechend ist das Absteigen nicht mehr so angenehm. Der Eindruck der Schlucht bleibt aber absolut positiv, eine herrliche Schlucht in einer herrlichen Umgebung.

Zum Auto folgen wir dem gleichen Weg, den wir schon am Vormittag in die Schlucht gegangen sind. Bald erreichen wir die Forellenzucht und sind froh, wieder in trockene Kleidung steigen zu können. Der Wind war in der Schlucht nicht merkbar, aber hier, beim Auto zieht es wieder ganz nett. Schnell sind unserer Sachen eingepackt und wir beschließen, mit dem angebrochenen Nachmittag, noch eine Erkundungsfahrt zu machen. Porto Moniz soll das erste Ziel sein, doch bevor wir dort hinkommen, fahren wir zuerst wieder die spektakuläre Strasse hinunter nach Seixal.

An der Küste entlang fahren wir vom kalten Norden immer mehr in den Süden. Immer wieder kontrollierende Blicke auf das Außenthermometer zeigen eine positiv-zählende Zweierziffer… Juhu! Vielleicht schaffen wir sogar die 20°C.

Wir bleiben an der Küste ein paar Mal kurz stehen, um uns die Wunder der Natur anzuschauen, so wie eben diese Felsformation, die wunderbar instabil schon seit langer Zeit der Brandung trotzt und den Wellenbrechern einhalt gebietet.

Bei den Felsnadeln noch bewölkter Himmer, klart dieser auf, je mehr wir uns dem Süden zuwenden…

Kurz vor Caletha, in Ponte do Sol, machen wir eine letzte Rast und genießen die Sonne, die hier für uns noch einmal richtig herscheint… so soll Urlaub sein!

150126 Madeira – Bergtour Pico Riuvo (1.862m)

Da der Wetterbericht heute wunderschönes Wetter, wenn auch mit ein bisschen Wind gemeldet hat, ändern wir unsere Pläne kurzfristig und beschließen, heute auf den Pico Riuvo zu gehen. Der Rucksack ist schnell gepackt und über abenteuerliche Straßen geht es hinauf bis zum Parkplatz beim Pico Arieiro. Von dort geht die Wanderung los, auf schön ausgebauten Wegen.

Der Weg geht am Beginn gleich mal hinunter, es müssen jedoch diese Höhenmeter nicht nur wieder auf dem Weg zum Gipfel erneut begangen werden, diese müssen wir ganz am Schluss der Wanderung auch nochmals hinauf. Aber da machen wir uns erst dann einen Kopf.

Der erste Teil verläuft sehr gut, wir sind schnell am Weg. Mit uns sind noch ein paar andere Bergsteiger am Weg, die wir jedoch bald überholt haben.

Schon von der Wegbeschreibung wissen wir, dass es manchmal durch Tunnel gehen wird, daher haben wir vorsorglich unsere Taschenlampe mitgenommen. Es stellt sich jedoch heraus, dass die meisten Tunnel so kurz sind, dass es auch ohne Taschenlampe gehen würde.

Unterwegs findet Clemens als ausgebildeter Wanderführer natürlich immer wieder interessante Sachen, und geduldig erklärt er mir die ganze Faune und Flora von Madeira… hier im Bild wilder Ginster!

Der Weg teilt sich einmal, doch da der linke Teil offensichtlich gesperrt ist und auch so markiert ist, wenden wir uns dem rechten Weg zu, der auch gleich mal merklich ansteigt.

Immer wieder stellen wir fest, dass ein Haufen Bäume total verbrannt sind. Es hat hier vor ein paar Jahren scheinbar ein sehr schweres Wildfeuer gegeben, das einiges an Baumbestand zerstört haben muss. In diesem Zusammenhang fällt auf auch, dass immer wieder Einheimische neben dem Weg kleine Bäumchen pflanzen und diese dann mit einem Gefleht schützend umwickeln.

Unterwegs kommen uns ein paar Leute entgegen und meinen, der Weg wäre gesperrt. Oje, das wäre wirklich schlecht. Aber wir wollen uns das mal selber anschauen. Also gehen wir weiter. Und wirklich, kurz nach einem Tunnel ist der Weg zu. Ich wage einen Blick durch den Tunnel und sehe einen Weiterweg. Na, Gott sei Dank. Und natürlich schade für Alle, die hier umgedreht sind.

Der Weg ist eindeutig neuerer Natur, die Stufen nicht mehr in den Felsen gehauen, sondern per Eisenleiter realisiert…

Eine zweite Überraschung ist, dass der Weg immer wieder vereist ist. Obwohl es jetzt nie unter 0° Grad gehabt hat, finden wir immer wieder stellen mit starker Vereisung. Natürlich muss man hier beim Steigen besonders acht geben.

Nebenbei dann wieder die verbrannten Bäume und auch nicht gefrorene Wasserläufe.

Stellen weise bläst der Wind unangenehm stark, an anderen Stellen ist es dann windstill und zu heiß. Daher sind wir permanent beim Aus- und Umziehen. Lästig, aber notwendig, um sich nicht zu verkühlen…

Ein drittes Mal kommen wir an einer Absperrung vorbei, die wir uns dieses Mal fest einprägen.

Doch auch die längste Wanderung erreicht einmal ihr Ziel, und unser Ziel, der Pico Riuvo, rückt immer näher.

Und dann, nachdem wir noch bei der Hütte vorbeigezogen sind, erreichen wir den Gipfel, der den höchste Punkt der Insel darstellt.

Oben am Gipfel treffen wir nochmals Olivia, die uns auch erklärt hatte, dass der Weg nicht weitergehen würde. Wir fragen, ob sie mit uns über den zweiten Weg (der offiziell gesperrt ist) mit absteigen möchte. Dank Clemens haben wir uns doch noch entschlossen, diesen Weg zu gehen, da damit die Gesamtgehzeit drastisch verkürzt werden kann. Und dank der ermutigenden Beschreibung von ein paar anderen Wanderern sind wir zuversichtlich, dass der Weg gut begehbar ist.

Der Rückweg über den gesperrten Steig ist wunderschön, spannend zu gehen und einfach nur toll. Wir sind auch Froh, dass wir damit ein bisschen rauf und runter gespart haben. Glücklich erreichen wir den Ausgangspunkt der Wanderung…

Wir fahren direkt nach Funchal, da wir noch was essen möchten.

Direkt am Strand finden wir ein gemütliches Lokal, in dem wir uns einen leckeren Spieß gönnen. Somit lassen wir auch diesen Tag ausklingen.

150125 Madeira – Canyoning Aqua Negra II

Fortsetzung…

Bald erreichen wir die 25 Quellen, wie diese wunderschöne Stelle heißt und ruhen uns kurz aus. Die 25 Quellen sind kleine Rinnsale, die sich zuerst in einem Gumpen sammeln und später als Aqua Negra in den Abgrund stürzen. Aber am Anfang sind diese noch ganz harmlos.

Unsere Tour startet aber erst ein wenig weiter im Nachbar-Canyon Cedros. Wir gehen an der Levada entlang bist zu deren Ende, dort ist unser Zustieg. Fix steigen wir in unsere Anzüge, dann kann der Spaß losgehen.

In der Schlucht selber geht es gleich Schlag auf Schlag, die Abseilstellen lassen nicht lange auf sich warten. Wir silen ungefähr6 ab, dann erreichen wir den Einstieg in die Aqua Negra und noch wichtiger zum Tunnel der Seixal-Levada.
Wir nutzen die Gunst der Stunde, eine Besichtigung von Canyons zu machen, die auf der anderen Bergseite sind. Dazu müssen wir jedoch den Tunnel queren. Der Tunnel ist 2,5km lang, und was wir noch zuerst noch nicht wissen, manchmal nur 1,6m hoch. Wir beschließen, aus unserem Canyon auszusteigen und die Querung zu wagen. Schon bald stellen wir fest, dass das gehen im Tunnel gar nicht so einfach ist. Der Steg am Rand ist sehr schmal, jede Berührung mit dem Tunnelfelsen birgt die Gefahr des Gleichgewichtsverlustes… daher lassen wir die Rucksäcke nach einiger Zeit zurück und gehen so einfacher bis an Ende des Tunnels.

Und auch von der Decke spritzt das wertvolle Nass. Kurz Entschlossen setzt Clemens zum trinken an…

Nach einer guten halben Stunde erreichen wir das andere Ende.

Das Tal von Seixal beherbergt nicht nur die gleichnamige Levada, sondern auch ein paar erstklassige Canyons. Es ist aber gar nicht so ohne, diese zu erreichen. Denn man muss sich noch durch weitere Tunnel kämpfen und auch ein paar ausgesetzte stellen meistern.

Nach einigem marschieren und auch maßloser Bewunderung für die Levada-Erbauern erreichen wir, natürlich nachdem wir alle Einstiege kontrolliert haben, den Ausgangspunkt unserer Erkundung.

Hier steigen wir nun in den „Aqua Negra“-Canyon ein, der nun deutlich dunkler und ausgewaschener erscheint. Und nach ca. 8 abseilen erreichen wir das Ende der Tour, aber nicht das Ende des Abenteuers.

Vom Ausgang müssen wir uns nun wieder zurück zum Auto begeben. Es sind doch einige Höhenmeter zu erklimmen, wie wir aus der Karte lesen können.

Der Aufstieg, im Neopren, mit mindestens 20kg am Rücken entwickelt sich zum Alptraum. Schweiß rinnt mir den Körper hinunter, die Luftfeuchtigkeit unterstützt dies nur noch mehr.

Gott sei Dank können wir uns erfrischen, als wir die erste Levada erreichen. Das Wasser schmeckt wunderbar und tut uns gut.

Bald überqueren wir den großen Bach über eine Brücke und erreichen den zweiten Anstieg.

Dann heißt es noch einmal richtig kämpfen, die letzte Motivation zusammenzukratzen… Und rauf geht’s den letzten Aufstieg.

Bald schon setzt die Dämmerung ein, wir erreichen jedoch noch rechtzeitig das Auto und können aus den nassen Sachen raus.

Wir beschließen, über die Hochebene Paul do Sierra zurückzufahren. Auf dem Weg finden wir noch ein super Restaurant, in dem wir unsere Fleischportion bekommen. Wir bekommen ein Steak auf dem heißen Stein reserviert… mit Pommes. Genau das haben wir gebraucht.

Zurück in unserer Unterkunft wird nur noch geduscht, noch schnell ein wenig zusammengeräumt, und dann schlafen wir ein. Wir brauchen heute viel Rast!

150125 Madeira – Canyoning Aqua Negra I

Die Nacht war überraschend kühl, denn die Fenster schließen nicht gut. Heizung gibt es auch keine, denn wir sind in den Tropen. Trotzdem sind wir gut ausgeschlafen und voller Tatendrang.
Ein Blick aus dem Fenster offenbart viel Wind und Wolken auf den Bergen, aber es ist draußen wärmer als im Zimmer. Im Hintergrund kräht sich ein Gockel die Seele aus dem Leib.

Um 8:00 Uhr frühstücken wir reichlich. Im Haus sind dem Gedeck nach 4 Gäste, wir haben noch ein Pärchen gesehen. Als wir die Tafel verlassen, ist fast nichts mehr übrig für die anderen. Hoffentlich gibt’s noch Nachschlag.

Nach dem Essen schlendere ich ein bisschen durch den Garten. Voll cool, der Platz. Ich überhöre noch eine Konversation der Hausherrin mit den Gästen. Es geht ums Frühstück, sie könnte nochmals zum Bäcker, wenn notwendig…

Und dann sind wir auch schon bereit für das erste Abenteuer heute. Wir wollen die Cedros und Aqua Negra Schluchten begehen, beide liegen hintereinander und können zusammen begangen werden.
Wir starten mit dem Auto zuerst zur Südküste, dann in Richtung Paul do Sierra hinauf. Die Straßen sind höllisch eng und steil.

Wir erreichen einen Grillplatz, wo wir das Auto parken und einen Pfad hinunter gehen. Schon am Weg erkennen wir, dass es hier sehr feucht ist.

Auf dem Weg entdecken wir noch das Haus von Shrek und Clemens findet noch einen Geocache.

Bald erreichen wir den Verbindungstunnel zur anderen Bergseite, mit dem wir uns einiges an Höhenmetern sparen werden. Es ist total spannend, durch diese Levadatunnel zu gehen.

Auf der anderen Seite eröffnet sich uns eine neue Welt, fast wie im Urwald. Die Levadas bringen das wertvolle Wasser vom feuchten Norden und den trockenen Süden. Auf ihrem Weg durch die Insel fließen sie durch so manche Märchenlandschaft.

Fortsetzung folgt…

150124 Madeira – Anreise

Früh ausstehen ist angesagt, heute geht es los. Noch gemütlich mit Mama frühstücken, dann klopft auch schon Clemens an die Tür. Wir fahren mit dem Auto zum Flughafen, unsere gut gepackten Rucksäcke gehen ohne Probleme durch, bei der Sicherheitskontrolle werde ich zur Ausnahme mal gefilzt. Aber auch hier keine Probleme.
Auf den ersten Teil der Reise gönnen wir uns gleich ein gutes Frühstück.

Die Flüge selber vergehen wie im Flug, alles läuft wie geschmiert. Hier ein paar Impressionen.

Von Lissabon aus geht es über den Atlantik auf die Insel Madeira. Im Sonnenschein erreichen wir unser Ziel.

Am Flughafen treffen wir noch Duarte, einen Canyonauten aus Madeira, den wir übers Internet kennengelernt haben. Er stattet uns mit vielen Tipps und Tricks zum Canyoning, aber auch Wandern aus.
In einem kleine Mini-Mercado statten wir uns noch mit Lebensmitteln aus, dann geht es endlich ins Guesthouse. Eine nette kleine Unterkunft im Norden der Insel. Eine Frau empfängt uns und zeigt uns das Zimmer und erklärt alles, das wichtig ist.
Nach so einem Tag ist man klarer weise müde, aber der Rucksack für morgen will noch gepackt werden.

Nach so einem Tageswerk schmeckt dann das lokale Bier auch besonders gut…

 

150123 Madeira – Vortag

Wie jede Reise geht auch diese meine erste Reise 2015 ein bisschen stressig los. Und die Vorfreude ich natürlich auch immer groß…

Natürlich fragt sich zuerst einmal jeder: WO GEHT ES DENN HIN! Naja, das kann ich ja schon mal verraten: Nach Madeira! Zum Schluchteln und Wandern mit meinem alten Spezi Clemens. Und ich freue mich schon riesig, das kann ich euch sagen.

Wir haben 3 Schluchten geplant, und zwei Wanderungen. Einen Tag zum relaxen, und dann ist die Woche eh schon wieder vorbei. Aber Moment… ich bin ja gerade am starten! Also keine Wehmut…
Im Vorfeld haben wir uns über die Tourenmöglichkeiten erkundigt, eine Besonderheit in Madeira ist, dass man seine Canyoningtouren im Vorfeld bei der Behörde genehmigen lassen muss. Das geht einfach und schnell über das Internet, aber man muss es halt machen. Damit muss man sich 48 Stunden vorher festlegen, denn das ist die Anmeldefrist, in welche Schlucht man einsteigt. Also haben wir schon 2 Touren festgelegt, denn am Sonntag soll es gleich mit einer Entdeckungstour losgehen.

Morgen fliegen wir von München aus nach Lissabon, dann weiter nach Funchal. Dort wartet hoffentlich ein kleiner Flitzer auf uns, unser Mietauto, mit dem wir dann eine Woche die Insel unsicher machen werden. Unsere Bleibe haben wir in Sao Vincente, an der Nordseite der Insel und auch ganz nahe an den Touren, die wir machen möchten.

Ich habe gestern Abend und heute Nachmittag seriöse Packstrategie betrieben, den TAP, die auserwählte Fluggesellschaft erlaubt uns 23kg Fluggepäck und 8kg Handgepäck. Da sollte sich doch was machen lassen, dachte ich mir.
Raus gekommen ist folgendes: ich habe jetzt mit meiner nicht kalibrierten Waage 22,8kg Fluggepäck, und im Handgepäck 8kg und ein bisschen was… ich habe aber geübt, das Handgepäck so locker lässig auf den Rücken zu schmeißen, dass es den Anschein erweckt, es wären nur 4kg drinnen… juhu!

Schaut doch locker-flockig aus…

Morgen am Flughafen werden wir schon sehen, wie es geht! Ich genieße noch meine „Komm-gut-in-den-Urlaub-Verwöhnküche“ meiner Lucy, dann fahre ich nach Reutte. Morgen in der Früh stoßt Clemens zu mir, dann fahren wir gemeinsam nach München, denn von dort geht unser Flug…

150116 Schutzhaus Pascherkofel (1.970m)

So wie letzte Woche geht es auch heute wieder auf den „Kofel“. Um 1900 Uhr treffen wir uns am Parkplatz, mit kleiner Mannschaft. Stefan, Alfons und ich sind unterwegs.
Wir gehen die Piste hinauf, lassen die eisigen Stellen vom letzten Mal rechts liegen und kommen sehr gut voran. Petrus hat den Propeller eingeschaltet und wir haben immer wieder mit gutem Seitenwind zu kämpfen. Das merkt man auch an der Piste, je weiter wir nach oben kommen, desto eisiger wird die Oberfläche, das Fell greift nicht mehr so gut und man muss den Ski fast schon in die Piste „stampfen“. Nach dem wir alle immer wieder rutschen, werden die Harscheisen montiert. Der letzte Hang lässt sich so gut begehen.
Nach 1:50 erreichen wir die Hütte, froh, aus dem Wind zu kommen.
Stefan verlässt uns gleich, da er noch was erledigen muss, Alfons und ich setzten uns noch in die Hütte und lassen das Tageswerk bei einem Bier Revue passieren. Und fein war´s wieder einmal.

Tourendaten:
Aufstieg: 958 m
Gesamtstrecke: 10,40 km
Aufstieg: 1:50 h

150110 Heiligwasser (1.240m)

Heute war das Wetter gar nicht so arg wie angenommen, der Wind hielt sich in Grenzen. Da die Oma auch wieder im Lande ist, beschließen wir, einen Familienausflug zur Wallfahrtskirche Heiligwasser zu machen.

Wir starten am Parkplatz gleich neben dem Grünwalderhof nahe Patsch. Der Parkplatz ist komplett vereist, ein Resultat der letzten Wetterkapriolen, die diesen Winter sicher noch lange in unserer Erinnerung bleiben lassen werden.

Der erste Teil des Weges, immer im Schatten gelegen, ist auch stark vereist, und man muss beim raufgehen wirklich aufpassen. Bald wird es besser, bei der „Teehütte“ müssen wir die Piste überqueren.

Die Piste schaut entgegen der schlechten Presse sehr gut aus und es sind wenige Leute auf der Piste. Vielleicht sollten wir das morgen ausnutzen.
Bald schon sind wir wieder auf dem Weg zur Wallfahrtskirche.

Und schon sehen wir unser Ziel.

Wir genießen die Aussicht auf Innsbruck und das Inntal. Die Lage des Kirchleins ist wirklich wunderbar, die Kirche wusste immer schon, schöne Plätze zu honorieren.
Das Panorama ist bei diesem Wetter einfach überwältigend.

Nachdem wir uns an der Aussicht gütlich getan, beschließen wir, den Heimweg anzugehen. Um den Rückweg kurzweiliger zu gestalten, spielen Sara und Letu eine Runde „Waldgolf“.

Bei der „Teehütte“ gönnen wir uns noch eine Erfrischungin der Sonne.

Zurück am Parkplatz sind wir uns einig: das war ein schöner Ausflug.

150108 Schutzhaus Pascherkofel (1.970m)

Nach der Arbeit gibt es einige Sachen, die in Innsbruck noch in sportlicher Hinsicht gemacht werden können. So zum Bespiel eine Pisten-Skitour auf einen der Hausberge der Hauptstadt in den Bergen. Und da auch einige Sportbegeisterte bei MEDEL arbeiten, ist es auch nicht schwer, ein paar Leute aufzutreiben, die sich so einem Unterfangen anschließen.
So sind es schlußendlich Lisa, Stefan, Alex, Wolfi, Alfons und ich, die beschließen, bei Nacht zum Patscherkofel-Schutzhaus aufzusteigen, auf der Piste. Wir treffen uns um 18:00 Uhr am Parkplatz, und starten beim Olex-Restaurant. Die Piste ist am Anfang, entgegen von Meldungen aus den Medien, gut und griffig, doch als wir gleich nach der Heiligwasserwiese nach rechts abzeigen, finden wir uns quasi in einem Eisfeld. Trotz Einsatz der Harscheisen ist der Aufstieg ungemütlich, Stefan schulters sogar seine Ski und ist damit allen anderen Voraus. Trotzdem kämpfen wir uns den Hang hinauf und erreichen bald wieder die gut prepärierte Piste. Von dort geht der Aufstieg problemlos, die meiste Zeit gehen wir auf der Spur der Familienabfahrt und erreichen nach ca. 2 Stunden das Patscherkofel Schutzhaus. Obwohl uns beim Aufstieg nicht so viele Leute begegnet sind, ist die Hütte doch gut besucht, wir haben allerdings Glück und finden einen Platz an einer Eckbank.
Bei der gemütlichen Einkehr stärken wir uns noch und machen uns dann wieder auf, ins Tal.

Die Abfahrt geht wunderbar, die Piste ist teilweise schon sehr hart, aber gut befahrbar, so kommen wir unbeschadet wieder bei den Autos an.
Tolle Tour mit feinen Leuten..

Tourendaten:
Aufstieg: 1024 m
Gesamtstrecke: 11,60 km
Gesamtdauer: 2:15 h

150102 Blaser (2.241m)

Vorabend, Routenplanung: Wo soll es denn hingehen. Eine Tour am Brenner oben sollte eigentlich gut gehen, ein erster Blick auf die Schneekarte zeigt zwar gerade dort nicht so arg viel Schnee an, aber aus unserer Erfahrung war dort bis jetzt immer genug Schnee. Und da ja ein Lawinen-„Dreier“ herrscht, will man natürlich auch nicht ins wildeste Gelände. Nach ein bisschen Suchen wird das Tourenziel „Blaser“ gewählt. Und der soll beim Föhn seinem Namen alle Ehre machen, steht im Skitourenführer. Gott sei Dank erwarten wir keinen Föhn…

Um 6:40 holt mich Alfons an der Haustür ab, die morgentliche Routine, Zeugs einladen usw. Dann fahren wir los, bis Steinach am Brenner auf der Autobahn, dann weiter nach Trins im Gschnitztal und über eine wahrlich steile Straße kommen wir unbeschadet beim Parkplatz an. Schnell noch angezogen und den LVS-Partnercheck durchgeführt, dann kann es losgehen.

Vom Parkplatz aus gehen wir gleich eine Rinne, dem Sommerweg folgend ein paar Meter hinauf, um dann nach rechts in den Wald abzuzweigen. Und etwas fällt auch gleich auf… wo ist der ganze Schnee. Immer wieder schauen kleine böse schwarze Steine aus der weißen Pracht heraus, nur darauf versessen, das Steigfell oder noch schlimmer den Belag zu beißen… beim Raufgehen sprechen Alfons und ich uns immer wieder ab, um die Stellen zu verinnerlichen, an denen wir unbedingt die Ski ausziehen und tragen müssen. Immer weiter müssen wir die Skiausziehgrenze in die Höhe verschieben…

Doch auf Regen folgt bekanntlich Sonnenschein, in unserem Fall wird die Schneedecke, wenn auch nicht super, doch immer homogener, die Steine seltener…

Vor uns haben zwei Schneeschuhgeher eine schöne Spur gezogen, so konnten wir mühelos immer mehr Höhe gewinnen und schlussendlich auch aus dem Wald heraus und auf die Hänge des Blasers heraustreten. Und wie schön zeigt sich die Kirchdachspitze (rechte Seite im Bild) und weiter hinten der steile Zahn des Pflerscher Tribulaun (linke Bildseite)

Bald schon erreichen wir die Hänge unter dem Gipfel, doch auch hier in der Höhe ist der Schnee Mangelware, und wir müssen unsere Spur sorgsam auswählen, um nicht auf den harten Untergrund zu stoßen. Wir beschließen, nicht direkt zum Gipfel zu gehen, sondern auf der linken Seite unter dem Gipfelhang und über die Blaserhütte auf dem Rücken zum Gipfel aufzusteigen.

Unter den Hängen durch geht es Richtung Hütte. Und hier sieht man wieder, wie sehr man sich im Guten wie im Schlechten bei den Distanzen verschätzen kann. Mir hat der „Umweg“ gar nicht ins Konzept gepasst, da es wirklich lange ausgeschaut hat, aber in Null-Komma-Nix sind wir in der Nähe der Hütte.

Für eine Pause ist es aber zu früh, wir gehen gleich weiter auf den Gipfel, der nicht mehr weit weg ist. An den Wellen im Schnee sieht man auch sehr gut, dass in dieser Gegend der Wind zu Hause ist und gerne mit dem Schnee spielt. Beim Aufstieg auf den Gipfel merken wir das sehr gut, denn die Nordseite ist gut abgeblasen, der Schnee liegt in den Mulden und Senken auf der Südseite und wartet drauf, gestört zu werden…
Wir finden eine schöne Spur zum Gipfelkreuz und schon bald stehen wir auf unserem Tagesziel.

Jaja, am Blaser, da bläst´s. Daher bleiben wir auch nicht lange oben, sondern bereiten uns gleich auf die Abfahrt vor.

Bei der Blaserhütte kehren wir noch ein. Diese ist zwar geschlossen, aber die Terrasse lockt mit einer windgeschützten Sonnenlage und einer super Aussicht.

Und wie wir es gehofft haben, glüht die Sonne an die Terrasse. Wir genießen unsere Brotzeit und kommen fast ins Schwitzen.

Nach der Pause werden die Stiefel geschnallt, der Rucksack geschultert und die Abfahrt in Angriff genommen… ja was ist denn das, da liegt ja einer im Schnee!

Durch die warmen Temperaturen ist der Schnee teilweise so weich, und unverhofft kommen solche Stellen sowieso immer, da legt ich mich doch grad mal hin.

Doch ein Indianer kennt keinen Schmerz, der Schnee bleibt als „Trophäe“ auf dem Rucksack, und weiter gehts, im Batz-Schnee. Den unteren Teil bestreiten wir dann auf der Forststraße, da die Schneelage hier besser schein als im Gelände.

Doch auch hier ist irgendwann fertig: Man muss wissen, wann es genug ist. Wir schnallen die Schi ab und verstauen dieselben auf dem Rucksack, jetzt geht es Per Pedes weiter.

Wir zweigen auf den Wanderweg 31 ab, der einem Tal hinaus bis zum Parkplatz folgt. Wir sind allerdings die ersten, die diesen Weg bei Schnee gehen, und müssen feststellen, dass da schon länger niemand mehr gegangen ist.

Der Windwurf vom letzten Föhnsturm liegt noch unangetastet im Weg und wir wohl erst im Frühjahr weggeräumt. So müssen wir uns über und unter den Bäumen hindurcharbeiten, um unseren Weg beenden zu können.

Doch trotz der abenteuerlichen Bilder ist der Weg sehr gut zu gehen, wir erreichen nach kurzer Zeit doch noch den Parkplatz und sind zufrieden mit unserem Tageswerk

Als Resümee kann man sagen, der Aufstieg war super, die Rast auf der Hütte ein Hit, die Abfahrt war OK, und der Weg 31 war noch ein lustiges i-Tüpfchen.

Tourendaten:
Aufstieg: 1.110hm
Gesamtdauer: 4:26h
Gesamtdistanz: 13,57km