Mein letzter Klettersteig ist schon eine Weile her, heute beschließen Letu und ich, den Nordketten-Klettersteig (Innsbrucker Klettersteig) auszuprobieren. Letu ist voll motiviert, leider aber noch ein klein wenig angeschlagen (Husten)…

Wir fahren mit dem Bus nach Innsbruck, steigen auf die Hungerburgbahn um, die auch in der Früh schon gut besucht ist, und dann weiter über die Seegrube zum Hafelekar. Es ist faszinierend, wie schnell man mit Öffis von zu Hause ins Hochgebirge kommen kann.

Das haben sich heute wohl mehr Leute gedacht, als wir an den Einstieg zum Klettersteig kommen, sehen wir schon Massen an Leuten anstehen. Ein kurzer Schreckmoment, durch den wir uns aber nicht irritieren lassen (zum Glück).

Letu meint nur, es schaut fast aus wie auf den Bildern zum Everest… dem kann ich nur zustimmen. Irgendwann sind wir an der Reihe, die erste Wand stellt auch gleich die Schlüsselstelle des Klettersteiges dar.

Rückblickend sehen wir, dass wir sogar noch Glück hatten, denn die Schlange ist nun bedeutend länger geworden, das schöne Wetter wollen halt Viele nutzen.

Die Via Ferrata zieht meist unschwierig am Grat entlang, ein paar Mal sind kniffligere Stellen eingebaut. Der Stau am Anfang hat sich aufgelöst, nun sind wir die meiste Zeit ohne Stockungen am Weg.

Die Aussicht ins Herz des Karwendels ist wunderbar. Wir sehen direkt auf die Gleirsch-Halltalkette, die nördlich an die Nordkette anschließt.

Ein immerwährendes Auf- und Ab zeichnet den Innsbrucker Klettersteig aus. Dieser Steig wurde schon 1986, vor dem großen Boom der Klettersteige eröffnet und erschließt einem größeren Publikum diese hochalpine Region.

Bei der letzten Begehung hatte ich noch Steinböcke gesehen, dieses Mal müssen wir mit den unglaublich geländegängigen Bergschafen vorlieb nehmen. Manchmal stehen diese allerdings schon im Weg, da ist an ein stressfreies Vorbeigehen nicht zu denken.

Gehstrecken wechseln sich mit Ferrataeinlagen ab, im Rückblick sieht man Menschen auf allen Zacken und überall am Weg stehen und gehen. Dennoch ist die Begehung recht entspannt, kein Gedränge spürbar.

Wir erreichen die Östliche Kaminspitze (2.435m), dort sitzen schon einige Bergsteiger, daher machen wir nur eine kurze Trinkpause und steigen weiter.

Kurz nach diesem Gipfel müssen wir eine Scharte ab- und wieder aufsteigen, dann wandern wir wieder am Grat entlang.

Die Steiganlage ist von der Spur her gut gewählt, man kommt ohne Probleme über Stellen, die ich mir ohne Seil nicht gerne antun wollen würde.

Und immer wieder sehen wir abwechselnd in das verbaute, hochzivilisierte Inntal, dann wieder ins wilde Karwendel, mit seinen ruhigen schönen Tälern.


Im Blick zurück sieht man die kühne Spitze der Kaminspitze.

Eine Stelle des Klettersteigs wurde wohl später mit einer kleinen Brücke entschärft, mir kommt vor, dass diese Brücke nicht von Anfang an Bestand. Alte Hacken lassen etwas anderes vermuten.

Noch ein paar Meter müssen wir über Köpfen und Grate klettern…

… dann erreichen wir mit dem Kemacher (2.480m), den höchsten Punkt der Tour.

Hier trinken wir nochmals einen Schluck, dann wandern wir das letzte Grat hinab, das durch das Stahlseil eher mühsam zu begehen ist.

Schlussendlich erreichen wir den langen Sattel, hier können wir nun Gurt und Klettersteigset einpacken, die Kletterpassagen sind hinter uns.

Vom langen Sattel steigen wir ab zum Brauneggsteig und über diesen zurück zur Seegrube.

Dort beschließen wir, etwas zu essen. Wir sind beide hungrig und durstig, und das Essen auf der „Grube“ ist recht gut.

Während Letu sich ein Schnitzel mit Kartoffelsalat gönnt, nehme ich ein Wildschweinragout mit Serviettenknödel. Das Essen ist richtig gut, und wir lassen es und schmecken.

Nachdem wir eine Weile in der Sonne genießen und unsere Beine rasten lassen, nehmen wir die Bahn ins Tal, es ist auch hier wieder viel los.

Eine tolle Tour mit super Begleitung, ich hoffe, wir können das bald wiederholen!
Tourendaten
Gesamtdauer: 4:31 h
Gesamtlänge: 5,24 km
Höhenmeter: △ 372 m / ▽ 734 m




















































































































































































































