Archiv der Kategorie: Klettersteige

250809 Innsbrucker Klettersteig (2.480m)

Mein letzter Klettersteig ist schon eine Weile her, heute beschließen Letu und ich, den Nordketten-Klettersteig (Innsbrucker Klettersteig) auszuprobieren. Letu ist voll motiviert, leider aber noch ein klein wenig angeschlagen (Husten)…

Wir fahren mit dem Bus nach Innsbruck, steigen auf die Hungerburgbahn um, die auch in der Früh schon gut besucht ist, und dann weiter über die Seegrube zum Hafelekar. Es ist faszinierend, wie schnell man mit Öffis von zu Hause ins Hochgebirge kommen kann.

Das haben sich heute wohl mehr Leute gedacht, als wir an den Einstieg zum Klettersteig kommen, sehen wir schon Massen an Leuten anstehen. Ein kurzer Schreckmoment, durch den wir uns aber nicht irritieren lassen (zum Glück).

Letu meint nur, es schaut fast aus wie auf den Bildern zum Everest… dem kann ich nur zustimmen. Irgendwann sind wir an der Reihe, die erste Wand stellt auch gleich die Schlüsselstelle des Klettersteiges dar.

Rückblickend sehen wir, dass wir sogar noch Glück hatten, denn die Schlange ist nun bedeutend länger geworden, das schöne Wetter wollen halt Viele nutzen.

Die Via Ferrata zieht meist unschwierig am Grat entlang, ein paar Mal sind kniffligere Stellen eingebaut. Der Stau am Anfang hat sich aufgelöst, nun sind wir die meiste Zeit ohne Stockungen am Weg.

Die Aussicht ins Herz des Karwendels ist wunderbar. Wir sehen direkt auf die Gleirsch-Halltalkette, die nördlich an die Nordkette anschließt.

Ein immerwährendes Auf- und Ab zeichnet den Innsbrucker Klettersteig aus. Dieser Steig wurde schon 1986, vor dem großen Boom der Klettersteige eröffnet und erschließt einem größeren Publikum diese hochalpine Region.

Bei der letzten Begehung hatte ich noch Steinböcke gesehen, dieses Mal müssen wir mit den unglaublich geländegängigen Bergschafen vorlieb nehmen. Manchmal stehen diese allerdings schon im Weg, da ist an ein stressfreies Vorbeigehen nicht zu denken.

Gehstrecken wechseln sich mit Ferrataeinlagen ab, im Rückblick sieht man Menschen auf allen Zacken und überall am Weg stehen und gehen. Dennoch ist die Begehung recht entspannt, kein Gedränge spürbar.

Wir erreichen die Östliche Kaminspitze (2.435m), dort sitzen schon einige Bergsteiger, daher machen wir nur eine kurze Trinkpause und steigen weiter.

Kurz nach diesem Gipfel müssen wir eine Scharte ab- und wieder aufsteigen, dann wandern wir wieder am Grat entlang.

Die Steiganlage ist von der Spur her gut gewählt, man kommt ohne Probleme über Stellen, die ich mir ohne Seil nicht gerne antun wollen würde.

Und immer wieder sehen wir abwechselnd in das verbaute, hochzivilisierte Inntal, dann wieder ins wilde Karwendel, mit seinen ruhigen schönen Tälern.

Im Blick zurück sieht man die kühne Spitze der Kaminspitze.

Eine Stelle des Klettersteigs wurde wohl später mit einer kleinen Brücke entschärft, mir kommt vor, dass diese Brücke nicht von Anfang an Bestand. Alte Hacken lassen etwas anderes vermuten.

Noch ein paar Meter müssen wir über Köpfen und Grate klettern…

… dann erreichen wir mit dem Kemacher (2.480m), den höchsten Punkt der Tour.

Hier trinken wir nochmals einen Schluck, dann wandern wir das letzte Grat hinab, das durch das Stahlseil eher mühsam zu begehen ist.

Schlussendlich erreichen wir den langen Sattel, hier können wir nun Gurt und Klettersteigset einpacken, die Kletterpassagen sind hinter uns.

Vom langen Sattel steigen wir ab zum Brauneggsteig und über diesen zurück zur Seegrube.

Dort beschließen wir, etwas zu essen. Wir sind beide hungrig und durstig, und das Essen auf der „Grube“ ist recht gut.

Während Letu sich ein Schnitzel mit Kartoffelsalat gönnt, nehme ich ein Wildschweinragout mit Serviettenknödel. Das Essen ist richtig gut, und wir lassen es und schmecken.

Nachdem wir eine Weile in der Sonne genießen und unsere Beine rasten lassen, nehmen wir die Bahn ins Tal, es ist auch hier wieder viel los.

Eine tolle Tour mit super Begleitung, ich hoffe, wir können das bald wiederholen!

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:31 h
Gesamtlänge: 5,24 km
Höhenmeter: △ 372 m / ▽ 734 m

240823 Glungezer-Klettersteig

Was bietet sich für einen Freitag Nachmittag als sportliche Aktivität an… naja, das zähle ich jetzt nicht alles auf, aber Eines geht immer wieder: Ein kurzer Klettersteig. Wir haben uns zum Einstimmen den Glungezer Klettersteig ausgesucht, Biggi ist mit Georg dabei, Letu und ich.
Wir benutzen die Bahn zum Hochfahren, damit verkürzen wir die Strecke immens.

Heuer ist das der erste Klettersteig, die Euphorie, die ich vor ein paar Jahren für das Ferrata-gehen entwickelt hatte, ist wohl ein wenig eingerostet. Umso mehr freue ich mich, dass die Jugend heute dabei ist!

Bei der Y-Stütze ist eine Markierung und auch ein besonderer Zirbenbaum auf einem Felsblock. Hier steigen wir ein paar Meter den Hang empor, dann ziehen wir uns das Klettersteigset an.

Der Einstieg ist extrem leicht, eigentlich ist hier gar kein Set notwendig. Aber Übung macht den Meister, erklären wir. Über einen Einfachen Blockrücken steigen wir hoch, dann ist das Seil wieder ein paar Meter unterbrochen.

Der Klettersteig ist sehr gut angelegt, die Erbauer haben sehr viel aus der Landschaft geholt. Dennoch ist die Ferrata eben sehr einfach und sicher kein Sportklettersteig. Aber für Kinder, oder für Wiedereinsteiger stellt der Weg doch einen schönen Aufstieg dar.

Die Aussicht auf das Skigebiet ist exzellent. Man sieht , dass in den letzten Jahren viel investiert wurde. Der Zirbensee, so der eingängige Name, stellt eine der auffälligsten Änderung dar.

Nun kommen doch ein paar „knackigere“ Stelle, der Spaßfaktor ist auf jeden Fall größer.

Es ist ein lustiges Auf und Ab, um den Steig recht attraktiv zu machen, mussten ein paar nicht ganz logische Schlenker eingebaut werden. Anstatt an einer Stelle logischerweise geradeaus weiter zugehen, müssen wir fast umdrehen, um in ein kleines Tal abzusteigen. Daraufhin geht der Steig wieder in die Höhe.

Es macht uns auf jeden Fall viel Spaß, das Wetter ist wieder einmal auf unserer Seite…

Ein paar Blöcke sind senkrecht angebohrt, hier muss man ein kleines bisschen zugreifen, dann können wir wieder ein paar Meter spazieren.

Eine lustige Stelle ist das „Versteck des Bergmändchens“, ein knapper Schlitz, der in die Höhe führt.

Gleich im Anschluss kommt nochmals ein sehr enger Schlupf, in den ich nun mit abgenommenem Rucksack durch passe.

Das ist sicher eines der Highlights der Tour, aber überhaupt nicht schwer, nur eben recht eng.

Wir erreichen eine Seilbrücke, ein Blick auf die Uhr zeigt uns, dass es knapp werden könnte mit der Gondel-Abfahrt, wenn wir noch weitergehen. Also beschließen wir, hier Ende zu machen. Die Buben probieren noch ein paar Stunts an der Brücke, während Biggi und ich unsere Sachen einpacken.

Zum Abstieg wählen wir den Sommersteig über die Schäfferhütte. Diesen Weg bin ich im Winter schon öfter mit Tourenski gegangen, im Sommer war ich erst einmal hier.

Der weitere Weg führt über die Piste, eigentlich so wie wir hoch gegangen sind.

Murmeltierbaue sehen wir viele, aber die putzigen Pelztiere sehen wir heute leider nicht.

Bei Halsmarter beschließen wir noch eine Einkehr zu machen, da wir alle hungrig sind, schlagen wir hier richtig zu… Burger, Flammkuchen, und natürlich braucht es auch was trinken… so lassen wir es uns gut gehen. Richtig fein war´s…

Tourendaten
Gesamtdauer: 2.14 H
Gesamtlänge: 3,75 km
Höhenmeter: 323 m

230908 Glungezer Klettersteig

Der Herbst zieht ins Land und das Wetter ist wieder mal richtig schön. Die Fernsicht ist ein Wahnsinn, es ist einfach Pflicht, in die Berge zu ziehen. Heute sind Sara und Letu mit von der Partie, wir wollen den neu gerichteten Klettersteig am Glungezer inspizieren.

Wir fahren mit dem Bus zur Glungezerbahn und dann mit den zwei Sektionen hinauf zur Bergstation.

Von hier müssen wir über die nun mit Kühen befüllte Piste hinauf Richtung Schartenkogel. Diesen Weg kenne ich eigentlich nur von den winterlichen Abendskitouren…

Bald kommen wir zum steilsten Stück des Aufstieges. Sara ist heute nicht ganz fit, daher entscheidet sie sich, umzudrehen. Anstatt auf uns zu warten, fährt sie gleich mit dem Bus nach Hause! Sie muss morgen fit sein, da die Arbeit ruft…

Letu und ich wandern noch ein paar Minuten höher, dann erreichen wir den Einstieg in den Klettersteig. Dieser wurde für Kinder ausgelegt, der erste Teil ist sehr einfach gehalten… ein Übungswandl sozusagen.

Über schöne Blöcke und kurze Kletterpassagen steigen wir immer höher. Obwohl der Steig nicht wirklich schwer ist, ich lasse mich sogar dazu hinreißen, dass es kein richtiger Klettersteig ist, sind sehr schöne Passagen vorhanden.

Der Ausblick auf das Skigebiet ist auch wunderschön, seit kurzem gibt es auch einen Speichersee, der wie ein blaues Auge gen Himmel lugt. Und im Hintergrund, hier immer präsent, das wunderschöne Karwendel.

Ein paar „knackige“ Stellen sind dann doch immer wieder zu bewältigen, aber kein Problem für Letu… er macht seine Sache super!

Immer weiter steigen wir empor. Der Steig, das muss man hier mal sagen, ist sehr nett angelegt, teils abenteuerlich, und mit einigen Motiven für das Jungvolk, das mit Spaß die Berge erkundet!

Die Tuxer, und speziell der Glungezer sind ein faszinierender Steinhaufen. Über ein Blockgrat klettern wir entlang dem Seil, aber ohne einzuhängen, die Schneide empor.

Dann kommt der Schlitz, auch Breitenkontrolle genannt. Eine spannende Stelle, erst kraxelt man einen Kamin empor…

… dann geht es noch durch einen engen Schlitz. Ich muss hier sogar meinen Rucksack abnehmen, ansonsten würde die ich Maximalbreite wohl arg überschreiten. Letu hat es hier um ein Stück leichter…

Auch eine Tibetbrücke wurde installiert, ein wackeliges, aber schönes Vergnügen über eine kurze Schlucht.

Die Schlüsselstelle ist der „Zahn des Riesen“. Hier ist nochmals Armkraft gefragt, ein vertikaler Aufstieg über eine schöne Wand.

Den Zahn haben wir dann auch bald überstiegen, ab hier ist es wieder einfacher.

Ein paar kurze, aber schöne Kletterstellen sind noch vor uns, die wir sehr genießen. Es macht einfach Spaß, diesen Eisenweg hinaufzusteigen.

Leider sind die Kletterstellen nun fertig, ein Blick ins Tal zeigt uns den Schartenkogel, und das obere Gebiet des Skigebietes.

Gut gemacht, Letu. Wir meinen unisono, dass das nicht der letzte Klettersteig sein wird, den wir gemeinsam meistern.

Wir steigen nicht mehr zur Hütte auf, sondern wandern Weglos wieder retour ins Skigebiet. Über die Piste wandern wir zurück zur Bergstation.

Tourendaten:
Gesamtdauer: 3:08 h
Gesamtlänge: 6,22 km
Höhenmeter: ∆ 569 m / ∇ 562 m

230326 Ferrata Casto Klettersteigpark

Heute ist der dritte, und auch letzte Tag unseres Kurztrips im sonnigen Süden. Das Wetter passt noch gut, der Frühstückstisch zum bersten gefüllt! So lässt sich ein Tag gut starten!

Heute steht uns was Gemütliches bevor, in der Nähe unseres Apartment gibt es einen sogenannten Klettersteiggarten, ähnlich einem Klettergarten. Dort kann man fast alle Schwierigkeitsgrade ausprobieren. Wir sind hauptsächlich an der schönen Klammdurchschreitung interessiert.

Kurz nach 9:00 Uhr erreichen wir den Parkplatz, wir sind ziemlich allein auf weitem Felde. Der Park ist noch nicht offiziell geöffnet, es wird an vielen Stellen gearbeitet.

Wir wandern entlang des Baches zum Einstieg in den Klettersteig „Strettia di Luina“. Sicherlich nicht der schwerste Eisenweg in diesem Park, aber dafür laut Beschreibungen der absolut Schönste!

Am Weg entlang sind ein paar Themen-Stellen, die wohl mit der Gegend zu tun haben, aufgestellt: Bergbau, Köhlerei und ähnliche Sachen.

Bald haben wir den Einstieg bei einem kleinen Wasserfall erreicht, nachdem wir die Ausrüstung angelegt haben, starten wir auf deinem schönen Klemmblock.

Die Ferrata bewegt sich immer leicht über der Wasseroberfläche, geht nie arg in die Höhe. Das macht sie auch, neben der Schönheit, ideal für Anfänger.

Einzig die kurzen Abstände zwischen den Felsankern, die ein häufiges Umhängen notwendig machen, sind ein wenig lästig.

Immer wieder erreichen wir den parallel verlaufenden Wanderweg, einmal müssen wir diesen auch ein kurzes Stück selber begehen.

Eine Seilbrücke, die ich heute auslasse, führt in luftige Höhen, um auf der gegenüberliegenden Bachseite wieder zum Steig hinzustößt.

Je weiter wir in die Schlucht reinkommen, desto enger wird der Abstand der Felswände.

Schön ausgewachsene Strukturen zeugen von der Macht des Wassers, das sich hier wohl in Millionen Jahren durch-gefressen hat.

Immer enger, dunkler, aber auch schöner und spektakulärer wird der Canyon…

Unter uns ist nur noch kristallklares Wasser, die Schwierigkeiten halten sich in Grenzen, daher haben wir umso mehr Zeit zum Staunen.

Gegen Ende der Tour öffnet sich die Schlucht wieder ein wenig…

… und öffnet sich zu einem unscheinbaren Wiesenbach… Papa meint am Schluss nur: „Du bist halt doch in der Canyoningwelt zu Hause“. Und das selbe ich mir während der Tour durch den Kopf gegangen. Ich freue mich schon wieder auf das Canyoning im Sommer!

Am Ausgang der Tour erreichen wir einen Park, der für Groß und Klein als Kletter- und Spielpark dient. Sogar ein Flying Fox (Seilrutsche) wird gerade montiert.

Und hier endet auch unsere gemeinsame Tour. Maggo fährt wieder in den Süden, nächste Woche muss er dort noch eine Baustelle beaufsichtigen. Und Papa, Alfons und ich fahren wieder in den kalten Norden… dort ist Schnee angesagt!

Ich freue mich schon auf das nächste Mal, wenn wir wieder zusammen die Berge unsicher machen.

Tourendaten
Gesamtdauer: 1:50 h
Gesamtlänge: 7,5 km
Höhenmeter: 163 m
KS-Schwierigkeit: C

230325 Ferrata Crench, Monte Croce di Perlé (1.031m)

Der zweite Tag unseres Buabenwochenendes startet mit gold-schönem Wetter. Es ist warm, super sonnig und die Aussicht ist fulminant.
Nach einem üppigen Frühstück fahren wir von Casto nach Idro, dort starten wir unsere Wanderung mit Klettersteigeinlage.

Vom Parkplatz starten wir sofort bergauf, der erste Teil der Strecke ist der Klettersteig „Via Ferrata Crench“ mit einer Bewertung C/D (schwierig/sehr schwierig). Schon nach kurzem Höhengewinn genießen wir wieder eine göttliche Aussicht auf die Umgebung mit dem tiefblauen Idrosee.

Der Klettersteig startet angenehm, die Schwierigkeiten sind bei weitem nicht so krass wie Vortag, zumindest ist das meine Empfindung. Heute ist richtiger Genuss angesagt, der Steig macht mir richtig Spaß.

Die Schlüsselstelle, mit einer Kette entschärft, ist bei weitem nicht so wild wie vermutet, einmal fest zugreifen, und die Stelle ist überwunden.

Der weitere Weg ist schön, aber unschwierig und macht richtig Spaß. Der Steig, und die Aussicht auf Idro und den See ist wunderschön.

Die Ferrata zieht direkt hinauf zum „Punta Pelata (632 m)“, dem Schlusspunkt der Steiganlage. Dort wartet ein schöne Gipfelkreuz auf uns. Leider haben wir sowohl Brotzeit als auch ein Isogetränk zu Gunsten der Bequemlichkeit (leichter Rucksack) im Tal gelassen…

Doch Maggo überrascht uns mit einem „gschmackigen“ Himbeergeist… schon lange hatte ich keinen Gipfelschaps mehr gehabt!

Es ist wirklich unmöglich, den heutigen Tag nicht zu genießen. Wunderbare Gesellschaft, super Wetter und eine Aussicht, die schwer zu schlagen ist.

Wir verbringen eine feine Pause auf dem Gipfel, dann geht am Gratrücken weiter in Richtung „Cima Crench“.

Wir kommen auch an alten Stellungen aus dem Weltkrieg I (1914-1918) vorbei, die wir natürlich auch inspizieren. Hier an dieser Stelle verlief vor dem Krieg die Österreichisch-Italienische Grenze…

Auf dem „Cima Crench“ machen wir nochmals eine kurze Pause, dann steigen wir gegen Westen ab.

An einer Stelle haben wir eine wunderschöne Aussicht auf den nördlichen Teil des Sees. Was mir immer wieder auffällt… im Vergleich zu anderen, z.B. den Schweizer Seen ist der Idrosee relativ naturbelassen!

Immer wieder öffnet sich der sonst oft waldige Weg und lässt uns auch den weiteren Weg einsehen. An einer Stelle kann Alfons sogar unser höchstes Tagesziel, den „Monte Croce di Perlé (1.031 m)“ virtuell berühren

Ab hier verläuft der Wanderpfad oft im Wald. Es ist sehr trocken, später werden wir von unserer Vermieterin erfahren, dass es hier schon Monate nicht mehr geregnet hat…

So mancher Rückblick zeigt uns den schon begangenen Weg…

Schließlich erreichen wir im Gänsemarsch den „Monte Croce“. Trotz des wunderschönen Wetters sind uns nur ein paar Leute begegnet, im Sommer ist hier sicher viel mehr los.

Nach einer ausgiebigen Gipfelrast ohne Jause (wer die wohl vergessen hat) steigen wir ins Tal ab. Der Weg führt uns um den Gipfelstock, aber es geht nur noch abwärts.

Im schönen Dörfchen Idro suchen wir uns ein Kaffee, wir sind hungrig und auch ein wenig müde.

Ein feines Lokal direkt am See wird von uns auserkoren… die beigestellten Knabbereien sind rasch leer…

Da wir doch ein Stück zur Unterkunft fahren müssen, beschließen wir uns auf den Heimweg zu machen, obwohl es hier gemütlich zum sitzen wäre…

… dafür sitzen wir am Abend wieder gemütlich in unserer Pizzeria zusammen. Der Abend zahlt sich aus, es ist lustig und so schnell kommen wir dann doch nicht zu Bette.

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:57 h
Gesamtlänge: 9,64 km
Höhenmeter: 853 m
KS-Schwierigkeit: C/D (Schwierig)

230324 Ferrata Sasse und Fregio

Es ist endlich wieder soweit, das „Buabenwochenende“ steht vor der Tür. Wie *fast* jedes Jahr treffen wir, das sind Vater mit Söhnen und Schwiegersöhnen, irgendwo im Süden, um ein paar Klettersteige unsicher zu machen.
Heuer steht eine neue Gegend, in der Nähe des Idrosee´s auf dem Speiseplan.

Mit von der Partie sind heuer Papa, Alfons, Maggo und ich. Während Papa, Alfons und ich von Tirol aus anreisen, ist Maggo schon in der Nähe und stößt Mittags zu uns. Eine kleine Brotzeit haben wir mitgenommen, so gestärkt gehen wir gleich unsere erste Ferrata an.

Vom Campingplatz in Baitoni starten wir, der erste Teil unserer Wanderung ist ein einfacher Klettersteig am See entlang.

Zuerst müssen wir vom See weck eine sehr steile Stelle bewältigen, da katapultiert es unseren Puls gleich mal in die Höhe.

Abgesehen vom ersten Teil ist der Steig aber fast eben, nur kleine Auf- und Abs, immer in Sichtweite des Ufers und des Sees

Einfache Kraxelstellen sind mit Seil versichert, ein Klettersteigset brauchen wir hier jedoch nicht. Es ist weder ausgesetzt noch schwierig.

Ohne das Einklinken kommen wir recht flott weiter, natürlich vergessen wir nicht, bei der einen oder anderen Stelle zu verschnaufen und den Ausblick zu genießen

Eine sehr schöne Stelle in dieser Ferrata ist die kleine Brücke über eine Bucht. Man kommt von Oben an den Platz heran und muss über eine kleine Felswand abklettern. Die Aussicht ist fabelhaft!

Die Brücke über den See ist wackelig, aber gut zu begehen. Eine schöne Stelle, die ohne Brücke nicht fein machbar wäre.

Ab hier führt der Steig immer wieder knapp über der Seeoberfläche entlang. Im Sommer könnte man hier gut baden, heute ist aber niemand in der Stimmung, in das kalte Wasser zu springen oder zu fallen.

Schöne Bänder führen an dieser Stelle des Idrosees einfach am Ufer entlang…

… auch so manche Kletterroute ist hier eingerichtet. Die Kletterer, so mutmaßen wir, kommen allerdings aus Zeitgründen wohl eher mit dem Boot angefahren.

Wir verlassen die schöne Steiganlage und erreichen nach zwei Stunden Vesta. Den erste Teil des Nachmittags, die Via Ferrata Sasse haben wir geschafft. Einfach, aber wunderschön, so könnte man diesen kinderfreundlichen Steig auch nennen.

Nun stehen ein paar größere Brocken auf dem Programm. Ein wenig oberhalb von Vesta liegen zwei weitere Klettersteige, Via Ferrata Fregio und Via Ferrata Ginestre.

Nach einer kurzen Wanderung durch den Ort erreichen wir den Einstieg zum zweiten Klettersteig. Die Einstiegswand, bewertet mit D, schaut von unten schon mal recht wild aus. Die ersten paar Meter in der Wand sind für mich schon fordern, ein wenig mehr Armkraft wäre wünschenswert.

Bald haben alle die erste Wand bewältigt und wir können nach einer kurzen Verschnaufpause weitergehen. Der Blick auf den See begleitet uns stets und wird immer besser, je höher wir kommen…

Nach ein paar einfacheren Stellen in einem gemischten Gelände…

… erreichen wir die zweite Wandstelle. Wieder mit D bewertet, leicht überhängend und irgendwie kurios versichert, fordert mich diese Stelle noch ein wenig mehr… Nur mit einem kleinen Kniff, einem laut gesprochenen: „Zefix, iatz reiß di zamm!!!“ und einem beherzten Armzug erreiche ich wieder leichteres Gelände.

Nach dieser Erfahrung hat es mir die Lust auf den dritten Klettersteig vermiest… der weist auch solche Schwierigkeiten, zusätzlich noch länger auf. Das ist heute für mich nichts… Nach kurzer Beratung beschließen wir zusammen zu bleiben und den Rückweg, der auch noch recht lange ist, zu meistern.

Wieder am See entlang, nun auf dem „Sentiero dei Contrabandieri“, (Schmugglersteig) wandern wir zurück zu unserem Auto. Der Weg ist spektakulär angelegt, allerdings ist dieser nun wirklich als Wanderweg klassifiziert.

Zurück am Auto haben wir uns ein Bier, das Willi dankenswerterweise eingepackt hat, redlich verdient. Wir sind uns einig, der Start war schon mal gut, die Umkehr hat von der Zeit her gepasst, ansonsten wäre es am Abend wohl hektisch geworden!

Wir finden die Unterkunft nach kurzer Autofahrt, Cleo, die Vermieterin wartet schon auf uns. Alles wird genau erklärt, in der Pizzeria nebenbei gibt es heute Livemusik. „Das müsst ihr euch anschauen“, meint sie.

Ein gemütliches Abendessen, das Essen ist fabelhaft, rundet unseren ersten Tag in der Lombardei ab. Und von der versprochenen Livemusik bekommen wir auch noch was mit!
Alles wunderbar!

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:47 h
Gesamtlänge: 11,40 km
Höhenmeter: 655 m
KS-Schwierigkeit: D (schwer)

220319 Sentiero Contrabbandieri Massimo Torti

Ausgesetzte Kraxlerei hoch über dem Gardasee, so wird diese etwas andere Tour beschrieben. Der Sentiero Contrabbandieri (Schmugglersteig), auch als Percorso alpinistico Massimiliano Torti bekannt, ist kein klassischer Klettersteig, da einige Passagen selber versichert werden müssen.

Wir fahren mit dem Auto Richtung Pregasina, dort finden wir bei der weithin sichtbaren Madonnenstatue einen Parkplatz. Direkt nebenan führt der Weg hinunter zum See, bzw. zum Einstieg in die Tour.

Noch ist es kühl, eine leichte Brise weht, aber wir sind flott unterwegs und der Weg ist anfänglich auch gut auffindbar. Kurz bevor wir am Start sind, versteigen wir uns, und machen eine Extrarunde zum Aufwärmen. Nachdem wir wieder „OnTrack“ sind, ist der Einstieg schnell gefunden.

Wir ziehen das Klettersteigset an, die Helme auf den Kopf, so gerüstet machen wir uns auf ins Abenteuer.

Gleich am Anfang zeigt der Schmugglersteig seine Qualitäten. Ein schmales Band schlängelt sich ungefähr 150m über dem See, leicht überdacht, entlang der Felswand. Gut zu gehen, aber schwindelfrei muss man schon sein, ansonsten hält sich der Genuss vermutlich in Grenzen.

Manchmal ist der Steig ein wenig breiter, und dann auch gut gangbar. An den schmalen Stellen sichern wir uns selber, denn ein Stahlseil sucht man hier im Regelfall umsonst. Nur die Schlüsselstellen sind solala versichert.

Man muss sich, auch ohne Höhenangst, immer sehr gut konzentrieren, ein falscher Schritt könnte hier fatale Folgen haben. Dennoch muss man auch den Blick auf den See und speziell auch über Riva del Garda schweifen lassen…

… die Sicht ist einfach phänomenal. Es ist eine wunderschöne Gegend, die mich immer wieder in Erstaunen versetzt. Eigentlich ist man zu selten am Meer der Tiroler…

Bald erreichen wir die erste Schlüsselstelle, ein Spreizschritt hoch über dem See. Allerdings müsste man hier schon fast ein Balletttänzer sein, um grazil, mit guter Figur über den Spalt zu kommen.

So probiert jeder, eine mehr oder weniger gute Figur beim Grätschen zu machen. Das Resultat passt bei allen: Wir sind drüben… übrigens, das Stahlseil an dieser Stelle ist alles, bloß nicht vertrauenerweckend. Gut dass wir unser eigenes Sicherungsseil dabei haben.

Nach dieser Stelle wird das Gelände ein wenig einfacher, wir kommen zügig voran, die Seilsicherungen sind nun nicht mehr überall notwendig. Aber wir sind überzeugt, dass es das noch nicht gewesen ist…

Die zweite Schlüsselstelle stellt eine Strickleiter mit Aluminiumsprossen dar. Wenig vertrauenerweckend, ist auch schon eine Sprosse gebrochen und notdürftig repariert. Wir sichern uns von oben mittels HMS, die langjährige Übung zahlt sich aus…

Anschließend verengt sich der Pfad wieder, ist aber gut begehbar und offeriert schönste Ausblicke, unter anderem auch auf die vielen Segler und Surfern tief unter uns.

Ein paar pfiffige Stellen würzen den Weg immer wieder, es kommt also nie Langeweile auf, im Gegenteil. Ein sehr anregender Steig, der auch Respekt den Schmugglern gegenüber einfordert.

Eine „böse“ Stelle kommt nochmals, es scheint hier ist der Steig über eine längeres Stück abgebrochen zu sein. Dankenswerterweise hat jemand ein Stahlseil montiert, das auch sehr neu und gut verlegt den Eindruck bombenfester Sicherheit vermittelt.

Mit ein wenig Armkraft und der Zuhilfenahme versteckter Klammern meistern wir auch diese Stelle mit Bravour. Nun sind wir auch schon fast am Ende der Tour.

Ein gutes Stück laufen wir horizontal über kleine und weniger kleine Steige, allerdings bei weitem nicht mehr so ausgesetzt wie am Anfang. Schließlich erreichen wir den Ausstieg der Tour. Eine größere italienische Gruppe bereitet sich auch auf den bitteren Schluss vor.

Gute 300 Höhenmeter müssen nun erklommen werden, Der Steig steigt fast direkt durch eine Rinne hinauf zum Plateau von Pregasina.

Den Erbauern sind wohl am Schluss die Kurven ausgegangen… zumindest fühlt sich der Aufstieg so an.

Nach einem kurzen, aber nicht hässlichen Stück auf der Asphaltstraße erreichen wir wieder zufrieden die am Anfang erwähnte Madonnenstatue. Hier packen wir die Brotzeit aus, eine Dose Bier hat Papa auch noch die ganze Tour mitgeschleppt. Man schmeckt die Spannung bei jedem Schluck.

Auch von hier oben muss die wunderbare Aussicht nochmals erwähnt werden. Riva liegt uns zu Füßen, und im Norden liegt der Cima Rocca. Dort verläuft ein wunderschöner Klettersteig, den wir vor Jahren gemacht haben.

Zurück in der Unterkunft erfrischen wir uns, dann spazieren wir nochmals in die Stadt. Die Orangen hängen schon an den Bäumen. Der Ora, am Nachmittag ständig begleitender Wind lässt nicht glauben, dass hier Palmen, Kakteen und eben Orangen eine Überlebenschance haben.

Ein altes Schiff, vertaut am Kai lässt an alte Tage denken, als Riva noch zu Österreich gehörte…

Wir gönnen uns ein wunderbares Essen in einer kleinen Kneipe, gestärkt und zufrieden wandern wir wieder zurück zur Unterkunft.

Tourendaten
Gesamtlänge: 6,3 km
Gesamtdauer: 4:08 h
Höhenmeter: 600 m
Schwierigkeit: C/D

220318 Via Ferrata Rio Sallagoni

Nach zwei langen Jahren ist es endlich wieder soweit, das „Buabenwochenende“ steht vor der Tür. Heuer fährt Papa, Maggo ist mit dem Zug angereist, Alfons und Daniel sind leider verhindert…
Um 9:00 Uhr fahren wir von Aldrans los, rasch geht es über den Brenner, der Verkehrt ist flüssig…

… und so erreichen wir rasch den Bereich um Arco genauer gesagt Dro. Wir haben schon einen Klettersteig bei der Anfahrt ausgesucht, den wir nun direkt anfahren.

Wir essen eine Kleinigkeit, dann wandern wir zum Einstieg in die Schlucht. Ein einfacher, aber dennoch sehr lohnender Steig. Schon vor ein paar Jahren sind wir diese Ferrata im Zuge eines Buabenwochenendes gemacht…

Der Aufstieg ist nie ausgesetzt, aber es sind ein paar schöne Stellen dabei, die doch ein wenig Armkraft fordern. Also perfekt zum Eingehen im Frühjahr, wenn der Körper noch auf Ski und Rodel, aber nicht auf Fels eingestellt ist.

Der untere Teil des Steiges ist vorbildlich gesichert, einzig für kleinere Personen und Kinder könnte so manche Sprosse und auch der Seilabstand eine größere Herausforderung darstellen… .

Eine speziell schöne Stelle ist der sogenannte Klemmblock, an dem man auch die Wandseite in der Schlucht wechseln muss.

Im Mittelteil öffnet sich der Verlauf komplett, es wird wieder heller, im Hintergrund fließt ein schöner Wasserfall.

Hier erreichen wir eine schöne Seilbrücke über den kleinen Fluss, der uns wieder auf die im Aufstieg gesehen rechte Seite zurückbringt.

Die Seilbrücken sind auch perfekt angelegt, der Blick hinunter ins Bachbett ist anregend. Papa meint dazwischen, das ist ja fast wie Canyoning!

Der obere Teil ist nun auch ein wenig einfacher, steilere Passagen sind mit Klammern bestückt, rundherum wächst das Grün in der Schlucht… fast ein wenig wie in einem Dschungel.

Im oberen Teil erreichen wir noch eine kurze Seilbrücke, die mit lohnender Aussicht auf den Bach lockt.

Bald erreichen wir einen Teil, der abgesperrt ist. Aus dem Internet wissen wir schon, dass hier die Versicherungen nicht mehr so üppig sind, mit einer Sperre haben wir allerdings nicht gerechnet.

Wir treffen zwei Italiener, die uns zusichern, dass der Weg ohne Probleme begehbar ist. Daher setzen wir unseren Weg weiter fort. Es sind nur noch Klammern, keine Seile mehr vorhanden, aber das stellt uns vor kein Problem…

… die letzten Meter wandern wir über ein Band, dann erreichen wir einen Weinberg unter der Burg von Drena.

Wir spazieren zurück zum Auto und setzen unsere Fahrt nach Riva del Garda fort. Die Unterkunft haben wir rasch gefunden, wir richten uns ein, dann spazieren wir ins Zentrum.

Wir finden ein nettes Lokal, dort gehen wir essen und schließen den feinen Tag mit einer netten Plausch ab!

Tourendaten
Gesamtdauer: 1:20 h
Gesamtlänge: 2,4 km
Höhenmeter: 205 m
Schwierigkeit: C

201018 Peter-Kofel-Klettersteig (1.430m)

Das Wetter in Innsbruck zeigt sich nicht ganz so schön, es ist bewölkt, in der Früh hat es sogar noch geregnet. Aber trotzdem ist der Bewegungsdrang enorm, daher haben Michi und ich kurzfirstig ausgemacht, den Peter-Kofel-Klettersteig in St. Jodok am Brenner zu begehen. Bei mir ist es ja schon ein paar Jahre her, daß ich hier war, aber ich habe den Steig in guter Erinnerung.

Im St. Jodak angekommen lacht die Sonne vom Himmel, daß es nur eine Freude ist. Vom Parkplatz aus ist es nur ein kurzer Marsch zum Einstieg, das zeichnet diesen Genußklettersteig der Schwierigkeit C schon mal aus. Rasch haben wir uns ausgerüstet, wir sind nicht die Einzigen.

Vorbildlich angelegt beginnt der Eisenweg gleich mit einer C-Stelle, wer die nicht schafft, sollte hier überlegen auszusteigen. Der Steig ist nie schwierig, aber dafür anhaltend in- und knapp unter diesem Grad.

Rasch gewinnen wir Höhe, und obwohl hier kein Gipfel auf uns wartet, ist genügend Luft unter den Füßen.

Immer wieder wechseln sich schöne Stellen mit leichten Passagen ab, dann wird wieder ein Stück gequert, bis wieder eine Wand erklommen werden will.

Gebaut wurde der Klettersteig vor einigen Jahren von der Bergrettung, die Versicherungen sind vorbildlich, auch die Rettungspunkte sind gut beschildert. Sogar ein Materialdepot entdecken wir ziemlich genau in der Mitte, somit entfällt der Transport bei einem Notfall.

Zwei Seilbrücken erhöhen die Spannung ein wenig, aber im Vordergrund steht hier wirklich der Genuß, es ist einfach spaßig, zwischen Wänden, Querungen, Seilbrücken und glatten Wandstellen zu wechseln.

Dazwischen kann man noch endemische Pflanzen, die scheinbar nur in der Stafflacherwand vorkommen, bewundern. Besonders der Stinkwacholder fällt meiner empfindlichen Nase immer wieder auf.

Während des ganzen Kletterspaßes sollte man hier, wie auch sonstwo, nie vergessen, den Kopf mal zu heben und die wunderschöne Landschaft zu bewundern…

…im Hintergrund sehen wir Kraxentrager und die bekannten Skiberge Vennspitz und Silleskogel, manchmal allerdings mit Hut.

Am Schluß kommt nochmals eine kleine Wand, und eine Querung…

… dann sehen wir schon das Gipfelkreuz. Eine rasche Tour, die sich fast das ganze Jahr über machen läßt, denn die Wand ist südseitig ausgerichtet… im Sommer sicher eine sehr warme, wenn nicht heiße Angelegenheit.

Eine Besonderheit ist die Getränkebox am Ausstieg, die zu einer kurzen Pause einlädt. Waren beim letzten Mal noch viele verschiedene Getränke, gibts heute nur Apfelsaft… aber es ist auch schon Saisonende. Und der Saft schmeckt sehr gut.

Wir genießen die Sonne und die Aussicht auf die Schneeriesen im hinteren Valsertal. Es ist einfach wunderschön hier. Nach einer ausgiebigen Pause machen wir uns über den Steig ins Tal auf.

Am Fusse der Wand angekommen schauen wir nochmals hinauf. Der Steig umfasst nur etwa ein Viertel der Stafflacherwand, da ist also noch viel Potential für Erweiterungen. An einer Stelle dachten wir eh, daß da aktuell erweitert wird.
Eine tolle Tour, die ***fast immer***, das heißt das ganze Jahr über, gemacht werden kann.

Tourendaten
Gesamtlänge: 5,31 km
Gesamtdauer: 2:32 h
Höhenmeter: 363 m
Schwierigkeit: C

200920 Leite-Klettersteig

Heute, bei tollem Wetter, steht uns ein besonderes Abenteuer bevor. Wir haben beschlossen, den Leite-Klettersteig in Nasserreith zu absolvieren. Wer sind wir? Heute sind Papa, Sara, Letu und meine Wenigkeit am Wege. Für Sara ist es sogar der erste Klettersteig. Es ist wohl eine Herausforderung, immerhin sind ein paar Stellen, glatte Platten, mit der Klettersteigschwierigkeit C/D bewertet. Da meine Junioren aber gute Kletterer sind, sollte das kein Problem darstellen.

Schon am Einsteig heißt es mal fest zugreifen, aber die Zwei machen ihre Sache sehr gut und schon bald ist diese Stelle gemeistert. Die Kletterei ist immer an schrägen Platten, diese zeichnen sich jedoch an manchen Stellen als recht griffarm dar. Und noch dazu ist der Klettersteig gut begangen und teilweise schon speckig.

Auf jeden Fall macht es uns schon nach kurzer Zeit viel Spaß, die leichten und natürlich auch die schweren Stellen zu meistern. Ich gehe voraus, die Kinder hinterher und Papa macht das Schlußlicht. Immer wieder geben Papa und ich gute Tipps, sozusagen von den alten an die jungen Hasen…

Die Aussicht über den Kessel von Nasserreith wird immer besser, die Aussicht ist grandios und auch das Wetter spielt heute toll mit. Noch ein Faktor macht die Begehung heute spaßig… es ist nicht so viel los.

Weiter und weiter zieht das Stahlseil in die Wand hinauf, bald haben wir den höchsten Punkt erreicht. Ab hier geht es immer über Mehrseillängentouren, in denen sich schon ein paar Kletterer tummeln, in Quergängen weiter.

Ein kleines Highlight wartet am Ende der Tour noch auf uns, eine kurze Seilbrücke, die es aber in sich hat. Ein wackeliges Stahlseil zum balancieren, das aber alle wieder souverän meistern. Letu meint zwar kurz darauf, daß Seilbrücken ihm den Spaß am Klettersteiggehen verderben könnten, aber das ist bald wieder vergessen…

Überglücklich erreichen wir alle Vier wieder „festen Boden“, im hinteren Kar ist der Ausstieg. Ab hier geht es nun über einen kleinschottrigen Pfad wieder hinunter ins Tal. Der Abstieg ist auch nicht Ohne, hier muss man auf jeden Schritt achten.

Vom höchsten Punkt des Kars können wir nochmals den Tourenverlauf einsehen, die Kinder sind stolz auf ihre Leistung und ich bin es natürlich auch.

Nun heißt es gerade noch fest aufpassen, daß uns auf den letzten Metern nichts passiert. Das wäre nämlich hier nicht fatal, aber sehr unangenehm.

Zufrieden erreichen wir den Talboden, noch einmal schauen wir uns die Tour auf der Schautafel an. Hierher kommen wir sicher wieder einmal. Der Steig ist sehr angenehm zu gehen und der Zustieg ist sehr Kinderfreundlich…

Nasserreith ist seit ein paar Jahren ein richtiges Kletterparadies geworden, dem Entsprechend tummeln sich viele Kletterer in den Wänden herum… wir beobachten ein paar Kraxler, die hier tolle Wege begehen.

Am Parkplatz angekommen gibts eine Wurstsemmel, für Letu ist aber der Wasserspielplatz viel wichtiger. Hier kann er sich voll entfalten.

Am Heimweg nach Aldrans fahren wir über den Holzleitensattel. Und es ist schon wieder voll, in Richtung Deutschland ist Stau… hoffentlich kommt Papa gut nach Hause, denn das ist genau seine Richtung (später erfahre ich, daß es zwar gestockt hat, aber eigentlich alles gut gegangen ist).

Tourendaten
Gesamtlänge: 3,82 km
Gesamtdauer: 2:30 h
Höhenmeter: 372 m
Schwierigkeit: C/D