Archiv der Kategorie: Wandern

220814 Koflerjoch (1.861m)

Schon wieder auf der Hütte? Ja, gewiss, zur Zeit nutzen wir die Zeit… heute allerdings ohne Arbeit, sondern mal nur zum Entspannen. Und zum Wandern…
Früh morgens stoßt Papa zu uns, dann machen wir uns von der Hütte aus aus, zuerst Richtung Säuling.

Die ersten Meter müssen wir auf der Forststraße bewältigen, dann zweigen wir ab zum Steig Richtung Säuling oder aber Pflacher Älpele.

Wir nehmen den rechten Pfad zum Älpele und der wunderschönen Scharrhütte (Jagdhütte), das wir schon bald erreichen. Hier treffen wir ein paar Leute, die gerade Pause machen.

Vom Älpele geht es weiter auf schönem Steig unterhalb der Lähngehre…

… und mit wunderschönen Blicken ins Lechtal hinauf zum Jöchl beim Zunterkopf.

Der Steig ist teilweise recht steil, ansonsten leicht zu erwandern und gerade für nicht-schwindelfreie Wanderer zu empfehlen!

Je höher wir steigen, deste schöner wird der Ausblick. Die Gehrenspitze, Köllenspitze und Gimpel „winken“ zu uns herrüber…

Unzählige Eisenhüte zieren den Weg am Joch, edle Pflanzen und dennoch so giftig!

Am Jöchl verschnaufen wir kurz, im Hintergrund thront prominent der Säuling (2.048m).

Wenig bekannt, aber ungemein schön sind die Ammergauer ALpen. Pitzenjoch, Geierköpfe, Soldatenköpfe, Ochsenälpeleskopf und wie sie alle heißen. Wenig begangen, aber sehr lohnend.

Mittlerweile ist die Sonne hoch am Zenit und trotz mancher Schleierwolke sind die Temperaturen angenehm und die Aussicht gut.

Vom Jöchl aus sehen wir schon unser Tagesziel, das Koflerjoch. Eine feine Gratwanderung ohne Schwierigkeiten, aber mit tollen Ausblicken führt uns immer näher zum Gipfel.

Schlussendlich erreicht, haben wir uns hier eine gemütliche Pause mit Jause verdient. Wir schauen uns den Reuttener Talkessel mal genauer an, die Berge der Allgäuer und Lechtaler Alpen klar vor uns.

Für Clemens und Letu war das Stück bis hier recht anspruchsvoll, aber nun haben wir den höchsten Punkt erreicht und ab jetzt geht es fast nur runter.

Wir steigen vom Koflerjoch über steile, rutschige Platten ein Sück in ein neues Jöcherl ab, man kann von hier auf Deutscher Seite die Sepp-Soller-Hütte sehen, umringt von viel Weidevieh.

Unser Steig führt uns nun nach Süden über die Sattelköpfe… durch eine urtümliche Landschaft.

Abgestorbene Bäume, zu weit weg um abgeholt zu werden, schöne Steige, tolle Aussichten… der Pfad verspricht Kurzweil.

Bald erreichen wir die Dürrenberger Alm, die Jungs sind nun schon müde und freuen sich auf eine Stärkung.

Bei der Alm angekommen finden wir sogleich ein Plätzchen im Schatten, es ist recht wenig los. Die meisten Leute sind heute wohl am Badesee.

Für die Jungs gibts Kaiserschmarrn, für die Großen einen Schnaps. So lässt sich eine gemütliche Pause wohl aushalten.

Hier könnte man ewig sitzen, aber wir müssen wieder weiter. Wir haben noch ein gutes Stück vor uns. Nun sind wir allerdings wieder gestärkt, da wird das wohl ein Klacks werden.

Die Buben sind fit und dementsprechend auch wissbegierig, da weiß Opa so manche Geschichte zu erzählen… zum Beispiel vom Baum, den der Blitz gespalten hat.

Der Weg zweit nicht von ungefähr „7-Täler-Weg“, es sind wirklich genau so viele kleinere und größere Täler zu überschreiten. Eines der Schönsten fällt kurz vor dem Weg über einen tollen Wasserfall…

Immer näher führt uns der Weg Richtung Säuling und zurück zu unserem Forstweg, den wir in der Früh schon aufgestiegen sind.

Ein paar leichte Klettereien peppen den Weg ein wenig auf, ansonsten ist besonders die wunderschöne Landschaft zu erwähnen.

Unterwegs, die Temperaturen sind mittlerweile wieder recht hoch, braucht Letu eine kurze Abkühlung an einem der Bäche…

Über das Pflacher Älpele erreichen wir wieder die Forststraße, die uns zurück zur Hütte führt.

Rasch haben wir unsere Siebensachen gepackt, die Hütte ein wenig aufgeräumt, und alles wieder dicht gemacht.

Bis zum nächsten Mal, liebe Hütte, geht es mir durch den Kopf, als wir den Weg ins Tal antreten.

Das ist nun unser letzter Weg, von der Hütte zurück zum Haus meiner Mama. Dort bekommen wir noch eine kleine Stärkung, dann müssen wir auch schon zum Bus.

Die Busfahrt geht, trotz dem hohen Verkehrsaufkommen, in normaler Geschwindigkeit von Statten… schon bald erreichen wir Aldrans uns unser Zuhause.

Ein tolles Wochenende, mit gemütlichem Abend und feiner Wanderung. Definitiv ein Wochenende zum Wiederholen.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:49 h
Gesamtlänge: 13,89 km
Höhenmeter: ∆ 1.046m / ∇ 1.270m

220703 Fünfgipfelrunde (Glungezerkreuz, 2.660m)

Das Wetter ist wunderschön gemeldet und ein Blick aus dem Fenster bestätigt die Vorhersage. Schnell muss ich entscheiden, wohin es mich heute verschlägt. Eine Tour, die ich schon länger mal machen will, ist die folgende Fünfgipfelrunde: Schartenkogel, Glungezer, Sonnenspitze, Viggarspitze und Neunerspitze…

Ich fahre mit der Bahn zur Bergstation und starte dort meine Tour. Die Aussicht auf die Inntalfurche ist vom Glungezer aus eine der Schönsten…

Raschen Schrittes steige ich über den Rücken des Schartenkogels (2.311 m) hinauf zum Gipfelkreuz. Dem Ruf des Wetters sind einige Leute gefolgt, dem entsprechend viel Besuch haben die verschiedenen Gipfel heute.

Am Schartenkogel bleibe ich nur für einen schnelle Schluck Wasser stehen, weiter geht es über das Tulfeinjöchl und dann hinauf zum Glungezer (2.660 m). Ich wähle dazu den aufgelassenen Steig direkt durch die Flanke, der zwar gefühlt ein wenig steiler, aber auch weniger bevölkert ist.

Die Wanderungen in diesem Bereich unserer grandiosen Berglandschaft ist ohne großen Anspruch an das Können, dennoch fasziniert mich die abenteuerliche Stimmung hier immer wieder.

Im Hintergrund, sozusagen am Horizont lacht der Olperer in hellem Schneekleid zu uns…

… auf der anderen Seite winken Karwendel und Rofan zu mir rüber, lockend, ich solle sie doch bald wieder besuchen.

Noch ein Schwenker bringt mich wieder zurück ins Jetzt, westlich vom Glungezerkreuz liegen meine heutigen Ziele. Im Vordergrund die schöne Sonnensitze (2.639 m), ganz hinter der Patscherkofel, den ich heute auslassen werde.

Vom Glungezerkreuz hinüber zur Sonnenspitze sind es nur ein paar Minuten, vorausgesetzt, man kann halbwegs behände über das Blockwerk springen. Mit hoher Konzentration ist diese Aufgabe schnell gemeistert…

Auf der Sonnenspitze riskiere ich wiederum nur einen kurzen Rundblick, dann steige ich auf der Westseite des Gipfels ab. Der Pfad ist noch gut sichtbar, das ändert sich aber nach ein paar Metern.

Der gewählte Pfad führt direkt ins Tal, ich will aber noch ein paar Stationen einbauen. Daher verlasse ich den ausgetretenen Weg und gehe querfeldein, in der Hoffnung, den zweiten Pfad zu finden.

Das Gelände ich einfach und gut zu begehen, einzig die tiefen Löcher, die in den Verblockungen entstehen können, muss man beachten.
Bald öffnet sich wieder ein schöner Blick, die Viggarspitze (2.306 m) auf der linken, die Neuerspitze (2.285 m) auf der rechten Seite. Ich will die Überschreitung beider Gipfel heute noch rasch erledigen…

Wunderbare Felsformationen, teilweise ist sogar der Weg mit Felsplatten ausgelegt…

Über den Ostgrat ersteige ich den Gipfel… zu klein sollte man allerdings nicht sein, ansonsten erhöht sich der Schwierigkeitsgrad um Einiges.

Direkt hinter dem Gipfel zweite ich ohne Pfad in die Nordflanke der Viggarspitze. Ein paar Schritte Vorsicht, dann entdecke ich einen verwachsenen Weg hinunter zum vom Gipfel erspähten Wanderweg.

Als ich diesen erreiche, bin ich ein wenig enttäuscht, schmal und voller Latschen ist der Weg alles andere als fein. Schlimmer wäre nur, wenn man direkt und weglos durch die Latschen müsste…

Im oberen Bereich sind weniger Latschen und der Weg wird besser. Bald schon erreiche ich den Gipfel. Nun ist eine Rast mit Brotzeit obligatorisch… ich habe den letzten Gipfel für heute bestiegen.

Gemütlich sitze ich in der Sonne, fast alle Gipfel von heute kann ich einsehen. Nach der Pause mache ich mich über das Frauental zum Zirbenweg auf. Hier ist noch ruhig… bald schon werde ich genau das Gegenteil erleben.

Der bekannte Zirbenweg lockt, ganz klar, jedes schöne Wochenende Hundertschaften mit Kind und Kegel auf den Berg…

… es muss auch gesagt werden, dass die Wegführung für Kinder einfach super ist. Keine Absturzgefahr, immer wieder schöne und interessante Abschnitte. Herz, was willst du mehr… zumindest wenn der Junior dabei ist!

Kurz vor der Kofelbahn sieht man noch eine Mauer, die Überreste der ehemaligen Lawinengalerie. Mit dieser konnten die Skifahrer früher ohne Gefahr den gefährlichen Osthang queren.

Beim Lift angekommen, hüpfe ich gleich in eine Gondel. Zu viel ist mir am Schutzhaus los, als dass mich eine Einkehr locken würde. Heute scheint echt halb Innsbruck am Weg zu sein…

Mit dem Bus, jetzt da ich glücklicher „Klimaticket-Besitzer“ bin, reise ich wieder relativ schonend heim nach Aldrans!
Eine wunderschöne Tour… die ich sicher wieder mal machen werde!

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:35 h
Gesamtlänge: 14,07 km
Höhenmeter: △ 977 m / ▽ 1.079 m

220614 Rinner- und Aldranser Alm

Eine kleine, aber feine After-Work-Tour sollte es heute werden. Das Wetter ist super, es ist sehr warm, daher wähle ich den Weg auf die Rinner- und Aldranser Alm. Den Rückweg, wie schon öfter exerziert, bewältige ich über die Aste, das kleine Industriezentrum in Aldrans und über den Wald retour nach Hause.
Der Aufstieg ist speziell bei warmem Wetter ein Genuss, denn fast immer wandelt man durch kühlen Wald, nur kurz unterbrochen von Stellen mit schöner Aussicht auf das Tal.

Die Rinner Alm (1.380m) erreiche ich nach flotten 38 Minuten, von einer Einkehr sehe ich ab, zu viel Volk hat sich auf der Terrasse versammelt und ich bin alleine unterwegs. Der feine Waldweg zur Aldranser Alm (1.511m) ist in 15 Minuten bewältigt, auch hier das selbe Bild… viele Mountainbiker, die meisten mit Motor genießen die Abendsonne.
Über die Forststraße, teilweise joggend erreiche ich zuerst das Wasserbassin von Aldrans, anschließend die Aste und schlussendlich wieder das Dorf.

Eine feine Tour bei bestem Wetter. Da bin ich froh, dass ich mich aufgerafft habe 😊.

Tourendaten
Gesamtdauer: 1:59 h
Gesamtlänge: 11,05 km
Höhenmeter: △ 595m / ▽ 716 m

220606 Rinner-, Aldranser-, Sistranser Alm

Die Kinder sind schwer beschäftigt, das Wetter zu schön, um im Haus zu bleiben, also mache ich mich mit dem Bus auf nach Rinn. Mein erstes Ziel soll die Rinner Alm sein. Der Start ist mitten im Dorf bei der Kirche, über den Parkplatz erreiche ich den Steig.

Da ich alleine bin, kann ich ein wenig auf die Tube drücken, rasch wandere ich den Rinner – Almensteig empor.

Immer wieder eröffnet sich ein schöner Blick auf Innsbruck, doch viel Zeit zur Umschau gönne ich mir heute nicht. Nach 36 min. erreiche ich die Rinner Alm. Die Terrasse ist total voll, das war auch zu erwarten.

Daher beschränke ich mich auf einen Gruß zu den Wirtsleuten, dann gehe ich flotten Schrittes weiter zur Aldranser Alm.

Der Abschnitt zwischen Rinner- und Aldranser Alm gefällt mir auf dieser Strecke fast am Besten, wunderschöne, kühle Waldpassagen sind auch an heißen Sommertagen angenehm zu erwandern. Auf der Aldranser Alm ist auch richtig was los, daher hier das selbe Spiel… ich Grüße und gehe weiter.

Nach kurzer Überlegung und Blick auf die Uhr beschließe ich, noch weiter auf die Sistranser Alm zu gehen. Bei dem Wetter sollte man jede Sekunde auskosten. Schon bald erreiche ich diese auch sehr fein gelegene Alm, hier möchte ich mal wieder mit dem Rad rauffahren.

Nach drei Almen habe ich heute genug, nun wandere ich talwärts, das nächste Etappenziel ist Sistrans.

Schon nach kurzer Wanderung erreiche ich den Parkplatz, den Ort quere ich flott. Auf einem Schild kann ich nochmals die Richtungs- und Zeitangaben der einzelnen Almen überprüfen…

Der Weg von Sistrans nach Aldrans führt über Rans, der Mais auf den Feldern schießt schon aus dem Boden. Wie schon gestern festgestellt, hat der Regen hier gut getan.

In Richtung Oberland und Martinswand breiten sich wunderschöne Weizenfelder mit Kornblumen aus, ein richtig schöner Ausblick. Zufrieden wandere ich nach Hause, diese Runde gefällt mir ausnehmend gut…

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:27 h
Gesamtlänge: 11,60 km
Höhenmeter: △ 727 m / ▽ 865 m

220427 Rinner und Aldranser Alm

Nachdem ich die letzten Wochen sehr inaktiv war, wird es wieder Zeit, ein wenig in die Natur zu ziehen. Die Übergangszeit, in der wir uns gerade befinden, ist wunderbar: Zarte Temperaturen locken ins Freie, dennoch sind die hohen Lagen für den Wanderer noch unzugänglich. Da bieten sich Almen an, erkundet zu werden. Natürlich sind die heuten zwei Ziele, Rinner Alm (1.380m) und Aldranser Alm (1.495m) hinlänglich bekannt, nichts desto Trotz lohnenswert.

Wir starten direkt im Ortskern von Rinn. Ein paar Meter einer Dorfgasse entlang erreichen wir den eigentlichen Wanderparkplatz. Ab hier erreichen wir den Steig, der uns direkt, mit ein paar Forststraßen-Überquerungen, hinauf zur Alm. Gemütlich „Ratschend“ erreichen wir die Rinner Alm nach 50 Minuten.

Eine kurze Rast in der Sonne sei uns gegönnt, dann geht es über schöne Waldsteige weiter zur Aldranser Alm.

Das Forstwegenetz am Kofel ist stark ausgebaut, daher trifft man andauern auf Forststraßen. Ideal zum Mountainbiken, wie ich schon von einigen Touren weiß.

Der Wechsel des Wettergeschehens ist akkurat an den Monat angepasst. War es am Morgen noch kühl und nass, scheint nun die Sonne und es ist angenehm… solange man nicht im Schatten stehenbleibt.

Immer wieder öffnen sich die bekannten schönen Aussichten auf die Landeshauptstadt und das wunderbare Mittelgebirge. Auch sichtbar, wie sehr die Schneedecke auch in den höheren Lagen gelitten hat.

Kurz vor der Alm finden wir noch ein paar kleine Schneefelder, die die höheren Temperaturen überlebt haben. Dennoch hält auch hier der Frühling Einzug…

Bei der Aldranser Alm machen wir eine längere Pause. Da der Gastbetrieb noch nicht angelaufen ist, geöffnet wird erst am 1. Mai, habe ich vorsorglich eine Dose Bier mitgenommen, die wir nun in der wärmenden Sonne genießen.

Nach der gemütlichen Pause wandern wir wieder zurück, teils auf Alternativwegen, zum Ausgangspunkt. Eine gemütliche Runde mit feinen Gesprächen neigt sich dem Ende zu. Das war ein feiner Einstieg in eine hoffentlich gute Wander- und Bergsaison 2022!

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:06 h
Gesamtlänge: 7,19 km
Höhenmeter: 699 m

220320 Wanderung Monte Brione (376m)

Nach zwei schönen Klettersteigen beschließen wir zum Abschluss, noch eine gemütliche Tour auf den Monte Brione zu machen. Obwohl nicht besonders hoch, ist der Monte Brione aus Riva nicht wegzudenken. Die besondere Form dieses Felsen ist auffällig! Ein echter Hingucker von allen umgebenden Touren!

Wir starten beim Jachthafen, dort ist ein großer Wanderparkplatz. Aktuell noch recht leer, wird der sich bei diesem Wetter bestimmt noch gut füllen.

Ein wunderschöner, einfacher Steig führt am Rücken dieses Hügels empor zum Gipfelkreuz. Immer wieder öffnen sich wunderschöne Ausblicke auf den See, die Stadt und das Umland.

Den Steig, den wir gestern gemacht haben, können wir auch sehr gut einsehen. Wir sind früh genug dran, daher ist es noch windstill, und damit sehr angenehm.

Nicht nur die Natur und der See faszinieren bei dieser Wanderung, auch die geschichtliche Komponente kommt nicht zu kurz. Riva war bis zum I. Weltkrieg noch Teil von Österreichs und damit Grenzgebiet. Dementsprechend wurden hier Bunker und Festungen gebaut, die heute noch besichtigt werden können.

Gerade im Zuge der aktuellen Situation (Ukrainekrieg) ist es immer wieder verstörend, wie viel Energie der Mensch in den Kampf und Krieg stecken. Das Paradox des Festungsbaus muss man sich immer wieder ins Gedächtnis zu rufen: „Man baut auf, um das Selbe zu zerstören“.

Nachdem wir die Bunker inspiziert haben, schauen wir wieder in die Ferne… der Gardasee, der größte See Italiens, wurde durch einen Seitenast des Etschtalgletscher geformt. Eckdaten zum Gewässer: 51,6km lang, bis zu 17.2km breit, die tiefste Stelle beträgt 346m. Damit befindet sich hier ein unglaubliches Wasserreservoir, ein echter Schatz!

Die Landschaft, die sich hier um den See gebildet hat, ist klimatisch sehr begünstigt. Nicht umsonst zieht es hier jedes Jahr abertausende Touristen an die Gestade, um Urlaub zu machen.

Vom Monte Brione haben wir fast alle unsere Touren, die wir heuer und in den letzten Jahren gemacht haben, im Blick. Cima Rocca, den Klettersteig Amicia und die vielen zugehörigen Gipfel…

Der Pfad, obwohl eigentlich immer am Grat verlaufend, zweigt immer wieder ins Unterholz ab. Die Aussicht ist dann kurzfristig weg, nur um an der nächsten Kurve wieder einen Prachtblick auf die Umgebung freizugeben.

Gemütlich erreichen wir die Bunkerfestung nahe am Gipfel. Hier ist nun schon mehr los, viele Leute sind auch mit dem Fahrrad bzw. E-Bike zum Gipfel geradelt…

Mittlerweile sind T-Shirt-Termperaturen angebrochen, der Frühling ist eindeutig im Anmarsch.

Am Gipfelkreuz machen wir eine kurze Rast, dann wandern wir weiter Richtung Norden, wir wollen den ganzen Kamm abschreiten.

Der Blick nach Arco mit der bekannten Burg öffnet sich kurz hinter dem Gipfel, auch hier haben wir schon so manchen Klettersteig bestritten.

Der weitere Weg führt über die Westflanke des Monte Brione wieder ins Tal. Wir suchen uns einen alternativen Weg, da wir ein paar Geocaches auf dem Weg suchen wollen. Natürlich finden wir alle Dosen! Papa kann dazu nur schmunzeln…

An einigen geschützten, sonnigen Stellen blühen schon die ersten Primeln. Es muss sich hier um eine eigene Art handeln, die Blütenkelche sind fast doppelt so groß wie die mir gekannten Schlüsselblumen daheim…

Ein Großteil des Rückwegs führt durch alte Olivenbaumhaine, manche dieser Bäume müssen schon hunderte Jahre auf dem Buckel haben.

Noch einmal erhaschen wir einen Blick auf den Cima SAT, mit dem Klettersteig Amicizia. Dieser Steig wird lange in Erinnerung bleiben, ewig lange Leitern sind das Hauptmerkmal.

Retour am Parkplatz ist dieser nun fast voll, es sind also einige Leute am Weg. Wir packen unser Zeug ins Auto, dann fahren wir auf direktem Weg zurück nach Tirol. Nach ein wenig mehr als 2 Stunden erreichen wir Innsbruck. Papa macht vor der Weiterfahrt noch eine kleine Pause, Maggo fährt am späten Abend mit dem Zug nach Hause!

Ein gelungenes Wochenende neigt sich dem Ende zu. Es hat uns Spaß gemacht, war teilweise fordernd und kulinarisch vom Feinsten. Was will man mehr. Nach 2 Jahren war das Buabenwochenende wieder ein voller Erfolg.
Mögen noch Viele folgen!

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:50 h
Gesamtlänge: 7,74 km
Höhenmeter: 541m

211121 Kaisersäule (1.700m) und Törl (1.773m)

„Auf den Spuren der Thaurer Knappen“, so würde der Alternativtitel meiner heutigen Tour wohl heißen. Wer meinen Ausführungen aufmerksam folgt, kennt meine Affinität zum Bergbau. Und das Halltal, dieses Tiroler Kleinod, ist hier ein wahrer Fundus.
Meine heutige Tour starte ich an anderer Stelle, in Thaur. Einige Salzknappen kamen aus Thaur, und der von mir gewählte Weg war ihr Arbeitsweg zum Salzbergwerk…

Mit dem Bus erreiche ich Thaur, durch das schöne Dorf wandere ich hinauf zum Romediuskirchl und weiter zum Thaurer Schlössl. Es ist noch früh, aber im Gasthaus herrscht schon emsiges Treiben… der letzte Tag vor dem Corona-Lockdown Nr. #4 muss noch genutzt werden.

Mir ist es für eine Einkehr noch zu zeitig, nach kurzem Gespräch mit der Wirtin wandere ich, noch im Schatten, in höhere Gefilde… schon bald lugt die Sonne über die Tuxer Alpen und wärmt mich angenehm auf.

Der Blick ins Inntal, leicht dunstig, offenbart den anrückenden Winter. Die Nordhänge können sich nicht mehr vom weißen Kleid befreien, an den Südhängen ist es aber noch angenehm.

Der Weg ist steil, mit dem logischen Vorteil, schnell Höhe zu machen. Überall strahlen die wunderschönen gelblichen Lärchen aus dem Wald hervor…

Bald schon erreiche ich die Thaurer Alm (1.464m). Zu meinem Leidwesen bin ich hier noch nie eingekehrt, obgleich ich schon ein paar Mal vorbei gelaufen bin. Auch heute hat sie, wie fast jede Alm, den Betrieb schon eingestellt. Einsamkeit pur, bis jetzt ist mir nur ein Wanderer entgegengekommen…

Von der Alm zieht ein feiner Weg in Richtung Osten, mit Umweg zur Kaisersäule, aber auch direkt zum Törl. Ich wähle den Umweg, der mich in Folge wieder zum Törl bringen wird.

Schon fast bei der Kaisersäule angekommen, genieße ich den Ausblick ins Oberland und zur wunderschön gelegenen Thaurer Alm.

Nun ist mein erstes Ziel, die Kaisersäule erreicht. Hier muss ich wohl ein paar erklärende Worte spendieren: Die Säule ist keine Säule, sondern eine Pyramide. Und der Namenspender ist Kaiser Franz I., der an diesem Ort die Schlachtorte der Tiroler Freiheitskämpfe von 1809 besichtigte. Im Erinnerung an diesen denkwürdigen Besuch errichteten die Salinenarbeiter anno 1838/39 das Denkmal.

Fürwahr wurde der Platz wunderbar gewählt, die Aussicht ist grandios und ich nutze die Gelegenheit, meine Jause hier zu verzehren. Bei so einem Blick schmeckt das Mitgebrachte gleich zweimal so gut…

Nach verdienter Pause mache ich mich auf, den weiteren Weg zu bestreiten. Zuerst muss ich ein paar Höhenmeter zum Törl zurücklegen. Hier könnte man zur Wildangerspitze abzweigeb, ein Ziel, das ich gerne nächstes Jahr machen würde…

Schatten, verursacht durch den Thaurer Zunterkopf lässt den Schnee hier nicht mehr abschmelzen, der wird die noch magere Unterlage für einen hoffentlich schneereichen Winter bilden.

Die Gämsen ziehen um diese Jahreszeit in tiefere Gefilde, immer wieder kann ich diese begnadeten Kletterer am Wege beobachten. Ich versuche, möglichst leise vorbei zu schleichen, damit der schon angefressene Winterspeck nicht unnötig reduziert wird.

Die Rücksicht lohnt, langsam und ohne Eile ziehen die Geißen an mir vorbei, und kommen so relativ nahe an meine Position.

Mit dem Übergang ins Halltal, beschattet durch die Berge, breitet sich nun Kälte aus… diese wird mich wohl mit kurzen Pausen bis zu Ausgang des Tales begleiten.

Bizarre Felsformationen, brüchig und bedrohlich, erinnern mich, dass vor kurzem der Übergang über das Törl noch wegen Steinschlags gesperrt war. Mittlerweile ist der Weg ein wenig verlegt, daher kann man diese Passage gefahrlos begehen.

Schließlich erreiche ich die Herrenhäuser, stumme Zeitzeugen einer einst glorreichen Zeit, als das Salzbergwerk noch aktiv war. Erst 1967 wurde der Bergbau eingestellt, nach 700jährigem Bestehen. Zwar weniger bekannt als der Silberbergbau in Schwaz, hatte die Saline den größeren finanziellen Ertrag pro Jahr. Zu besten Zeiten wurden hier 16.800 Tonnen Salz pro Jahr gefördert… lange Zeit der größte Industriebetrieb Tirols.

Leider hat der Zahn der Zeit und auch die Natur ihre Spuren an diesem wunderschönen Ensemble hinterlassen… seit kurzem bemüht sich neuerdings ein Verein um eine Revitalisierung der altehrwürdigen Gebäude. Hoffentlich sind sie erfolgreich…

Ein weiterer Zeitzeuge aus längst vergangenen Tagen ist St. Magdalena im Halltal. Ehemals als Kloster angelegt, ist hier nun ein kleines Berggasthaus einquartiert. Im Winter lockt der Platz unter anderem mit einer toller Naturrodelbahn.

Als Abstiegsweg nütze ich den Steig durch das Eibental. Der Steig führt hoch über dem Talboden hinaus zum Bettelwurfbründl.

Von hier hat man einen guten Überblick über den Talanfang. Auch das Mundloch des Margarethen-Trinkwasserstollen, der die Trinkwasserversorgung für die Region Hall-Wattens sicherstellt, kann entdeckt werden. Der Stollen wurde zwischen 1995 – 2002 erbaut, nachdem die alte Trinkwasserversorgung am 31. Juli 1992 durch eine gewaltige Mure zerstört wurde.

Zu guter Letzt erreiche ich den Hackl, Ausgangspunkt für viele Wanderungen im malerischen Tal. Der Parkplatz ist voll, viele Wanderer wollen das schöne Wetter nutzen und auch dem morgen startenden Lockdown nochmals entkommen.

Ich muss feststellen, dass ich noch eine Stunde Zeit bis zu meinem Bus habe, daher beschließe ich, nach Hall zu wandern. Dort genieße ich die Sonne im Kurzpark, während ich auf den Bus warte.

Zufrieden erreiche ich wieder mein Heim, eine feine Wanderung liegt hinter mir, mit vielen Eindrücken, von denen ich nun zehren kann.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:30 h
Gesamtlänge: 18,47 km
Höhenmeter: 1.230 hm / 1.367 hm

211113 Hasentalrunde

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Schöne liegt so nah… angelehnt an einen Vers von Goethe beschließen Letu und ich, in direkter Umgebung eine Wanderung zu machen. Wir starten zu Hause, ein paar Asphaltmeter müssen wir durch das Pfarrtal gehen…

… dann erreichen wir schon den Übergang nach Ampass, direkt unterhalb des Sportplatzes.

In Aldrans ist beim Abmarsch schönes Wetter, in der Inntalfurche liegt allerdings Nebel. Und mit unserer Runde erreichen wir mehrmals genau die Randzone vom Tiefnebel.

In Ampass zaubert dieser Effekt wunderschöne Stimmungen in die Landschaft. Mystisch liegt das alte Widum, eingebettet in feinem Dunst, im Schatten.

Auch der weitere Weg in Richtung Häusern und durch den Ebenwald ist von viel Nebel und wenig Aussicht geprägt. Mir gefällt die Stimmung sehr gut, einziger Wermutstropfen ist die feuchte Kälte, die omnipräsent ist.

An der Pest- und Kriegerkapelle in Ampass machen wir eine kurze Pause. Während Letu einen Geocache sucht, bewundere ich die alten Grabkreuze… auch ein Gedenkstein für Kaiser Franz Josef I. ist vorhanden…

Der Weg führt noch eine Weile gen Osten, fast immer knapp am Waldrand entlang.

Unterhalb des Kienbergs erreichen wir die Abzweigung, die auch unseren Umkehrpunkt darstellt. Nun geht es ein wenig aufwärts…

Mit dem Höhengewinn überwinden wir auch die Tiefnebelgrenze… bald schon leuchtet azurblauer Himmel zu uns nieder, während einige noch tiefer gelegene Bäume im Dunst liegen.

Der Wald hier am Kienberg ist dicht, dennoch scheint hier noch eine vernünftige Forstwirtschaft vorzuherrschen. Der Wald scheint aufgeräumt und gepflegt…

Im Wald hängen noch immer leichte Nebelfelder, aber wir haben die Grenze nun eindeutig überschritten…

An einer schönen Stelle am Kamm des Kienbergs sehen wir das Ausmaß der Wolkendecke… das gesamte Inntal liegt unter dickem, festen Nebel.

Währenddessen sind wir nun in der Sonne angekommen. Das nutzen wir gleich für eine feine Pause mit Jause aus…

Die Sonne wärmt unsere kalten Knochen, und das Gefühl kriecht langsam wieder in die Finger.

Unser weiterer Weg führt über den Kienbergrücken direkt in den Weiler Kienberg. Dort zweigen wir ins Hasental ab.

Und gleich am Anfang gibt es eine große Überraschung… was tun die zwei Kamele hier mitten in Tirol? Lustige Tiere, die uns neugierig betrachten…

Vorbei an den Mooshöfen, die obwohl hier in der Nähe von Innsbruck doch gefühlt extrem abgelegen sind, wandern wir ganz in der Nähe der berüchtigten Teufelsmühle gen Westen.

Der Weg im Hasental wird immer enger, schließlich sehen wir den letzten Reiterhof, der hier versteckt in dem engen Tal liegt.

Nach ein paar Schritten durch den Wald öffnet sich das Tal wieder, ein Schild weist und darauf hin, dass es sich hier um die Hasenheide handelt. Wir stehen bald in der Nähe der Prockenhöfe, die Aussicht auf Innsbruck ist von dieser Stelle immer wieder besonders.

Vorbei am Herzsee, einem ehemaligen Badesee, nun Angelteich erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt.
Eine tolle Wanderung, die wir direkt von zu Hause durchführen konnten. Und obwohl das Wetter nicht so gut war, die Stimmung war es allemal!

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:16 h
Gesamtlänge: 16,93 km
Höhenmeter: 450 hm

211106 Telfer Wiesen

Heute steht eine gemütliche Wanderung in der Nähe von Mutters auf dem Programm, eine Runde um die Telfer Wiesen. Mit der Stubaitalbahn (STB) fahren wir, Letu und ich vom Bahnhof Innsbruck nach Kreith. Kurz vor den Endhaltestelle steigt Michi zu, da sie uns heute begleitet.

Vom Bahnhof müssen wir ein paar Meter auf der Fahrstraße gehen, dann zweigt auch schon der Wanderweg zu den Telfer Wiesen ab.

Überraschend viel Schnee liegt hier, das hätten wir weder in Aldrans, und noch viel weniger in Innsbruck vermutet.

Der Forstweg durch die wunderschönen Lärchenwäldern ist allerdings gut zu begehen. Und der Weg ist wirklich einfach gehalten. Das merkt man auch an der Frequenz der Besucher…

Durch Zufall bin ich auf diese Strecke gestoßen, nun bin ich echt froh, auf den Tipp am Ende des Textes eingegangen zu sein: Im Spätherbst besonders empfehlenswert.

Der Kontrast von Schnee, gelben Lärchen, brauner Wiese und tiefblauem Himmel ist wunderschön, fast möchte man nicht weitergehen vor lauter Staunen.

Ein weiteres Highlight, das mir ins Auge sticht, sind die schönen Städel, die hier überall aufgestellt sind und auch in wunderbarem Zustand sind.

Vielleicht hat sich mein Blick gerade eben geschärft, weil ich beim letzten Aufenthalt auf der Hütte (siehe Link) auch an unserem Stadel arbeiten musste und weiß, wie viel Arbeit und Liebe hier drinnen steckt.

Als sich die Wiesen öffnen, tut sich uns ein wunderschöner Blick auf den Altar Tirols auf, die Serles…

Letu findet immer wieder etwas zu inspizieren, Gott sei Dank ist ihm nie langweilig.

Beim Umkehrpunkt finden wir ein sehr schön gefertigtes Wegkreuz vor…

… kurz danach verzweigen die Wege, unsere Richtung ist nun zum „Gasthof Stockerhof“. Ein Schilderwald weist uns ein.

Immer haben wir schöne Ausblicke, speziell auf die Tuxer Alpen und auf den Patscherkofel oder Morgenkogel.

Die Sonne ist nicht mehr so stark, daher vermag sich der Schnee hier trotz guter Einstrahlung vehement zu halten.

Wenn wir unterwegs sind, die die Temperaturen in Ordnung, sobald man ein wenig rastet, wird es kühl.

Das letzte Stück des Weges vor dem Gasthaus ist verschneit, kalt und scheinbar im ewigen Schatten.

Michi erzählt, dass Bekannte schon die ersten Skitouren in diesem Gebiet unternommen haben. Bei dieser Schneelage kann ich mir das gut vorstellen.

Im Gasthaus Stockerhof gönnen wir uns ein Mittagessen, das sowohl qualitativ wie quantitativ zu überzeugen weiß. Wir sitzen direkt in der Sonne, dennoch sind unsere Finder bald so klamm, dass Letu zum Essen Handschuhe anziehen muss.

Der Kälte geschuldet bleiben wir nicht sehr lange, kurz nach dem Essen verlassen wir diesen im Sommer wohl sehr gemütlichen Platz und wandern weiter talwärts.

Wieder zeigt sich der Patscherkofel, als beeindruckende Pyramide von der schönsten Seite.

Schließlich erreichen wir wieder das zu Mutters gehörende Kreith. Die letzten paar Meter zur Bahn legen wir in flottem Schritte zurück und erreichen punktgenau die nächste STB.

Beim Einsteigen in die Bahn fällt mir nochmals die wunderschöne Silhouette der Nordkette auf, die sich auch in der Fensterscheibe der Bahn spiegelt.
Eine wunderschöne, aber auch kühle Wanderung, die ich im Sommer auch mal gerne machen würde…

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:13 h
Gesamtlänge: 8,61 km
Höhenmeter: 344 m

211023 Almenrunde Mittelgebirge

Heute ist wieder mal Wandertag, die Kinder sind Beide mit dabei. Das freut mich natürlich sehr. Das Wetter ist gut angesagt, der Frühhochnebel soll sich im Laufe des Vormittags verziehen. Wir fahren mit dem Bus zum ehemaligen Olex, mit der Bahn fahren wir rauf zur Mittelstation des Patscherkofels.

Von der Station müssen wir erst die Skipiste queren, dann erreichen wir den Perlstainsteig.

Dies scheint ein nicht stark frequentierter Weg zu sein, dennoch finde ich diesen Steig, den ich letzten Winter entdeckt habe (Link), wunderschön…

Den Kindern gefällt der verworrene Pfad auch sehr gut, durch den Reif, der sich hier schon festgesetzt hat, sind einige Stellen allerdings recht rutschig.

An der Schlüsselstelle, die nicht spektakulär ausschaut, hängt ein kurzes Hangelseil, ansonsten sind keine Schwierigkeiten am Weg auszumachen. Das war im Winter ein wenig anders, denn da hatte ich den Weg nicht immer optimal getroffen.

So wandern wir über Stock und Stein, einmal sehen wir ein Reh, das verschreckt davon läuft, ein andermal beobachten wir Eichhörnchen, die sich schon für den Winter vorbereiten.

Zwischendurch sehen wir die Inntalfurche zu unseren Füßen liegen, ein immer wieder grandioser Blick. Und langsam lichten sich die letzten Nebelschleier und es wird milder.

Viel Totholz liegt hier herum, das muss denn auch mal überklettert werden. Was für schönes Holz das abgeben würde, wenn der Abtransport nicht so schwer wäre…

Ein kleiner Hauch von Zivilisation kommt auf, als wir einen alten, morschen Zaun entdecken. Ansonsten erinnert hier nichts an die Nähe zur Landeshauptstadt.

Dreimal müssen wir Bäche überqueren, aber auch hier wurde ein wenig nachgeholfen, Bretter, rutschige Stämme oder einfach größere Steine erleichtern den „Gang mit trockenem Fuße“.

Schließlich erreichen wir die erste Alm des Tages, die Lanser Alm (1.718m).

Hier ist alles noch ruhig, noch scheinen keine Leute da zu sein, oder sie sitzen alle in der Gaststube…

Wieder einmal öffnet sich die Aussicht ins Unterland, dort sind doch noch einige Wolken zu sehen. Und die Lärchen, die sich nun rasant ins Gelbliche verfärben, stechen auch gleich ins Auge.

Von der Lanser Alm führt der Almenweg direkt zu der zweiten Alm, die wir bald erreichen.

Die Sistranser Alm (1.608m), von der Lage her für mich persönlich eine der schönsten Mittelgebirgsalmen, liegt auch noch ein wenig im Dämmerschlaf, aber am Nachmittag erhoffen sich auch hier die Wirtsleute mehr Ansturm.

Wieder müssen wir ein gutes Stück auf einer Forststraße spazieren, der langweilige Hatsch wird durch Spiel und Erzählungen versüßt.

Dann erreichen wir die Aldranser Alm (1.511m), nun haben wir uns eine Pause verdient.

Die Sonne lacht auf die Terrasse, wir finden einen schönen Platz und gönnen uns was Gutes. Die Kinder gönnen sich eine Kaspressknödel-Suppe, während ich mir eine Saure Wurst einverleibe. Natürlich will jeder vom Anderen kosten…

Die letzte Alm im Quartett, die Rinner Alm (1.394m) erreichen wir nach einem kurzweiligen Wanderstück durch den Wald. Hier ist es wieder relativ ruhig, scheinbar sind heute doch nicht so viele Leute am Weg.

Von der Rinner Alm steigen wir auf der, im Winter als Rodelbahn präparierten, Forststraße hinab ins Tal. Ein kurzer Stopp am Spielplatz darf für Letu nicht fehlen, während sich Sara in der Sonne aalt.

Pünktlich erreichen wir die Posthaltestelle in Rinn, nur kurz müssen wir warten und schon geht es nach Hause.

Ein wunderschöner Wandertag neigt sich dem Ende zu, nun können wir zu Hause noch ein wenig entspannen.

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:10 h
Gesamtlänge: 10,43 km
Höhenmeter: 232m / -961m