Schon viel habe ich von der Welt gesehen, aber die nahen Ziele sind mir irgendwie immer wieder durchgerutscht. Heute, der Oktober zeigt sich von seiner besten Seite, fahre ich mit den Kindern für einen Kurztrip nach Bozen. Mit dem Zug ab Innsbruck erreichen wir schon nach kurzer Fahrt die Landeshauptstadt von Südtirol.
Unser Gepäck können wir im Büro des Apartment-Anbieters deponieren, so erleichtert machen wir uns auf, die Stadt zu erkunden.
Laubengasse, Obstmarkt, Walterpark…
… Rathaus. Lauter schöne Gebäude, viele lebendige Cafés und reges Treiben. Das ist unser erster Eindruck von Bozen.
Am Nachmittag haben wir uns das Archäologiemuseum vorgenommen, in dem der „Mann aus dem Eis“, der Ötzi ausgestellt ist. Viele Informationen um den Sensationsfund erfahren wir hier, und schlussendlich können wir noch einen Blick auf die Gletschermumie werfen. Sehr spannend…
Nach dem Museum, das Wetter ist einfach ein Traum, spazieren wir noch zur Talfer, dem Fluss durch Bozen.
Über die Talferbrücke sehen wir das Siegesdenkmal aus der Faschistenzeit, das den Übergang vom alten, deutschen zum neuer, italienischen Teil von Bozen markiert.
Sara und Letu finden immer wieder etwas Lustiges als kurzzeitige Ablenkung, währenddessen kann ich so manchen Geocache bergen.
Nach diesem ausführlichen Spaziergang wandern wir wieder zurück in die Altstadt, holen unser Gepäck und machen uns zur Unterkunft auf… ein kleines, aber gemütliches Apartment.
Am Abend spazieren wir nochmals in die Stadt, finden ein kleines Restaurant, in dem wir vorzüglich speisen. Satt, zufrieden, aber müde gehen wir zurück zur Unterkunft.
Am nächsten Morgen steht Schloss Runkelstein, die sogenannte Bilderburg auf dem Programm. Wir spazieren der Talfer entlang nach Norden, vorbei an kleinen Schlössern, Villen und Weinbergen.
Es ist noch frisch, aber die morgentliche Sonne wärmt uns dann doch ein wenig auf.
Nach gut 45 Minuten erreichen wir die für ihre Fresken bekannte Burg. Ein kurzer, steiler Aufstieg bringt uns zum Schloss, das auf einem Porphyrfelsen thront.
Wunderschön erhalten, bzw. restauriert, ist das imposante Gebäude ein wahrer Hingucker.
Im Hof ist eine kleine Schank, die uns sofort ins Auge sticht, dort werden wir nach dem Rundgang noch einkehren.
Die Innenräume sind mit wunderschönen Fresken bemalt, in manchen Räumen sind nur mehr Fragmente erhalten, andere Kammern sind bis an die Decke verziert.
Szenen aus dem profanen Leben im Mittelalter sind hier sichtbar, Jagd-, Kampf und Alltagsausschnitte, die viele Rückschlüsse auf das damalige Leben ermöglichen.
Ein Rundgang über die Wehranlage lässt uns nochmals den Innenhof gut einsehen, auch an den geschützten Außenfassaden sind Bilder aufgemalt.
Der Ausblick von den Wehrgängen nach Süden zeigt wieder die liebliche Landschaft um Bozen, mit den für Herbst so typischen Farben.
Im Gastgarten gönnen wir uns ein gutes Mittagessen, Schnitzel für die pikanten, Kaiserschmarrn für die süßen Gemüter…
An der Talfer entlang erreichen wir wieder die Altstadt, hier machen wir noch einen Zwischenstopp am Obstmarkt und kaufen würzigen Käse ein und genießen ein Getränk in der Herbstsonne.
Dann ist der Kurzurlaub auch schon fast wieder um, wir holen unser in der Früh deponiertes Gepäck wieder ab und spazieren zum Bahnhof. Hier erhaschen wir noch einen Blick auf die Rosengartenspitze mit dem berühmten Rosengarten vom Zwergenkönig Laurin.
Die Fahrt von Bozen über den Brenner vergeht wieder wie im Fluge, schon bald erreichen wir mit neuen Eindrücken gestärkt, unsere Heimat. Hier sind wir bestimmt nicht das letzte Mal gewesen.
Ein schöner Tag kündigt sich an, im Tal hält sich noch Nebel, die Höhen sind schon klar. Ein wunderbarer Start für eine Bergtag. Die Hüttenspitze ist wieder mal das Ziel.
Da ich aktuell das Auto von meiner Mama zur Verfügung habe, sind solche Touren auch gut möglich, mit dem Bus ist es schon ein wenig aufwendig, hierher zu kommen. Ich parke bei der Walderkapelle, nach kurzem Marsch passiere ich die Sprungschanze.
Ich steige auf der Ostseite des Halltals und des Halltalbachs auf, gegenüber von mir entledigt sich der Zunterkopf der letzten Nebelfetzen und zeigt seinen breiten Rücken…
Obwohl mir vorkommt, dass die Hüttenspitze doch ein paar Besucher empfängt, ist der Steig schmal und wirkt an manchen Stellen sogar ein wenig urig. Das sollte nicht täuschen, einige Wanderer besuchen hier die Winkler- oder die Alpensöhnehütte.
Gedankenverloren bleibe ich einmal kurz stehen, sehe aus dem Augenwinkel etwas. Ich drehe meinen Kopf, keine 3 Meter von mir stehe eine Gämse. Ich schaue genau, kann aber keine Bewegung ausmachen… was ist los mit dem Tier. Ich gehe ein paar Schritte und sehe wie sich der Kopf der Gämse dreht. Also doch nicht ausgestopft…
Eine eigentümliche Situation, mit der Gämse. Fast ein wenig gruslig… Ich habe nun gut an Höhe gewonnen, der Ausblick ins Halltal öffnet sich mehr und mehr.
Noch komme ich immer wieder in leichten Bergwald, der mir die Sicht raubt, aber weit kann es nicht mehr sein, in die baumfreie Zone.
Vorbei an der Winklerhütte, dort finde ich einen frisch ausgelegten Geocache „Halltalerhütte“ stapfe ich nun zur zweiten Hütte auf meinem Weg.
Obwohl, wie gesagt, nicht die Massen hier rauf laufen ist der Weg hier bei den Hütten gut gewartet und zeugt von viel Liebe für die Instandhaltung…
Die zweite und letzte Hütte, die Alpensöhnehütte thront hoch über dem wilden Halltal.
Besonders der Ausblick hinter der Seilbahn, mit Bankl ist jeden Groschen wert! Auch hier wurde vor kurzem ein neuer Cache verlegt: der Halltalblick.
Nachdem ich mich an der Aussicht satt gesehen habe, mit Zunterkopf, Herrenhäusern, St. Magdalena, Wildangerspitze, Kartellerjöchl, Roßkopf, Lafatscher und Speckkarspitze, folge ich weiter meinem Wege.
Der Baumbestand ist nun den zähen Zunterstauden gewichen, die selbst strengen Wettern standhalten können und dem Wanderer im Hochsommer den letzten Tropfen Wasser aus dem Körper zu saugen vermögen.
Eine steile Steinrinne, zum Glück frei von Gämsen, tut sich vor mir auf. Gerne bringe ich dieses Hindernis rasch hinter mich…
… bald darauf quert der Weg einen schotterigen Hang, auch hier, wie fast überall am Weg heute, beobachten mich zwei Gämsen. Ich komme mir schon fast wie bei Hitchcock vor. Und wie von mir befürchtet, alsbald flüchten die scheuen Tiere und ein Steinhagel ergießt sich in die oben genannte Schlucht.
Ein Wanderer, der hinter mir im Aufstieg ist, hatte Glück und war kurz vorher aus der Rinne ausgestiegen. So was könnte auch ins Auge gehen.
Erst kurz vor dem Erreichen der Hüttenspitze offenbart sich mir das kleine Kreuz. Ein paar Meter muss ich noch absteigen, damit ich schließlich zum Gipfel steigen kann.
Schon öfter bin ihr am Gipfel gestanden, auch heute wieder ist ein grandioser Tag, wenn gleich nun der Föhn ein wenig Kühle in die Jause bringt.
Eine rasche Stärkung muss sein, dann setzte ich meinen Weg fort. Von der Hüttenspitze steige ich in die Wechselreise ab, die mich rasch ins Halltal zurückbringen wird.
Ein paar kurze Kraxelstellen sind zu bewältigen, dann erreiche ich den Übergang zur Wechselreise.
Dieses mächtige Schotterfeld, ein Spielplatz sondergleichen, öffnet sich mir. Wenngleich der obere Teil Dank grobem Schotter nicht ganz leicht zu bewältigen ist…
… wird der Kies im unteren Teil immer feiner, da steht dem „Reisenlaufen“ nichts mehr im Wege… beim gelben Kreuz, schon von weit oben sichtbar, muss ich nach links ausweichen, denn dort führt der reguläre Weg weiter in die Talsohle.
Ein Blick zurück lässt mich erfreut lächeln, Hüttenspitze mit Winklerwand, und links daneben die Wechselreise sind für mich ein wunderbares Bild, das mir nie fad werden wird.
Die gegenüberliegende Seite, nun im wunderschönen Licht, offenbart das urtümliche Halltal.
Der Steig führt nun über erdige Wege hinunter zur Wasserfassung und zum Bettelwurfbrünndl, dort wechsle ich auf den Fluchtsteig.
Dieser Fluchtsteig war immer eine relativ sichere Variante für die Salzknappen, ihren Arbeitsplatz im hinteren Halltal zu erreichen. Heute lädt dieser Wege viele Sonntagsspaziergänger ein, die ein wenig Erholung in der Natur suchen.
Nach der einsamen Überschreitung der Hüttenspitze ist es für mich ein großer Kontrast, wie viele Leute heute hier zu Gange sind.
Da ich bei der Walderkapelle parke, geht es für mich über eine Brücke üben den Weißenbach, dann spaziere ich auf breiter Straße zum Parkplatz. Beim Auto werde ich nochmals einen Blick hinauf zur Gleiersch-Halltal-Kette, Wechselspitze, Hohe Fürleg, Walderkampspitze, Tratten und Hundskopf… so viele schöne Ziele noch!
Ich bin froh und dankbar, dass ich einen solch schönen Tag im wunderschönen Halltal verbringen durfte! Hoffentlich bald wieder…
Tourendaten Gesamtlänge: 11,0 km Gesamtdauer: 3:30 h Höhenmeter: ∆ 1.085m / ∇ 1.085m
Der Herbst mit seinen schönen Farben ist für mich einfach die beste Wanderzeit. Heute plane ich mit Papa die Tauernüberschreitung von Nordwest nach Ost und zurück über den Plansee.
Wir starten beim Parkplatz auf der Sattelhöhe, kurz vor Frauenbrünnele. Von dort kann man auch gut runter zu den Stuibenfälle spazieren.
Unser Aufstieg ist steil, teilweise rutschig und einsam. Manchmal steht eine Gams in der Nähe, schaut skeptisch und grast weiter… ansonsten sind nur ein paar Vögel und viel Natur vorhanden.
Während der untere Teil der Wanderung im Wald liegt, lichtet sich weiter oben die Vegetation, es sind nur ein paar Latschen vorhanden. Dafür nimmt die Aussicht zu, schon kann man den Talkessel, die Tannheimer Berge, Säuling und Alpenvorland gut einsehen. Viel Zeit zum Erholen habe ich auf diesem Weg allerdings nicht. Papa macht gutes Tempo und der Weg steigt immer mehr oder minder steil den Hang hinauf.
Kurz vor dem Gipfel legt sich der Weg ein wenig zurück und wir erreichen den Grat. Nun geht es in leichtem Auf- und Ab zum Gipfelkreuz des Zunterkopfes (1.811 m).
Nebelschwaden hängen heute zwischen den Bergen, der Plansee kann von hier aus fast nicht gesehen werden. Die Stimmung ist allerdings magisch, wir sind uns einig, interessanter kann es fast nicht sein…
Immer wieder reißt die Wolkendecke auf, lässt uns weit sehen, Kohlbergspitze, Pitzeneck und Hochschrutte liegen direkt vor uns. Im Süden wälzt sich eine Wolkenwalze über das Gebirge.
Nach Nordwesten hin sehen wir den Säuling, auch hier schiebt sich eine Wolkendecke vom Alpenvorland herein. Gut einsehen kann man von hier auch den hinter uns liegenden Gratverlauf.
Ein paar steile Passagen müssen wir wieder runtergehen, ohne nennenswerte Schwierigkeiten. Dennoch ist immer Obacht angesagt, schnell kann ein falscher Schritt zu Blessuren führen.
Da es, obwohl nicht besonders hoch, kühl und windig ist, haben wir uns präventiv gut eingepackt, als wir vom Zunterkopf losgegangen sind. Jetzt beim leichten Weiterweg bin ich froh um die Extraschicht am Körper.
Wieder ein Blick zurück, wir sehen im Verlauf den Zunterkopf und im Hintergrund die imposanten Felsgebilde der Tannheimer Berge.
Papa, der schon öfter am Tauern war, erklärt mir, dass der Weg dieser Tage um einiges besser ist als früher. Daher nehmen wir an, dass nun nun öfter Besucher auf diesen ehemals einsamen Hüter des Talkessels einfinden.
Schließlich erreichen wir auch den eigentlichen Tauerngipfel (1.841m). Oft wird bei der Besteigung fälschlicherweise der erste Gipfel, der Zunterkopf als Tauern bezeichnet.
Von hier führt nun ein schmaler werdender Steig weiter nach Osten, hinüber zum Jägersteig, der allerdings ob des größeren Ansturms auch schon besser gepflegt ist. Wenn ich hier von größerem Ansturm spreche, meine ich allerdings keine Innsbruck Verhältnisse… im Außerfern geht es immer beschaulich zu!
Der Heiterwanger See hat heute eine extrem auffällige Färbung, die durch das gedämpfte Licht noch besser zur Geltung kommt. Durch Sedimenteinträge hat das Gewässer einen milchigen Schein.
Im Gegensatz dazu strahlt der Plansee, mit der der Heiterwangersee durch den sogenannten Kanal verbunden ist, dunkel und klar zu uns herauf.
Der Weg ist hier stellenweise durch den gestrigen Regen aufgeweicht, das Gehen teilweise schwierig und unangenehm. Da meine alten Schuhe fast kein Sohlenprofil aufweisen, muss ich besonders aufpassen.
Hier im Bild sieht man nochmals den schönen Heiterwanger See, dahinter liegt Heiterwang, überragt vom Thaneller.
Über das „Verbrennte“ oder auch „Brand“, einer kahlen Bergflanke, die dem Namen nach mal abgebrannt ist, erreichen wir Ostseite des Massivs.
Gut sieht man von hier den Spieß und das Hochschruttemassiv, getrennt vom Pitzebach.
Alte Wälder säumen unseren Weg, ein kommerzieller Holzabbau würde sich wegen dem schwierigem Zugang nicht anbieten, daher dürfen die Riesen hier in Würde altern.
Auch so manchen verkrüppelten Kerl, evtl. durch starke Aufwinde verursacht, finden hier hier.
Kurz bevor wir den berühmten Aussichtspunkt über dem Plansee erreichen, stoßen wir auf die Jagdhütte der Familie Scharzkopf. Hier setzen wir uns und genießen die Aussicht. Jäger haben sich schon immer wunderbare Plätzchen ausgesucht…
Der Aussichtspunkt am Gratle, vor einigen Jahren nur einem auserwählten Kreise bekannt, wurde durch ein Instagramm-Foto berühmt und wird nun an schönen Tagen regelrecht belagert.
Die Aussicht, das muss gesagt werden, ist phantastisch, man steht genau am richtigen Blickwinkel, um den Plansee schön zu überschauen, links die Soldatenköpfe, rechts der Spieß.
Leider hat jeder Massenansturm seine dunkeln Seiten, der Weg bis zum Aussichtspunkt ist in schlechtem Zustand, der Wald in der Umgebung mit Taschentüchern und Sonstigem übersäht… leider hört hier die Rücksicht auf Mitwanderer an der ausgestreckten Hand auf.
Der Weg ist rutschig und ungut zu gehen, einen kurzer Moment nicht aufgepasst, sitze ich auch schon im Gatsch… sehr ärgerlich… Am Plansee angekommen, wasche ich meine Hände. Die Hose ist zum Glück doch fast nicht verdreckt, da habe ich nochmals Glück gehabt.
Der Plansee ist der zweigrößte See Tirols und war schon zu Zeiten Kaiser Maximilians I. bekannt für seinen Fischreichtum und als Jagdgebiet. Auch heute noch kann man das gut nachvollziehen, trotz Ansturm an Menschen ist es hier sehr naturbelassen.
Wir wandern am Plansee entlang zum Seespitz, weiter auf der linken Seite, vorbei am Frauenbrünnele, erreichen wir nach kurzem Forstweg-Marsch die Stuibenfälle. Es ist schön, diese mal „ohne Canyoninggäste“ zu sehen…
Kurz nach dem kleinen Wasserfall zweigt unser Weg nach links bergauf und wir erreichen unseren Ausgangspunkt, den Parkplatz.
Eine tolle Tour, die ich schon lange machen wollte. Toll, dass ich das heute mit Papa „erledigen“ konnte, wir haben auch schon neue Ziele ausgemacht… es bleibt spannend!
Tourendaten Gesamtdauer: 4:23 h Gesamtlänge: 11,42 km Höhenmeter: ▲ 1.076 m / ▼1.102 m
Dies dürfte wohl eine meiner letzten Canyoningtouren für dieses Jahr werden. Umso mehr freue ich mich, dass zum Ersten der Hochalpbach begangen wird, zum Zweiten ein Trupp junger Einheimischer am Start steht. Abgerundet wird das Ganze mit Friedl als Canyoningguide!
Im Aufstieg
Der Zustieg ist rasch gewältigt, seit einiger Zeit stiegt man ein wenig höher in die Schlucht und nimmt so noch einen kleinen Abseiler mit.
Erste Abseilstelle
Dann sind wir schon im sehr kühlen Wasser. Bei der Gruppe handelt es sich um einen Junggesellenabschied, daher ist eine weithin sichtbare Verkleidung für den zukünftigen Bräutigam schon angebracht.
Kaltes WasserDer Ehrengast
Die zweite Abseilstelle ist zwar einfach, aber von der Höhe her der höchste Absatz der gesamten Tour. Ca. 25m müssen wir neben einem Wasserfall abseilen.
Großer Abseiler
Die meiner Meinung nach schönste Stelle der Tour, eine Engstelle betreut Friedl, während ich das Seil verstaue und gleich weiter zu den Gästen abseile.
EngstelleBeim AbseilenBeim Abseilen
Die Enge, wie ich sie nenne, ist wunderschön, der Wasserfall macht hier eine „Drehung“, sehr interessant zum anschauen und auch abseilen.
In der EngeIn der Enge
Es folgt noch eine kleine Rutsche…
RutscheRutsche
… und ein paar kleine Abseiler, alles zusammen in schönster Landschaft.
Es macht… … allen SpaßAbseilstelle
Der Wasserstand ist heute perfekt, ein wenig mehr als im Sommer. Es ist auch ein wenig Schmelzwasser dabei, das erklärt die niedrigen Temperaturen.
AbseilstelleAbseilstelle
Im unteren Teil der Tour ist viel Gehgelände, aber auch ein paar kleine Rutschen
RutschenRutschen
Viel zu schnell erreichen wir wieder den Ausstieg, dort müssen wir noch ein paar Höhenmeter rauf zum Auto. Mit Neopren immer wieder eine Herausforderung.
Fast am Ende…
Eine tolle Tour mit feinen Gästen, so stelle ich mir eine Abschlusstour vor! Es hat allen sehr viel Spaß gemacht, und genau deshalb macht man solche Touren…
Tourendaten Gesamtdauer: 1:40 h Gesamtlänge: 1,4 km Höhenmeter: ▲ 254 m / ▼ 254 m
Nachdem mir die gestrige Wanderung viel Spaß gemacht hat, bin ich extra-motiviert, gleich noch was dranzuhängen. Leider schaffe ich es nicht, früh zu starten, daher nehme ich den Bus um 17:43 h zur Talstation Patscherkofelbahn.
Heiligwasserwiese
Der erste Teil des Aufstiegs ist neben der Skipiste, der Heiligwasserwiese. Am Parkplatz toben sich ein paar Jugendliche mit Drohnen aus, was für ein Krawall…
Teehütte mit Karwendel und Rofan
Vorbei an der Teehütte, erreiche ich Heiligwasser (1.234 m). Dieser schöne Wallfahrtsort liegt am Fuße des Patscherkofels. Der Legende nach erschien hier die Muttergottes zwei Bauernbuben, die ihr Vieh suchten. Dem neben dem Kirchlein entspringenden Quellwasser wurde heilende Wirkung attestiert.
Heiligwasser
Vom Pilgerort wandere ich auf faden Forststraßen weiter hinauf, nicht mal viel Aussicht kann der Weg aufweisen.
Forststraßenhatsch
Weiter oben lichtet sich dann der Wald doch wieder und gibt den Blick frei auf das Unterland, mit Karwendel- und Rofangebirge. Der Himmel, dank der späten Stunde, leuchtet schon in Pastelfarben.
Rofan
Auch das Oberland mit der Hohen Munde und der Zugspitze rückt in mein Blickfeld, auch hier überspannt ein wunderschöner Himmel die Szenerie.
Oberland
Auf 1.480m Höhe erreiche ich die Igler Alm, bzw. das Feld auf dem diese Alm einmal gestanden hat. 1984 brannte das schöne Gasthaus ab, seit dem liegt dieser Boden brach.
Ehemalige Igler Alm
Im oberen Teil steht ein schönes Holzkreuz mit den Olympischen Ringen, ein Gedenkmonument für die Olympioniken von 1964 und 1976.
Olympioniken-Kreuz
Ab hier wechsle ich auf einen schmalen Steig, der nun in Richtung Lanser Alm führt. Der Weg scheint nicht so gut begangen zu sein, in einem Teil liegen die Überreste von Holzarbeiten, mit viel gutem Holz… schade darum.
Da hat wohl wer nicht aufgeräumt…
Wieder erreiche ich eine Forststraße, nun jedoch mit lichtem Wald, so kann ich zumindest die Aussicht genießen. Das licht wird immer schöner, die Dämmerung ist schon eine wunderschöne Zeit.
Herbststimmung
Unwirkliche Farbspiele sind am Himmel zu sehen, die Wolken strahlen in wunderbaren Farbtönen, es ist heute einfach nur herrlich…
Herbststimmung
Wieder erreiche ich einen kleinen Steig, der mich in Richtung Ramsbachgraben führt.
Kleiner Steig zum Ramsbachgraben
Dieser Ramsbach, auch Villerbach entspringt auf über 2.000m Höhe und fließt durch den genannten Graben über Igls, Vill in die Sill. Über den Graben führt eine kleine Holzbrücke mit feiner Aussicht auf Innsbruck.
Aussicht auf die Landeshauptstadt
Schließlich erreiche ich die Lanser Alm. 2015 wurde diese gemütliche Gaststätte nach einem Dornröschenschlaf wieder zum Leben erweckt. Die Lage ist toll, leider hat die Hütte heute schon geschlossen, daher nehme ich mir ein Getränk aus dem Brunnen.
Lanser Alm
Es ist kühl geworden, es weht ein lauer Wind vom Patscherkofel herunter… fast ein wenig föhnig. Ich setzte mich auf eine Bank und genieße die Aussicht.
Der Autor…
Nun ist es schon fast dunkel, der Sommer hat dem Herbst nun endgültig den Vortritt überlassen. Die Sonne schickt einen letzten Gruß über die Berge, dann bricht die Nacht herein.
Abenddämmerung
Den Abstieg bestreite ich über den Ochsensteig, der mich direkt nach Sistrans hinabführt. Zum Glück habe ich eine gute Taschenlampe dabei, in der Dunkelheit möchte ich hier nicht den Weg suchen müssen.
Im Finsteren durchs hohe Gras
In der Nacht sieht man erst richtig, wie groß Innsbruck geworden ist. Ich besitze Bilder meiner Oma von ca. 1960, da war Innsbruck noch relativ überschaubar. Heute ist der ganze Talkessel hell erleuchtet
Landeshauptstadt bei Nacht
Von Sistrans wandere ich weiter über die Gletscherkapelle, durch Maisfelder und finsteren Wald zum Sägewerk in Aldrans. Hier kann ich meine Lampe nun wieder in den Rucksack stopfen, die Straßenlaternen weisen mir den Weg.
Maisfeldquerung
Im Café Maria gönne ich mir noch ein Abschlussbier, bevor ich die Runde beschließe. Wieder ein herrlicher Marsch in der unmittelbaren Umgebung…
Café Maria
Tourendaten Gesamtdauer: 2:30 h Gesamtlänge: 10,38 km Höhenmeter: ▲ 713 m / ▼ 983 m
Nachdem das Wetter in letzter Zeit nicht besonders wanderfreundlich war, nutze ich einen der ersten schönen Tage aus, um mich auf „meine“ Almen zu begeben. Es ist herbstlich, also sehr angenehm zum aufwärtsgehen.
Start, wie so oft, ist der Kirchplatz in Rinn, den ich mit dem Bus erreiche. Ein paar Meter höher erreiche ich den Wanderparkplatz und auch den Beginn des Aufstiegs.
Da ich diesen Steig schon in- und auswendig kenne, beschließe ich, mich heute auf die Kleinigkeiten zu konzentrieren. Und ich stelle fest, da gibt es herrlich viel zu entdecken.
Wurzelnetzwerke, saftiges Moos, allerlei Kleingetier, sobald man sich ein wenig umschaut, wird man vor lauter Eindrücken fast erschlagen…
Herbstzeit ist Pilzzeit, das weiß jedes Kind. Obwohl ich keine mir bekannten essbaren Pilze entdecke (abgesehen von einem Maronenröhrling), muss ich feststellen, dass der ganze Waldboden übersäht ist mit den kleinen und größeren Wunderpflanzen.
Der Waldboden ist feucht, obwohl es heute den ganzen Tag schön war. Wahrscheinlich die besten Bedingungen für Pilze. Die Feuchtigkeit zaubert aus Spinnweben herrliche, fragile Kunstwerke… man muss nur genau hinsehen!
Der Aufstieg, mir allzu bekannt, zeigt mir aber immer wieder auch, wie veränderlich die Natur ist… an einem Teil des Steiges wurde der Wald gestutzt, nun wirkt die Stelle nicht mehr so düster wie früher… wobei gerade diese Düsternis ein optisches Schmankerl war.
Die kleine Quelle kurz vor der Alm plätschert wie immer klein, aber fein vor sich hin.
Nach 45min. erreiche ich die Rinner Alm (1.380 m), die Sonne bestreicht noch die Terasse, es sitzen ein paar Arbeiter bei einem Feierabendbier… es scheint eine lustige Gruppe zu sein.
Mein Weg führt mich allerdings gleich weiter, über den Verbindungssteig wandere ich gen Aldranser Alm.
Zweimal quert man die Forststraße. Ich stelle verwundert fest, dass der Weg neu gerichtet wurde. Und zwar wie… wunderschön, fast wie eine Asphaltstraße. Da hat sich wohl wer etwas angetan…
Kurz vor der Alm muss ich immer kurz pausieren, den Blick in den Karwendel muss ich immer genießen. Es ist schon ein schönes Gefühl, wenn man im Sichtfeld fast alle Gipfel bestiegen hat…
Auf der Alm ist nichts los, die Küche ist gerade am Schließen. Es ist kurz vor 17:00 Uhr, der offizielle Schluss.
Da die Sonne schön auf die Terrasse scheint, bestell ich mir noch ein Bier und genieße die Aussicht und die wärmenden Strahlen.
Der Ausblick von der Terrasse ist wunderbar, für mich eine der schönsten Almen im Umkreis… zwecks Erreichbarkeit, Küche und Aussicht!
Obwohl ich eine längere Rast mache, möchte ich doch nicht im Dunklen absteigen. Ein paar Schleierwolken schieben sich vor die Sonne und senken die Temperatur merklich.
Der Herbst, gerade gegen Abend, zaubert schönste Farben in die Natur, die ganzen Eindrücke kann ich mit der kleinen Kamera gar nicht erfassen…
Teilweise liegt der Steig nun schon im Schatten, aber die Lufttemperatur ist sehr angenehm. So sollte ein Herbst sein!
Im unteren Teil, kurz vor Sistrans, probiere ich heute ein paar Abkürzungen aus, die mich immer wieder auf den rechten Weg zurückführen. Schließlich erreiche ich den Wanderparkplatz in Sistrans.
Durch den schönen Ort wandere ich gen Norden, ein Blick über die Schulter lässt mich den Patscherkofel erblicken.
Die Sonne ist schon müde, sie schickt mir noch einen wunderschönen Abendhimmel zu, dann versinkt sie hinterm Horizont. Nach kurzer Wanderung erreiche ich schließlich mein Heim.
Eine gemütliche Abendrunde, die sich gerade dann anbietet, wenn man nicht ganz so viel Zeit hat!
Tourendaten Gesamtdauer: 2:13 h Gesamtlänge: 10,43 km Höhenmeter: ▲659 m /▼ 822 m
Es gibt bestimmte Touren, die sich einfach nicht mit Öffis machen lassen. Dazu gehören einige Touren im Voldertal. Es stimmt, man könnte den Fußmarsch vom Tals aus machen, dann würden sich aber manche Touren zu regelrechten Gewaltmärschen auswachsen. Lange Rede, kurzer Sinn: Heute bin ich mit „meinem“ Flomobil am Weg…
Der Parkplatz bei der Krepperhütte, einer der wenigen verbliebenen Gratisparkplätze ist mein Ausgangspunkt. Von hier steige ich über einen wunderschönen Steig hinauf Richtung Kamm.
Die Wegfindung im unteren Teil ist einfach, bis zur Alm führt eine regelrechte Autobahn den Berg hinauf.
Bei der Alm genieße ich einen kurzen Blick auf das Inntal, doch zum längeren Verweilen ist es einfach noch zu kalt. Das hebe ich mir für später auf.
Der Aufstieg ist nun richtig kühl, ich packe Handschuhe und Mütze aus, die sind nun schon notwendig. Kurz vor dem Largoz kommt dann doch noch die Sonne über den Horizont und es wird wärmer.
Das Wetter ist noch gut, aber über den Bergen sind doch schon ein paar kaum merkliche Schleier sichtbar… das soll sich im Laufe des Tages noch verstärken.
Vom Glotzen, wie er auch im lokalen Sprachgebrauch genannt wird, sehe ich nun das erste Mal den weiteren Wegverlauf.
Ker Kamm bis zur Wattenspitze schaut relativ schneefrei aus, der Weg ist einfach, und ein Verlaufen eigentlich ausgeschlossen.
Teilweise sehe ich Spuren eines Wanderers im Schnee, der die Runde vor mir gemacht hat. Das ist an bestimmten Stellen doch hilfreich. Der Ausblick ist wunderbar, rechts von mir das Voldertal und links sehe ich das Wattental, mit dem Lager Walchen (Truppenübungsplatz)
Auch ins Unterland, speziell in den Rofan sieht man von diesem Kamm aus sehr gut.
Mein zweiter Gipfel ist die Wattenspitze, ein unscheinbarer Zapfen, der allerdings nicht ganz trivial zu besteigen ist. Ein klein wenig kraxeln sollte man können…
Ein kleines, aber feines Gipfelkreuz krönt die höchste Stelle hier am Grat…
Die sogenannte „Schlüsselstelle“ am Weg ist ein kurzes Band, bei dem man sich ein wenig bücken muss. Nichts spektakuläres, einfach eine schöne Stelle.
Auf dem Weg zum Roßkopf liegt nun immer mehr Schnee, der Aufstieg ist aber noch gut und einfach möglich.
Im Rückblick sieht man auch , dass ab hier immer mehr weißes Gold liegt. Ich freue mich schon auf den Winter…
Auf dem Gipfel des Roßkopfes ist kein klassisches Gipfelkreuz, sondern ein Brettkonstrukt auf einem Steinfundament, geziert von einem Tiroler Adler.
Ursprünglich hatte ich geplant, noch weiter zum Haneburger (2.550m) aufzusteigen, aber wegen dem Schnee lasse ich diesen Plan dann doch sausen. Deshalb nehme ich den Rückweg über den oberen Steig.
Vorbei an wunderschönen Tümpeln, die zum fotografieren einladen, erreiche ich noch ein paar Moosbeerfelder.
Die Moosbeeren sind gefroren, überreif und schmecken nicht mehr gut, allerdings finde ich noch ein paar Granten, die noch gut sind. Diese sammel ich ein, die geben eine wunderbare Marmelade ab.
Ein paar Meter sind es noch, dann sehe ich erste Anzeichen menschlicher Tätigkeiten… eine Mauer aus Steinen, wahrscheinlich als Schutz für Tiere.
Und gleich darauf stehe ich wieder vor der Largozalm, nun allerdings sonnengeflutet. Ich setze mich auf eine kleine Bank, packe meine Brotzeit aus. Dazu gibt es noch ein Bier aus dem Brunnen, das die Wirtsleute hier für einsame Wanderer gegen kleinen Obolus zurückgelassen haben.
Der Himmel ist nun voller Schlieren und das merkt man auch an den Temperaturen. Also beschließe ich nach einer guten Stunde Pause, den Abstieg zu wagen.
Ich folge dem selben Weg ins Tal, den ich in der Früh schon aufgestiegen bin.
Rasch erreiche ich den Parkplatz und fahre zurück nach Hause. Eine feine Herbstwanderung, die mir wieder mal richtig gut getan hat.
Tourendaten Gesamtdauer: 4:30 h Gesamtlänge: 11,86 km Höhenmeter: 1.217 m
Nach einer gemütlichen Nacht im privaten Zimmer wachen wir wieder zu bestem Wetter auf. Ein Blick aus dem Fenster, spektakulär über das Stanzertal, lässt den Tag gut beginnen.
Heute steht nicht mehr viel auf dem Programm, wir packen unsere Siebensachen, frühstücken auf der gemütlichen AV-Hütte und bereiten uns auf den Abstieg vor.
Von der Hütte haben wir nochmals einen tollen Blick auf den Passeier und der davor liegende Bocksgartenspitze. Wir verabschieden uns von Hubert, Vanessa und dem Hüttenpersonal.
Der Abstieg ist steil, aber gut hergerichtet. Teilweise ist der Weg sogar betoniert, das finden wir ein wenig übertrieben, aber es wird wohl einen Grund dafür geben…
Ein Blick zurück zur Hütte zeigt den extremen Platz, den sich die Sektion Augsburg für ihre Hütte ausgesucht hat. Bis jetzt wohl eine der schönsten Hütten, auf denen ich war, sowohl was den Platz als auch die Hütte betrifft.
Ein Blick hinauf ins Gasilltal offenbart hier große Geschiebebewegungen. Bei Gewitter ist das wahrscheinlich kein Platz, an dem man gerne sein möchte.
Der Wetterbericht hat für das kommende Wochenende eine Wetterverschlechterung gemeldet, aber heute haben wir noch Glück, die Sonne lacht vom Himmel.
Doch schon wachsen ein paar Wolken am Himmel. Der Nachmittag bzw. Abend wird wohl ein wenig nass werden…
Auf dem Weg nach Grins müssen wir einmal den Gasillbach queren, das erfolgt über eine neu gebaute Stahlbrücke.
Wann immer wir zurückschauen, wie hier in Richtung Gatschkopf, werden uns wieder die Dimensionen dieses Bergstocks bewusst.
Ab der Brücke wird der Weg gemütlich, es geht durch Latschen, genannt ist die Gegend hier „Steiniger Boden“.
Der Weg ist nun flach geworden, dadurch zieht er sich in die Länge…
Dennoch erreichen wir schlussendlich den Parkplatz am Schwimmbad. Hier ist für Papa nun Endstation, er hat mit Hubert ausgemacht, dass sie gemeinsam zurückfahren. Hubert ist aus Kempten, da fährt er sowieso durch Reutte durch.
Daniel und ich wandern weiter, zuerst ins Ortsgebiet von Grins. Hier erhalten wir die Auskunft, dass die Bushaltestelle verlegt wurde. Wir gehen in Richtung Pians.
Über einen kleinen Steig erreichen wir den Weiler Gurnau, hier sehen wir gerade, wie unser Bus abfährt. Zum Glück kommt in einer halben Stunde erneut ein Bus
Der Bus bringt uns von Gurnau nach Landeck. Während Daniel mit dem Auto nach Hause fährt, nehme ich den Zug nach Innsbruck… um Mittag sind wir alle wieder wohlbehalten zu Hause.
Eine tolle Tour mit feinen Begleitern und tollen Erlebnissen ist zu Ende. Lange wollte ich diese Tour machen, schlussendlich wurden meine Erwartungen sogar übertroffen…
Tourendaten Gesamtlänge: 9,12 km Gesamtdauer: 2:30 h Höhenmeter: ∆ 29 m / ∇ 1.477 m
Heute, endlich nach ein paar Jahren, steht der Augsburger Höhenweg auf dem Programm. Der AVF Lechtaler Alpen schreibt hierzu: „Einer der anspruchsvollsten, aber auch großartigsten Höhenwege überhaupt. Absolute Trittsicherheit im Schrofengelände, gute Verhältnisse und zuverlässiges Wetter unbedingt notwendig…“
Die Verhältnisse könnten idealer nicht sein. Die Sonne scheint vom Firmament und die Temperaturen sind geradezu perfekt.
Start von der Ansbacher Hütte
Der Start von der Ansbacher Hütte zur Kopfscharte (2.484 m) ist angenehm und einfach zu begehen, schon vor Jahren bin ich hier mal mit Papa unterwegs gewesen.
Kopfscharte (2.484 m)
Unter dem Stierkopf mit seinen brüchigen Hängen wandern wir weiter zum Winterjöchl (2.528 m)
Unterm Stierkopf
Am Winterjöchl legen wir eine kurze Pause ein, schauen uns den weiteren Weg an und staunen ob der Schönheit und Wildheit der Lechtaler Berge.
Am Winterjöchl (2.528 m)Am Winterjöchl (2.528 m)
Der Weg führt nun durch das Untere Grießl, ein längerer Abschnitt ohne Schwierigkeiten…
Unteres Grießl
… der uns in weiterer Folge zum Grünen Brünnele führt.
Unteres Grießl
Der Hohe Riffler (3.168 m) kommt immer wieder ins Blickfeld, ein herrlicher Berg, der wohl auch mal auf meiner Liste stehen wird.
Blick zum Hohen Riffler
Rund ums Grüne Brünnele wird der Weg nun rassiger, die Tobel unter dem Stierlochkopf und Schwarzlochkopf erfordern Konzentration, der Weg ist allerdings vorbildlich gewartet und gut begehbar.
Einstieg in die Tobel beim StierlochkopfAufstieg zum Schwarzlochkopf
Wir erreichen eine berüchtigte Stelle, mit Seilen versichert. Die Eisrinne, hier liegt normalerweise bis in den Spätsommer Schnee, ist heute komplett trocken und dank Versicherungen gut zu begehen.
Hier befindet sich normalerweise eine Schneerinne
Es müssen hier ein paar Meter ab- und dann wieder aufgestiegen werden. Wir haben sicherheitshalber Grödel mitgenommen, aber die scheinen dieses Mal nicht notwendig zu sein.
Abstieg in die SchneerinneAufstieg von der Schneerinne
Der Weg verläuft weiter spektakulär über Felsbänder, Schotterriepen und Tobel.
Brüchiges Gelände
Schließlich müssen wir noch ein paar Höhenmeter aufsteigen und erreichen den Übergang beim Grießmuttekopf, der uns wieder auf die Südseite der Schotterhänge bringt.
AufstiegÜbergang beim Großmuttekopf
Bald kommt die eindrucksvolle Eisenspitze (2.855 m) ins Blickfeld. Ein formschöner Berg, der von der Passeierscharte aus bestiegen werden kann.
Eindrucksvolle Eisenspitze
Wir sind schon eine Zeit lang am Weg, daher gönnen wir uns an einem schönen Platz eine kurze Pause.
Kurze Pause
Es wird noch einmal ein wenig ausgesetzter und mit schottrigen Passagen.
SchotterpassagenRückblick
Über den Glatten Rücken erreichen wir dann den schon fast als lieblich zu bezeichnenden Flirscher Passeier, tief unter uns ist sogar eine kleine Schäferhütte mit ein paar Tieren.
Der Glatte RückenDurch den oberen Teil des Flirscher Passeier
Der Schluss des Aufstiegs durch den oberen Flirscher Passeier wird wieder Vegetationslos, steinig und dank der Sonne nun auch recht warm. Langsam wandern wir himmelwärts….
Heißer Aufstieg zur Passeierscharte
… bis wir schlussendlich die Passeierscharte erreichen. Hier wäre die Abzweigung zur Eisenspitze, die wir aber ob der Länge des Höhenweges auslassen.
Rückblick auf den Arlberg
Hier beginnt nun der Weg ins Gelbe Schartl. Steil, ausgesetzt und moralisch anspruchsvoll. Dank der Sektion Augsburg ist der Weg aber sehr gut in Schuss. An dieser Stelle ein großes Kompliment an die Wegebauer der Sektion DAV Augsburg!
Kurz nach der Passeierscharte (2.604 m)
Im Rückblick sieht man, wie ausgesetzt der Weg ist. Ein Fehltritt ist hier keine Option, zu tief wäre der Fall. Eine Versicherung ist in diesem Gelände nicht möglich, eine stabile Verankerung wäre nicht setzbar. Also obliegt es der Trittsicherheit des Bergsteigers allein, hier heil über diese Stelle zu gelangen.
Steile Stelle nach der Passeierscharte
Schritt für Schritt, so bewältigen wir die Stelle. Und wieder wächst mein Vertrauen in meine neuen Bergschuhe, die mir ein sehr gutes Standgefühl geben.
Durch den Steinschlag
Nach dieser unguten Stelle müssen wir ein paar Meter im sogenannten Steinschlag absteigen…
Abstieg im SteinschlagAbstieg im Steinschlag
In der Nähe hören wir immer wieder Steinschlag, die erste und einzige Gruppe kommt uns hier entgegen. Die moralische Schlüsselstelle befindet sich kurz vor dem Gelben Schartl… kiesig, nicht versicherbar, und der Weg gerade mal Handbreit. Gut beschrieben auch durch folgenden Spruch: „Ein gewaltiger Steinbruch über den Köpfen und Luft unter den Füßen!“
Steile Passagen im Gelben Schartl
Das Gelbe Schartl, oftmals mit Eis gefüllt, finden wir heute auch schneefrei vor. Daher müssen wir hier ein paar Meter am gespannten Seil absteigen und gegenüber wieder hinauf.
Eis(freie) Rinne im Gelben Schartl
Dann kommt noch eine kurze, fast könnte man sagen Klettersteigpassage, hinauf zur Dawinscharte.
Aufstieg zur Dawinscharte (2.650 m)
Dort können wir durchatmen und schauen hinab zum Zammer Passeier mit dem Passeierbach.
Blick in den Zammer Passeier
Hier trinken wir wieder etwas, wir sind schon einige Stunden am Weg. Die reine Entfernung und Höhe ist weniger das Problem, es sind die anspruchsvollen Stellen, die immer wieder Zeit kosten.
Dawinscharte (2.718 m)
Von der Dawinscharte wandern wir durch einfaches Gelände in Richtung „Südlicher Schwarzer Kopf“.
Rücken von der Dawinscharte zum Dawinkopf (2.968 m)Letzte Meter
Kurz unter dem Gipfel müssen wir in die südliche Flanke ausweichen und über Bänder in die nächste namlose Scharte queren.
Durchschlupf zwischen „Südlicher Schwarzer Kopf“ und „Dawinkopf“
Der Dawinkopf liegt nun zum Greifen nahe… der zweithöchste Gipfel der Lechtaler Alpen. Nur vom Passeier wird dieser Gipfel übertrumpft.
Ein letzter Verschnaufer…
Ein kurzer versicherter Klettersteig bringt uns auf den höchsten Punkt unserer Tour.
… dann ist das Gipfelkreuz da.
Hier wird nun eine Brotzeit ausgepackt, die sich sehen lässt. Während ich hier nicht mitgedacht habe, sind Papa und Daniel kulinarisch ausgerüstet und lassen mich an ihren Leckerbissen teilhaben. Was für ein Glück…
Ausblick vom Dawinkopf auf den Weg, im Hintergrund die Ansbacher Hütte
Neben der Jause ist mehr wie genug Zeit, die Aussicht zu genießen. Man merkt allerdings die fast 3.000 m, die hier vorherrschen. Sobald eine kleine Wolke die Sonne verdeckt, wird es kühl und unangenehm.
Aussicht genießen…
Nach ausgiebiger Rast machen wir uns an den Abstieg vom Dawinkopf. Der Weg geht nun vorerst im gleichen Takt weiter…
Abstieg vom Dawinkopf
Der Abstieg erfordert nochmals höchste Konzentration, speziell nach einer längeren Pause stellt der Start eine kleine Herausforderung dar.
Abstieg vom Dawinkopf
Ein Blick nach Norden erlaubt uns die kläglichen Reste des einst mächtigen Parsseier Ferners zu betrachten. Nur noch kleine Reste, die die nächsten Jahre wohl nicht mehr überstehen werden, sind zu sehen.
Nördlicher Schwarzer Kopf mit Resten des Passeier Ferners
Der Abstieg ist spektakulär, aber überschaubar schwierig… richtige Genusskraxlerei am Grat entlang.
Abstieg über das GratAbstieg über das Grat
Die letzten Meter werden von uns noch klettern überwunden, dann stehen wir am Übergang zum Bocksgarten.
Letzte Klettermeter
Feine Wege führen hier über den Rücken unter die Bocksgartenspitzen.
Aufstieg zum Bocksgarten
Und dann sehen wir den Kessel unterhalb der Passeierspitze (3.036 m). Erst hatten wir uns eine Besteigung eben Dieser überlegt, aber es sprechen einige Faktoren dagegen. Zum einen sind wir schon ob der langen Wanderung müde, zum Anderen sind ein paar Gruppen eingestiegen und verursachen immer wieder Steinschlag… später erfahren wir auch, dass ein Bergsteiger hier großes Glück hatte…
Im Bocksgarten, Blick auf Passeierspitze und Gletscherreste vom Grinnerferner
Wir beschließen infolge dessen, über den Bocksgarten hinunter zum Grinner Ferner, bzw. dessen Überresten abzusteigen.
Pause am Rücken zum Gatschkopf (2.945 m)
Am Gletschersee vorbei erreichen wir den Aufstieg zum Gatschkopf (2.945 m) und die Patrolscharte (2.846 m). Es sind zwar nur ein paar Höhenmeter, aber diese ziehen sich.
Mondlandschaft am Gatschkopf
Der Rücken zum Gatschkopf ist eine echt schräge Landschaft. Daniel meint, wie eine Mondlandschaft, dem kann ich nur zustimmen. Bänder von hellem und dunklem Geröll wechseln sich hier ab. Lias-Fleckenmergel heißt das Gestein, wie ich später herausfinde…
Immer noch fit…
Vom Gatschkopf haben wir eine wunderschöne Aussicht, im Westen liegt die beeindruckende Passeierspitze mit dem dunklen Band im Gipfelaufbau und dem Kessel mit dem ehemaligen Grinner Ferner.
Vom Gatschkopf, Blick auf Passeierspitze, Grinner Ferner und Bocksgartenspitzen
Gegen Nordwesten sehen wir die ganzen namhaften Gipfel der Lechtaler und Allgäuer Alpen. Ein Panorama, das seinesgleichen sucht. Sogar meinen geliebten Hausberg, den Säuling können wir ausmachen.
Blick über die Lechtaler und Allgäuer Berge
Am Gipfel treffen wir ein deutsches Pärchen, das sich nach einem erfolglosen Versuch an der Passeierspitze auch zum Abstieg zur Augsburger Hütte aufmacht.
Am Gatschkopf (2.945 m)
Obwohl der Gipfelaufbau des Gatschkopfs recht unspektakulär aussieht, hat es der Abstieg nochmals in sich. Nicht die technischen Schwierigkeiten stehen hier im Vordergrund…
Abstieg vom Gatschkopf
… es ist die Länge und die teilweise schwere Wegfindung. Ein Verlaufen ist allerdings unmöglich, hier führen wirklich alle Wege, mehr oder weniger schwer, nach Rom.
Abstieg vom GatschkopfAbstieg vom Gatschkopf
Nach langen 8 ¾ h erreichen wir schließlich unser heutiges Refugium. Schon am Eingang werden wir mit einem Schnaps begrüßt. Die junge Hüttlerin meint, nachdem sie uns mit Vornamen begrüßt hat, wir sind heute fast alleine. Scheinbar haben wir uns den richtigen Tag ausgesucht. Wir gönnen uns ein Bier und lehnen uns zufrieden zurück.
Letzte Meter zur Augsburger Hütte (2.289 m)
Eine gewaltige Tour, die wir heute absolviert haben. Wir sind hoch zufrieden, der Hüttenabend mit neuen Bekannten, Vanessa und Hubert lässt den feinen Tag gut ausklingen. Hubert erzählt uns beiläufig, dass ihn bei seinem Passeierbesteigungsversuch ein Stein durch vorgehende Bergsteiger oder evtl. auch Gämsen nur knapp verfehlt hat. Sein Rucksack wurde allerdings beschädigt…
Tourendaten Gesamtdauer: 8:47 h Gesamtlänge: 18,90 km Höhenmeter: ∆ 1.317 m / ∇ 1.339 m
Der Lechtaler Höhenweg ist schon ein paar Jahre her, damals wollten Papa und ich den Augsburger Höhenweg „mitnehmen“. Leider hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht und wir mussten eine Alternativroute nehmen. Einige Jahre später ist es nun so weit, wir probieren uns nochmals am Augsburger Höhenweg. Start der Tour ist in Schnann, das ich mit Bahn und Bus erreiche
Die Anfahrt ist sehr schön, schon ewig bin ich nicht mehr in dieser Ecke von Tirol gewesen. Das Wetter ist dieses Mal auch perfekt, was soll da noch schief gehen.
Start ist in der Ortschaft Schnann, die bekannt für die schöne Klamm ist.
Diese Schlucht ist eine Besonderheit. Man steigt durch einen kurzen, sehr engen Teil, dann weitet sich die Schlucht schon wieder. Durch diese Eigenheit bildet der vordere, enge Teil schon fast einen natürlichen Schutz gegen Lawinen und Muren.
Während die Engstelle aus hartem Gestein besteht, ist der hintere Teil aus Schiefer, der schneller verwitterte und diese Landschaft bildete.
Im Rückblick sieht man nochmals den Riegel, der die Engstelle bildet. Eine faszinierende Stelle, finde ich.
Der weitere Teil der kurzen Schlucht ist mit Leitern und Brücken begehbar gemacht, daher ist der Aufstieg einfach zu bewerkstelligen.
Die Temperaturen, wir sind erst zu Mittag gestartet, sind entsprechend warm, da sind wir um jeden schattigen Fleck, wie hier im Wald dankbar.
Steil zieht der Pfad immer weiter durch das Holz, nur kurze Stücke sind flach.
Nach 1:20 h erreichen wir die Fritzhütte, ein gemütlicher Rastplatz auf 1.736 m.
Gleich hinter der Hütte liegt ein kleiner Badeteich, in dem sich auch ein paar kapitale Forellen tummeln. Ob es die zum Abendessen gibt?
Nun lichtet sich der Wald, und die Aussicht auf den Arlberg wird immer besser.
Die Hütte können wir allerdings noch nicht sehen, es fliegt aber ein Versorgungshubschrauber immer wieder an uns vorbei, daher können wir ahnen, wo sich unser heutiger Schlafplatz befinden muss.
Der Hohe Riffler (3.168 m) lacht immer wieder mit seinem (noch) schönen Gletscher zu uns herüber.
Vor uns öffnet sich die ganze Pracht der Tiroler Bergwelt, der Verwall, die Saumnauner und Ötztaler Alpen direkt vor uns.
Auf der anderen Seite bekommen wir einen ersten Blick auf einen Teil unserer morgigen Route. Der Eisenkopf sendet uns schön Grüße.
Dann endlich erreichen wir nach 2:46 h die Hütte. Der Aufstieg hatte es in sich, aber nun sind wir gut angekommen. Der Hubschrauber fliegt immer noch, es sind Umbauarbeiten an der Hütte im Gange, da muss das Material fliegend geliefert werden.
Der Blick zurück offenbart nochmals den letzten Teil des Aufstiegs über schöne Almwiesen. Ein paar Schäfferhütten, teilweise noch aktiv, haben wir passiert.
Angekommen, ist es nun Zeit für etwas Gemütlichkeit. Wir sitzen in der Sonne, schon bald haben wir noch einen Bergsteiger kennengelernt, Manuel, der bei uns im Mehrbettzimmer untergekommen ist.
Die Sonne lässt alle Strapazen vergessen, es ist einfach nur perfekt hier oben.
Der Abend wir lustig, das Essen ist sehr gut, und die Hüttenleute und überhaupt alles sehr nett. Hier kehrt man einfach gerne ein. Nach einem längeren Plausch verabschieden wir uns in die wohlverdiente Nachtruhe.
Tourendaten Gesamtdauer: 2:46 h Gesamtlänge: 7,5 km Höhenmeter: ∆ 1239 m / ∇ 88 m