211003 Gamskogel (2.659m)

Heute steht eine Tour in den Kalkkögel am Programm. Mit von der Partie sind neben Letu und mir auch noch Michi und David. Um 08:00 Uhr holen wir die Zwei ab und fahren auf der MautstraĂźe zur Kemater Alm. Noch ist nicht viel los…

Kurz vor Erreichen der Alm sieht man schon das atemberaubende Panorama der Kalkkögel. Dieses Gebirge ist eine geologische Besonderheit in Nordtirol, und für Bergenthusiasten ein schier unerschöpfliches Gebiet.

Von der Kemateralm wandern wir zur Adolf-Pichler-HĂĽtte. Diese ist schon winterfest gemacht, hier wird sich heute keine Einkehr ausgehen…

Über das weite Almgelände, das Vieh ist schon wieder im Tale, wandern wir gen süd-süd-westen zum Seejöchl.

Noch laufen wir im Schatten, es ist kĂĽhl und wir brauchen sogar die Jacken.

Es weht ein unguter Südföhn, der gefühlsmäßig immer stärker wird. Wir queren unter der beeindruckenden Riepenwand, der direkte Weg unter der Felswand ist allerdings wegen Steinschlag gesperrt.

Der Weg wird ein wenig steiler, jedoch ist der Pfad gut angelegt und angenehm zu gehen.

Während im Inntal schon die Sonne scheint, halten Ochsenwand, Riepenwand und Seespitze die wärmenden Strahlen effektiv ab.

Erst kurz vor dem Seejöchl (2.518m) bricht der Feuerball durch und wärmt unsere Gesichter. Welch eine Wohltat…

Wir haben erst überlegt, die Schlicker Seespitze zu besteigen, aber da sich der Wind intensiviert hat, beschließen Letu und ich, auf den Gamskogel zu gehen, während Michi und David am eigentlich Ziel festhalten.

Während der Aufsteig zur Seespitze noch im Schatten liegt, haben Letu und ich viel mehr Glück, unser Aufstieg liegt vollends in der Sonne.

Obwohl der Föhn relativ stark ist, ist es in der Sonne gut aushaltbar, dennoch brauchen wir Handschuhe und Kappe, um die Extremitäten warm zu halten.

Der Gamskogel ist ein rechter Steinhaufen, dennoch macht der Aufstieg speziell Letu viel Spaß. Ein markierter Weg führt zwar auf den Gipfel, ist aber nicht nötig, denn gekraxelt werden kann überall.

Schnell haben wir das Gipfelkreuz erreicht, eine groĂźartige Pause geht sich hier allerdings wegen dem „Blasius“ nicht aus.

Kurz unter dem Gipfel finden wir eine kleine leeseitige Nische, die auch noch ein wenig sonnenbestrahlt ist. Hier wird mit Hochgenuss die Jause verzehrt.

Schließlich steigen wir wieder zum Seejöchl ab, von Michi und David ist aktuell keine Spur zu sehen. Also, schlussfolgern wir richtig, müssen sie noch weiter oben sein.

Die beeindruckende Seespitze werde ich wohl nochmals in Angriff nehmen mĂĽssen, beeindruckend steht der Zapfen vor mir…

Am Seejöchl verweilen wir nur kurz, es ist auch hier sehr windig. Zumindest sehen wir die zwei Seen, die dem Jöchl wohl den Namen „eingebrockt“ haben.

Wir steigen weiter ab, folgen dem selben Weg, den wir im Aufstieg verwendet haben…

… und erreichen bald wärmere Gefilde.

An den Ufern eines ausgetrockneten Sees pausieren wir und warten auf unsere Mitwanderer. Vor kurzem haben sie sich telefonisch gemeldet…

Bald sind wir wieder vereint und wandern ĂĽber die Adolf-Pichler-HĂĽtte hinab zur Kemateralm.

Zum Glück hat dieser Platz offen, wir gönnen uns eine kleine Stärkung, während sich der Himmel immer mehr zuzieht.

Das Wetter war heute nicht ideal, aber es blieb trocken und die Fernsicht war in Ordnung. Letu meinte sogar, den Säuling gesehen zu haben, unseren Hausberg in Pflach. Leider kann ich das nicht bestätigen, will es aber auch nicht als unrichtig einstufen. Zumindest die Zugspitze haben wir gemeinsam sicher gesehen.

Danke an die tolle Truppe, es war wieder mal eine feine Bergfahrt mit feinen Leuten.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:48 h
Gesamtlänge: 12,06 km
Höhenmeter: 1.112 m

211002 Zirbenweg (Patscherkofel – Glungezer)

Es ist wieder Zeit für den Zirbenweg. Dieser schöne Wanderweg direkt vor unserer Türe findet zumindest bei uns viel zu wenig Beachtung.
Nachdem Sara mittlerweile nicht mehr groß wandern machen möchte, beschließen wir, diesen einfachen Klassiker zu begehen

Bei der Bergstation der Patscherkofelbahn spüren wir, es ist relativ kühl, Letu zieht sogar Handschuhe an, so frisch ist es. Die Sonne scheint hier erst in den späteren Morgenstunden.

Im Inntal, die Aussicht ist wie immer wunderschön, scheint die Sonne schon. Am Grünbichl erreichen wir endlich die wärmenden Strahlen, die Laune steigt sofort.

Die traumhaft gelegene GrĂĽnbichlhĂĽtte (private JagdhĂĽtte) haben wir auch bald erreicht, in der Umgebung herbstelt es schon sehr.

Die Luft ist heute zwar nicht ganz so klar, aber die Fernsicht trotzdem noch mehr als akzeptabel. Das Unterinntal, vom Zirbenweg aus gesehen ist auch immer wieder einen Blick wert. Am Bild sieht man im Vordergrund die Neunerspitze, im Hintergrund, ziemlich in der Bildmitte das Kellerjoch. Links sind die Ausläufer des Karwendel sichtbar.

Bizarre Strukturen säumen den Pfad durch den uralten Zirbenbestand. In einer dunklen, mondlosen Nacht könnte ein phantasiereicher Geist hier schon ins Schwitzen kommen…

Das herbstliche Licht strahlt angenehm auf die Landschaft, ĂĽberall leuchtet ein Rotbraun vom Boden, die verblĂĽhenden Moosbeeren senden noch einen letzten GruĂź.

Bis auf die Temperaturen, die nun zwar besser, aber immer noch frisch sind, macht die Wanderung allen viel SpaĂź.

Ungefähr beim halben Weg machen wir eine Pause an einer Sonnenbank, es gibt Paprika und Tomaten aus dem Garten, der Rest, Wurst, Käse, Brot ist vom Biobauernmarkt Hall in Tirol.

Letu findet am Wegrand immer wieder schöne Plätze zum Klettern, es gibt so viel zu entdecken…

Dennoch kommen wir gut voran, auf die Frage der Kinder: „Papa, wie weit noch?“, kommt die einfache Antwort: „Nicht mehr so weit…“

Es sind einige Leute am Weg, viele gehen auch den umgekehrten Weg vom Glungezer hinĂĽber zum Patscherkofel.

Auf dem Weg treffen wir immer wieder zwei ältere Damen aus Ellbögen, mit denen wir uns gut unterhalten.

Letu hat bei der Pause zu fest zugegriffen, beim Rasten an einer Lawinenverbauung passiert dann das Malheur. Aber seht selbst:

Schlussendlich erreichen wir das Ende des Zirbenweges, die Tulfeinalm…

… am Brunnen können wir noch schnell unseren gröbsten Durst stillen, bevor es …

… zur Alm selber geht.

Die Hütte ist voll, wir können uns allerdings noch einen Platz in der Sonne ergattern. Dann gibt es verdient ein kühles Getränk und für die Kinder noch eine Kaspressknödelsuppe.

Am Weg hinüber zur Bergstation schauen wir nochmals ins Oberland, sogar die Heiterwand ganz am scheinbaren Talschluss können wir gut sehen.

Bei der Abfahrt ergattern wir eine der seltenen Gelben Gondeln, die uns im Eiltempo ins Tal bringt. Die zweite Sektion schaffen wir auch rasch, leider nicht schnell genug für den Bus, der vor unserer Nase losfährt. Der nächste Transport steht aber schon 15min später vor uns, daher haben wir kein Problem damit.

Eine wunderschöne Tour auf dem sehenswerten Zirbenweg, so könnte man den Tag zusammenfassen. Und immer wieder fein mit den Kindern…

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:56 h
Gesamtlänge: 8,46 km
Höhenmeter: 407 m

210918 Firmenlauf 2021

Es ist das erste Mal, dass ich mich überreden habe lassen, bei einem öffentlichen Wettbewerb mitzutun. Der Firmenlauf, der jedes Jahr (außer Corona-bedingt in 2020) durchgeführt wird, mit regem Zulauf verschiedener Tiroler Firmen, ist eines der Highlights der Laufevents im Sommer bzw. Herbst in Innsbruck.

Ich bin als Ersatz in ein Team aufgenommen worden, mit Tamara und Björn habe ich eine tolle Gruppe erwischt. Wir treffen uns am Nachmittag beim Startareal und bereiten uns vor. Unsere Firma ist gut präsentiert

Der Start ist für 17:00 Uhr geplant, eine Verzögerung, deren Ursache wir erst später erfahren, zwingt uns in der Masse fast 30min. Nichts tuend zu verharren.

Dann endlich fällt der Startschuss. Später erfahren wir, dass eine TĂĽrkische Hochzeitsgesellschaft im Startbereich fĂĽr die Verzögerung gesorgt hat…

Die Strecke führt erst am Rennweg um das Löwenhaus, dann wieder Retour am Inn, über den engen Innsteig, der aber Gott sei Dank ohne gröberen Stau überwunden werden kann.
Weiter zur UniversitätsbrĂĽcke, dann wieder zurĂĽck ĂĽber das Herzog-Sigmund-Ufer laufen wir in Richtung Altstadt. Ăśber die Herrengasse…

… und rund um den Hofgarten absolvieren wir die letzten Meter, um Schlussendlich im Ziel anzukommen…

Tamara hat ein gutes Tempo vorgelegt, auf den letzten paar Metern hängt sie mich aber dann doch ab. Zufrieden erreiche ich das Ziel, die Zielpace von 5:00min/km habe ich unterschritten. Damit bin ich zufrieden.

Ein toller Event, den wir im Anschluss noch mit einem Bier und einem kleinen Rascher abrunden.

Tourendaten
Gesamtlänge: 5,76 km
Gesamtzeit: 27:54 h
Höhenmeter: 35 m
Pace: 4:51 min/km

210912 Sennjoch (2.190m) – Schlick2000

Der letzte Ferientag wollen Letu und ich noch ein wenig an der frischen Luft genießen. Und damit sind wir scheinbar nicht alleine. Als wir zugegebenermaßen recht spät am Vormittag am Parkplatz der Schlicker Bergbahnen ankommen, ist der Parkplatz gut gefüllt. Dennoch finden wir eine Lücke.

Mit der Kreuzjochbahn fahren wir hinauf zum Panoramarestaurant. Dort sehen wir schon aus der Gondel heraus ein paar Paragleiter starten. Das Richtige fĂĽr Letu…

Unser Weg führt uns vom Berggasthaus am breiten Grasgrat hinauf zum eigentlichen Kreuzjoch. Der Blick über die Kalkkögel ist faszinierend. Die Dolomiten der nördlichen Kalkalpen sind ein sehr eigener Bergstock, bestehend aus altem Sedimentgestein.

Schon nach kurzer Zeit stehen wir am höchsten Punkt unserer Wanderung. Nicht besonders spektakulär, aber dennoch nett.

Am weiteren Weg entdecken wir einen Klettersteig, den wir in naher Zukunft gerne mal machen wĂĽrden… mal sehen ob und wann sich das ausgeht.

Immer wieder ziehen schnelle Nebelbänke an uns vorbei, die Geschwindigkeit ist überraschend, aber so schnell wie sie da sind, verschwinden sie auch wieder.

Die nächste Erhöhung, die wir betreten, ist das Sennjoch (2.190m).

Ein kurzer Abstieg bringt uns zur heute gut besuchten SennjochhĂĽtte. Hier suchen wir direkt am Eingang einen Geocache „GC7229C FZT – BB08„, der uns beiden ein wenig Nerven kostet, dann aber doch finden können.

Nun gehen wir ĂĽber das Skigebiet, das hier gar nicht so schlimm ausschaut wie so manch andere Touristenburg im Sommer. Ein wenig Weidevieh ist noch auf der Alm, aber wohl bald werden die Tiere ins Tal getrieben werden.

Die schöne Zirmachalm liegt auf unserem Weg, leider nur im Winter geöffnet. Da müssen wir wohl in der nächsten Saison mal vorbeischauen.

Die Schlick hat wirklich für jeden was, viel Angebote gibt es für Kinder. Dazu zählt auch der Naturlehrpfad, der einige alpen-spezifische Details gut erklärt.

Kleine und größere Kletterfelsen locken Letu immer wieder vom Wege ab, während dessen nutze ich die Zeit, so manche Frage fĂĽr einen Multicache zu beantworte. Schlussendlich kann ich auch den Geocache „GC4EH8B richtig oder falsch!?!“ unter einem Felsen finden.

Kurz vor der Schlickeralm finden wir noch eine Wasserrad-Konstruktion, die unserer genaueren Inspektion bedarf. So ein MĂĽhlenrad wĂĽrde ich auch gerne mal bauen… das wĂĽrde mich echt interessieren.

An der Schlickeralm angelangt, lässt sich der touristische Charakter dieses Gebietes nicht mehr verleugnen. Riesengroß ist dieser Bau, mit allen möglichen Nebengebäuden und einem gemütlichen Kinderspielplatz.

Am Besinnungsweg sammeln wir nochmals unsere Kräfte, damit wir uns für das eigentliche Highlight vorbereiten können.

Immer wieder neue Aufgaben kommen auf uns zu, ein recht schöner Weg, wie ich zugeben muss.

SchlieĂźlich erreichen wir den Panoramaweg und da in der Nähe den Einstieg in den Scheibenweg. Letu hat es schon fast nicht mehr erwarten können…

Schon an der Talstation haben wir uns eine „Scheibe“ gekauft, diese kann nun ĂĽber Bahnen und verschiedene Hindernisse wieder ins Tal gerollt werden.

Kurzweilig vergeht dieser Abschnitt der Wanderung, so manches Hindernis ist richtig lustig, wenn gleich die ganze Anlage auch wieder fĂĽr die kleineren Kinder gedacht ist.

An der Fronebenalm (1.306m) kehren wir ein, leider sind wir zu spät und bekommen kein Essen mehr, die Küche ist geschlossen. Dafür schmeckt das Kaltgetränk auch sehr gut.

Während Letu den Berg ein kurzes Stück hinauf läuft, um die Gondel ins Tal zu nehmen, versuche ich, in der gleichen Zeit zu Fuß ins Tal zu kommen.

Ohne lange um den heiĂźen Brei zu reden, Letu hat gewonnen, allerdings waren es nur ein paar Minuten, die uns getrennt hatten. Ăśberrascht blicke ich auf den nun fast leeren Parkplatz.

Eine tolle Wanderung, wir haben auch ein paar Caches gefunden. Es war super, und das Wetter war sehr fein. Gerne immer wieder…

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:15 h
Gesamtlänge: 12,45 km
Höhenmeter:
– Aufstieg 339 m
– Abstieg 1440 m
Geocaches: 6 Stk.

210902 Steiermark

Ein Besuch bei der Verwandtschaft ist jährlich obligatorisch, leider ist dieser Ausflug letztes Jahr aus bekannten GrĂĽnden ausgefallen. DafĂĽr steht heuer wieder eine Woche Steiermark an. Bei der Abfahrt in Aldrans hat sich noch ein Passagier, Sara´s Freundin Leonie in die Fahrgemeinschaft eingeschlichen… denn unser Weg fĂĽhrt uns in die Nähe von Klagenfurt, und dort muss eben genannte hin.

Unsere Fahrt führt hauptsächlich über Land- und Schnellstraßen, ich bin immer froh, wenn wir nicht über die Autobahn rauschen müssen. In Schwarzach-St.Veit verlässt uns Leonie und fährt mit dem Zug weiter.

Direkt am Bahnhof können wir dann noch eine alte Dampflockomotive bewundern…

Nachdem wir einige Stunden am Weg waren, erreichen wir schlieĂźlich unser Ziel, das Haus in Langegg. Larissa wartet schon auf uns und freut sich auf den Besuch.

Im groĂźen Garten sind HĂĽhner, und zwei Katzen gibt es auch. Das ist fĂĽr die Kinder ein Traum, fast wie ein kleiner Streichelzoo.

Wir verbringen einen wunderschönen Nachmittag im Garten, nach dem Abendessen werden die Kinder gebettet und wir Erwachsene können noch gemütlich den Abend ausklingen lassen.

Am Folgetag fahren wir zum Schokoladetheater der Firma Zotter, ein SpaĂź fĂĽr GroĂź und Klein, wie wir wieder einmal feststellen.

Nach einer kurzen Einführung können wir durch die Firma gehen und allerlei Schokosorten ausprobieren. Da heißt es nur, nicht zu viel auf einmal naschen, dass die nachfolgenden 100 Sorten auch noch einen Platz finden.

Sogar Schokolade mit Kakaobohnen aus Uganda sind dabei, Sara ist begeistert…

Im Anschluss an das Schokotheater schauen wir uns noch eine Besonderheit an, den essbaren Streichelzoo mit angeschlossenem Restaurant.

Nach dem Motto „Schau deinem Essen in die Augen“ wurde hier ein schöner Zoo mit viel Freilauf fĂĽr die Tiere gebaut, im Restaurant gibt es eben diese dann als kulinarische Leckerbissen. FĂĽr die Zartbesaiteten gibt es eine riesige Auswahl an vegetarsiche Gerichte…

Am SchluĂź unserer Runde treffen wir sogar noch Herrn Zotter höchstperönlich. Die Heimfahrt gestaltet sich dann ein wenig schwierig, da so manches Kind wohl ein wenig zu viel der sĂĽĂźen Verlockung gekostet hat, ich sage nur Zuckerschock… dennoch erreichen wir wohlbehalten das traute Heim.

Am Abend verwöhnt uns Maggo mit einer Grillage, die sich gewaschen hat… mir liegen noch Stunden später die Köstlichkeiten im Magen. Ein kleiner Spaziergang verschafft mir ein wenig Linderung…

Die wunderbare Gegend hier fasziniert mich immer wieder, ein schöner Flecken Erde. Einzig die Berge wĂĽrden ich hier wohl sehr vermissen…

210828 EnzianhĂĽtte (1.041m)

Das Wetter ist leider nicht „Höhentauglich“, daher beschlieĂźe ich spontan, eine Cacherunde zu machen. Als Ziel kĂĽre ich die MĂĽhlauer Klamm, da habe ich noch Dosen offen… vom Balkon sehe ich jeden Tag diesen Abschnitt der Nordkette.

Die Anfahrt, obwohl als Luftlinie nur ein Katzensprung, ist geführt immer eine Weltreise, da keine direkte Anfahrt quer durch Innsbruck möglich ist. Beim Karmelitinnenkloster parke ich, und nach ein paar Metern bin ich am Steig durch die Mühlauer Klamm.

Obwohl das Wetter nicht sommerlich ist, fürs Wandern gestaltet es sich perfekt. Es ist kühl, keine Leute am Weg und der Nieselregen lässt sich gut aushalten. Flux erreiche ich die Teufelskanzel, heute ein schöner Rastpunkt, um den sich allerdings schaurige Sagen aus längst vergessenen Zeiten handeln.

Ein StĂĽck weiter treffe ich auf das Hexenloch, hier sollen sich die Hexen der Umgebung zu heimlichen Treffen zusammengefunden haben und wohl auch so manches Wetter gekocht haben.

Ab hier wird der Steig ein wenig steiler, nun zweige ich vom MĂĽhlauer Bach ab hinein in den Wald.

Es hat wieder ein wenig zu regnen angefangen, fĂĽr mich kein Problem. Jedes Wetter hat seine schönen Seiten, heute glänzen und funkeln die nassen Blätter und Sträucher…

Generell hat man hier, ganz in der Nähe der Landeshauptstadt, das Gefühl, in einem Urwald zu wandeln.

Der Pfad hat in einem Bogen wieder zurĂĽck zum MĂĽhlauer Bach gefunden, eine der Hauptwasserquellen Innsbrucks, und das schon seit Jahrhunderten.

Obwohl der Bach heute beruhigend vor sich hinplätschert, kann dieses Gewässer auch ganz anders… die MĂĽhlauer-Klamm-Lawine hat schon viel Leid und Pein ĂĽber die Bevölkerung gebracht. Dagegen wurde in den Jahren 2002 bis 2007 ein riesiger Lawinenbrecher gebaut, um die Stadtteile am Ausgang der Klamm zu schĂĽtzen.

Von der Krone des Damms erblickt man einen kleinen Teil Innsbrucks, die Sicht ins Mittelgebirge ist durch tief hängende Wolken verhindert.

Am Kreuzungspunkt mehrerer Wege befindet sich die Teehütte, ein spektakulärer Bau in einer Brecciewand. Dieser Bau ist uralt und bestand schon vor dem Bau der aktuellen Forststraße.

Mein Weg führt mich weiter bergan, hinauf zur Enzianhütte, die nun in greifbare Nähe gerückt ist.

Die Sonne bricht manches Mal durch die Wolkendecke und zaubert helle Farbtupfen in den Blätterwald…

Schließlich stehe ich vor der schönen, 2019 neu errichteten Privathütte. Wegen des Wetters ist fast nichts los, dennoch bietet sich eine Einkehr geradezu an.

Ich gönne mir eine Leber-/Kasknödel-Suppe, dazu einen Radler als Erfrischung. Das tut gut, und das Essen ist vorzüglich. Dazu kommt eine nette Unterhaltung mit dem Eigner der Hütte, der die Pause schön abrundet.

Ich verlasse die HĂĽtte, gehen ungefähr fĂĽnf Minuten, dann sehe ich was Gelbes im Wald leuchten. Bei der Nachschau entpuppt sich dieser Farbklex als wahrliche Eierschwammerl-Plantage. Innerhalb kĂĽrzester Zeit habe ich ungefähr ein Kilogramm dieser Köstlichkeiten gepflĂĽckt. Schöne groĂźe Exemplare, nicht die kleinen Stöpsel, von denen man keinen Korb voll bekommt…

Nun fĂĽhr der Weg ins Tal, ein paar Mal zweige ich in den Wald ab, nur um noch mehr Pfifferlinge zu ernten.

Vor dem Abstieg in die Klamm konsultiere ich nochmals die Karte und entdecke einen Alternativweg auf der orographisch linken Seite des Baches. Anfangs ist der Weg gut, fĂĽhrt zu ein paar Boulderfelsen und scheint gut frequentiert zu sein.

Je weiter ich nach unten komme, desto schmäler wird der Pfad. Durch den feuchten Boden ist eine saubere Steigerei Garant dafür, dass die Waschmaschine nachher keine Überstunden machen muss.

Die rutschigste Stelle ist mit einem Seil entschärft, so erreiche ich ohne zu rutschen, das Schuhwerk war dem Wege doch gewachsen, die Talsohle, bzw. den Bach.

Hier treffe ich wieder auf den Aufstiegsweg, der mich nun mĂĽhelos in ein paar Minuten zum Ausgangspunkt fĂĽhrt.

Dort wartet mein treues Auto auf mich… noch immer bin ich der einzige Besucher des Parkplatzes… eine gemĂĽtliche Schlechtwettertour, oder wenn man mal nicht arg viel tun mag. Fein…

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:00 h
Gesamtlänge: 6,1 km
Höhenmeter: 593 m
Geocaches: 7 StĂĽck

210821 WeiĂźstein (2.640m), Rosskogel (2.646m) âś¨

Endlich schaffe ich eine Tour, die ich mir schon lange vorgenommen habe. Meinen Namensberg, WeiĂźstein, zumindest fast… und den Rosskogel, den ich zu HTL Zeiten einmal von Oberperfuss begangen bin. Ich starte meine Tour am groĂźen Parkplatz „Stieglreith“, hoch ĂĽber Oberperfuss.

Es ist noch frĂĽh, dennoch steht die Sonne schon hoch am Himmel. Der Parkplatz ist gut besucht. Ăśber die Skipiste geht der erste Teil des Weges, bald erreiche ich die RosskogelhĂĽtte

An der HĂĽtte vorbei ist mein nächstes Ziel das Rangger Köpfl…

…zuerst ĂĽber die Skipiste…

… mit wunderschönen Blicken ins Inntal. Leider ist es diesig, und damit ist die Fernsicht gerade nicht so gut.

Bald rĂĽckt mein zweites Tourenziel ins Blickfeld, der Rosskogel. Erinnerungen an den Ewigkeitshatsch vor fast 30 Jahren kommen hoch.

Am Ranggerköpfl mache ich eine kurze Rast, und suche gleich einen Geocache, den ich rasch finde.

Die Aussicht auf das Inntal und die Hohe Munde bringen die nächsten guten Erinnerungen, die Tour mit Michi und Konrad, wieder zum Vorschein.

Da ich heute eine Ăśberschreitung geplant habe, zweige ich beim Krimpenbachsattel (1.896m) Richtung Hundstalsee ab.

Am SchĂĽtzensteig wandere ich hoch ĂĽber der Inzinger Alm. Der Steig ist gut angelegt, manchmal ein wenig steil, aber gut begehbar. Da ein groĂźer Teil dieses Abschnitts noch im Schatten liegt, und das Gras hoch steht, sind meine Hosenrohre bald „soachnass“.

Am Ende des SchĂĽtzensteiges ist das Gras dann zum GlĂĽck nicht mehr so hoch und die Sonne scheint wieder auf den Weg. Bevor ich auf den Steig ins Seeloch abzweige, passiere ich noch einen schönen Bach…

… und eine verfallene SchafhĂĽtte. Nun sehe ich den weiteren Weg. War der SchĂĽtzensteig fast eben vom Krimpenbachsattel bis zur SchafhĂĽtte, steilt der Weg nun wieder auf.

War ich bis jetzt alleine auf meiner Wanderung, gesellen sich nun ein paar Gruppen dazu, die alle Richtung Hundstalsee wandern.

Der Seebach sprudelt lustig vor sich hin und verfĂĽhrt mich zu dem Glauben, gleich mal am See zu sein. Leider weit gefehlt…

Nachdem ich den ersten Kessel hinter mir habe, sehe ich die nächste Steilstufe vor mir. Von See keine Spur weit und breit. Erst von oben offenbaren sich zwei Lacken.

Nach der zweiten Steilstufe erreiche ich den Hundstalsee mit dem berĂĽhmten Apollontempel. In 20 Jahren Bauzeit wurde dieser, dem griechischen Gott der KĂĽnste, von zwei tiroler KĂĽnstlern erbaut.

Der Platz ist malerisch, der Tempel auch… wenngleich das Bauwerk nicht immer gerne gesehen wurde. Sogar Gerichtsverhandlungen wegen unerlaubtem Aufstellen eines Bauwerks wurden gefochten. Schlussendlich wurde zugunsten der KĂĽnstler entschieden.

Vom See steige ich nun weiter auf, in die sogenannten Gruben. Eine richtige Mondlandschaft, die Wegfindung ist hier mehr als schwierig. Zum GlĂĽck gibt es Steinmander und ein paar Markierungen, die allerdings gesehen werden wollen.

Oben am Sattel angelangt, rĂĽckt das erste Mal der WeiĂźstein in mein Gesichtsfeld. Ein wahrlich schroffer Zacken. Von hier schaut er nicht leicht besteigbar aus.

Zuerst muss ich wieder ein paar Höhenmeter absteigen, dann geht es wieder aufwärts. An der südlichen Mauer vorbei kommt der Einstieg in Sicht.

Eine Tafel warnt vor dem unbedachten Einstieg: „Weisstein – Gipfelanstieg sehr schwierig“. Das verspricht spannende Minuten. Die ersten Schritte sind schnell absolviert, dann muss ich eine erdige Rinne hochklettern.

Nicht immer ganz angenehm, aber dennoch gut machbar erreiche ich wieder einfachere Passagen. Eingeklebte Standhaken sind für schwächere Gipfelaspiranten vorhanden.

Schwere und leichte Passagen wechseln sich ab, einzig die erdigen Stellen machen keinen SpaĂź. Wahrscheinlich hat der letzte Starkregen hier seine Signatur hinterlassen, denn der Weg schaut nicht ganz „original“ aus.

Immer höher steige ich auf, bald kommt das Gipfelkreuz in Sicht. Nur noch kurze, relativ leichte Kletterstellen müssen bewältigt werden.

Vor dem Gipfel sind auch Seile eingebaut, die den Aufstieg erleichtern. Hier ist der Fels kompakt und gut zu erklettern. Genuss pur.

Dann stehe ich auf „meinem“ Berg, dem WeiĂźstein. Weissensteiner steht auf WeiĂźstein, geht mir als nicht-reimender Reim durch den Kopf… und heute kann ich den Gipfel sogar fĂĽr mich alleine genieĂźen.

Die Aussicht ist fantastisch, die schlechte Sicht vom Morgen ist vergessen, es ist warm, fast windstill, also so gut wie perfekt.

Ich bleibe eine kurze Zeit auf dem Gipfel, will aber, weil noch „warm“, gleich weiter klettern, denn der Weg zum Rosskogel hat noch ein paar pfiffige Stellen parat, denke ich mir.

Weit gefehlt, die Überschreitung zum Rosskogel ist am Anfang anregend, aber nicht schwer, die Wegfindung auch sehr gut. Und je näher ich dem Nachbarn komme, desto einfacher wird der Weg.

Der Weg führt meist südwärts in den Grashängen, vorbei an Schafen zum sanften Nachbarn.

Ein Blick zurück offenbart die Ostseite des Weißsteins. Ein schöner Berg, finde ich.

Ein ungleiches Paar, die zwei Bergnachbarn. Während der eine, gerade bestiegene, steil, schroff und abweisend wirkt, ist der Rosskogel ein wahrer Kogel… rund, sanft, leicht zu besteigen. Dementsprechend mehr Leute treffe ich hier.

Der Abstieg vom Rosskogel ist aktuell nur über die Ostseite möglich, am Nordgrat ist ein Wegstück abgebrochen, daher ist der Weg nicht begehbar.

Ăśber den Ostgrat erreiche ich einen groĂźen Wegweiser, der mich weiter ĂĽber das Schartl in die Weite Grube fĂĽhrt.

Hier wird die Landschaft grüner, perfekte Almgründe mit viel Vieh. Immer mehr Almen, ja richtige Almdörfer sehe ich.

Auch hier finde ich wieder verfallene Gebäude, sehr zu meinem Gefallen…

Je tiefer ich komme, desto ĂĽppiger werden die Wiesen.

Wobei meine Vermutung ist, dass hier die meisten Almen mittlerweile nur noch dem VergnĂĽgen dienen und nicht so sehr der Landwirtschaft…

Der Steig entlang der ganzen Hütten, immer mit toller Aussicht auf das Unterinntal, ist wunderschön und ein toller Abschluss.

Ein weiteres Ziel von mir sehe ich ganz am Schluss, den GroĂźen und Kleinen Solstein, die auch noch auf eine Besteigung meinerseits warten.

Die letzten Meter steige ich wie in der Früh über die Piste ab, hoch über mir kutschieren die Gondeln Gäste hoch in Richtung Rosskogelhütte.

Nach über 6 Stunden, ohne große Pausen, außer jener am Rosskogel, bin ich froh, wieder am Ausgangspunkt zu stehen. Und zufrieden mit der schönen Runde bin ich allemal.

Tourendaten
Gesamtdauer: 6:40 h
Gesamtlänge: 20,44 km
Höhenmeter: 1.741 m

210819 Patscherkofel (2.246m) – Sonnenuntergang

Ein königlicher Aussichtsberg, der sich sehr leicht, unter Zuhilfenahme einer Gondel „erobern“ lässt… das ist unser Hausberg „Patscherkofel“. Wir sind zu viert, neben mir sind noch Sara und Letu, weiters eine Freundin von Sara mit von der Partie. Am Parkplatz ist richtig was los. Am Donnerstag ist die Bergbahn immer bis 23:00 Uhr geöffnet und das zieht viele Leute an.

Mit der Bahn sind wir im Nu bei der Bergstation, ab hier gehen wir zu FuĂź weiter.

Wir entscheiden uns fĂĽr den direkten Weg auf den Gipfel, der zwar steil, aber kurz ist.

Rasch machen wir Höhe…

… und die Aussicht wird immer besser.

Nach 45 Minuten erreichen wir das Gipfelplateau mit dem markanten Sendemast.

Obwohl es diesig und die Fernsicht leider nicht so toll ist, die Stimmung und das Licht machen diesen Umstand allemal wett.

Am Gipfel ist, wie wir schon am Parkplatz vermuteten, die Hölle los.

Zumindest haben wir kein Problem, jemanden fĂĽr ein Gipfelbild zu bekommen. Es ist kalt hier oben und wir ziehen gleich Jacke und Haube an.

Dann wird gebrotzeitet, ich habe noch extra einkauft.

Direkt neben uns starten noch ein paar Paragleiter, das ist natĂĽrlich fĂĽr Letu ein Traum.

Fasziniert schaut er jedem einzelnen Paragleiter beim Start und Abflug zu…

Währenddessen haben die zwei Freundinen ein „Mordsgelächter“ und tauschen sich ĂĽber verschiedenste Schulerlebnisse aus.

Die Jause schmeckt gut, aber wird immer kĂĽhler, daher brechen wir nach einer feinen Pause wieder auf.

Nun nehmen wir den längeren Weg über die Westflanke des Kofels für den Abstieg, denn da sehen wir noch den Sonnenuntergang.

Und fürwahr, der feurige Sonnenball verabschiedet sich, während wir den Weg hinuntergehen, in der Wolkenbank am Horizont.

Das Lichtspiel am Himmel ist ein Wahnsinn, wunderschöne Pastellfarben zeichnen sich auf den Wolken ab.

Zu schnell ist das Schauspiel vorbei, ĂĽber den Steig spazieren wir wieder zurĂĽck zur Bergstation.

Der mächtige Betonklotz ist heute zum Brechen voll, Sara meint, es wäre heute „Steak-Abend“… klingt gut, aber nicht fĂĽr uns.

Wir fahren um ca. 21:00 Uhr mit der Bahn ab und erreichen wohlbehalten den Parkplatz. Ein kurzer, aber schöner Abendspaziergang mit Brotzeit, das macht Spaß.

Tourendaten
Gesamtdauer: 1:25 h
Gesamtlänge: 3,12 km
Höhenmeter: 317 m

210807 Kogelseespitze (2.647m) âś¨

Endlich mal wieder eine ausgedehnte Tour, denke ich mir, als mich Papa anruft und fragt, ob ich mit ihm auf die Kogelseespitze gehen möchte. Wir wollen nicht den „Standardweg“ ĂĽber die HanauerhĂĽtte machen, sondern eine Rundtour, um ein paar mehr Höhenmeter zu sammeln.
In der FrĂĽh treffen wir uns in Boden am Hahntennjoch, um Punkt 7:00 Uhr starten wir los.

Die erste Etappe fĂĽhrt uns vom Parkplatz in Boden hinauf zum Sattele (2.057m), dem Ăśbergang nach Gramais.

Die Wegfindung ist nicht immer ganz einfach, doch Verlaufen ist in diesem Kessel fast nicht möglich. Teilweise ist der Weg gut in Schuss, teilweise fast nicht auffindbar. Ein Beweis, dass dieser Aufstieg keine Standardtour ist.

Der Weg vom Sattele hinab nach Gramais ist am Anfang steil, rutschig durch die letzten Regenfälle und daher mit Vorsicht zu genießen.

An einem Teil des Weges fällt uns ein besonderes Phänomen auf. Hier scheint eine regelrechte Käferplage zu grassieren, ĂĽberall findet man skelettierte „Pfleschen“…

Wir müssen ungefähr 500m absteigen, dann erreichen wir die Abzweigung zum Kogelsee.

Das schöne Tal kommt mir gleich bekannt vor, hier bin ich vor ein paar Jahren mit Oma und den Kindern zum Kogelsee, allerdings von Gramais aus, rauf gelaufen.

Das Brett ĂĽber den Bach ist immer noch das Selbe, wackelig wie eh und je. AnschlieĂźend erfolgt der Aufstieg durch das ausgedehnte Latschenfeld. Gott sei Dank ist es noch kĂĽhl…

Bald öffnet sich der Latschenwald und wir bekommen wieder eine leichte Brise zu spüren. Das tut gut und kühl uns ein wenig.

Die Wasserfälle des Platzbachs sprudeln frisch und munter. Dank der letzten Regenfälle ist mehr als genug Wasser vorhanden.

Der Weg hinauf zum Kogelsee zieht sich dann doch wider Erwarten, am Talanfang hat die Entfernung nicht so weit ausgesehen.

Schöne, hellrosa schimmernde Almrosen säumen den Weg. Während im Inntal die BlĂĽte schon fast vorbei ist, fangen hier im Lechtal die Bergblumen erst an…

Kurz vor dem Kogelsee sehen wir den Kogel (2.318m). Für die nächsten Stunden wird dieser Berg immer wieder in unserem Blickfeld auftauchen.

Der Kogelsee (2.071m) ist einer der schönsten Bergsehen der Gegend, mit dem Kogel im Hintergrund ein sehr dankbares Fotomotiv. Zum Schwimmen ist es allerdings heute zu kalt.

Unser Weg fĂĽhrt uns hinauf Richtung Kogelseescharte (2.497m).

Ein Blick zurück zeigt nochmals die Schönheit des Kogelsees und Kogelkars.

Kurz vor der Kogelseescharte zweigen wir nach SĂĽdwesten ab.

An einem ausgedehnten Schneefeld verstauen wir unsere Wanderstöcke und ziehen den Helm auf.

Jetzt geht es ans Eingemachte. Obwohl der Weg nicht schwierig ist, ist das Geröll ist im ersten Teil doch sehr unangenehm. Jeder Schritt muss dreimal kontrolliert werden, und dennoch brechen immer Steine aus. Zum Glück haben wir Helme mit.

Spannende Passagen, sowohl wegen des Schotters als auch wegen der Wegfindung sind unser steter Begleiter.

Je höher wir kommen, desto besser wird die Felsqualität. Nun macht die Kraxlerei richtig Spaß.

Bald erreichen wir den Grat, hier sind nur noch moderate Schwierigkeiten zu bewältigen.

Leichtes Auf und Ab fĂĽhrt uns zum schon sichtbaren Gipfel.

Wieder neue Seen sind in unser Blickfeld gerĂĽckt, der Obere und Untere Parzinnsee im gleichnamigen Kessel leuchten wie zwei Augen zu uns empor.

Der letzte Teil des Grates ist normales Wandergelände mit gut ausgetretenem Pfad.

SchlieĂźlich erreichen wir den Gipfel der Kogelseespitze (2.647m).

Der Wind am Grat und am Gipfel ist enorm, daher pausieren wir nur kurz, eine Pause werden wir in windstillen Gefilden machen.

Ein Pärchen ist noch am Gipfel, das nutzen wir aus und lassen noch ein Gipfelbild machen.

Der Abstieg erfolgt nun ĂĽber den Normalweg.

Der Ausblick ins Parzinn ist herrlich, die Seen sind gut zu sehen.

Im Westen liegt der Gufelsee, auch dieser wunderschön gelegen. Hier sind wir vor ein paar Jahren bei unserer Wanderung von Zürs nach Nasserreith vorbeigekommen.

Ein Blick zurĂĽck zeigt unser Weg ĂĽber das Grat (oben: vom Gipfel rechts der Bildmitte, mit den Wolken ĂĽber das Grat zum linken Gipfel, nicht sichtbar)

Am Gufelseejöchl schauen wir nochmal auf den Gufelsee, im Hintergrund der beeindruckende Vordere Gupfelkopf mit seinem blätterförmigen Schichtaufbau.

Am Unteren Parzinnsee (2.180m) machen wir unsere wohlverdiente Pause. Gemütlich jausnen wir, während gegenüber ein paar Murmelen herumlaufen.

Bei der Hanauer HĂĽtte (1.922m) kehren wir kurz ein, trinken ein alkoholfreies Weizen und schauen, dass wir weiterkommen. Das Wetter schaut nicht mehr so gut aus… dunkle Wolken sind ĂĽber dem Parzinn aufgezogen.

Die Hanauer HĂĽtte hat eine gewaltige Lage, im Westen liegt das malerische Parzinn, das wir soeben durchquert haben, im Norden verbindet das Angerletal die HĂĽtte mit Boden.

Der Abstieg von der HĂĽtte zur Seilbahnstation ist einfach, aber dennoch mit Vorsicht wegen dem feinen Kies zu begehen. Kurz vor der Seilbahn treffen wir eine Gruppe, eine Frau ist ausgerutscht und hat sich den FuĂź verdreht. Auf die Frage, ob wir helfen können, kommt nur ein knappes: „Nein, die Bergrettung ist am Weg!“.

Nachdem auch eine Gruppe älterer Damen stehengeblieben ist, Schmerzmittel werden der Verletzten übergeben, steigen wir weiter ab.

An der BrĂĽcke ĂĽber den Angerlebach wird der Weg flacher, bald erreichen wir die Seilbahnstation.

Ein wunderschöner Anblick, der mich an die Tour mit Luis und Papa erinnert, ist die Dremelspitze am Talende…

SchlieĂźlich erreichen wir nach etlichen Kilometern wieder unseren Ausgangspunkt, eine tolle Wanderung, die uns wieder mal sehr gut getaugt hat.

Tourendaten
Gesamtdauer: 8:07 h
Gesamtlänge: 20,11 km
Höhenmeter: 2.112m

Ausrichtung Nord
Ausrichtung SĂĽd

210731 BitterlehĂĽtte

Donnerstag, 29.07.2021

Am Donnerstag, direkt nach der Arbeit fahren wir nach Pflach. Es ist wieder das alljährliche Mäh-Wochenende… bei Mama gibt’s noch ein gutes Abendessen, dann steige ich mit Maggo und unseren zwei Jungs zur HĂĽtte auf.

Das Wetter ist überraschend gut, im Verlauf des Wochenendes soll es unbeständig werden. Heute ist es allerdings richtig warm, wir genießen den Abend vor der Hütte, die Buben zünden ein Feuer an, während Maggo und ich das Arbeitsmaterial für Morgen vorbereiten.

Der Abend ist lau, ich kann mich nicht erinnern, so einen feinen Tag auf der HĂĽtte verbracht zu haben.

Während ich das Sensenblatt dengle, ist Juri beim Holzhacken. Die Motorsense haben wir auch zum Laufen gebracht… es scheint alles vorbereitet zu sein.

Das Feuer brennt gut, eine starke Glut ist vorhanden, Letu und Juri „hängen“ ein paar GrillwĂĽrstel ins Feuer, Maggo und ich haben im Bach ein kleines „KĂĽhllager“ angelegt.

Bis spät in die Nacht sitzen wir am Feuer, genieĂźen die Wärme und staunen ob der Sternenpracht ĂĽber uns…

Freitag, 30.07.2021

Am frühen Morgen, 5:30 Uhr, fangen wir an zu mähen. Die ersten Vögel zwitschern von den Bäumen, ansonsten herrscht Ruhe. Rasch kommen wir weiter, das Gras ist hoch, lässt sich aber gut schneiden.

Einzig die Bremsen sind lästig wie immer, speziell beim Schneiden kommen sie aus dem Gras heraus und fĂĽgen uns schmerzhafte Stiche zu…

Um 7:30 Uhr stößt Papa zu uns hinzu, nun ist aus mit der Ruhe. Er startet die Motorsense und schneidet am Wiesenrand die Stauden und Brennnessel aus. Bereiche, die wir mit den Sensen ungerne mähen wĂĽrden…

Meine Mähtechnik wird immer besser, daher ist es „fast nicht mehr“ anstrengend, auch dichteres Gras zu schneiden.

Gegen Mittag sind wir mit dem Mähen fast fertig, Mama ist auch zum Helfen gekommen. Papa und ich schneiden die letzten Flächen, während Maggo, Mama und die Buben das Heu rechen.

Zum Mittag gibt es dann einen Leberkäs, das ist schon Tradition. Gemütlich sitzen wir in der Hütte zusammen und genießen die Pause.

Dann werden noch die Restflächen gemäht, die Arbeit nähert sich dem Ende zu.

Rechen, abtransportieren und Wiese putzen geht zu viert, bzw. zu sechst rasch von der Hand, um ca. 15:00 Uhr haben wir alles erledigt.

Entspannt schauen wir auf unser Tageswerk. Wenn die Wiese wieder mit neuer „Frisur“ vor einem liegt, breitet sich Zufriedenheit aus.

Während Papa und Mama wieder ins Tal fahren, bleiben Maggo und ich mit Letu und Juri noch eine Nacht oben. Am Abend wird gegrillt, dann zieht ein arges Unwetter über den Säuling. Sogar Hagelkörner sind dabei, aber es entsteht kein Schaden.

Während draußen der Regen fällt, lassen wir den Abend mit einem Kartenspiel ausklingen.

Samstag, 31.07.2021

Am Morgen schlafen wir länger, dann wird die HĂĽtte aufgeräumt und geputzt. Beim Abstieg schauen wir nochmals zufrieden auf die gemähte Wiese… wir freuen uns schon wieder auf den nächsten Aufenthalt.