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Absamer Klettersteig – Bettelwurfhütte, 2077m (12.09.2015)

Viele Geschichten haben wir schon gehört, vom Absamer Klettersteig, wilde Geschichten über die Schwierigkeit, wie viele Leute schon rausgeholten wurden, wie auch die Variante, dass der Steig langweilig sei… also Zeit, selber herauszufinden, was es mit diesem Steig auf sich hat.

Zuerst ein paar Fakten, der Steig ist lt. Topo relativ lange, südseitig ausgerichtet, daher auch brutal heiß im Sommer, und ohne einen Wasserkanister am Rücken nicht zu empfehlen. Die Schwierigkeiten halten sich in Grenzen (Klettersteig C), daher werden wir heute das Wetter nutzen und einsteigen.

Wir treffen uns wie gewohnt früh, so richtig aus dem Bett komme ich nicht, da mir die Wanderung vom Vortag noch in den Knochen steht, aber nach einem Müsli geht es mir schon besser. Um 6:00 Uhr stehe ich bei Alfons vor der Türe, er sich auch schon gerichtet. Die paar Meter bis zum Eingang zum Halltal haben wir schnell mit dem Auto zurückgelegt.

Den Weg bis zum Einstieg gehen wir entlang des Fluchsteigs, einem alten Steig der Bergarbeiter im Halltal. Rasch erreichen wir den Einstieg, ein Bergsteiger ist schneller als wir, überholt uns und steig kurz vor uns ein. Die Sonne küsst schon die ersten Berge im Hintergrund, ein Bild, das einen wunderschönen Bergsteigertag ankündigt…

Am Einstieg vom Klettersteig ist eine Tafel mit ein paar nützlichen Informationen zum Klettersteig aufgehängt.

Die Ausrüstung ist schnell angelegt, ein kurzer Partnercheck obligatorisch. Dann geht’s los, die erste Wand ist sehr einfach, dann ein paar Meter Gehgelände, dann kommt die Schlüsselstelle, eine C-Stelle, die wir relativ einfach überwinden. Dann zieht sich der Steig immer an der Wand entlang, Richtung Westen.

Eine steinschlaggefährdete Rinne wurde jetzt mit einer Seilbrücke entschärft, die Seilbrücke ist aber nicht jedermanns Sache…

Dann flacht das Gelände merklich ab, und einfach geht es hinauf, Richtung Bettelwurfhütte. Ein paar kleinere Schikanen sind noch eingebaut, die jedoch auch wieder einfach zu meistern sind. Bald erreichen wir die Platten, die Aussicht auf das Halltal und Inntal ist phänomenal. Die Plattenkletterei finde ich lustig, speziell weil man einmal merkt, wie gut die Bergschuhe eigentlich auf dem Felsen haften.

Weiter geht es über ein Köpfl, dann noch eine C-Stelle, und wir haben das Ende des Klettersteiges erreicht.

Jedoch noch nicht die Hütte, die müssen wir uns erst in einem ca. 40minütigen Fußmarsch noch verdienen.

Zufrieden erreichen wir die Hütte, schon einige Leute sind oben. Wir bestellen uns ein Bier und Essen und genießen die Aussicht auf das Inntal.

Seit heuer sind neue Pächter auf der Bettelwurfhütte, Nina und Florian. Und Nina ist eine gebürtige Pflacherin. Da muss ich gleich ein paar Worte wechseln, und schon bald wissen wir, obwohl wir uns noch nie gesehen haben, dass wir die gleichen Leute in Pflach kennen. Die Welt ist klein… ein anderer Pflacher, so erzählt sie mir, ist gerade auf dem Weg auf den Bettelwurf.

Wir wollen uns bald wieder aufmachen, da der Weg ins Tal auch noch ein wenig Zeit in Anspruch nimmt.

Der Steig führt durch eine Menge Latschen, immer wieder kommen uns Leute uns entgegen, verschwitzt, da die Temperaturen schon recht hoch sind, trotz des fortgeschrittenen Alters des Jahres. Sind wir froh, dass wir früh aufgestiegen sind.

Der Rückweg zum Parkplatz geht zügig voran, bald erreichen wir den Parkplatz.

Alfons hatte noch eine gute Idee… eine Kneippanlage soll unseren Füssen noch ein wenig Linderung bringen… glaubt mir, das Wasser war wirklich kalt hat aber richtig gut getan. Ein wunderschöner Tourentag mit einem super Tourenpartner… danke und Berg Heil!

Tourendaten:
Gesamtlänge: 14km
Gesamtdauer: 6:30h
Höhenmeter: 1620m

Kranebitter Klamm und Magdeburger Hütte, 1637m (11.09.2015)

Heute ist Freitag, am Freitag wird bei uns nur Halbtags gearbeitet. Also genug Zeit für ein kleines Unternehmen. Schon länger will ich die Kranebitter Klamm machen, heute soll es soweit sein. Leider ist mein Bergspezi Alfons schon wieder verhindert, aber das soll mich nicht abhalten. Ich mache kurzfristig eine Bike&Hiketour aus meinem Unternehmen. In der Früh bin ich ja schon auf die Arbeit gefahren, jetzt, nachdem das virtuelle Horn das Wochenende geblasen hat, hüpfe ich in mein Bergoutfit und schwing mich auf meinen geliebten Drahtesel. Die Strecke bis Kranebitten habe ich schnell geschafft, beim Flughafen Innsbruck vorbei, an dem gerade ein paar kleine Flieger abheben und landen. Wunderschön liegt die Klamm vor mir…

Die letzten Meter gehen ganz nett rauf, aber schon bald stehe ich am Eingang der Klamm, wo ich auch mein Fahrrad abstellen muss. Da geht es mit dem Rad nicht mehr vernünftig weiter. Also habe ich gleich mal einen Baum identifiziert , der meinen Schatz beschützen muss…

Ich steige ins Bachbett hinunter, da beginnt auch gleich der Steig. Nachdem ich mich ein bisschen Schlau gemacht habe, habe ich mir die Tour so vorgestellt: Ich gehe auf dem Schleifwandsteig bis zum Magdeburger Hütte, von dort gehe ich ein Stück den Weg Richtung Rauschbrunnen/Hötting abzusteigen, werde dann aber … na, jetzt greife ich schon vor!

Der erste Teil des Weges geht, gut höhenmetermachend, hinauf, bis zu einer bekannten Abzweigung.

Hier könnte man auf das Hechenbergl gehen, aber diese Tour werde ich mir ein anderes Mal gönnen. Ab der Abzweigung wird der Steig ein wenig flacher, und folgt in respektvoller Höhe der Klamm ins Karwendel hinein. Im Hintergrund sehe ich die Hohe Warte und die Solsteine, rechts davon den Achselkopf und die Brandjochspitze. Ein wunderschönes Ensemble…

Der Weg ist die meiste Zeit super ausgebaut, ein paar Mal hat wohl Mutter Natur auch mitbauen wollen, dort ist es dann auch manchmal ein wenig ausgesetzt.

Aber alles in allem keine Gefahr, obwohl man schon schön steigen muss. Ein Fehltritt wäre an manchen Stellen fatal, und schnell ist was passiert, wenn man unachtsam ist. Doch ich komme gut voran, der Weg gefällt mir sehr gut, und bald erreiche ich das Ende der Klamm.

Der Aufstieg zur Magdeburger Hütte dauer nur noch ein paar Minuten, dann gönne ich mir ein „Weizen ohne“.

Da ich nicht weiß, wie der Weg zurück ist, will ich nichts riskieren :). Ich frage die Hüttenwirtin, ob noch viele Leute kommen. Noch ist genug zu tun, ist die schmale Antwort. Eine rustikale Dame… aber das passt genau hierher auf die Hütte.

Nach der kurzen Verschnaufpause beschließe, doch schnell abzusteigen. Es wird schon früh dunkel, und ich will eigentlich keinen unbekannten Weg suchen müssen. Daher gehe ich ein Stück den gleichen Weg zurück, dann zweige ich auf den Weg nach Rauschbrunnen/Hötting ab, mit der Nummer 220.

Zuerst geht es im Wald entlang, bei einem sehr interessanten Stein vorbei dann öffnet sich das Blickfeld wieder ein wenig. Der weitere Weg zieht an einem sehr schönen Wandfuß vorbei, irgendetwas schmeißt Steine… wahrscheinlich eine Gams. Ich sehe hier keine, aber später wird mein Verdacht an einer anderen Stelle bestätigt.

Ich bin ganz alleine unterwegs, schon seit dem Start (bis auf die Zwischenstation bei der Magdeburger Hütte). So nahe an Innsbruck, und doch so verlassen…

Bald erreiche ich die sogenannte Nasse Wand, die wirklich diesen Namen verdient.

Überall tröpfelt es heraus. Ich beschließe hier, in die Klamm abzusteigen, weil das ist ja das eigentlich Ziel. Stellenweise geht ein bisschen „reisenlaufen“, aber dann sind doch auch stellen, wo zu große, bzw. keine Steine liegen.

Dennoch bin ich schnell am Klammgrund, von hier aus folge ich dem nicht vorhandenen Wasserlauf. Alles hier ist staubtrocken. Man sieht jedoch, dass wenn einmal Wasser hier durchfließt, man vielleicht doch nicht dabei sein will…

Nach einer Weile erreiche ich die Engstelle, die immer wieder beschrieben wird, und auch sehr schön ist. Kurz danach geht’s noch eine alte Steiganlage hinunter, dann bin ich auch schon wieder am Ausgang… das ging ja schnell.

Der Weg zurück nach Aldrans mit dem Rad geht auch noch gut von Statten, bei den letzten Meter zum Haus bin ich immer froh, wenn diese um sind. Ein super „Greaschtl“ und eine Massage von meinem Schatz runden meinen Tag ab. Wunderbar…

Tourendaten – Bike:
Gesamtdistanz: 28 km
Gesamtdauer: 1:25 h
Höhenmeter: 510 m

Tourendaten – Hike:
Gesamtdistanz: 12,48 km
Gesamtdauer: 3:40 h
Höhenmeter: 1257 m

Höttinger Alm, 1487m (08.09.2015)

Heute juckt es mich schon in den Haxn, eine Runde nach der Arbeit zu drehen. Alfons hat kurzfristig abgesagt, da ihm was dazwischengekommen ist. Nun, was soll ich machen? Natürlich alleine fahren. Alleine ist man da rauf sowieso nie.

Ich starte um 17:00 Uhr los, fahre Richtung Planötzenhof, es geht am Anfang gleich mäßig steil rauf, nach dem Gasthof wird es auch wieder flacher.

Dann schlängelt sich der Weg zielstrebig hinauf, in Richtung Gipfel der Nordkette. Immer näher kommen die Felsriesen, die Frau Hitt schaut von hier schon recht beeindruckend aus. Ich fahre eine ganze Weile hinter einer Gruppe Mountainbikern her, ein kleiner Junge ist auch dabei, mit dem Seil an Papas Fahrrad gebunden. Ich finde das eine tolle Idee.

Nach 1:25h bin ich bei der Alm angekommen, ich bin zufrieden. Der Ausblick auf Innsbruck ist immer wieder einfach nur schön! Die Hauptstadt der Alpen hat diesen Namen wirklich verdient…

Da es schon recht kühl ist, setzte ich mich in die Hütte, die gut besucht ist. Ein Platz bei zwei Sportlern wird mir gewährt, dann bekomme ich noch einen Radler und gut ist. Nach einer kurzen Pause fahre ich wieder ab. Ich fahre Richtung Arzler Alm, dann weiter nach Mühlau. Von dort muss ich einmal Quer durch die Stadt, aber auch das ist OK. Ich treffe noch einen Mountainbiker, mit dem ich vorher abgefahren bin. Wir wechseln ein paar Worte, dann fahren wir getrennte Wege.

Am Schluss, wie halt immer, steht mir die Auffahrt nach Aldrans bevor, die ich heute über den Pfaffensteig von Ambras aus bewältige. nach 2:17 Fahrzeit erreiche ich Aldrans.

Die Tour war super, das Wetter habe ich zum Glück nochmals richtig ausnutzen können. Alleine macht Spaß, zu Zweit ist auf jeden Fall lustiger… ich hoffe, daß ich das nächste Mal wieder mit Alfons am Web bin!

Tourendaten:
Gesamtdauer: 2:17h
Gesamtlänge: 27,71km
Höhenmeter: 1440m

Bike&Climb: Zirl und AV-Klettergarten (13.08.2015)

Nach der Arbeit rauf auf den Drahtesel und los, Richtung Zirl. Heute wird’s ein „Bike&Climb“-Ausflug. Ich habe mit Stefan ausgemacht, daß wir uns am AV-Klettergarten treffen, dort können wir ein paar „Moves“ probieren. Ich freu mich schon.
Der Weg nach Zirl ist die meiste Zeit asphaltiert, dementsprechend schnurre ich mit eine feinen Geschwindigkeit meinem Ziel entgegen.

Dazwischen suche ich den einen oder anderen Geocache. Bald schon sehe ich den AV-Klettergarten. Schaut recht nahe aus, einziges Problem: Es liegt der Inn noch dazwischen, also doch noch ein Stück zu fahren… Am Martinsbühel mache ich eine kleine Pause, da es hier total schön ist.

Um kurz vor 17:00 Uhr erreiche ich den Parkplatz, Stefan ist auch bald da. Er hatte unterwegs noch ein kleines Mopedproblem. Wir steigen hinauf zur Kletterwand, die erste Tour ist „Via Sebastian“. Der Cache in dieser Kletterroute bleibt mir verweigert, da ich ihn nicht finde. Aber hierher komme ich sicher bald wieder einmal. Im Weiteren klettern wir noch die „Kleine Kinderroute“ und „Herta, erste Seillänge“. Schöne Touren, die Spaß machen.

Im Anschluss ans Klettern steht noch die Heimfahrt auf den Programm, über die alte Zirler Bundesstraße, dann am Flughafen vorbei und durch die Stadt und über meinen Standardheimweg durch den Wald hinauf nach Aldrans. Müde, aber glücklich erreiche ich das Heim. Für heute habe ich genug geschwitzt…

Tourendaten:
Gesamtstrecke: 42,15km
Gesamtzeit: 3:30h
Gesamthöhe: 571m

150703-04 Brandjochspitze über Innsbrucker Klettersteig, zweiter Teil

Nachdem ich den ersten Teil des Innsbrucker Klettersteigs mit Papa schon am letzten Wochenende gemacht hatte, konnte ich den weiteren Teil des Steiges und zusätzlich die Brandjochspitze besteigen. Doch zuerst mal von Vorne…

Während der Woche mache ich spontan mit Wolfgang aus, das wir am Wochenende auf der Nordkette übernachten und am nächsten Tag die Vordere Brandjochspitze über den Südgrat machen. Das klingt super, wir treffen uns am Freitag, so die Abmache.

Am Freitag, es ist endlich soweit, treffe ich Wolfgang in der Museumsstrasse, nachdem ich beim Geocacheevent „After A.P.E. Event“ am Bahnhof war. Wir gehen zuerst zur Hungerburgbahn, die aber schon geschlossen hat. Wir spazieren zum Marktplatz, um den „J“ zur Hungerburg zu erreichen, mit dem wir direkt zu den Nordkettenbahnen kommen. Diese fahren jeden Freitag bis 23:30Uhr, das nenne ich Service.

Bald schon erreichen wir die Sonnenterasse Innsbrucks, wir setzen uns und bestellen ein Weizen. Ein Gordon Bleu rundet die Aussicht ab, wir genießen den Abend. Von der Sonne haben wir nicht mehr allzuviel, aber bei der zur Zeit herschenden Hitze sind wir da gar nicht so unglücklich…

Wir übernachten ganz in der Nähe der Seegrube, mit Schlafsack. Die Aussicht ist berauschend, der erste Camppkatz nicht: die Schafe haben vor uns hier gerastet und haben ihre Spuren hinterlassen. Der zweite Platz ist eh viel besser, und schon bald schlafen wir tief und fest…

Am Morgen stehen wir mit der Sonne auf, um uns auf den Langen Sattel aufzumachen. Mir steht der Sinn nicht so ganz nach Südgrat, darum mache ich mit Wolfgang aus, daß wir den zweiten Teil des Klettersteigs und die Brandjochspitze über den Normalweg (Julius-Pock-Weg) machen. Auch Wolfgang ist einverstanden, also marschieren wir los.

Bald erreichen wir den langen Sattel, auf dem immer noch ein bisschen Schnee auf kühlere Tage wartet.

Dieser Wunsch wird wahrscheinlich nicht mehr gewährt werden. Schon jetzt sind die Temperaturen hoch, wir schwitzen beim Aufstieg schon anständig „die Sünden vom Vortag“ raus…

Am Langen Sattel angekommen packen wir die Brotzeit aus und machen eine gemütliche Jause. Wurst, Ei, Radieschen, Brot, was braucht man mehr…

Der Einsteig des Klettersteiges liegt direkt vor uns. Wir ziehen unsere Kletterausrüstung an, schauen uns nochmals um, dann geht es schon los, in den zweiten Teil des Innsbrucker Klettersteiges. Zuerst einmal müssen wir ein gutes Stück abklettern, schon beim Start ist ein merklicher Unterschied zum ersten Teil erkennbar. Die Landschaft ist irgendwie wilder, zackiger, mit Türmchen und Zinnen versehen. Wunderschön, um es mit einem Wort auszudrücken.

Der Weg geht durch die Sattelspitzen, auf nicht immer logischem, aber dafür lohnenden Weg, bis zum letzten Steilabfall. Unterwegs können wir eine Steinbockfamilie, vom Opa bis zum Enkel ist alles versammelt, beobachten. Es ist fazinierend, wie sicher diese Tiere, auch schon die Klitzekleinen, sich im Hochgebirge bewegen.

Von Oben können wir auf die Frau Hitt hinuntersehen, der anspruchvollste Teil des Steiges ist direkt vor uns. Eine kurze, aber knackige senkrechte Wand, die wir, teils leicht überhängend abklettern müssen.

Einmal durchschnaufen, dann gehts los. Ich merke, daß, da man ein paar Mal umsteigen muss, auch ein bisschen mehr Armkraft erforderlich ist, aber rasch und sicher ist auch diese Stelle bewältigt und wir stehen am Fusse der Frau Hitt und damit auch am Ausstieg des Klettersteiges.

Wolfgang schaut sich die Frau Hitt genau an, ein lange bekanntes Kletterziel der Innsbrucker, an dem auch viele namhafte Bergsteiger geklettert sind.

Dann ziehen wir die Gurte aus, verstauen alles im Rucksack, trinken nochmals anständig, da die Temperaturen jetzt wirklich schon heiß sind, und marschieren los, in Richtung Vordere Brandjochspitze.

Zuerst müssen wir über das karwendeltypische Geröll hinauf, der letzte Teil bis zur Spitze ist mit einen leichten Klettersteig eingerichtet, bei dem man aber das Gurtzeug nicht mehr braucht. Manche Stellen sind, besonders wegen dem Schotter, doch angenehm versichert.

Nach einem kurzen Marsch vom Frau Hitt Sattel erreichen wir dann unser Tagesziel, die wunderschöne Brandjochspitze. Ziemlich genau vor einem Jahr war ich schon mal hier auf dem Gipfel, damals alleine, dieses Mal zusammen mit Wolfgang.

Jetzt ist auch Zeit für eine Jause, die wir uns natürlich verdient haben. Wir setzen uns ein bisschen in den Schatten, essen und schauen uns um. Unter uns faulenzen ein paar Steinböcke, denen die Mittagshitze warscheinlich auch nicht so angenehm ist. Und während Wolfi seine Gipfeltschigg raucht, sucheich mir noch den Geocache „GC55N5A Die Vordere Brandjochspitze„.

Nach ausgiebiger Rast machen wir uns auf den langen Weg zurück zum Hafelekar. Obwohl, oder vielleicht weil eben die Highlights schon vorbei sind, ist der Weg zurück zur Bergstation der Nordkettenbahnen immer ein wenig beschwerlich.

Der Steig ist aber interessant, manchmal ein wenig ausgesetzt und führt in einer wunderbaren Landschaft direkt unter den Spitzen der Nordkette entlang zurück zum Ausgangspunkt.

Erwartungsgemäß ist heute recht viel los auf der Seegrube, ein paar Drachenflieger sind auch da und zeigen ihre Künste her.

Wir trinken einen Radler, dann machen wir uns auf, nach Hause. Im Bus merken wir dann doch, daß wir was gemacht haben. Müde, aber glücklich erreichen wir das traute Heim.

Gesamtstrecke: 11,54km
Höhenmeter: 1100m
Dauer: 5:30h

150627 Innsbrucker Klettersteig (erster Teil)

Schon seit Langem, eigentlich seit ich nach Aldrans gezogen bin, begrüßt mich jeden Morgen die Nordkette, schön und verlockend.

Schon lange denke ich mir, da musst du doch mal rauf, damit du dir anschauen kannst, wie Aldrans von Oben ausschaut.

Heute ist es endlich soweit, mit Papa beschließe ich, den Klettersteig zu gehen. Das Wetter ist zwar nicht perfekt, aber zumindest für den Vormittag ist gutes Wetter angesagt. Am Nachmittag sollten wir nicht mehr oben sein, so unser Kalkül.
Wir starten um 8:00 Uhr von zu Hause, fahren rüber zur Hungerburg. Mit den Nordkettenbahnen geht es zuerst auf die Seegrube, dann weiter auf Hafelekar.

Dort begegnen uns noch weitere Klettersteigbegeher, mit denen wir kurz reden. Dann ziehen wir uns die Ausrüstung an und starten los ins Vergnügen. Die Startwand ist auch gleichzeitig eine der Schlüsselstellen.

Wer diesen Teil ohne größere Probleme schafft, der ist schon gut aufgehoben hier. Die Abstände der Tritte sind zwar nicht ohne, der Erbauer muss wohl an die 2m gewesen sein, aber abgesehen davon ist alles gut. Schon bald stehen wir oben auf dem Grat, dem wir in weiterer Folge entlangwandern.

Schon bald sehen wir die Seegrubenspitze, wir gehen weiter Richtung Kaminspitzen. Die Erste in dieser Reihe ist die östliche Kaminspitze, auf der wir kurz den Ausblick genießen. Der Klettersteig geht immer am Grat entlang, weicht manchmal auf die Karwendel, manchmal auf die Innsbrucker Seite aus.

Wunderschön ist die Aussicht, jedoch lassen dunkle Wolken in der Ferne einen baldigen Wetterumschwung erahnen.

Unterwegs ist einmal die berühmte „Seufzerbrücke“ zu überqueren, Gott sei Dank hat die nichts mit dem Venediger Pedant zu tun…

Die Kaminspitzen haben wir bald voll, dann geht es weiter Richtung Kemacher. Doch bevor wir diesen Gipfel besteigen können, müssen wir nochmals huldvoll ein paar Schritte ins Tal, in eine Rinne machen, sozusagen als Tribut für die Besteigung.

Doch auch diese Aufgabe meistern wir mit Bravour und schon bald stehen wir auf der Spitze des Kemacher. Endlich, nach so vielen Jahren stehe ich auf dem Kemacher, einem meiner „Sehe ich am Abend“ Berge…

Wir pausieren dort kurz, Papa macht ein paar Bilder, dann schließt ein weiterer Innsbruck zu uns auf. Wir reden kurz, auch er ist nicht sicher, obwohl das Wetter mittlerweile milder ausschaut, ob wir den zweiten Teil noch machen sollten. Er wolle erst einmal Brotzeiten, meint er…
Wir machen uns auf den Abstieg, unten und raus sind wir ja noch nicht. Ein paar anregende Stellen müssen wir noch überwinden, dann erreichen wir den Langen Sattel.

Dort schauen wir uns nochmals wegen dem Wetter um: Nein, eigentlich wollen wir ein Gewitter hier oben nicht riskieren, daher beschließen wir, von hier runter zur Seegrube zu gehen.

3 Stunden sind wir auch schon am Weg… auch der Brotzeiter ist unserer Meinung uns schließt sich an, den Absteig zu meistern.

Wir folgen dem Steig, der gar nicht so ohne ist, hinunter bis er auf den Weg von der Brandjochspitze trifft. Von dort folgenden wir dem Pfad bis zur Seegrube.
Dort setzen wir uns auf die Terasse, ein Radler muss her. Wir genießen den Ausblick, und müssen feststellen, daß es doch ganz schön kühl ist. Also Jacke an, dann genießen wir…

Nachtrag:
Nach dem Radler fahren wir mit der Gondel ins Tal, wir schauen beim Auto nochmals auf die Nordkette. Das Gewitter ist schon im Anmarsch. Zu Hause angekommen, zieht es völlig zu und wir beglückwünschen uns gegenseitig, daß wir die richtige Entscheidung getroffen haben.

Manchmal ist eben Umdrehen wichtig, damit der Tag in guter Erinnerung bleibt.

Tourendaten:
Gesamtdistanz: 6,09km
Gesamtdauer: 4:08h
Höhenmeter: 311m

Klettern in der Arzbergklamm (31.05.2015)

Jetzt muss mal was Neues her, denken wir uns und fahren in ein neues Klettergebiet. Die Arzbergklamm ist sehr schön, ein Freund hat mir Diese gezeigt. Und jetzt geht’s mit der Familie hin. Lucy ist auch mit von der Partie.

Die Touren sind alle sehr Anfänger-freundlich und machen Spaß. Einziger Wermutstropfen… Es ist viel los und daher sind wir in der Routenwahl sehr beschränkt.  Trotzdem haben wir viel Spaß,

Von Innsbruck übers Halltal (1.485m) nach Aldrans (11.05.2015)

Die erste Mountainbiketour mit Alfons heuer, das kann nur ins Halltal sein. Da ich wie jeden Tag mit dem Fahrrad auf die Arbeit geradelt bin, entschließe ich mich, auch die Anfahrt zum Halltal per Rad´l zu machen. Über den Inntalradweg fahr ich bis kurz nach der Mühlauer Brücke, dann geht’s  durchs Mühlauer Gewerbegebiet hinauf zu den Dörfern. Durch Arzl und Rum geht es nach Thauer, dort zweige ich auf den Höhenweg ab, und fahre in Richtung Absam. An der Andreas Hofer Kaserne werden Erinnerungen an meinen Präsenzdienst wach, denn genau in dieser Kaserne habe ich damals meine Monate gemacht. Die Joggingrunde ist mir bis heute noch im Gedächtnis geblieben.

Dann erreiche ich den Parkplatz am Anfang des Halltals. Da Alfons noch nicht da ist, wir haben als Treffpunkt eben diesen Platz ausgemacht, beschließe ich, noch nach Geocaches Ausschau zu halten. Prompt finde ich einen an der Brücke über den Weissenbach. Ich beschließe, langsam das Tal hineinzufahren, Alfons wird mich sicher am Weg finden. Bei der Wasserfassung und der ersten Ladhütte finde ich noch weitere Geocache, dann hat Alfons aufgeschlossen und wir fahren gemeinsam gemütlich weiter.

Bald erreichen wir das berühmt-berüchtigte Bettelwurfeck, das eine Steigen von 32% aufweist. Richtig steil geht es da hinauf, da spürt man trotz gemütlichen Fahrens, wie die Batterie zusehends leer wird… und ich spreche nicht von einer E-Bike-Batterie!

Oberhalb angekommen, ist eine kurze Verschnaufpause angesagt, aber da ich keinen Empfang mehr habe, kann ich auch keine Caches mehr suchen. Dafür stürzt mein Telefon ab, und die Track Aufzeichnung ist dann gestoppt. Daher haben von dieser Tour auch zwei Aufzeichnungen.

Vom Bettelwurfeck geht es in konstanter Steigung hinein, zum Talschluss und den Herrenhäusern. Das letzte Stück ist eine grobe Schotterpiste, die jedoch heuer besser in Schuss ist, als ich es in Erinnerung habe.

 

Glücklich erreichen wir dann das „Knappenhäusl“, ein Selbstbedienungskiosk, ohne Belegschaft. Manchmal ist er da, der Besitzer, aber heute nicht. Wir haben Glück, es sind noch genau 2 Biere da, die wir im Schatten der Berge genießen. Bald wird es frisch und wir ziehen uns die Jacken an. Es wird Zeit für den Aufbruch.

Die Abfahrt ist hier immer sehr lustig, da wenig Autos unterwegs sind. So kann man ganz ein schönes Tempo fahren. Bei mir ist es dann doch ein bisschen zu viel des Guten und die Bremsen greifen nicht mehr richtig. Nachdem ich doch stehenbleiben kann, sehe ich, dass die Bremsen ganz schwarz sind… also ein bisschen hofelliger wird’s wohl sein müssen!

Beim Runterfahren landet direkt neben uns noch ein privater Hubschrauber, die am Hochhahdkopf Material transportieren. Machen ganz nett Krach, die Dinger. Wohlbehalten erreichen wir den Parkplatz und von dort geht’s noch zu Alfons und Maria heim. Ein Bier für den Weg und eine gute „Bauernpizza“, so gestärkt geht’s heim über Häusern und Ampass. Eine lange Tour mit sehr schönen Passagen. Wieder einmal super!

Länge: 36,40km

Dauer: 2:40h

Höhe: 1275m

Arzler Alm, 1067m und Rumer Alm, 1243m (08.05.2015)

Eine schnelle Runde nach der Arbeit, das ist mir heute in den Sinn gekommen. Da ich danach ja noch heim fahren muss, sollte es schon überschaubar sein. Also wähle ich als Ziel die Arzler Alm, mit Option auf Erweiterung auf die Rumer Alm.

Von der Arbeit fahre ich direkt zur Höttinger Auffahrt und dann hinauf auf den Berg. Es geht gleich zügig ein paar Meter in die Höhe, der Weg ist aber super zu fahren, und schon bald sind auch wenig Autos am Weg. Am Höttinger Steinbruch vorbei, in dem ich früher ein bisschen geklettert bin, geht es weiter bis zu Hungerburg.

Von dort fahre ich über den Rosnerweg hinauf auf die Alm. Nach ca. 50min erreiche ich die Alm, trinke dort einen schnellen Johann (Johannesbeersaft + Mineralwasser), dann schwinge ich mich nochmals in den Sattel und fahre noch weiter bis zur Rumer Alm. Ich habe mir vorgenommen, dort eine gemütliche Pause auf der Terrasse zu machen, aber als ich dort ankomme, ist die Alm geschlossen. So ein Pech aber auch…

Also fahre ich runter ins Tal, bei der Enzianhütte vorbei. Ich erreiche bald wieder Mühlau, von dort fahre ich über das DEZ und Ambras nach Hause. Schöne Runde bei wunderschönem Wetter.

Länge: 21,10km

Dauer: 1:42h

Höhe: 883m

Mühlauer Klamm

Heute ist Familienausflug, das ist beschlossene Sache. Der Sonntag startet mit einem guten Frühstück und dann mit einem Kirchenbesuch. Heute ist das ganz was Besonderes, denn es singt Allegro, ein Chor aus Osttirol.
Im Anschluss fahren wir zum Karmelitinnen-Kloster, stellen dort unser Gefährt ab, und wandern in die Mühlauer Klamm. Gemütlich geht es im Wald hinauf, das Wetter ist heute ja Bestens.

Dementsprechend sind einige Wanderer und noch mehr Mountainbiker mit uns auf dem Weg. Der Steig ist nett angelegt, immer wieder sind kleine „Überraschungen“ für die Kleinen und Großen eingebaut.

Dann erreichen wir noch die beeindruckende, aber nicht besonders schöne Lawinenverbauung, die aber notwendigerweise erbaut wurde, um den Ortsteil Mühlau vor der gefürchteten Klammlawine zu schützen.

Die Aussicht von „oben“ ist immer super und wir alle genießen den Moment.

Der Abstieg über den Amarellersteig ist dann besonders für die Kleinen nochmals eine Herausforderung. Aber alles geht sehr gut und jeder hat Spaß.

Ein schöner Ausflug mit der Familie, der im Tal mit einem Eis gekührt wurde.