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200517 Kartellerjöchl (1.731m)

Wieder einmal zieht es Letu und mich, ins Halltal, Heute steht das Kartellerjöchl auf dem „Speiseplan“, ein im hinteren Halltal aufragender Felsblock, der das Tal teilt. Südlich davon verläuft das Halltal, nördlich liegt der Issboden.
Wir beginnen unsere Wanderung beim Hackl, wie jedes Mal. Heute ist jedoch richtig was los, nur mit Müh und Not bekommen wir einen Parkplatz. Abweichend zu sonst, nehmen wir heute die Asphaltstraße bis zur Ochsenbrücke, immer ganz nahe beim Weißenbach.

Vorbei kommen wir natürlich auch bei der mächtigen Bettelwurfreise, die immer einen Gefahr für das Halltal darstellte und immer noch darstellt. Der Sage nach handelt es sich hier um den Bettelwurfgeist, der unsichtbar in den Felswänden des Halltals geistert. Im Winter tritt er Staublawinen los, im Sommer löst er Muren vom brüchigen Gestein. An warmen Föhntagen kann man sein Heulen und Toben aus den Klüften der Felsen hören.

Ab dem Bettelwurfeck öffnet sich das Tal wieder, Buchen mit frischem Laub säumen den Weg, der Frühling hat es auch ins Halltal geschafft. Bald erreichen wir die Herrenhäuser, die Hauptattraktion des aufgelassenen Bergbaus. Spuren gibt es allerdings noch wesentlich mehr. Im Hintergrund sehen wir schon das Kartellerjöchl.

Die Bedeutung des Halltals kann man heute nur noch erahnen, leider wird meiner Meinung nach dieses bedeutende Erbe Tirols nicht genug gewürdigt. Das ehrwürdige Herrenhaus ist mittlerweile in einem erbärmlichen Zustand und es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis hier ein Unglück passieren wird.

Vorbei an den Herrenhäusern steigen wir höher auf der ehemaligen Werkstraße. Immer wieder stoßen wir auf Überbleibsel vom Bergbau.

Wobei man mit dieser Aussage Vorsicht walten lassen muss. Obwohl der aktive Bergbau nicht mehr vorangetrieben wird, ist der Haller Salzberg nach wie vor aktiv und muss gewartet werden. Ein Laugwerk kann nicht einfach stillgelegt werden…

Fast am höchsten Punkt, dem Wasserberg, finden wir wunderschön aufgeschichtete Lawinenschutzbauten, die im 19. Jahrhundert angelegt worden sind.

Das letzte, und in meinen Augen schönste Gebäude, von dem ich jedoch keinen Namen weiß, ist auf diesem Bilde zu sehen. Noch stehen die meisten Bauten, aber der Zahn der Zeit nagt fest daran…

Schlussendlich erreichen wir das Kartellerjöchl, mit einer wunderschönen Aussicht auf das Halltal. Und ein kleiner, unscheinbarer Fels wird von uns auch näher betrachtet. Der Gamskogel. Auf den müssen wir mal rauf, beschließen wir spontan. Heute nicht, denn wir haben kein Seil dabei, und eine seilfreie Begehung ist mir mit Junior zu riskant.

Auch beim Rückweg kommen wir an verschiedenen Stollen vorbei. Das ganze Ausmass der Anlage kann hier erahnt werden. Es wurden ja zig Kilometer Stollen in den Berg gehauen…

Hier im Bild sieht man gut das Resultat der Schadlawine von 1999, ein Teil des Herrenhauses wurde weggerissen und nur notdürftig repariert.

Ein Besuch im Halltal darf nicht ohne Einkehr bei Sankt Magdalena abgeschlossen werden. Nun, da die Hütten zaghaft aufsperren, gönnen wir uns eine Erfrischung. Der Erdbeerkuchen ist ein Gedicht.

Der weitere Weg führt nun wie gewohnt, aber nie langweilig, von Sankt Magdalena…

… über Buchenwälder…

… und den spektakulären Fluchtsteig…

… hinaus in die Zivilisation, zum Hackl. Ein letztes Blick zurück ins Halltal…

… wir kommen gewiss bald wieder!

Tourendaten
Gesamtlänge: 16,43 km
Gesamtdauer: 4:16 h
Höhenmeter: 1000 hm (auf den Meter genau…)

200423 Halltaler-, Schafer-, Alte Halltaler- und Wandlhütte

Und wieder öffnet ein wunderschöner, warmer Tag seine Augen und läßt uns von wunderbaren, langen Bergfahren träumen.
Dennoch, die Situation ist aktuell unverändert (Covid19), daher sind wir eher an die talnahmen Wanderungen gebunden. Aber gerade hier sehe ich einen großen Vorteil der Lage, denn schon lang gehegte Ziele, nie durchgeführt, weil man die ja immer machen kann, rücken jetzt in den Fokus. Und diese Tour hat mein Interesse schon länger geweckt, nun ist es soweit…

Im Team mit meinem Junior starten wir beim Parkplatz bei der Walderkapelle, steil steigen wir neben der Sprungschanze hinauf in kühlenden Wald, in Richtung Winklerhütte.

Es geht ein gutes Stück recht steil hinauf, dann legt sich der Weg ein wenig zurück und wir können uns ein wenig erholen. Für die Jahreszeit ist es sehr warm, und man erkennt den ausgebliebenen Regen an jeder Ecke… das Gras ist dürr, ein kleiner Funke würde reichen, ganze Flächen zu veraschen.


Über den gemütlichen Steig erreichen wir bald eine Forststraße, die uns zum nächsten Steig, jenem auf die Winklerhütte bringt.

Durch lichten Bergwald erreichen wir über Serpentinen immer mehr an Höhe. Dann stehen wir an einer Biegung, die sehr günstig einen wunderschönen Blick in mein Lieblingstal, das Halltal ermöglicht.
Und schließlich erreichen wir auch die sehr schön gelegene „neue“ Halltalerhütte. Dieses Domizil befindet sich in Privatbesitz, mehr konnte ich hierzu nicht rausfinden.

Von hier queren wir nun auf einem, in keine mir bekannten Kartenwerk verzeichneten Steig, der jedoch zumindest heutzutage öfter benutzt wird, wie man unschwer am Zustand des Wegleins erkennen kann.

Ohne große Höhenänderung wandern wir immer gen Osten. Der Steig ist trotz der Kürze sehr abwechslungsreich, kurze Steilpassagen in Grashängen wechseln sich mit gemütlichen Böden ab, die zur Rast einladen.

Bei einer markanten Abzweigung erreichen wir wieder den Originalsteig, der mir auch bei der Tourenplanung vorgeschlagen worden ist. Nächstes Ziel ist nun die Schaferhütte.

Kurz vor erreichen der Hütte überqueren wir einen kleinen Wasserlauf, der uns zum Verweilen einlädt. Hier machen wir Pause, ist schnell beschlossen. Heute haben wir eine Brotzzeit dabei, somit machen wir es uns hier in der Sonne gemütlich.

Nach ausgebiebiger Pause wandern wir weiter, immer noch dem Morgenlande zu. Durch die Unwegsamkeit des Geländes hat sich hier ein uralter Wald erhalten können, mit Bäumen, die schon viele Menschenleben und so manche Geschichte gesehen haben.

Die nächste Hütte, die wir besuchen, ist wohl die interessanteste, aber auch jene, über die man am wenigsten Information bekommt. Nur soviel, erbaut wurde die ursprüngliche Hütte 1910, in den Jahren 1966 und 1967 wurde die Hütte durch Schadlawinen so schwer beschädigt, daß das Gebäude aufgelassen und nicht mehr instandgesetzt wurde.

Ein interessantes Plätzchen, die im Bilde gezeigten Eisentüren gehören übrigens zum ehemaligen Ofen. Auch ein kleiner Quellbrunnen steht in der Nähe, dort können wir unsere Wasservorräte wieder auffrischen.
Ganz in der Nähe haben wir dann noch einen schönen Ausblick auf das Unterinntal.

Nun fällt der Steig ähnlich steil ab, wie er am Anfang war. Hier passieren wir noch die abgegangene Wandlhütte, von der nur noch ein paar unscheinbare Mauerreste stehen.
Wir konzentrieren uns auf den schmalen Steig, trotzdem rutscht Letu einmal aus und schürft sich das Wadl auf… trotz Schmerz nochmals Glück gehabt.
Auf dem Weg retour zum Parkplatz kommen wir noch an einem kleinen Teich vorbei, den Junior gleich begutachten muss. Es wimmelt nur so vor Kaulquappen…

Letu fängt eine aus dem Wasser, inspiziert sie vorsicht und meint mit Kennermiene… die Kaulquappen sind schon ein paar Wochen alt…
Nun ist es nicht mehr weit, bald sind wir am Parkplatz und zurück beim Auto. Ein Blick zurück zeigt uns die mächten Berge, an deren Fuss wir heute diese wunderschöne Wanderung machen konnten.

Und nachdem die Tour heiß und teilweise anstrengend war, gibts als Belohnung wieder mal ein Eis…

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:10 h
Gesamtlänge: 10,01 km
Höhenmeter: 714 hm

200422 Buchtalhütte (1.250m)

Wieder nutzen wir das schöne Wetter und machen eine weitere, uns unbekannte Gegend unsicher. Wer ist wir… das altbekannte Team „SP“, das ist Sohn&Papa…

Wir starten beim Sportplatz in Absam, und müssen ein paar Meter auf Asphalt laufen. Aber dann sind wir schon auf einer Forststraße, das laufen wird angenehmer. Unterwegs „klauben“ wir einen Geocache auf, dann erreichen wir auch schon die „Weiße Reisn“…

Hier suchen wir einen zweiten Geocache, dann gehts richtig zur Sache. Der Weg wird durchgehend steil, der Pfad zieht in kurzen, knackigen Serpetinen ziemlich direkt den Berg hinauf. Dies, in Kombination mit der warmen Nachmittagssonne ist nicht wenig anstrengend…

Da kommen die hervorragend platzierten Bänke gelegen, um kurz einen Verschnaufer zu tun. Nach ein paar Atemzügen an der frischen Waldluft ist das Marschieren nur noch halb so schwer.

Auch die Aussicht wird mit jedem Höhenmeter besser, den dichten Wald haben wir mittlerweile hinter uns gelassen und auf den Steilgraswiesen stört kein Hindernis die Fernsicht.

So manches Marterl läßt uns hier kurz Innehalten. Gott sei den hier gedachten Seelen gnädig.
Beim Anblick dieser Gedenktafeln wird auch Letu nachdenklich und steigt vorsichtiger den steilen Pfad empor.

Nicht jede Tafel zeugt allerdings von einem Unglück am Berge. Eine mir zu Ohren gekommene Tragödie spielte sich jedoch vor Jahren hier ab, als ein Bergler beim Sanieren des Steiges ins Stolpern kam und in den Tod stürzte. Nachdenklich gehe auch ich weiter…

Dann erhaschen wir den ersten Blick auf die Buchtalhütte. Ein aufsehenerregendes Krähennest, hoch in den Bergen. Die private Hütte hat keinen Ausschank und ist auch nicht zugänglich, man kann jedoch die Terasse davor benutzen. Und eine Quelle soll auch in der Nähe sein.

Wir stoppen jedoch ein wenig früher, auf einer schönen Anhöhe mit Buchen. Der Weg von hier zu Hütte schaut extrem ausgesetzt aus, und das will ich heute mit Letu nicht angehen, das machen wir schon noch mal.

Die Aussicht auf unserem Rastplatz ist auch phänomenal, schöne Fernsicht und die wunderbaren Gipfel wie Patscherkofel, Serles, Habicht und die Stubaier Gletscherwelt lassen grüßen. Nach einer ausgiebigen Pause machen wir uns wieder auf ins Tal…

Die ersten Meter sind wieder zum Aufpassen, denn der Weg verzeiht keine Fehler. Steil fallen die Steilgrashänge ins Tal, da will man nicht zum Rutschen kommen…

Beim Abstieg fällt Letu mal wieder eine uralte Bergweisheit ein… der Weg ist doch so kurz, keine Ahnung warum wir rauf so lange gebraucht haben. Ich kann dazu nur schmunzeln. Im Tal angekommen, blicken wir nochmals zurück, die Hütte können wir nun, obwohl gut versteckt, ausmachen. Hierher kommen wir bestimmt wieder…

Als Belohnung für die „Mühsal“ beim Aufstieg bekommt Letu auf dem Heimweg noch ein Eis, das erste in der Absamer Eisdiele.

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:20 h
Gesamtlänger: 6,16 km
Höhenmeter: 546 m

200313 Wanderung ins Halltal

Hast du, lieber Leser, gerade ein Dejavue? Genau… schon wieder zieht es mich ins Halltal, dieses Mal mit Letu, der gerne mal das Gehen mit Schneeschuhen probieren möchte. Und da es hier noch Schnee gibt und auch nicht arg weit ist, marschieren wir los.

Letu im Sausewindmodus

Der erste Teil ist wieder aper, wie ich das schon vom letzten Wochenende weiß, aber lange müssen wir nicht gehen, um den ersten Schnee zu bekommen. Vorbei an der Freiungskapelle geht es hinauf zum Bettelwurfeck, natürlich nehmen wir den Fluchtsteig, da der einfach schöner zum gehen ist.

Schöne Aussicht vom Fluchtsteig…

Bald erreichen wir die zweite Ladhütte, vor der noch immer die Holzrohre der ehemaligen Soleleitung gut zu sehen sind.

Kurz vor der zweiten Ladhütte, die Soleleitungen sind hier noch sichtbar

Und dann sind wir endlich beim Schnee, nun ist es Zeit, die „Hilfsmittel“ anzuziehen. Letu bekommt zuerst die Grödel, ich gehe noch ohne Zusatz weiter.

Endlich Schnee

Es ist aber recht rutschig, daher beschließen wir, daß Letu die Schneeschuhe anzieht und ich mir die Grödel. So geht es weiter, in Richtigung Sankt Magdalena.

Zwei Wanderer

Das Gehen macht Letu recht viel Spaß, und so wandern wir immer weiter rauf im Schnee. Es macht ihm so viel Spaß, daß er immer wieder Abkürzungen durch den Wald nimmt, um die Schneeschuhe richtig zu testen. Obwohl die Teile relativ groß sind, geht er super damit um.

Auch Offroad ein richtiger Spaß

Zuerst überlegen wir uns, ob wir noch zu den Herrenhäusern marschieren sollen, aber dann entscheiden wir uns für Sankt Magdalena, dem ehemaligen Kloster und wichtigen Stützpunkt für Wanderer.

Sankt Magdalena

Obwohl das Gasthaus geschlossen ist, gibt es Getränke gegen einen kleinen Obulus zu erwerben. Wir genießen eine Cola, nachdem wir uns umgezogen haben. Das habe ich das letzte Wochenende gelernt, denn da habe ich mich richtig verkühlt. Wir verweilen ein wenig an diesem wunderbaren Ort, dann machen wir uns wieder auf ins Tal.

Wieder druch den Wald

Vorbei an der Anzweigung zur dritten Ladhütte sehen wir schon ein wenig Sonne auf dem Schnee glitzern. Super, das wird ja noch richtig fein, denke ich. Ich will mir gerade die Sonnenbrille aufsetzen, als mir siedendheiß einfällt, daß ich die wohl beim Kloster liegengelassen habe… Oje, also nochmals schnell zurück, damit ich mein feines Teil zurückbekomme.

Meine geliebte Hüttenspitze, Wächter am Eingang des Halltals

Während Letu wartet, laufen ich nochmals hoch und finde die Brille versteckt unter der Sitzbank. Da muss sie mir wohl beim Ein- oder Auspacken runtergefallen sein. Gott sei Dank, denke ich mir, und gehe wieder zum Sohnemann.

Da gibts doch noch einiges an Schnee…

Und dann marschieren wir unterbrechungsfrei hinaus zum Hackl, bis zur zweiten Ladhütte haben wir eine schöne Schneedecke, dann müssen wir die Schneeschuhe ausziehen und gehen über das Bettelwurfeck steil zum Halltalkraftwerk. Dort zweigen wir wieder auf den Fluchtsteig ab, nun ist es fast ein wenig frühlingshaft.

Fast geschafft…

Kurz vor dem Hackl treffen wir eine Frau, mit der wir eine sehr interessante Unterhaltung über das Halltal führen. Sie kennt sich gut aus und erklärt uns einige Dinge, die wir so noch nicht wußten. Hier kann man echt immer wieder was lernen, über dieses ehemals so wichtige Tal für Tirol.

Blick retour zu Bettelwurf, Wechselspitze, Hohe Fürleg, Tratten und Hundskopf

Ich hätte mir nicht gedacht, daß mir das Schneeschuhgehen mal richtig Spaß machen könnte. Aber gerade in niedrigen Tallagen, wenn der Schnee sich zurückzieht, hat dieser Ausrüstungsgegenstand große Vorteile gegenüber Tourenskiern. Man kann mit den Wanderschuhen (anstatt Skischuhen) gehen, die Teile wiegen nicht arg viel und können fein am Rucksack montiert werden. Das war sicher nicht unser letzten Besuch heuer im Halltal…

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:30 h
Gesamtlänge: 9,68 km
Höhenmeter: 542 hm

200306 Wanderung ins Halltal

Seit kurzem bin ich glücklicher Besitzer von Schneeschuhen, das wollte ich heute gleich mal ausprobieren. Obwohl nicht gerade üppig viel Schnee vorhanden ist, muss es doch weiter oben noch gehen, so meine Theorie.

Ich fahre nach der Arbeit gleich mal ins Halltal, und beim Erreichen des Hackls bin ich mir schon nicht mehr so sicher, ob ich die Schneeschuhe überhaupt mitnehmen soll. Aber dann siegt doch der Trotz und die Schuhe kommen mal auf den Rucksack.

Wo ist der Schnee…

Ich nehme meinen Lieblingszustieg ins Halltal, den Fluchtsteig. Am Anfang noch gemütlich, wird er spätestens beim Brünnl ein wenig steiler. Und dann melden sich auch die ersten Schneefelder. Noch zu wenig für die Schneeschuhe, aber doch ein kurzer Vorgeschmack… da könnte noch was gehen!

Im Halltal gibt es noch ein wenig Schnee

Und dann ist es so weit, nachdem ich zweimal mit dem Fuß richtig gut eingebrochen bin, entschließe ich mich, doch die Tubbs auszuprobieren. Ich habe mich extra für die neueste Version dieses Klassikers entschieden, denn das Verschlusssystem ist mit einer Boa-Schnürung versehen. Da geht das An- und Ausziehen „ratzfatz“

Neue Schneeschuhe…

Ein paar apere Stellen muss ich zwar immer wieder überqueren, aber dafür muss ich nicht jedes Mal die Tubbs ausziehen, ich steige einfach „vorsichtig“ weiter.

Spur zum ehemaligen Kloster
Sankt Magdalena

Vom Fluchtsteig aus sehe ich die drei Ladhütten, dann kommt auch schon mein heutiges Ziel ins Blickfeld. Sankt Magdalena, das wunderschöne ehemalige Kloster, das an einem sehr idyllischen Platz steht. Ich denke mir das jedes Mal wieder, wenn ich hier herkomme. Aber dann kommt mir auch in den Sinn, dass die Tage hier wohl speziell im Winter sehr hart waren…

Alpengasthaus Sankt Magdalena

Ich mache eine kurze Pause, ein Kühlschrank mit Getränken ist sogar angebracht, obwohl die Kühlung natürlich ausgeschaltet ist, denn es ist hier immer frisch genug. Ich nehme mir ein Cola und schmeiße ein wenig Geld in die Kassa… was für ein schönes, auf Vertrauen basierendes System.

Ausrüstung und Stärkung

Lange halte ich es aber nicht aus, ich bin verschwitzt und es ist kalt geworden. Also packe ich meine Sachen zusammen und mache mich an der Fahrstraße entlang ins Tal. Nun brauche ich die Schneeschuhe nicht mehr, dafür habe ich mir Spikes angezogen, auf der zum Teil glatten Straße ein eindeutiger Sicherheitsgewinn.

Blick aus dem Halltal, mit Hüttenspitze im Zentrum

Rasch erreiche ich wieder das Bettelwurfeck. Es sind auch ein paar Leute unterwegs, meine Annahme, daß ich alleine sein würde, hat sich nicht bewahrheitet. Dafür sehe ich extrem viele Gämsen, bei ca. 30 Stk. höre ich auf zu zählen.

Bettelwurf-Brünnl

Nach ca. 2:15h erreiche ich wieder zufrieden den Hackl-Parkplatz. Das hat richtig gut getan… ich freue mich schon wieder sehr auf die Wandersaison… egal ob mit oder ohne Schneeschuhen…

Blick zurück, zur ersten Ladhütte und Speckkarspitze

Tourendaten
Gesamtlänge: 8,75 km
Gesamtdauer: 2:15 h
Höhenmeter: 523 hm

191013 Kaiser-Max-Grotte

Nachdem wir heute Vormittag schon eingespannt waren, ist sich eine längere Wanderung nicht mehr ausgegangen. Aber es gibt so viele schöne und auch nahe Ziele in unserem wunderbaren Land, die man gerne mal übersieht. So ist es uns jetzt seit Jahren mit der Kaiser-Max-Grotte gegangen. Einmal waren wir mit den Kindern oben, aber das ist schon lange her. Immer wieder fahren wir mit dem Auto oder Zug unter der beeindruckenden Martinswand durch und sagen laut: „Da müssen wir jetzt aber echt mal wieder rauf…“

Wir starten in Zirl und wandern die Brunntalstraße hinauf. Diese ist auch bei Mountainbikern beliebt, deshalb müssen wir hier gut aufpassen, denn so Mancher „schießt“ schnell um die Kurve. Zum Glück zweigt der Weg bald ab, ein Steig führt nun über den Steinbruch hinauf zur Grotte.

Die Aussicht ist phänomenal, es ist immer wieder beeindruckend, wie rein die Herbstluft doch ist.

Schnell machten wir Höhe, ab dem Steinbruch ist es dann flach und angenehm zu gehen. Dieser Zugang wurde erst 2015, nachdem der Steig einige Jahre gesperrt war, wieder eröffnet. Nun verläuft der Weg nicht mehr im Wald, sondern direkt durch den Steinbruch.

Unterwegs machen wir mal eine kurze Pause bei einer kleinen Höhle, die jedoch nur ein paar Meter vor unserem eigentlichen Ziel liegt.

Nach einem Schluck Wasser und einem kleinen Verschnaufer geht es um die Kurve weiter, das Ziel schon im Blickfeld.

Und dann ist das Bänklein beim großen Maximiliankreuz erreicht. Die Aussicht ist wunderschön und wir genießen die Aussicht. Es ist fein warm, eigentlich wollen wir gar nicht mehr runter. Aber irgendwann müssen wir halt doch…

Wir folgen dem gleichen Weg hinunter bis zur Abzweigung auf die Brunntalstraße.

Auf dem Weg runter fällt Letu noch ein „Steinherz“ im Steinbruch auf… eine glatte Stelle im sonst so zerfurchten Steinbruch.

Von der Brunntalstraße machen wir noch einen Abstecher zur Geisterbühelkapelle. Über den interessanten Namen dieser Kapelle konnte ich leider nichts herausfinden, aber der Platz ist schön und ruhig.

Auf dem Weg ins Tal findet Letu noch einen Speer, der dann unterwegs immer wieder geworfen wird. Am Schluss hat er das schon ganz gut heraußen…

Tourendaten
Gesamtdauer: 1:30 h
Gesamtlänge: 4,33 km
Höhenmeter: 261 hm

190923 Kleiner und Großer Bettelwurf [2.726m]

„[…]U. 10 ist der höchste Punkt erreicht. Jetzt erst fliegen die Blicke rings in’s Weite. Blauer Himmel oberhalb und die vorhandenen Wolken über den Gebirgen. Rufe der Freude schallen hernieder rings in’s Thal.“

Carl Gsaller, Österreichischer Alpinist

Um 6:00 Uhr ist Abmarsch, das Dreiergespann, Michi, Max und meine Wenigkeit stehen wieder mal in den Startlöchern. Der vierhöchste Karwendelgipfel ist heute unser Ziel.

Wir wollen über die Bettelwurfhütte [2.077m], den Klettersteig auf den Kleinen Bettelwurf [2.650m] und dann auf den Großen Bettelwurf [2.725m] gehen. Gestartet wird am Hackl, dem Eingang zum geschichtsträchtigen und mir gar so lieben Halltals.

Wir steigen auf dem unteren Fluchtsteig, da es noch recht finster ist sehen wir nicht viel, auf zum Wasserwerk der Hall AG, jenem besonderen Bauwerk, das wegen Muren- und Lawinengefahr in der Berg gebaut wurde und somit heutzutage als sicher gilt. Nun kitzel die Sonne schon die ersten Berggipfel, schön sind sie an zusehen, Speckkarspitze und Lafatscher…

Hier startet der neue Steig auf die Bettelwurfhütte, nachdem der alte Steig dem „Zorn“ der Bettelwurfreise zum Opfer gefallen ist. Steil geht´s erst durch lichten Wald und Latschen, dann erreichen wir auch schon die Reise selber, und gehen im Zickzack, vorbei am Gamsgufel hinauf zum Alten Schlag.

Hier tauchen wir nun wieder ein in die Latschen, da es aber noch relativ kühl ist, ist der Aufstieg angenehm und wir kommen zügig voran. Ich erinnere mich noch an ein Mal, wo ich hier später am Vormittag unterweg war… da war ich richtig ins Schwitzen gekommen.

Vorbei am Juchizer, von hier hat man einen ersten Blick auf die Bettelwurfhütte, und ein paar Gämsen erreichen wir den Quergang zur Hütte. Nun haben wir unser erstes Ziel schon fest vor Augen und nach 2:45 h haben wir endlich die AV-Schutzhaus erreicht. Wir machen nur eine kurze Pause, noch lange ist unser Weg heute

Direkt hinter der Hütte ist der Weg auf den Kleinen Bettelwurf angezeigt, vor uns ist eine größere Gruppe, wie wir später erfahren vom Alpenverein. Abgesehen davon sind noch ein paar Individualisten unterwegs, ansonsten ist es heute recht ruhig. Evtl. spielt das Wetter eine Rolle, besonders sonnig ist es nicht, aber das Wolkenspiel dafür umso schöner und imposanter.

Wir steigen über den Rücken bis zu den Felsbändern auf, dann wird es Zeit, das Klettersteigset anzulegen. Der Steig auf den Kleinen Bettelwurf ist kühn angelegt, nicht besonders schwer, aber entgegen den heute gewohnten Klettersteigen auch nicht durchgehend gesichert. Immer wieder müssen Bereiche bis zum Schwierigkeitsgrad UIAA II- begangen werden. Nicht arg schwierig, aber ungewohnt und auch sehr anregend.

Bänder, kleine Wände, Stufen, wie Bänder… schön zieht sich der Steig direkt Richtung Einschartung zwischen Kleinem und Großem Bettelwurf. Bei dieser müssen wir nochmals ein paar Meter in die entgegengesetzte Richtung, damit wir endlich auf unserem ersten Gipfel stehen. Der Kleine Bettelwurf ist erreicht, nicht ohne kleine Irrwege bei den letzten Metern…

Nun haben wir uns eine „gscheite“ Brotzeit verdient, es ist gerade windstill, zwar keine Sonne, aber aushaltbar. Wir sitzen schlussendlich nicht so lange hier, denn die Kälte kriecht unter das Gewand und die Finder werden taub…

Wir machen uns wieder auf den Weg zurück zur Einschartung, ab hier geht’s nun ein wenig mehr zur Sache. Von der Philosophie, nicht alles mit Stahlseilen abspannen zu müssen, hat sich wenig geändert, aber die Schwierigkeit ist nun ein wenig höher. Tritte sind spärlich, trotzdem kommen wir gut voran… und es macht richtig Spaß.

Ein paar Leute vor und hinter uns sind ohne Klettersteigset am Weg, naja, jeder wie er will. Die meisten Stellen gingen auch ohne, aber zwei, drei Stellen möchte ich ohne KS-Set nicht bewältigen müssen…

Bald schon werden die Schwierigkeiten weniger, wir sind noch auf dem Plateau vom Gipfel und wandern noch auf schönem Steig, nahe am Grat hinauf zum Höchsten Punkt des Massivs. Glücklich erreichen wir den Gipfel des Großen Bettelwurfs [2.736m], einem der wenigen Berge im Karwendel, die die Höhe von 2.700m übersteigt.

Die Aussicht ist grandios, die ersten schweren Wolken sind schon am Pflerscher Tribulaun zu sehen. Der Wetterumschwung wird nicht mehr lange auf sich warten lassen…

Allzu lange bleiben wir nicht, denn die Gipfelhause beim letzten Gipfel war definitiv angenehmer. Der Wind hat aufgefrischt und es ist recht kühl geworden. Also auf ins Tal… es sind noch über 2.000 Höhenmeter runter. Gerade als wir starten wollen, rutscht Michi auf einer Schotterreise aus… puh, das war knapp. Ausrutschen ist hier nie eine gute Idee!

Nun machen wir uns über das Eisengattergrat auf ins Tal. Schnell laufen wir die gut abgesicherte Steiganlage, an den kniffligen Stellen sind Stahlseile. Plötzlich das nachte Unglück… Max rutscht auf einem Stein aus und schlägt sich den Daumen auf, und zwar richtig. Er blutet richtig, daher muss ein Schnellverband drauf… Michi hat das schon im Griff. Bald ist unser Schwerverwundeter versorgt und wir können weiter.

Der Weg zieht sich, aber irgendwann kommt dann doch die Hütte in Reichweite. Vorher sehen wir noch ein paar Gämsen, die auf dem Steiglein stehen. Noch ein Hinweis drauf, das sich das Wetter wohl verschlechtern wird…

Schlussendlich erreichen wir die Hütte und gönnen uns eine Pause mit Speis und Trank. Das Wetter ist wieder ein wenig besser geworden, aber von Schön ist es noch weit entfernt. Wir genießen die Pause auf dem „schönsten Balkon in Innsbrucker Nähe“. Leider sind die Wirtsleute ein wenig gestresst und daher nicht so fein wie sonst. Aber jeder halt mal einen schlechten Tag, das wird schon wieder…

Bei der Hütte haben wir noch ausgemacht, einen Sprung nach St. Magdalena zu schauen, dort ist es auch immer fein zu sitzen. Ein kurzer Gegenanstieg sollte uns wohl nichts ausmachen… von der zweiten Ladhütte bis ‚Magdalena ist es eh nur 10 Minuten… sag ich!

Erst müssen wir mal zur Ladhüttekommen. Wir steigen flott ab, überholen so manche Mannschaft, auch den Innsbrucker Alpenverein. In der Bettelwurfreise nehmen wir fast jede mögliche Abkürzung über den Schotter und haben in Null-Komma-Nix den Talboden bei der Ladhütte erreicht. Obwohl wir schnell gehen, schaffen die die prognostizieren 10 Minuten nach Magdalena knapp nicht, aber das Kaltgetränkt schmeckt dann trotzdem und ich werde nicht angefeindet… a feine Truppe sind wir schon!

Der Schlussweg führt uns dann über den wunderschönen Fluchtsteig hinunter nach Absam, zum Hackl. Unterwegs sehen wir den Schaf-Abtrieb von St. Magdalena, die Tiere müssen jetzt auch wieder ins Tal.

Nach über 9 Stunden erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt. Hier, eine echte Wohltat, hängen wir unsere Füsse ins Kneippbecken, bis sie schmerzen… doch anschließend sind die Beine wieder fit.

Noch ein Blick zurück offenbart die wunderschönen Berge, die wir heute wieder besuchen durften. Einfach herrlich…

Tourendaten
Gesamtdauer: 9:20 h
Gesamtlänge: 21,94 km
Höhenmeter: 2.297 hm

181116 Geocachen „Dharmainitiative“

Gott sei Dank arbeite ich am Freitag nur bis Mittag, da geht sich noch „etwas“ aus, nach dem Tagwerk. Heute soll eine schon länger geplante Cacherunde erledigt werden. Von der Arbeit fahre ich mit dem Fahrrad zuerst einmal hinauf zum Kerschbuchhof, wo ich meine Drahtesel abstelle.

Von hier geht es zu Fuß hinauf, immer auf schönen Steigen durch den herbstlichen Wald. Von Zeit zu Zeit bleibe ich stehen und suche nach den hier versteckten Dosen der Dharma-Initiative. Die Rätsel zu diesem Cachetrail hatte ich schon zu Hause gelöst, jetzt ist noch das Dosenklauben ausständig.

Höchster Punkt meiner kurzen Wanderung ist der Gasthof Rauschbrunnen, ein Plätzchen in Innsbruck, an dem ich auch noch nicht gewesen bin. Für eine Einkehr fehlt mir die Muse, ich mache ich mich gleich wieder auf an den Abstieg.

Die Aussicht ist, obwohl es heute diesig ist, doch sehr passabel und ich genieße, wenngleich ohne Einkehr, das Panorama.

Der Abstieg ist auch wieder wunderschön, die Temperaturen sind zwar kühl, aber ansonsten ist der Herbst fast meine liebste Zeit fürs Wandern. Die Farben sind so strahlend, speziell in Buchenwäldern finde ich die Stimmung himmlisch…

Bald erreiche ich wieder den Parkplatz meines Drahtesels. Nun heißt es noch nach Hause strampeln. Das ist doch noch ein Stück, aber bei dem Wetter macht es richtig Spaß. Noch einmal dreh ich mich um und sag dem Karwendelpark für heute Adé…

Vom Kerschbaumhof bis nach Hause ist es dank Fahrrad gefühlt ein „Katzensprung“, nach 45 Minuten erreich ich mein Zuhause. Wieder einmal habe ich eine schöne Ecke unserer Hoamat entdecken können. Schön…

Tourendaten (Bike & Hike)
Gesamtdauer: 3:45 h
Gesamtlänge: 28,13 km
Höhenmeter: 896 hm

181111 Halltal, Herrenhäuser (1.481m)

Solch ein Herbst erfordert schöne Wanderungen. Einer der sehr schönen Plätze hier in der Umgebung, die ich kenne, ist das Halltal. Mehrere Vorteile verbinden sich hier zu einem attraktiven Gesamtpaket.

Erst einmal ist es die Nähe zu unserem Zuhause, dann die sehr interessante Montangeschichte, der 700jährige Salzbergbau. Und schlußendlich kommt noch die landschaftliche Schönheit und Wilde dazu! Also, für jeden Etwas.

Der einzige Nachteil, den diese Tour zu dieser Jahreszeit hat, ist der Schatten, denn die Sonne hat in dem engen Tal nicht wirklich eine Change. Dich beim Hackl haben wir noch schönes Licht.

Wir entscheiden uns für den Aufstieg über den Fluchtsteig, denn das ist eindeutig der feinere und auch interessantere Weg ins Tal. Dieser Weg wurde für die Bergler angelegt, um ins Tal rein und rauszukommen, wenn auch mal hohe Lawinengefahr herrschte.

Obwohl der Fluchtsteig offiziell gesperrt ist, wagen wir trotzdem den Aufstieg hier und es lohnt sich…

… denn die reparaturwürdigen Stellen sind schnell überwunden und es wäre einfach schade, diesen Weg nicht zu kennen. Hoffentlich wird der Steig bald wieder in Schuß gebracht…

Letu hat sehr viel Freude beim Aufstieg, Spannung ist auf jeden Fall angesagt. Unter anderem stoßen wir auch immer wieder auf Spuren des alten Bergbaus, der hier stattgefunden hat.

Alte Soleleitungen sind am Fluchtsteig immer wieder sichtbar, obwohl ich schon oft über diesen Steig gelaufen bin, sind mir diese hölzernen Zeitzeugen nie aufgefallen.

Über diese Rohre wurde die Sole von den Herrenhäusern bzw. von den Bergwerksstollen über die heute noch bestehenden drei Ladhütten ins Tal nach Hall in Tirol, genauer zu den Sudhäusern transportiert. Noch können Diese bewundert werden, aber der Zahn der Zeit nagt schon an dem Holz und in ein paar Jahrzehnten werden diese Spuren verwischt sein.

Entlang des Weges sind immer wieder Informationstafeln aufgestellt, die Wissenswertes sowohl für die Erwachsenen als auch die Kinder zur Verfügung stellen.

Nach einer schönen Wanderung mit vielen Eindrücken erreichen wir schlußendlich die beeindruckenden Herrenhäuser.

Auch der Schaustollen ist heute geöffnet, und wir können einen Blick in die ehemalige Schatzkammer von Tirol werfen. Weit sehen wir dank schwacher Taschenlampe allerdings nicht.

Beim Knappenhäusl packen wir unsere Jause aus und lassen es uns mal gut gehen. Leider ist es ohne Sonne dann einfach nicht so angenehm, daher beschließen wir, nicht allzu lange hierzubleiben uns uns auf den Weg ins Tal zu machen.

Bei St. Magdalena machen wir noch eine Rast, hier gönnen wir uns noch eine Aufwärmpause mit Kakao, Kuchen und Kaffee.

Das kleine Kirchlein an diesem altehrwürdigen Platz dürfen wir natürlich auch nicht auslassen.

Nach der feinen Pause machen wir uns auf, ein letzter Blick zurück auf das schöne, alte Gemäuer sagt uns, wir sind nicht das letzte Mal hier gewesen.

Nun folgen wir mehr oder weniger wieder dem Aufstiegsweg, mit einer nun schon sehr herbstlichen Stimmung.

Am Ende erfüllt Letu noch eine mittlerweile zur Tradition gewordenen Tätigkeit. Er marschiert durch das wunderbar kalte Kneippbecken, das am Eingang zum Halltal steht. Dort können müde Beine wieder auf Vordermann gebracht werden.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:30 h
Gesamtlänge: 17,30 km
Höhenmeter: 755 m

181012 Hüttenspitze (1.858m)

Die Hüttenspitze, einsamer Wächter am Eingang des Halltals steht schon lange auf meinem Programm. Nun ist Herbst, beste Wanderzeit für Touren an der Südseite der Berge.

Start für fast alle Touren im Halltal ist immer beim Hackl. Mit dabei ist heute wieder mal Michaela.

Großer Unterschied heute: wir starten auf der orografisch linken Flussseite, meine ganzen Touren bis jetzt waren immer auf der rechten Seite. Durch angenehmen Wald geht es hinauf zur Halltaler Hütte.

Ein Stück oberhalb von der Hütte treffen wir noch auf den Weg zur Winkler Hütte, der wir aber keine Besuche abstatten. Wir machen auf einer Wiese kurze Pause, dann geht’s weiter den Berg hinauf.

Der Weg wird immer steiler, das hat Vor- und Nachteile. Man macht recht wenig Distanz, dafür umso mehr Höhenmeter, die in die Waden einschießen.

Kurz vor dem Gipfel müssen wir eine steile Rinne hinauf, nicht schwer, aber manchmal ist man um die Hände froh.

Eine längere Schotterreise müssen wir noch überqueren, dann ist der Gipfel zum Greifen nahe und wir haben unser Ziel erreicht.

Hier machen wir eine ausgiebige Gipfelrast, heute ist es warm und windstill, das habe ich schon lange nicht mehr in dieser Form erlebt. Ein Hochgenuss…

Nachdem wir gut geruht haben, kommt der zweite und nun wohl auch ein wenig pfiffigere Teil auf uns zu.

Die Schlüsselstelle, eine Rinde ist bei weitem nicht so schlimm wie wir uns das vorgestellt haben, nicht ausgesetzt, Griffe wie Türgriffe, also alles in allem ein Klacks und natürlich ein Hochgenuss.

Und dann stehen wir schlussendlich dort, an dem Teil, auf den wir uns die ganze Tour schon gefreut haben. Der Einstieg in die Wechselreise.

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Hier erwartet uns nun eine 600 Höhenmeter lange Reisenabfahrt, wie man sie nur selten in diesem Ausmaße findet.

Ein Hochgenuss, der leider viel zu schnell vorbei ist. Wobei man ehrlichkeithalber sagen muss, der allererste Teil der Reise ist nicht besonders angenehm, große Brocken liegen als hinterlistige Stolpersteine im Weg. Doch sind diese ersten paar Meter gut überstanden, geht es mit lauten Juhuu hinunter ins Tal.

Wie gesagt, zu schnell sind wir wieder unten am Weg angelangt, und folgende diesen bis zur Absamer Wasserfassung.

Am Eingang des Halltals tun wir unseren Beinen noch was Gutes, nicht umsonst wurde hier vor Jahren ein Kneippbecken installiert.

Nach dieser tollen Tour mit Michi trennen sich unsere Wege, ich schnappe mir mein abgestelltes Radl und strample mit der letzten verbleibenden Energie hinauf nach Aldrans. Es dämmert schon, die Aussicht auf Innsbruck ist wie immer genial.

Ein feiner Wandertag neigt sich wieder mit vielen schönen Eindrücken dem Ende zu.

Tourendaten

Gesamtdauer: 4:30 h

Gesamtlänge: 11,20 km

Höhenmeter: 1.074 m