Schlagwort-Archive: Karwendel

180825 Karwendelmarsch

Tagwache: 3:15h. Das ist hart. Aber das ist das Motto für den ganzen Tag… heute steht endlich der Karwendelmarsch 2018 auf dem Programm.

Mit von der Partie sind Daniel, Alfons, Papa und ich. Wir treffen uns um 4:45h in Scharnitz, vorab wollen wir noch trockene Kleidung zum Transport nach Pertisau abgeben. Wir gehen gemeinsam ins Startgebiet, geben die Kleidung ab und stellen uns auf.

Um 6:00 Uhr fällt der Startschuss, nach schöner Tiroler Art mit Kanone. Dann setzen sich die Läufer und Wanderer in Bewegung. Das befürchtete Schubsen und Stechen mit Wanderstöcken fällt zwar aus, aber es ist gerade in der Anfangsphase sehr stressig. Das legt sich erst nach einer Weile…

Ist es die Aufregung oder doch der Kaffee, aber schon nach kurzer Zeit müssen Papa und ich „mal wohin“. Also übergeben wir die Stöcke an Alfons und Daniel und schlagen uns ins Gemüse. Schon nach kurzer Zeit sind wir wieder auf der Piste, im Laufschritt versuchen wir unsere Gruppe wieder einzuholen. Ich blicke noch einmal über die Schulter, Papa ist genau hinter mir. Dann erreiche ich unsere Beiden. Doch Papa ist weg…

Wir beratschlagen uns kurz, beschließen aber bis zur nächsten Labestation zu gehen, damit wir uns dort wieder sammeln.

Als wir dort ankommen, ist von Papa keine Spur. Wir warten eine 1/4h, dann marschieren wir weiter. Vielleicht ist er doch vorausgegangen…

Bald haben wir den ebenen Weg durch das Karwendeltal hinter uns und es steilt ein wenig auf, hinauf zum Karwendelhaus. Die spektakuläre Lage des Berghauses könnten wir schon von weitem bewundern.

Als wir die zweite Labestation erreichen, lacht uns ein lustiger Wandersmann, Papa entgegen. Er hat uns verwechselt und ist dadurch vorausgelaufen. Wir sind auch nicht langsam gegangen, daher muss er ein Mordstempo gehabt haben. Respekt…

Es ist richtig kalt hier auf dem Sattel, daher beeilen wir uns, um gleich wieder in Bewegung zu kommen. Der erste Anstieg ist somit geschafft, nun gehts wieder ein gutes Stück nach unten. Während Alfons und ich leicht joggend ins Tal laufen, gehen Daniel und Papa wegen der schweren Bergschuhe einen Schritt langsamer. Von nun an werden wir immer an den Labestationen aufeinander warten.

Immer wieder kommen wir an gut ausgestattete Labestationen, die warmen Tee, Kekse, Obst und manchmal Suppe kredenzen. Richtig gut gemacht, das muss man den Organisatoren zu recht eingestehen.

Über die Falkenhütte, bei der gerade rege Bautätigkeit von statten gehen, und das Hohljoch wandern wir zur Eng. Vor dem Hohljoch wird der Weg schmäler und wir müssen im Gänsemarsch rauf auf das Joch.

Das ist mühsam, weil auch langsamere Wanderer am Weg sind. Und doch geht es eigentlich recht gut voran…

Schließlich erreichen wir die Eng. Hier ist die größte Labestation und gleichzeitig die Endstation des „kleinen“ Karwendelmarsches mit ca. 32km. Hier gibt’s zur Abwechslung eine stärkende Gemüsesuppe, die tut richtig gut.

Für uns ist hier aber noch nicht Ende, es geht nun wieder bergauf, hinauf zum höchsten Punkt der Tour beim Gramai Hochleger, der Binssattel (1.903 m). Zuerst kommen wir noch bei der Binsalm an, auch hier können wir uns wieder laben.

Es wird kühler, daher gehen wir schnell weiter. Nun setzt immer wieder leichter Regen ein, jedoch nicht störend. Eigentlich haben wir perfektes Wanderwetter. Einzig der Weg ist arg in Mitleidenschaft gezogenen und sehr rutschig, kein Wunder bei den Maßen an Wanderern.

Schlussendlich fällt unterwegs der Akku meines Telefons aus, zumindest glaube ich das… später stellt sich heraus, dass doch Wasser ins Telefon gekommen ist.

Vom Hochleger wandern wir nun immer abwärts, zuerst nach Gramai, dann durch das Falzthurntal hinaus Richtung Pertisau, unserem Ziel. Die letzen 8km auf der Straße ziehen sich etwas, nun regnet es auch stärker und schön langsam wird die gesamte Kleidung nass. Nach insgesamt 10:20h erreichen wir glücklich und zufrieden das Ziel.

Hier bekommen wir eine Medaille und Applaus von den Zuschauern. Das ist ein schönes Gefühl.

Im Anschluss können wir uns trockenes Gewand anziehen, der Bus wartet schon. Dieser bring und zurück an den Startpunkt, wo wir auch das Auto geparkt haben. Diese letzten Schritte des Tages fallen uns allen schwer…

Am Abend gönnen Papa und ich uns noch eine Pizza im Villagio in Aldrans, dann ist Bettzeit. An anstehender Tag geht zu Ende.

Hier möchte ich nochmals an die feine Wanderergruppe ein großes Danke sagen, mir hat es viel Spaß gemacht mit euch Dreien.

Tourendaten
Gesamtdauer: 10:20 h
Gesamtlänge: 52 km
Höhenmeter: 2.281 m
Rang: 528 – 531

180813 Höttinger Alm [1.487m]

Schon länger habe ich keine Einträge mehr geschrieben… keine Angst, ich war nicht untätig, bin aber leider nicht zu schreiben gekommen.

Heute steht eine MTB-Tour auf dem Programm. Direkt von der Arbeit geht es nach Mühlau, wo ich Michi auf dem Weg aufpicke. Ein kleiner Umweg, aber der für mich neue Weg sollte sich rentieren.

Von Mühlau radeln wir zuerst hinauf zum „Tiroler Landesschießstand“, bis hierhin noch Asphalt mit einigem Verkehr. Kurz nach dem Schießstand, beim Brunnen, beginnt der eigentliche Weg hinauf zu Arzler Alm, unserem eigentlichen Ziel. Rasch machen wir Höhe, es ist immer wieder faszinierend, wie schnell man auf die Nordkette kommt und von oben die Aussicht auf die Landeshauptstadt genießen kann.

Schon bald haben wir die Arzler Alm, heute leider geschlossen, erreicht. Eigentlich sollte die Tour hier zu Ende sein, aber wir sind noch Beide motiviert und Michi´s „neues“ Fahrrad verlangt nach mehr Höhenmetern. Also fahren wir einfach weiter, nächstes Ziel: Bodensteiner Alm oder Höttinger Alm. Wir sind da flexibel…

Während wir Meter für Meter gen Himmel streben, ziehen auch schon die ersten dunklen Wolken auf. Na, uns wird das nicht erwischen, wenn es aus dem Wipptal zieht, dann kommt es nicht bis in den Karwendel… welch ein Trugschluß.

Aber noch passt das Wetter und kurzweilig erreichen wir einen Platz, an dem man die Alm schon sieht. Erste leichte Tropfen streifen uns, aber bis zur Alm schaffen wir das noch bestimmt.

Bei der Alm beratschlagen wir uns , zwei Optionen liegen auf dem Tisch… entweder wir kehren in die Alm ein, oder wir machen die Flucht nach vorne, und schaffen es noch vor dem Unwetter.

Bei einer klassischen 50/50 Chance haben wir es echt vertan. Der Weg ins Tal, auf die Einkehr verzichten wir heute, ist nach nur gefühlten 50 Kurbelumdrehungen trocken. Dann öffnet der Himmel seine Pforten und wir werden richtig gewaschen. Oje, das kann ja noch lustig werden.

Unterwegs finden wir unter einer Baumgruppe Unterschlupf, aber auch diese Naturhütte kann dem Regen nicht lange standhalten und bald tropft es von jeder Nadel. Also weiter, nass sind wir eh schon.

Zum Glück ist es nicht kalt, daher macht die Abfahrt fast schon wieder Spaß. Rasch erreichen wir den Schießstand, dann sind wir auch schon wieder in Mühlau angekommen. Hier verabschiede ich mich von Michi, sie ist schon fast zu Hause, ich radle über Ambras und den Pfaffensteig die letzten 200 Höhenmeter hinauf nach Aldrans. Mit einer nassen Hose dann doch nicht so super…

Fast zu Hause lichtet sich das Wolkenmeer und läßt noch kurz die Sonne durch. Welch schöne Stimmung… aber kurz darauf fängt es auch wieder zu regnen an.

Tourendaten
Gesamtlänge: 31,60 km
Gesamtdauer: 2:40 h
Höhenmeter: 1.130 m

180610 Tratenspitze (2.510m)

Heute am Vatertag stand eine Bergtour mit meinem Papa an. Es ist ja schon länger her, daß wir gemeinsam irgendwo rauf gegangen sind. Um 6:00 Uhr in der Früh starten wir von Aldrans nach St. Martin bei Gnadenwald, dort stellen wir unser Auto ab.

Vom Parkplatz geht es zuerst in gemütlichem Tempo hinauf zur Hinterhornalm. Der Weg, den ich schon vor ein paar Tagen mal gelaufen bin, ist heute noch mehr ausgewaschen. Naja, gestern am Abend hat es auch richtig fest geschüttet. Die Sicht wird immer besser, uns bald ist unser vermeindliches Ziel vor Augen… die hohe Fürleg.

An der Hinterhornalm bleiben wir nicht stehen, zu früh ist es für eine Pause. Es sind noch wenige Leute am Weg, doch alleine sind wie bei weitem nicht. Das Wetter schaut noch toll aus, also gehen wir weiter. Nächstes Ziel, „Nordumfahrung Hundskopf“. Der Aufstieg beschert uns immer wieder schöne Aussichten auf das Inntal.

Bald schon erreichen wir die „Nordumfahrung Hundskopf“. Wir steigen nicht auf den Gipfel des Hundskopfes selber, weil wir noch einen längeren Weg haben. Nun wird der Steig das erste Mal ein wenig spannend. Das letzte Mal, als ich hier war, sind alle Sicherungsseile noch in Ordnung gewesen, nun aber sind eine Verankerungen rausgerissen. Trotzdem ist der Weg sehr gut zu begehen.

Kurz bevor wir in die Mandele- und Weibelescharte kommen, müssen wir das einzige kleine Schneefeld der ganzen Tour überqueren…

Dann kommen wir am Grat entlang immer näher an die Tratenspitze, die schon im Hintergrund sichtbar wird, wenn sich nicht gerade eine Nebelbank über den Grat schiebt. Im Rücken liegt der von dieser Seite aus spektakulär aussehende Hundskopf, immer wieder sehen wir Leute am Gipfel auftauchen.

Der Grat zieht sich relativ lange dahin, doch das Gehen auf diesem ist angehm, die Aussicht auf beide Bergseite wunderbar. Zwei weitere Wanderer, denen wir ein paar Mal begegnen, sind nun ein Stück vor uns.

Immer wieder zieht der Himmel jedoch zu und läßt uns für das Wetter nicht das Allzubeste erwarten. Wir werden sehen, sagen wir uns und marschieren frohgemut weiter.

Dann, endlich, steilt der Weg ein wenig auf und wir sehen unser heutiges Ziel, die Tratenspitze. Wunderschön steht diese Spitze vor uns, der Weg schaut auch ein wenig verwegen aus. Das Gipfelkreuz kann man schon erkennen.

Obwohl der Grat zu beiden Seiten stark abfällt, ist es sehr angenehm zu gehen. Auf unserer rechten Seite das beeindruckende Vomper Loch, linkerhand liegt das liebliche Inntal.

Noch ein paar kurze, kniffligere Stellen warten auf uns, bei denen wir auch die Hände zu Hilfe nehmen müssen. Aber richtig klettern muß man doch nicht, zumindest wenn man auf dem richtigen Weg bleibt.

Und dann stehen wir auf dem Gipfel der Tratenspitze. Unserer Wanderfreunde sind schon beim Brotzeiten, wir machen es ihnen gleich nach. Richtig angenehm ist es jedoch auch nicht, immer wieder zieht der heute tourenbegleitende Nebel ein und nimmt uns die schöne Aussicht.

Ursprünglich wollten wir noch weiter bis zur Hohen Fürleg, aber im Anbetracht des nicht so stabilen Wetters, ein Gewitter oder Regen würden die Tour sicher um einiges verschärfen, wählen wir den Weg zurück.

Nun kommen beim Abstieg auch noch die Tiefblicke ins Tal dazu, aber die Stellen lassen sich alle gut meistern. Bald sind wir zurück auf dem angenehmen Grat und gehen den ganzen Weg retour Richtung Hinterhornalm.

Den Hundskopf auf dem Weg lassen wir links liegen, es wird Zeit, die Bergwelt zu verlassen um die vermeindliche Himmelsgießkanne ihre Arbeit machen zu lassen. Ausserdem lockt uns schon das feine Isogetränk in der Alm.

Nach der erquickenden Rast in der schön gelegenen Alm, man erkennt das auch gut an den Besuchern, wandern wir weiter Richtung Tal.

Unterwegs riskieren wir nochmals einen Blick zurück zur Bergkette, die wir heute besuchen konnten, und stellen eindeutig wieder mal fest, wie schön wir es in Tirol haben. Da können auch die Wolken nichts daran ändern.

Zu Hause haben wir auch noch eine kleine Belohnung, es wird gegrillt. Das Wetter hat sich gegen Nachmittag dann doch beruhigt, kein Regen ist gekommen. Trotzdem war die Entscheidung, es gut sein zu lassen, die Richtige. Und das Essen schmeckt einfach super.

Danke an meinen Papa, meinem heutigen Bergkameraden, für die tolle Tour! Es hat mir sehr viel Spaß gemacht.

Tourendaten
Gesamtlänge: 15,38 km
Gesamtdauer: 7:13 h
Höhenmeter: 1638 m

IMG_1903 (Bearbeitet)

180605 Hinterhorner Alm+ (1.918m)

Obwohl das Wetter nicht ganz so stabil ist wie angenommen, wollen wir doch noch eine kurze Afterwork-Bergtour machen. Zuerst ist die Hüttenspitze unser Ziel, doch bei näherem Hinsehen disponieren wir um und gehen auf die Hinterhorner Alm. Diese liegt genau unser einem Wolkenfenster, während die Hüttenspitze schon einen Hut aufhat.

Vom Parkplatz in St. Martin starten wir los, ein paar Meter laufen wir auf der Mautstraße, dann geht es schon auf den Steig. Dieser ist durch die letzten Unwetter ein wenig in Mitleidenschaft gezogen worden und schaut eher aus wie eine Flussbett als wie ein Wandersteig. Trotzdem kommen wir sehr gut voran, Michi macht ein gutes Tempo.

Der Weg hinauf liegt meist im Wald, trotzdem ist es sehr heiß und schwül. Je weiter wir hinaufkommen, desto kühler wird es. Auch die Aussicht wird immer besser, im Oberinntal sehen wir schon die ersten Regengüsse.

Bald haben wir die Alm erreicht, nur wenige Leute sind da.

Ein kühler Wind zieht vom Karwendel herunter, doch wir beschließen, anstatt einer Rast bei der Hinterhorner Alm doch noch weiter zu gehen. Zumindest bis zur Schulter unterm Hundskopf, dort wollen wir uns nochmals das Wetterspiel anschauen.

Rasch kommen wir voran, der Weg steilt auf, aber der Fels ist griffig und wir erreichen ohne Probleme die Schulter.

Von hier schaut das Wetter, zumindest aktuell nicht so toll aus, daher beschließen wir, umzudrehen. Ein Blick hinunter ins Tal entschädigt für den entgangenen Gipfel, die Walder Alm liegt schön unter uns.

Ein kalter Windstoß raubt uns dann die letzten Ambitionen, weiterzugehen.

Es wird Zeit, ins Tal zu gehen. Unterwegs hören wir im Hintergrund ein einmaliges Grummeln, aber mehr kommt auch nicht.

Im Voldertal regnet es schon.

Als wir bei der Hinterhorner Alm vorbeikommen, zeigt sich wieder die Sonne, aber die Entscheidung, umzudrehen war schon richtig. Das Wetter ist einfach nicht stabil genug.

Im Tal gönnen wir uns zum Abschluss noch ein Bier im Augustiner Bräu in Hall, das ist wohl verdient.

Tourendaten
Gesamtlänge: 8,20 km
Gesamtdauer: 3:11 h
Höhenmeter: 986 m

180528 Halltal, Herrenhäuser (1.499m)

Nach der Arbeit noch schnell in die Berge? In Tirol ist das kein Thema. Also packen wir unsere Siebensachen (es waren eher weniger…) und wandern ins Halltal.

Dieser geschichtsträchtige Ort zieht mich einfach immer wieder magisch an. Hier wurde über 600 Jahre lang Salz in harter Arbeit in einer sehr unwirtlichen Umgebung abgebaut. Trotzdem, oder gerade deswegen haben die Bergknappen hier eine beeindruckende Infrastruktur hinterlassen. Erst 1967 wurde der Salzbergbau zu Hall eingestellt, trotzdem muss ein guter Teil der Stollen noch gewartet werden, um das fortwährende Auslaugen des Salzen zu kontrollieren. Und die Spuren des Bergbaus sind überall präsent.

Wir starten vom Hackl, zuerst ein Stück der Straße entlang, vorbei an der Bergerkapelle (Freiungkapelle), dann erreichen wir den Fluchtsteig. Dieser ist leider gesperrt, daher gehen wir auf dem Asphalt weiter. Vorbei an den Ladhütten, den ehemaligen Kontrollstationen an der Soleleitung erreichen wir die Abzweigung nach St. Magdalena.

Über die Sonnenbrücke führt der Weg weiter Richtung Herrenhäuser, der Asphalt ist endlich vorbei, nun ist der Weg schottrig.

Nach ein paar Kehren erreichen wir dann auch die beeindruckenden Herrenhäuser, Zentrum des früheren Bergbaus.

Hier hat der nette Besitzer der „Knappenkuchl“ immer ein paar frische Bier in Selbstbedienungsmanier eingelagert, heute haben wir aber selber eine Dose mitgebracht…

Wir sitzen eine Weile vor der „Knappenkuchl“, es kommen noch zwei Mountainbiker (ohne Motor) vorbei, mit denen wir uns gut unterhalten. Doch langsam wird es frisch, es ist doch erst Mai, darum machen wir uns auf ins Tal.

Der Fluchtsteig ist gesperrt, aber gut begehbar, wird uns erklärt. Nachdem wir den Steig abmarschiert sind, können wir das auch bestätigen. Es ist eine Drahtseilversicherung ausgerissen, das müsste der Grund für die Sperre sein.

Ansonsten ist der Weg sehr gut begehbar, und um vieles schöner als die Straße. Wieder einmal hat es sich gelohnt, in unserer wunderschönen Natur zu verweilen.

Tourendaten
Gesamtlänge: 11,81 km
Gesamtdauer: 2:45 h
Höhenmeter: 685 m

180510 Wolfsklamm

Wieder ein schöner Tag und damit ist wandern angesagt. Da heute beide Kids dabei sind, wird’s was nicht ganz so langes. Da bietet sich die wildroma ntische Wanderung durch die Wolfsklamm an.

Von Aldrans aus fahren wir erst mit dem Bus nach Innsbruck, dann mit dem Zug weiter nach Stans. Hier starten wir durchs Dorf, hinauf zur Mautstelle am Eingang der Schlucht. €6.50 (alle zusammen) müssen wir zahlen, das lasse ich mir gerne einleuchten. Irgendwer muss ja auch den Steig erhalten. Und es gibt sie doch noch, die Moderaten Preise…

Zuerst geht ein kurzes Stück ein Steiglein durch den Wald ehe man zur eigentlichen Klamm kommt. Der Weg ist perfekt eingerichtet, und die Szenerie ist einfach toll. Wunderschön muss ich sagen.

Immer wieder muss man staunen, was die Natur in langer Zeit erschaffen hat…

… und wie der Mensch auch ohne Megalomanie und einfachen Mitteln dieses Wunder nachhaltig erschließen kann. Und das schließlich schon vor 117 Jahren. Hut ab!

Bald erreichen wir das Ende der eigentlichen Klamm und wandern weiter Richtung St. Georgenberg. Imposant thront das Kloster über dem Talschluss.

Vorher kommen wir noch vor einer weiteren Kuriosität dieser Wanderung vorbei, es ist die „Stadt der Steinamändchen“

Dann haben wir endlich das Ziel erreicht. Die Klosterschenke.

Trotz großem Andrang haben die Leute hier alles im Griff, bald haben wir unsere Getränke vor und stehen…

… und das leckere Essen folgt auf den Fuß.

Nach einer feinen Pause packen wir es wieder, doch wir nehmen nicht den gleichen Weg, sondern steigen über Maria Tax, einer anderen kleinen Kirche nach Stans ab.

Schnell und steil geht der Steig ins Tal, Gott sei Dank gibts kleine Pausen mit Löwenzahnblasen…

Schlussendlich erreichen wir wieder den Bahnhof und fahren zufrieden nach Hause.

Tourendaten
Gesamtdauer: 1:45 h
Gesamtlänge: 9,79 km
Höhenmeter: 438

180406 MTB Umbrüggler Alm

Es ist Freitag, das Wetter ist schön. Ich bin wie immer mit dem Radl auf die Arbeit gefahren, da bietet sich eine kleine Runde vor dem Nachhauseweg an. Mein Ziel ist die Umbrüggler Alm, und von dort dann weiter Richtung Mühlau.

Von der Arbeit muss ich ein paar Meter durch die Stadt radeln, dann bin ich schon in Hötting. Von dort fahre ich hinauf zum Planötzenhof. Erinnerungen an letzte Jahr, als wir die Bergwerkstour gemacht haben, kommen auf.


Der Weg ist gut zu fahren, bis hierher war es Asphalt, nun kommt Schotter, den ich viel lieber fahre. Stetig geht der Weg aufwärts, über ein paar Kehren erreiche ich den Höttinger Graben. Dort sind noch Lawinenreste vom Winter zu sehen, hier muss ich das Rad schultern und über die Schneereste tragen. Da die Strecke aber kurz ist, ist das eine willkommene Abwechslung.


Bald schon stehe ich vor der Umbrüggler Alm, hier ist heute die Hölle los, das schöne Wetter macht sich bemerkbar. Bei diesen Massen habe ich gar keine Lust auf eine Einkehr, daher setze ich meinen Helm auf und fahr weiter, nun zur Hungerburg.

Eine richtige Autobahn wurde hier angelegt, für die Wanderer und Radfahrer.

Doch teilweise ist der Weg dann sehr ruppig, also kann man es nicht richtig „krachen“ lassen.


In Innsbruck klaube ich dann noch ein paar Geocaches auf, und mache mich quer durch die Stadt auf, nach Hause zu fahren. Die letzten Meter über den Pfaffensteig sind dann immer das „Highlight“, obwohl kurz, ist es immer wieder eine Herausforderung, hier hoch zu radeln.

Tourendaten
Gesamtlänge: 20.25 km
Gesamtdauer: 2:55 h
Höhenmeter: 812 m

171028 Arzler Wanderung

Mit dem Junior geht es heute wieder mal zum Geocachen, wir haben uns eine schöne Runde in Arzl ausgesucht, die erst vor kurzem angelegt wurde.

Wir starten beim Wanderparkplatz in Thaur, von dort geht es am Waldrand entlang Richtung Arzl.

Das Wetter ist super, wir genießen jeden Schritt.

Beim Arzler Schießstand machen wir eine kleine Stärkungspause, dann wandern wir auf dem oberen Weg wieder zurück zum Parkplatz.

Und natürlich klauben wir unterwegs die eine oder andere „Halloween-Dose“ auf, die hier ausgelegt wurde.

Teilweise sehr spannende Verstecke, findet auch Letu.

Tourendaten
Gesamtlänge: 4,72 km
Gesamtdauer: 1:30 h
Höhenmeter: 170 m

Route
Arzl

171018 Seefelder und Reither Spitze (2.374m)

Heute habe ich mir freigenommen, denn das Wetter soll super werden. Zeitig in der Früh fahre ich mit dem Bus erst zum
Hauptbahnhof und dann mit dem Zug nach Seefeld. Die Reither Spitze hat’s mir angetan.

Vom Bahnhof gehe ich zuerst zum Parkplatz des Rosskopfliftes, dann folge ich recht langweilig der Forststrasse zur Rosshütte.

Warum? Weil es da ein paar Geocaches auf den Weg gibt, deshalb.

Bald erreiche ich die Rosshütte, dort beginnt auch der interessante Teil der Wanderung.

Zuerst gehts hinauf zum Seefelder Joch, die Aussicht ist hier schon unglaublich, aber es wird immer besser.

Der erste Gipfel ist die Seefelder Spitze, fast alleine sitze ich auf dem sonst überlaufenen Gipfel. Ein Graubündner bittet mich, ein Foto zu machen. Natürlich helfe ich ihm gerne. Dafür macht er auch eines von mir.

Ich gönne mir eine kleine Jause, dann will ich weiter gehen. Halt, ruft mir jemand nach, bitte nich ein Foto machen. Ja, bin ich denn Berufsfotograf? Ich lasse mich dennoch erweichen und knipse die Nächsten. Jetzt aber schnell weg…

Der Weg hat von der Seefelder Spitze aus ein wenig vereist ausgeschaut, meine Befürchtungen bestätigen sich allerdings nicht. Sehr angenehm zu gehen ist der weitere Weg.

Bald schon erreiche ich das kleine Joch, nun steilt der Weg auf und das Gipfelkreuz der Reither Spitze ist nicht mehr weit.

Schon bald stehe ich auf dem Gipfel, dem höchsten des heutigen Tages.

Ich mache eine ausgedehnte Pause am Gipfel, füttere die Dohlen, die mir sprichwörtlich aus der Hand fressen. Manchmal tut das richtig weh, dank der Krallen.

Nach verdienter Rast mache ich mich wieder auf ins Tal. Zuerst komme ich auf die Nördingerhütte, dann beginnt der steile Steig hinunter nach Seefeld.

Eine echte Innsbrucker Spur ist das, steil, steiler, am steilsten.

Auf dem Weg liegt eine Guffel, da muss ich natürlich rein schauen.

Die Färbung des Waldes ist wunderschön, mir geht das Herz auf.

Irgendwann stehe ich auf einer vermeintlichen Halde.

Nach kurzer Nachschau sehe ich, dass ich richtig liege. Die Bergbauspuren sind noch gut sichtbar. Na, der Kurs bei Peter Gstrein hat doch was gebracht.

Nun wird der Weg immer sanfter, bald geht er über in einen Forstweg. Vorbei an der Reither Alm gehe ich wieder Richtung Rosshütte und dann weiter ins Tal. Bald schon erreiche ich den Ausgangspunkt, den Bahnhof von Seefeld.

Geschwind hole ich mir noch eine Dose Bier für die Zugfahrt, eine Hütteneinkehr ist sich leider nicht ausgegangen.

Die Zugfahrt ist kurzweilig, zwei Rentner lassen das 20e Jahrhunders Revue passieren. So lustig…

So geht ein wunderschöner Wandertag um, mit vielen Eindrücken und einem klaren Kopf. So soll es sein…

Tourendaten
Gesamtlänge: 17,93 km
Gesamtdauer: 6:50
Höhenmeter: 1.622 m

Route

171014 Durch das Höttinger Bergbaugebiet

Nachdem ich erfolglos 2 Jahre versucht habe, eine Anmeldung beim Kurs der Volkshochschule zum Thema „Bergbaugebiet Hötting“ zu erwirken, hat es heuer endlich geklappt. Zwei der begehrten Plätze konnte ich für Papa und mich ergattern.

Wir treffen uns für die Rundwanderung am Wanderparkplatz beim Planötzenhof. Nachdem wir fast komplett sind, machen wir uns zunächst auf, Richtung Höttinger Bild.

Wir finden, dank der fleißigen Hinweise von Peter Gstrein, dem Leiter des Kurses, immer wieder Spuren vom ehemaligen Bergbau in diesem Gebiet.

Interessanterweise bin ich schon öfter hier vorbeigekommen, wäre aber nie auf die Idee gekommen, dass es sich hierbei um Halden und Pingen ehemaliger Bergwerke handelt.

Auch das Höttinger Bild, das auf einer ehemaligen großen Halde steht, wurde vermutlich als Nachfolgebau einer Bergknappenkapelle in eben diesem Gebiet erstellt. Heute zeugen noch 4 Heilige am Alter in der Kapelle von der montanen Geschichte.

Direkt hinter der Kapelle ist eine Pinge mit dem ehemaligen Mundloch zu sehen, links davon ein zweiter Anschlag in die Grube, der jedoch auch nur mehr erahnt werden kann.

Nach ein paar erklärenden Worten wandern wir weiter, auf Spurensuche nach weiteren Bergstollen. Schon nach wenigen Schritten sehen wir eine weitere Pinge mit den Spuren eines weiteren Mundlochs. Trotz kleiner Halde hat Peter eine gute Erklärung, warum gerade dieser Stollen sehr ergiebig gewesen sein Muss. Da auf einer Halde nur taubes Gestein liegt, wurde vermutlich einfach viel gutes Material abgefahren und verhüttet.

Der montane Krimi geht weiter, als Peter uns erklärt, dass es sich jedoch nicht um den Fundbau handelt, sondern dass der Fundbau weiter östlich zu finden ist. Bald schon haben wir diesen Teil des Bergwerks gesichtet, auch hier ist ein Betreten der ehemaligen Anlagen nicht mehr möglich, da das Mundloch nur noch erahnt werden kann. Nachdem Peter uns die Überlegungen hinter diesem Bergbaugebiet erklärt hat, macht die Lage der einzelnen Stollen plötzlich Sinn: Der Fundbau ist zu den weiteren Bergwerken versetzt, weil die Bergleute feststellen mussten, dass die Vererzung  eben weiter westlich ist.

Als ein Highlight des Tages können wir uns das Bergwerk „Weinberg III“ anschauen, das heute als Trinkwasserquelle für Innsbruck dient. Der Zugang ist strickt kontrolliert. Unter Tage zeigt uns Peter dann allerlei Techniken des alten Bergbaus. Von der Feuersetzung bis zu den Schremmspuren sehen wir die Verfahren, geschlossen, wie die Sprengung in der Fachsprache der Bergleute heißt, wurde hier fast nicht mehr, da der Bergbau vor der Etablierung der Sprengungen eingestellt wurde.

Nach ein er gemütlichen Pause beim Mundloch machen wir uns weiter zum nächsten Bergrevier, nämlich dem von Gramart. Auf dem Weg dorthin erklärt und Peter immer wieder interessante Episoden aus seinem Berufsleben als Geologe.

Bald erreichen wir das Bärenloch, einem noch sichtbaren Mundloch, das jedoch nach wenigen Metern verstürzt ist und daher nicht mehr befahrbar ist. Dennoch ist das schiere Ausmaß dieser Anlage schon beeindruckend. Eine sehr große Pinge vor dem Mundloch zeugt von reger Tätigkeit. Manch dieser Stollen reichten hunderte Meter in der Berg hinein.

Ein weiteres interessantes Detail zeigt uns Peter gleich im Anschluss. Ein Baum, der wie eine Spirale gewachsen ist, mit einem „Linksgewinde“. Laut Messungen des Geologen könnte es sich hier um eine Reaktion auf Erze im Boden handeln.

Wir verlassen nun das Höttinger Bergbaurevier und gehen fast nahtlos ins Gramarter Bergbaugebiet. Dort ist auch einmal ein sehr großer und wahrscheinlich einträglicher Bergbau vorhanden gewesen, aber auch hier können die ehemaligen Reichtümer nur mehr erahnt werden. Nichts desto trotz, wenn man sich ein wenig umsieht in der Natur, gibt es wahnsinnig viel zu entdecken.

Bald erreichen wir wieder die „Zivilisation“, ein wenig unterhalb des Höttinger Steinbruchs erreichen wir die Straße. Von hier geht es über kleine Wege und Sträßchen, vorbei an weiteren Mundlöchern, die jedoch für die Wasserversorgung gut in Stand gestellt wurden, das Ufer des Inns.

Hier gehen wir eine Weile der Straße entlang und erreichen bald das „Heimgartl“. Hier erwartet uns das Highlight dieser Tour.

Wir fahren wieder in den Berg ein. Zuerst einmal besichtigen wir die ehemalige Bunkeranlage aus dem zweiten Weltkrieg. Ein riesiges Areal, das jedoch niemals fertiggestellt wurde. 40.000 Menschen sollten hier Unterschlupf vor dem Bombeninferno Schutz finden.

Das wären mehr Menschen gewesen, als überhaupt in Innsbruck gelebt haben. Doch da Innsbruck in dem Hilter-Konzept der „Alpenfestung“ eine große Rolle angedacht war, machen auch die größeren Bunker Sinn.

Nie fertiggestellt, wurde die Bunkeranlage irgendwann von einem Champion-Züchter übernommen. Leider ging dieser nach ein paar Saisonen bankrott und musste die Zucht wieder aufgeben. Seitdem stehen die riesigen Anlagen leer und werden vom Zahn der Zeit angenagt. Zur Zeit wird das Anwesen über willhaben.at veräußert, sollte wer Interesse haben. Ganz ohne wird das wohl nicht sein…

Doch das eigentliche Highlight wartet fast am Schluss der Bunkeranlage. Der Maximilianstollen. Eines der größten finanziellen Debakel der Bergbaugeschichte Tirols, hat der Maximilanstollen einen faszinierenden Hintergrund.

Auf der Suche nach der „Gottesgabe“ wurde dieser Stollen angeschlagen. Über 600m wurde dem Berg millimeterweise der Stein abgerungen, dann wurde der Bau eingestellt. Man war nicht auf den ersehnten Bergsegen gestoßen. Heute vermutet man, dass diese „Gottesgabe“ wahrscheinlich erst in ca. 2400m erreicht worden wäre. Also noch 4 mal so weit zu graben gewesen wäre.

Der Stollen selber ist, obwohl komplett manuell mit Hammer und Meißel geschlagen, von einer makellosen Perfektion. Fast über die gesamte begehbare Länge ist der Stollen mustergültig ausgearbeitet, die Wände schön gearbeitet.

Dennoch war die ganze Arbeit umsonst, das Geld, das in der Bergbau hier floss, kam nie mehr zurück.

Auf dem Rückweg gehen wir nochmals durch die weitläufigen Flügel des Bunkers, dann sehen wir wieder das Tageslicht beim Heimgartl.

Nach ein paar Schritten in der Wärme erreichen wir das Gasthaus Dollinger, in dem wir uns noch ein Bier gönnen und den interessanten und langen Tag Revue passieren lassen.

Tourendaten
Gesamtlänge: 7,69 km (ohne Stollenbefahrung)
Gesamtdauer: 6:49 h
Höhenmeter: 543 m

Route