Wir wachen auf, das Geräusch vor dem Fenster ist nur eine Bestätigung des Wetterberichts. Die Kaltfront ist eingezogen und macht unsere weiteren Pläne zu Nichte. Schweren Herzens beschließen wir, die Tour hier abzubrechen.
Nach einem ausgiebigen Frühstück packen wir unsere Siebensachen, und wandern über den erst steilen Steig nach Mandarfen ab.
Bevor wir starten, rufe ich noch beim Taschachhaus an, um unsere Buchung abzusagen. Natürlich ist der Wirt nicht erfreut, aber es bringt auch nichts, heute zum Taschachhaus zu wandern und morgen im festen Regen zurückzugehen.
Zuerst wandern wir zum See, danach wandern wir am Talsteig abwärts. Schnell erreichen wir tiefere Gefilde.
Ein netter Weg, direkt unter dem Fulderer Höhenweg, führt uns ins Tal.
Ein Blick über die Schulter zeigt nochmals das Skigebiet und die Riffelseehütte.
Im Pitztal ist alles so steil und schräg, dass sogar die Sitzbänke schräg gebaut werden…
Wir erreichen nach ca. einer Stunde Mandarfen, gleich gehen wir zur Bushaltestelle. Wir sind nicht die Einzigen, die heute von hier wegfahren
Bald kommt der Bus, wir bekommen einen feinen Sitzplatz. Der Bus wird mit jedem Stopp voller, daher freuen wir uns über unser Glück mit dem Platz.
In Imst steigen wir auf den ICE um, der uns rasch nach Innsbruck bringt. Früher als geplant erreichen wir die Landeshauptstadt. Am nächsten Tag ist das Wetter echt „grottig“, daher sind wir froh um unsere Entscheidung. Eine tolle Tour in einer urtümlichen Landschaft. Uns hat es sehr gut gefallen!
Tourendaten Gemamtdauer: 1:07 h Gesmmtlänge: 4,68 km Höhenmeter: ∆ 5 m / ∇ 587 m
Eine feine Nachtruhe geht zu Ende und ein neuer Tag beginnt. Gut gerastet frühstücken wir erst mal auf der Kanuergrathütte, dann richten wir uns für die nächste Etappe her. Von der Veranda der Hütte aus sehen wir den Hüttensteinbock „Frederick“…
Das Wetter ist gut, die Temperaturen relativ warm, die Sonne lugt schon hinter den Bergen hervor. Heute steht der Cottbuser Höhenweg vor uns, mit einer etwas geänderten Wegeführung, wegen Steinschlaggefahr.
Die Hütte thront von dieser Seite aus Hoch über dem Planggerroßtal, hier hatten wir einen tollen Aufenthalt und eine wahrlich unglaublich spannende Aussicht.
Wir nehmen den einfachen Weg durch das Tal, wir müssen ein gutes Stück auf dem Weg ins Pitztal, dabei verlieren wir einiges an Höhe.
Während wir bei der Hütte noch Blockgletscher um uns herum hatten, neben vielem Moränengeröll, kommen wir nun bei einem kleinen sumpfigen See vorbei, der mit dem Schlick der umliegenden Gletscher gespeist und gebildet wurde.
Ein Blick über die Schulter zeigt uns die beeindruckende Wazespitze mit dem Gletscher auf der linken Seite.
Neben uns fließt ein sehr aktives Bächlein, das von den ganzen abschmelzenden Gletschern in der Umgebung gespeist wird.
Auch die Spuren der letzten Gewitter sind noch gut sichtbar, einige Murenstriche liegen in diesem Tal und der originale Cottbuser Höhenweg ist mittlerweile auch gesperrt, zumindest in Teilen.
Wir haben nun fast 700 Höhenmeter abwärts geschafft, nun geht es über eine Brücke und dann geht der ehemalige Notweg hinauf zum Höhenweg.
Dieser Weg ist ab heuer wahrscheinlich der neue Weg, einiges an Arbeit war das Anlegen, wir wir hier immer wieder sehen. Der Pfad ist steil, aber angenehm zu gehen.
Wir erreichen eine Schulter unterhalb des Steinkogels, hier machen wir eine kurze Pause, bevor wir den nächsten Abschnitt in Angriff nehmen.
Zuerst ist das Gelände noch relativ flach und gut zu gehen, ein paar Steinhalden müssen überquert werden…
… dann wird es steiler. Eine Stufe, auch als die Schlüsselstelle bezeichnet, ist mit Seil und Klammern entschärft und liegt schnell hinter uns.
Der weitere Weg schmal und teilweise ausgesetzt. Es empfiehlt sich, hier mit hoher Konzentration zu gehen, ein falscher Schritt wäre nicht so angenehm.
Wieder kommen wir an eine Stelle, die abgerutscht ist, ein Alternativweg wurde schon eingerichtet und führt uns zwar steil, aber sicher nach oben, zum Umgehen der abgebrochenen Stelle.
Seit der Schulter haben wir immer wieder Ausblicke auf den Rettenbachferner, der nun direkt vor uns liegt. Unter uns liegt steil und eng das Pitztal.
Nach einiger Zeit kommen wir wieder an eine flachere Schulter, nun sehen wir schon unter Tagesziel, den Rifflsee vor uns.
Zuvor wollen wir aber noch eine Abzweigung auf den Brandkogel machen, dieser Aussichtsberg liegt direkt am Weg und sollte nicht allzu lange Zeit zur Besteigung in Anspruch nehmen
Der Rucksack bleibt bei der Abzweigung. Steil führt nun der Weg nach oben, ein paar Kraxelstellen erfreuen das Gemüt und sorgen für Abwechslung.
Der Ausblick auf den See, den Rettenbachferner und auch die Pitztaler Gletscher wird von Meter zu Meter besser.
Und schon bald haben wir den Gipfel erreicht. Ein kleines Kreuz ziert den Gipfel des Brandkogels (2.677m). Wir haben die Brotzeit im Rucksack, nur ein Fernglas dabei.
Daher beschränkt sich unser Aufenthalt auf eine feine Umschau, dann steigen wir wieder den Teilen Berghang hinunter. Im Tal sehen wir schon den Ort Mandarfen.
Bald erreichen wir unsere Rucksäcke, wir sind mittlerweile sehr hungrig und freuen uns sehr auf die gute Jause.
Nach guter Rast wandern wir zum Riffelsee. Hier sehen wir mit Erstaunen die höchstgelegene Flossfahrt Europas… einen Kaffee gibt es beim Kiosk leider nicht!
Es ist noch früh, daher wandern wir im Gegenuhrzeigersinn um den See herum.
Obwohl wir keinen Kaffee bekommen, machen wir doch eine kurze Rast am See und lassen unsere Füße ins eiskalte Wasser gleiten. Lange bleiben die Extremitäten nicht im Wasser, schon die kurze Exposition führt zu stechendem Kälteschmerz in den Zehen… es ist eindeutig Gletscherwasser…
Dennoch wollen wir (zumindest nachher) die Abkühlung und Erfrischung nicht missen.
Der weitere Weg führt nun am Südufer des Sees in Richtung Riffelseehütte (2293m).
Diese Hütte liegt im Skigebiet und ist im Winter, wie auch im Sommer gut besucht. Dennoch kommt gleich wieder das typische Hüttenflair auf, das die Alpenvereinshütten ausstrahlen. Wir holen uns Getränke an der Theke, dann bekommen wir noch unser Mehrbettzimmer zugeteilt.
Der Abend verläuft wieder ruhig, es gibt zum Abendessen ein Buffet, später im Zimmer treffen wir noch unsere Mitbewohner, die Deutsche, die wir schon seit der Verpeilhütte immer wieder treffen, und ein junges Pärchen. Es ist angenehm ruhig und schon bald verfallen wir in einen tiefen Schlaf!
Tourendaten Gesamtdauer: 6:51 h Gesamtlänge: 12,48 km Höhenmeter: ∆ 836 m / ∇ 1.364 m
Nach einer feinen Nachtruhe im Zweibettzimmer frühstücken wir erst ausgiebig auf der Hütte, bevor wir uns auf den Weg zur zweiten Etappe machen. „Morgenstund hat Gold im Mund“, das stimmt auf jeden Fall, die Stimmung in der Früh ist magisch!
Wir gehen die ersten Schritte nach Süden im Schatten, doch schon bald sehen wir ober uns die ersten Sonnenhänge und damit auch die wärmeren Regionen.
Wir erreichen die Sonne und es ist schlagartig um ein Stück wärmer. Der Weg führt steil hinauf zu den Madaschtürmen, diese prägen eine Weile unseren Weg.
Mächtig, zerklüftet und unnahbar schauen sie aus, diese Türme. kletternd bewegt man sich hier im IV Schwierigkeitsgrad, allerdings ist die Kletterei sehr ausgesetzt und auch brüchig… wir müssen zum Glück nur darunter durch!
Zurückschauend sehen wir bis ins Inntal, die Aussicht wird mit jedem Schritt besser. Die Landschaft aber auch karger und karger…
Nun biegt der Weg um den Fuß des Schwabenkopfes herum und wir bekommen einen ersten Blick auf den Madatschferner.
Am unteren Ende der Moräne ist ein kleiner Gletschersee, der hier wohn dank der warmen Temperaturen entstanden ist.
Je näher wir kommen, desto größer erscheint der Gletscher. Die letzten Sommer haben aber schon ihre Spuren hinterlassen, die Oberfläche ist eisig, und verglichen mit der Karte ist der Rückgang schon sichtbar.
Der Aufstieg über das Blockgestein ist teils mühsam, besonders wenn man wieder einmal den Weg verfehlt. Dann heißt es wieder, in dem instabilen Gelände den richtigen Pfad zu entdecken.
Wir steigen immer höher, vor uns ist eine Gruppe, die schon das Madatschjoch erreicht hat. Diesen Übergang müssen wir auch bewältigen. Der untere Teil ist mit einer Leiter entschärft, insgesamt ist der Weg bröslig, aber doch gut zu begehen.
Der obere Teil des Madatschjochs ist dann nochmals seilversichert.
Es ist eine hochalpine, öde, aber wunderschöne Gegend. Wenig Pflanzenbewuchs, aber es gibt sie doch, die Überlebenskämpfer… in Nischen, windgeschützt und in der Sonne, keinem zarte Gewächse.
Einmal versteigen wir uns, die Abzweigung auf den richtigen Weg war leicht zu übersehen. Rasch sind wir in unangenehm bröckligem Gelände, das fast keinen stabilen Schritt erlaubt. Mit ein paar Spreizschritten überwinden wir den unguten Teil und erreichen wieder den halbwegs festen Weg.
Schlussendlich erreichen wir das Apere Madatschjoch (3.030m), und der Blick in das Planggeroßtal öffnet sich vor uns.
Wir müssen am Grat in Richtung Schneeiges Madatschjoch (3.020m), einem früheren Übergang, als der Gletscher noch weiter hoch reichte. Der Grat ist wieder drahtseilversichert und gut zu gehen.
Bald schon steigen wir unter der unter Kletterern bekannte Wazespitze hinab ins obere Tal, in Richtung Kaunergrathütte.
Es ist wirklich eine tolle, aber eigene Mondlandschaft, durch die wir uns hier bewegen.
Rückblickend sehen wir die zwei Joche, links das ein wenig niedrigere Schneeige-, rechts das von uns überschrittene Apere Madatschjoch.
Bevor wir zur Hütte gehen, zweigen wir nochmals vom Weg ab und bestiegen den unscheinbaren Planggerroßkopf (3.057m), da diesem am Weg liegt und auch
Auch hier fällt uns die Wegfindung schwer, aber wir stiegen einfach ziemlich direkt auf den Kopf, am Schluss finden wir wieder den Weg. Hier machen wir eine längere Pause, und verzehren unsere Brotzeit.
Wir schauen uns ein wenig um, dann sehen wir plötzlich Steinböcke, 2… 4… 7… immer mehr dieser beeindruckenden Tiere fallen uns auf. Gut getarnt liegen sie in einer Schotterhalde gegenüber, mit dem Fernglas super beobachtbar.
Nach ausgiebiger Pause, Biggi stellt sich nochmals vor die zwei Joche, damit ich noch ein Foto machen kann, wandern wir weiter zum Tagesziel.
Ein wenig versteckt liegt die Hütte auf einem schönen Boden, den wir nach kurzem Abstieg nun erreichen.
Wir setzen uns auf die Terasse, die Sonne brennt ganz nett herunter, daher suchen wir ein wenig Schatten. Das Bier schmeckt mir heute besonders gut!
Die Hüttenleute sind super, rasch sind wir eingecheckt, wir sind wieder in einem Zweibettzimmer. Wir bekommen alle Infos von der Hüttenwirtin, auch Weiteres zum morgigen Weg. Im späteren Verlauf kommt noch „Frederick“, der Hüttensteinbock auf eine Stippvisite vorbei. Natürlich sorgt das bei allen Wanderern für großes Hallo!
Am Abend bekommen wir ein tolles Menü kredenzt, wir lesen noch ein wenig in der Stube und später im Zimmer, dann schlafen wir, gespannt auf den nächsten Tag, ein.
Tourendaten Gesamtdauer: 5:56 h Gesamtlänge: 8,45 h Höhenmeter: ∆ 1261 m / ∇ 472 m
Schon seit unserer letztjährigen Wanderung in den Tuxer Alpen, haben Biggi und ich weiter Höhenweg-Ambitionen gesponnen. Am Beginn des Jahres haben wir uns auf das Kaunergrat geeinigt. Ein Gebiet, das uns beiden nicht geläufig ist. Nach einiger Planung, Buchung der Hütten und Packen der Rucksäcke geht es heute los! Ganz sportlich mit dem Fahrrad zum Bahnhof…
Von Innsbruck fahren wir erst nach Landeck, dort müssen wir dann weiter mit dem Bus.
Erst fahren wir von Landeck mit dem Bus bis Prutz, noch einmal Umsteigen und wir sitzen im dem Bus nach Feichten im Kaunertal
Nach einer längeren Anreise stehen wir endlich am Ausgangspunkt unserer mehrtägigen Wanderung. Die Vorfreude ist groß, der Steig gleich steil hoch!
Von Feichten müssen wir erst ein paar Höhenmeter aufsteigen, dann gelangen wir auf die Forststraße. Von hier zweigt bald wieder ein Steig ab…
Und schon nach ein paar Minuten sehen wir ins Kaunertal, der Himmel scheint noch gut mitzuspielen. Später sollen noch mehr Wolken kommen…
Wir zweigen auf den „Knappensteig“ ab, der durch die Bergbaugeschichte von Feichten führt. Die Temperaturen sind moderat, wir liegen aber schon auf über 1.200 m.
Am Steig sind ein paar Stationen zum Bergbau angelegt. Wirklich schön und speziell auch für Kinder empfehlenswert. Bei der Station „Mittlerer Tschinglstollen“ sind Helme und Taschenlampen vorhanden, damit kann man ein Stück in den Stollen einfahren.
Schrämmarbeiten finden wir keine, der Stollen scheint also noch nicht ganz so alt zu sein, aber absolut interessant. Und die Spur für den Hunt (Lore) ist noch original, fast 300 jahre alt!
Es ist dunkel im Stollen, trotz Taschenlampe. Erst beim ausfahren stelle ich fest, dass ich meine Sonnenbrille vergessen habe, abzunehmen.
Ein letzter Blick zurück zu dieser interessanten Station, dann wandern wir weiter am Knappensteig.
Einer der höchsten Punkte zeigt das Leben der Knappen, auch geologische Informationen sind hier auf Tafeln ausgestellt. Wir verweilen kurz, lesen die Informationen, und gehen dann weiter.
Wir folgen dem Steig, bis wir die Einzweigung auf die Forststrasse erreichen. Nun folgen wir Dieser, immer wieder müssen wir wegen Verkehr auf die Seite treten. Schließlich kommen wir an den großen Wanderparkplatz kurz unter der Verpeilalm (1.802m).
Knapp nach diesem Parkplatz sehen wir die Alpe und unseren weiteren Weg. Da wir noch viel Zeit haben, beschließen wir, am Bach eine Pause zu machen.
Der weitere Weg ist sehr angenehm zu gehen, fast flach verläuft der Pfad in den Talkessel hinein… bis wir schließlich an der AV-Hütte stehen.
Wir setzen und, trinken einen Kaffee, später ein Bier und genießen noch einen Kuchen. Auf Nachfrage durch Biggi erhalten wir ein 2-Bett-Zimmer, sehr gemütlich eingerichtet
Anschließend an unsere Pause und nachdem wir unser Zeug ins Zimmer gebracht haben, wollen wir noch eine Runde in den Kessel spazieren.
Wir wandern querfeldein ein wenig höher, dann über wilde Schotterreisen zurück in den Boden des Kessels. Hier setzen wir uns und schauen den übermütigen Haflinger-Pferden zu.
Überall ist viel Wasser, der kurze Regen vorher dürfte dazu wohl nichts beigetragen zu haben.
Wir setzen uns zu zwei jungen Männern, die eine ähnliche Route vorhaben. Und schon bald kommt das Essen, Suppe, Spaghetti Bolognese sin carne, Bananensplit.
Ein wenig spielen wir Karten, dann machen wir uns auf ins Bett. Morgen ist ein langer Tag, da wollen wir gut ausgeruht sein.
–> Tag 2 – Kaunergratrunde – Kaunergrathütte (2.817m)
Tourendaten Gesamtdauer: 3:33 h Gesamtlänge: 7,40 km Höhenmeter: ∆ 915 m / ∇ 178 m
Unser dritter und letzter Tag in Meran. Nachdem wir gestern eine feine Runde um Meran, entlang der Waalwege gemacht haben, zieht es uns heute in höhere Gefilde.
Wir starten wieder bei der Unterkunft, nur heute in die entgegengesetzte Richtung. Unser erster Weg führt uns hinauf ins Dorf Tirol.
Durch das Dorf, sehr touristisch und heute im Zeichen der Erstkommunion, erreichen wir den Steig nördlich des Dorfes, der uns hinauf zu den Muthöfen führt. Auf dem Weg dorthin kommen wir am sogenannten Farmerkreuz vorbei.
Steile Wiesen am Weg zeugen von dem entbehrungsreichen Leben hier im „Land der Berge“. Heutzutage sind diese Plätze allerdings sehr idyllisch gelegen.
Die Aussicht von den Höhen auf Meran sind atemberaubend, das Wetter ist zwar nicht ganz so schön wie am Vortag, aber dennoch mehr als ausreichend für eine gute Aussicht.
Wir gönnen uns eine kurze Pause, genießen die Aussicht in vollen Zügen, dann wandern wir weiter auf unserem Weg.
Ein kleines Durchgangstor müssen wir durchschreiten, dann erreichen wir die Muthöfe.
Im Hintergrund sehen wir den Oberhochmuthof und das Gasthaus Steinegg. Beide sind über eine spektakuläre Seilbahn erreichbar.
Unser Weg führt nun nach Nordwesten, diesem folgend über einem kleinen, steilen Wiesenpfad, bis wir wieder Wald erreichen.
Fast ohne Höhenverlust wandern wir nun entlang dieses Steiges ins Fineletal mit dem Longfallhof, unserem heutigen Ziel.
In gemütlichem Auf- und Ab steigen wir immer tiefer in dieses einsame Tal, zumindest scheint es heute so.
Wir hören den Finelebach schon lange rauschen, schließlich erreichen wir den Talgrund und den schönen Wasserlauf.
Hier genießen wir wieder die nochmals eine kurze Pause, leider müssen wir feststellen, dass das Gasthaus heute geschlossen hat. Dennoch werden wir den sympatischen Ort noch im Vorbeigehen bewundern.
Lange habe ich gerätselt, woher der Name dieses Gasthauses wohl herkommen würde… nachdem wir den langen Wasserfall (Longfall) gesehen haben, ist uns allen klar, wie dieser Name entstanden ist.
Das Gasthaus selber liegt auf einer schönen Almwiese, es ist wohl früher mal wirklich eine Alm gewesen. Über die Qualität des Gasthauses können wir nicht Auskunft geben, eben weil geschlossen.
Der Pfad führt nun um das Gasthaus, dann ein Stück dem Zaun entlang, um schlussendlich wieder zum gewohnten Waldweg zu werden.
Im Sommer sicher fein zu gehen, ob des Schattens, finden wir den Weg heute auch sehr angenehm. Die Temperaturen sind ja jenseits der normalen Durchschnittstemperaturen (Stichwort Klimawandel), aber irgendwie auch richtig fein!
Am Weg retour kommen wir auch noch bei den bekannten Erdpyramiden vorbei. Hierbei handelt es sich um Konglomerat, auf dem ein Deckstein liegt. Dieser schützt ein wenig vor Erosion, allerdings werden die vom Deckstein ungeschützten Passagen ausgewaschen. Zurück bleiben Pyramiden-ähnliche Gebilde…
Die Natur ist hier in Südtirol auch schon wieder ein paar Wochen voraus, besonders angetan haben es mir die schönen Blüten des Waldsauerklees.
Je tiefer wir kommen, desto größer und vielfältiger wird die Blumenpracht. An der Passer sind schon regelrechte Blumenwiesen zu sehen…
Wir folgen einem kleinen Steig, der uns dann auch direkt an die Passer führt.
Diesem Gewässer folgen wir nur ein paar Meter, dann zweigen wir auf einen Pfad, der uns ins Zentrum von Meran bringen soll.
Nach einem kurzen Anstieg erreichen wir wieder einen Waalweg.
Unsere Unterkunft können wir am Senderbühel schon erkennen, aber noch haben wir ein wenig Strecke vor uns…
Dieser Waalweg gefällt mir besonders gut, es sind ein paar kleine Täler zu queren und machen den Steig abwechslungsreich.
Schließlich erreichen wir den Beginn von Meran, die Zenoburg thront hoch über uns und der Passer und blickt grimmig auf uns herab.
Lieblicher ist hier der Übergang der Passer, Stromschnellen, kleine Katarakte und wunderschöne Felsformationen säumen den Weg.
Den letzten Weg bestreiten wir auf dem uns schon bekannten Tiroler Steig, der steil zurück zum Dorf Tirol führt.
Oben angekommen, gönnen wir uns noch eine Erfrischung, dann fahren wir (leider) schon wieder retour nach Nordtirol. Ich wäre gerne noch einen Tag geblieben… aber andererseits habe ich den Aufenthalt genossen und Lust auf Mehr bekommen.
Obwohl ich heuer das Konzept des Buabenwochenendes ein wenig geändert habe, finde ich die Wanderungen sehr gelungen. Es bleibt mehr Zeit, sich auszutauschen, das war bei den Klettersteigen nicht immer der Fall. Ich freu mich auf jeden Fall schon auf das nächste Jahr, wieder mit der gesamten Schar eine tolles Wochenende im Frühling verbringen zu können!
Tourendaten Gesamtdauer: 5:41 h Gesamtlänge: 20,31 km Höhenmeter: 1258 m
Der Samstag Morgen weckt uns mit wunderbarem Wetter, die kurze Hose wird gleich ausgepackt. Wir starten mit einem üppigen Frühstück in den neuen Tag. Heute stehen Waalwege (Südtiroler Wasserwege) auf dem Programm. Nach dem Frühstück starten wir direkt bei der Unterkunft, über den Tiroler Steig wandern wir nach Meran.
Wir müssen quer durch Meran, an der Passer entlang, vorbei an schönen Gebäuden, teilweise aus der K&K Zeit. Kaiserin Sissi war ja in Meran länger auf Besuch, davon profitiert die Stadt bis heute.
Der Passer weiter entlang passieren wir das „Ippodromo“ (Maiser Pferderennplatz), ein riesiges Areal mitten in der Stadt.
Wir überqueren die Etsch, nun müssen wir ein Stück bergan gehen, nun wird die Aussicht besser und besser. Bald sehen wir nochmals zurück auf Meran, das Ippodromo ist nun gut sichtbar. Im Hintergrund thront Ifinger und der Hirzer über der schönen Stadt.
Schließlich erreichen wir Marling und damit auch den Start in den Marlinger Waalweg, der wir nun ein paar Kilometer begleiten können. Allerdings gehen wir entgegnen dem Wasserfluss, da wir nach Norden nach Algund wandern.
Dieser Wasserweg wurden vom Kartäuserkloster Allerengelberg zur Bewässerung ihrer Weinberge angelegt. Erbaut wurde der längste Waalweg Südtirols (ca. 12 km) zwischen 1737 und 1756.
Wir haben heute den gefühlt perfekten Zeitpunkt für die Begehung gefunden. Das Wetter ist ein Traum und der Andrang hält sich noch in Grenzen.
Wunderschön in Schuss gehalten und immer noch in Verwendung, erinnern mich diese Wassergräben an die Levadas in Madeira.
Unterwegs gibt es immer wieder kleine Erfrischungen, natürlich gegen Entgelt.
Der Weg führt, dem Wassergefälle geschuldet immer eben am Fuß des Larchbühel, dem Hausberg Marlings entlang Richtung Norden.
Am Schluss, die letzten 800 m des Weges, wurde der Waal modernisiert und in den Berg verlegt. Dennoch ist der Weg noch begehbar.
An Steilwänden entlang, teilweise mit Brücken und Stegen ausgestattet, führt der Weg bis zum Übergang der Etsch.
Beim Zollwirt wechseln wir die Flussseite, nun erreichen wir den zweiten Waalweg, den hier heute begehen wollen.
Auch der Algunder Waalweg ist spitzenmäßig angelegt, der Pfad ist ein wenig breiter, und nur sind schon mehr Leute am Weg.
Viele Familien nutzen den feinen Tag für einen Ausflug, in der Ferne grüßen uns noch die schneebedeckten Berge
Mit flottem Schritt wandern wir nun gen Osten, nördlich von Meran in Richtung Schloss und Dorf Tirol.
Streckenweise können wir noch den alten Waalweg besichtigen, die Bauweise unterscheidet sich von den betonieren Trögen von heute sehr, natürlich sind diese Abschnitte auch wartungsintensiver.
In Gratsch zweigen wir nach Norden ab, denn wir wollen noch das Schloss Tirol besichtigen. Allerdings muss der Aufstieg zur Festung hart erkämpft werden, steil windet sich der Pfad zur Straße hinauf.
Stiegen, Waldpfade und schöne Aussicht, so kann man diesen kurzen Weg, der fast gerade den Berg hinaufführt, beschreiben.
Schließlich erreichen wir Kronsbühel mit der markanten Kirche, ab hier führt uns die Fahrstraße zum Schloss hinüber.
Wunderschön gelegen steht hier die Stammburg und wiege der Grafschaft Tirol. 1420 wurde der Regierungssitz der Grafschaft von Meran nach Innsbruck verlegt.
Das Schloss wurde umgehend renoviert und beherbergt ein sehr interessantes Museum mit baugeschichtlichen Betrachtungen der Burg.
Die Aussicht aus dem Rittersaal über den Talkessel von Meran ist spektakulär, fast übersieht man, wie wunderschön die Säulen am Fenster ausgearbeitet sind.
Erst um 1900 wurde das Burgareal wieder hergestellt, davor wurden Teile sogar als Steinbruch verwendet. Seit 2003 befindet sich im Schloss das Landesmuseum.
Besonders schön sind die Portal-arbeiten an der Kapelle, mit exotischen Tieren und Szenen.
Im Bergfried befindet sich eine für mich sehr interessante Ausstellung zu den Jahren seit der Teilung von Nord-, Ost- und Südtirol. Erst das Eintritt in die EU und die Gründung der Europaregion Tirol hat hier wieder ein wenig Ruhe einkehren lassen.
Über den ostseitigen Abstieg wandern wir aus dem Schloss nun nach Dorf Tirol.
Immer wieder begeistern die Ausblicke auf die Hügel- und Bergwelt rund um Meran.
Am frühen Nachmittag erreichen wir wieder den Schneeburghof, nach diesem Marsch haben wir uns eine Pause verdient.
Wir lassen den Nachmittag und Abend auf der Terrasse ausklingen, das Essen schmeckt heute besonders gut!
Tourendaten Gesamtdauer: 4:46 h Gesamtlänge: 21,93 km Höhenmeter: 485 m
Das heurige Buabenwochenende unterscheidet sich ein wenig von den Vorhergegangenen… dieses Mal bleibt das Klettersteigzeug zu Hause, wir werden dieses Mal Wanderungen machen. Am Freitag treffen wir uns bei mir zu Hause, eine kleine Jause zum Mittagessen gönnen wir uns, dann fahren wir los…
Über den Brenner bis nach Sterzing, dann hinauf auf den Jaufenpass führt unsere Route. Die Straße ist schneefrei, allerdings liegt am Jaufen noch relativ viel Schnee.
Besonders im oberen Passeiertal scheint der Schnee heuer zu Hause zu sein. Wunderschön schauen die beeindruckenden Berge aus, besonders wie hier im Bild die Sarntaler Alpen
Über die steilen Serpentinen erreichen wir St. Leonhard im Passeier, ab hier führt eine wunderschön ausgebaute Straße nach Meran.
Wir haben unsere Unterkunft hoch über Meran, im Dorf Tirol, am Segenbühel. Der Schneeburghof ist bald gefunden, und wir werden herzlichst begrüßt. Rasch sind die Zimmer bezogen.
Wir treffen uns auf der Terrasse und genießen die warme Nachmittagsstunden bei einem Bier. Es ist toll, dass wir uns heuer wieder geschafft haben, sind wir einhellig der Meinung.
Am Abend gönnen wir uns noch ein gutes Essen im hoteleigenen Restaurant.
Später wollen wir noch auf einen Sprung nach Meran, über den Tiroler Steig erreichen wir rasch das Zentrum. Leider ist hier nicht viel los…
… daher spazieren wir zurück zu unserer Unterkunft und lassen dort den Tag ausklingen.
Heute steht ein Ausflug mit Oma und den Kindern an. Wir haben uns entschlossen, obwohl der Wetterbericht nicht ganz so tolles Wetter ansagte, nach Nauders zu fahren und dort Hochfinstermünz, Altfinstermünz und die Sellesköpfe anzuschauen.
Die Fahrt startet um 9:00 Uhr in Aldrans, dort machen wir uns auf nach Wildermieming, wo wir die Oma abholen. Dann fahren wir weiter. Erstes Ziel ist das bekannte „Grandhotel Hochfinstermünz“, ein geschichtlich interessanter Bau, der auf der Reschenstraße liegt. Dies war in früheren Zeiten ein berühmtes Hotel, in dem namhafte Personen, unter anderem Luis Trenker abgestiegen waren. Auch Filme, wie „Der Rebell“ und „Der Feuerteufel“ wurden hier gedreht.
Heute ist vom vergangenen Gland nicht mehr viel geblieben, die letzte Wirtin, „Frau Emmi“, ist heuer im Frühjahr gestorben, seit dem fristet das Hotel, das schon über die letzten Jahrzehnte immer mehr in Vergessenheit geraten ist, ein Schattendasein und verfällt zusehens. Trotzdem war es gerade für die Kinder interessant, ein wenig bei dem Gebäude durch die Fenster zu sehen und vielerlei Dinge zu entdecken.
Direkt vom Hotel zweigt dann auch ein Pfad hinunter zum Inn, der hier noch relativ klein ist, und zur Festung Altfinstermünz.
Wir wandern einen steilen Waldpfad runter, immer lauter hören wir den Inn, der hier auch schön grün ist, rauschen. Und hier erreichen wir noch einen geschichtsträchtigen Platz, das heute sehr schön renovierte Altfinstermünz. Diese Grenzfestung zur Schweiz hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Schon zu Römerzeiten, als Via Claudia Augusta war dies einer der wichtigsten Alpenübergänge, erst der Bau der Brennerstraße ließ den Reschen ein wenig in den Hintergrund rücken.
Leider ist genau heute das Museum geschlossen, sodaß wir die Anlage nur von aussen besichtigen können. Ein Grund, wieder einmal an diesen schönen Ort zurückzukehren. Es stimmt schon nachdenklich, dass der Verkehr ins Engadin einmal über diese kleine Holzbrücke verlief. Heute wohl unvorstellbar…
Nachdem wir uns sattgesehen haben, steigen wir uns wieder den steilen Waldhang hinauf, und fahren weiter nach Nauders und zur Norbertshöhe. Dort stellen wir unser Auto ab, denn jetzt steht die zweite Wanderung an, auf die Sellesköpfe.
Zuerst geht es auf einem gemütlichen Feldweg durch den Wald, hier können wir auch ein paar Geocaches der Runde „Kampf um die Sellesköpfe“ einsammeln. Die Kinder halfen fleissig mit, manchmal mit lustigen Verrenkungen…
Bald erreichen wir die freien Flächen mit Blick auf Nauders. Alte Stellungen sind hier sichtbar, und es wird uns bald klar, warum genau auf diesem Hügel die Stellungen erbaut wurden. Der Blick reicht weit über Nauders hinweg, ein idealer Aussichtspunkt.
Ab hier befinden wir uns nun auf dem Kaiserschützenweg, der an der Westseite der Sellesköpfe, hoch über dem Inn kühn in die abschüssige Wand gebaut wurde. Ein besonderer Punkt ist der „Hohe Turm“, eine wilde Felsnadel, die über dem Tale thront.
Nun erreichen wir die verfallene Zettler Alm, und die in der Nähe liegenden Kavernen. Das ist wieder ein sehr spannender Teil, den die Kinder gerne erkunden. Teilweise wurde hier das beschwerliche Leben der Kaiserjäger nachgestellt, ein Stockbett, eine Essensecke und weitere spärliche Einrichtung kann hier bewundert werden. Ein hartes Los, das auch schon ohne kriegerische Aktionen beschwerlich genug gewesen sein muß.
Jetzt sind wir nicht mehr weit vom Ausgangspunkt entfernt, für die Kinder ist der der Weg nun schon beschwerlich geworden. Doch die Aussicht auf ein Eis hebt die Stimmung wieder, wir müssen nur noch das Gasthaus erreichen.
Am Gasthaus angelegt verschwinden die beiden Junioren gleich am Spielplatz, auch eine lustige Strandmuschel erregt ihre Aufmerksamkeit.
Wir genießen ein Eis in der warmen Herbstsonne und lassen den schönen Tag Revue passieren. Das war wieder ein schöner Tag, bei dem das Wetter bestens mitgespielt hat.
Tourendaten Altfinstermünz
Gesamtdauer: 50 min.
Gesamtlänge: 2,74 km
Höhenmeter: 145 m
Tourendaten Sellesköpfe
Gesamtdauer: 3:00 h
Gesamtlänge: 6,85 km
Höhenmeter: 373 m
Dieses Mal verschlägt es mich in eine Gegend, in der ich noch nicht unterwegs war… zumindest nicht im Sommer. Es geht ins Ötztal, genauer gesagt auf den Hochreichkopf. Ich habe mich mit Tamara in Ötztal Bahnhof verabredet, von dort fahren wir nach Niederthai, dort soll unsere Wanderung starten.
Der erste Teil der Wanderung unspektakurär durch das Horlachtal auf einer Forststraße, dabei kommen wir an der Touristenfalle „Larstigalm“ vorbei. Ein wenig schmunzeln muss ich schon, als mir Tamara das mit der Falle erklärt.
Bald schon kommt die Schweinfurther Hütte in Sicht, die wir jedoch nicht besuchen, sondern einen Schwenker nach Links hinauf Richtung Finstertal-Alm machen. Wolken ziehen immer wieder am Himmel durch, aber der Wetterbericht hat bis zum Nachmittag gutes Wetter vorhergesagt, das sich dann auch bewahrheiten soll.
Ab der Abzweigung steilt der Weg ein wenig auf, nun haben sich die letzten Wolken verzogen und ein wunderschöner blauer Himmel tut sich vor uns auf. Vorbei an einem rauschenden Bach erreichen wir die Finterstal-Alm (2.142m).
Hier begegnen wir 3 Deutschen, die von der Schweinsfurther Hütte losgegangen sind und auch auf den Hochreichkopf wollen. Zuerst marschieren sie an uns vorbei, doch dann, Dank guter Tempovorgabe von Tamara, holen wir die 3 bald wieder ein und sichern uns wieder die Pol-Position.
Durch verblocketes Gelände, aber immer auf schönem Steiglein machen wir gut Höhe. Die Aussicht ist phantastisch und das Wetter spiel auch noch gut mit. Tamara erklärt mir mit einer Eselsgeduld die Namen aller Umliegenden Berge: Strahlkogel, Hohe Wasserfalle, Sulzkogel usw. aber immer wieder muß ich nachfragen, weil ich mir´s Dank der Fülle an Eindrücken einfach nicht merken kann.
Bald erreichen wir das „Kleine Hairlacher Steinkar“, die Höhe macht sich nun langsam bemerkbar, wir befinden uns schon auf 2.600m, und der Schnee will sich in diesen Höhen noch nicht wirklich vom Jahre 2018 verabschieden.
Der Schnee ist griffig, schon fast ein wenig batzig, aber das Gehen ist unproblematisch. Einzig aufzupassen ist auf die kleinen Seen, die sich in den Senken gebildet haben. Diese könnten rasch zur bösen Falle werden. Großräumig umgehen wir diese gut sichtbaren Stellen.
Die eigentliche Herausforderung ist dann der Aufsteig zur Hochreich-Scharte (2.912m). Der Weg, wenn man ihn als solchen noch bezeichnen darf, ist immer wieder mit Altschneeresten verdeckt, daher umgehen wir diese Stellen, meist in der Direttisima-Variante. Doch auch da, wo der Weg gut sichtbar ist, ist die Beschaffenheit des Weges mehr schlecht als recht. Hier hat der letzte Regen ganze Arbeit geleistet.
Überraschend gut geht der Aufstieg dann doch vonstatten, das hat von unten viel „wilder“ ausgeschaut, als es dann ist. Bald erreichen wir die Hochreich-Scharte, von der aus der Weg hinauf zu unserem Tagesziel, der Hochreichspitze abzweigt.
Am Gipfel bläst ein kalter Nordwind, wie schon im Wetterbericht vermerkt worden ist. Wir suchen uns eine windgeschütze Stelle, an der wer unsere mitgebrachte Jause genießen. Sobald man aus dem Wind heraus ist, ist es richtig fein. Eine Jacke wird trotzdem genötigt, es sind immerhin 3.000m. Im Anschluß an die Pause steigen wir auf der Nordwestseite hinab ins Tal, auf dem Wilhelm-Oltrogge-Weg. Der Steig ist schön angelegt, aber an manchen Stellen sollte man auf jeden Fall schwindelfrei sein.
Eine knifflige Stelle ist der Übergang über ein recht steiles Firnfeld, das wir aber gut meistern. Ein Rutscher an dieser Stelle wäre sehr unangenehm, man würde sich hier den Abstieg nach Umhausen mit ziemlicher Sicherheit sparen können.
Ab hier wird der Weg aber immer feiner zu gehen, Schneefelder sind keine mehr im Wege, und der Steig ist gut zu finden. Wir erreichen, nachdem wir eine Weile auf dem einfachen Grasgrat laufen eine Erhöhung mit dem lustigen Namen „Lauser (2.611m)“.
Hier machen wir noch eine gemüliche Pause, bevor es hinunter nach Farst geht.
Der weitere Weg ist zuerst noch am Grat entlang. Wir schauen gerade auf den Piburger See hinunter, der wunderschön im Walde eingebettet ist, als plötzlich direkt vor uns eine Schneehuhnmama mit ihrem Kücken hochschreckt. Schneehühner habe ich schon öfter gesehen, aber noch nie mit Kücken.
Nachdem wir noch an einer Schafherde und an der Hohen Warte (2.371m) vorbeigekommen sind, wo wir auch eine Weile nach dem Weg Ausschau halten müssen. Durch wunderschöne Alpenrosen erreichen wir wieder den Steig Richtung Reichalm (1.962m).
Leider ist niemand zu Hause, hier wäre die Tante von Tamara manchmal zugegen, daher steigen wir weiter ab.
Das nächste Steiglein, dessen Einstieg wir auch eine Weile suchen, führt uns dann auf direktem Weg ins Hochdorf Farst.
Dort hat das Wirtshaus offen, daher beschließen wir hier eine weitere Pause mit Stärkung einzulegen.
Die Wirtin ist ein besonders feiner Mensch, und lange unterhalten wir uns, während es immer kühler wird.
Bald wird es Zeit, den Heimweg anzutreten, immerhin sind wir schon seit 7:30 Uhr auf dem Weg. Die Tour nimmt ein ebenso unspektakuläres Ende, wie alles begonnen hat. Die Straße von Farst ins Tal, wohlgemerkt erst in den 90ern des letzten Jahrtausends fertiggestellt, zieht in langen Serpentinen hinunter nach Umhausen. Ein Forststraßenhatsch halt…
Immerhin erreichen wir wohlbehalten das Tal, Tamara hat dort ihr Auto geparkt, mit dem wir dann wieder zurück nach Niederthai fahren. So schließt sich die Runde. Wunderbar wars.
Tourendaten
Gesamtlänge: 14,20 km
Gesamtdauer: 8:00 h
Höhenmeter: 1.629 m
Nach gefühlten 2 Jahren schaffen wir es endlich, mein wundervolles Geburtstagsgeschenk einzulösen. Ein Rundflug mit einem kleinen Flieger. Obwohl das keine Bergtour ist, ist es doch spannend, da man von „oben“ neue Ziele ausmachen kann.
Die Kinder fliegen mit mir mit, wissen aber beim losfahren von zu Hause noch nichts von ihrem Glück. Am Flughafen angekommen, ist Sara natürlich sofort im Bilde… „wir fliegen mit einem Sportflieger, juhu!“.
Die Aufregung ist groß, doch dann dauert es doch noch eine Weile, bis wir endlich die Freigabe bekommen, denn beim Security-Check gibt’s mehr zu tun als gedacht.
Dann endlich ist es soweit, wir steigen in das Flugzeug, Christian, unser Pilot stellt sicher, daß die Kinder korrekt „verstaut“ sind. Noch ein kurzer Check mit dem Tower, dann können wir abheben.
Das Wetter ist super, Turbulenzen sind so gut wie ausgeschlossen. Zuerst fliegen wir an der Martinswand entlang, und dann über Seefeld ins Gaistal. Linkerhand erhebt sich der mächtige Bergstock der Hohen Munde. Ein Wahnsinnsausblick…
Über Ehrwald erreichen wir Zwischentoren und den Heiterwanger See, schon bald kommen die Tannheimer Berge und die Ruine Ehrenberg ins Blickfeld.
Über dem Talkessen Reutte machen wir eine Schleife, fliegen genau über den Hüttenbichl und dann weiter ins Lechtal. Die „heiße“ Kurfe macht vor allem den Kindern viel Spaß.
Wir gewinnen bald an Höhe, Christian lässt mich auch mal ans Steuer.
Über die Knittelkarspitze in den Lechtaler Alpen fliegen wir nach Nasserreith und dann gleich weiter ins Ötztal.
Nun befinden wir uns auf ca. 4000m, die Berggipfel unter uns sind dennoch zum Greifen nahe.
Bald erreichen wir die Ötztaler Gletscher und drehen in einer Schleife wieder zurück Richtung Inntal. Die Fernsicht ist super, wir sehen sogar die Dolomiten in Südtirol.
Bei Sautens erreichen wir wieder das Inntal, nun geht es rasch über die die Inntaldörfer weiter ins westliche Mittelgebirge.
Ein kleines Flugmanöver für die Kinder macht nochmals gute Laune auf den „billigen Plätzen“. Da wir relativ hoch sind, muss unser Pilot nun einen steilen Sinkflug einleiten. Das schlägt den Kindern auf die Ohren.
Eine Schleife über Aldrans bringt uns dann auf Kurz zum Flughafen. Eine Musterlandung bringt uns wieder auf den geliebten Boden.
Danke an alle, die diesen Flug möglich gemacht haben, es hat uns sehr viel Spaß gemacht.