Archiv des Autors: Wisse

161029 Tschirgant (2.370m)

Heute konnte ich endlich wieder einen Must-Have Berg auf meiner Liste abhacken. Nach einem spontanen Ausmachen mir einer Arbeitskollegin mache ich mich in aller Frühe mit dem Zug auf nach Imst, wo wir uns treffen.

Die Müdigkeit ist mir noch ins Gesicht geschrieben…

Michaela und Simon holen mich am Bahnhof ab, dann fahren wir zum Parkplatz bei der Karrösteralm (1.468m).

Dort starten wir los, über den Steig hinauf zur Spitze des Tschirgant. Dieser Berg hat mich schon länger fasziniert, heute soll eine Überschreitung gelingen.

Der Weg geht zuerst durch Wald, die Steigung ist angenehm, das Wetter entgegen der Vorhersage doch nicht so prickeln.

Trotzdem geht der Aufstieg gut voran, bald erreichen wir die Waldgrenze. Je weiter wir raufkommen, desto besser wir die Aussicht.

Bald erreichen wir den Grat, für gute Unterhaltung ist gesorgt. Wir beschließen, das Haiminger Kreuz noch mitzumachen, das zwar nicht direkt am Weg liegt, aber trotzdem einen Umweg wert ist.

Hier pausieren wir kurz und schauen uns die Umgebung an.

Dann gehts hinauf zum unserem Tagesziel. Der Steig ist sehr schön ausgebaut.

Bald stehen wir am Gipfel.

Marend, so wirds im Oberland genannt, ist angesagt. Einen Geocache kann ich auch noch bergen, die Sonne lacht nun vom Firmament. Zwei Damen, die kurz nach uns kommen, erklären uns, das sei ihre „Schuld“ 😜

Wir genießen die wunderschöne Aussicht, speziell auf Schonwies, dann brechen wir wieder auf. Wir gehen am Grat entlang zur Bergwachtshütte, der Steig zieht steil runter.

Wir inspizieren noch zwei Bergwerksstollen, beim Zweiten gehe ich nicht besonders weit rein, denn dazu habe ich nicht die passende Kleidung.

Das Wetter (Bergmannssprache für Wind) zieht beeindruckend aus dem Loch, da muss ich nochmals her, das muss ich mit Papa mal anschauen.

Der Steig hört bald auf und wie erreichen eine Forststrasse, die uns zur Alm zurückführt. Leider liegt diese im Schatten, so lädt uns Michi spontan zu sich ein.

Im Garten genießen wir ein Bier und nochmals eine gute Marend, dann wird es Zeit für mich, Abschied zu nehmen. Michi und Simon bringen mich zum Bahnhof, den Railjet erreiche ich gerade noch. Auf schnellen Schienen geht es wieder heimwärts.

Danke für die tolle Tour an meine zwei „Bergführer“. Es war wunderschön…

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:15 h
Gesamtdistanz: 9,39 km
Höhenmeter: 997 m

161022 Wildmoossee

Heute zieh ich bei schönstem Wetter mit meinem Sohnemann aus, den Wildmoossee anzuschauen.

Mit dem Zug fahren wir nach Seefeld, da es schon fast Mittag ist, beschließen wir, gleich Brotzeit zu machen. Dann ziehen wir los auf dem Wanderweg Richtung Wildmoossee.

Der Weg ist schön, im Schatten ist es jedoch immer kalt. Sobald wir wieder in der Sonne gehen sind die Temperaturen angenehm.

Nach ca. 1 Stunde erreichen wir den See, der jedoch fast ausgetrocknet ist. Ich setze mich ein wenig in die Sonne, Letu spielt am Seeufer.

Plötzlich ein panischer Schrei vom Sohnmann, er steckt im Schlamm fest. Er kommt nicht mehr vor und zurück, gottseidank habe ich einen Wanderstock mit, mit dem ich ihn herausziehen kann. Die Schuhe sind schlammverkrustet, die Socken natürlich nass.

Obwohl der See fast ausgetrocknet ist, ist das Ufer noch richtig schlammig. Letu wollt ihr einen Ast holen, dabei ist ihm das Missgeschick passiert.

Also heißt es, Wanderung abbrechen, um rasch zurück nach Hause zu kommen. Wie gehen den gleichen Weg zurück, und erreichen auch bald wieder den Bahnhof.

Lange müssen wir nicht warten, dann kommt auch schon der Zug nach Innsbruck und damit nach Hause.

In Innsbruck machen wir noch einen Zwischenstopp im Café, dann ist auch unser Bus schon da.

Eine schöne Tour mit kleinen Missgeschick, habe uns hat es beiden viel Spaß gemacht. Wir haben die herbstlichen Farben sehr genossen.

161010 Sistranser Alm (1.609m)

Heute am Abend zieht es mich nochmals auf den Berg. Ich beschließe, vom Parkplatz in Sistrans auf die Sistranser Alm zu gehen. Beim Rauffahren fallen schon ein paar Regentropfen, aber zum Glück so wenig, daß es mich von meinem Plan nich abbringen kann.
Die Taschenlampe ist heute schon notwendig, denn im Wald ist es nicht gerade hell. Trotzdem kommt mir schon nach ein paar Metern eine Joggerin ohne Licht entgegen. Ich lasse die Lampe trotzdem an.

Das erste Stück gehe ich noch auf der Forststraße, dann zweigt der Steig ab, hinauf zur Alm. Ein schöner Weg, der auch sehr gut in der Nacht gemacht werden kann. Nach 55 Minuten erreiche ich auch schon die Alm.

Ich mache eine kurze Pause, aber da es leicht zu Graupeln begonnen hat, bleibe ich nicht lange. Kalt ist es auch und ich gscheit verschwitzt. Also schnell wieder runter ins Tal.
Direkt unter der Alm kann ich mir noch einen Geocache, die Sistranser Alm sichern, gefunden ist die Dose rasch. Dann gehts schnell zurück in die Zivilisation :D.
Nach 45 Minuten bin ich auch schon wieder beim Auto und rasch zu Hause. Das war gerade das Richtige für den Abend.

Tourendaten
Gesamtdauer: 1:40 h
Gesamtstrecke: 8,7 km
Höhenmeter: 801 m

160925 Brennerspitze (2.877m) und mehr

Heute beschließe ich, alleine auf die Brennerspitze zu gehen. Und da Lucy das Auto braucht, mache ich mich mit dem Bus auf nach Krössbach bei Neustift. Um 6:20 Uhr gehe ich zum Bus, bald schon steht der Gelbe Kasten da. Ich bestelle mein Ticket nach Krössbach und erlebe eine tolle Überraschung. Heute ist Mobilitätstag, daher zahle ich für den ganzen Tag nur 2 Euro. Wow… das kann was.

Nach ca. einer Stunde erreiche ich meinen Ausgangspunkt und mache mich auch gleich auf zur Milderaunalm.

Die Hütte habe ich nach einer guten Stunde errreicht, da es noch früh ist, gehe ich gleich weiter. Bis zur Alm war ich immer im Wald, kurz nach der Hütte erreiche ich offeneres Gelände. Der Ausblick auf das Stubaital wird immer besser.

Gut eine halbe Stunde später stehe ich auf dem Hühnerspiel (2.181m), einem kleinen Plateau mit wunderbarer Aussicht auf die Gletscher.

Ich bleibe aber nicht lange, sondern mache mich auf zu meinem Tagesziel, der Brennerspitze.

Der Weg wird immer ausgesetzer und steiler, manche Stellen sind schon ein wenig spannend, werden aber von mir in aller Gemütlichkeit gemeistert.

Mit Hudelei ist noch niemand ans Ziel gekommen. Der Weg zieht immer am Grat entlang, die Aussicht ist ein Wahnsinn.

Bald erreiche ich eine Mulde, der Gipfel ist in greifbarer Entfernung. Noch ein paar Meter, dann stehe ich oben auf dem Gipfel der Brennerspitze (2.877m). Eine Parkbank läd hier zum Rasten ein. Volle fein. Wer die wohl raufgeschleppt hat?

Zwei Leute sind mir im Aufstieg entgegengekommen, also viel ist nicht los. Kein Wunder, müssen doch fast 1.800m im Aufstieg bewältigt werden. Ein Pärchen sehe ich hinter mir herkommen, wir sind immer das gleiche Tempo gegangen, daher blieb der Abstand auch konstant. Nun erreichen sie auch den Gipfel, und… welch ein Hallo, ein Bekannter von der Arbeit, Benni. Mit im Gefolge hat er Dani.

Wir genießen den Blick vom Gipfel und kommen ins Gespräch. Sie wollen über den Grat über Mittergratspitze, Gamsspitze und Seblasspitze zum Seblaskreuz gehen. Nach ein wenig Überlegen beschließe ich, mich anzuhängen.

Wir steigen vom Gipfel Richtung Norden ab, immer wieder sind kleine teuflische Raureifflecken zu bewältigen.

Ansonsten ist der Weg sehr gut, einzig die Markierungen sind nicht gerade üppig gesät. Ein, zwei Mal kommen wir vom rechten Weg ab.

Trotzdem finden wir unseren Weg gut über das Grat und erreichen zufrieden das Seblaskreuz.

Nach einer kurzen Pause steigen wir ab, Richtung Brandstattalm. Bevor wir jedoch dieses Kleinod erreichen, müssen wir Dani helfen, ein paar Granten (Preiselbeeren) zu klauben. Das ist aber bei diesem Überfluss, der uns umgibt, schnell passiert. Dazwischen essen wir ein paar „Hoadlbeern“, auf das unsere Lippen sich schon blau färbe.

Dann kehren wir noch in der schon erwähnten gemütlichen Brandstattalm ein und genießen ein Bier, ein Hoch auf die bestandenen Abenteuer. Gemütlich läßt es sich in der Sonne sitzen, einzig eine Wolke, die sich frech vor die Sonne schiebt, trübt das feine Zusammensitzen.

Die Zeit bleibt nicht stehen, daher steigen wir ab ins Tal. Benni und Dani nehmen mich mit dem Auto mit nach Mieders, von wo aus ich gleich noch einen Anschlussbus nach Innsbruck erreiche.

Die Wartezeit am Bahnhof verdinge ich mir noch mit einem zweiten Bier, dann geht die Fahrt auch los, nach Hause.

Eine tolle Tour, dank Dani und Benni auch mit schöner Verlängerung. Wunderbar, denn das Wetter war auch noch dazu vom Allerfeinsten. Danke dafür.

Tourendaten
Gesamtlänge: 15,7 km
Gesamtdauer: 5:50 h
Höhenmeter: 1.893 m

Karte

160924 Der Weg des Adlers (Teil 1)

Heute steht „Der Weg des Adlers, Teil 1“ auf dem Programm, eine Power-Geocachingrunde auf den Glungezer. Ich starte schon früh, denn heute in der Nacht hat mich ein Mosquito zur Weisglut getrieben. In der Früh habe ich es nicht mehr ausgehalten, also raus aus dem Bett und zum Start meiner Runde.

Mit dem Auto fahre ich nach Volderwildbach, dort am großen Parkplatz lasse ich das Auto stehen. Doch welch ein Schreck, hier muß man zahlen. Gestern noch hatte ich das im Internet gecheckt, freier Parkplatz war angesagt… wie ungut. Ein Blick in meine Geldtasche zeigt mir, daß Münzen (wie auch anderes verwertbares Papier) Mangelware ist… zum Glück sehe ich eine Bäuerin, die ich nach den Tatsachen frage. Ihre Antwort läßt mir einen Stein vom Herzen fallen: „Des koschtet nix… auf dem Parkplatz kanscht schun parken“.

Da heute das Geocachen im Vordergrund steht, starte ich vom Parkplatz gleich zum ersten Cache, der nur ein paar Meter entfernt ist. Die Dose ist schnell ausgemacht, und ich kann mich verewigen.

Über Windegg, Neue Gufel, die Schipiste erreiche ich bald schon die Tulfeinalm. Alle 300m ist ein Cache versteckt.

Obwohl die Dosen fair versteckt sind, vergeht doch ganz nett Zeit. Diese muß ich durch schnelleres Gehen zwischen den Caches wettmachen :).

In der Nähe der Tulfeinalm mache ich eine Pause, dann gehts weiter, zuerst Richtung Schartenkogellift und anschließend hinauf zur Glungezerhütte.

Die Hütte lasse ich links liegen und mache mich zum Tagesziel, der Sonnenspitze (2.639m) auf. Dort lasse ich mich zuer verdienten Gipfelrast nieder und vertilge meine Brotzeit.

Auf dem Runterweg nehme ich noch ein paar Extradosen mit, auf dem Schartenkogel (2.311m) pausiere ich nochmals kurz, dann gehe ich den wunderschönen Schartenkogelsteig hinunter bis zum Einser-Sessellift der Glungezerbahn.

Da ich glücklicher Besitzer des Freizeittickets bin, gönne ich mir den Luxus einer lustigen Talfahrt im warscheinlich letzten 1er Sessellift von Tirol.

Bei Halsmarter muß ich dann wieder abzweigen, denn das Auto steht ja im Voldertal, und der Lift fährt nach Tulfes. Pech aber auch, so muß ich den zweiten Teil mit dem Lift auslassen und wieder per Pedes weitermachen.

Dies stellt sich als glückliche Fügung heraus, denn das Voldertal und der Weg dorthin ist wirklich schön. Über den Hoch- und Niederleger der Stiftsalm erreiche ich zufrieden wieder meinen Ausgangspunkt und das Auto.

Tourendaten
Gesamtlänge: 25,7 km
Gesamtdauer: 8:00 h
Höhenmeter: 1.903 m

Karte

160908 Lechtalhöhenweg Etappe 6

Sechste Etappe – Muttekopfhütte Hütte zum Schloss Fernstein

Da wir gestern unser Soll mit der Anhalter Hütte nicht geschafft haben, beschließen wir, dafür heute nochmals auf „den Putz“ zu hauen…

Nach einem wunderbaren Frühstück, die Muttekopfhütte ist hier wirklich das Highlight der Tour, machen wir uns schon um 7:00 Uhr auf zum Scharnitzsattel (2.441m).

Gemütlich, aber kontinuierlich schrauben wir uns hinauf und schon bald stehen wir auf oben.

Der Abstieg durch die Rinne gestaltet sich nochmals abenteuerlich, denn hier ist es brüchig und steinschlaggefährlich. Zum Glück sind wir allein.

Bald sind wir aus dem Gefahrenbereich und über das Hahntennkar erreichen wir das Hahntennjoch (1.894m), der Klang der Motorräder verkündet die Nähe zur Zivilisation, die wir in den letzten Tagen nicht vermisst haben.

Am Joch steht ein Bus voll mit Touristen, die uns neugierig betrachten. Rasch huschen wir über die Straße und steigen auf, Richtigung Steinjöchl. Wir überholen eine ältere Frau und ein Mädchen, die mit einem Hund am Weg sind. Auf dem Rücken antike Rucksäcke und das Gewand ist sehr „erdfarben“ gehalten. Auf Nachfrage bestätigt sich unser Verdacht, zwei Jägerinnen. Sie sind aber heute nur mit Fernglas am Weg, „Viach schaug´n“.

Bald erreichen wir das Joch mit einem kleinen Kreuz, dann geht es schon wieder runter, fast schon auf einer Berg-Autobahn.

Hoher Zaun schützt vor Unvorsichtigkeit, teilweise ist der Weg sogar betoniert… echt schräg.

Erst als der Pfad wieder flacher wird, bekommt er auch das Aussehen eines normalen Bergweges. Um die Flanken des Maldongrates herumgehend erreichen wir auch schon die noch im Schatten liegende die Anhalter Hütte (2.038m).

Carmen, die Hüttenwirtin ist schon schwer beschäfigtigt, obwohl (oder weil) niemand mehr in der Hütte ist. Wir trinken einen Saft, und reden eine Weile mit ihr. Ich kaufe von einer Sherpani noch 3 Wollmützen für den Winter, die sehr kamod ausschauen, für die Kinder und Lucy.

Am mittlerweile nicht mehr existenten Kromsee vorbei gehen wir hinauf zum Kromsattel (2.137m). Über ein Schotterkar, anschließend durch eine Steilwiese kommen wir auf das Hinterbergjoch (2.202m).

Die beeindruckende Heiterwand steht rechts von uns, ein Versuch offenbart ein wunderbares Echo.

Was nun folgt, kann nur als langer Hatsch bezeichnet werden, der Weg wird zusehens schlechter und lehmiger. Unterwegs treffen wir noch ein paar Bauern aus Tarrenz, die ihr Vieh (Schafe und Ziegen) zusammensuchen, bald schon ist Almabtrieb.

Auf der Hinterberghütte, die wir versehentlich mit der Hinteren Tarrentonalpe verwechseln, bekommen wir einen Radler und gute Unterhaltung. Nach kurzer Pause geht es weiter zur Hinteren Tarrentonalpe (1.519m), an der wir aber nun einfach vorbeilaufen.

Rechts haltend gehen wir durch einen wunderschönen Boden an einem Jagdhäuschen und später am ehemaligen Bergbaugebiet Dirstentritt vorbei. Ein letztes Joch müssen wir übersteigen, das Schweinsteinjoch (1.564m), dann geht es nur mehr abwärts.

Über das Tegelstal steigen wir ab, zuerst noch flach auf einem schönen neuen Forstweg, später wird der Weg aber arg steil, sodaß ich mir denke, weder mit dem Auto noch mit meinem Mountainbike möchte ich hier fahren müssen. Gott sei Dank sind wir auf dem Abstieg.

Bei der Tegestalhütte (935m) drehen wir nochmals nach links und gehen zuerst vorbei am Campingplatz zum Fernsteinsee. Endlich sind wir am Ziel…

Im Selbstbedienungsrestaurant laben wir uns mit einem Bier und einem Sandwich, während wir auf den Postbus warten und wieder mitten im Hier und Jetzt angekommen sind.

Die letzten sechs Tage waren eine wahre Bereicherung für mich, die Zeit mit meinem Papa war sehr schön, wir haben viel und gut gesprochen, und ich merke, daß mir diese gemeinsame Reise sehr gut getan hat. Danke dafür meinem Papa!

Tourendaten
Gesamtdauer: 6:40 h
Gesamtlänge: 26,9 km
Aufstieg: 1.170 m
Abstieg: 2.110 m
Max. Höhe: 2.441 m

Höhenprofil
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Kartenausschnitt

160907 Lechtalhöhenweg Etappe 5

Fünfte Etappe – Hanauer Hütte zur Muttekopfhütte

Gestern war schon ein relativ anstrengender Tag, aber heute wollen wir das nochmals toppen, wir wollen von der Hanauer Hütte in einem „Ratsch“ auf die Anhalter Hütte gehen. Nach dem Frühstück legen wir gleich los, es geht heute gleich am Anfang aufwärts.

Zuerst müssen wir auf das Galtseitenjoch (2.421m), einen Weg, den Papa und ich schon mal zum Teil gegangen sind, aber abbrechen mußten, da zu viel Schnee in den Toebel gelegen ist.

Nach einer guten Weile, die wir aufwärts gehen, erreichen wir endlich das Galtseitenjoch und kehren dem Angerletal den Rücken und steigen hinüber ins Fundaistal.

Über dem Joch wandelt sich die Landschaft komplett, geologisch interessante Gesteinsarten liegen überall im Gelände.

Durch das „Hinteres Kar“ erreichen wir die Kernstrecke für heute, die berüchtigten Kübelwände…

…brüchig, ausgesetzt und steil geht es bis hinauf zum Joch beim Muttekopf, diesen bekannten Gipfel nehmen wir dann auch noch gleich mit.

Vom Muttekopf (2.774m) haben wir eine fantastische Aussicht auf den Alpenhauptkamm, aber auch auf den Säuling, die Zugspitze, die Lechtaler und Allgäuer Alpen.

Hier ist es wunderschön. Da wir noch ein gutes Stück vor uns haben, dürfen wir nicht zu lange auf dem Gipfel verweilen.

Wir steigen hinunter zum Joch, doch anstatt den „richtigen“ Weg, nämlich die verschicherte (zweite) Rinne abzusteigen, entscheidet sich Papa, wohl zu enthusiastisch, die erste Rinne zu nehmen. Schon nach kurzem wissen wir, daß der Weg nicht richtig ist, aber rauf wollen wir nicht mehr.

Und ganz so schlimmer ist dieser Weg dann doch nicht. Ich scherze noch, daß wir die Herrenabfahrt genommen haben, während der Rest der Muttekopf-Besteiger die Damenabfahrt nehmen 🙂

Über einen schönen Steig erreichen wir die Muttekopfhütte (1.934m). Unsere Beine sind müde, wir entschließen uns (nicht ganz so) spontan, nicht mehr auf die Anhalter Hütte weiterzugehen, sondern hier zu bleiben.

Zimmer sind leider keine mehr vorhanden, aber das Lager schaut gut aus und wir beschließen, das Lager zu nehmen. Zur Stärkung bestellen wir ein Schnitzel. Eine riesige Portion wird uns mit Salat vorgesetzt, auch der Geschmack ist super.

Das Essen ist eine Wucht. Am Abend brauchen wir nicht mehr viel, eine Nudelsuppe und ein Gläschen Wein runden den Tag ab.

Die Nacht hingegen ist die Hölle, denn ein älterer Mann in unserem „Abteil“ schnarcht, was das Zeug hält. Gott sei Dank ist die Hütte aus massivem Holz, ansonsten hätte sie das wohl nicht ausgehalten. Die halbe Nacht liegen wir wach im Schlafsack, dann übermannt uns doch schlußendlich der Schlaf.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:20 h
Gesamtlänge: 12,1 km
Aufstieg: 1.142 m
Abstieg: 1.138m
Max. Höhe: 2.723 m

Höhenprofil
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160906 Lechtalhöhenweg Etappe 4

Vierte Etappe – Memminger Hütte zur Hanauer Hütte

Obwohl der gestrige Abend schon ein wenig Sonne versprochen hat, ist der Morgen heute doch trüb.

Wir gehen ein wenig später frühstücken, da die Memminger Hütte, auch Dank des Massenandrangs auf die Hütte Gruppen zuerst abfertigt. 30min. später kommen die „normalen“ Leute dran. Uns passt das ganz gut, wir genießen wieder ein gemütliches Frühstück, dann packen wir unser Zeug und machen uns auf. Im Gegensatz zu dem Rest der Leute gehen wir mit kurzer Hose und Softschelljacke los, die Übrigen sind in „voller Montur“ unterwegs.

Der Weg zur Seescharte (2.599m) ist bald geschafft, dort überholen wir die 3te und letzte Gruppe für heute… die meisten Gruppen sind auf dem E5 Richtung Zams, wir zweigen bald nach der Seescharte nach links, Richtung Württemberger Haus, ab.

Hier geht der Weg zuerst eben über ein Schotterkar, dann steilt der Weg auf, Richtung Großbergkopf (2.574m) und weiter zum Gipfelkreuz der Großbergspitze (2.657m).

Die letzten Höhenmeter machen wir in einer undurchsichtigen Nebelbank, leider haben wir keinen Ausblick auf die umgebende schöne Bergwelt.

Kurz nach dem Gipfel treffen wir die erste Gruppe, die vom Württemberger Haus rüberkommt.

Gleich danach kommt und noch eine größere Gruppe entgegenen, es soll heute bei diesen zwei Gruppen bleiben.

Ein kurzes Wolkenfenster erlaubt uns einen Blick auf den Bürschlsee, dann erreichen wir schon das Württemberger Haus (2.220m).

Wir stärken uns mit einem alkoholfreien Weizen und einem Speckbrot… hier würde es mir schon gefallen. Doch wir müssen weiter, unser Ziel heißt heute Hanauer Hütte.

Auf der Bittrichscharte (2.535m) schauen wir nochmals zurück auf die „Lacke“, ins Medriol, eine wunderschöne Stimmung dank einem kleinen Sonnenfenster.

Der Abstieg ins Bittrich ist sehr kalt, aber als wir den Boden des Hochtals erreichen, ist es schon wieder ein wenig angenehmer.

Wir können die warme Kleidung ausziehen und wandern weiter mit kurzer Hose, aber immer noch Fließjacke. Staundend sehe ich mir die riesengroßen Findlinge an, die hier wohl vom Leiterferner übrig geblieben sind.

Der Weg führt um den Vorderen Gufelkopf hinauf zum Gufelsee. Wunderschön liegt dieser kleine, aber relativ tiefe See vor uns, im Hintergrund der jetzt blattförmige Vordere Gufelkopf.

Zum Gufelseejöchl (2.373m) ist es nur noch ein Proformaaufstieg, dann sehen wir schon „fast“ die Hanauer Hütte.

Am ehemaligen Parzinn-See und an der Parzinnalm vorbei erreichen wir nach einem längeren Tag endlich die Hanauer Hütte (1.922m).

Nachdem der Durst gestillt ist, fragen wir nach einem Zimmer, das es aber leider heute nicht gibt. Nur noch im Lager ist Platz, also müssen wir uns wohl oder über vom Luxus der letzten Tage verabschieden.

Das Essen am Abend ist in Ordnung, zwei Oberösterreicher setzten sich zu uns und wir verbringen den Abend noch mit Geschichten über das Bundesheer, die Forstwirtschaft und sonstige interessante Themen. Spät geht der Abend zu Ende, erst um 23:00 Uhr komme ich ins Bett. Dafür schlafe ich sofort ein, kein Schnarchen kann mich stören…

Tourendaten
Gesamtdauer: 8:30 h
Gesamtlänge: 16,26 km
Aufstieg: 1.421 m
Abstieg: 1.741 m
Max. Höhe: 2.610 m

Höhenprofil
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160905 Lechtalhöhenweg Etappe 3

Dritte Etappe – Ansbacher Hütte zur Memminger Hütte

Ein Blick aus dem Fenster bestätigt unsere Befürchtung, über Nacht, bzw. in der Früh hat es zu schneien begonnen.

Der geplante „Augsburger Höhenweg“ fällt also ins Wasser, viel Hoffnung hatten wir eh nicht mehr gehabt. Unsere Alternativroute führt über die Memminger Hütte, das Weitere werden wir dann am Abend planen.

Wir lassen uns den Tag trotzdem nicht verdriesen, frühstücken reichlich am guten Buffet und stellen dann die „Abmarschbereitschaft“ her. Da es immer noch schneit, ziehen wir gleich das Regengewand und auch die Gamaschen an.

Die ersten Schritte von der Hütte versprechen glitschiges Vergnügen, doch schon nach ein paar Höhenmetern wird der Schnee griffiger und wir kommen gut voran. Zuerst erreichen wir die Kopfscharte (2.523m), bald gefolgt vom heute korrekt bezeichneten Winterjöchl (2.528m).

Nach einiger Sucherei erreichen wir noch die Grießlscharte (2.684m). Hier suchen wir nach einem nicht ganz einfachen Abstieg mit Grödeln vergeblich den Weg, also beschließen wir, diretissima ins Tal abzusteigen.

Nach einiger Sucherei und einer rutschigen Überquerung eines zugeschneiten Altschneefeldes erreichen wir wieder den richtigen Weg und sehen an der anderen Talseite schon die Memminger Hütte… so nah, und doch so fern.

Durch das Langkar und die Schafgufel führt uns der Weg ins wunderschön grüne Parseier Tal, den Schnee haben wir mittlerweile hinter uns gelassen.

Den reißenden Parseierbach überqueren wir fast trocken, hier pausieren wir auch kurz und ziehen uns um.

Der nächste Abschnitt führt uns nun wieder hinauf, über das Bärenpleistal, „Im Kessel“ und Rosengarten zur Memminger Hütte.

Im unteren Teil ist der Weg noch ausgesetzt, im oberen Teil noch dazu unangenehm lehmig und rutschig. Das nasse Wetter hat diesen Weg richtiggehend versaut, aber mit der „Schritt-für-Schritt“-Technik erreichen wir auch hier wieder ohne Probleme unser Ziel, die Memminger Hütte. Der in der Früh noch sichtbare Schnee ist mittlerweile verschwunden, und kurze Sonnenfenster versprechen Wetterbesserung.

In der Gaststube werden wir unfreundlich empfangen, aber zumindest bekommen wir ein 4-Bett-Zimmer, zusammen mit zwei in Deutschlang lebenden Polen.
Wir erlauben uns eine kurze Rast, dann steigen wir noch in einer knappen 1/2h auf den Seekogel (2.414m), um die dort rastenden Steinböcke aus der Nähe zu bewundern.

Diese imposanten Tiere machen nicht die geringste Anstalt, von uns wegzulaufen. Mich reißt das zu einem Scherz hin, die Tiere sind wohl angepflockt…

Das Panorama vom Gipfel ist heute wunderschön, da die Wolken zusammen mit dem Restschnee eine wunderschöne Stimmung fabrizieren. Papa und ich genießen die wunderschöne Aussicht…

Die Bedienung auf der Memminger Hütte hat diesen Ausdruck fast nicht verdient, zumindest das Essen ist gut. Auch gesellen sich die Zimmergenossen aus Polen zu uns an den Tisch, später noch kommen zwei Deutsche, die wir schon auf der Ansbacher Hütte kennengelernt haben, zu uns, und wir haben einen lustigen Abend mit viel Gelächter… die vielgerühmte Bergsteigerkameradschaft!

Tourendaten
Gesamtdauer: 5 h
Gesamtlänge: 13,20 km
Aufstieg: 954 m
Abstieg: 1.121m
Max. Höhe: 2.632m

Höhenprofil
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160904 Lechtalhöhenweg Etappe 2

Zweite Etappe – Leutkirchner Hütte bis Ansbacher Hütte

Gut ausgeruht erwachen wir Frühmorgens und packen unsere Rucksäcke für die zweite Etappe. Das Frühstück ist etwas trocken, aber die große Tasse Kaffee hilft, das Brot runterzubekommen. Wir bedanken uns beim Hüttenwirt für die freundliche Aufnahme, bazahlt haben wir, wir auf den AV-Hütten üblich, schon am Abend.

Das Wetter ist gut, und wir kommen schnell hinauf auf das Winterjöchl (2.261m).

Dann geht der Weg über angenehme Pfade über die Hirschpleis, unter dem Stanskogel hindurch Richtung Schindlekopf (2.471m). Obwohl der Gipfel nicht direkt am Weg liegt, beschließen wir, den kleinen Kopf mitzunehmen. Wir stellen die Rucksäcke ab und kraxeln geschwind auf die kleine Erhebung. Der Ausblick ist wirklich schön von hier.

Von oben sehen wir schon unser nächstes Ziel, das Kaiserjochhaus (2.310m) und auch den Pfad dorthin.

Die AV-Hütte haben wir rasch erreicht, da es aber noch früh am Vormittag ist, beschließen wir auch hier, nicht einzukehren, sondern gleich das nächste Ziel anzusteuern. Über nun ausgesetz werdende Wege erreichen wir die Kridlonscharte (2.371m). Von hier haben wir einen wunderschönen Ausblick auf den Hintersee, und obwohl das Wetter nicht mehr ganz so gut ist, ist die Landschaft malerisch.

Hier treffen wir einen Wanderer mit seinen 3 Söhnen, die auch auf dem Weg zur Ansbacher Hütte sind. Der Vater meint zu uns, es sei ein Kreuz mit den Jungs, die springen immer so schnell, dafür brauchen sie öfter Pause. Er würde so viel lieber langsam durchmarschieren… ich kann ihn total verstehen.

Bald erreichen wir das Hinterseejöchl (2.482m), nochmals mit einem schönen Blick auf den Hinetersee. Zuerst ist der Weg wieder sehr angenehm zu gehen, wir kommen rasch voran, dann steigert sich der Anspruch wieder ein wenig, beim Jochrücken müssen wir einige schottrige Tobel durchqueren.

Trotzdem sind wir zügig am Weg, und bald stehen wir am Alperschonjoch (2.303m).

Nun teilt sich der Weg, da wir aber nicht sicher sind, wie der rechte Weg auf die Samspitze ((2.624m) ist, beschließen wir, den einfacheren Weg über das Flarschjoch (2.464m) zu nehmen.

Mit den Rucksäcken, die mit Wasser doch bis zu 13kg auf die Waage bringen, sind manche Balance-Akte doch nicht ganz so einfach.

Vom Flarschjoch umrunden wir die Samspitze, das Gipfelkreuz immer im Blick, und erreichen auch schon die Ansbacher Hütte.

Ein netter Empfang auf der Hütte, gepaart mit einem 3-Bett-Zimmer für uns Zwei, überzeugt uns schon, daß es uns hier gefallen wird.

Wir gönnen uns ein Weizen auf der Hütte, und schauen auf die Uhr… es ist noch sehr viel Tag übrig, also beschließen wir spontan, noch auf die Samspitze, aber ohne Rucksack zu gehen. Wir nehmen nur eine Jacke mit und starten los.

Nicht weit über der Hütte fängt es zu nieseln an, aber wir beschließen, noch weiter zur Spitze zu gehen. Bald hört das Nieseln wieder auf und wir erreichen den Gipfel der Samspitze (2.624m).

Am Abend genießen wir ein 3-Gänge-Hüttenmenü, das wirklich vorzüglich ist. Auch das Hüttenpersonal ist total freundlich und mit den anderen Gästen verstehen wir uns blendend. Ein Ällgäuer Künsterpaar gesellt sich zu uns und wir reden über Gott und die Welt, speziell was sich im Tourismus zwischen früher und heute unterscheidet. Ich höre hauptsächlich interessiert zu, denn Kurt kann so einiges aus vergangenen Tagen preisgeben.

Zeitig gehen wir wieder ins Bett, es hat nun zu regnen begonnen.

Der Wetterbericht ist also akurat gewesen! „Greißlige Stimmung draußen“, mehr fällt mir nicht ein und gerne kuschle ich mich in den Hüttenschlafsack.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:40 h
Gesamtlänge: 13,80 km
Aufstieg: 1.014 m
Abstieg: 908 m
Max. Höhe: 2.624 m

Höhenprofil
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Kartenausschnitt