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150313 Patscherkofel (2.246m) – Viggarspitze (2.306m) – Sonnenspitze (2.639m)

Endlich, es ist soweit. Eine Tour, die ich mich schon lange eingebildet habe. Heute passt einfach alles: Wetter, Motivation und vieles mehr.

Nach der Arbeit starten Alfons und ich gleich hinauf, nach Igls zur Patscherkofelbahn. Den ersten Teil werden wir heute motorisiert bewältigen, d.h. mit der Pendelbahn auf den Kofel.

Es wird eh eines der letzten Male sein, denn das Ende der Pendelbahn auf den Patscherkofel in der jetzigen Form wird bald Geschichte sein. Die historische Pendelbahn wird gegen eine Neue ersetzt. Nun ja, so ist der Lauf der Dinge.

Mit der Gondel erreichen wir das Patscherkofelhaus im Nu. Gerade als wir ankommen, sehen wir einen Rettungseinsatz, bzw. den Schluss davon, nämlich die Hubschrauberbergung…

Dann steigen wir über steile Flanken hinauf zum Gipfel des Patscherkofel, unserem ersten Gipfel heute. Die Spur ist nicht so gut, immer wieder, auch bedingt durch die Tageszeit, brechen Teile der Spur ab. Aber bald finden wir eine alternative Spur, die nicht so steil rauf zieht und daher auch angenehmer zu gehen ist.

Schon sehen wir das Wahrzeichen, den Sendemast. Mein Sohnemann bezeichnet den Mast immer als „Rakete“. Treffender Spitzname, finde ich…

Ein kurzer Stop beim Gipfelkreuz, dann geht es am Sendemast vorbei bis zum Osthang, dort fellen wir ab, und machen uns auf die Abfahrt.

Der Ausblick vom Innsbrucker Hausberg ist einfach fantastisch, eine wunderschöne Sicht auf das Unterland macht sich auf. Die Abfahrt über den Ostgrat ist gar nicht so Ohne, aber macht doch Spaß. Es gleich hier alles eher einer Waldbahn, als einer schönen Abfahrt.

Beim im Winter unbewirtschafteten Berggasthaus Boscheben fellen wir wieder auf, denn nun geht der Gang über den Grat los. Wir treffen bei der Hütte noch drei Münchner, die sich auch fertigmachen. Wir werden sie im Laufe der Tour noch öfters treffen.

Ein Teil der Tour geht auf dem Sommer-Zirbenweg, den ich mit den Kindern schon öfter gegangen bin. Im Winter schaut es hier allerdings ganz anders aus und auch so manche Stelle ist im Winter kritischer als im Sommer.

Der Weg ist ein immerwährendes Auf und Ab, das heißt dann auch, mit den Fellen abzufahren. Das ist auch gar nicht so einfach, schön die Balance zu halten.

Und trotzdem oder gerade deswegen haben wir richtig Spaß, es ist schön, es ist für einen Frühjahrstag auch sehr warm und wir genießen jeden Moment auf der Tour. Ein Blick über die Schultern zeigt uns den Gipfel des Patscherkofels, mit der markanten Funkstation auf dem Gipfel.

Unser Blick voraus zeigt unser nächstes Ziel schon zum Greifen nahe, die Viggarspitze.

Wie folgen der Spur der „Route Roman“, bis wir ganz nahe an der Viggarspitze angekommen sind, dann steigen wir auf. Zuerst geht´s noch gut mit den Skiern.

Unterwegs genießen wir auch wieder mal die Aussicht. Zuerst nochmals zurück auf den Patscherkofel.

Und in Richtung Innsbruck, der schönen Stadt mitten im Gebirge.

Bald schon wird der Weg zu grasig, zu wenig Schnee hat auf der Viggarspitze überlebt, daher nehmen wir die letzen Meter per Pedes, mit den Skiern auf dem Rücken in Angriff.

Auf dem Gipfel legen wir eine Rast ein, trinken Tee und genießen den ersten Gipfel, wie man hier sieht.

Nach der Stärkung gehen wir wieder zu Fuss runter, bis wir die ersten Skispuren finden. Dort steigen wir wieder in die Bindung und marschieren weiter, zum nächsten Ziel, der Sonnenspitze.

Unterwegs stellen wir fest, dass hier oben auf auf dem Kamm doch sehr viel Schnee liegt, wie man an diesem Schild gut sehen kann.

Der Weg zieht sich entlang des Grates, keine Bäume oder Sträucher sind mehr zu sehen, einzig Fels und Schnee.

Nach ca. 4 Stunden erreichen wir glücklich, auf meiner Seite nicht ohne Blesuren, den letzten Gipfel, die Sonnenspitze. Glücklich stehen wir oben, auf dem Dach von Tulfes.

Die Sonne steht schon tief, daher machen wir uns der Kühle wegen bald auf zur Hütte, die nur ein paar Meter entfernt liegt. Dort, in der warmen Stube, genießen wir unser verdientes Tourenbier.

Ein Blick aus dem Fenster erinnert uns aber dann auch wieder, dass wir bald abfahren müssen, denn wir kennen den Weg ja nicht.

Beim Rausgehen aus der Hütte treffen wir noch den Hüttenwirt, mit dem wir ein paar Worte wechseln. Jedes Mal, wenn ich hier bin, fragt er wieder: „Gel, du bischt a Ausserferna?“. So lange schon weg von Dahoam, und trotzdem immer noch mit hohem Wiedererkennungswert. „Dank dem Reitemerischen…“

Er erklärt uns hilfsbereit auch gleich den richtigen Weg nach unten, den wir auch gleich einschlagen. Dazu müssen wir zuerst wieder Richtung Sonnenspitze aufsteigen, doch dann stehen wir auch schon direkt vor der Abfahrt. Eine wunderschöne Buckelpiste…

Mit jedem Abfahrtsmeter wird es dunkler und wir müssen uns richtig konzentrieren, den Weg zu finden. Gott sei Dank haben wir unsere Stirnlampen mit, die helfen nun sehr. Nichts desto trotz haben wir auch noch ein Auge für die Schönheiten, die uns umgeben.

Nachdem wir das Skigebiet verlassen haben, die Talabfahrt ist ja gesperrt, wird es richtig dunkel. Wir müssen sehen, wie wir weiterkommen…

Das Gras lacht auch immer mehr durch, und irgendwann ist uns das Risiko zu groß, die Ski kaputt zu machen und wir schultern die guten Latten. Die letzten Meter ins Tal laufen wir. Und erreichen genau den Postbus, der uns nach Hause bringt. Wunderbar…

Tourendaten:
Gesamtdistanz: 19,26km
Gesamtdauer: 5:15h
Aufstiegshöhe: 1012m

150308 Largoz (2.214m)

Die Zeit pressiert heute mehr als sonst, da Alfons Maria und Larissa vom Flughafen abholen muss. Daher starten wir noch früher als üblich. Ich hole Alfons schon um 5:30 Uhr ab. Kurz entschlossen haben wir uns am Vorabend für den Largoz entschieden, einem sehr bekannten Skiberg über Volders.

Die Suche nach einem Parkplatz gestaltet sich schwierig, da ich leider nicht pass einer Eisplatte 10m vor dem Platz komme. Nach ein wenig hin und her entschließen wir uns, direkt vor der Krepperhütte zu parken. Wir werden bei der Rückkehr eh einen Kaffee trinken, da wird das wohl passen.

Um 6:00 Uhr starten wir los, Taschenlampen brauchen wir keine. Zum einen ist es fast Vollmond, zum andern setzt die Dämmerung schon wieder früher ein. Der erste Teil führt uns durch den Wald, die Spur ist gut, aber teilweise steil und auch schon leicht eisig. Daher rutsche ich auch ein paar mal recht unelegant aus, sehr zur Belustigung der Waldbewohner. Denn meinem Kraxlspezi ist es egal, kein einziges boshaftes Lachen höre ich von ihm.

Doch meine Mühen werden dennoch belohnt. Eine wunderbare Aussicht mit Mond erfreut unser Auge.

Stetig machen wir Höhenmeter und wir sind überrascht wie viel Schnee wir hier vorfinden. Die Qualität ist jedoch durchwachsen, von recht feinem Pulver über Bruchharsch finden wir alles. Da kann man sich schon auf die Abfahrt freuen.

Nach einiger Zeit lichtet sich der Wald und gibt die Sicht frei auf schöne Skihänge. Noch liegt diese Seite im Schatten und das lasst uns hoffen.

Im Hintergrund sieht man auch immer wieder den Glungezer zu uns rüberblinzeln, hier wird auch die Dimension dieses Berges richtig sichtbar.  Spuren überall am Berg zeigen uns, dass hier auch sehr Verwegene unterwegs sind.

Das Gipfelkreuz haben wir schon ein paar mal durch die einzelnen Bäume gesehen, dann erreichen wir nach ziemlich genau 2 Stunden den Gipfel mit einem wahrlich großen Gipfelkreuz.

Am Gipfel ist die Aussicht wunderbar, direkt beim Kreuz trinken wir einen heißen Tee und bestaunen unsere wunderbare Bergwelt. Bis zur Zugspitze reicht der Blick und viele uns bekannte Gipfel grüßen uns. Da ein leichter, aber kühler Wind am Kreuz weht, beschliesen wir, ein bisschen weiter unterhalb des Gipfels zu rasten.

Auf einer Bank nehmen wir platz, schauen hinunter ins Inntal und genießen die Brotzeit, die Alfons raufgeschleppt hat. Ein kurzer Blick auf meine Geocache App zeigt mir, dass hier der Cache „glotzen vom Glotzen“ versteckt sein muss. Die Koordinaten sind gleich ermittelt, kurz im Schnee gegraben erschein der Schatz. Dieser wird auch gleich gelogged und ein sogenannter Travelbug hüpft mit mit der Ansage: „Nimm mich mit…“ in den Rucksack.

Nachdem wir uns statt gesehen haben, packen wir zusammen und machen uns auf den Weg. Die Vorfreude auf die Abfahrt hält sich in Grenzen, der Bruchharsch lockt nicht so sehr. Doch überraschenderweise finden wir immer wieder Pulverschneenester, die uns dann doch Abfahrtsspaß gönnen.

Ab der Largozalm fahren wir dann im Pflug den Forstweg ab, das ist immer noch feiner, als sich durch den komischen Schnee im Wald zu quälen. Die Stimmung ist super, die Sonne wärmt mit den Morgenstrahlen.

 

Be runterfahren realisieren wir, dass wir die ersten sind… Mit Abstand. Die ersten Nachkommenden kommen erst, als wir schon weit abgefahren sind. Wie erreichen den nun vollen Parkplatz, gleich darauf sind wir beim Gasthaus. Wir wollen, wie besprochen was trinken, wegen dem parken. Aber zu unserer Überraschung ist alles noch verschlossen, so ziehen wir von dannen. Kaffee gibt’s zu Hause bei Alfons. Auch (oder gerade) dort gibt es tolles „Braunes Wasser“. Dann Prost auf einen schönen Tourentag.

Tourendaten:
Gesamtdauer: 2:45 h
Aufstieg: 857 hm
Gesamtdistanz: 10.69 km

 

150301 Hahnenkamm (1.938m)

Tapetenwechsel ist angesagt, es geht mal zurück in die Heimat, nach Reutte. Papa hat eine Skitour mit uns geplant, auf den Hahnenkamm. Dieser Name weckt zweierlei Assoziationen… Skirennen und Pistentour.. und beide sind falsch. Zuerst einmal geht es hier nicht um den berühmten Kitzbüheler Hahnenkamm, sondern um den Reuttener Namensvetter. Und man geht nicht auf der Piste hinauf, sondern immer durch Gelände bis zum Gipfelmast. Die Abfahrt werden wir auf der Piste machen, aber das ist eine andere Geschichte.

Treffpunkt ist in Lechaschau, beim Papa. Alfons ist schon in Reutte, wir treffen uns um 8:00 Uhr. Alle Sachen werden in mein Auto geladen, dann geht es zum Parkplatz der Reuttener Bergbahnen. Dort werden wir am Schluss auch rauskommen.

Zum Einstieg müssen wir ein Stück zu Fuß gehen, sprich, ohne Ski an den Füßen. Vorsichtig marschieren wir auf dem kalten Asphalt, der immer wieder von kleinen fiesen Eisplatten überzogen ist.

Bald stehen wir beim „Hotel Tannenhof“ und können endlich die Ski anlegen. Der erste Teil der Tour führt durch den Wald. In Reutte liegt aber, im Gegensatz zu Innsbruck, genug Schnee, um auch im Wald Ski- bzw. Fellschonend auf dem Weg zu sein.

Die Spur ist gut angelegt, manchmal recht direkt, aber immer sehr gut zu gehen. Da hat wohl ein Profi gespurt. Auch das Tempo ist heute optimal, Pausen werden nur zum Fotografieren eingelegt, ansonsten wird durchgegangen.

Je weiter wir rauf kommen, desto ergiebiger wird der Schnee. Hier sieht man schon, dass der Schnee ist Reutte zu Hause ist. Da es jedoch recht warm ist, und auch im Tal leicht geregnet hat, neigt der Schnee zum Stollen. Alfons hat hierbei die größten Probleme, auch ein bisschen Flüssigwachs bringt nicht wirklich Erleichterung. Erst die Höhe, gepaart mit kälterem Schnee bringt ein bisschen Linderung.

Von dieser Talseite aus sehe ich immer wieder den Säuling, meinen ehemaligen Hausberg, und immer noch einer meiner Lieblingsgipfel. Und die 12 Apostel, die ich gerne heuer mal „knacken“ möchte.

Ein weiteres Stück müssen wir noch durch den Wald, dabei müssen wir auch zwei, drei Mal einen Bach queren. das klingt einfacher, als es mit Skiern ist.

Bald erreichen wir die Lechaschauer Alm und die Hänge unter der Schneidspitz. Hier ist ein bisschen Vorsicht angesagt, ein paar frische Naßschneelawinen können wir schon beobachten.

Ein Blick in den Gipfelbereich zeigt und, dass das Wetter im Gipfelbereich gar nicht gut ist, es schaut nebelig aus, die Sicht wird wohl nicht so gut sein. Also heißt die Devise, nochmals von hier aus den Anblick von Reutte genießen.

Die letzten Meter auf den Gipfel sind dann richtig abenteuerlich, ein starker Wind kommt vom Tannheim rauf, Windfahnen wehen im Gipfelbereich, und die Stimmung ist schon spannend. Definitiv anders als bei Sonnenschein.

Der Gipfelgrat ist nicht stark verwächtet, aber die Spur unserer Vorgänger ist schon fast nicht mehr existent, der Schnee rutscht immer wieder unter den Füßen weg.

Nach 2:45h erreichen wir den Gipfel, bei richtig stürmischem, kalten Wind. Ein Verweilen auf dem Gipfel ist damit schon ausgeschlossen. Obwohl ich schon länger einen gewissen Druck spüre, will ich noch warten, bis wir bei der Hütte sind. Papa´s Erwiderung auf mein Dilemma kann ich hier aus jugendschutz-technischen Gründen leider nicht wiedergeben…

Wir sind froh, als wir auf der anderen Seite hinunter kommen, zur Piste. Die Sicht ist extrem schlecht, ich habe die Skibrille zu Hause vergessen. Die Sonnenbrille ist ein schlechter Ersatz, muss aber trotzdem gehen. Kaum sind wir ein Stück abgefahren, wird die Sicht besser, die Piste ist traumhaft. Fast schon Frühlingsverhältnisse (jedoch ohne Sonne…).

Wir kehren im Panoramarestaurant ein, ich esse noch schnell eine Gulatschsuppe mit Brot, ein „Mohren“ (Für die Nichtreuttener: Weizen mit Cola) für, bzw. gegen den Durst, dann können wir abfahren. Glücklich erreichen wir nach einer feinen Abfahrt den Ausgangspunkt unserer Tour.

Tourendaten:

Gesamtdauer: 3:07 h
Aufstieg: 1035 hm
Gesamtdistanz: 11.25 km

 

 

150222 Schartenkogel (2.311m)

5:00 Uhr Tagwache, doch es ist gerade noch fein im Bett… also bleibe ich noch 10min. liegen. Dann stehe ich auf, richte mich her für einen neuen Tourentag. Ein Blick aus dem Fenster bestätigt meine halbherzigen Befürchtungen. Der Wetterbericht hatte mal recht, und draußen schneit es. Tja, das hatten wir gestern bei der Tourenplanung schon mit berücksichtigt, daher wählten wir den Glungezer als Tourenziel.
Den Rucksack habe ich am Vortag gepackt, die Ski stehen schon aufgefellt vor der Tür.

Ich hole Alfons von zu Hause ab und wir fahren rauf, zum Gasthaus „Neue Gufl“. Dort parke ich das Auto, bzw. versuche es. Der Parkplatz ist eine einzige Eisplatte. Ich stehe am zweiten Platz von oben und irgendwie überkommt mich das schlechte Gefühl, dass mir jemand reinrutschen könnte, sollte er den ersten Platz okupieren wollen. Daher montieren wir noch schnell die „Super-Fast-Wonderful-Schneeketten“, ich parke das Auto um und die Nerven sind beruhigt.

Das Wetter ist in dieser Höhe noch unangenehmer, trotzdem fürchten wir uns nicht, es wird schon warm werden beim rauflaufen.
In der Zwischenzeit ist eine zweite Mannschaft eingetroffen, zwei Männer, ein Einheimischer und ein Deutscher. Die sind schnell hergerichtet und starten noch vor uns los. Daher haben wir Spuren, denen wir folgen können, um den Einstieg zu finden. Später werden wir noch herausfinden, dass es manchmal gar nicht schlecht ist, wenn man nicht blind jedem folgt, sondern auch mal selber nachschaut.

Der Weg an sich ist wenig spektakulär, es geht immer der Piste hinauf, wir passieren die Tulfer Hütte, erreichen dann Halsmarter und gehen der Piste entlang, eigentlich immer den Spuren unserer Vorgänger folgend. So manches Mal, wenn es ein bisschen Steiler wird, merken wir, dass der Schnee nicht wirklich mit dem Untergrund bindet. Daher rutschen wir auch immer wieder ab. Die Spuren führen uns dann auch ins Gelände direkt neben der Piste.

Wir steigen ein paar Meter sehr steil eine Waldschneise empor, dann stellen wir fest, dass dies nicht ganz ideal ist. Wir beschließen, quer zu Hang wieder zur Piste zu gehen. Der Untergrund ist pickelhart und drauf liegt gebundener Schnee. Ein paar rutschende Schritte weiter hören wir plötzlich ein leichtes Wumm. Oha, jetzt aber raus… wir sehen den Riss über den Hang laufend. Nichts Wildes, aber ein „friendly reminder“, dass man doch aufpassen muss.

Wir steigen ab, zur Piste. D.h. wir fahren mit den Fellen ab, soweit das geht. Plötzlich steche ich ein und fliege Kopfüber aus der Bindung. Wunderbar, die Sicherheitseinrichtungen funktionieren. Und ich muss wieder ein Stück den Hang rauf, um an meine Skier zu kommen. Der Ausflug ins Gelände hat uns Kraft und Zeit gekostet, aber auch um eine Erfahrung reicher gemacht.

Von da an bleiben wir auf der Piste, bis zur Bergstation des oberen Sessellifts, des Schartenkogellifts. Mir ist es schon die letzten Minuten nicht mehr so gut gegangen und die Sicht ist extrem schlecht, daher beschließen wir, auf den Schartenkogel zu gehen und dann abzufahren. Der Glungezer läuft uns schon nicht davon…

Auf dem Gipfel machen wir schnell ein paar Bilder und dann ist auch schon wieder Aufbruchstimmung.

Die letzten Meter gehen wir zu Fuß, also ohne Ski. Auf dem Gipfel ist es recht windig, daher bleiben wir auch nicht lange und gehen zurück zum Skidepot. Dort „enthäuten“ wir unsere Skier, in der Jägersprache Abfellen genannt, und fahren gemütlich die „6er Piste“ ab.

Wir haben noch beschlossen, auf der Tulfeinalm einen Einkehrschwung zu machen, beim Abfahren sehen wir die Hütte aber nicht, und als wir erkennen, wo die Hütte ist, sind wir schon zu tief. Zum Glück nur ein paar Meter… diese sind schnell wieder aufgestiegen. Drinnen erwartet uns in der gemütlichen warmen Stube ein leckeres Weizen, ich gönne mir noch eine Wurst. Und heute ist sogar die Bedienung einmal richtig freundlich… da bleiben wir gerne ein bisschen, sitzend und quatschend und die Zeit vergeht im Fluge.

Irgendwann müssen wir doch los, fahren zur Talstation vom Schartenkogellift und mit diesem wieder ganz hinauf zum Ende unserer Skitour. Warum? Weil wir sonst gar nicht mehr auf unsere Piste kommen würden. Die letzten Schwünge für diesen Tag ziehen wir im wunderbaren Glungezer-Skigebiet in den angefahrenen Neuschnee. Wir steigen dort aus, wo wir angefangen haben. Beim runter gehen meint Alfons plötzlich: „Schau, Wisse: Da wäre ja eigentlich die Skipiste bis zum Auto…“. Und richtig, wir hätten 3m vom unserem Parkplatz starten können und hätten uns den ersten Hatscher zum Einstieg sparen können. Wie anfangs gesagt, Hirn einschalten, und Augen auf!

Als Fazit bleibt zu sagen: Trotz grausigem Wetter eine sehr schöne Tour.

Tourendaten:
Aufstiegszeit: 2:45h
Gesamtdistanz: 15,8km (mit Abfahrt & Lift)
Aufstieg: 1.050m

150220 Patscherkofel Schutzhaus (1.970m)

Wieder mal ist es Zeit für eine kleine Trainingsrunde nach der Arbeit. Schon unter Tags haben wir uns zusammengeredet, um 19:00 Uhr am Parkplatz des Olypmiaexpress ist Treffpunkt.
Alfons holt mich zu Hause ab, kurz nach 19:00 Uhr erreichen wir den Parkplatz. Siehe da, Lisa, Michael und Stefan stehen schon bereit. Also schnell rein in die Schuhe, Rucksack umgeschnallt und los geht’s. Trotz zügigem Tempo will es heute nicht so ganz passen. Der Schnee ist gut, ich rutsche nur selten ab, obwohl die Piste hart ist. Dennoch fehlt mir heute irgendwas. Die Bindung kommt mir auch komisch vor, aber das ist dann doch zum Glück nichts. Jammern auf hohem Niveau…
Irgendwann erreichen wir die Hütte, drinnen erwartet uns Stefan, da er die letzten Meter im „Super-Persuit-Mode“ rauf gelaufen ist, einen Salat kauend. Wir bestellen uns auch einen Drink und eine Suppe. Schmecken tut’s gut, aber die Bedienerei ist auch nicht gerade freundlich heute… naja, hübsch und nett zu sein, ist wohl ein bisschen zu viel verlangt! Summa sumarum hatte ich schon rundere „Bergerlebnisse“…
Wir machen uns wieder auf ins Tal, etwas wirklich erfreuliches ist das Wetter und die Aussicht auf die Hauptstadt der Alpen! Dieser Ausblick entschädigt mich für vieles…

150207 Auf den Eggerberg (2.280m)

Zurück aus dem Urlaub erwartet mich statt Sonne und Wasser wieder Schnee. Also zurück in die Wintersaison und auf zur nächsten Skitour. Alfons und ich beratschlagen uns am Vortag, wir beschließen, auf den Leitnerberg oder als Alternative auf den Eggerberg zu gehen. Alexander, ein Arbeitskollege, schließt sich uns noch kurzfristig an.

Wir fahren schon früh los, um 6:00 Uhr und nach 30 min. erreichen wir unseren Parkplatz. Es handelt sich hierbei um die Einfahrt einer Forststraße, der Einfahrtsbereich ist jedoch groß genug dimensioniert und man kann auf der Seite knappe 2 Autos parken. Die Einparkerei ist ein bisschen „tricky“, wir schaffen es aber und denken uns, dass da wohl jeder vorbeikommen muss. Wir werden später noch eines besseren belehrt werden…

Es ist recht kalt, daher drängen wir darauf, gleich mal zu starten.

Wir starten bei einem Bauernhof, auf der gegenüberliegenden Bachseite und steigen über schön angelegte Steigspuren hinauf über Bauernwiesen. Ein Blick in die hell erleuchteten Fenster zeigt, dass diese für uns so frühe Zeit für die Bauern Alltag ist, denn die Stallarbeit ruft schon.

Zügig geht es in der Dämmerung hinauf, auf einem flachen Teilstück erreicht uns dann auch schon die jetzt schon stärker werdende Sonne, die uns mit ihren Strahlen wärmt.

Die Blicke zurück ins Tal zeigen eine Hochnebeldecke, der wir jetzt auf dieser Höhe schon entflohen sind. Der Schnee, aber auch die gefrorenen Äste der Bäume verzaubern die Landschaft und machen die Szene wunderschön… „Winterwonderland“

Wir steigen weiter auf, bald erreichen wir die freien Wiesen und verlassen den Lärchenwald. Erste Blicke nach oben zeigen auch schon unser Ziel… wir haben uns (auf meinen Wunsch) unterwegs entschieden, auf den Eggerberg zu gehen. Daher müssen wir vor dem Eggerjoch nach rechts ausweichen, um über angenehme Hänge auf den Gipfel zu steigen.

Und dann haben wir nach ca. 2 Stunden unser Ziel erreicht. Der Eggerberg begrüßt uns mit herrlicher Rundumsicht, einem Kaiserwetter und Sicht auf den Hochnebel im Tal.

Glücklich machen wir uns über unsere Brotzeit her, so eine Gipfelrast wie heute hat man im Winter nicht oft. Die Sonne wärmt, es geht überhaupt kein Wind. So lässt es sich super rasten. Nach ausführlicher Pause machen wir uns auf ins Tal.

Die Abfahrt geht gut, obwohl es teilweise sehr wenig Schnee hat. Die Skier haben immer wieder „unguten“ Bodenkontakt, wir fahren auch einmal zu weit rechts, einmal zu weit links uns müssen unseren Kurs korrigieren, um wieder beim Auto rauszukommen. Aber es geht alles super und wir erreichen aus Auto ohne Zwischenfälle.

Dann, beim Umziehen, passiert es. Ein Pickup kommt von oben die Forststraße runter, der Fahrer sieht uns, und springt auch schon aus dem Auto und brüllt Alfons an: „Wer ist denn sooooo blöd, dass er sein Auto so an den Straßenrand parkt… wie soll der Schneepflug da noch vorbeikommen. Unglaublich…“ und so weiter und so fort, geht seine Schimpftriade…
Alfons steht nur da, total baff, wegen der Reaktion des Fahrers. Ich mische mich ein, erkläre, dass wir nicht rechnen konnten, daß ein Schneepflug hier fahren würde, und mit dem Pickup würde er wohl gut vorbeikommen. Der Mann beruhigt sich ein bisschen und wir fahren los. Alfons ist gar nicht so ruhig, er ist versändlicherweise voll angezipft wegen der Reaktion. Wir beschließen, in Vinaders noch eine Pause zu machen, im Gasthaus selben Namens. Wer steht vor der Tür, der Pickup. Nichts desto trotz gehen wir rein, und sitzen in der Stube. Die Kellnerin kommt rein, wir bestellen ein Alkoholfreies Weizen und ein normales Weizen, ich bestelle ein alkoholisiertes Weizen… die Kellnerin schnauzt mich an: „Dann b´stellscht gfälligscht a Woazn!“… huch… Vianders schein eine spaß-befreite Zone zu sein. Wir trinken schnell aus und machen uns aus dem Staub… wer weiß was sonst noch alles passieren kann!

Trotz der letzten Episode war die Tour wunderschön, das Bier hat trotzdem geschmeckt, und wir werden wohl auch wiederkommen, ins Obernberger Tal… es gibt ja auch freundliche Leute, wie die alte Wirtin, bei der wir am Schluss gezahlt haben.

Tourendaten:
Aufstiegszeit: 2:06h
Gesamtdistanz: 10.09km
Aufstieg: 906m

150131 Madeira – Abreisetag

Der Wecker klingelt um 1:30 Uhr, mann mann mann, ist das früh. Schnell unter die Dusche, die letzten Sachen in den Rucksack gepackt, und noch einen Kaffee getrunken.
Gestern haben wir es noch geschafft, unsere Neoprenanzüge zu trocknen. Es ist auch fast geglückt. Ein bisschen hartnäckige madeirische Restfeuchte hat sich in den Anzügen versteckt und treibt das Gewicht der Rucksäcke in die Höhe.
Alles verpackt, das Gewicht haben wir auch noch hingekriegt, dann geht es zum Flughafen.

Begeisterung schaut anders aus, jedoch bin ich mir nicht sicher, ob es die Trauer der Abreise oder die Härte des Frühaufstehens ist.
Ist schon unter Tags fast nichts los auf den Straßen, haben wir den Asphalt in der Nacht für uns alleine. Ruck-Zuck sind wir beim Flughafen, geben das Auto ab und stehen in der fast verlassenen und noch nicht besetzten Abflughalle. Fast eine halbe Stunde zu früh. Jedoch lieber zu früh als zu spät.

Nur Geduld, bald werden wir unsere Rucksäcke los und können durch die Sicherheitskontrolle. Ich werde wieder mal genauer kontrolliert, das dauert aber auch nicht lange.
Bald heben wie ab, auf nach Hause.

Ein schneller Zwischenstopp in Lissabon, dann sind wir auch ein in München.

Mit dem Auto nach Reutte sind es nochmals 2 Stunden.
Dort übergebe ich Clemens in die Hände seiner Lieben, und fahre über einen notorisch verkehrsverschnupften Fernpass in 2 Stunden, und werde dort meinerseits sehnlichst erwartet. Schön wieder mit neuen Erfahrungen im Gepäck wieder zu Hause zu sein.

150130 Madeira – Küstenwanderung von Ribeira Seca nach Porto da Cruz

Heute ist unser letzter Tag in Madeira. Taktisch überlegt haben wir uns entschlossen, am letzten Tag keine Canyoningtour mehr zu machen, da dann die Sachen nicht mehr trocken werden würden.
Also steht noch eine letzte gemütliche Wanderung auf dem Plan. Nach dem Frühstück werden wir im Garten unserer Unterkunft mit sonnigem Wetter verwöhnt, ein gutes Zeichen für unsere Wanderung…

Wir fahren wieder einmal auf der Nordküste entlang nach Porto da Cruz. Das Wetter ist nicht mehr so ideal, aber wir wollen doch probieren, ob wir die Wanderung machen können.

Im Ort parken wir unser Auto und suchen uns ein Taxi. Das erste Taxi, das wir erwischen, wird auserkoren, der Herr, der drinnen sitzt, sieht aus, also ob der das vorletzte Jahrhundert auch noch miterlebt hätte… wir lassen uns nicht abschrecken, eine kurze Rückversicherung in Sachen Fahrpreis machen wir noch, dann sitzen wir auch schon drinnen, und los geht die wilde Fahrt…
Naja, wild ist die Fahrt allemal nicht, aber wir kommen in einer akzeptablen Zeit zu unserem Ziel und starten auch gleich los. Ein paar Stiegen gehen wir hoch, bis wir in einem Garten eines Hauses stehen. Den Hausbesitzer gefragt, ob wir hier richtig sind, verneint er lachend und macht einen großen Bogen um sein Haus… also doch falsch gelaufen. Zurück auf der Straße haben wir dank lokaler Hilfe bald den richtigen Weg erwischt.

Der Weg wird mit jeder Kurve ein bisschen wilder und schlammiger, das Wetter immer feuchter. Hoffentlich bleibt das nicht so…

Wir gehen einen Hügel hinauf, den uns ein paar Bauern gezeigt haben, auf der anderen Seite erreichen wir dann den Küstenweg, der sich über dem Meer hinschlängelt. Leider sehen wir kein Meer, denn es herrscht dichter Nebel, aber zumindest der Regen hat aufgehört, uns zu drangsalieren…

Obwohl vielleicht nicht perfektes Wanderwetter herrscht, muss ich sagen, daß ich sehr angetan von der Wanderung bin. Es ist irgendwie mystisch, durch den Nebel zu gehen, die Brandung zwar an den Felsen schlagen zu hören, aber nicht zu sehen. Das macht die fehlende Aussicht mehr als wett…

Nach ungefähr 8km erreichen wir wieder eine gute ausgebaute Straße, die uns bis nach Porto da Cruz bringen soll.

Wir genießen die Landschaft, die an uns vorbeizieht, in vollen Zügen, ich kann mich fast nicht daran sattsehen.

In Porta da Cruz beschließen wir eine Pause zu machen, bevor wir wieder weiterziehen.

Die Gegend ist malerisch, und wir beschließen, uns noch ein bisschen von der Stimmung einfangen zu lassen.

So gehen unsere letzten Stunden in Madeira dem Ende zu, es hat uns super gefallen, und wer weiß, ob es uns nochmals her verschlägt…

150129 Madeira – Canyoning Ribeira do Passo

Heute steht unsere letzte Canyoningtour auf dem Programm. Leider ist der erste Blick, den wir aus dem Fenster werfen, recht ernüchtern. Wir sehen Regen, Regen und nochmals Regen. Daher beschließen wir, zuerst einmal in Ruhe zu frühstücken, dann unsere Sachen zu packen und die Schlucht mal von unten zu inspizieren.

Wir fahren mit dem Auto ungefähr 10min. von der Unterkunft entfernt den Berg hinauf und sehen schon auf der gegenüberliegenden Wand einen Wasserfall. Es schaut gut aus, nicht zu viel Wasser, und wir beschließen, daß es einen Versuch wert ist, die Ribeira do Passo zu begehen.

Das Auto parken wir am Ausstieg, an der „Faja do Rodrigues“ Levada, und gehen in 8 ewig erscheinenden Kehren hinauf zum Einstieg.

Wir machen ungefähr 400 Höhenmeter, mit voller Montur. Das zehrt schon an der Substanz, aber da die Steigung des Weges moderat ist, schaffen wir den Aufstieg in ca. 1:15 Stunden.

Beim Aufstieg wechseln einander Sonne und Regen ab, und jeder weiß, was passiert, wenn man diese zwei Komponenten kombiniert. Es gibt einen wunderschönen Regenbogen ab…

Dann müssen wir noch an der Levada do Norte entlang, durch 4 kurze Tunnel hindurch.

Und schließlich erreichen wir den Einstieg.  Dort ziehen wir uns wie gehabt wieder unsere komplette Montur mit Klettergurt an, dann steigen wir ein in die Schlucht.

Diesesmal geht es gleich von Anfang an richtig los, ein hoher Abseiler mit Zwischenstand ist für uns reserviert…

Sehr schön ausgespülte Bereiche wechseln mit dunklen Ecken, Abseilstellen mit bis zu 65m mit mehreren Zwischenständen machen diese Tour zu einem Highlight unserer bisherigen Canoningtouren.

Die Tour hat insgesamt 18 Abseiler, die jedoch von der technischen Schwieirigkeit her verschieden sind. Wasser ist in der Schlucht kein Problem, es gibt keine schwierigen aquatischen Stellen, aber die Abseiler haben es immer wieder in sich. Übung macht den Meister, sagt man, und nachdem wir schon beim Ribeiro do Vimieiro die Zwischenstandtechnik gut geübt haben, geht es heute richtig gut, auch bei den moralisch anspruchsvollen Stellen.

Nach ca. 5 Stunden erreichen wir das Ende der Ribeiro do Passo sub, also dem oberen Teil des Canyons und auch dem Teil, den wir uns vorgenommen haben.

Am Faja do Rodrigues Kanal gehen wir entlang zurück zum Auto, wir sehen noch ein paar Mal schön auf Sao Vincente, das unter uns manchmal aus dem Nebel herausschaut.

Froh, endlich zurück beim Hotel zu sein, ziehen wir uns gleich im Garten aus und hängen unsere Sachen über einen Zaun zum Trocknen. Das wird wohl heute nichts, denn es regnet wieder.

Clemens hüpft gleich unter die Dusche, ich muss noch warten. Also stehe ich mit der Badehose im Hausgang, als neue Hausgäste eintrudeln. Die Blicke sind nicht genau erklärbar, ich würde aber sagen, doch irritiert… die Situation muss mit einem lockeren Spruch entschärft werden. Auf die Frage, wo wir her sind, sage ich: „From Austria, escaping the cold weather!“. Mit einem Blick auf meine Badehose meint die ältere Dame dann „That I can see!“ und alle lachen…

Wir beschließen, wieder an der Strandpromenade zu essen, ein REstaurat haben wir noch nicht probiert. DAs steht heute an. Ein leckeres Steak, mit Gemüse, Chips und Reis, dazu noch Bier lassen und die Anstrenungen des Tages vergessen.

150128 Madeira – Wanderung zum Ponta de Sao Lourenco

Heute ist unser Ruhetag, das heißt zuerst einmal lange ausschlafen. Wir beginnen den verspäteten Morgen mit einem herzlichen Frühstück, dann haben wir beschlossen, uns die Lavahöhlen von Sao Vincente anzusehen. Diese wurden zwar schon um 1850 entdeckt, aber erst 1996 für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Bei den Höhlen handelt es sich Magma-Kanäle, in denen die flüssige Lava vor Jahrtausenden durchgeflossen ist und teilweise auch erstarrte. Zusammen mit einer Ausstellung zu allem Wissenswerten über Vulkane rundet dieses Museum einen kurzweiligen Besuch ab..

Die Ausstellung ist zwar recht einfach, also nicht sehr wissenschaftlich aber dafür nett und informativ gehalten. Es sind einige Sachen, die plastisch gezeigt werden, wie etwa der Erdkern als überdimensionale Kugel (siehe Bild oben).
Während der Führung wird auch ein Film gezeigt, und wir bekommen 3D Brillen… die Teile sind absolut legendär und passen uns wie angegossen…

Nachdem wir durch die Ausstellung und den Film gelaufen sind, können wir uns noch die echten Lava-Tunnel anschauen, und das ist schon etwas spannendes. Sich vorzustellen, dass hier einmal mehrere 1000°C heiße Lava durchgeflossen ist, stimmt schon nachdenklich.

Wir sind ungefähr eine Stunde in den „Grutas“, dann verlassen wir Sao Vincente in Richtung Osten, zum Ponta de Sao Lourenco. Auf dem Hinweg schüttet es wie aus Kübeln, die Küstenstraße bekomme hier nochmals einen Tick mehr Abenteuer…

Sao Lonrenco ist auch die Stelle, an der die ersten Portugiesen in Madeira gelandet sind. Die Landschaft unterscheidet sich vom Rest der Insel, da es hier sehr trocken ist, maximal im Winter grünt es ein wenig.

Wir steigen aus dem Auto aus und werden von einem extrem starken Wind begrüßt. Obwohl nicht sehr kalt, ist der Wind doch unangenehm. Wir beschließen, einfach mal loszugehen, dann werden wir schon sehen, wie lange wir das aushalten…

Die östlichste Halbinsel von Madeira besticht wirklich durch eine sehr eigene Schönheit. Es ist schroff hier, grün (es ist ja Winter) und trotzdem irgendwie abweisend. Die Wellen schlagen auf beiden Seiten gegen die Felsen ein, ein wahres Schauspiel, das sich da auftut.

Wir gehen ein recht flottes Tempo, da kann einem ja auch nicht richtig kalt werden. Schon bald muss ich Jacke und Kappe ausziehen, denn mir ist zu warm…

Wir erreichen den östlichen Punkt ohne weitere Probleme, eines jedoch verwundert uns… wie viele Leute sogar jetzt in der Nebensaison unterwegs sind.

Und auch ein paar Blumen finden wir am Wegesrand.

Am Weg zurück zum Parkplatz kommen wir an einer kleinen Bucht vorbei, windstill und einladend. Clemens zieht mich auf: „Wolltest du nicht schwimmen gehen?“. Na, das kann ich nicht auf mir sitzen lassen. Ich zieh mich Flux aus, und spring ins kühle Nass Aha, das tut richtig gut. Das Wasser hat wahrscheinlich nicht mehr wie 18°C, aber es erfrischt ungemein.

Dann geht es wieder zurück in Richtung Hotel, an der Küstenstraße nach Sao Vincente. Wir fahren dabei auch am Flughafen von Madeira vorbei, und müssen über die tollkühne Konstruktion geradezu stauen. Da nicht genug ebene Fläche zum Landen vorhanden war, konstruierten die Erbauer des Flughafens einfach ebene Fläche.

Wir machen noch einen kurzen Stopp am Ponte do Sol, trinken ein Bier  und dann fahren wir über ein Tal zurück nach Sao Vincente und in die Casa de Piedade.