Archiv der Kategorie: Bergtouren

190915 Habicht [3.277m]

Der Hoger in Gschnitz
der Waldraster Spitz
und die Martinswand
sein die Höchsten im Land
– alter Spruch

Der Habicht, im Volksmund auch Hoger genannt, ist schon lange ein Ziel, das ich gerne besteigen möchte. Lange Zeit galt dieser mächtige, markte Block als höchster Berg des Landes. Obwohl dies schon länger widerlegt ist, der Habicht sticht aus der Berglandschaft heraus und stellt ein lohnendes und herausforderndes (Tages-) Ziel dar. Hier die Aussicht vom Zirbenweg (gestrige Tour).

Der Weg vom Gschnitztal über die Innsbrucker Hütte ist ein Langer, daher machen wir uns trotz herbstlich-später Dämmerung früh auf. Um 6:00 Uhr starten wir schon vom Wanderparkplatz kurz nach Gschnitz, mit von der Partie: Michi, Max und ich. Während wir uns noch die Bergschuhe anziehen, geistern eine deutsche Wanderin um uns herum, der wir heute noch öfter begegnen werden.

Der Aufstieg über den Jubiläumssteig ist unspektakulär, aber sehr schön und mit jedem Höhenmeter wird die Aussicht aus besser. Bald schon haben wir eine umfassende Sicht auf die Tribulaune, die Schwarze Wand und die Gargglerin…

Das wären auch mal Ziele, philosophieren wir… zumindest der Gschnitzer Tribulaun ist für uns machbar, der Pflerscher Tribulaun ist dann schon was für Spezialisten… doch all zulange müssen wir nicht überlegen, noch lange ist unser heutiger Weg…

Nachdem wir die Waldgrenze, vorbei an ein paar verfallenen Stadeln, erreicht haben, wird die Rundumsicht doch noch spektakulär… und wir sind noch nicht mal bei der Hälfte, das wäre die Innsbrucker Hütte. Der Weg schmiegt sich schön an den Hang, immer wieder müssen wir kleine Schotterreise überqueren. Sogar eine Steinbock-Geiß sehen wir, die sich nur wiederwillig vom Steig entfernt, als wir ankommen.

Schlussendlich macht der Weg einen großzügigen Bogen nach Rechts und dann erhaschen wir das erste Mal einen Blick auf die Innsbrucker Hütte [2.369m]. Was für ein großer Bau, hier in diesem abgelegenen Teil der Welt…

Bei der Hütte machen wir eine kurze Rast, ohne jedoch einzukehren. Diesen Genuss müssen wir uns erst verdienen… also gibt´s Wasser und Müsliriegel. Direkt hinter der Hütte steilt nun der Weg auf, es wird steiniger, aber nicht weniger interessant… bis zur Hütte war der Wandererstrom noch recht überschaubar, hinter uns war eine Gruppe im Aufstieg, ansonsten waren wir alleine. Nun, ab der Innsbrucker Hütte kommen noch all die Hüttenübernachter dazu, daher sind jetzt doch einige Leute am Wege, wobei es trotzdem keine Verzögerungen gibt.

Der erste Teil ab der Hütte ist ein wenig steiler, teilweise auch mit Seilversicherungen, im weiteren Verlauf legt sich aber das Gelände zurück und es werden wieder normale Wanderwege. Bald erreichen wir den Habichtferner, ein kleines, spaltenfreies Schneefeld, das früher wohl ein mächtiger Gletscher gewesen sein mag. Ohne Probleme können wir am Rande vorbeigehen und erreichen den letzten Aufschwung zum Gipfel.

Die letzten Paar Meter auf den Gipfel sind dann nochmals mit Seil versichert und lassen imposante Tiefblicke auf das Schneefeld zu, dann erreichen wir den höchsten Punkt, den Gipfel des Habichts [3.277m], oder eben auch Hogers. Obwohl einige Leute hier anwesend sind, ist auf dem geräumigen Gipfelplateau auch für uns noch Platz. Andächtig setzen wir uns und genießen die fulminante Rundumschau…

Fast 1,5 Stunden bleiben wir am Gipfel sitzen, genießen eine gute Brotzeit, bestaunen die Bergwelt und genießen einfach das Nichtstun. Und die Aussicht ist wirklich grandios… Wildspitz, Ortler, Marmolada, Zugspitz… und im Süden dominierend, die Tribulaune. Herrlich, einfach nur herrlich…

Nach einer sehr guten Rast machen wir uns wieder auf den Rückweg. Der Tag ist nicht mehr ganz jung und wir wollen ja auch noch bei der Innsbrucker Hütte eine Rast machen. Der Abstieg folgt dem Aufstieg, bald haben wir wieder das Schneefeld erreicht. Hier ist schon manch Unglück passiert, wenn einer den Weg abkürzen wollte und über das Schneefeld abgefahren ist. Wir halten uns an den Umgehungsweg und sind wahrscheinlich auch nicht viel langsamer.

Bald erreichen wir den schwierigsten Teil der Tour, eine Geröllflanke mit Drahtseilversicherung. Nicht wirklich arg, aber auf die Tour bezogen wohl das Anspruchsvollste.

Rasch haben wir auch diesen Teil durchquert, dann sehen wir schon die Hütte vor uns. Endlich, denken wir uns alle Drei… denn durstig sind wir schon! Und ein wenig hungrig… zumindest die Michi. Essen tun wir aber dann alle was… Es ist hier total gemütlich in der Sonne, wir genießen zum zweiten Mal heute das gemütliche zusammensitzen und haben es lustig.

Die Zeit schreitet allerdings voran, und wir müssen aufbrechen, es ist noch ein Stück ins Tal. Am Anfang begleitet uns noch die Sonne und taucht die Landschaft in schönes herbstliches Nachmittagslicht ein…

Irgendwann erreichen wir auch das Auto, es ist nun schon dämmrig, wir beschließen noch, in Trins in der Pizzeria was zu essen, damit schließen wir diesen langen, aber sehr schönen und eindrucksvollen Tag ab… es war wieder ein herrliches Erlebnis in den Tiroler Bergen.

Tourendaten
Gesamtdauer: 7:50 h
Gesamtlänge: 17.97 km
Höhenmeter: 2.017 hm

190904 Ampferstein [2.556m] u. Marchreisenspitze [2.620m]

Der Wetterbericht für die nächsten Tage schaut nicht so rosig aus, heute soll einer der letzten richtig schönen Tage sein. Das will ausgenutzt werden. Ein kurzer Blick auf die Tourenliste enthüllt ein sehr schönes Ziel in den Kalkkögeln. Eine Überschreitung von Ampferstein und Marchreisenspitze solls werden. Wir treffen uns nach der Arbeit um 15:00 Uhr und fahren direkt in die Axamer Lizum. Der Sommer mit den sehr langen Tagen ist leider schon vorbei, daher müssen wir uns ein wenig sputen, um das Vorhaben bei Tageslicht abschließen zu können.

Von der Lizum starten wir direkt hinauf zum Halsl, dem Übergang, der von viele Touren in diesem Gebiet gestreift wird.

Ab hier steilt der Weg auf, den Ampferstein muss man sich schon verdienen. Der Weg ist allerdings sehr leicht und angenehm zu gehen, die Temperaturen sind auch nicht mehr so hoch wie beim Einstieg zum Halsl. Schnell machen wir Höhe, mit jedem gewonnenen Meter wird die Aussicht ins Tiroler Land schöner. Aber auch in der Nähe gibt es viel zu bestaunen.

Bald wird der Weg rassiger, der „Lustige Bergler Steig“ auf den Ampferstein ist ein schöner versicherter Weg, der mancherorts auch als Klettersteig eingetragen ist, aber für den geübten nicht wirklich ein Klettersteigset erfordert.

Kurze Aufschwünge und zwei Rinnen müssen überquert werden, dann ist der erste Gipfel der heutigen Tour erreicht.

Nur kurz bleiben wir auf dem ersten Gipfel, denn der Weg ist noch weit und wir müssen immer den Sonnenstand im Auge behalten. Nachdem wir den weiteren Pfad nicht kennen, das Klettersteigset aber eh im Rucksack haben, beschließen wir, diesen anzulegen, damit wir bei heikleren Passagen schon vorbereitet sind. Zwei Stellen, die ein wenig ausgesetzt sind und ein kleiner Riss stellen jedoch die einzigen Herausforderungen dar.

So manches Bändchen und Wändchen, stellen weise sehr brüchig, erinnern an die Dolomiten. Nicht umsonst werden die Kalkkögel auch oft als die Dolomiten Nordtirols genannt. Es ist kein direkter Weg zum Gipfel, wir müssen eine Weile absteigen, dann geht’s wieder hinauf, immer dem Gipfel zu.

Im Rückblick sehen wir den Ampferstein und noch ein wenig weiter hinten die Saile und den Patscherkofel. Im Unterinntal ist es schon ein wenig diesig.

Der Gipfel ist erreicht und somit auch unser höchster Punkt des Tages, die Marchreisenspitze. Hier gönnen wir uns eine längere Pause, die Rundumsicht ist ein Traum, ebenso sind es die Temperaturen. Gemütlich sitzen wir hier, bestaunen unser schönes Hoamat´l und genießen, dank Michi, Mannerschnitten! Welch ein Genuss.

Die letzten Sonnenstrahlen ermahnen uns, dass der Weg noch nicht ganz zu Ende ist und wir uns sputen sollten. Also packen wir unsere Siebensachen und gehen weiter. Der Weg ist nun unkompliziert, jedoch zieht sich die Strecke, bis wir die Malgrubenscharte erreichen.

Am Himmel spielt sich ein kleines Farbwunder ab, die Dämmerung mit ihren Pastellfarben hat eingesetzt. Schlussendlich erreichen wir auch die Malgrubenscharte und ein besonderer Leckerbissen steht noch an, sozusagen als vorzeitiger Abschluss der Tour. Eine wunderschöne Reisenabfahrt…

Über die olympische Damenabfahrt erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt, den Parkplatz der Lizum. Im „Hotel Lizumerhof“ gönnen wir uns noch ein Weizen, das haben wir uns nach dieser Wunderschönen Tour verdient.

Tourendaten:
Gesamtdauer: 4:48 h
Gesamtlänge: 11,87 km
Höhenmeter: 1.278 hm

190827 Sonnenaufgang Serles [2.717m]

3:00 Uhr – Tagwache! Jaja, wenn man früh auf den Berg will, muss man sich sputen. Heute wollen wir König Serles auf´s Haupt steigen, um dort den Aufgang der Sonne zu bewundern. Um das Ganze auch noch vor der Arbeit unterzubringen, ist ein früher Start angesagt. Mit dem Auto fahren wir bis Maria Waldrast, die Mautstelle hat zwar noch nicht offen, aber das Tor ist in der Nacht (extra) offen gelassen, damit frühere Wandersleut durchkommen. Vorbildlich…

Der Start bei Maria Waldrast ist immer ein wenig mit Wegsuche verbunden, gerade am Anfang merkt man, dass hier viele Pfade zum Ziel führen, und manche eben nicht. Heute haben wir Glück und erwischen gleich den richtigen Weg. Bald sind wir im Latschengürtel und gehen um den Bergfuß herum.

Bald schon erreichen wir das Serlesjöchl [2.384m], hier sind wir trotz früher Stunde nicht mehr die Einzigen. Schon ein paar Lichtkegel ziehen den Berg hinauf und sorgen für eine unwirkliches Stimmung. Und am Horizont sieht man schon einen ersten Silberstreifen. Die Schlüsselstelle, eine kurze Leiter, ist gleich gemeistert.

Nun macht sich schon die Dämmerung bemerkbar, bald schon können wir die Taschenlampen ausschalten und gehen ohne künstliches Licht weiter…

Der Blick ins Tal ist phänomenal, unten ist es sicher noch dunkler als hier bei uns heroben.

Wir sind gut unterwegs, kurz vor dem Gipfel wird die Morgenstimmung immer heller und die Sonne kündigt sich langsam aber sicher an.

Dann erreichen wir auch schon den Gipfel und finden ein schönes Plätzchen mit direktem Blick auf den Sonnenaufgang. Ein gutes Frühstück ist auch im Rucksack, die Michi hat da vorgesorgt… da können meine Müsliriegel wohl im Rucksack bleiben… Gott sei Dank!

Zeitlich besser hätten wir es nicht erwischen können, kaum haben wir es uns gemütlich gemacht, bricht auch schon die Sonne durch… was für ein Schauspiel.

Wir genießen den Sonnenaufgang, schnell macht sich die erste Wärme der Strahlen bemerkbar. Leider muss zumindest ich auf die Arbeit, daher können wir nicht ewig hier bleiben. Wir packen zusammen und machen uns auf den Rückweg. Noch ist es morgendlich kühl, aber das wird sich bald legen…

Je weiter wir ins Tal kommen, desto wärmer wird es, wir sind beim Abstieg genau auf der Sonnenseite, wunderbar…

Wir gehen den gleichen Weg wieder Retour nach Maria Waldrast, dank der Morgenstunde ist es auch noch in den Latschen angenehm. Rasch erreichen wir wieder den Ausgangspunkt unserer Bergtour. An eine Einkehr ist nicht mehr zu denken, ersten wegen der Arbeit, zweitens ist es einfach noch zu früh… daher machen wir dem Herrgott noch unsere Aufwartung, und danken für einen wunderschönen Start in einen neuen Tag.

Tourendaten
Gesamtlänge: 10,15 km
Gesamtdauer: 3:30 h
Höhenmeter: 1.093 hm

190803 Säuling (2.048m)

Einmal im Jahr sollte man als gebürtiger Pflacher auf dem Säuling stehen. Zumindest bilde ich mir das fest ein… 😁.

Nachdem wir am Freitag und Samstag unsere Wiese auf dem Berg gemäht haben, das erste Mal ich mit der Sense, machen wir uns am Sonntag auf, den Gipfel zu erklimmen. Wer sind wir? Letu und meine Wenigkeit.

Nachdem wir gut gefrühstückt haben, packen wir einen kleinen Rucksack, setzten unsere Hüttenhüte auf und gehen los.

Der erste Teil ist auf der Forststrasse, dann erreichen wir den Steig am Bruftgrat entlang. Schnell machen wir Höhe, schon bald erreichen wir das Säulinghaus.

Dieses lassen wir allerdings links liegen und gehen gleich weiter Richtung Sattel. Der Weg ist mittlerweile so speckig, dass man echt aufpassen muss.

Wohlbehalten erreichen wir aber dann doch den Sattel, der Ausblick auf das Alpenvorland ist spektakulär.

Wir bleiben nur kurz stehen, schon fast greifbar ist der Gipfel des Tagesziels. Nur noch 20 Minuten, und wir erreichen, Letu teils unter anerkennenden Blicken der Mitbesteiger, den höchsten Punkt.

Wir machen eine ausgedehnte Pause auf dem Gipfel, es gibt viel zu sehen und es geht kein Lüftchen. Total fein und wunderschön. Wir genießen den Moment.

Doch auch wenn es noch so fein ist, irgendwann müssen wir halt doch wieder ins Tal. Der Abstieg, sehr konzentriert, verläuft ohne Probleme, und dann erreichen wir das Säulinghaus.

Wir gönnen uns ein gutes Essen, das hier sehr gut schmeckt.

So gestärkt erreichen wir nach einem ereignisreichen Tag wieder unseren Ausgangspunkt.

Tourendaten
Gesamtlänge: 8,5 km
Gesamfdauer: 3.50 h
Höhenmeter: 1.181 hm

181020 Koflerjoch (1.861m)

Da der Herbst den Sommer heuer an Genialität ausstechen will, hat es uns bei Kaiserwetter wieder in die Berge getrieben. Und auf unsere Hütte.

Am Vortag, am Freitag, sind wir am Abend nach Reutte gekommen, aber für die Hütte war es dann schon zu spät, daher sind wir bei der Oma geblieben. Gleich in der Früh, nach einem wunderbaren Frühstück sind wir dann auf die Hütte.

Die Sachen waren gleich eingelagert, die Bergstiefel geschnürt, also los, rauf auf das Koflerjoch

Den ersten Teil müssen wir wie letztes Mal auf der Forststrasse überwinden, dann beginnt der schöne Steig. Zuerst gehts hinauf aufs Pflacher Älpele, dann weiter hinauf zum Sattel vor dem Joch.

Hier haben wir eine schöne Aussicht auf den mächtigen und uns wohlbekannten Nachbarn, den Säuling.

Ein paar Meter müssen wir noch aufwärts gehen, dann erreichen wir unser erstes Ziel, den Zunterkopf (1.726m).

Spektakuläre Tiefblicke eröffnen sich hier von dem relativ selten besuchten Kopf. Uns störte nicht, wir genießen die Ruhe und gönnen uns eine gute Jause.

Nach einer ausgedehnten Rast gehen wir in ca. 30 Minuten hinauf zum Koflerjoch, unserem Tagesziel.

Auch hier machen wir eine feine Pause, genießen die Aussicht und ein wenig Faullenzerei!

Als nächste steht die Dürrnberger Alm auf dem Programm. Aber um dorthin zu kommen, müssen wir noch über die Satterköpfe absteigen. Überraschend schnell haben wir die zwei kleinen Gipfel hinter uns gelassen, und schon im nächsten Moment jubeln die zwei Kinder: „Wir sehen die Alm!“

Hier können wir uns ein Erfrischungsgetränk und einen leckeren selber gemachten Kuchen.

Die Sonne scheint angenehm auf die Terrasse, leider weht ein Unangenehmer Wind, der uns leise daran erinnern, welche Jahreszeit schon vor herrscht.

Also packen wir wieder unsere sieben Sachen, das letzte Mal heute, und machen uns auf den Weg zu unserer Hütte. Den Weg, den ich mir aus der Karte gesucht habe, war nicht ganz richtig. Ein totes Ende zeug davon, dass dieser Weg nicht mehr existiert.

Schöne Passagen, die schon lange nicht mehr besucht habe, finden wir auf dem Weg. Auch den Felssturz am Alten Forstweg entdecken wir, dieser kann uns aber nicht mehr aufhalten, wir klettern einfach über den Verbruch.

Schluss endlich erreichten wir unseren Forstweg, der uns direkt zur Hütte führt. Die Freude ist groß, als wir endlich unser Domizil erreichen. Der Grill wird gleich angefeuert, bald schon brutzeln die Bratwürste und lassen uns das Wasser im Munde zusammen laufen.

Das Essen schmeckt nach einem solchen Wandertag natürlich besonders gut, über die Nachtruhe müssen wir heute auch nicht lange streiten, weil schon liegt die Jugend im Bett

Tourendaten
Gesamtdauer: 5:16 h
Gesamtlänge: 13,89 km
Höhenmeter: 1.01

181014 Säuling (2.048m)

Nach einer feinen Nacht auf der Hütte ist heute um 7:00 Uhr Tagwache. Das fällt nicht jedem leicht, am Wochenende so Früh aus der Kiste zu hüpfen, aber wir wollen heute auf den Säuling wandern, gemeinsam mit der Oma, die später zu uns stoßen wird.

Zuerst einmal muß natürlich gut gefrühstückt werden, damit wir auch genügend Kraft für den Tag haben

Wir starten zuerst ein Stück auf dem Forstweg, dann queren wir zum viel schöneren Steig auf den Säuling, der sehr angenehm durch den Wald führt. Der Wald hat ein paar extrem alte Bäume aufzuweisen. Die Oma erinnert sich noch an Zeiten, als der Säuling fast ohne Bäume war…

Bald schon erreichen wir das Säulinghaus, das immer eine gute Einkehr verspricht. Vielleicht schauen wir später noch vorbei, jetzt müssen wir mal weiter. Der Wind ist ein wenig stärker geworden, föhnig blast der Himmelsodem über die Berge…

Der Weg durch die Wand schaffen wir einwandfrei, wobei der Fels unter den hunderten und tausenden Wanderschuhen schon gelitten hat, und zum Teil so glattpoliert ist, daß man sich manchmal fast drinn spiegelt.

Am Sattel angelangt kommen wir in den Genuß der Sonne. Der Wind und der Schatten auf der Aufsteigsseite hat uns ganz gut ausgekühlt, aber jetzt geht es wieder, im Angesicht der Sonne am Firmament. Das Panorama vom Sattel sucht auch seinesgleichen…

Während Oma, Sara und Letu es sich in der Sonne gemütlich machen und dem Wind ausweichen, beschließe ich, noch schnell auf den Gipfel raufzugehen. Es ist ja nicht mehr weit. Schon nach ein paar Schritten befinde ich mit auf der Leeseite des Windes, hier ist es relativ warm für die Jahreszeit. Bald schon stehe ich auf dem Gipfel. Hier verweile ich nur kurz, denn ich möchte auch noch zum eigentlichen Gipfel des Säulings, der 80m östlich, zwar nur mit kleinem Gipfelkreuz, aber dafür mit der echten Höhe.

Lange bleibe ich nicht auf dieser windigen Kanzel, schon bald treibt es mich hinunter zum Sattel, dort treffe ich mich wieder mit der lustigen Wanderschaft… ein kurzer Schluck aus der Wasserflasche und ein Müsliriegel, dann machen wir uns auf den Abstieg durch die Felswand.

Nun sind schon wesentlich mehr Leute am Wege, die das heutige gute Wetter ausnutzen. Zum Glück sind wir früh genug losgegangen…

Auch im Abstieg machen sich die Zwerge sehr gut, und auch die Oma ist noch sehr rüstig und bergtauglich, obwohl sie schon lange nicht mehr auf dem Berg war.

Bald schon erreichen wir wieder das Säulingshaus, eine Einkehr haben wir uns heute redlich verdient. Wieder einmal haben wir Glück, eigentlich ist die Hütte wegen Umbauarbeiten geschlossen, aber auf der Terrasse haben wir noch Platz und bestellen uns was zu trinken.

Nach kurzer Rast brechen wir wieder auf, es geht über den Steig, dann über die Forststraße wieder retour zur Hütte, das Ganze natürlich im Sauseschritt…

Bei der Hütte packen wir rasch unsere Siebensachen, denn wir sind hungrig und im Tal hat meine Schwester uns gutes Essen zubereitet.

Letu ist scheinbar noch nicht ganz ausgelastet, während wir mit dem Auto ins Tal fahren, will er unbedingt den Forstweg noch mit seinen neuen Schuhen ablaufen. Also geben wir ihm ein wenig Vorsprung, dann fahren wir auch los. Auf dem Weg finden wir den Junior nicht mehr, ein Wanderer meint auf meine Frage nur: „Der Kleine ist gerade vorhin wie der Blitz vorbeigelaufen!“. Bei der Schranke entdecken wir den Spaßvogel dann, wie eine Fledermaus hängt er an ebendieser…

Ein wunderschöner Wandertag war das mal wieder, mit sehr feiner Gesellschaft und wunderschöner Umgebung.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:30 h
Gesamtlänge: 10,75 m
Höhenmeter: 963 m

181012 Hüttenspitze (1.858m)

Die Hüttenspitze, einsamer Wächter am Eingang des Halltals steht schon lange auf meinem Programm. Nun ist Herbst, beste Wanderzeit für Touren an der Südseite der Berge.

Start für fast alle Touren im Halltal ist immer beim Hackl. Mit dabei ist heute wieder mal Michaela.

Großer Unterschied heute: wir starten auf der orografisch linken Flussseite, meine ganzen Touren bis jetzt waren immer auf der rechten Seite. Durch angenehmen Wald geht es hinauf zur Halltaler Hütte.

Ein Stück oberhalb von der Hütte treffen wir noch auf den Weg zur Winkler Hütte, der wir aber keine Besuche abstatten. Wir machen auf einer Wiese kurze Pause, dann geht’s weiter den Berg hinauf.

Der Weg wird immer steiler, das hat Vor- und Nachteile. Man macht recht wenig Distanz, dafür umso mehr Höhenmeter, die in die Waden einschießen.

Kurz vor dem Gipfel müssen wir eine steile Rinne hinauf, nicht schwer, aber manchmal ist man um die Hände froh.

Eine längere Schotterreise müssen wir noch überqueren, dann ist der Gipfel zum Greifen nahe und wir haben unser Ziel erreicht.

Hier machen wir eine ausgiebige Gipfelrast, heute ist es warm und windstill, das habe ich schon lange nicht mehr in dieser Form erlebt. Ein Hochgenuss…

Nachdem wir gut geruht haben, kommt der zweite und nun wohl auch ein wenig pfiffigere Teil auf uns zu.

Die Schlüsselstelle, eine Rinde ist bei weitem nicht so schlimm wie wir uns das vorgestellt haben, nicht ausgesetzt, Griffe wie Türgriffe, also alles in allem ein Klacks und natürlich ein Hochgenuss.

Und dann stehen wir schlussendlich dort, an dem Teil, auf den wir uns die ganze Tour schon gefreut haben. Der Einstieg in die Wechselreise.

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Hier erwartet uns nun eine 600 Höhenmeter lange Reisenabfahrt, wie man sie nur selten in diesem Ausmaße findet.

Ein Hochgenuss, der leider viel zu schnell vorbei ist. Wobei man ehrlichkeithalber sagen muss, der allererste Teil der Reise ist nicht besonders angenehm, große Brocken liegen als hinterlistige Stolpersteine im Weg. Doch sind diese ersten paar Meter gut überstanden, geht es mit lauten Juhuu hinunter ins Tal.

Wie gesagt, zu schnell sind wir wieder unten am Weg angelangt, und folgende diesen bis zur Absamer Wasserfassung.

Am Eingang des Halltals tun wir unseren Beinen noch was Gutes, nicht umsonst wurde hier vor Jahren ein Kneippbecken installiert.

Nach dieser tollen Tour mit Michi trennen sich unsere Wege, ich schnappe mir mein abgestelltes Radl und strample mit der letzten verbleibenden Energie hinauf nach Aldrans. Es dämmert schon, die Aussicht auf Innsbruck ist wie immer genial.

Ein feiner Wandertag neigt sich wieder mit vielen schönen Eindrücken dem Ende zu.

Tourendaten

Gesamtdauer: 4:30 h

Gesamtlänge: 11,20 km

Höhenmeter: 1.074 m

180923 B&H Rauchberg [2.480m]

Heute zieht es mich wieder mal ins Oberland, mit einer illustren Runde beschließe ich, auf den Rauchberg zu wandern.
Da heute auch der erste Tag der Rad-WM ist, machen wir uns doch früher auf, als erwartet. Ich treffe Tamara und ihre Schwester in Ötztal-Bahnhof, dann fahren wir weiter nach Obtarrenz. Noch ist die Strasse frei, eine Stunde später werden sich hier die Zweiradprofis tummeln. Ein Parkplatz für das Auto ist bald gefunden, dann geht es mit dem Moutainbike weiter.

Der Weg wurde erst kürzlich repariert, daher ist die Oberfläche angenehm zu fahren. Wir machen gut Höhe, schon bald erreichen wir Sinnesbrunn. Dort am Parkplatz stellen wir unsere Räder an und machen uns wandernd auf zum Sinnenjoch.

Zuerst durch schöne Wälder und noch schönere Lichtungen, erreichen wir zuerst die Kapelle Sinnesbrunn, dann öffnet sich die Vegetation und wir können schon gut unser Ziel für heute sehen.

Bald wird der Weg schmäler, auf dem Steiglein, recht steil angelegt, wandern wir durch ein Latschenfeld.

Das Wetter ist nicht so toll, zumindest gerade im Moment, bei der kurzen Pause am Sinnesjoch kühlen wir ganz nett aus und müssen unsere Jacken gleich mal anziehen. Wir beobachten das Wetter ein wenig, dann fassen wir den Entschluss, weiterzugehen und unser Glück zu versuchen.

Obwohl noch ein paar wenige Tropfen vom Himmel fallen, sind wir doch froh, dass es weitergeht. Der erste Teil zum Rauchberg ist noch einfach, der Steig ist zwar schmal, aber sehr gut zu gehen.

Doch schon nach Kurzem erreichen wir dann die Schlüsselstelle der Tour. Ein steiler Kamin, der hinauf zum Grat und dem weiteren Weg führt.

Conny macht den „Vorstieg“, aber natürlich sind wir ohne Seil unterwegs. Die ersten paar Meter sind brüchig, doch dann wird der Felsen mit ein paar Ausnahmen kompakter und ist fein zu klettern. Das Raufkraxeln macht mir keine Sorgen, aber der Rückweg wird sicher spannend, denke ich mir noch.

Die Rinne verjüngt sich nach oben, und bald haben wir den Grat erreicht.

Ab hier ist wieder ein längeres Stück Gehgelände, das zwar Konzentration erfordert, aber nicht wirklich schwierig ist.

Ein Blick zurück zeigt uns das Sinnesjoch nochmals mit dem wunderschönen Wolkenhimmel. Doch unser Fokus liegt auf dem weiteren Wegverlauf, der sich vor uns ausbreitet. Im Hintergrund sieht man schon den Rauchberg herüberlachen.

Der Weg ist fein zu gehen, trotzdem muss ich immer wieder stehenbleiben und ein paar Eindrücke sammeln und auch fotografieren. Zum Beispiel stehe ich vor einem natürlichlichen Felsenfenster und sehe direkt im Hintergrund den höchsten Berg von Deutschland, die Zugspitze. Einfach wunderschön…

Das Grat wird wieder blockiger und wir müssen immer wieder nach dem Weg suchen, der sich mittels gelber Markierungen manifestiert. Überraschend gut ist hier Weg markiert, wobei die Farbklexe schon älter aussehen.

Manchmal bleibe ich ein wenig zurück, dann erst zeigen sich spektakuläre Perspektiven mit winzigen Kletterern, wobei wir von denen heute und hier die Einzigen sind.

Bald kommt der letzte Aufschwung, nach ca. einer Stunde vom Sinnesjoch, erreichen wir den Gipfel des Rauchbergs [2.480m].

Wir sind zufrieden und setzen uns ein wenig in den Windschatten. Mittlerweile bläst ein starker Westwind immer wieder böeig um den Gipfel. Dem entsprechend wird die Pause auf dem Bergdach kürzer als eigentlich erwartet.

Der Abstieg ist dann schon eine größere Herausforderung zumindest für mich. Während aufwärts alles sehr angenehm zu kraxeln war, ist beim Hinuntergehen jetzt noch mehr konzentration erforderlich. Aber alle Stellen gehen dann doch besser als erwartet.

Einzig die Schlüsselstelle ist noch offen, die kommt aber jeden Moment, da sind wir uns sicher. Leider stellt sich der Einstieg in die Rinne als schwieriger als gedacht heraus, weil wir uns nicht mehr sicher sind, welche Rinne wohl die Richtige ist.

Doch Tamara hat ein gutes Auge für das Gelände, nach ersten Zweifeln lassen wir uns auf *ihre* Rinne ein, und siehe da, wir sind golddrichtig. Obwohl die Rinne nicht ganz trivial ist, und es viel Luft unterm Boden gibt, schaffe wir es alle Drei ohne irgendwelche Probleme (abgesehen vom erhöhten Puls beim einen oder anderen).

Der weitere Weg zum Sinnesjoch und weiter Richtung Fahrräder ist der Selbe wie im Aufstieg.

Wir kommen noch beim der Kapelle beim Sinnenbrunn vorbei, dort schauen wir uns das kleine Gotteshaus an und danken dem Herrn für eine wunderschöne Tour.

Der letzte Teil dann, mit dem Radl ins Tal, ist reiner Spaßfaktor, der die „Bike&Hike“-Touren so angenehm macht. Man spart sich, wenn man eh schon müde ist, noch einen langen Talhatscher…

Danke an die feine Wandersrunde, die mir wieder mal sehr viel Spaß gemacht.

Tourendaten Bike
Gesamtlänge: 7,2 km
Gesamtdauer: 0:50 h
Höhenmeter: 385 m

Tourendaten Hike
Gesamtlänge: 12,00 km
Gesamtdauer: 5:50 h
Höhenmeter: 1.215 m

180822 Ampferstein (2.556m)

Wieder ein schöner Tag, wieder eine Möglichkeit, die tolle Tiroler Bergwelt zu erkunden. Es geht in die Kalkkögel, genauer gesagt auf den Ampferstein, mit Option auf die Marchreisenspitze. Mit von der Partie ist wieder mal Tamara, mit der ich heuer schon ein paar schöne Bergtouren machten durfte.

Wir starten am Parkplatz der Axamer Lizum, hinter dem unsäglich hässlichen, wenngleich fast schon legendärem Olypmiahotel geht’s auch gleich bergauf, Richtung Halsl (1.992m).

Tamara legt ein gutes Tempo vor, daher kommen wir rasch weiter. Es ist drückend schwül, aber das Wetter schaut zumindest hier noch stabil aus. Weiter weg, im Unter- und Oberland brauen sich schon Wolkenbänke auf, doch die stressen uns noch nicht.

Unterwegs treffen wir einen, übrigens den einzigen Wanderer bei der heutigen Tour, der uns rät, umzudrehen, weil das Wetter wohl nicht halten wird. Gott sei Dank sind wir manchmal Beratungsresistent und gehen weiter.

Am Halsl wird nochmals die Lage gecheckt, wir sind uns einig, dass das Wetter hält. Also weiter hinauf, den Steig. Dieser steilt nun ein wenig auf, es wird schottrig, aber trotzdem fein zu gehen. Kaum sind wir losgegangen, sendet uns Petrus einen Gruß, ein leises Donnergrollen aus dem Wipptal erinnert uns daran, das Wetter im Auge zu behalten.

Überrascht, dass man doch eine Weile über den „Buckel“ des Ampfersteins marschieren muss, erreichen wir schlussendlich den „Lustigen-Bergler-Steig“, einen sehr leichten Klettersteig, den wir ohne KS-Ausrüstung, aber dafür auf Empfehlung von mehreren Seiten, zumindest mit Helm gehen.

Nette Kletterstellen wechseln sich mit Gehstrecken in der wunderschönen Arena der Kalkkögel ab.

Ich genieße jeden Schritt in dieser urtümlichen Landschaft, die so gar nicht nach Nordtirol passen will. Überall Türmchen, Bänder, und natürlich viel Geröll…

Die letzten Meter vor dem Gipfel sind dann wieder sehr einfach, und bald schon haben wir den Gipfel des Ampfersteins (2.556m) erreicht.

Eine Tiroler Flagge weht vom Gipfelkreuz, hier war ein Patriot am Werke…

Nun wird erst mal eine Pause gemacht, Tamara packt einen wunderbaren „Grantenschnaps“ aus, den wir uns auf der Zunge zergehen lassen.

Dann wird der obligatorische Blick gen Himmel, zu den Wolken gemacht. Wir sitzen auf dem Ampferstein wie auf einer Sonneninsel. Über dem Patscherkofel, im Oberland bei Telfs und im gesamten Unterland, aber auch im Wipptal gehen überall Schauer nieder, während wir die feinste Sonne genießen.

Unsere Beobachtungen konzentrieren sich auf das Unwetter bei Telfs, denn wir sind der einhelligen Meinung, dass das das einzige Wetter mit „Potential“ ist. Der Regen rückt immer näher, ein paar Donnergroller haben wir schon auch gehört, da rückt das Vorhaben, die Marchreisenspitze mitzunehmen, schon wieder in weitere Ferne.

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Ganz unschlüssig bleiben wir noch 10 Minuten auf dem Gipfel, doch irgendwann sind wir uns dann doch handelseins… die Marchreisenspitze lassen wir heute sausen, zu unsicher ist das Wetter. Ein bisschen wehmütig schauen wir nochmals zu dem beeindruckenden Koloss hinüber, dann machen wir uns über den „Lustigen-Bergler-Steig“ wieder an den Abstieg.

Obwohl wir beim mehrmaligen Rückblick doch hadern, ob die Entscheidung zur Rückkehr die Richtige war, werden wir unsere Entschluss am Parkplatz dann nicht bedauern.

Der Abstieg ist kurzweilig, schon bald erreichen wir wieder das Halsl. Der weitere Weg zum Parkplatz belohnt uns noch ein paar Mal mit schönen Aussichten auf das Tiroler Land und auf die spannenden Wolkenspiele am Himmel.

Am Parkplatz angekommen, wollen wir erst noch hier in der Hütte was trinken, die hat aber leider geschlossen. Also setzen wir uns ins Auto, um loszufahren… und dann macht es schon das erste Mal „Klatsch“, ein dicker Regentropfen schlägt auf die Windschutzscheibe… dann noch einer und noch einer! Haben wir ein Glück gehabt…

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In Innsbruck, Tamara hat noch ein wenig Zeit bis zum Zug, kehren wir in der „Kantine“ auf ein Bier ein. Hier treffen wir noch zwei bekannte Gesichter, Spaß am Schluss der Tour ist garantiert.

Wieder einmal haben wir ein wunderschönes Bergerlebnis gehabt, das mir noch länger in Erinnerung bleiben wird.

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:12 h
Gesamtlänge: 9,00 km
Höhenmeter: 1.012 m

180714 Serles (2.717m)

Gerade letzte Woche war ich auf der Serles, heute gehts schon wieder auf den „Altar von Tirol“. Während ich das letzte Mal mit Letu am Weg war, sind heute Solomon, Rashid, Sara mit mir am Weg. Letu ist heute auf einer Geburtstagsfeier eingeladen und daher verhindert. Daher sind wir letzte Woche „vorgegangen“.

Wir starten heute ein wenig früher als letztes Mal, um 7:30 sind wir schon von zu Hause weg. Es nieselt ganz leicht, aber dem Wetterbericht nach soll dies nur nördlich des Inns zutreffen, ein Blick in den Süden verspricht besseres Wetter.

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Bis Maria Waldrast fahren wir wieder mit dem Auto, dann machen wir uns auf, den Gipfel zu erklimmen. Erst gehts durch den Wald, ein wenig steiler, dann kommt die lange Querung mit den drei Schotterreisen.

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Alles schaffen wir mit Bravour, und schon bald kommen wir in Sichtweite des Serlesjöchls (2.384m).

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Hier machen wir eine kurze Pause, bevor wir die Stufe in Angriff nehmen. Unter uns ist eine richtige Menschenschlange im Anmarsch, daher beschließen wir gleich aufzubrechen, damit wir an der Leiter keine allzulange Wartezeit haben.

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Zum Glück müssen wir gar nicht warten, wir können gleich die Stufen rauf. Hier zeigt sich zum ersten Mal, daß Solomon eben nicht so oft auf dem Berge ist. Trotz Ungeübtheit schafft er die Stelle ohne Probleme.

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Der Weg zum Gipfel ist dann wieder einfach, einzig kurze Kraxelstellen, einmal mit Seilversicherung sind zu meistern.

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Alles geht gut. Einzig die Kondition macht Solo zu schaffen, die letzen 15 Minuten auf den Gipfel scheinen ihn zu quälen.

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Am Gipfel der Serles (2.717m) sind alle Strapazen vergessen, die Aussicht grandios. Einige Leute, die mit uns aufgestiegen sind, gratulieren im Besonderen Solo, was ihn sichtlich freut. Auf die Leistung kann er auf jeden Fall stolz sein.

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Nach einer ausgedehnten Pause machen wir uns wieder auf den Hinunterweg. Das stellt sich als schwieriger als der Aufstieg heraus.

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Solo muß bei einigen Stellen extrem langsam tun, da er sich recht unsicher fühlt. Rashid im Gegensatz hüpft herum wie eine Gemse… und Sara muß ich sogar ein wenig einbremsen.

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Die letzte Schwierigkeit, die Stufe, meistern wir dann auch noch, dann geht es ins Tal. Der Weg ist nun lange, aber eben nicht mehr schwierig.

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Solos Knie macht Probleme, daher ist ihm das Geradeauslaufen lieber als die Abwärtpassagen.

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„Runter kommt man so oder so…“, das Motto von Solo erfüllt sich dann nach langem Marsch, als wir wieder bei Maria Waldrast, glücklich und zufrieden ankommen. Speziell für Solo war es ein Highlight des Urlaubs, aber sicher auch die anstrengenste Aktion.

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Beim Gasthaus gönnen wir uns noch eine gute Hauswurst und ein Bier, dabei wird der Energiespeicher wieder gefüllt.

Eine wunderschöne Tour, die allen sehr viel Spaß gemacht hat.

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Tourendaten
Gesamtlänge: 9,46 km
Gesamtdauer: 6:00 h
Höhenmeter: 1.048 m