Archiv der Kategorie: Bergtouren

200620 Bergfeuern Viggarspitze (2.306m)

Es ist wieder soweit, das Bergfeuer bzw. Herz-Jesu-Feuer steht für heuer wieder an. Leider, wie fast jedes Jahr ist das Wetter heute wieder durchwachsen. Am Nachmittag ist es mal sonnig, dann ziehen wieder Wolken über das Mittelgebirge.
Da es nicht regnet, machen wir uns doch mit den Jungschützen und Junghuttlern auf, erstes Ziel, eine Jause auf der Aldranser Alm.

Da wir einiges zum transportieren haben für die Feuer, sind wir motorisiert auf der Alm. Übrigens hat die „Aldranser“ heuer einen neuen Pächter… die erste Probe der neuen Küche passt auf jeden Fall mal…

Den Jungs schmeckt es auch, so gestärkt können wir weiter rauf zum Issboden fahren, von wo aus wir dann zur Viggarspitze wandern werden.

Heuer haben wir keine Übernachtung im Zelt geplant, daher sind wir schnell abmarschbereit. Jeder bekommt ein wenig Brennmaterial in den Rucksack, dann marschieren wir los.

Zuerst müssen wir durch die Weide mit übermütigen Haflingern… so manchem ist sichtlich unwohl, aber die Pferde sind eindeutig nur neugierig.

Dann steigen wir durch den Wald hinauf Richtung Viggarspitze

Wir sind ca. 1 Stunde am Weg, das passt genau, damit alle gut nachkommen.

Auf den letzten Metern wird es nochmals kurz ein wenig dunkel, aber wir haben Glück, wir bleiben vom Regen verschont.

Schlußendlich erreichen wir den Gipfel, wir haben noch genügend Zeit, alles herzurichten. Und das Wetter hält auch… das könnte heuer noch richtig gut werden!

Als es dämmert, werden die Feuer angezündet. Schon bald bekommen wir Feedback vom Tal, es schaut schön aus. Ja dann hat sich das Feuern heuer auf jeden Fall rentiert.

Es ist kühl geworden am Gipfel, daher stehen wir ein wenig um die Feuer und genießen die Aussicht ins Inntal. Dann bereiten wir uns für den Abstieg vor. Jeder hat eine Taschenlampe oder Fackel dabei, bedächtig steigen wir ab.

Natürlich braucht man in der Nacht ein wenig länger für den Abstieg, aber es läuft gut, die Jungs sind diszipliniert und folgenden unseren Anweisungen.

Im Rückblick sehen wir noch die Feuer am Gipfel, ein paar von uns sind noch zurückgeblieben…

Am Issboden lassen wir den Abend mit einer kleinen Grillerei ausklingen, dem Obmann sei dank: es gibt Brot und Wurst.

Zufrieden erreichen um mitten in der Nacht wieder Aldrans… heuer hat es allen sichtlich Spaß gemacht.

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:35 h
Gesamtlänge: 4,70 km
Höhenmeter: 487 m

200618 Rauher Kopf (2.308m) und Brechten (2.419m)

Heute bin ich mal alleine am Weg, es ist wieder Zeit für eine ausgedehntere Tour. Ein Ziel, das mir schon öfter auf- und eingefallen ist, ist der Rauhe Kopf, bei Inzing. Normalerweise bekannter im Winter als längere Skitour, ist er auch im Sommer für seine Aussicht bekannt. Ich fahre von Inzing ein Stück den Berg hinauf und parke im Weiler Hof, den ich vor kurzem schon mal besucht hatte…

Blick auf Hof

Zuerst muss ich eine Asphaltstraße entlanglaufen. Nicht gerade ein super Start, denke ich mir, als ich plötzlich „etwas“ über die Strasse hüpfen sehe… bei einer genaueren Nachschau entdecke ich einen Buntspecht, der gerade fliegen lernt… aber es eben noch nicht kann. Ich kann das kleine, hilflose Tier auf einen Baum lotsen, bevor Nachbars Katze angerannt kommt.

Kurz nach der netten Begegung mit dem Specht zweigt ein steiler Steig von der Straße ab, das soll nun mein weiterer Weg sein. Ziemlich gerade zieht der Steig, steil und ohne Pause über schöne Felder und vorbei an alten Städeln.

Schöne Aussicht

Immer wieder fällt mir heute die wunderschöne Natur auf, die überall allgegenwärtig ist. Grillen, Schmetterlinge, Eichhörnchen…

… und bunte Wanderer. Von denen ich aber heute das einzige Exemplar bin. Keine Menschenseele begegnet mir auf dem Anstieg.

Seltene Spezies

Einmal nehme ich eine „falsche“ Abzweigung und muss mich richtig steil hochplagen, als ich den Pfad wieder erreiche bin ich verschwitzt, aber froh.

Endlich wieder am richtigen Weg…

Bei der Archbrandalm (1.696m) mach ich eine kurze Pause und geniee die Aussicht. Und die ist heute trotz oder eben wegen der schönen Wolken wunderbar. Leider zieht manchmal eine Nebelbank ein und versperrt wieder die Sicht ins Inntal.

Archbrandhütte

Ein wenig oberhalb der Hütte befindet sich das schöne Jugendkreuz (1.960m), von dem aus auch eine grandiose Aussicht versprochen wird, wenn nicht gerade Nebelwolken vor dem Kreuze ziehen… ich bin jedoch dankbar, denn die Stimmung ist wunderschön.

Jugendkreuz

Nun wird die Vegetation ein wenig karger, waren hier noch ein paar Almrosen zu sehen, die gerade anfangen zu blühen, ist kurz nach dem Kreuz die typische Bergwiesen mit kurzem Gras, von Fern höre ich immer wieder Gebimmel… von Schafen.

Nun kommt auch mein Ziel in Sicht, das Gipfelkreuz des Rauhen Kopfes (2.308m). ein kurzes Stück muss ich noch über einen einfach Wiesengrat laufen, dann habe ich mein erstes Ziel erreicht. Den Geocache am Gipfel finde ich auch gleich mal, der wurde schon über ein Jahr nicht mehr gelogged.

Blick auf das erste Ziel (Rauher Kopf)

Leider ist die Aussicht nicht so toll, daher mache ich mich gleich auf zum Nachbargipfel, dem Brechten (2.419m). Auch hier ist der Weg sehr einfach, einzig eine Herde Schafe macht mir sorgen. Nicht, daß die Tiere in irgendeiner Art und Weise gefährlich erscheinen, das ist es nicht. Scheinbar habe ich ihr Interesse erweckt und sie wollen mich begutachten. Das behagt mir gar nicht, schon mal, vor vielen Jahren, wurde ich von Schafen, die den Salzstein in meinem Rucksack gerochen hatten, bedrängt… und die Tiere können ganz nett schieben…

Blick ins Inntal

Ich schalte einen höheren Gang ein und entkomme den Schafen. Was aber wahrscheinlich nicht an meiner Geschwindigkeit, sondern eher am einsetzenden Desinteresse der Schafe gelegen haben muss.

Aussicht auf den Brechten

Am Brechten stehe ich nur kurz, ein sehr unspektakulärer Berg, mit einem riesigen, grasigen Gipfelplateau…
Im Abstieg steht noch eines der hartnäckigeren Schafe am Horizont und blöckt mir nach…

Gruß vom letzten Schaf

Nach einer Weile, wie schon im Aufstieg bemerkt, ändert sich die Vegetation, es wird wieder grün und die Almrosen blühen vor sich hin… im Hintergrund gut sichtbar, die Martinswand und der Inn.

Almrosenblüte hoch über dem Inntal

Bald erreiche ich wieder die Archbrandhütte, hier fülle ich meine Wasservorräte ein wenig auf.

Fast wieder bei der Archbrandhütte

Am Schluß mache ich noch eine kleine Abzweigung, denn in der Nähe ist ein Geocache versteckt, den ich auch noch mitnehmen möchte. Heute ist die Bilanz an gefundenen Dosen recht gut und ich bin zufrieden.

Aussicht auf den Weiler Hof und im Tal Inzing

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:45 h
Gesamtlänge: 15,70 km
Höhenmeter: 1.640 m

190923 Kleiner und Großer Bettelwurf [2.726m]

„[…]U. 10 ist der höchste Punkt erreicht. Jetzt erst fliegen die Blicke rings in’s Weite. Blauer Himmel oberhalb und die vorhandenen Wolken über den Gebirgen. Rufe der Freude schallen hernieder rings in’s Thal.“

Carl Gsaller, Österreichischer Alpinist

Um 6:00 Uhr ist Abmarsch, das Dreiergespann, Michi, Max und meine Wenigkeit stehen wieder mal in den Startlöchern. Der vierhöchste Karwendelgipfel ist heute unser Ziel.

Wir wollen über die Bettelwurfhütte [2.077m], den Klettersteig auf den Kleinen Bettelwurf [2.650m] und dann auf den Großen Bettelwurf [2.725m] gehen. Gestartet wird am Hackl, dem Eingang zum geschichtsträchtigen und mir gar so lieben Halltals.

Wir steigen auf dem unteren Fluchtsteig, da es noch recht finster ist sehen wir nicht viel, auf zum Wasserwerk der Hall AG, jenem besonderen Bauwerk, das wegen Muren- und Lawinengefahr in der Berg gebaut wurde und somit heutzutage als sicher gilt. Nun kitzel die Sonne schon die ersten Berggipfel, schön sind sie an zusehen, Speckkarspitze und Lafatscher…

Hier startet der neue Steig auf die Bettelwurfhütte, nachdem der alte Steig dem „Zorn“ der Bettelwurfreise zum Opfer gefallen ist. Steil geht´s erst durch lichten Wald und Latschen, dann erreichen wir auch schon die Reise selber, und gehen im Zickzack, vorbei am Gamsgufel hinauf zum Alten Schlag.

Hier tauchen wir nun wieder ein in die Latschen, da es aber noch relativ kühl ist, ist der Aufstieg angenehm und wir kommen zügig voran. Ich erinnere mich noch an ein Mal, wo ich hier später am Vormittag unterweg war… da war ich richtig ins Schwitzen gekommen.

Vorbei am Juchizer, von hier hat man einen ersten Blick auf die Bettelwurfhütte, und ein paar Gämsen erreichen wir den Quergang zur Hütte. Nun haben wir unser erstes Ziel schon fest vor Augen und nach 2:45 h haben wir endlich die AV-Schutzhaus erreicht. Wir machen nur eine kurze Pause, noch lange ist unser Weg heute

Direkt hinter der Hütte ist der Weg auf den Kleinen Bettelwurf angezeigt, vor uns ist eine größere Gruppe, wie wir später erfahren vom Alpenverein. Abgesehen davon sind noch ein paar Individualisten unterwegs, ansonsten ist es heute recht ruhig. Evtl. spielt das Wetter eine Rolle, besonders sonnig ist es nicht, aber das Wolkenspiel dafür umso schöner und imposanter.

Wir steigen über den Rücken bis zu den Felsbändern auf, dann wird es Zeit, das Klettersteigset anzulegen. Der Steig auf den Kleinen Bettelwurf ist kühn angelegt, nicht besonders schwer, aber entgegen den heute gewohnten Klettersteigen auch nicht durchgehend gesichert. Immer wieder müssen Bereiche bis zum Schwierigkeitsgrad UIAA II- begangen werden. Nicht arg schwierig, aber ungewohnt und auch sehr anregend.

Bänder, kleine Wände, Stufen, wie Bänder… schön zieht sich der Steig direkt Richtung Einschartung zwischen Kleinem und Großem Bettelwurf. Bei dieser müssen wir nochmals ein paar Meter in die entgegengesetzte Richtung, damit wir endlich auf unserem ersten Gipfel stehen. Der Kleine Bettelwurf ist erreicht, nicht ohne kleine Irrwege bei den letzten Metern…

Nun haben wir uns eine „gscheite“ Brotzeit verdient, es ist gerade windstill, zwar keine Sonne, aber aushaltbar. Wir sitzen schlussendlich nicht so lange hier, denn die Kälte kriecht unter das Gewand und die Finder werden taub…

Wir machen uns wieder auf den Weg zurück zur Einschartung, ab hier geht’s nun ein wenig mehr zur Sache. Von der Philosophie, nicht alles mit Stahlseilen abspannen zu müssen, hat sich wenig geändert, aber die Schwierigkeit ist nun ein wenig höher. Tritte sind spärlich, trotzdem kommen wir gut voran… und es macht richtig Spaß.

Ein paar Leute vor und hinter uns sind ohne Klettersteigset am Weg, naja, jeder wie er will. Die meisten Stellen gingen auch ohne, aber zwei, drei Stellen möchte ich ohne KS-Set nicht bewältigen müssen…

Bald schon werden die Schwierigkeiten weniger, wir sind noch auf dem Plateau vom Gipfel und wandern noch auf schönem Steig, nahe am Grat hinauf zum Höchsten Punkt des Massivs. Glücklich erreichen wir den Gipfel des Großen Bettelwurfs [2.736m], einem der wenigen Berge im Karwendel, die die Höhe von 2.700m übersteigt.

Die Aussicht ist grandios, die ersten schweren Wolken sind schon am Pflerscher Tribulaun zu sehen. Der Wetterumschwung wird nicht mehr lange auf sich warten lassen…

Allzu lange bleiben wir nicht, denn die Gipfelhause beim letzten Gipfel war definitiv angenehmer. Der Wind hat aufgefrischt und es ist recht kühl geworden. Also auf ins Tal… es sind noch über 2.000 Höhenmeter runter. Gerade als wir starten wollen, rutscht Michi auf einer Schotterreise aus… puh, das war knapp. Ausrutschen ist hier nie eine gute Idee!

Nun machen wir uns über das Eisengattergrat auf ins Tal. Schnell laufen wir die gut abgesicherte Steiganlage, an den kniffligen Stellen sind Stahlseile. Plötzlich das nächste Unglück… Max rutscht auf einem Stein aus und schlägt sich den Daumen auf, und zwar richtig. Er blutet richtig, daher muss ein Schnellverband drauf… Michi hat das schon im Griff. Bald ist unser Schwerverwundeter versorgt und wir können weiter.

Der Weg zieht sich, aber irgendwann kommt dann doch die Hütte in Reichweite. Vorher sehen wir noch ein paar Gämsen, die auf dem Steiglein stehen. Noch ein Hinweis drauf, das sich das Wetter wohl verschlechtern wird…

Schlussendlich erreichen wir die Hütte und gönnen uns eine Pause mit Speis und Trank. Das Wetter ist wieder ein wenig besser geworden, aber von Schön ist es noch weit entfernt. Wir genießen die Pause auf dem „schönsten Balkon in Innsbrucker Nähe“. Leider sind die Wirtsleute ein wenig gestresst und daher nicht so fein wie sonst. Aber jeder halt mal einen schlechten Tag, das wird schon wieder…

Bei der Hütte haben wir noch ausgemacht, einen Sprung nach St. Magdalena zu schauen, dort ist es auch immer fein zu sitzen. Ein kurzer Gegenanstieg sollte uns wohl nichts ausmachen… von der zweiten Ladhütte bis ‚Magdalena ist es eh nur 10 Minuten… sag ich!

Erst müssen wir mal zur Ladhüttekommen. Wir steigen flott ab, überholen so manche Mannschaft, auch den Innsbrucker Alpenverein. In der Bettelwurfreise nehmen wir fast jede mögliche Abkürzung über den Schotter und haben in Null-Komma-Nix den Talboden bei der Ladhütte erreicht. Obwohl wir schnell gehen, schaffen die die prognostizieren 10 Minuten nach Magdalena knapp nicht, aber das Kaltgetränkt schmeckt dann trotzdem und ich werde nicht angefeindet… a feine Truppe sind wir schon!

Der Schlussweg führt uns dann über den wunderschönen Fluchtsteig hinunter nach Absam, zum Hackl. Unterwegs sehen wir den Schaf-Abtrieb von St. Magdalena, die Tiere müssen jetzt auch wieder ins Tal.

Nach über 9 Stunden erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt. Hier, eine echte Wohltat, hängen wir unsere Füsse ins Kneippbecken, bis sie schmerzen… doch anschließend sind die Beine wieder fit.

Noch ein Blick zurück offenbart die wunderschönen Berge, die wir heute wieder besuchen durften. Einfach herrlich…

Tourendaten
Gesamtdauer: 9:20 h
Gesamtlänge: 21,94 km
Höhenmeter: 2.297 hm

190915 Habicht [3.277m]

Der Hoger in Gschnitz
der Waldraster Spitz
und die Martinswand
sein die Höchsten im Land
– alter Spruch

Der Habicht, im Volksmund auch Hoger genannt, ist schon lange ein Ziel, das ich gerne besteigen möchte. Lange Zeit galt dieser mächtige, markte Block als höchster Berg des Landes. Obwohl dies schon länger widerlegt ist, der Habicht sticht aus der Berglandschaft heraus und stellt ein lohnendes und herausforderndes (Tages-) Ziel dar. Hier die Aussicht vom Zirbenweg (gestrige Tour).

Der Weg vom Gschnitztal über die Innsbrucker Hütte ist ein Langer, daher machen wir uns trotz herbstlich-später Dämmerung früh auf. Um 6:00 Uhr starten wir schon vom Wanderparkplatz kurz nach Gschnitz, mit von der Partie: Michi, Max und ich. Während wir uns noch die Bergschuhe anziehen, geistern eine deutsche Wanderin um uns herum, der wir heute noch öfter begegnen werden.

Der Aufstieg über den Jubiläumssteig ist unspektakulär, aber sehr schön und mit jedem Höhenmeter wird die Aussicht aus besser. Bald schon haben wir eine umfassende Sicht auf die Tribulaune, die Schwarze Wand und die Gargglerin…

Das wären auch mal Ziele, philosophieren wir… zumindest der Gschnitzer Tribulaun ist für uns machbar, der Pflerscher Tribulaun ist dann schon was für Spezialisten… doch all zulange müssen wir nicht überlegen, noch lange ist unser heutiger Weg…

Nachdem wir die Waldgrenze, vorbei an ein paar verfallenen Stadeln, erreicht haben, wird die Rundumsicht doch noch spektakulär… und wir sind noch nicht mal bei der Hälfte, das wäre die Innsbrucker Hütte. Der Weg schmiegt sich schön an den Hang, immer wieder müssen wir kleine Schotterreise überqueren. Sogar eine Steinbock-Geiß sehen wir, die sich nur wiederwillig vom Steig entfernt, als wir ankommen.

Schlussendlich macht der Weg einen großzügigen Bogen nach Rechts und dann erhaschen wir das erste Mal einen Blick auf die Innsbrucker Hütte [2.369m]. Was für ein großer Bau, hier in diesem abgelegenen Teil der Welt…

Bei der Hütte machen wir eine kurze Rast, ohne jedoch einzukehren. Diesen Genuss müssen wir uns erst verdienen… also gibt´s Wasser und Müsliriegel. Direkt hinter der Hütte steilt nun der Weg auf, es wird steiniger, aber nicht weniger interessant… bis zur Hütte war der Wandererstrom noch recht überschaubar, hinter uns war eine Gruppe im Aufstieg, ansonsten waren wir alleine. Nun, ab der Innsbrucker Hütte kommen noch all die Hüttenübernachter dazu, daher sind jetzt doch einige Leute am Wege, wobei es trotzdem keine Verzögerungen gibt.

Der erste Teil ab der Hütte ist ein wenig steiler, teilweise auch mit Seilversicherungen, im weiteren Verlauf legt sich aber das Gelände zurück und es werden wieder normale Wanderwege. Bald erreichen wir den Habichtferner, ein kleines, spaltenfreies Schneefeld, das früher wohl ein mächtiger Gletscher gewesen sein mag. Ohne Probleme können wir am Rande vorbeigehen und erreichen den letzten Aufschwung zum Gipfel.

Die letzten Paar Meter auf den Gipfel sind dann nochmals mit Seil versichert und lassen imposante Tiefblicke auf das Schneefeld zu, dann erreichen wir den höchsten Punkt, den Gipfel des Habichts [3.277m], oder eben auch Hogers. Obwohl einige Leute hier anwesend sind, ist auf dem geräumigen Gipfelplateau auch für uns noch Platz. Andächtig setzen wir uns und genießen die fulminante Rundumschau…

Fast 1,5 Stunden bleiben wir am Gipfel sitzen, genießen eine gute Brotzeit, bestaunen die Bergwelt und genießen einfach das Nichtstun. Und die Aussicht ist wirklich grandios… Wildspitz, Ortler, Marmolada, Zugspitz… und im Süden dominierend, die Tribulaune. Herrlich, einfach nur herrlich…

Nach einer sehr guten Rast machen wir uns wieder auf den Rückweg. Der Tag ist nicht mehr ganz jung und wir wollen ja auch noch bei der Innsbrucker Hütte eine Rast machen. Der Abstieg folgt dem Aufstieg, bald haben wir wieder das Schneefeld erreicht. Hier ist schon manch Unglück passiert, wenn einer den Weg abkürzen wollte und über das Schneefeld abgefahren ist. Wir halten uns an den Umgehungsweg und sind wahrscheinlich auch nicht viel langsamer.

Bald erreichen wir den schwierigsten Teil der Tour, eine Geröllflanke mit Drahtseilversicherung. Nicht wirklich arg, aber auf die Tour bezogen wohl das Anspruchsvollste.

Rasch haben wir auch diesen Teil durchquert, dann sehen wir schon die Hütte vor uns. Endlich, denken wir uns alle Drei… denn durstig sind wir schon! Und ein wenig hungrig… zumindest die Michi. Essen tun wir aber dann alle was… Es ist hier total gemütlich in der Sonne, wir genießen zum zweiten Mal heute das gemütliche zusammensitzen und haben es lustig.

Die Zeit schreitet allerdings voran, und wir müssen aufbrechen, es ist noch ein Stück ins Tal. Am Anfang begleitet uns noch die Sonne und taucht die Landschaft in schönes herbstliches Nachmittagslicht ein…

Irgendwann erreichen wir auch das Auto, es ist nun schon dämmrig, wir beschließen noch, in Trins in der Pizzeria was zu essen, damit schließen wir diesen langen, aber sehr schönen und eindrucksvollen Tag ab… es war wieder ein herrliches Erlebnis in den Tiroler Bergen.

Tourendaten
Gesamtdauer: 7:50 h
Gesamtlänge: 17.97 km
Höhenmeter: 2.017 hm

190904 Ampferstein [2.556m] u. Marchreisenspitze [2.620m]

Der Wetterbericht für die nächsten Tage schaut nicht so rosig aus, heute soll einer der letzten richtig schönen Tage sein. Das will ausgenutzt werden. Ein kurzer Blick auf die Tourenliste enthüllt ein sehr schönes Ziel in den Kalkkögeln. Eine Überschreitung von Ampferstein und Marchreisenspitze solls werden. Wir treffen uns nach der Arbeit um 15:00 Uhr und fahren direkt in die Axamer Lizum. Der Sommer mit den sehr langen Tagen ist leider schon vorbei, daher müssen wir uns ein wenig sputen, um das Vorhaben bei Tageslicht abschließen zu können.

Von der Lizum starten wir direkt hinauf zum Halsl, dem Übergang, der von viele Touren in diesem Gebiet gestreift wird.

Ab hier steilt der Weg auf, den Ampferstein muss man sich schon verdienen. Der Weg ist allerdings sehr leicht und angenehm zu gehen, die Temperaturen sind auch nicht mehr so hoch wie beim Einstieg zum Halsl. Schnell machen wir Höhe, mit jedem gewonnenen Meter wird die Aussicht ins Tiroler Land schöner. Aber auch in der Nähe gibt es viel zu bestaunen.

Bald wird der Weg rassiger, der „Lustige Bergler Steig“ auf den Ampferstein ist ein schöner versicherter Weg, der mancherorts auch als Klettersteig eingetragen ist, aber für den geübten nicht wirklich ein Klettersteigset erfordert.

Kurze Aufschwünge und zwei Rinnen müssen überquert werden, dann ist der erste Gipfel der heutigen Tour erreicht.

Nur kurz bleiben wir auf dem ersten Gipfel, denn der Weg ist noch weit und wir müssen immer den Sonnenstand im Auge behalten. Nachdem wir den weiteren Pfad nicht kennen, das Klettersteigset aber eh im Rucksack haben, beschließen wir, diesen anzulegen, damit wir bei heikleren Passagen schon vorbereitet sind. Zwei Stellen, die ein wenig ausgesetzt sind und ein kleiner Riss stellen jedoch die einzigen Herausforderungen dar.

So manches Bändchen und Wändchen, stellen weise sehr brüchig, erinnern an die Dolomiten. Nicht umsonst werden die Kalkkögel auch oft als die Dolomiten Nordtirols genannt. Es ist kein direkter Weg zum Gipfel, wir müssen eine Weile absteigen, dann geht’s wieder hinauf, immer dem Gipfel zu.

Im Rückblick sehen wir den Ampferstein und noch ein wenig weiter hinten die Saile und den Patscherkofel. Im Unterinntal ist es schon ein wenig diesig.

Der Gipfel ist erreicht und somit auch unser höchster Punkt des Tages, die Marchreisenspitze. Hier gönnen wir uns eine längere Pause, die Rundumsicht ist ein Traum, ebenso sind es die Temperaturen. Gemütlich sitzen wir hier, bestaunen unser schönes Hoamat´l und genießen, dank Michi, Mannerschnitten! Welch ein Genuss.

Die letzten Sonnenstrahlen ermahnen uns, dass der Weg noch nicht ganz zu Ende ist und wir uns sputen sollten. Also packen wir unsere Siebensachen und gehen weiter. Der Weg ist nun unkompliziert, jedoch zieht sich die Strecke, bis wir die Malgrubenscharte erreichen.

Am Himmel spielt sich ein kleines Farbwunder ab, die Dämmerung mit ihren Pastellfarben hat eingesetzt. Schlussendlich erreichen wir auch die Malgrubenscharte und ein besonderer Leckerbissen steht noch an, sozusagen als vorzeitiger Abschluss der Tour. Eine wunderschöne Reisenabfahrt…

Über die olympische Damenabfahrt erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt, den Parkplatz der Lizum. Im „Hotel Lizumerhof“ gönnen wir uns noch ein Weizen, das haben wir uns nach dieser Wunderschönen Tour verdient.

Tourendaten:
Gesamtdauer: 4:48 h
Gesamtlänge: 11,87 km
Höhenmeter: 1.278 hm

190827 Sonnenaufgang Serles [2.717m]

3:00 Uhr – Tagwache! Jaja, wenn man früh auf den Berg will, muss man sich sputen. Heute wollen wir König Serles auf´s Haupt steigen, um dort den Aufgang der Sonne zu bewundern. Um das Ganze auch noch vor der Arbeit unterzubringen, ist ein früher Start angesagt. Mit dem Auto fahren wir bis Maria Waldrast, die Mautstelle hat zwar noch nicht offen, aber das Tor ist in der Nacht (extra) offen gelassen, damit frühere Wandersleut durchkommen. Vorbildlich…

Der Start bei Maria Waldrast ist immer ein wenig mit Wegsuche verbunden, gerade am Anfang merkt man, dass hier viele Pfade zum Ziel führen, und manche eben nicht. Heute haben wir Glück und erwischen gleich den richtigen Weg. Bald sind wir im Latschengürtel und gehen um den Bergfuß herum.

Bald schon erreichen wir das Serlesjöchl [2.384m], hier sind wir trotz früher Stunde nicht mehr die Einzigen. Schon ein paar Lichtkegel ziehen den Berg hinauf und sorgen für eine unwirkliches Stimmung. Und am Horizont sieht man schon einen ersten Silberstreifen. Die Schlüsselstelle, eine kurze Leiter, ist gleich gemeistert.

Nun macht sich schon die Dämmerung bemerkbar, bald schon können wir die Taschenlampen ausschalten und gehen ohne künstliches Licht weiter…

Der Blick ins Tal ist phänomenal, unten ist es sicher noch dunkler als hier bei uns heroben.

Wir sind gut unterwegs, kurz vor dem Gipfel wird die Morgenstimmung immer heller und die Sonne kündigt sich langsam aber sicher an.

Dann erreichen wir auch schon den Gipfel und finden ein schönes Plätzchen mit direktem Blick auf den Sonnenaufgang. Ein gutes Frühstück ist auch im Rucksack, die Michi hat da vorgesorgt… da können meine Müsliriegel wohl im Rucksack bleiben… Gott sei Dank!

Zeitlich besser hätten wir es nicht erwischen können, kaum haben wir es uns gemütlich gemacht, bricht auch schon die Sonne durch… was für ein Schauspiel.

Wir genießen den Sonnenaufgang, schnell macht sich die erste Wärme der Strahlen bemerkbar. Leider muss zumindest ich auf die Arbeit, daher können wir nicht ewig hier bleiben. Wir packen zusammen und machen uns auf den Rückweg. Noch ist es morgendlich kühl, aber das wird sich bald legen…

Je weiter wir ins Tal kommen, desto wärmer wird es, wir sind beim Abstieg genau auf der Sonnenseite, wunderbar…

Wir gehen den gleichen Weg wieder Retour nach Maria Waldrast, dank der Morgenstunde ist es auch noch in den Latschen angenehm. Rasch erreichen wir wieder den Ausgangspunkt unserer Bergtour. An eine Einkehr ist nicht mehr zu denken, ersten wegen der Arbeit, zweitens ist es einfach noch zu früh… daher machen wir dem Herrgott noch unsere Aufwartung, und danken für einen wunderschönen Start in einen neuen Tag.

Tourendaten
Gesamtlänge: 10,15 km
Gesamtdauer: 3:30 h
Höhenmeter: 1.093 hm

190803 Säuling (2.048m)

Einmal im Jahr sollte man als gebürtiger Pflacher auf dem Säuling stehen. Zumindest bilde ich mir das fest ein… 😁.

Nachdem wir am Freitag und Samstag unsere Wiese auf dem Berg gemäht haben, das erste Mal ich mit der Sense, machen wir uns am Sonntag auf, den Gipfel zu erklimmen. Wer sind wir? Letu und meine Wenigkeit.

Nachdem wir gut gefrühstückt haben, packen wir einen kleinen Rucksack, setzten unsere Hüttenhüte auf und gehen los.

Der erste Teil ist auf der Forststrasse, dann erreichen wir den Steig am Bruftgrat entlang. Schnell machen wir Höhe, schon bald erreichen wir das Säulinghaus.

Dieses lassen wir allerdings links liegen und gehen gleich weiter Richtung Sattel. Der Weg ist mittlerweile so speckig, dass man echt aufpassen muss.

Wohlbehalten erreichen wir aber dann doch den Sattel, der Ausblick auf das Alpenvorland ist spektakulär.

Wir bleiben nur kurz stehen, schon fast greifbar ist der Gipfel des Tagesziels. Nur noch 20 Minuten, und wir erreichen, Letu teils unter anerkennenden Blicken der Mitbesteiger, den höchsten Punkt.

Wir machen eine ausgedehnte Pause auf dem Gipfel, es gibt viel zu sehen und es geht kein Lüftchen. Total fein und wunderschön. Wir genießen den Moment.

Doch auch wenn es noch so fein ist, irgendwann müssen wir halt doch wieder ins Tal. Der Abstieg, sehr konzentriert, verläuft ohne Probleme, und dann erreichen wir das Säulinghaus.

Wir gönnen uns ein gutes Essen, das hier sehr gut schmeckt.

So gestärkt erreichen wir nach einem ereignisreichen Tag wieder unseren Ausgangspunkt.

Tourendaten
Gesamtlänge: 8,5 km
Gesamfdauer: 3.50 h
Höhenmeter: 1.181 hm

181020 Koflerjoch (1.861m)

Da der Herbst den Sommer heuer an Genialität ausstechen will, hat es uns bei Kaiserwetter wieder in die Berge getrieben. Und auf unsere Hütte.

Am Vortag, am Freitag, sind wir am Abend nach Reutte gekommen, aber für die Hütte war es dann schon zu spät, daher sind wir bei der Oma geblieben. Gleich in der Früh, nach einem wunderbaren Frühstück sind wir dann auf die Hütte.

Die Sachen waren gleich eingelagert, die Bergstiefel geschnürt, also los, rauf auf das Koflerjoch

Den ersten Teil müssen wir wie letztes Mal auf der Forststrasse überwinden, dann beginnt der schöne Steig. Zuerst gehts hinauf aufs Pflacher Älpele, dann weiter hinauf zum Sattel vor dem Joch.

Hier haben wir eine schöne Aussicht auf den mächtigen und uns wohlbekannten Nachbarn, den Säuling.

Ein paar Meter müssen wir noch aufwärts gehen, dann erreichen wir unser erstes Ziel, den Zunterkopf (1.726m).

Spektakuläre Tiefblicke eröffnen sich hier von dem relativ selten besuchten Kopf. Uns störte nicht, wir genießen die Ruhe und gönnen uns eine gute Jause.

Nach einer ausgedehnten Rast gehen wir in ca. 30 Minuten hinauf zum Koflerjoch, unserem Tagesziel.

Auch hier machen wir eine feine Pause, genießen die Aussicht und ein wenig Faullenzerei!

Als nächste steht die Dürrnberger Alm auf dem Programm. Aber um dorthin zu kommen, müssen wir noch über die Satterköpfe absteigen. Überraschend schnell haben wir die zwei kleinen Gipfel hinter uns gelassen, und schon im nächsten Moment jubeln die zwei Kinder: „Wir sehen die Alm!“

Hier können wir uns ein Erfrischungsgetränk und einen leckeren selber gemachten Kuchen.

Die Sonne scheint angenehm auf die Terrasse, leider weht ein Unangenehmer Wind, der uns leise daran erinnern, welche Jahreszeit schon vor herrscht.

Also packen wir wieder unsere sieben Sachen, das letzte Mal heute, und machen uns auf den Weg zu unserer Hütte. Den Weg, den ich mir aus der Karte gesucht habe, war nicht ganz richtig. Ein totes Ende zeug davon, dass dieser Weg nicht mehr existiert.

Schöne Passagen, die schon lange nicht mehr besucht habe, finden wir auf dem Weg. Auch den Felssturz am Alten Forstweg entdecken wir, dieser kann uns aber nicht mehr aufhalten, wir klettern einfach über den Verbruch.

Schluss endlich erreichten wir unseren Forstweg, der uns direkt zur Hütte führt. Die Freude ist groß, als wir endlich unser Domizil erreichen. Der Grill wird gleich angefeuert, bald schon brutzeln die Bratwürste und lassen uns das Wasser im Munde zusammen laufen.

Das Essen schmeckt nach einem solchen Wandertag natürlich besonders gut, über die Nachtruhe müssen wir heute auch nicht lange streiten, weil schon liegt die Jugend im Bett

Tourendaten
Gesamtdauer: 5:16 h
Gesamtlänge: 13,89 km
Höhenmeter: 1.01

181014 Säuling (2.048m)

Nach einer feinen Nacht auf der Hütte ist heute um 7:00 Uhr Tagwache. Das fällt nicht jedem leicht, am Wochenende so Früh aus der Kiste zu hüpfen, aber wir wollen heute auf den Säuling wandern, gemeinsam mit der Oma, die später zu uns stoßen wird.

Zuerst einmal muß natürlich gut gefrühstückt werden, damit wir auch genügend Kraft für den Tag haben

Wir starten zuerst ein Stück auf dem Forstweg, dann queren wir zum viel schöneren Steig auf den Säuling, der sehr angenehm durch den Wald führt. Der Wald hat ein paar extrem alte Bäume aufzuweisen. Die Oma erinnert sich noch an Zeiten, als der Säuling fast ohne Bäume war…

Bald schon erreichen wir das Säulinghaus, das immer eine gute Einkehr verspricht. Vielleicht schauen wir später noch vorbei, jetzt müssen wir mal weiter. Der Wind ist ein wenig stärker geworden, föhnig blast der Himmelsodem über die Berge…

Der Weg durch die Wand schaffen wir einwandfrei, wobei der Fels unter den hunderten und tausenden Wanderschuhen schon gelitten hat, und zum Teil so glattpoliert ist, daß man sich manchmal fast drinn spiegelt.

Am Sattel angelangt kommen wir in den Genuß der Sonne. Der Wind und der Schatten auf der Aufsteigsseite hat uns ganz gut ausgekühlt, aber jetzt geht es wieder, im Angesicht der Sonne am Firmament. Das Panorama vom Sattel sucht auch seinesgleichen…

Während Oma, Sara und Letu es sich in der Sonne gemütlich machen und dem Wind ausweichen, beschließe ich, noch schnell auf den Gipfel raufzugehen. Es ist ja nicht mehr weit. Schon nach ein paar Schritten befinde ich mit auf der Leeseite des Windes, hier ist es relativ warm für die Jahreszeit. Bald schon stehe ich auf dem Gipfel. Hier verweile ich nur kurz, denn ich möchte auch noch zum eigentlichen Gipfel des Säulings, der 80m östlich, zwar nur mit kleinem Gipfelkreuz, aber dafür mit der echten Höhe.

Lange bleibe ich nicht auf dieser windigen Kanzel, schon bald treibt es mich hinunter zum Sattel, dort treffe ich mich wieder mit der lustigen Wanderschaft… ein kurzer Schluck aus der Wasserflasche und ein Müsliriegel, dann machen wir uns auf den Abstieg durch die Felswand.

Nun sind schon wesentlich mehr Leute am Wege, die das heutige gute Wetter ausnutzen. Zum Glück sind wir früh genug losgegangen…

Auch im Abstieg machen sich die Zwerge sehr gut, und auch die Oma ist noch sehr rüstig und bergtauglich, obwohl sie schon lange nicht mehr auf dem Berg war.

Bald schon erreichen wir wieder das Säulingshaus, eine Einkehr haben wir uns heute redlich verdient. Wieder einmal haben wir Glück, eigentlich ist die Hütte wegen Umbauarbeiten geschlossen, aber auf der Terrasse haben wir noch Platz und bestellen uns was zu trinken.

Nach kurzer Rast brechen wir wieder auf, es geht über den Steig, dann über die Forststraße wieder retour zur Hütte, das Ganze natürlich im Sauseschritt…

Bei der Hütte packen wir rasch unsere Siebensachen, denn wir sind hungrig und im Tal hat meine Schwester uns gutes Essen zubereitet.

Letu ist scheinbar noch nicht ganz ausgelastet, während wir mit dem Auto ins Tal fahren, will er unbedingt den Forstweg noch mit seinen neuen Schuhen ablaufen. Also geben wir ihm ein wenig Vorsprung, dann fahren wir auch los. Auf dem Weg finden wir den Junior nicht mehr, ein Wanderer meint auf meine Frage nur: „Der Kleine ist gerade vorhin wie der Blitz vorbeigelaufen!“. Bei der Schranke entdecken wir den Spaßvogel dann, wie eine Fledermaus hängt er an ebendieser…

Ein wunderschöner Wandertag war das mal wieder, mit sehr feiner Gesellschaft und wunderschöner Umgebung.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:30 h
Gesamtlänge: 10,75 m
Höhenmeter: 963 m

181012 Hüttenspitze (1.858m)

Die Hüttenspitze, einsamer Wächter am Eingang des Halltals steht schon lange auf meinem Programm. Nun ist Herbst, beste Wanderzeit für Touren an der Südseite der Berge.

Start für fast alle Touren im Halltal ist immer beim Hackl. Mit dabei ist heute wieder mal Michaela.

Großer Unterschied heute: wir starten auf der orografisch linken Flussseite, meine ganzen Touren bis jetzt waren immer auf der rechten Seite. Durch angenehmen Wald geht es hinauf zur Halltaler Hütte.

Ein Stück oberhalb von der Hütte treffen wir noch auf den Weg zur Winkler Hütte, der wir aber keine Besuche abstatten. Wir machen auf einer Wiese kurze Pause, dann geht’s weiter den Berg hinauf.

Der Weg wird immer steiler, das hat Vor- und Nachteile. Man macht recht wenig Distanz, dafür umso mehr Höhenmeter, die in die Waden einschießen.

Kurz vor dem Gipfel müssen wir eine steile Rinne hinauf, nicht schwer, aber manchmal ist man um die Hände froh.

Eine längere Schotterreise müssen wir noch überqueren, dann ist der Gipfel zum Greifen nahe und wir haben unser Ziel erreicht.

Hier machen wir eine ausgiebige Gipfelrast, heute ist es warm und windstill, das habe ich schon lange nicht mehr in dieser Form erlebt. Ein Hochgenuss…

Nachdem wir gut geruht haben, kommt der zweite und nun wohl auch ein wenig pfiffigere Teil auf uns zu.

Die Schlüsselstelle, eine Rinde ist bei weitem nicht so schlimm wie wir uns das vorgestellt haben, nicht ausgesetzt, Griffe wie Türgriffe, also alles in allem ein Klacks und natürlich ein Hochgenuss.

Und dann stehen wir schlussendlich dort, an dem Teil, auf den wir uns die ganze Tour schon gefreut haben. Der Einstieg in die Wechselreise.

IMG_0728

Hier erwartet uns nun eine 600 Höhenmeter lange Reisenabfahrt, wie man sie nur selten in diesem Ausmaße findet.

Ein Hochgenuss, der leider viel zu schnell vorbei ist. Wobei man ehrlichkeithalber sagen muss, der allererste Teil der Reise ist nicht besonders angenehm, große Brocken liegen als hinterlistige Stolpersteine im Weg. Doch sind diese ersten paar Meter gut überstanden, geht es mit lauten Juhuu hinunter ins Tal.

Wie gesagt, zu schnell sind wir wieder unten am Weg angelangt, und folgende diesen bis zur Absamer Wasserfassung.

Am Eingang des Halltals tun wir unseren Beinen noch was Gutes, nicht umsonst wurde hier vor Jahren ein Kneippbecken installiert.

Nach dieser tollen Tour mit Michi trennen sich unsere Wege, ich schnappe mir mein abgestelltes Radl und strample mit der letzten verbleibenden Energie hinauf nach Aldrans. Es dämmert schon, die Aussicht auf Innsbruck ist wie immer genial.

Ein feiner Wandertag neigt sich wieder mit vielen schönen Eindrücken dem Ende zu.

Tourendaten

Gesamtdauer: 4:30 h

Gesamtlänge: 11,20 km

Höhenmeter: 1.074 m