Archiv der Kategorie: Bergtouren

180923 B&H Rauchberg [2.480m]

Heute zieht es mich wieder mal ins Oberland, mit einer illustren Runde beschließe ich, auf den Rauchberg zu wandern.
Da heute auch der erste Tag der Rad-WM ist, machen wir uns doch früher auf, als erwartet. Ich treffe Tamara und ihre Schwester in Ötztal-Bahnhof, dann fahren wir weiter nach Obtarrenz. Noch ist die Strasse frei, eine Stunde später werden sich hier die Zweiradprofis tummeln. Ein Parkplatz für das Auto ist bald gefunden, dann geht es mit dem Moutainbike weiter.

Der Weg wurde erst kürzlich repariert, daher ist die Oberfläche angenehm zu fahren. Wir machen gut Höhe, schon bald erreichen wir Sinnesbrunn. Dort am Parkplatz stellen wir unsere Räder an und machen uns wandernd auf zum Sinnenjoch.

Zuerst durch schöne Wälder und noch schönere Lichtungen, erreichen wir zuerst die Kapelle Sinnesbrunn, dann öffnet sich die Vegetation und wir können schon gut unser Ziel für heute sehen.

Bald wird der Weg schmäler, auf dem Steiglein, recht steil angelegt, wandern wir durch ein Latschenfeld.

Das Wetter ist nicht so toll, zumindest gerade im Moment, bei der kurzen Pause am Sinnesjoch kühlen wir ganz nett aus und müssen unsere Jacken gleich mal anziehen. Wir beobachten das Wetter ein wenig, dann fassen wir den Entschluss, weiterzugehen und unser Glück zu versuchen.

Obwohl noch ein paar wenige Tropfen vom Himmel fallen, sind wir doch froh, dass es weitergeht. Der erste Teil zum Rauchberg ist noch einfach, der Steig ist zwar schmal, aber sehr gut zu gehen.

Doch schon nach Kurzem erreichen wir dann die Schlüsselstelle der Tour. Ein steiler Kamin, der hinauf zum Grat und dem weiteren Weg führt.

Conny macht den „Vorstieg“, aber natürlich sind wir ohne Seil unterwegs. Die ersten paar Meter sind brüchig, doch dann wird der Felsen mit ein paar Ausnahmen kompakter und ist fein zu klettern. Das Raufkraxeln macht mir keine Sorgen, aber der Rückweg wird sicher spannend, denke ich mir noch.

Die Rinne verjüngt sich nach oben, und bald haben wir den Grat erreicht.

Ab hier ist wieder ein längeres Stück Gehgelände, das zwar Konzentration erfordert, aber nicht wirklich schwierig ist.

Ein Blick zurück zeigt uns das Sinnesjoch nochmals mit dem wunderschönen Wolkenhimmel. Doch unser Fokus liegt auf dem weiteren Wegverlauf, der sich vor uns ausbreitet. Im Hintergrund sieht man schon den Rauchberg herüberlachen.

Der Weg ist fein zu gehen, trotzdem muss ich immer wieder stehenbleiben und ein paar Eindrücke sammeln und auch fotografieren. Zum Beispiel stehe ich vor einem natürlichlichen Felsenfenster und sehe direkt im Hintergrund den höchsten Berg von Deutschland, die Zugspitze. Einfach wunderschön…

Das Grat wird wieder blockiger und wir müssen immer wieder nach dem Weg suchen, der sich mittels gelber Markierungen manifestiert. Überraschend gut ist hier Weg markiert, wobei die Farbklexe schon älter aussehen.

Manchmal bleibe ich ein wenig zurück, dann erst zeigen sich spektakuläre Perspektiven mit winzigen Kletterern, wobei wir von denen heute und hier die Einzigen sind.

Bald kommt der letzte Aufschwung, nach ca. einer Stunde vom Sinnesjoch, erreichen wir den Gipfel des Rauchbergs [2.480m].

Wir sind zufrieden und setzen uns ein wenig in den Windschatten. Mittlerweile bläst ein starker Westwind immer wieder böeig um den Gipfel. Dem entsprechend wird die Pause auf dem Bergdach kürzer als eigentlich erwartet.

Der Abstieg ist dann schon eine größere Herausforderung zumindest für mich. Während aufwärts alles sehr angenehm zu kraxeln war, ist beim Hinuntergehen jetzt noch mehr konzentration erforderlich. Aber alle Stellen gehen dann doch besser als erwartet.

Einzig die Schlüsselstelle ist noch offen, die kommt aber jeden Moment, da sind wir uns sicher. Leider stellt sich der Einstieg in die Rinne als schwieriger als gedacht heraus, weil wir uns nicht mehr sicher sind, welche Rinne wohl die Richtige ist.

Doch Tamara hat ein gutes Auge für das Gelände, nach ersten Zweifeln lassen wir uns auf *ihre* Rinne ein, und siehe da, wir sind golddrichtig. Obwohl die Rinne nicht ganz trivial ist, und es viel Luft unterm Boden gibt, schaffe wir es alle Drei ohne irgendwelche Probleme (abgesehen vom erhöhten Puls beim einen oder anderen).

Der weitere Weg zum Sinnesjoch und weiter Richtung Fahrräder ist der Selbe wie im Aufstieg.

Wir kommen noch beim der Kapelle beim Sinnenbrunn vorbei, dort schauen wir uns das kleine Gotteshaus an und danken dem Herrn für eine wunderschöne Tour.

Der letzte Teil dann, mit dem Radl ins Tal, ist reiner Spaßfaktor, der die „Bike&Hike“-Touren so angenehm macht. Man spart sich, wenn man eh schon müde ist, noch einen langen Talhatscher…

Danke an die feine Wandersrunde, die mir wieder mal sehr viel Spaß gemacht.

Tourendaten Bike
Gesamtlänge: 7,2 km
Gesamtdauer: 0:50 h
Höhenmeter: 385 m

Tourendaten Hike
Gesamtlänge: 12,00 km
Gesamtdauer: 5:50 h
Höhenmeter: 1.215 m

180822 Ampferstein (2.556m)

Wieder ein schöner Tag, wieder eine Möglichkeit, die tolle Tiroler Bergwelt zu erkunden. Es geht in die Kalkkögel, genauer gesagt auf den Ampferstein, mit Option auf die Marchreisenspitze. Mit von der Partie ist wieder mal Tamara, mit der ich heuer schon ein paar schöne Bergtouren machten durfte.

Wir starten am Parkplatz der Axamer Lizum, hinter dem unsäglich hässlichen, wenngleich fast schon legendärem Olypmiahotel geht’s auch gleich bergauf, Richtung Halsl (1.992m).

Tamara legt ein gutes Tempo vor, daher kommen wir rasch weiter. Es ist drückend schwül, aber das Wetter schaut zumindest hier noch stabil aus. Weiter weg, im Unter- und Oberland brauen sich schon Wolkenbänke auf, doch die stressen uns noch nicht.

Unterwegs treffen wir einen, übrigens den einzigen Wanderer bei der heutigen Tour, der uns rät, umzudrehen, weil das Wetter wohl nicht halten wird. Gott sei Dank sind wir manchmal Beratungsresistent und gehen weiter.

Am Halsl wird nochmals die Lage gecheckt, wir sind uns einig, dass das Wetter hält. Also weiter hinauf, den Steig. Dieser steilt nun ein wenig auf, es wird schottrig, aber trotzdem fein zu gehen. Kaum sind wir losgegangen, sendet uns Petrus einen Gruß, ein leises Donnergrollen aus dem Wipptal erinnert uns daran, das Wetter im Auge zu behalten.

Überrascht, dass man doch eine Weile über den „Buckel“ des Ampfersteins marschieren muss, erreichen wir schlussendlich den „Lustigen-Bergler-Steig“, einen sehr leichten Klettersteig, den wir ohne KS-Ausrüstung, aber dafür auf Empfehlung von mehreren Seiten, zumindest mit Helm gehen.

Nette Kletterstellen wechseln sich mit Gehstrecken in der wunderschönen Arena der Kalkkögel ab.

Ich genieße jeden Schritt in dieser urtümlichen Landschaft, die so gar nicht nach Nordtirol passen will. Überall Türmchen, Bänder, und natürlich viel Geröll…

Die letzten Meter vor dem Gipfel sind dann wieder sehr einfach, und bald schon haben wir den Gipfel des Ampfersteins (2.556m) erreicht.

Eine Tiroler Flagge weht vom Gipfelkreuz, hier war ein Patriot am Werke…

Nun wird erst mal eine Pause gemacht, Tamara packt einen wunderbaren „Grantenschnaps“ aus, den wir uns auf der Zunge zergehen lassen.

Dann wird der obligatorische Blick gen Himmel, zu den Wolken gemacht. Wir sitzen auf dem Ampferstein wie auf einer Sonneninsel. Über dem Patscherkofel, im Oberland bei Telfs und im gesamten Unterland, aber auch im Wipptal gehen überall Schauer nieder, während wir die feinste Sonne genießen.

Unsere Beobachtungen konzentrieren sich auf das Unwetter bei Telfs, denn wir sind der einhelligen Meinung, dass das das einzige Wetter mit „Potential“ ist. Der Regen rückt immer näher, ein paar Donnergroller haben wir schon auch gehört, da rückt das Vorhaben, die Marchreisenspitze mitzunehmen, schon wieder in weitere Ferne.

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Ganz unschlüssig bleiben wir noch 10 Minuten auf dem Gipfel, doch irgendwann sind wir uns dann doch handelseins… die Marchreisenspitze lassen wir heute sausen, zu unsicher ist das Wetter. Ein bisschen wehmütig schauen wir nochmals zu dem beeindruckenden Koloss hinüber, dann machen wir uns über den „Lustigen-Bergler-Steig“ wieder an den Abstieg.

Obwohl wir beim mehrmaligen Rückblick doch hadern, ob die Entscheidung zur Rückkehr die Richtige war, werden wir unsere Entschluss am Parkplatz dann nicht bedauern.

Der Abstieg ist kurzweilig, schon bald erreichen wir wieder das Halsl. Der weitere Weg zum Parkplatz belohnt uns noch ein paar Mal mit schönen Aussichten auf das Tiroler Land und auf die spannenden Wolkenspiele am Himmel.

Am Parkplatz angekommen, wollen wir erst noch hier in der Hütte was trinken, die hat aber leider geschlossen. Also setzen wir uns ins Auto, um loszufahren… und dann macht es schon das erste Mal „Klatsch“, ein dicker Regentropfen schlägt auf die Windschutzscheibe… dann noch einer und noch einer! Haben wir ein Glück gehabt…

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In Innsbruck, Tamara hat noch ein wenig Zeit bis zum Zug, kehren wir in der „Kantine“ auf ein Bier ein. Hier treffen wir noch zwei bekannte Gesichter, Spaß am Schluss der Tour ist garantiert.

Wieder einmal haben wir ein wunderschönes Bergerlebnis gehabt, das mir noch länger in Erinnerung bleiben wird.

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:12 h
Gesamtlänge: 9,00 km
Höhenmeter: 1.012 m

180714 Serles (2.717m)

Gerade letzte Woche war ich auf der Serles, heute gehts schon wieder auf den „Altar von Tirol“. Während ich das letzte Mal mit Letu am Weg war, sind heute Solomon, Rashid, Sara mit mir am Weg. Letu ist heute auf einer Geburtstagsfeier eingeladen und daher verhindert. Daher sind wir letzte Woche „vorgegangen“.

Wir starten heute ein wenig früher als letztes Mal, um 7:30 sind wir schon von zu Hause weg. Es nieselt ganz leicht, aber dem Wetterbericht nach soll dies nur nördlich des Inns zutreffen, ein Blick in den Süden verspricht besseres Wetter.

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Bis Maria Waldrast fahren wir wieder mit dem Auto, dann machen wir uns auf, den Gipfel zu erklimmen. Erst gehts durch den Wald, ein wenig steiler, dann kommt die lange Querung mit den drei Schotterreisen.

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Alles schaffen wir mit Bravour, und schon bald kommen wir in Sichtweite des Serlesjöchls (2.384m).

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Hier machen wir eine kurze Pause, bevor wir die Stufe in Angriff nehmen. Unter uns ist eine richtige Menschenschlange im Anmarsch, daher beschließen wir gleich aufzubrechen, damit wir an der Leiter keine allzulange Wartezeit haben.

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Zum Glück müssen wir gar nicht warten, wir können gleich die Stufen rauf. Hier zeigt sich zum ersten Mal, daß Solomon eben nicht so oft auf dem Berge ist. Trotz Ungeübtheit schafft er die Stelle ohne Probleme.

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Der Weg zum Gipfel ist dann wieder einfach, einzig kurze Kraxelstellen, einmal mit Seilversicherung sind zu meistern.

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Alles geht gut. Einzig die Kondition macht Solo zu schaffen, die letzen 15 Minuten auf den Gipfel scheinen ihn zu quälen.

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Am Gipfel der Serles (2.717m) sind alle Strapazen vergessen, die Aussicht grandios. Einige Leute, die mit uns aufgestiegen sind, gratulieren im Besonderen Solo, was ihn sichtlich freut. Auf die Leistung kann er auf jeden Fall stolz sein.

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Nach einer ausgedehnten Pause machen wir uns wieder auf den Hinunterweg. Das stellt sich als schwieriger als der Aufstieg heraus.

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Solo muß bei einigen Stellen extrem langsam tun, da er sich recht unsicher fühlt. Rashid im Gegensatz hüpft herum wie eine Gemse… und Sara muß ich sogar ein wenig einbremsen.

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Die letzte Schwierigkeit, die Stufe, meistern wir dann auch noch, dann geht es ins Tal. Der Weg ist nun lange, aber eben nicht mehr schwierig.

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Solos Knie macht Probleme, daher ist ihm das Geradeauslaufen lieber als die Abwärtpassagen.

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„Runter kommt man so oder so…“, das Motto von Solo erfüllt sich dann nach langem Marsch, als wir wieder bei Maria Waldrast, glücklich und zufrieden ankommen. Speziell für Solo war es ein Highlight des Urlaubs, aber sicher auch die anstrengenste Aktion.

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Beim Gasthaus gönnen wir uns noch eine gute Hauswurst und ein Bier, dabei wird der Energiespeicher wieder gefüllt.

Eine wunderschöne Tour, die allen sehr viel Spaß gemacht hat.

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Tourendaten
Gesamtlänge: 9,46 km
Gesamtdauer: 6:00 h
Höhenmeter: 1.048 m

180713 Karkopf (2.469m) über „Das Geheimnis der Gallier (III+/IV)“

Schon länger wollte ich mal eine sehr einfache alpine Kletterei unternehmen, da bin ich über „Das Geheimnis der Gallier“ gestolpert. Schnell war diese Unternehmung auf meiner „ToDo-Liste“ gelandet, aber irgendwie hat es nie geklappt.

Am heuigen Freitag hatte ich dann endlich die Gelegenheit, dieses Unternehmen anzugehen. Tamara hatte sich, obwohl sie schon länger nicht mehr geklettert war, bereiterklärt, hier mit zu gehen.

Wir fahren mit dem Auto bis zum Parkplatz vor dem Strassberghaus. Von dort wandern wir bei sehr sommerlichen Temperaturen erst zum Strassberghaus und dann weiter zur Neuen Alplhütte.

Hier steilt der Weg ein wenig auf, und es geht Richtung Wetterkreuz. Durch die Latschen, ich schwitze wie schon lange nicht mehr, erreichen wir bald das schöne Kreuz.

Wir gehen noch ein paar Meter auf dem Weg zum Karkopf, dann erreichen wir ein großes Schotterfeld. Hier steigen wir ab, zum Einstieg.

Wir sehen schon unser Ziel, doch zuerst müssen wir noch ein Schneefeld queren. Zum Glück ist die Oberfläche durch die Temperaturen weich, daher ist der Übergang auch mit den Zustiegsschuhen gut machbar.

Dann stehen wir endlich vor dem Einstieg, vor uns stehen zwei Gemsen und schauen uns interessiert zu. Zuerst wird eine kleine Pause gemacht, dann ziehen wir das Kletterzeug an.

Jetzt gehts los, die letzten Einweisungen für Tamara, zwecks Standplatz sind erledigt und den Partnercheck haben wir auch gemacht.

Die erste Seillänge, je noch Topo ist ein feiner IIer, dann komme ich auch schon zum Standplatz. Die Kletterei ist einfach, aber macht Spaß.

Die Tour ist gut abgesichert, es fehlen allerdings immer wieder Laschen bei den Bohrhacken. Mich stört das nicht, das Gelände ist nicht schwer und daher machen die längeren Hackenstände auch nicht wirklich Stress.

Insgesamt klettern wir acht Seillängen, die schwierigste ist zwischen III+ und IV, ich tue mich bei diesen Bewertungen sehr schwer, daher kann ich nur wiedergeben, was das Topo sagt.

Die „Glatte Wand“ ist für mich die schönste, wenn auch schwerste Seillänge. Aber eben, wie gesagt, richtig schwer ist es hier nirgends.

Die Gemsen, die wir am Anfang gesehen haben, sind weg, erst später am Gipfel werden wir die zwei neugirigen Wesen wieder treffen.

Ich bin recht froh, denn würden die Tiere über uns in der Wand rumhüpfen, wäre Steinschlag vorprogrammiert.

Die letzte Seillänge nach der „Glatten Wand“ ist einfach, trotzdem sichere ich den ersten Teil, aber dieses Unterfangen lassen wir bald schon wieder bleiben.

Dann erreichen wir den Normalweg auf den Karkopf. Das Seil wird hinter einem Stein versteckt, das möchte ich nicht bis zum Gipfel raufschleppen.

Obwohl der Weg als „Roter Wanderweg“ ausgeschildert ist, finde wir beiden nicht, daß diese Klassifizierung richtig ist. Für uns zwar kein Problem, der Weg ist gut, sind doch immer wieder versicherte Stellen auf dem Weg zum Gipfel, die eher für einen schwarzen Weg sprechen.

Nach einer Stunde vom Ausstieg der Kletterei erreichen wir den Gipfel des Karkopfs (2.469m). Wir setzen uns hin, die schwarzen Wolken, die wir vorher im Aufstieg beobachtet hatten, haben sich verzogen. Es ist Windstill und dem entsprechend auch fein. Die Aussicht ist zwar nicht berauschend, aber besser als bei unserem letzten Unternehmen.

Kurz vor dem Gipfel haben wir einen einsamen Rucksack gefunden, im Gipfelbuch finden wir einen Eintrag, daß zwei Personen heute auf dem Gipfel übernachten wollen. Wir sehen die zwei Deutschen allerdings nicht, ein wenig dubios ist die Situation schon. Aber da diese zu Zweit sind, machen wir uns, nachdem wir in die Rinnen um den Gipfel geschaut haben, keine Sorgen mehr. Vielleicht sind sie noch ein wenig weitergeklettert.

Der Abstieg gestaltet sich dann auch angenehm, das Seil hinter dem Stein wird von uns aber nicht gleich gefunden. Alle Steine schauen gleich aus. Doch dann ist auch dieses Problem gelöst und wir machen uns auf ins Tal.

Wir nehmen nicht den gleichen Abstieg, sondern gehen übers „Gratl“ und Hintereggen Richtung Tal. Der Abstieg ist teilweise spannend, aber gut zu gehen. Nachdem uns vor einiger Zeit schon das Wasser ausgegangen ist, sind wir dementsprechen froh, als wir zu einer kleinen Quelle kommen. Dass das Wasser ein wenig nach Eisen schmeckt, ist uns egal.

Bei einer Abzweigung nehmen wir den linken Weg, schlußendlich sind wir uns aber später nicht sicher, ob das wirklich die kurze Variante war. Der Weg ist wunderschön, über „Sieben Städel“ und das „Geiernest“ erreichen wir um 21:30 wieder das Strassberghaus.

Hier gönnen wir uns ein Isogetränk, die Küche ist leider geschlossen. Wir lassen den schönen Tag revue passieren, neben uns spiel ein junger Mann Ziehharmonika. Das war eine tolle Tour, da sind wir uns einig. So etwas würden wir gerne wieder mal machen.

Tourendaten
Gesamtdauer: 10:00 h
Gesamtlänge: 17,91 km
Höhenmeter: 1.576 m

180708 Serles (2.717m)

Lange schon stand sie Serles wieder auf dem Programm, dieses Mal mit Letu. Im Vorfeld war mir schon bewusst, das die Strecke dem Bub auf die Substanz gehen würde, aber jedes Mal, wenn wir nach Innsbruck oder ins Wipptal fahren, stand schon der Spruch im Raume „Papa, wann gehen wir zwei auf die Serles“.Nach einem herzhaften Frühstück fahren wir über die Autobahn mit erfrischend wenig Verkehr nach Maria Waldrast. Obwohl wir nicht so früh ankommen, sind doch nur überschaubare Menschenmassen vor Ort.

Das hatte ich mir schlimmer vorgestellt. Das Wetter ist schaut nicht berauschend aus, aber das ist jetzt nebensächlich.Hinter dem Kloster und dem Parkplatz gehen wir nach links weg, hinauf in den lichten Wald.

Hier ist es erst recht steil, doch schon bald flacht der Weg ab, es geht über Latschenfelder hinüber zum Serlesjöchl (2.384m).

Einzig der letzte Aufschwung zum Jöchl ist steiler, und hier muss ich Letu das erste Mal ein wenig motivieren.

Kaum oben angekommen, sagt eine sportliche Frau zu Letu: „Harrschaft, du bischt aber a guater Bergsteiger, so wia du do aufimarschiert bischt…“.

Ein Leuchten in den Augen zeigt die neu gewonnene Motivation an, und nach einer kurzen Pause meint er von sich aus: „Papa, kumm, pack ma´s“…

Gleich hinter dem Serlesjöchl ist die Schlüsselstelle, ein Felsriegel mit einer Leiter, nichts Wildes, aber da der Berg so gut besucht ist, schon relativ speckig. Daher muß man seine Schritte gut wählen. Während Letu vorklettert, übernehme ich hinter im die „Sicherungsaufgabe“. Und gut ist es gegangen.

Kurze Klettereinlagen auf dem Weg zum Gipfel stellen keine Herausforderung dar und schon bald sind wir in Sichtweite des Gipfelkreuzes.

Die Freude steht Letu ins Gesicht geschrieben, aber auch ein wenig Müdigkeit. Der Gipfel der Serles (2.717m) ist erreicht.

Das sind immerhin über 1.000m im Aufstieg. Das ist in meinen Augen schon eine Leistung, auf die er (und ich natürlich auch) stolz sein kann.

Wir gönnen uns eine ausgedehnte Pause auf dem Gipfel, die Aussicht ist zwar nicht berauschend, aber im Dunst erkennen wir sogar Aldrans, der Patscherkofel ist nicht fern und unter uns Maria Waldrast.

Wir haben uns ein etwas windstilles Plätzchen am Gipfel ausgesucht, daher können wir eine Zeit lang bleiben, aber trotzdem ist das Wetter heute nicht so toll, als daß man hier Stunden bleiben möchte.

Der Abstieg erfordert nochmals Konzentration von uns, zu leicht rutscht man auf dem feinen Geröll ab.

Unterwegs sehen wir einen Paragleiter, der verzweifelt versucht, seinen Schirm in die Höhe zu bringen. Nachdem wir dem Wagnis eine Weile zugeschaut haben, gehen wir weiter. Das wird wohl nicht so schnell was…

Am Serlesjöchl machen wir nochmals eine kurze Pause, dann marschieren wir wieder los. Nächstes Ziel wird Maria Waldrast sein, dort werden wir uns was gönnen.

Der Latschengürtel ist rasch gequert, dann noch durch den feinen Wald, der angenehm duftet. Schlußendlich erreichen wir das Kloster.

Ein Blick in die Kirch mit einem kurzen Dankgebet darf hier nicht fehlen. Wir verhalten uns ganz unauffällig, weil gerade eine Messe gefeiert wird. Müde und zufrieden setzen wir uns in die Gaststätte. Es gibt ein Kinderwienerschnitzel und eine Hauswurst mit Kartoffel und Kraut.

Volle gut.Nach der Stärkung ist der Letu dann auch schon wieder am Spielplatz, die Strapazen sind vergessen.

Sohnemann, das hast du toll gemacht! Ich bin stolz auf dich!

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:00 h
Gesamtlänge: 11,10 km
Höhenmeter: 1.037 m

180701 Große Ochsenwand (2.700m)

Es ist wieder mal Sonntag und eine Tour steht an. Heute geht’s mit dem Papa auf die Große Ochsenwand. Eigentlich sollte es der 5-Gipfel-Klettersteig im Rofan werden, aber nachdem der Roßkopf, der längste Teil des Klettersteigs zur Zeit wegen eines Felsabbruchs gesperrt ist, suchten wir uns eine Alternative. Und das sollte dann der Schlicker Klettersteig auf die Ochsenwand werden. Wir starten heute gemütlich mit der Seilbahn von Fulpmes hinauf zum „Panoramarestaurant Kreuzjoch (2.136m).

Von dort ist der Weg zum Ochsenwand-Klettersteig schon gut ausgeschildert. Zuerst machen wir mal (minus) 300 Höhenmeter, das heißt, es geht mal wieder runter. Im Hintergrund ist schon „unsere“ Wand zu sehen.

Das ist auch selten, aber das gibt´s. Oberhalb der Zirmachalm erreichen wir den Einstieg ins Kar zum Klettersteig. Die wenigen Höhenmeter bis zur roten Markierung bringen wir rasch hinter uns, teils auch ohne Weg, der hier in letzter Zeit ein wenig gelitten hat.

Am Einstieg sind schon zwei Personen beim Herrichten, das heißt für uns, eine kurze Pause machen, sonnencremen und dann das Kletterzeug anziehen. Als wir fertig sind, ist das ältere Pärchen vor uns schon eingestiegen und ein paar Höhenmeter raufgeklettert.

Der Einstieg stellt auch gleich die schwerste Stelle des Klettersteiges dar, wenn gleich das nur auf die Kletterschwierigkeiten bezogen ist. Da man sich hier noch sehr nahe zum rettenden Boden befindet, ist die Kletterei ohne Probleme.

Der Steig zieht dann relativ direkt hinauf in die Wand, die ganze Anlage ist gut in Schuss, wenngleich man dem Steig, obwohl vorbildlich saniert, das Alter schon ein wenig ansieht.

Der Schlicker Klettersteig zählt zu den ältesten Kletteranlagen in Tirol.

Nachdem der erste längere Teil des Steigs durchklettert ist, kommt eine Gehstrecke, die immer wieder von kurzen, einfachen Kletterstellen, teils auch ungesichert, unterbrochen ist. Eine sehr originelle Stelle ist der sogenannte Spreizschritt, den man sehr einfach überklettern kann.

Dann schlängelt sich der Pfad am Grat entlang hinauf zum Gipfel.

Aufziehender Nebel kurz vor dem Gipfel lässt uns kurz zaudern, aber am Gipfel angekommen ist es fast windstill, und schon bald reißt der Nebel auf.

Die Fernsicht ist nicht berauschend, aber im Nahbereich können wir viele schon begangene und zukünftige Ziele ausmachen… das sind Gipfel für 10 Menschenleben… Kurz nach uns kommt noch ein holländischer Mann, ein Student aus Innsbruck am Gipfel an. Wir unterhalten uns eine Weile, dann macht sich Karsten wieder auf, während wir noch fünf Minuten am Gipfel verweilen.

So fein es heute hier auch ist, wir müssen wieder ins Tal, der Weg ist noch lange, wir haben noch einen Abstiegsklettersteig bis zur Alpenklubscharte vor uns, und dann müssen wir auch noch die Seilbahn erreichen. Also los, sagen wir uns und marschieren. Zwei Personen sind noch am Gipfel, das ältere Pärchen, das wir schon beim Einstieg gesehen hatten. Wir verabschieden uns, dann geht es über einen schönen, leichten Grat bergab. Eine Stelle gefällt mir besonders, daher will ich mein iPhone auspacken, da packt mich ein Schrecken… es ist nicht mehr da. Auweh, denke ich mir, das habe ich jetzt auf dem Gipfel liegen gelassen. Also nochmals ein paar Meter zurück, zum Glück sind wir noch nicht weit gegangen… und da liegt es auch noch und harret seinem Besitzer.

Der weitere Abstieg ist zuerst auf gut gangbaren Serpentinen, dann kommt der Abstiegsklettersteig, der aber auch keine größeren Schwierigkeiten aufweist.

Die Aussicht ist wie immer phänomenal, einige Kletterstellen sind es auch.

Einen Klettersteig absteigen ist einfach anders, als der Aufstieg. Aber ohne Probleme erreichen wir nach einer Weile die Alpenklubscharte.

Hier entledigen wir uns des Klettersteigsets und schauen nochmals zurück. Wo sind wir da wohl gewesen, in der abweisenden Wand? Plötzlich sehen wir das ältere Pärchen, das auch im Abstieg ist. Schaut wilder aus, als es ist…

Von der Alpenklubscharte zieht der Weg in schönen Serpentinen, über Bergwiesen und Latschenfeldern hinunter zur Schlicker Alm. Wir gehen weiter, zuerst am Forstweg, dann noch auf einem Waldweg hinab zur Bruggeralm und der gleich nebenan gelegenen Mittelstation der Kreuzjochbahn.

Welch ein Glück, die Bahn fährt noch, wir haben es auf zehn Minuten vor Betriebsende geschafft. Ansonsten wäre uns noch ein weiterer Fußmarsch nach Fulpmes bevorgestanden. So strecken wir unsere Füße aus und lassen uns hinunter ins Tal karren.

Beim Auto werden die Schuhe gegen feinere, leichtere Fußbekleidung getauscht, auf dem Weg nach Hause bleiben wir noch am Grünwalderhof stehen. Die Sonnenterasse ist heute nicht besonders voll, daher bekommen wir einen Logenplatz über dem Wipptal und Stubai. Obwohl die Fernsicht nicht so toll ist, genießen wir die Aussicht bei einem Bier. Die anschließende Rechnung vergällt uns aber nur peripher den wunderschönen Tag.

Es war eine wunderschöne Tour, die wir heute gemeinsam machen konnten, und es hat mir viel Spaß gemacht.

Tourendaten
Gesamtlänge: 13,89 km
Gesamtdauer: 5:50 h
Höhenmeter: 1.151 m
KS-Rating: C/D

180622 Hochreichkopf (3.010m)

Dieses Mal verschlägt es mich in eine Gegend, in der ich noch nicht unterwegs war… zumindest nicht im Sommer. Es geht ins Ötztal, genauer gesagt auf den Hochreichkopf. Ich habe mich mit Tamara in Ötztal Bahnhof verabredet, von dort fahren wir nach Niederthai, dort soll unsere Wanderung starten.

Der erste Teil der Wanderung unspektakurär durch das Horlachtal auf einer Forststraße, dabei kommen wir an der Touristenfalle „Larstigalm“ vorbei. Ein wenig schmunzeln muss ich schon, als mir Tamara das mit der Falle erklärt.

Bald schon kommt die Schweinfurther Hütte in Sicht, die wir jedoch nicht besuchen, sondern einen Schwenker nach Links hinauf Richtung Finstertal-Alm machen. Wolken ziehen immer wieder am Himmel durch, aber der Wetterbericht hat bis zum Nachmittag gutes Wetter vorhergesagt, das sich dann auch bewahrheiten soll.

Ab der Abzweigung steilt der Weg ein wenig auf, nun haben sich die letzten Wolken verzogen und ein wunderschöner blauer Himmel tut sich vor uns auf. Vorbei an einem rauschenden Bach erreichen wir die Finterstal-Alm (2.142m).

Hier begegnen wir 3 Deutschen, die von der Schweinsfurther Hütte losgegangen sind und auch auf den Hochreichkopf wollen. Zuerst marschieren sie an uns vorbei, doch dann, Dank guter Tempovorgabe von Tamara, holen wir die 3 bald wieder ein und sichern uns wieder die Pol-Position.

Durch verblocketes Gelände, aber immer auf schönem Steiglein machen wir gut Höhe. Die Aussicht ist phantastisch und das Wetter spiel auch noch gut mit. Tamara erklärt mir mit einer Eselsgeduld die Namen aller Umliegenden Berge: Strahlkogel, Hohe Wasserfalle, Sulzkogel usw. aber immer wieder muß ich nachfragen, weil ich mir´s Dank der Fülle an Eindrücken einfach nicht merken kann.
Bald erreichen wir das „Kleine Hairlacher Steinkar“, die Höhe macht sich nun langsam bemerkbar, wir befinden uns schon auf 2.600m, und der Schnee will sich in diesen Höhen noch nicht wirklich vom Jahre 2018 verabschieden.

Der Schnee ist griffig, schon fast ein wenig batzig, aber das Gehen ist unproblematisch. Einzig aufzupassen ist auf die kleinen Seen, die sich in den Senken gebildet haben. Diese könnten rasch zur bösen Falle werden. Großräumig umgehen wir diese gut sichtbaren Stellen.

Die eigentliche Herausforderung ist dann der Aufsteig zur Hochreich-Scharte (2.912m). Der Weg, wenn man ihn als solchen noch bezeichnen darf, ist immer wieder mit Altschneeresten verdeckt, daher umgehen wir diese Stellen, meist in der Direttisima-Variante. Doch auch da, wo der Weg gut sichtbar ist, ist die Beschaffenheit des Weges mehr schlecht als recht. Hier hat der letzte Regen ganze Arbeit geleistet.

Überraschend gut geht der Aufstieg dann doch vonstatten, das hat von unten viel „wilder“ ausgeschaut, als es dann ist. Bald erreichen wir die Hochreich-Scharte, von der aus der Weg hinauf zu unserem Tagesziel, der Hochreichspitze abzweigt.

Am Gipfel bläst ein kalter Nordwind, wie schon im Wetterbericht vermerkt worden ist. Wir suchen uns eine windgeschütze Stelle, an der wer unsere mitgebrachte Jause genießen. Sobald man aus dem Wind heraus ist, ist es richtig fein. Eine Jacke wird trotzdem genötigt, es sind immerhin 3.000m. Im Anschluß an die Pause steigen wir auf der Nordwestseite hinab ins Tal, auf dem Wilhelm-Oltrogge-Weg. Der Steig ist schön angelegt, aber an manchen Stellen sollte man auf jeden Fall schwindelfrei sein.

Eine knifflige Stelle ist der Übergang über ein recht steiles Firnfeld, das wir aber gut meistern. Ein Rutscher an dieser Stelle wäre sehr unangenehm, man würde sich hier den Abstieg nach Umhausen mit ziemlicher Sicherheit sparen können.

Ab hier wird der Weg aber immer feiner zu gehen, Schneefelder sind keine mehr im Wege, und der Steig ist gut zu finden. Wir erreichen, nachdem wir eine Weile auf dem einfachen Grasgrat laufen eine Erhöhung mit dem lustigen Namen „Lauser (2.611m)“.

Hier machen wir noch eine gemüliche Pause, bevor es hinunter nach Farst geht.

Der weitere Weg ist zuerst noch am Grat entlang. Wir schauen gerade auf den Piburger See hinunter, der wunderschön im Walde eingebettet ist, als plötzlich direkt vor uns eine Schneehuhnmama mit ihrem Kücken hochschreckt. Schneehühner habe ich schon öfter gesehen, aber noch nie mit Kücken.

Nachdem wir noch an einer Schafherde und an der Hohen Warte (2.371m) vorbeigekommen sind, wo wir auch eine Weile nach dem Weg Ausschau halten müssen. Durch wunderschöne Alpenrosen erreichen wir wieder den Steig Richtung Reichalm (1.962m).

Leider ist niemand zu Hause, hier wäre die Tante von Tamara manchmal zugegen, daher steigen wir weiter ab.

Das nächste Steiglein, dessen Einstieg wir auch eine Weile suchen, führt uns dann auf direktem Weg ins Hochdorf Farst.

Dort hat das Wirtshaus offen, daher beschließen wir hier eine weitere Pause mit Stärkung einzulegen.

Die Wirtin ist ein besonders feiner Mensch, und lange unterhalten wir uns, während es immer kühler wird.

Bald wird es Zeit, den Heimweg anzutreten, immerhin sind wir schon seit 7:30 Uhr auf dem Weg. Die Tour nimmt ein ebenso unspektakuläres Ende, wie alles begonnen hat. Die Straße von Farst ins Tal, wohlgemerkt erst in den 90ern des letzten Jahrtausends fertiggestellt, zieht in langen Serpentinen hinunter nach Umhausen. Ein Forststraßenhatsch halt…

Immerhin erreichen wir wohlbehalten das Tal, Tamara hat dort ihr Auto geparkt, mit dem wir dann wieder zurück nach Niederthai fahren. So schließt sich die Runde. Wunderbar wars.

Tourendaten
Gesamtlänge: 14,20 km
Gesamtdauer: 8:00 h
Höhenmeter: 1.629 m

180615 Sonnenstein (2.442m)

Wie startet man am Besten ins wohlverdiente Wochenende. Genau… man macht eine feine Bergtour. Heute gehts mit Tamara auf den Sonnenstein. Schon lange steht dieser Nachbar der Serles auf meiner Liste.

Selten begangen, daher findet man auch nicht arg viel Information. Doch irgendwie lockte mich dieser Berg schon seit Längerem. Und heute ist es soweit.

Von der Arbeit fahren wir zuerst zur Medrazer Stille, dort vom Parkplatz gehts dann gleich los. Vorbei an der Blutschwitzerkapelle in zuerst angenehmer Steigung Richtung Gasthaus Sonnenstein. Ein Stück, bevor man das Gasthaus erreicht, zweigt ein Steig hinauf Richtung Sonnenstein.

Wir wandern, wobei bei der Steigung des Steigs kaum noch von normalem Wandern gesprochen werden kann, weiter hinauf den Berg. Über Kitzeben folgen wir dem schönen Pfad, ein- zweimal verlieren wir den Anschluss, finden ihn aber gleich wieder und dann gehts schon wieder gerade rauf den Rücken.

Ein kurzes Stück müssen wir dann durch einen Latschengürtel, aber das klingt erst viel schlimmer, als es ist. Wir erreichen bald wieder den Rücken und können uns am frischen Wind, der hier bläst, erfrischen. Die Aussicht wird auch immer besser.

Dann beginnt der zahnigere Teil unserer Bergtour: Erst müssen wir durch ein brüchiges Schotterfeld, doch mit bedacht gesetzte Tritte bringen uns sicher über die nicht ganz einfachen Stellen. Zum Glück müssen wir hier nicht runter, lachen wir noch.

Nun können wir schon gut den weiteren Weg einsehen, ein gutes Stück zum Gipfel haben wir schon noch vor uns…

Nun erreichen wir die Schlüsselstelle der Bergtour, das sogenannte Band. Während ich mich recht „potschert“ anstelle, meistert die Tamara mit Stahlnerven die Stelle ohne Probleme.

Direkt hinter dem Band liegt ein Geocache versteckt, der „Auf allen Vieren“ heißt. Den haben wir uns heute echt verdient, würde ich sagen. Und gerade um zu sehen, daß diesen Weg nicht viele gehen… der Geocache wurde das letzte Mal vor 2 Jahren gefunden.

Nun steigen wir auf nicht so gut sichtbaren, aber erkennbaren Spuren immer weiter Richtung Gipfel: Weit ist es nicht mehr.

Und dann ist es soweit, wir stehen auf dem Gipfel. Jetzt ist mal erst eine feine Rast angesag, wir packen unsere Jause aus, das Bier bleibt noch mal im Rucksack… wer weiß was noch auf uns zukommt.

Vom Gipfel aus versuchen wir den weiteren Weg auszumachen, zum Glück habe ich heute das Fernglas mit. Ohne wäre der Weg, der sich im Endeffekt als nicht so schwierig herausstellt, nicht sichtbar gewesen. Der mächtige „König Serles“ erhebt sich direkt vor uns, die Nordwände schauen aber schon recht düster aus.

Obwohl die Wegfindung Richtung Serlesjöchl nicht immer ganz einfach ist, und jeder zweite Schritt gut überlegt sein muss, geht es wesentlich einfacher als gedacht. Trotzdem, wenn wir so manchesmal zurückschauen, sind wir uns selber nicht mehr sicher, wie wir hier rübergekommen sind.

Irgendwann ist die Schottersteigerei dann aber auch fertig und wir erreichen das Serlesjöchl (2.384m). Hier machen wir nun unser wohlverdientes Bierchen auf. Mjam, das schmeckt heute noch besser als sonst…

Lange bleiben wir allerdings nicht, wir haben noch einen weiteren Weg vor uns. Und der Wind wird auch immer frischer, also „auf, auf, müder Wanderer…“

Der Weg führt nun auf einem angenehmen Steig hinunter ins Tal. Ein Blick zurück zu den Gipfeln zeigt uns unseren heutigen Preis nochmals…

Im Gasthaus Wildeben machen wir dann nochmals eine kurze Pause, trinken eine Kleinigkeit und gönnen uns eine gute Marillenschnitte. Den Platz muß ich mir unbedingt merken, hier ist es echt gemütlich, mit total feinen Wirtsleuten.

Nach der wohlverdienten Pause ist der letzte Teil der Tour noch der Abstieg über die extrem steile Forststraße. Auf der Hütte hatten wir zwei Mountainbiker gesehen, jetzt ziehen wir vor Respekt „virtuell“ den Hut. Diese Straße hat es echt in sich. Im Tal wird es dann ein wenig besser…

Bald erreichen wir dann den Parkplatz, ein super Tag neigt sich dem Ende zu. Mit Tamara hat die Bergtour richtig Spaß gemacht. Danke dafür…

Tourendaten
Gesamtlänge: 15,39 km
Gesamtdauer: 5:30 h
Höhenmeter: 1.595 m

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180610 Tratenspitze (2.510m)

Heute am Vatertag stand eine Bergtour mit meinem Papa an. Es ist ja schon länger her, daß wir gemeinsam irgendwo rauf gegangen sind. Um 6:00 Uhr in der Früh starten wir von Aldrans nach St. Martin bei Gnadenwald, dort stellen wir unser Auto ab.

Vom Parkplatz geht es zuerst in gemütlichem Tempo hinauf zur Hinterhornalm. Der Weg, den ich schon vor ein paar Tagen mal gelaufen bin, ist heute noch mehr ausgewaschen. Naja, gestern am Abend hat es auch richtig fest geschüttet. Die Sicht wird immer besser, uns bald ist unser vermeindliches Ziel vor Augen… die hohe Fürleg.

An der Hinterhornalm bleiben wir nicht stehen, zu früh ist es für eine Pause. Es sind noch wenige Leute am Weg, doch alleine sind wie bei weitem nicht. Das Wetter schaut noch toll aus, also gehen wir weiter. Nächstes Ziel, „Nordumfahrung Hundskopf“. Der Aufstieg beschert uns immer wieder schöne Aussichten auf das Inntal.

Bald schon erreichen wir die „Nordumfahrung Hundskopf“. Wir steigen nicht auf den Gipfel des Hundskopfes selber, weil wir noch einen längeren Weg haben. Nun wird der Steig das erste Mal ein wenig spannend. Das letzte Mal, als ich hier war, sind alle Sicherungsseile noch in Ordnung gewesen, nun aber sind eine Verankerungen rausgerissen. Trotzdem ist der Weg sehr gut zu begehen.

Kurz bevor wir in die Mandele- und Weibelescharte kommen, müssen wir das einzige kleine Schneefeld der ganzen Tour überqueren…

Dann kommen wir am Grat entlang immer näher an die Tratenspitze, die schon im Hintergrund sichtbar wird, wenn sich nicht gerade eine Nebelbank über den Grat schiebt. Im Rücken liegt der von dieser Seite aus spektakulär aussehende Hundskopf, immer wieder sehen wir Leute am Gipfel auftauchen.

Der Grat zieht sich relativ lange dahin, doch das Gehen auf diesem ist angehm, die Aussicht auf beide Bergseite wunderbar. Zwei weitere Wanderer, denen wir ein paar Mal begegnen, sind nun ein Stück vor uns.

Immer wieder zieht der Himmel jedoch zu und läßt uns für das Wetter nicht das Allzubeste erwarten. Wir werden sehen, sagen wir uns und marschieren frohgemut weiter.

Dann, endlich, steilt der Weg ein wenig auf und wir sehen unser heutiges Ziel, die Tratenspitze. Wunderschön steht diese Spitze vor uns, der Weg schaut auch ein wenig verwegen aus. Das Gipfelkreuz kann man schon erkennen.

Obwohl der Grat zu beiden Seiten stark abfällt, ist es sehr angenehm zu gehen. Auf unserer rechten Seite das beeindruckende Vomper Loch, linkerhand liegt das liebliche Inntal.

Noch ein paar kurze, kniffligere Stellen warten auf uns, bei denen wir auch die Hände zu Hilfe nehmen müssen. Aber richtig klettern muß man doch nicht, zumindest wenn man auf dem richtigen Weg bleibt.

Und dann stehen wir auf dem Gipfel der Tratenspitze. Unserer Wanderfreunde sind schon beim Brotzeiten, wir machen es ihnen gleich nach. Richtig angenehm ist es jedoch auch nicht, immer wieder zieht der heute tourenbegleitende Nebel ein und nimmt uns die schöne Aussicht.

Ursprünglich wollten wir noch weiter bis zur Hohen Fürleg, aber im Anbetracht des nicht so stabilen Wetters, ein Gewitter oder Regen würden die Tour sicher um einiges verschärfen, wählen wir den Weg zurück.

Nun kommen beim Abstieg auch noch die Tiefblicke ins Tal dazu, aber die Stellen lassen sich alle gut meistern. Bald sind wir zurück auf dem angenehmen Grat und gehen den ganzen Weg retour Richtung Hinterhornalm.

Den Hundskopf auf dem Weg lassen wir links liegen, es wird Zeit, die Bergwelt zu verlassen um die vermeindliche Himmelsgießkanne ihre Arbeit machen zu lassen. Ausserdem lockt uns schon das feine Isogetränk in der Alm.

Nach der erquickenden Rast in der schön gelegenen Alm, man erkennt das auch gut an den Besuchern, wandern wir weiter Richtung Tal.

Unterwegs riskieren wir nochmals einen Blick zurück zur Bergkette, die wir heute besuchen konnten, und stellen eindeutig wieder mal fest, wie schön wir es in Tirol haben. Da können auch die Wolken nichts daran ändern.

Zu Hause haben wir auch noch eine kleine Belohnung, es wird gegrillt. Das Wetter hat sich gegen Nachmittag dann doch beruhigt, kein Regen ist gekommen. Trotzdem war die Entscheidung, es gut sein zu lassen, die Richtige. Und das Essen schmeckt einfach super.

Danke an meinen Papa, meinem heutigen Bergkameraden, für die tolle Tour! Es hat mir sehr viel Spaß gemacht.

Tourendaten
Gesamtlänge: 15,38 km
Gesamtdauer: 7:13 h
Höhenmeter: 1638 m

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180605 Hinterhorner Alm+ (1.918m)

Obwohl das Wetter nicht ganz so stabil ist wie angenommen, wollen wir doch noch eine kurze Afterwork-Bergtour machen. Zuerst ist die Hüttenspitze unser Ziel, doch bei näherem Hinsehen disponieren wir um und gehen auf die Hinterhorner Alm. Diese liegt genau unser einem Wolkenfenster, während die Hüttenspitze schon einen Hut aufhat.

Vom Parkplatz in St. Martin starten wir los, ein paar Meter laufen wir auf der Mautstraße, dann geht es schon auf den Steig. Dieser ist durch die letzten Unwetter ein wenig in Mitleidenschaft gezogen worden und schaut eher aus wie eine Flussbett als wie ein Wandersteig. Trotzdem kommen wir sehr gut voran, Michi macht ein gutes Tempo.

Der Weg hinauf liegt meist im Wald, trotzdem ist es sehr heiß und schwül. Je weiter wir hinaufkommen, desto kühler wird es. Auch die Aussicht wird immer besser, im Oberinntal sehen wir schon die ersten Regengüsse.

Bald haben wir die Alm erreicht, nur wenige Leute sind da.

Ein kühler Wind zieht vom Karwendel herunter, doch wir beschließen, anstatt einer Rast bei der Hinterhorner Alm doch noch weiter zu gehen. Zumindest bis zur Schulter unterm Hundskopf, dort wollen wir uns nochmals das Wetterspiel anschauen.

Rasch kommen wir voran, der Weg steilt auf, aber der Fels ist griffig und wir erreichen ohne Probleme die Schulter.

Von hier schaut das Wetter, zumindest aktuell nicht so toll aus, daher beschließen wir, umzudrehen. Ein Blick hinunter ins Tal entschädigt für den entgangenen Gipfel, die Walder Alm liegt schön unter uns.

Ein kalter Windstoß raubt uns dann die letzten Ambitionen, weiterzugehen.

Es wird Zeit, ins Tal zu gehen. Unterwegs hören wir im Hintergrund ein einmaliges Grummeln, aber mehr kommt auch nicht.

Im Voldertal regnet es schon.

Als wir bei der Hinterhorner Alm vorbeikommen, zeigt sich wieder die Sonne, aber die Entscheidung, umzudrehen war schon richtig. Das Wetter ist einfach nicht stabil genug.

Im Tal gönnen wir uns zum Abschluss noch ein Bier im Augustiner Bräu in Hall, das ist wohl verdient.

Tourendaten
Gesamtlänge: 8,20 km
Gesamtdauer: 3:11 h
Höhenmeter: 986 m