Archiv des Autors: Wisse

180825 Karwendelmarsch

Tagwache: 3:15h. Das ist hart. Aber das ist das Motto für den ganzen Tag… heute steht endlich der Karwendelmarsch 2018 auf dem Programm.

Mit von der Partie sind Daniel, Alfons, Papa und ich. Wir treffen uns um 4:45h in Scharnitz, vorab wollen wir noch trockene Kleidung zum Transport nach Pertisau abgeben. Wir gehen gemeinsam ins Startgebiet, geben die Kleidung ab und stellen uns auf.

Um 6:00 Uhr fällt der Startschuss, nach schöner Tiroler Art mit Kanone. Dann setzen sich die Läufer und Wanderer in Bewegung. Das befürchtete Schubsen und Stechen mit Wanderstöcken fällt zwar aus, aber es ist gerade in der Anfangsphase sehr stressig. Das legt sich erst nach einer Weile…

Ist es die Aufregung oder doch der Kaffee, aber schon nach kurzer Zeit müssen Papa und ich „mal wohin“. Also übergeben wir die Stöcke an Alfons und Daniel und schlagen uns ins Gemüse. Schon nach kurzer Zeit sind wir wieder auf der Piste, im Laufschritt versuchen wir unsere Gruppe wieder einzuholen. Ich blicke noch einmal über die Schulter, Papa ist genau hinter mir. Dann erreiche ich unsere Beiden. Doch Papa ist weg…

Wir beratschlagen uns kurz, beschließen aber bis zur nächsten Labestation zu gehen, damit wir uns dort wieder sammeln.

Als wir dort ankommen, ist von Papa keine Spur. Wir warten eine 1/4h, dann marschieren wir weiter. Vielleicht ist er doch vorausgegangen…

Bald haben wir den ebenen Weg durch das Karwendeltal hinter uns und es steilt ein wenig auf, hinauf zum Karwendelhaus. Die spektakuläre Lage des Berghauses könnten wir schon von weitem bewundern.

Als wir die zweite Labestation erreichen, lacht uns ein lustiger Wandersmann, Papa entgegen. Er hat uns verwechselt und ist dadurch vorausgelaufen. Wir sind auch nicht langsam gegangen, daher muss er ein Mordstempo gehabt haben. Respekt…

Es ist richtig kalt hier auf dem Sattel, daher beeilen wir uns, um gleich wieder in Bewegung zu kommen. Der erste Anstieg ist somit geschafft, nun gehts wieder ein gutes Stück nach unten. Während Alfons und ich leicht joggend ins Tal laufen, gehen Daniel und Papa wegen der schweren Bergschuhe einen Schritt langsamer. Von nun an werden wir immer an den Labestationen aufeinander warten.

Immer wieder kommen wir an gut ausgestattete Labestationen, die warmen Tee, Kekse, Obst und manchmal Suppe kredenzen. Richtig gut gemacht, das muss man den Organisatoren zu recht eingestehen.

Über die Falkenhütte, bei der gerade rege Bautätigkeit von statten gehen, und das Hohljoch wandern wir zur Eng. Vor dem Hohljoch wird der Weg schmäler und wir müssen im Gänsemarsch rauf auf das Joch.

Das ist mühsam, weil auch langsamere Wanderer am Weg sind. Und doch geht es eigentlich recht gut voran…

Schließlich erreichen wir die Eng. Hier ist die größte Labestation und gleichzeitig die Endstation des „kleinen“ Karwendelmarsches mit ca. 32km. Hier gibt’s zur Abwechslung eine stärkende Gemüsesuppe, die tut richtig gut.

Für uns ist hier aber noch nicht Ende, es geht nun wieder bergauf, hinauf zum höchsten Punkt der Tour beim Gramai Hochleger, der Binssattel (1.903 m). Zuerst kommen wir noch bei der Binsalm an, auch hier können wir uns wieder laben.

Es wird kühler, daher gehen wir schnell weiter. Nun setzt immer wieder leichter Regen ein, jedoch nicht störend. Eigentlich haben wir perfektes Wanderwetter. Einzig der Weg ist arg in Mitleidenschaft gezogenen und sehr rutschig, kein Wunder bei den Maßen an Wanderern.

Schlussendlich fällt unterwegs der Akku meines Telefons aus, zumindest glaube ich das… später stellt sich heraus, dass doch Wasser ins Telefon gekommen ist.

Vom Hochleger wandern wir nun immer abwärts, zuerst nach Gramai, dann durch das Falzthurntal hinaus Richtung Pertisau, unserem Ziel. Die letzen 8km auf der Straße ziehen sich etwas, nun regnet es auch stärker und schön langsam wird die gesamte Kleidung nass. Nach insgesamt 10:20h erreichen wir glücklich und zufrieden das Ziel.

Hier bekommen wir eine Medaille und Applaus von den Zuschauern. Das ist ein schönes Gefühl.

Im Anschluss können wir uns trockenes Gewand anziehen, der Bus wartet schon. Dieser bring und zurück an den Startpunkt, wo wir auch das Auto geparkt haben. Diese letzten Schritte des Tages fallen uns allen schwer…

Am Abend gönnen Papa und ich uns noch eine Pizza im Villagio in Aldrans, dann ist Bettzeit. An anstehender Tag geht zu Ende.

Hier möchte ich nochmals an die feine Wanderergruppe ein großes Danke sagen, mir hat es viel Spaß gemacht mit euch Dreien.

Tourendaten
Gesamtdauer: 10:20 h
Gesamtlänge: 52 km
Höhenmeter: 2.281 m
Rang: 528 – 531

180822 Ampferstein (2.556m)

Wieder ein schöner Tag, wieder eine Möglichkeit, die tolle Tiroler Bergwelt zu erkunden. Es geht in die Kalkkögel, genauer gesagt auf den Ampferstein, mit Option auf die Marchreisenspitze. Mit von der Partie ist wieder mal Tamara, mit der ich heuer schon ein paar schöne Bergtouren machten durfte.

Wir starten am Parkplatz der Axamer Lizum, hinter dem unsäglich hässlichen, wenngleich fast schon legendärem Olypmiahotel geht’s auch gleich bergauf, Richtung Halsl (1.992m).

Tamara legt ein gutes Tempo vor, daher kommen wir rasch weiter. Es ist drückend schwül, aber das Wetter schaut zumindest hier noch stabil aus. Weiter weg, im Unter- und Oberland brauen sich schon Wolkenbänke auf, doch die stressen uns noch nicht.

Unterwegs treffen wir einen, übrigens den einzigen Wanderer bei der heutigen Tour, der uns rät, umzudrehen, weil das Wetter wohl nicht halten wird. Gott sei Dank sind wir manchmal Beratungsresistent und gehen weiter.

Am Halsl wird nochmals die Lage gecheckt, wir sind uns einig, dass das Wetter hält. Also weiter hinauf, den Steig. Dieser steilt nun ein wenig auf, es wird schottrig, aber trotzdem fein zu gehen. Kaum sind wir losgegangen, sendet uns Petrus einen Gruß, ein leises Donnergrollen aus dem Wipptal erinnert uns daran, das Wetter im Auge zu behalten.

Überrascht, dass man doch eine Weile über den „Buckel“ des Ampfersteins marschieren muss, erreichen wir schlussendlich den „Lustigen-Bergler-Steig“, einen sehr leichten Klettersteig, den wir ohne KS-Ausrüstung, aber dafür auf Empfehlung von mehreren Seiten, zumindest mit Helm gehen.

Nette Kletterstellen wechseln sich mit Gehstrecken in der wunderschönen Arena der Kalkkögel ab.

Ich genieße jeden Schritt in dieser urtümlichen Landschaft, die so gar nicht nach Nordtirol passen will. Überall Türmchen, Bänder, und natürlich viel Geröll…

Die letzten Meter vor dem Gipfel sind dann wieder sehr einfach, und bald schon haben wir den Gipfel des Ampfersteins (2.556m) erreicht.

Eine Tiroler Flagge weht vom Gipfelkreuz, hier war ein Patriot am Werke…

Nun wird erst mal eine Pause gemacht, Tamara packt einen wunderbaren „Grantenschnaps“ aus, den wir uns auf der Zunge zergehen lassen.

Dann wird der obligatorische Blick gen Himmel, zu den Wolken gemacht. Wir sitzen auf dem Ampferstein wie auf einer Sonneninsel. Über dem Patscherkofel, im Oberland bei Telfs und im gesamten Unterland, aber auch im Wipptal gehen überall Schauer nieder, während wir die feinste Sonne genießen.

Unsere Beobachtungen konzentrieren sich auf das Unwetter bei Telfs, denn wir sind der einhelligen Meinung, dass das das einzige Wetter mit „Potential“ ist. Der Regen rückt immer näher, ein paar Donnergroller haben wir schon auch gehört, da rückt das Vorhaben, die Marchreisenspitze mitzunehmen, schon wieder in weitere Ferne.

IMG_3406

Ganz unschlüssig bleiben wir noch 10 Minuten auf dem Gipfel, doch irgendwann sind wir uns dann doch handelseins… die Marchreisenspitze lassen wir heute sausen, zu unsicher ist das Wetter. Ein bisschen wehmütig schauen wir nochmals zu dem beeindruckenden Koloss hinüber, dann machen wir uns über den „Lustigen-Bergler-Steig“ wieder an den Abstieg.

Obwohl wir beim mehrmaligen Rückblick doch hadern, ob die Entscheidung zur Rückkehr die Richtige war, werden wir unsere Entschluss am Parkplatz dann nicht bedauern.

Der Abstieg ist kurzweilig, schon bald erreichen wir wieder das Halsl. Der weitere Weg zum Parkplatz belohnt uns noch ein paar Mal mit schönen Aussichten auf das Tiroler Land und auf die spannenden Wolkenspiele am Himmel.

Am Parkplatz angekommen, wollen wir erst noch hier in der Hütte was trinken, die hat aber leider geschlossen. Also setzen wir uns ins Auto, um loszufahren… und dann macht es schon das erste Mal „Klatsch“, ein dicker Regentropfen schlägt auf die Windschutzscheibe… dann noch einer und noch einer! Haben wir ein Glück gehabt…

IMG_3454

In Innsbruck, Tamara hat noch ein wenig Zeit bis zum Zug, kehren wir in der „Kantine“ auf ein Bier ein. Hier treffen wir noch zwei bekannte Gesichter, Spaß am Schluss der Tour ist garantiert.

Wieder einmal haben wir ein wunderschönes Bergerlebnis gehabt, das mir noch länger in Erinnerung bleiben wird.

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:12 h
Gesamtlänge: 9,00 km
Höhenmeter: 1.012 m

180817 Geocachen in der Tuiflschlucht

Ein spezieller Geocache, der mich schon lange „anschaut“, soll heute endlich gelöst werden, zusammen mit meinem Junior. Wir starten unsere kurze Wanderung am Stegerbergweg, es ist kein langer Marsch, dafür Weglos durch wildes Gebüsch. Irgendwie denke ich mir, es muss wohl auch einen feineren Weg geben, aber Spaß macht es alleweil.

Bei der „Tuiflschlucht“ angekommen, ziehen wir unser Kletterzeug an, denn nun geht es in die Unterwelt.

Letu darf als Erstes in den dunklen Spalt, bald schon höre ich das Kommando: „Bin unten…“. Nun bin ich dran, rasch habe ich den Schluchtengrund erreicht. Letu hat die Kluße schon untersucht, viel Müll liegt hier herum, eine Erinnerung, dass früher Schluchten und Höhlen auch als Müllplatz verwendet wurden.

Nun müssen wir uns am Schluchtenboden Richtung Nordwesten vorarbeiten, die ersten Meter sind noch leicht, dann wird’s eng. Für Letu kein Problem, ich muss schon ein wenig mehr schwitzen. Hier ist es richtig spannend, obgleich der Müll schon ein wenig stört… Bierkisten, Gartenschlauch, Plastikplanen… was die Leute hier nicht alles raufgeschleppt haben.

Bei der nächsten Engstelle, ich bin noch am schliefen, höre ich Letu schon freudig rufen: „Ich habe den Cache gefunden!“.

Während ich mich noch befreien versuche, die Felsen haben sich an meinem Gurt festgebissen, ist Letu mit der Dose auch schon da. Wir tragen uns ins Logbuch ein, dann geht es wieder durch die zwei Engstellen retour zum Seil. Der Aufstieg ist sehr einfach, der Sicherheit halber wird Letu jedoch gesichert.

Wow, hier ist ein richtig toller Geocache gelungen. Der hat uns beiden sehr viel Freude bereitet. Sowas wollen wir wieder mal machen…

180816 Große Schlicke (2.059m)

Nach einer feinen Nacht im 4-Bettzimmer genießen wir ein super Frühstück auf der Otto-Mayr-Hütte. So lässt sich in der Nacht auf dem Berg gut aushalten.

Unser heutiges Ziel ist die große Schlicke. Ungefähr 1 1/2 Stunden von der Hütte entfernt, sollte das gut machbar sein. Oma und die Kinder sind motiviert, was will man mehr.

Der Weg ist von Anfang an steil, aber gut begehbar. Wir scheinen früh dran zu sein, noch sind nicht so viele Leute am Weg.

Sobald wir ein paar Höhenmeter gemacht haben, wird die Aussicht auch schon wieder wunderschön. Noch ein Blick zurück auf die drei Hütten, bei denen wir heute waren…

Es wird schön langsam warm, doch das Ziel ist nicht mehr weit entfernt. Schon bald sehen wir das Gipfelkreuz, eine weitere Motivation für die Kleinen.

Nach ziemlich genau eineinhalb Stunden reichen wir den Gipfel, wie wenn die Zeitangaben für uns geschrieben worden werden. Die Aussicht ist grandios, wir setzen uns hin und genießen erst mal die Pause auf der großen Schlicke.

Ausgiebig genießen wir das Panorama, viele bekannte Berge und Sehenswürdigkeiten liegen uns zu Füßen.

Wir sind fast die ersten auf dem Gipfel, aber sicher nicht die letzten. Unter uns zieht schon eine Wandererschlange dem Gipfel entgegen. Für uns das Stichwort, unsere Sachen in den Rucksack zu packen und uns auf den weiten Weg zu machen.

Ein Stück müssen wir dem Aufstiegsweg folgen, dann zweigt unser neuer Pfad auf die Musauer Alm ab.

Am Anfang noch ein feiner Pfad, wird das kleine Steiglein immer steiler und steiler. Bei manchen unserer illustren Wanderrunde machen sich die Knie bemerkbar.

Trotzdem geht es stetig der Alm zu, wir werden das schon schaffen…

Irgendwann ist dann der Weg geschafft und wir erreichten die Musauer Alm. Dort gönnen wir uns ein Erfrischungsgetränk, um uns für den letzten Abschnitt durch das Raintal zu wappnen.

Von nun an ist der Weg einfacher über eine Forststraße, eigentlich der gleiche Weg den wir schon am Vortag gegangen sind.

Ein paar Abkürzungen gönnen wir uns trotzdem, die aber insgesamt keinen großen Zeitgewinn bringen.

Schlussendlich erreichen wir wohl behalten den Parkplatz, müde aber glücklich ist unsere zwei Tageswanderung nun vorbei. Mit dem Wetter hatten wir großes Glück, und der Aufenthalt auf der Hütte war auch sehr schön. Allen hat es Spaß gemacht, das wird wahrscheinlich nicht das letzte Mal gewesen sein.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:20 h
Gesamtlänge: 12,13 km
Höhenmeter: 555 m

180815 Otto-Mayr-Hütte (1.528m)

Schon länger haben wir geplant, auf einer Hütte zu übernachten. Endlich geht es sich einmal aus, als Ziel haben wir uns die Otto-Mayr-Hütte auserkoren.

Wir starten von der Bärenfalle, immer dem Forstweg entlang. Unterwegs sind natürlich auch ein paar Geocache versteckt, die wir gerne suchen. Manche Dose ist einfacher, manche ein wenig schwer versteckt, doch wir können die meisten Dosen problemlos finden.

Der Weg durch das Raintal ist wunderschön, linkerhand sehen wir die Tannheimer Berge, rechts sehen wir schon das Ziel für morgen, die Große Schlicke.

Das Wetter ist heute wechselhaft, immer wieder ziehen graue schaurige Wolken über den Himmel. Doch im nächsten Moment kann es auch schon wieder aufklaren und blaue Fetzen stechen durch die Wolken. Zum Glück ist es nicht kalt, daher stören und diese Wetterallüren nicht.

An der Musauer Alm machen wir eine kurze Pause, die Brotzeit schmeckt hervorragend. Obwohl wir erst in der Alm einkehren wollten, sehen wir jetzt ob der Menschenmassen davon ab. Es ist halt doch Feiertag…

Nach der Erquickung geht es weiter durch das Raintal, immer weiter zum Talschluss, beziehungsweise zur Übernachtunghütte für heute.

Nachdem es am Schluss ein wenig steiler wird, sehen wir auch schon unser Ziel. Wunderschön gelegen liegt vor uns die Otto-Mayr-Hütte.

Die Kinder sind froh, dass wir endlich unseren Schlafplatz erreicht haben. Die Freude ist riesengroß als wir ein Trampolin entdecken. Das muss natürlich gleich ausprobiert werden, hier werden auch neue Freundschaften geschlossen.

Da wir recht früh auf der Hütte angekommen sind, machen wir eine kleine Jause, und beschließen dann noch eine Runde um die Hütte zu wandern. Zuerst wird allerdings noch das Zimmer bezogen, wir haben ein Zimmer für uns alleine, das ist natürlich super…

Der Spaziergang zur Willy-Merkl-Hütte und zur Füssener Hütte ist kurz und spaßig. Wir versuchen noch einen Geocache zu bergen, leider haben wir uns am Platz vertan, daher ist die Lust dann auch irgendwann nicht mehr da. Lieber genießen wir die Aussicht…

Am Abend gibt es noch ein deftiges Essen, bevor wir uns langsam zur Ruhe begeben. Natürlich gehört ein obligatorisches Kartenspiel vor der Nachtruhe dazu.

Tourendaten:
Gesamtdauer: 9,75 km
Gesamtlänge: 2:45 h
Höhenmeter: 685 m

180813 Höttinger Alm [1.487m]

Schon länger habe ich keine Einträge mehr geschrieben… keine Angst, ich war nicht untätig, bin aber leider nicht zu schreiben gekommen.

Heute steht eine MTB-Tour auf dem Programm. Direkt von der Arbeit geht es nach Mühlau, wo ich Michi auf dem Weg aufpicke. Ein kleiner Umweg, aber der für mich neue Weg sollte sich rentieren.

Von Mühlau radeln wir zuerst hinauf zum „Tiroler Landesschießstand“, bis hierhin noch Asphalt mit einigem Verkehr. Kurz nach dem Schießstand, beim Brunnen, beginnt der eigentliche Weg hinauf zu Arzler Alm, unserem eigentlichen Ziel. Rasch machen wir Höhe, es ist immer wieder faszinierend, wie schnell man auf die Nordkette kommt und von oben die Aussicht auf die Landeshauptstadt genießen kann.

Schon bald haben wir die Arzler Alm, heute leider geschlossen, erreicht. Eigentlich sollte die Tour hier zu Ende sein, aber wir sind noch Beide motiviert und Michi´s „neues“ Fahrrad verlangt nach mehr Höhenmetern. Also fahren wir einfach weiter, nächstes Ziel: Bodensteiner Alm oder Höttinger Alm. Wir sind da flexibel…

Während wir Meter für Meter gen Himmel streben, ziehen auch schon die ersten dunklen Wolken auf. Na, uns wird das nicht erwischen, wenn es aus dem Wipptal zieht, dann kommt es nicht bis in den Karwendel… welch ein Trugschluß.

Aber noch passt das Wetter und kurzweilig erreichen wir einen Platz, an dem man die Alm schon sieht. Erste leichte Tropfen streifen uns, aber bis zur Alm schaffen wir das noch bestimmt.

Bei der Alm beratschlagen wir uns , zwei Optionen liegen auf dem Tisch… entweder wir kehren in die Alm ein, oder wir machen die Flucht nach vorne, und schaffen es noch vor dem Unwetter.

Bei einer klassischen 50/50 Chance haben wir es echt vertan. Der Weg ins Tal, auf die Einkehr verzichten wir heute, ist nach nur gefühlten 50 Kurbelumdrehungen trocken. Dann öffnet der Himmel seine Pforten und wir werden richtig gewaschen. Oje, das kann ja noch lustig werden.

Unterwegs finden wir unter einer Baumgruppe Unterschlupf, aber auch diese Naturhütte kann dem Regen nicht lange standhalten und bald tropft es von jeder Nadel. Also weiter, nass sind wir eh schon.

Zum Glück ist es nicht kalt, daher macht die Abfahrt fast schon wieder Spaß. Rasch erreichen wir den Schießstand, dann sind wir auch schon wieder in Mühlau angekommen. Hier verabschiede ich mich von Michi, sie ist schon fast zu Hause, ich radle über Ambras und den Pfaffensteig die letzten 200 Höhenmeter hinauf nach Aldrans. Mit einer nassen Hose dann doch nicht so super…

Fast zu Hause lichtet sich das Wolkenmeer und läßt noch kurz die Sonne durch. Welch schöne Stimmung… aber kurz darauf fängt es auch wieder zu regnen an.

Tourendaten
Gesamtlänge: 31,60 km
Gesamtdauer: 2:40 h
Höhenmeter: 1.130 m

180714 Serles (2.717m)

Gerade letzte Woche war ich auf der Serles, heute gehts schon wieder auf den „Altar von Tirol“. Während ich das letzte Mal mit Letu am Weg war, sind heute Solomon, Rashid, Sara mit mir am Weg. Letu ist heute auf einer Geburtstagsfeier eingeladen und daher verhindert. Daher sind wir letzte Woche „vorgegangen“.

Wir starten heute ein wenig früher als letztes Mal, um 7:30 sind wir schon von zu Hause weg. Es nieselt ganz leicht, aber dem Wetterbericht nach soll dies nur nördlich des Inns zutreffen, ein Blick in den Süden verspricht besseres Wetter.

66e40ed4-452e-4bb1-9783-863df24cf2db

Bis Maria Waldrast fahren wir wieder mit dem Auto, dann machen wir uns auf, den Gipfel zu erklimmen. Erst gehts durch den Wald, ein wenig steiler, dann kommt die lange Querung mit den drei Schotterreisen.

IMG_2731

Alles schaffen wir mit Bravour, und schon bald kommen wir in Sichtweite des Serlesjöchls (2.384m).

IMG_2742

Hier machen wir eine kurze Pause, bevor wir die Stufe in Angriff nehmen. Unter uns ist eine richtige Menschenschlange im Anmarsch, daher beschließen wir gleich aufzubrechen, damit wir an der Leiter keine allzulange Wartezeit haben.

IMG_2741

Zum Glück müssen wir gar nicht warten, wir können gleich die Stufen rauf. Hier zeigt sich zum ersten Mal, daß Solomon eben nicht so oft auf dem Berge ist. Trotz Ungeübtheit schafft er die Stelle ohne Probleme.

IMG_2759

Der Weg zum Gipfel ist dann wieder einfach, einzig kurze Kraxelstellen, einmal mit Seilversicherung sind zu meistern.

IMG_2763

Alles geht gut. Einzig die Kondition macht Solo zu schaffen, die letzen 15 Minuten auf den Gipfel scheinen ihn zu quälen.

IMG_2771

Am Gipfel der Serles (2.717m) sind alle Strapazen vergessen, die Aussicht grandios. Einige Leute, die mit uns aufgestiegen sind, gratulieren im Besonderen Solo, was ihn sichtlich freut. Auf die Leistung kann er auf jeden Fall stolz sein.

f2539dee-17f7-4e42-a438-42cacf89168a

Nach einer ausgedehnten Pause machen wir uns wieder auf den Hinunterweg. Das stellt sich als schwieriger als der Aufstieg heraus.

IMG_2776

Solo muß bei einigen Stellen extrem langsam tun, da er sich recht unsicher fühlt. Rashid im Gegensatz hüpft herum wie eine Gemse… und Sara muß ich sogar ein wenig einbremsen.

IMG_2787

Die letzte Schwierigkeit, die Stufe, meistern wir dann auch noch, dann geht es ins Tal. Der Weg ist nun lange, aber eben nicht mehr schwierig.

4bc6959d-d63d-45fa-a868-cc47227c3e84

Solos Knie macht Probleme, daher ist ihm das Geradeauslaufen lieber als die Abwärtpassagen.

IMG_2809

„Runter kommt man so oder so…“, das Motto von Solo erfüllt sich dann nach langem Marsch, als wir wieder bei Maria Waldrast, glücklich und zufrieden ankommen. Speziell für Solo war es ein Highlight des Urlaubs, aber sicher auch die anstrengenste Aktion.

IMG_2817

Beim Gasthaus gönnen wir uns noch eine gute Hauswurst und ein Bier, dabei wird der Energiespeicher wieder gefüllt.

Eine wunderschöne Tour, die allen sehr viel Spaß gemacht hat.

128408a6-de73-49ae-b88e-a25b738ea012

Tourendaten
Gesamtlänge: 9,46 km
Gesamtdauer: 6:00 h
Höhenmeter: 1.048 m

180713 Karkopf (2.469m) über „Das Geheimnis der Gallier (III+/IV)“

Schon länger wollte ich mal eine sehr einfache alpine Kletterei unternehmen, da bin ich über „Das Geheimnis der Gallier“ gestolpert. Schnell war diese Unternehmung auf meiner „ToDo-Liste“ gelandet, aber irgendwie hat es nie geklappt.

Am heuigen Freitag hatte ich dann endlich die Gelegenheit, dieses Unternehmen anzugehen. Tamara hatte sich, obwohl sie schon länger nicht mehr geklettert war, bereiterklärt, hier mit zu gehen.

Wir fahren mit dem Auto bis zum Parkplatz vor dem Strassberghaus. Von dort wandern wir bei sehr sommerlichen Temperaturen erst zum Strassberghaus und dann weiter zur Neuen Alplhütte.

Hier steilt der Weg ein wenig auf, und es geht Richtung Wetterkreuz. Durch die Latschen, ich schwitze wie schon lange nicht mehr, erreichen wir bald das schöne Kreuz.

Wir gehen noch ein paar Meter auf dem Weg zum Karkopf, dann erreichen wir ein großes Schotterfeld. Hier steigen wir ab, zum Einstieg.

Wir sehen schon unser Ziel, doch zuerst müssen wir noch ein Schneefeld queren. Zum Glück ist die Oberfläche durch die Temperaturen weich, daher ist der Übergang auch mit den Zustiegsschuhen gut machbar.

Dann stehen wir endlich vor dem Einstieg, vor uns stehen zwei Gemsen und schauen uns interessiert zu. Zuerst wird eine kleine Pause gemacht, dann ziehen wir das Kletterzeug an.

Jetzt gehts los, die letzten Einweisungen für Tamara, zwecks Standplatz sind erledigt und den Partnercheck haben wir auch gemacht.

Die erste Seillänge, je noch Topo ist ein feiner IIer, dann komme ich auch schon zum Standplatz. Die Kletterei ist einfach, aber macht Spaß.

Die Tour ist gut abgesichert, es fehlen allerdings immer wieder Laschen bei den Bohrhacken. Mich stört das nicht, das Gelände ist nicht schwer und daher machen die längeren Hackenstände auch nicht wirklich Stress.

Insgesamt klettern wir acht Seillängen, die schwierigste ist zwischen III+ und IV, ich tue mich bei diesen Bewertungen sehr schwer, daher kann ich nur wiedergeben, was das Topo sagt.

Die „Glatte Wand“ ist für mich die schönste, wenn auch schwerste Seillänge. Aber eben, wie gesagt, richtig schwer ist es hier nirgends.

Die Gemsen, die wir am Anfang gesehen haben, sind weg, erst später am Gipfel werden wir die zwei neugirigen Wesen wieder treffen.

Ich bin recht froh, denn würden die Tiere über uns in der Wand rumhüpfen, wäre Steinschlag vorprogrammiert.

Die letzte Seillänge nach der „Glatten Wand“ ist einfach, trotzdem sichere ich den ersten Teil, aber dieses Unterfangen lassen wir bald schon wieder bleiben.

Dann erreichen wir den Normalweg auf den Karkopf. Das Seil wird hinter einem Stein versteckt, das möchte ich nicht bis zum Gipfel raufschleppen.

Obwohl der Weg als „Roter Wanderweg“ ausgeschildert ist, finde wir beiden nicht, daß diese Klassifizierung richtig ist. Für uns zwar kein Problem, der Weg ist gut, sind doch immer wieder versicherte Stellen auf dem Weg zum Gipfel, die eher für einen schwarzen Weg sprechen.

Nach einer Stunde vom Ausstieg der Kletterei erreichen wir den Gipfel des Karkopfs (2.469m). Wir setzen uns hin, die schwarzen Wolken, die wir vorher im Aufstieg beobachtet hatten, haben sich verzogen. Es ist Windstill und dem entsprechend auch fein. Die Aussicht ist zwar nicht berauschend, aber besser als bei unserem letzten Unternehmen.

Kurz vor dem Gipfel haben wir einen einsamen Rucksack gefunden, im Gipfelbuch finden wir einen Eintrag, daß zwei Personen heute auf dem Gipfel übernachten wollen. Wir sehen die zwei Deutschen allerdings nicht, ein wenig dubios ist die Situation schon. Aber da diese zu Zweit sind, machen wir uns, nachdem wir in die Rinnen um den Gipfel geschaut haben, keine Sorgen mehr. Vielleicht sind sie noch ein wenig weitergeklettert.

Der Abstieg gestaltet sich dann auch angenehm, das Seil hinter dem Stein wird von uns aber nicht gleich gefunden. Alle Steine schauen gleich aus. Doch dann ist auch dieses Problem gelöst und wir machen uns auf ins Tal.

Wir nehmen nicht den gleichen Abstieg, sondern gehen übers „Gratl“ und Hintereggen Richtung Tal. Der Abstieg ist teilweise spannend, aber gut zu gehen. Nachdem uns vor einiger Zeit schon das Wasser ausgegangen ist, sind wir dementsprechen froh, als wir zu einer kleinen Quelle kommen. Dass das Wasser ein wenig nach Eisen schmeckt, ist uns egal.

Bei einer Abzweigung nehmen wir den linken Weg, schlußendlich sind wir uns aber später nicht sicher, ob das wirklich die kurze Variante war. Der Weg ist wunderschön, über „Sieben Städel“ und das „Geiernest“ erreichen wir um 21:30 wieder das Strassberghaus.

Hier gönnen wir uns ein Isogetränk, die Küche ist leider geschlossen. Wir lassen den schönen Tag revue passieren, neben uns spiel ein junger Mann Ziehharmonika. Das war eine tolle Tour, da sind wir uns einig. So etwas würden wir gerne wieder mal machen.

Tourendaten
Gesamtdauer: 10:00 h
Gesamtlänge: 17,91 km
Höhenmeter: 1.576 m

180708 Serles (2.717m)

Lange schon stand sie Serles wieder auf dem Programm, dieses Mal mit Letu. Im Vorfeld war mir schon bewusst, das die Strecke dem Bub auf die Substanz gehen würde, aber jedes Mal, wenn wir nach Innsbruck oder ins Wipptal fahren, stand schon der Spruch im Raume „Papa, wann gehen wir zwei auf die Serles“.Nach einem herzhaften Frühstück fahren wir über die Autobahn mit erfrischend wenig Verkehr nach Maria Waldrast. Obwohl wir nicht so früh ankommen, sind doch nur überschaubare Menschenmassen vor Ort.

Das hatte ich mir schlimmer vorgestellt. Das Wetter ist schaut nicht berauschend aus, aber das ist jetzt nebensächlich.Hinter dem Kloster und dem Parkplatz gehen wir nach links weg, hinauf in den lichten Wald.

Hier ist es erst recht steil, doch schon bald flacht der Weg ab, es geht über Latschenfelder hinüber zum Serlesjöchl (2.384m).

Einzig der letzte Aufschwung zum Jöchl ist steiler, und hier muss ich Letu das erste Mal ein wenig motivieren.

Kaum oben angekommen, sagt eine sportliche Frau zu Letu: „Harrschaft, du bischt aber a guater Bergsteiger, so wia du do aufimarschiert bischt…“.

Ein Leuchten in den Augen zeigt die neu gewonnene Motivation an, und nach einer kurzen Pause meint er von sich aus: „Papa, kumm, pack ma´s“…

Gleich hinter dem Serlesjöchl ist die Schlüsselstelle, ein Felsriegel mit einer Leiter, nichts Wildes, aber da der Berg so gut besucht ist, schon relativ speckig. Daher muß man seine Schritte gut wählen. Während Letu vorklettert, übernehme ich hinter im die „Sicherungsaufgabe“. Und gut ist es gegangen.

Kurze Klettereinlagen auf dem Weg zum Gipfel stellen keine Herausforderung dar und schon bald sind wir in Sichtweite des Gipfelkreuzes.

Die Freude steht Letu ins Gesicht geschrieben, aber auch ein wenig Müdigkeit. Der Gipfel der Serles (2.717m) ist erreicht.

Das sind immerhin über 1.000m im Aufstieg. Das ist in meinen Augen schon eine Leistung, auf die er (und ich natürlich auch) stolz sein kann.

Wir gönnen uns eine ausgedehnte Pause auf dem Gipfel, die Aussicht ist zwar nicht berauschend, aber im Dunst erkennen wir sogar Aldrans, der Patscherkofel ist nicht fern und unter uns Maria Waldrast.

Wir haben uns ein etwas windstilles Plätzchen am Gipfel ausgesucht, daher können wir eine Zeit lang bleiben, aber trotzdem ist das Wetter heute nicht so toll, als daß man hier Stunden bleiben möchte.

Der Abstieg erfordert nochmals Konzentration von uns, zu leicht rutscht man auf dem feinen Geröll ab.

Unterwegs sehen wir einen Paragleiter, der verzweifelt versucht, seinen Schirm in die Höhe zu bringen. Nachdem wir dem Wagnis eine Weile zugeschaut haben, gehen wir weiter. Das wird wohl nicht so schnell was…

Am Serlesjöchl machen wir nochmals eine kurze Pause, dann marschieren wir wieder los. Nächstes Ziel wird Maria Waldrast sein, dort werden wir uns was gönnen.

Der Latschengürtel ist rasch gequert, dann noch durch den feinen Wald, der angenehm duftet. Schlußendlich erreichen wir das Kloster.

Ein Blick in die Kirch mit einem kurzen Dankgebet darf hier nicht fehlen. Wir verhalten uns ganz unauffällig, weil gerade eine Messe gefeiert wird. Müde und zufrieden setzen wir uns in die Gaststätte. Es gibt ein Kinderwienerschnitzel und eine Hauswurst mit Kartoffel und Kraut.

Volle gut.Nach der Stärkung ist der Letu dann auch schon wieder am Spielplatz, die Strapazen sind vergessen.

Sohnemann, das hast du toll gemacht! Ich bin stolz auf dich!

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:00 h
Gesamtlänge: 11,10 km
Höhenmeter: 1.037 m

180706 Geocachen „Ochsentour“

Mein Bewegungsbedürfnis ist groß nach dieser Arbeitswoche. Da das Wetter gelinde gesagt „unguat“ ist, beschließe ich ein wenig Geocachen zu gehen. Mein Ziel ist bald identifiziert, ich fahre mit mit den Serlesbahnen zur Ochentour, einer kleinen Cacherunde in genannten Skigebiet.

Es regnet immer wieder, trotzdem komme ich gut um die Runde, die Dosen werden auch alle recht rasch gefunden.

Als ich fast am Ende bin, leuchtet mir noch was Gelbes ins Auge, bei näherer Betrachtung sehe ich überall Pfifferlinge (Eierschwammerln), die mir freudig in die Tasche springen. Gut so, Pilze, alle zu Papa…

Das gibt am Abend als Belohnung noch eine gute Schwammerlgulasch.

Tourendaten
Gesamtdauer: 8,62 km
Gesamtdauer: 2:20 h
Höhenmeter: +30m / -671 m