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151003 Erlspitze (2.405m)

Heute soll es doch bei besserem Wetter die Erlspitze werden. Letzte Woche ist mir das ja eben wegen dem Wetter verwehrt geblieben, diese Woche schaut das Wetter doch viel besser aus. Obwohl, der Föhn schon fast am Zusammenbruch erschein…

Um 6:30 steht Alfons vor der Tür und wir fahren gemeinsam nach Zirl. Dort parken wir beim Bahnhof. Ich schaue mich gleich wegen einem spezifischen Geocache um, doch leider finde ich diesen nicht. Naja, hierher komme ich bestimmt mal wieder.

Zuerst müssen wir ein Stück durch den Wald, dann kommen wir an eine der wohl steilsten Straße, die für Fahrzeuge ausgelegt ist, an. Dort müssen wir rauf. Es geht steil und immer steiler hinauf, bis wir auf einen weiteren Weg von Hochzirl ankommen, der uns dann mit weniger steiler Steigung weiter hinauf, Richtung Solnalm bringt.

Diese kleine, aber wunderschön gelegene Alm gefällt mir besonders gut. Vor uns ist schon Einer am Weg gewesen, den wir jetzt aus der offenen Almtür pfeifen hören.

Wir gehen bei der Alm nun nicht mehr weiter Solsteinhaus, sondern hinauf in Richtung Kuh(l)jochspitze.

Wir folgen dem Pfad hinauf, wieder recht höhenmeterintentiv, bis wir zu einer Scharte und damit genau auf den Freiung-Höhenweg kommen.

Dieses Teilstück unserer Wanderung ist ein Teil des Freiung-Höhenweg, der von Seefeld bzw. der Nördlingerhütte kommt.

Bis zur Eppzirlerscharte (2.102m) folgen wir diesem Weg, dann zweigen wir auf den Zirler Klettersteig ab, der uns auf die Erlspitze bringen wird.

Verspielt durch Rinnen und Scharten verläuft der eigentlich einfache Weg.

Natürlich sollte man wie überall in den Bergen nicht ausrutschen, aber von einem richtigen Klettersteig braucht man an den ersten Stellen nicht sprechen, eher von einem versichterten Steig.

Das ändert sich im oberen Teil des Steiges, nach ein paar Metern durch Schroffengelände steht der Westgratturm da. Die Warnung „Klettersteigausrüstung unbedingt erforderlich!“ scheint ernst gemeint zu sein.

Wir schaffen den Steig zwar ohne Probleme, aber im sogenannten Überhang müssen wir dann doch einmal richtig „zupacken“. Dann ist auch schon der Ausstieg aus dem Klettersteig vor uns.

Ein kurzem Marsch, und wir erreichen endlich den Gipfel der Erlspitze.

Dort treffen wir auf ein paar Wanderer, die vom Normalweg kommen, aber auch Leute, die nach uns durch den Klettersteig gewandert sind. Wir setzen uns, dem Föhn trotzdend, in eine kleine Vertiefung und genießen unsere Brotzeit. An dieser Stelle nochmals Danke an dich, Alfons, für das wunderbare Ei!

Nach der ausgiebigen Rast steigen wir über den Normalweg hinunter zum Solsteinhaus. Auch hier muss man genau schauen, wo man hinsteigt, denn so einfach ist der Weg dann doch nicht.

Aber alles geht gut, und schon stehen wir vor dem Solsteinhaus. Die Uhr tickt, Alfons muss noch wo hin, daher bestellen wir je ein schnelles Bier und zahlen dafür sagenhafte 10 Euro.

Das muss einfach schmecken…

Der Abstieg ins Tal ist dann unspektalär, es kommen uns noch einige Leute entgegen, die diesen wunderbaren Tag noch ausnutzen wollen.

Für uns ist das Ziel nur noch das Auto. Die Beine sind schon schwer, doch wir erreichen ohne Zwischenfälle das Auto und beglückwünschen uns für die tolle Tour!

Tourendaten:
Gesamtdauer: ca. 8h
Gesamtstrecke: 18km
Gesamthöhe: 1750m

Kugelwald, Glungezer (27.09.2015)

Es ist Sonntag, das Wetter ist nicht besonders gut. Was tun ist die gute Frage. Schnell haben wir entschieden: Der Kugelwald soll es werden.

Flott haben wir gepackt, Kappe auf den Kopf, warne Jacken an. Die Fahrt zum Glungezer-Parkplatz geht schnell, es sind fast keine Autos da.

Der Sessellift dauert wie üblich ewig, dich auch diese Fahrt geht vorbei. Letu schreit schon: „Schau Papa, da waren wir skifahren.“

Die Kugeln sind gleich aufgefasst, dann stürmen die Zwerge auch schon los. Da das Wetter nicht so toll ist, haben wir den Kugelwald für uns alleine. Toll…

Sara und Letu kennen sich schon aus, daher ist das für mich sehr entspannend. Richtig angenehm. Und da wir immer in Bewegung sind, ist es auch nicht kalt. Perfekt. Allen machts richtig Spaß, so ein Spielplatz ist wunderbar.

Gesamtdauer: 2:00 Stunden

Zirl – Solsteinhaus – Magdeburger – Kranebitten (26.09.2015)

Heute steht eine Wanderung mit Papa auf dem Programm. Alfons ist leider kurzfristig ausgefallen, daher gehen wir zu Zweit. Wir haben geplant, auf das Solsteinhaus, und weiter über den Zirler Klettersteig auf die Erlspitze aufzusteigen.

Am Vortag wurde noch der Rucksack gepackt, in der Früh noch ein gutes Frühstück genossen, dann fahren wir mit dem Auto Richtung Hochzirl. Beim Start des Wanderweges stellen wir das Auto ab, noch sind wir die Ersten. Die Luft ist schön kühl, daher bleiben die Jacken vorerst mal an.

Wir steigen zuerst den Weg fast eben bis zu einer Unterführung, dann wird der Weg gleich richtig steil. Es geht hinauf, und wir sind uns einig, nicht viele Autos und auch nicht viele Mountainbiker nutzen diesen eigentlich schönen Forstweg… wegen der Steilheit.

Bald kommen wir auf den Normalweg, dem wir nun bis zu einer Hütte, an der ein paar Autos abgestellt sind.

Ab hier wird der Steig alpiner. Gleich zu Beginn sehen wir einen Haufen Schafe, die hier noch die letzten Tage in der „Sommerfrische“ verbringen.

Weiter geht’s vorbei an der privaten Solnalm…

…und immer wieder Schotterreisen querend hinauf zum Solsteinhaus.

Dort gönnen wir uns ein frühes Bier, wenn auch ohne Alkohol und genießen die Pause in der Hütte. Richtig warm ist es nicht, aber das passt schon. Für das nicht so tolle Wetter sind doch ein paar Leute hier oben, die aber hier auch übernachtet haben.

Nach der Pause, und das Wetter im Blick haltend, haben wir kurzfristig umdisponiert und haben beschlossen, doch nicht durch den dicken Nebel weiter hinaufzusteigen, sondern über den Schützensteig hinüber zur Neuen Magdeburgerhütte zu gehen.

Gesagt getan, der Steig erweist sich als sehr interessant, die Wegführung unter den Felswänden ist sehr gut angelegt und anregend.

Nach eine schönen Wanderung, bei der uns noch 2 Männer entgegenkommen, erreichen wir die Neue Magdeburger Hütte.

Dort haben wir uns noch eine Suppe verdient. Dazu natürlich wieder ein isotonisches Getränk. Hier in der Hütte haben wir sehr gut geheizt, und da könnte man auch wirklich länger sitzen. Aber wir haben noch ein wenig Weg, also wird bezahlt, danke an den Spender, und gleich drauf sind wir wieder unterwegs.

Von der Magdeburger Hütte gibt’s eigentlich nur zwei Wege, entweder (zumindest teilweise) über die Forststraße, oder aber, und diese Alternative wählen wir, über die Kranebitter Klamm. Auch hier haben wir zwei Möglichkeiten, entweder über den Schleifwandsteig, oder aber über den Weg 220. Auch hier ist schnell entschieden, wir gehen über den Weg 220, um dann ca. bei Halbzeit in die Kranebitter Klamm zu steigen. Genau so, wie ich das am 11.09.2015 schon mal gemacht hatte.

Der Weg unter den Felswänden ist wieder richtig beeindruckend, dann erreichen wir die Nasse Wand, an der wir wieder den Weg in die Klamm hinunter nehmen. Der Klammgrund ist dann recht einfach zu begehen, bei der Engstelle bewundern wir die hohen Felsen, kurz nach der Klammstelle sehen wir eine alte verfallene Hütte, und Marterln im Gedenken an 5 Bergleute, die hier ihr Leben ließen.

Spuren des ehemaligen Bergbaus in der Klamm können wir auch noch finden, jedoch sind die Anzeichen sehr spärlich.

Das letzte Stück aus der Klamm ist sehr schön, und dann stehen wir schon draußen, zurück in der Zivilisation.

Ein paar Schritte weiter erreichen wir den Kranebitter Bahnhof, dort müssen wir auf den Zug nach Hochzirl warten. Nicht ganz so erfreut stellen wir fest, dass wir den letzten Zug gerade um 15min. versäumt haben und nun über 1 Stunde warten müssen. Doch Frust lassen wir erst gar nicht aufkommen, „gebrotzeitet“ wird, dann geht es schon wieder gut.

Schneller als erwartet kommt der Zug und bringt uns spektakulär durch die Martinswand nach Hochzirl. Dort laufen wir in kurzer Zeit zurück zum Auto.

Lange, tolle Tour mit super Begleitung. Vielen Dank!

Tourendaten:
Gesamtlänge: 16,86km
Gesamtdauer: 7:44h
Höhenmeter: 1228m/1342m

Canyoning Hochalpbach (20.09.2015)

Heute steht als Abschlusstour für diese Saison der Hochalpbach auf dem Programm. Diese Tour bin ich heuer noch nicht begangen, daher freue ich mich umso mehr auf die tolle Tour. Mit von der Partie, und das macht es für mich noch lustiger, sind 5 sportliche Deutsche. Ursprünglich aus Kasachstan, treffen sie sich jedes Jahr und unternehmen etwas in der Männerrunde. Das finde ich toll.
Beim mir bekannten Einstieg werden wir von einem Einheimischen verscheucht, wir dürfen hier nicht sein und auch nicht durchfahren. Als ich ihm erkläre, dass wir zum Canyoning da sind, beruhigt er sich ein wenig, und empfiehlt und die obere Einfahrt. Im Endeffekt ist das dann der bessere Platz, da wir weder einen langen Zustieg, noch eine Lange Rückkehr haben.
Vom Fahrzeug steigen wir zuerst den Steig Richtung „Hochtal“, bzw. „Hohes Licht“ auf, dann zweigen wir auf einem mittlerweile sehr gut sichtbaren Steig zum Einstieg ab. Dieser führt zuerst durch den Wald, der letzte Teil ist dann ein kurzer versicherter Steig, der uns bis zum ersten Abseiler führt.

Der Stand ist ausgesetzt, aber gut eingerichtet, und ich habe die Gäste gleich alle auf das Podest abgeseilt. Von dort kommt gleich eine zweite schöne Abseilstelle, die bei viel Wasser recht anspruchsvoll werden kann. Heute ist der Wasserstand jedoch angenehm.
Eine kurze aber tolle Rutsche stellt sicher, dass wir jetzt alle gut durchgewaschen sind. Der Sprung vom Baumstamm macht auch allen viel Spaß.

Ab hier geht es dann eine Weile ohne nennenswerte Hindernisse bis zum Abschlusswasserfall, der direkt in den Lech stürzt.

Die Flussüberquerung macht uns noch mal richtig Spaß.

Und der Rückweg ist, entgegen der Befürchtungen, sehr schnell gemeistert. Tolle Tour, tolle Leute, das Wetter ist am Schluss dann auch noch richtig gut geworden… perfekt!

Canyoning: Stuibenfälle, Wiesbach, Pfrillenwasser (19.09.2015)

Das intensivste und wahrscheinlich auch letzte Wochenende beim Canyoning hat bekommen. Heute habe ich gleich 3 Touren, das kommt extrem selten vor:

Stuibenfälle:
Mit Hansi zusammen habe ich heute 12 Leute zum Betreuen, eine bunte, aber sehr angenehme Truppe von Bankern. 

Der Aufstieg fällt so manchem ein bisschen schwer, aber als wir dann oben beim Einstieg sind, geht’s dafür richtig zur Sache. 

Am Anfang geht’s gleich mit einem Sprung und den zwei Abseilstellen los. Die kurze Aufwärmphase begrüßen die meisten, am Schluss lassen wir es nochmals bei den Abschlusssprüngen krachen… 

Tolle Tour mit tollen Leuten.

Wiesbachle:
Gleich noch eine Tour mit Hansi, ins bekannte und beliebte Wiesbachle. Hier haben wir eine fast durchgängige Männertruppe, eine Frau ist dabei.

Auch hier läuft alles wie am Schnürchen, besonders die Waschmaschine am Schluss macht allen Spaß. Und nebenbei zeig sich Hansis „Grünes Herz“, Stichwort: Frösche

Pfrillenwasser (Familientour):
Premiere für dieses Jahr, ich habe auch noch eine Kindertour. 1 Mädchen, und 3 Erwachsene. Die erste Challenge ist es, die Kleine in einen zweiten Neopren und in die Schuhe zu bringen. Da es schon recht kühl ist, ist der Kälteschutz bei Kindern noch wichtiger als sonst.

Doch nach einer Weile ist es geschafft, Floe ist komplett angelegt, und wir starten das Trockentraining, ein wichtiger Teil bei der Familientour.

Wir seilen uns hinter der Bootshütte an einem Baum ab, das macht allen Spaß, und ist eine gute Vorübung zum Abseiler in der Schlucht.
Die Autofahrt zum Ausstieg der Tour dauert nicht ganz 5min., der Aufstieg ist auch bald geschafft.

Zuerst geht es über ein wenig Geröll zur Rutsche, diese ist schon vom Ansehen her sehr rutschig, beim gesicherten Runterrutschen merken wir, dass die Rutsche diesen Namen wirklich verdient. Extrem veralgt, ist die Beschleunigung von 0 – 100 fast schon Rennwagentauglich.

Das Mädchen ist nach der Rutsche ein bisschen verunsichert und ängstlich, das legt sich aber im weiteren Verlauf.
Direkt nach der Rutsche ist die Abseilstelle, diese ist leider auch veralgt und rutschig.

Trotz dieser Widrigkeiten meistern wir auch diese Stelle und über Blockwerk klettern wir, durch ein paar Rutschen unterbrochen, hinunter zum Durchflussrohr, dem Ende der Tour.

Dort klettern wir noch durch das Rohr, dann gehen wir zum Auto.
Bei der Bootshütte entschließen wir uns noch, ein wenig in den Lech zu springen, solange wir den Neoprenanzug haben. Das ist zum einen lustig, zum anderen sind auch die Anzüge fast sauber… Auch diese Tour hat sehr viel Spaß gemacht.

Mühlendorf Gschnitz (13.09.2015)

Die Oma ist da, und wir wollen einen Ausflug machen. Lucy spürt den Föhn, der sich gerade über dem Wipptal zusammenbraut, daher bleibt sie lieber daheim. Die Kinder sind mehr oder weniger freiwillig auch mit von der Partie.

Mit dem Auto geht’s über die gut befahrene Brennerautobahn bis Matrei am Brenner, dann weiter auf der Bundesstraße bis ans Ende vom Gschnitztal. Wir passieren die schönen Dörfer Trins und Gschnitz, in Obertal stellen wir uns auf den Parkplatz.

Ursprünglich wollten wir zur Laponesalm wandern, doch da hier im Gschnitztal die Wolken wirklich dicht sind, beschließen wir, dem Mühlendorf einen Besuch abzustatten. Hierbei handelt es sich um eine Ansammlung von alten Mühlen aus der Region, die hier aufgebaut wurden, um die verschiedenen Möglichkeiten der Wasserkraft zu sehen.

Heute denken wir nur noch an Brotmühlen, oder Elektrizität, wenn wir von Wasserkraftnutzung sprechen, aber früher wurde viel mehr damit gemacht.

Wir sehen eine Werkstatt mit wasserbetriebener Drechsel- und Hobelbank, ein wasserbetriebenes Butterfass, eine Tiermühle (hier wurden keine Tiere gemahlen…), dazu viele Gegenstände aus dem früheren alltäglichen Gebrauch.

Manche Dinge kennen wir heute in moderater Form, manche Sachen kennen wir nicht mehr und ein eindeutiger Zweck erschließt sich uns auch nicht.

Nach den Museumsmühlen gehen wir noch durch den Wald zu einer Eisenbrücke und zu einem beeindruckenden Wasserfall…

Wir setzen uns auf eine Bank, genießen die Aussicht und machen eine Jause.

Anschließend geht es wieder ins Dorf. Dort angekommen genießen wir noch einen Kaffee, Würstchen und Brot und einen Saft. Meistens ist es windstill, doch wenn der Föhn reinbläst, wird es richtig ungemütlich. Sara und Letu, schon die ganze Zeit begeistert (die Großen wissen es einfach besser 🙂 ), spielen auf dem Spielplatz mit einem Wasserkanal, bei dem man verschiedene Wasserläufe nachstellen kann. Natürlich fließt Wasser… und das macht immer Spaß.

Ein wunderschöner Ausflug in eine Gegend, in der ich noch nie war. Und ein kleines Ziel wurde auch schon vorgemerkt, die Tribulaunhütte…

Absamer Klettersteig – Bettelwurfhütte, 2077m (12.09.2015)

Viele Geschichten haben wir schon gehört, vom Absamer Klettersteig, wilde Geschichten über die Schwierigkeit, wie viele Leute schon rausgeholten wurden, wie auch die Variante, dass der Steig langweilig sei… also Zeit, selber herauszufinden, was es mit diesem Steig auf sich hat.

Zuerst ein paar Fakten, der Steig ist lt. Topo relativ lange, südseitig ausgerichtet, daher auch brutal heiß im Sommer, und ohne einen Wasserkanister am Rücken nicht zu empfehlen. Die Schwierigkeiten halten sich in Grenzen (Klettersteig C), daher werden wir heute das Wetter nutzen und einsteigen.

Wir treffen uns wie gewohnt früh, so richtig aus dem Bett komme ich nicht, da mir die Wanderung vom Vortag noch in den Knochen steht, aber nach einem Müsli geht es mir schon besser. Um 6:00 Uhr stehe ich bei Alfons vor der Türe, er sich auch schon gerichtet. Die paar Meter bis zum Eingang zum Halltal haben wir schnell mit dem Auto zurückgelegt.

Den Weg bis zum Einstieg gehen wir entlang des Fluchsteigs, einem alten Steig der Bergarbeiter im Halltal. Rasch erreichen wir den Einstieg, ein Bergsteiger ist schneller als wir, überholt uns und steig kurz vor uns ein. Die Sonne küsst schon die ersten Berge im Hintergrund, ein Bild, das einen wunderschönen Bergsteigertag ankündigt…

Am Einstieg vom Klettersteig ist eine Tafel mit ein paar nützlichen Informationen zum Klettersteig aufgehängt.

Die Ausrüstung ist schnell angelegt, ein kurzer Partnercheck obligatorisch. Dann geht’s los, die erste Wand ist sehr einfach, dann ein paar Meter Gehgelände, dann kommt die Schlüsselstelle, eine C-Stelle, die wir relativ einfach überwinden. Dann zieht sich der Steig immer an der Wand entlang, Richtung Westen.

Eine steinschlaggefährdete Rinne wurde jetzt mit einer Seilbrücke entschärft, die Seilbrücke ist aber nicht jedermanns Sache…

Dann flacht das Gelände merklich ab, und einfach geht es hinauf, Richtung Bettelwurfhütte. Ein paar kleinere Schikanen sind noch eingebaut, die jedoch auch wieder einfach zu meistern sind. Bald erreichen wir die Platten, die Aussicht auf das Halltal und Inntal ist phänomenal. Die Plattenkletterei finde ich lustig, speziell weil man einmal merkt, wie gut die Bergschuhe eigentlich auf dem Felsen haften.

Weiter geht es über ein Köpfl, dann noch eine C-Stelle, und wir haben das Ende des Klettersteiges erreicht.

Jedoch noch nicht die Hütte, die müssen wir uns erst in einem ca. 40minütigen Fußmarsch noch verdienen.

Zufrieden erreichen wir die Hütte, schon einige Leute sind oben. Wir bestellen uns ein Bier und Essen und genießen die Aussicht auf das Inntal.

Seit heuer sind neue Pächter auf der Bettelwurfhütte, Nina und Florian. Und Nina ist eine gebürtige Pflacherin. Da muss ich gleich ein paar Worte wechseln, und schon bald wissen wir, obwohl wir uns noch nie gesehen haben, dass wir die gleichen Leute in Pflach kennen. Die Welt ist klein… ein anderer Pflacher, so erzählt sie mir, ist gerade auf dem Weg auf den Bettelwurf.

Wir wollen uns bald wieder aufmachen, da der Weg ins Tal auch noch ein wenig Zeit in Anspruch nimmt.

Der Steig führt durch eine Menge Latschen, immer wieder kommen uns Leute uns entgegen, verschwitzt, da die Temperaturen schon recht hoch sind, trotz des fortgeschrittenen Alters des Jahres. Sind wir froh, dass wir früh aufgestiegen sind.

Der Rückweg zum Parkplatz geht zügig voran, bald erreichen wir den Parkplatz.

Alfons hatte noch eine gute Idee… eine Kneippanlage soll unseren Füssen noch ein wenig Linderung bringen… glaubt mir, das Wasser war wirklich kalt hat aber richtig gut getan. Ein wunderschöner Tourentag mit einem super Tourenpartner… danke und Berg Heil!

Tourendaten:
Gesamtlänge: 14km
Gesamtdauer: 6:30h
Höhenmeter: 1620m

Kranebitter Klamm und Magdeburger Hütte, 1637m (11.09.2015)

Heute ist Freitag, am Freitag wird bei uns nur Halbtags gearbeitet. Also genug Zeit für ein kleines Unternehmen. Schon länger will ich die Kranebitter Klamm machen, heute soll es soweit sein. Leider ist mein Bergspezi Alfons schon wieder verhindert, aber das soll mich nicht abhalten. Ich mache kurzfristig eine Bike&Hiketour aus meinem Unternehmen. In der Früh bin ich ja schon auf die Arbeit gefahren, jetzt, nachdem das virtuelle Horn das Wochenende geblasen hat, hüpfe ich in mein Bergoutfit und schwing mich auf meinen geliebten Drahtesel. Die Strecke bis Kranebitten habe ich schnell geschafft, beim Flughafen Innsbruck vorbei, an dem gerade ein paar kleine Flieger abheben und landen. Wunderschön liegt die Klamm vor mir…

Die letzten Meter gehen ganz nett rauf, aber schon bald stehe ich am Eingang der Klamm, wo ich auch mein Fahrrad abstellen muss. Da geht es mit dem Rad nicht mehr vernünftig weiter. Also habe ich gleich mal einen Baum identifiziert , der meinen Schatz beschützen muss…

Ich steige ins Bachbett hinunter, da beginnt auch gleich der Steig. Nachdem ich mich ein bisschen Schlau gemacht habe, habe ich mir die Tour so vorgestellt: Ich gehe auf dem Schleifwandsteig bis zum Magdeburger Hütte, von dort gehe ich ein Stück den Weg Richtung Rauschbrunnen/Hötting abzusteigen, werde dann aber … na, jetzt greife ich schon vor!

Der erste Teil des Weges geht, gut höhenmetermachend, hinauf, bis zu einer bekannten Abzweigung.

Hier könnte man auf das Hechenbergl gehen, aber diese Tour werde ich mir ein anderes Mal gönnen. Ab der Abzweigung wird der Steig ein wenig flacher, und folgt in respektvoller Höhe der Klamm ins Karwendel hinein. Im Hintergrund sehe ich die Hohe Warte und die Solsteine, rechts davon den Achselkopf und die Brandjochspitze. Ein wunderschönes Ensemble…

Der Weg ist die meiste Zeit super ausgebaut, ein paar Mal hat wohl Mutter Natur auch mitbauen wollen, dort ist es dann auch manchmal ein wenig ausgesetzt.

Aber alles in allem keine Gefahr, obwohl man schon schön steigen muss. Ein Fehltritt wäre an manchen Stellen fatal, und schnell ist was passiert, wenn man unachtsam ist. Doch ich komme gut voran, der Weg gefällt mir sehr gut, und bald erreiche ich das Ende der Klamm.

Der Aufstieg zur Magdeburger Hütte dauer nur noch ein paar Minuten, dann gönne ich mir ein „Weizen ohne“.

Da ich nicht weiß, wie der Weg zurück ist, will ich nichts riskieren :). Ich frage die Hüttenwirtin, ob noch viele Leute kommen. Noch ist genug zu tun, ist die schmale Antwort. Eine rustikale Dame… aber das passt genau hierher auf die Hütte.

Nach der kurzen Verschnaufpause beschließe, doch schnell abzusteigen. Es wird schon früh dunkel, und ich will eigentlich keinen unbekannten Weg suchen müssen. Daher gehe ich ein Stück den gleichen Weg zurück, dann zweige ich auf den Weg nach Rauschbrunnen/Hötting ab, mit der Nummer 220.

Zuerst geht es im Wald entlang, bei einem sehr interessanten Stein vorbei dann öffnet sich das Blickfeld wieder ein wenig. Der weitere Weg zieht an einem sehr schönen Wandfuß vorbei, irgendetwas schmeißt Steine… wahrscheinlich eine Gams. Ich sehe hier keine, aber später wird mein Verdacht an einer anderen Stelle bestätigt.

Ich bin ganz alleine unterwegs, schon seit dem Start (bis auf die Zwischenstation bei der Magdeburger Hütte). So nahe an Innsbruck, und doch so verlassen…

Bald erreiche ich die sogenannte Nasse Wand, die wirklich diesen Namen verdient.

Überall tröpfelt es heraus. Ich beschließe hier, in die Klamm abzusteigen, weil das ist ja das eigentlich Ziel. Stellenweise geht ein bisschen „reisenlaufen“, aber dann sind doch auch stellen, wo zu große, bzw. keine Steine liegen.

Dennoch bin ich schnell am Klammgrund, von hier aus folge ich dem nicht vorhandenen Wasserlauf. Alles hier ist staubtrocken. Man sieht jedoch, dass wenn einmal Wasser hier durchfließt, man vielleicht doch nicht dabei sein will…

Nach einer Weile erreiche ich die Engstelle, die immer wieder beschrieben wird, und auch sehr schön ist. Kurz danach geht’s noch eine alte Steiganlage hinunter, dann bin ich auch schon wieder am Ausgang… das ging ja schnell.

Der Weg zurück nach Aldrans mit dem Rad geht auch noch gut von Statten, bei den letzten Meter zum Haus bin ich immer froh, wenn diese um sind. Ein super „Greaschtl“ und eine Massage von meinem Schatz runden meinen Tag ab. Wunderbar…

Tourendaten – Bike:
Gesamtdistanz: 28 km
Gesamtdauer: 1:25 h
Höhenmeter: 510 m

Tourendaten – Hike:
Gesamtdistanz: 12,48 km
Gesamtdauer: 3:40 h
Höhenmeter: 1257 m

Höttinger Alm, 1487m (08.09.2015)

Heute juckt es mich schon in den Haxn, eine Runde nach der Arbeit zu drehen. Alfons hat kurzfristig abgesagt, da ihm was dazwischengekommen ist. Nun, was soll ich machen? Natürlich alleine fahren. Alleine ist man da rauf sowieso nie.

Ich starte um 17:00 Uhr los, fahre Richtung Planötzenhof, es geht am Anfang gleich mäßig steil rauf, nach dem Gasthof wird es auch wieder flacher.

Dann schlängelt sich der Weg zielstrebig hinauf, in Richtung Gipfel der Nordkette. Immer näher kommen die Felsriesen, die Frau Hitt schaut von hier schon recht beeindruckend aus. Ich fahre eine ganze Weile hinter einer Gruppe Mountainbikern her, ein kleiner Junge ist auch dabei, mit dem Seil an Papas Fahrrad gebunden. Ich finde das eine tolle Idee.

Nach 1:25h bin ich bei der Alm angekommen, ich bin zufrieden. Der Ausblick auf Innsbruck ist immer wieder einfach nur schön! Die Hauptstadt der Alpen hat diesen Namen wirklich verdient…

Da es schon recht kühl ist, setzte ich mich in die Hütte, die gut besucht ist. Ein Platz bei zwei Sportlern wird mir gewährt, dann bekomme ich noch einen Radler und gut ist. Nach einer kurzen Pause fahre ich wieder ab. Ich fahre Richtung Arzler Alm, dann weiter nach Mühlau. Von dort muss ich einmal Quer durch die Stadt, aber auch das ist OK. Ich treffe noch einen Mountainbiker, mit dem ich vorher abgefahren bin. Wir wechseln ein paar Worte, dann fahren wir getrennte Wege.

Am Schluss, wie halt immer, steht mir die Auffahrt nach Aldrans bevor, die ich heute über den Pfaffensteig von Ambras aus bewältige. nach 2:17 Fahrzeit erreiche ich Aldrans.

Die Tour war super, das Wetter habe ich zum Glück nochmals richtig ausnutzen können. Alleine macht Spaß, zu Zweit ist auf jeden Fall lustiger… ich hoffe, daß ich das nächste Mal wieder mit Alfons am Web bin!

Tourendaten:
Gesamtdauer: 2:17h
Gesamtlänge: 27,71km
Höhenmeter: 1440m

Schwazer Silberbergwerk (05.09.2015)

Als ein Teil vonLetu’s Geburtstag haben wir beschlossen, ins Schwazer Silberbergwerk zu fahren. Mit von der Partie ist die ganze Familie, Alfons und Maria, und natürlich Opa und Oma.

Wir haben beschlossen, dem Werk über Mittag einen Besuch abzustatten, da da am wenigsten los ist. Da wir doch nicht soviel Glück haben, fährt direkt vor uns eine Busgruppe ein. Im Endeffekt hält sich die Wartezeit aber doch in Grenzen, kurz nach Mittag fahren wir ein, wie ist in der Bergmannssprache heißt.

Im Grubenhunt geht es hinein in den Berg, eine lustige, aber auch enge Angelegenheit. Nach ziemlich genau 7 Minuten erreichen wir das Ende der Bergwerksbahn. Von dort führt uns Andreas, unser Führer durch das mittelalterliche Bergwerk.

Die Mutter aller Bergwerke, wie das Bergwerk auch genannt wird, produzierte einst 85 % der Welt-Silberressourcen. Die Fugger, als Urkapitalisten, hatten großen Anteil am Aufstieg vom Silberbergwerk.

Andreas führt uns mit großem Wissen und seinem Sohn als Schlusslicht durch die Stollen. Immer wieder würzen seine Witze die Tour auf. Eines der Highlights ist das schwarze Wasserwunder, ein Pumpwerk, um das eindringende Wasser aus dem Werk zu leiten. Zu derzeit eine technische Meisterleistung. So mancher Besucher bestaunte schon vor hunderten Jahren dieses Wunder.

Am Abschluss der Tour sehen wir noch den neueren Teil des Bergwerks, und manche Stollen die im zweiten Weltkrieg gebaut wurden, und zu den noch nicht eröffneten Messerschmitt Hallen führen. Noch ein Highlight ist eine Kluft, in der größere Mengen Silber geschürft wurden. Ein unachtsamen Moment, und in Hollywood Manier fällt ein Stück der Decke auf den Boden. Sara ist richtig erschrocken, doch das legt sich gleich wieder. Ein krönender Abschluss für die schöne Tour.

Anschließend können wir uns noch Leberkäse, ein wenig später Kaffee und Kuchen, und am Abend gibt es Hackbraten. Leben wie der König in Frankreich.

Das war wieder ein schöner Tag mit der ganzen Familie. Glück auf!