Archiv des Autors: Wisse

141230 Birgitzköpfl (1.982m)

Nach längerer Abstinenz geht´s mal wieder in die Berge. Doch zuerst mal von Anfang an. Ein Telefonanruf am Vortag, mein Schwesterle: „Magscht morgen mit mir und dem Alfons zum Rodeln auf die Birgitzer Alm, oder vielleicht Rinner Alm?“. „Gerne“. „Ja, dann treff ma uns morgen um 9:00Uhr, mir hollen di ab!“. „OK, dann bis morgen“.
In der Früh steh ich gleich mal auf und frühstücke herzhaft. Dann richte ich mich zum Rodeln her, als das Telefon läutet: „Des globscht iatz ita… i hon meine Bergschuach in Reutte vergessen, i kann nit mit. Geascht halt mit dem Alfons…“. „Ma, des ischt bled…“. Ja, was tun, ohne Bergschuhe gehts halt nicht.
Kurze Abstimmung mit Alfons: „Kimmscht mi hollen?“, „Klar, soll ma umdisponieren? Soll ma a Skitour auf die Birgitzer machen?“. „Machma, also los, bis glei“.

Innerhalb kürzester Zeit habe ich den Rucksack komplett umgepackt, die Ski aufgefellt, den Pieps umgeschnallt und bin bereit. Ich dachte nicht, dass ich heuer so schnell zu einer „ersten“ Tour kommen würde. Vor 4 Tagen war es noch grün, obwohl man auch sagen muss, in der Höhe liegt schon länger Schnee… Aber jetzt schneit es seit 2 Tagen und das gibt super Schnee.
Schon steht Alfons vor der Tür und wir starten durch, die Sachen in den Kofferraum und los geht die Fahrt. Je näher wir unserem Ziel kommen, desto mehr Schnee liegt auf den Bäumen und leider auch auf der Straße. Wir erreichen den Parkplatz, noch ist nicht so viel los. Beim Versuch, in den nicht geräumten Abstellplatz hinein zu manövrieren passiert es, das Auto bleibt stecken. 1,5 m weiter und wir wären „safe“ gewesen… so leider nicht, da Hinterteil des Autos schaut in die Straße, und auch Hilfe beim Schieben durch Nachbarfahrer bringt nicht den ersehnten Erfolg. Was hilft… Ketten montieren. Gott sei Dank hat Alfons gerade vor kurzem Ketten vermacht bekommen.

Doch auch diese Unbill geht an uns vorbei und nach einer halben Stunde sind wir endlich auch dem Weg.

Zuerst geht es durch wunderschönen winterlichen Wald, hinauf zu Birgitzer Alm. Eigentlich unvorstellbar, dass es vor kurzem noch richtig aper war…

Es scheint auch, dass wir heute unseren richtigen Tritt gefunden haben, schon nach kurzer Zeit haben wir einen flotten Schritt drauf, der uns schnell unserem Ziel näher bringt. Scheinbar haben die paar Touren im Sommer und das viele Radfahren doch ihre Spuren hinterlassen… natürlich im positiven Sinne.
Groteske Schneeskulpturen sehen wir immer wieder auf dem Weg…

Bald schon ist die Birgitzer Alm erreicht, doch wir entscheiden, gleich weiterzugehen und auf dem Weg zurück in der Hütte einzukehren. Nicht mal einen Stopp machen wir an der Hütte, wir überholen wieder Leute auf dem Weg und gehen den langen Rücken vor dem Gipfel hinauf. Hinter uns hängen sich zwei Frauen aus der Gruppe an, die uns richtig am Rocksaum hängen, doch als wir sie überholen lassen wollen, wollen sie nicht, denn „Schneller als ihr sind wir auch nicht“.

Bald schon erreichen wir den Gipfel, die letzten Meter dringen wir doch starken Nebel empor.

Die Rast am Gipfel halten wir sehr kurz, denn richtig fein ist es nicht. Die Felle ziehe ich heute mal nach einer neu gesehen Methode ab, Schi zusammen, Felle leicht abziehen, zusammenkleben und mit einem „Ratsch“ abziehen… geht gar nicht schlecht.
Alles schnell in den Rucksack rein, den Helm auf den Kopf und die Ski auf die Füße. Und los gehts. Da ich kein berühmter Tiefschneefahrer bin, habe ich schon meine Mühe, halbwegs manierlich den Hang hinunterzukommen, aber runter komme ich auch jeden Fall immer. Bei der Hütte machen wir einen verdienten Stopp und kehren ein. Dort lassen wir den ersten Teil der Abfahrt nochmals Revue passieren.

Bei einem alkoholfreien Weizen und einer geheizten Hütte lässt es sich schon schön sitzen.  Dann geht es den zweiten Teil der Strecke hinunter. Hier liegt nun nicht mehr ganz so viel Schnee und das Fahren geht ein bisschen besser. den unteren Teil fahren wir dann noch die Rodelbahn ab und wundern uns ein bisschen, wie viele Leute heute unterwegs sind. Mit Schiern und mit der Rodel, bei Wind und Wetter… das scheint die Devise. Aber wir gehören ja auch dazu, als aufgehört mit dem Gejammere.
Am Parkplatz ist die Freude groß, dass Alfons die Schneeketten schon vor dem Weggehen richtig angeschnallt hat, daher können wir uns fein ins Auto hocken und heimwärts fahren.

Ein wunderschöner Auftakt in die Wintersaison…

Tourendaten:
Aufstieg: 604 m
Dauer: 1:45 h
Distanz: 7,74 km

141130 Guffert (2.195m)

Heute mal was was anderes… es geht ins Rofan. Und noch was ist extra… Der Papa ist heute auch mit von der Partie.
Wir haben uns den Guffert als Ziel erkoren, einen schönen, aber an vielen Tagen überlaufenen Gipfel, der eine Wahnsinns-Aussicht sowohl ins Voralpenland, wie auch auf das Kaisergebirge und die Zentralalpen bietet.
Papa hat sich auch entschieden, mitzukommen und fährt schon in der Früh von Reutte aus nach Aldrans, um dann mit uns weiter Richtung Achensee zu fahren.
Um 10:00 Uhr holen wir noch Alfons in Hall ab, dann geht es in einer gemütlichen Stunde nach Steinberg im Rofan. Wir parken das Auto beim „Waldhäusl“, der Parkautomat ist außer Betrieb, daher müssen wir auch nicht bezahlen. Wir richten uns gerade für den Abmarsch her, da erscheint wie aus dem Nichts eine alte Frau, und spricht uns wirr an. Nach ein paar Sätzen ist uns klar, dass diese Frau wohl nicht ganz klar ist. Wir sprechen höflich ein paar Worte mit ihr, dann machen wir uns auf den Weg. Schon komisch, immer wenn Alfons und ich mit Willi auf dem Weg sind, erscheinen uns komische Leute… 🙂
Gleich am Anfang überqueren wir ein einen „Schuhbaum“ und ein munteres Bächlein, dann steigt der Steig sanft durch den Wald hinauf.

Bald schon merken wir, dass sich der Weg mit dieser moderaten Steigung richtig zieht, es ist zwar ein sehr angenehmes Gehen, aber es geht halt auch nichts weiter…

Wir überqueren einen alten Lawinenstrich und klettern eine leichte Rinne hinauf.

Bei einer kurzen Rast besprechen wir den weiteren Weg, mutmaßen den Pfad an der linken Seite eines Kopfes, werden aber direkt beim weitergehen eines Besseren belehrt…

 

…der Weg weicht nach Rechts aus, um die wunderschöne, mit Höhlen durchsetzen Felsformation herum…

… dann wird es nochmals flach und ein unglaublicher Blick tut sich auf, überall nur Latschen, soweit das Auge reicht. Fast ohne Lücken, so wie ich das noch nie gesehen habe. Hier am Sattel des Gufferts ist ein „Latschenparadies“ sondergleichen entstanden…

Vom Sattel drehen wir nach Links, dem Grat entlang hinauf zum schon bald sichtbaren Gipfel. Nun wird auch die Höhe bemerkbar, denn in den Schatten liegt überall Schnee, nicht viel, aber doch genug, um liegenzubleiben.

Den Gipfel haben wir nun permanent im Blick, vor uns sehen wir schon einige Leute im Auf- oder Abstieg. In der Früh habe ich noch die Bemerkung gemacht, dass wir wohl nicht viele Leute auf dem Berg antreffen würden… wie man sich doch täuschen kann.
Gerade als wir fast am Gipfelfelsen anlangen, plötzlich ein Schrei von oben, eine Mannschaft vor uns ruft an die Nachfolger „Da ist gerade Einer abgerutscht… hat jemand von euch ein Handy dabei, und kann die Rettung anrufen…“.
Ich packe rasch das Handy aus und drücke auf die Notfallapp. Sofort wird ein Notruf abgesetzt, mit Position und allem Drum und Dran. Kein Überlegen, welche Nummer ich wählen muss… bin ich froh. Einzig mit dem Empfang haut es nicht ganz hin. Nachdem ich den Notruf abgesetzt habe, werde ich von der Leitstelle zurückgerufen, um die Meldung aufzunehmen. Da der Empfang aber recht schlecht ist, muss ich zig Positionswechsel machen, bevor ich überhaupt mal jemanden erreiche…
Des Weiteren weiß ich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht genau, was passiert ist. Nach und nach kommen jedoch die Informationen zu uns und ich versuche, diese weiterzugeben. Ein Wanderer ist auf einem Schneefeld abgerutscht und über die Nord-Ostseite den Berg runtergerutscht. Hier im Bild sieht man die Unglücksstelle, ein paar Fussabdrücke, und plötzlich nichts mehr…

Ich versuche immer noch, eine Verbindung mit der Landesleitzentrale aufzubauen, um die Daten durchzugeben… später beim Lesen der Zeitungsberichte werde ich mich wundern, was da alles verstanden wurde. Wieder steht die Verbindung ein paar Sekunden, ich höre, dass der Hubschrauber schon alarmiert und auf dem Weg zu uns ist.
Alfons und Papa stehen an der Nordseite, vom Verunfallten ist von dieser Warte aus nichts außer der Rutschspur zu sehen, der Bergsteiger muss über eine Kante abgerutscht sein. Ich stehe mit dem Handy des Empfangs wegen auf der Südseite, der Unfallstelle abgewandten Seite. Daher bin ich immer auf die Zurufe der Anderen angewiesen.

Bald schon hören wir den Hubschrauber, der mit lautem Geknatter angeflogen kommt. Dieser fängt auch gleich die Suche an, doch wir müssen feststellen, dass der Hubschrauber an der falschen Stelle sucht. Ich rufe mit Alfons Handy (Anderer Netzanbieter) nochmals bei der Leitstelle an, nun klappt die Verbindung wesentlich besser.
Ich teile mit, was ich zu wissen glaube, und teile auch mit, dass der Hubschrauber an der falschen Stelle sucht. Der Bitte, meine Position nicht zu verändern, um eine Handyortung durchführen zu können, komme ich gerne nach. Und siehe da, schon bald fliegt der Hubschrauber zu uns, uns wie können die Retter auf die Unglücksstelle hinweisen. Mittlerweile stehen sicher schon 15 Leute in unserer direkten Umgebung.
Der Hubschrauber fliegt die Unglücksstelle auf und ab, und schon bald ist der Verunglückte gefunden, zumindest soweit wir das beurteilen können. Mit dem Tau wird der Bergsteiger geborgen.
Wir entschließen uns, weiterzugehen, da wir hier nichts mehr tun können. Die Retter haben meine Telefonnummer, sollten noch Fragen sein. In diesem Moment muss ich zugeben, trifft mich diese Situation nicht so, wie ich es eigentlich vermutet hätte. Ich sehe mich, trotz Absetzens des Notrufs in einer „unbeteiligten“ Beobachterrolle, bin emotional recht ruhig. Auf die Frage, ob wir weitergehen sollen, sage ich nur ja, froh, wieder beschäftigt zu sein…

Die letzten Meter auf den Gipfel gehen wir schweigend hinauf, jeder für sich. Es ist nicht so sehr Beklemmung, die uns schweigen lässt, sondern eher eine Nachdenklichkeit, die Überraschung, wie schnell es gehen kann, ein kleiner Fehltritt, und das war´s. Ich für meinen Teil gehe noch vorsichtiger als sonst, setze meine Schritte mit Bedacht…

Schon bald stehen wir auf unserem Tagesziel, dem Gipfel des Gufferts. Natürlich sind wir nicht die Einzigen, denn schon während dem Rettungseinsatz sind die Einen oder Anderen weiter zum Gipfel gegangen.

Wir setzen uns in eine kleine Senke, geschützt vom kühlen Wind, lassen uns von der Sonne wärmen und verzehren unsere Jause. Wie gewohnt, sobald der Tisch gedeckt ist, gesellen sich die Dohlen, die Flugkünstler der Alpengipfel zu den Speisegästen und verlassen den Platz nicht, ohne ein paar Krümel abbekommen zu haben.

Da es ja schon spät im Jahr ist, darf man nie vergessen, wie früh es dunkel wird. Dieser Gedanke treibt uns schon bald wieder runter ins Tal, und wir beschließen, trotz der angenehmen Sonne den Abstieg zu wagen.

Als wir wieder bei der Unglücksstelle vorbeigehen, hören wir gerade wieder einen Hubschrauber. Ein Blick in den Himmel bestätigt dies, ein Polizeihubschrauber kreist über der Unglücksstelle und es werden Bilder gemacht. Als der Hubschrauber anstalten zum Landen macht, gehen wir Drei in die Hocke, halten unsere Siebensachen und warten, bis das Fluggerät gelandet ist.

Ein Polizist steigt aus dem Heli aus, dann fliegt dieser wieder weg vom Grat. Ich laufe rüber zum, wie sich herausstellt, Postenkommandanten und stelle mich kurz als „Notrufer“ vor, dann zeige ich ihm die Unglücksstelle. Auf die Nachfrage wird unsere Befürchtung bestätigt… der Alpinist hat den Absturz nicht überlebt…
Der Polizist nimmt noch meine Daten auf, dann werden ich auch schon wieder entlassen.

Wir steigen schnell ab, den gleichen Weg hinunten, der wir in der Früh aufgestiegen sind. Gerade zum letzten Licht erreichen wir den Parkplatz.
Gegenüber stehen die Alpingendarmen neben dem Leichenwagen… gemischte Gefühle machen sich wieder breit…

Nachtrag:
Am Abend und nächsten Tag sind alle Nachrichten voll vom Alpinunfall, weitere Unfälle sind in der Kranebitter Klamm und in Scharnitz geschehen. Alles in allem ein sehr düsteres Wochenende für Alpinisten, zumal es jahreszeitlich gesehen eine sehr untypische Zeit zum Bergsteigen ist… nur der sehr milde Herbst macht solche Touren noch möglich.
Der beschriebene Unfall hat sich nicht auf dem „Normalweg“ ereignet, sondern auf einem Steig, der als solcher durch das Schneefeld nicht mehr zu erkennen war. Eine „ängstlichere“ Person wäre hier wohl nicht auf das Schneefeld eingestiegen…

Tourendaten:
Aufstieg: 1279 hm
Dauer: 5:14
Distanz: 12,02 km

 

141123 Kaisersäule (1.700m) Thaurer Zunterkopf (1.918m) & Haller Zunterkopf (1.966m)

Aus Ermangelung an „Bergspezies“ habe ich entschlossen, diese Tour an einem der letzten schönen Tage in diesem Herbst (klingt schon fast wie eine Phrase) zu machen. Nach einer Weile der Suche am Vorabend bin ich auf die Zunterköpfe gekommen, die ich eh schon länger im Visier hatte. Ich schaute mir das Ganze auf der Karte an und entschloss mich, von der Romediuskirche zu starten und dann würde ich schon sehen.

Gleich in der Früh starte ich los, eben bei besagter Romediuskirche. Am Rande des Dorfes Thaur habe ich geparkt, dann gehe ich über einen sehr schön angelegten Kreuzweg entlang hinauf, bis die Kirche vor mir steht…

Diese wunderschöne Wallfahrtskirche ist den Heiligen Peter und Paul geweiht. Ganz in der Nähe liegt auch das Thaurer Schlössl, eine Burgruine, die einst die größte Burg Tirols gewesen sein soll. Auf jeden Fall ist es ein empfehlenswerter Spaziergang für einen Sonntag Nachmittag.

Mein Weg sollte aber noch weiter gehen, ich zweige schon bald nach der Kirche in den Wald, und ziehe damit hinauf Richtung Thaurer Alm. Auf dem Weg fällt mir auf der Seite des Forstweges ein kleines Schild auf, das meine Aufmerksamkeit erregt…

… und nach einem Blick auf die Karte beschließe ich kurz entschlossen, nicht mehr weiter Richtig Thaurer Alm, die eh geschlossen ist, zu gehen, sondern diesen Steig zu nehmen, der mich zügig zur Kaisersäule bringen soll. Schon bald muss ich feststellen, dass der Weg weder oft begangen, noch sehr betreut ausschaut. Das Steigen geht jedoch gut und der Weg ist landschaftlich wunderschön angelegt.

Auf dem Weg höre ich immer wieder ein Pfeifen aus den Latschen, nach einer Biegung sehe ich die Unruhestifter…

Ein Muttertier mit dem Kleinen macht sich so schnell es geht aus dem Staube, noch viele Gämsen werde ich heute sehen, immer wieder brechen sie aus den Büschen und erschrecken mich zu Tode. Ich kann mich nicht erinnern, so viele Gämsen an einem Tag gesehen zu haben. Beeindruckende Tiere, denen ich immer wieder gerne beim Klettern zuschauen. Nach einer kurzen Pause sind die Gämsen weg und ich gehe weiter.

Bald schon geht es in die Latschen rein, und ich bin überrascht, wie warm es schon in der Früh ist, obwohl wir schon Mitte November haben… schon bald laufe ich mit dem T-Shirt weiter, da mir das Fleecehemd zu warm ist. Im Sommer möchte ich hier nicht gerne unterwegs sein, zumindest nicht an einem heißen Sommertag, denn da könnte es richtig ungemütlich sein.

Nach ein paar weiteren Kehren und Gämsen erreiche ich mein erstes Ziel, die Kaisersäule, die zu Ehren von Franz Josef I. gebaut wurde, der sich hier anno 1815 die Schlachtfelder des Tiroler Freiheitskampfes angeschaut hatte. Die Salinenarbeiter der Haller Salzbergwerke hatten dann 1838/39 die Kaisersäule als Erinnerung an dieses Ereignis erbaut.

Hier mache ich meine erste richtige Pause, und genieße die Aussicht, wie damals der Kaiser das getan haben musste. Die Sonne lacht jetzt richtig vom Firmament und daher beschließe ich, weiterzugehen auf den Thaurer Zunterkopf, und mir von dort den weiteren Weg anzuschauen.

Schon auf den letzten Metern ist mir aufgefallen, dass der Boden recht feucht ist, und erst vor kurzem hier der Schnee geschmolzen ist. Bald schon ist mein Verdacht bestätigt, in den Schatten liegen immer mehr Schneereste, das Gehen auf dem harten Schnee ist jedoch angenehm, der Griff ist gut.

Ich gehe auf beschneiten Wegen bis zum sogenannten Törl, auf dem ich hinunter in das Halltal und auf die Herrenhäuser sehe, im Hintergrund türmt sich der mächtige Bettelwurf auf, der die ganze Szenerie dominiert.

Weiter geht es hinauf, jetzt kann es nicht mehr weit sein. Die Schneereste werden immer mehr.

Das Schöne am Schnee ist, das man immer weiß, ob man der Erste ist, oder ob jemand vor einem unterwegs war. In meinem Falle waren schon ein paar Leute vor mir am Weg, aber überlaufen scheint der Zunterkopf nicht  zu sein. Und natürlich finde ich auch Spuren von … na? Gämsen!

Die meiste Zeit von der Kaisersäule her bin ich nordseitig unterwegs, das erklärt auch den vielen Schnee. Als ich oben am Grat auf die Südseite wechsle, wird es weniger, und da, nach einer Kehre ist der erste Gipfel erreicht… der Thaurer Zunterkopf.

Ein schöner Blick auf das Inntal und auf der anderen Seite ins Karwendel tut sich auf, es ist einfach schön, hier zu stehen und zu sehen, wie wunderschön unser „Landl“ ist. Jedes Mal wieder läuft mir ein Schauer über den Rücken, aus Freude, dass ich dieses Panorama genießen darf.

Ich esse eine kleine Jause, dann mache ich mich auf, zum nächsten Gipfel zu gehen, dem Haller Zunterkopf. Unterwegs sehe ich immer wieder die Riesen im Karwendel an und dann auch wunderschön das Lafatscher Joch, das ich heuer mit Alfons mit dem Mountainbike bewältigt hatte. Unsere Abfahrtspiste sieht man in der Mitte des Bildes… schaut doch recht beeindruckend aus?

Am Grat entlang gehe ich zum Gipfel hinüber, die Aussicht auf das Grat ist auch Erfurcht einflössend, wegen dem mächtigen Bettelwurf.

Bald schon stehe ich auch auf dem zweiten Gipfel, dort treffe ich eine Thaurerin, mit der ich noch ein paar Worte über den Talweg wechsle. Sie macht, da ich alleine bin, noch ein Gipfelfoto, dann steige ich auch schon wieder ab…

Hinunter gehe ich über die Guggermauer, der erste Teil des Steiges ist richtig steil. Das denke ich mir im Abstieg, während mir von unten immer wieder Leute entgegenkommen. Naja, evtl. ist es wirklich feiner, von unten raufzulaufen, und dann über den angenehmen Steig, den ich hinter mir habe, auf die Thaurer Alm zu gehen.

Nichts desto trotz geht der Abstieg gut von Statten und bald schon erreiche ich den Ochsner, meine Abzweigstelle.

Die letzten Meter gehe ich durch Buchenwald, bei dem jedoch der letzte Sturm einiges an Bäume gekappt hat, beziehungsweise umgeworfen hat. Dadurch muss ich immer wieder einen Umweg gehen, aber trotzdem erreiche ich zufrieden die Romediuskirche und den Parkplatz, an dem mein Auto schon auf mich wartet…

Tourendaten:
Aufstieg: 1426 hm
Dauer: 4:41
Distanz: 13,79km

141114 Kirchberger Köpfl (1.943m)

Alfons und ich haben uns entschlossen, am Freitag das gute Wetter, das der Wetterbericht in seiner Güte prognostiziert hat, zu nutzen und eine Tour zu machen. Die Auswahl fällt gar nicht so leicht, weil in der Höhe schon der erste Schnee liegengeblieben ist und daher eine normale Bergtour gar nicht so einfach möglich ist.
Nach längerem Suchen am Donnerstag Abend finden wir doch noch eine Tour, die vielversprechend klingt… das Kirchberger Köpfl. Die Höhe verspricht eine gewisse Schneefreiheit, daher entschließen wir uns, diese Tour am Nachmittag anzugehen.

Punkt 11:30 starten wir los, zuerst eine Brotzeit holen, und dann hinauf zum Parkplatz nach Hochzirl. Sachen noch schnell zusammenpacken, uns los geht es, erstes Ziel ist die Magdeburger Hütte…

Zuerst geht es ein Stück auf einem Forstweg neben der Mittenwaldbahn entlang, dann wird der Steig steiler und führt durch einen wunderschönen Wald hinauf. Bald schon sehen wir auf dem Wegesrand kleine Ferienhäuser, eine ganze Siedlung ist hier entstanden, mit Hütten, die wohl nur einem Zwecke dienen… der Erholung.
Der Weg zur Magdeburger Hütte ist wunderschön angelegt und sehr fein zu gehen.

So manche alte Lärche ladet zum Verweilen ein. Wir haben viel Glück, heute ist dieser Platz fast menschenleer, und die Herbststimmung fängt uns ein. Wunderschön schauen Erlspitze und die Wand des Großen Solstein auf uns herab…

Nach ca. 2 Stunden erreichen wir die Neue Magdeburger Hütte, an einem Teich inmitten einer Waldlichtung gelegen. Vor kurzem hat der Föhn eingesetzt, daher bleiben wir nicht lange stehen, sondern stärken uns mit einem Müsliriegel, und wandern gleich weiter, Richtung Gipfel

Bis zur Hütte war der Weg noch gut zu gehen, und schneefrei, doch jetzt merken wir auch hier, dass die Höhe und die Nordseite den Schnee zum Verweilen einlädt und dieser auch heuer nicht mehr weggehen will… das Steigen geht dennoch gut, weil der Schnee schön griffig ist und bis auf ein paar Mal, in denen ich einbreche, ist das Gehen nicht sehr anstrengend.

Von der Hütte sind wir nochmals eine 3/4 Stunde bis zum Gipfel unterwegs, doch schlussendlich erreichen wir wohlbehalten das Kirchberger Köpfl…

Wir gehen noch gleich weiter zum Hechenberg (1.912m), den Nachbargipfel und entschließen und, dort im Windschatten einiger Latschen unsere wohlverdiente Pause zu machen…

Nach einer ausgiebigen Rast mit Wurstsemmel und Bier machen wir uns an den Abstieg. Als wir den Gipfel erreichten, hatten wir zwei weitere Gipfelstürmer getroffen, die einen kleinen versteckten Pfad runtergegangen sind. Diesen wollen wir auch probieren, denn der verspricht uns einen verkürzten Abstieg.

Zum Glück sind wir diesen Weg nicht rauf gegangen, weil der als Direttissima (Direktweg) angelegt ist, fast keine Kehren, einfach gerade runter (oder im Anstieg rauf). Unterwegs genießen wir noch die wunderschöne Stimmung, mit Blicken ins Unterinntal, ins Oberinntal und die Sonne legt sich auch schon langsam zur Ruhe…

Beim Abstieg erreichen wir nach einer Weile fast unsichtbarerer Pfade durch den Wald eine Forststraße. Wir überlegen noch, ob wir hier weitergehen sollen, dann kommt uns ein einsamer Wanderer entgegen, genau aus der von uns beäugten Richtung…

Nein, nein, meint er, da solltet ihr in der Dunkelheit nicht runtergehen, der Weg ist fast nicht zu finden. Schnell sind wir überzeugt, und gehen gemeinsam mit ihm ein Stück die Forststraße entlang. Wir kommen ins Gespräch, stellen jedoch bald schon fest, dass er einen anderen Weg gemeint hat, als wir gesucht hatten… nichts desto trotz sind wir nun froh, dass wir die Forststrasse genommen haben. Die Dunkelheit legt sich schnell über die Landschaft.

Die letzte Strecke legen wir ohne Probleme mit Hilfe unserer Stirnlampen zurück und erreichen wieder einmal überglücklich den Parkplatz und unser Auto…

141018 Wanderung zur Vogelhütte

Manchmal wollen auch unsere Kinder mehr oder weniger freiwillig mit wandern gehen, daher beschließen wir, zur Vogelhütte in Aldrans zu gehen.
Dort gibt es immer Kuchen und Saft, Kakao und andere Leckereien, die die Wanderung doch ein bisschen erträglich machen…
Gott sei Dank ist es nicht weit und wir können von zu Hause aus losgehen…

Auf dem Weg bauen wir immer wieder kleine Spasseinlagen ein… und so vergeht die Zeit wie im Fluge und wir erreichen die Vogelhütte.

Wir gönnen uns Kuchen und Kakao bzw. Kaffee, dann toben sich die Kids noch am Spielplatz aus und ich genieße die Ruhe. Ein gelungener Nachmittag, würde ich sagen…

141017 Pfeishütte über Goetheweg

Wir gehen heute endlich den Innsbrucker Klettersteig. An nicht anderes kann ich seit der Früh denken…
Kaum ist Mittag, sitzen wir schon im Auto Richtung Hungerburg, zur Nordkettenbahn. Unterwegs noch eine Wurstsemmel abgeholt und los geht’s…
Die Bahn bringt uns schnell hinauf zur Seegrube, von dort weiter auf das Hafelekar. In der Gondel werden unsere Gesichter aber immer länger. Das Wetter spielt nicht mit. Es schaut grausig aus. Und ausgerechnet heute hat Alfons die Regenjacke vergessen.
Ein kurzes Beratungsgespräch… den Klettersteig können wir vergessen.
Auch gut, dann gehen wir eben in die Pfeis. Über den Goethe-, oder auch Herman Buhl-Weg wollten wir auch schon mal. Hoffentlich wird das Wetter nicht schlechter…

Das Wetter ist zwar nicht schön, aber dafür ist die Stimmung wunderbar, Wolkenfetzen umschmeicheln die Gipfel der Berge und tauchen alles in ein mystisches Licht. Der Weg verläuft von West nach Ost immer in der Nähe des Grates, bewegen wir uns aus der Nordseite, ist es angenehm und windstill, auf der Südseite ist es manchmal richtig grausig…

Der Weg ist sehr angenehm zu gehen, und Alfons und ich legen dementsprechend ein gutes Tempo vor. Unterwegs genießen wir immer wieder das Spiel aus Licht und Wolken, das nur bei solch einem Nicht-Bergsteigerwetter gesehen werden kann. Nach ca. 1:30h erreichen wir die Pfeishütte, leider schon geschlossen. Wir hatten jedoch so eine Vorahnung und haben unsere eigenen Vorräte mitgenommen…

Nachdem wir uns gestärkt haben, marschieren wir den wunderschönen Weg wieder zurück, hierher komme ich sicher wieder einmal…

Zurück am Hafelekar schaffen wir überglücklich die letzte Gondel, bei der Seegrube gönnen wir uns noch ein Bier und an Spaß…

141014 Nockspitze / Saile (2.404m)

Heute wollen wir die Nockspitze besteigen, nach der Arbeit, mit „Hirabira“… Die Nacht kommt jetzt schon früh, daher werden wir den Abstieg in der Dunkelheit machen müssen. Trotzdem oder gerade deswegen wollen wir das heute machen.

Außerdem ist das ein Berg, den ich schon lange mal machen will, um den Innsbrucker „Talkessel“ mal von einer anderen Seite zu sehen…

Wir starten in der Axamer Lizum und steigen über einen schönen Steig durch lichten Wald rauf bis zum Halsl. Beim Halsl küssen uns noch ein paar Sonnenstrahlen, die wir wohlwollend empfangen…

Der Ausblick wird immer besser, je höher wir kommen. Die Nockspitz ist ja ein einfacher Wanderberg, daher ist ein Auf- und Abstieg in der Dunkelheit auch nicht wirklich ein Problem…

Vom eigentlichen Gipfel gehen wir noch hinüber auf den Vorgipfel, da wir uns von dort eine noch bessere Aussicht auf Innsbruck erwarten. Und wir müssen uns beeilen, die Dämmerung setzt schon ein. Wir genießen die Aussichtung auf Innsbruck

Zurück am Hauptgipfel lassen wir die fantastische Abendstimmung nochmals auf uns einwirken…

141010 Patscherkofel (2.246m)

Noch eine Mountainbiketour wollen Alfons und ich machen, bevor der Schnee weitere Radlausflüge verhindern wird… daher entschließen wir uns, noch einmal auf den Patscherkofel zu fahren. Gesagt getan, die Fahrräder finden Platz im Auto und schon bald sind wir beim Grünwalderhof.

Die Tour geht zuerst durch den Wald, vorbei an der Patscheralm und bis zur Hochmahdalm. Der Weg ist lang, aber läßt sich gut fahren. Bald erreichen wir das Patscherkofel-Schutzhaus. Da der Föhn extrem bläst, überlegen wir uns, ob wir weiterfahren oder nicht… Klar doch, so ein kleiner Wind macht uns nichts aus…

Nach ca. 30min. erreichen wir mit Ach und Krach den Gipfel, der Sturm wollte uns fast nicht rauflassen. Schnell im Schutze der Gipfelstube umgezogen, ein Gipfelbild geschossen, und dann sind wir auch schon wieder runtergefahren… gemütlich war es heute nicht.

141008 Stafflacherwand Klettersteig

Weils mir das letzte Mal so gut gefallen hat, heute gleich noch einmal, mit einer „anderen“ Mannschaft… dieses Mal sind Guido und Wolfgang dabei, auch heute sind wir nach der Arbeit am Weg, da es sich recht gut so machen lässt… einzig die frühe Dunkelheit muss man einkalkulieren und schon mal eine Taschenlampe mitnehmen…

Der Start ist auch gleich wieder überwunden und dann kommen die langen Querungen hoch über Sankt Jodok. Und natürlich ist die Aussicht auch dieses Mal wieder sehr schön…

Eine kurze „Trink- und Versorgungspause“ gönnen wir uns natürlich auch… A bisserle „Latzi“ wird auch heute wieder gemacht, Balanceakt…, Noch einen Aufschwung…, Und dann ist schon bald wieder der Ausstieg erreicht. Der Ideale Steig für „Nach-der-Arbeit“

Das Bier aus der Kiste lassen wir uns natürlich gut schmecken…

140929 Stafflacherwand Klettersteig

Nun denn, das Klettersteigfieber hat uns hierher getrieben. Im oberen Wipptal, bei Sankt Jodok, gibt es einen neuen, sportlichen Klettersteig, der jedoch nicht allzu schwer ist. Diesen haben wir uns heute ausgesucht, um unser Glück mal bei einem schwereren Klettersteig zu probieren.

Alfons und ich fahren direkt nach der Arbeit nach Sankt Jodok, dort haben wir auch gleich einen Parkplatz gefunden und können uns auf den Weg zum Wandfuß machen. Hier geht es nicht um einen Berggipfel, sondern hier ist der Weg das Ziel… eben der Klettersteig.

Bevor wir starten, kaufen wir uns noch 2 Dosen Bier und dann kann es losgehen.

Bis zum Einstieg, der sehr schön beschildert ist, stehen ein paar Tafeln mit Tipps, auf was man beim Klettersteig aufpassen muss… am Wandfuß angekommen, ziehen wir Helm, Klettergurt und Klettersteigset an und los kann es gehen.

Der Start ist meistens das schwierigste Stück, wenn man hier scheitert, kann man es auch gleich lassen

Immer weiter geht es über Tritte, Klammern, künstliche Hilfen, Bändern und vielem mehr. Der Klettersteig ist mehr horizontal als vertikal angelegt und daher sind viele Querungen dabei.

Auch Seilbrücken wurden eingebaut, um den Spaß in den Vordergrund zu stellen. Doch am liebsten ist mir persönlich immer noch der Felskontakt und nicht das Brückensteigen…

Noch einmal geht es steil hinauf, dann ist auch schon der Ausstieg erreicht… und dort wartet zu unserer Überraschung auch eine Truhe mit kalten Getränken. Hätten wir also nichts mit raufschleppen müssen…

Wir legen oben eine kleine Rast ein, doch schon bald ist die Sonne und damit auch die Wärme weg, und wir machen und glücklich wieder auf, ins Tal.