Archiv der Kategorie: Bergtouren

160908 Lechtalhöhenweg Etappe 6

Sechste Etappe – Muttekopfhütte Hütte zum Schloss Fernstein

Da wir gestern unser Soll mit der Anhalter Hütte nicht geschafft haben, beschließen wir, dafür heute nochmals auf „den Putz“ zu hauen…

Nach einem wunderbaren Frühstück, die Muttekopfhütte ist hier wirklich das Highlight der Tour, machen wir uns schon um 7:00 Uhr auf zum Scharnitzsattel (2.441m).

Gemütlich, aber kontinuierlich schrauben wir uns hinauf und schon bald stehen wir auf oben.

Der Abstieg durch die Rinne gestaltet sich nochmals abenteuerlich, denn hier ist es brüchig und steinschlaggefährlich. Zum Glück sind wir allein.

Bald sind wir aus dem Gefahrenbereich und über das Hahntennkar erreichen wir das Hahntennjoch (1.894m), der Klang der Motorräder verkündet die Nähe zur Zivilisation, die wir in den letzten Tagen nicht vermisst haben.

Am Joch steht ein Bus voll mit Touristen, die uns neugierig betrachten. Rasch huschen wir über die Straße und steigen auf, Richtigung Steinjöchl. Wir überholen eine ältere Frau und ein Mädchen, die mit einem Hund am Weg sind. Auf dem Rücken antike Rucksäcke und das Gewand ist sehr „erdfarben“ gehalten. Auf Nachfrage bestätigt sich unser Verdacht, zwei Jägerinnen. Sie sind aber heute nur mit Fernglas am Weg, „Viach schaug´n“.

Bald erreichen wir das Joch mit einem kleinen Kreuz, dann geht es schon wieder runter, fast schon auf einer Berg-Autobahn.

Hoher Zaun schützt vor Unvorsichtigkeit, teilweise ist der Weg sogar betoniert… echt schräg.

Erst als der Pfad wieder flacher wird, bekommt er auch das Aussehen eines normalen Bergweges. Um die Flanken des Maldongrates herumgehend erreichen wir auch schon die noch im Schatten liegende die Anhalter Hütte (2.038m).

Carmen, die Hüttenwirtin ist schon schwer beschäfigtigt, obwohl (oder weil) niemand mehr in der Hütte ist. Wir trinken einen Saft, und reden eine Weile mit ihr. Ich kaufe von einer Sherpani noch 3 Wollmützen für den Winter, die sehr kamod ausschauen, für die Kinder und Lucy.

Am mittlerweile nicht mehr existenten Kromsee vorbei gehen wir hinauf zum Kromsattel (2.137m). Über ein Schotterkar, anschließend durch eine Steilwiese kommen wir auf das Hinterbergjoch (2.202m).

Die beeindruckende Heiterwand steht rechts von uns, ein Versuch offenbart ein wunderbares Echo.

Was nun folgt, kann nur als langer Hatsch bezeichnet werden, der Weg wird zusehens schlechter und lehmiger. Unterwegs treffen wir noch ein paar Bauern aus Tarrenz, die ihr Vieh (Schafe und Ziegen) zusammensuchen, bald schon ist Almabtrieb.

Auf der Hinterberghütte, die wir versehentlich mit der Hinteren Tarrentonalpe verwechseln, bekommen wir einen Radler und gute Unterhaltung. Nach kurzer Pause geht es weiter zur Hinteren Tarrentonalpe (1.519m), an der wir aber nun einfach vorbeilaufen.

Rechts haltend gehen wir durch einen wunderschönen Boden an einem Jagdhäuschen und später am ehemaligen Bergbaugebiet Dirstentritt vorbei. Ein letztes Joch müssen wir übersteigen, das Schweinsteinjoch (1.564m), dann geht es nur mehr abwärts.

Über das Tegelstal steigen wir ab, zuerst noch flach auf einem schönen neuen Forstweg, später wird der Weg aber arg steil, sodaß ich mir denke, weder mit dem Auto noch mit meinem Mountainbike möchte ich hier fahren müssen. Gott sei Dank sind wir auf dem Abstieg.

Bei der Tegestalhütte (935m) drehen wir nochmals nach links und gehen zuerst vorbei am Campingplatz zum Fernsteinsee. Endlich sind wir am Ziel…

Im Selbstbedienungsrestaurant laben wir uns mit einem Bier und einem Sandwich, während wir auf den Postbus warten und wieder mitten im Hier und Jetzt angekommen sind.

Die letzten sechs Tage waren eine wahre Bereicherung für mich, die Zeit mit meinem Papa war sehr schön, wir haben viel und gut gesprochen, und ich merke, daß mir diese gemeinsame Reise sehr gut getan hat. Danke dafür meinem Papa!

Tourendaten
Gesamtdauer: 6:40 h
Gesamtlänge: 26,9 km
Aufstieg: 1.170 m
Abstieg: 2.110 m
Max. Höhe: 2.441 m

Höhenprofil
hpetappe6

Kartenausschnitt

160907 Lechtalhöhenweg Etappe 5

Fünfte Etappe – Hanauer Hütte zur Muttekopfhütte

Gestern war schon ein relativ anstrengender Tag, aber heute wollen wir das nochmals toppen, wir wollen von der Hanauer Hütte in einem „Ratsch“ auf die Anhalter Hütte gehen. Nach dem Frühstück legen wir gleich los, es geht heute gleich am Anfang aufwärts.

Zuerst müssen wir auf das Galtseitenjoch (2.421m), einen Weg, den Papa und ich schon mal zum Teil gegangen sind, aber abbrechen mußten, da zu viel Schnee in den Toebel gelegen ist.

Nach einer guten Weile, die wir aufwärts gehen, erreichen wir endlich das Galtseitenjoch und kehren dem Angerletal den Rücken und steigen hinüber ins Fundaistal.

Über dem Joch wandelt sich die Landschaft komplett, geologisch interessante Gesteinsarten liegen überall im Gelände.

Durch das „Hinteres Kar“ erreichen wir die Kernstrecke für heute, die berüchtigten Kübelwände…

…brüchig, ausgesetzt und steil geht es bis hinauf zum Joch beim Muttekopf, diesen bekannten Gipfel nehmen wir dann auch noch gleich mit.

Vom Muttekopf (2.774m) haben wir eine fantastische Aussicht auf den Alpenhauptkamm, aber auch auf den Säuling, die Zugspitze, die Lechtaler und Allgäuer Alpen.

Hier ist es wunderschön. Da wir noch ein gutes Stück vor uns haben, dürfen wir nicht zu lange auf dem Gipfel verweilen.

Wir steigen hinunter zum Joch, doch anstatt den „richtigen“ Weg, nämlich die verschicherte (zweite) Rinne abzusteigen, entscheidet sich Papa, wohl zu enthusiastisch, die erste Rinne zu nehmen. Schon nach kurzem wissen wir, daß der Weg nicht richtig ist, aber rauf wollen wir nicht mehr.

Und ganz so schlimmer ist dieser Weg dann doch nicht. Ich scherze noch, daß wir die Herrenabfahrt genommen haben, während der Rest der Muttekopf-Besteiger die Damenabfahrt nehmen 🙂

Über einen schönen Steig erreichen wir die Muttekopfhütte (1.934m). Unsere Beine sind müde, wir entschließen uns (nicht ganz so) spontan, nicht mehr auf die Anhalter Hütte weiterzugehen, sondern hier zu bleiben.

Zimmer sind leider keine mehr vorhanden, aber das Lager schaut gut aus und wir beschließen, das Lager zu nehmen. Zur Stärkung bestellen wir ein Schnitzel. Eine riesige Portion wird uns mit Salat vorgesetzt, auch der Geschmack ist super.

Das Essen ist eine Wucht. Am Abend brauchen wir nicht mehr viel, eine Nudelsuppe und ein Gläschen Wein runden den Tag ab.

Die Nacht hingegen ist die Hölle, denn ein älterer Mann in unserem „Abteil“ schnarcht, was das Zeug hält. Gott sei Dank ist die Hütte aus massivem Holz, ansonsten hätte sie das wohl nicht ausgehalten. Die halbe Nacht liegen wir wach im Schlafsack, dann übermannt uns doch schlußendlich der Schlaf.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:20 h
Gesamtlänge: 12,1 km
Aufstieg: 1.142 m
Abstieg: 1.138m
Max. Höhe: 2.723 m

Höhenprofil
hpetappe5

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160906 Lechtalhöhenweg Etappe 4

Vierte Etappe – Memminger Hütte zur Hanauer Hütte

Obwohl der gestrige Abend schon ein wenig Sonne versprochen hat, ist der Morgen heute doch trüb.

Wir gehen ein wenig später frühstücken, da die Memminger Hütte, auch Dank des Massenandrangs auf die Hütte Gruppen zuerst abfertigt. 30min. später kommen die „normalen“ Leute dran. Uns passt das ganz gut, wir genießen wieder ein gemütliches Frühstück, dann packen wir unser Zeug und machen uns auf. Im Gegensatz zu dem Rest der Leute gehen wir mit kurzer Hose und Softschelljacke los, die Übrigen sind in „voller Montur“ unterwegs.

Der Weg zur Seescharte (2.599m) ist bald geschafft, dort überholen wir die 3te und letzte Gruppe für heute… die meisten Gruppen sind auf dem E5 Richtung Zams, wir zweigen bald nach der Seescharte nach links, Richtung Württemberger Haus, ab.

Hier geht der Weg zuerst eben über ein Schotterkar, dann steilt der Weg auf, Richtung Großbergkopf (2.574m) und weiter zum Gipfelkreuz der Großbergspitze (2.657m).

Die letzten Höhenmeter machen wir in einer undurchsichtigen Nebelbank, leider haben wir keinen Ausblick auf die umgebende schöne Bergwelt.

Kurz nach dem Gipfel treffen wir die erste Gruppe, die vom Württemberger Haus rüberkommt.

Gleich danach kommt und noch eine größere Gruppe entgegenen, es soll heute bei diesen zwei Gruppen bleiben.

Ein kurzes Wolkenfenster erlaubt uns einen Blick auf den Bürschlsee, dann erreichen wir schon das Württemberger Haus (2.220m).

Wir stärken uns mit einem alkoholfreien Weizen und einem Speckbrot… hier würde es mir schon gefallen. Doch wir müssen weiter, unser Ziel heißt heute Hanauer Hütte.

Auf der Bittrichscharte (2.535m) schauen wir nochmals zurück auf die „Lacke“, ins Medriol, eine wunderschöne Stimmung dank einem kleinen Sonnenfenster.

Der Abstieg ins Bittrich ist sehr kalt, aber als wir den Boden des Hochtals erreichen, ist es schon wieder ein wenig angenehmer.

Wir können die warme Kleidung ausziehen und wandern weiter mit kurzer Hose, aber immer noch Fließjacke. Staundend sehe ich mir die riesengroßen Findlinge an, die hier wohl vom Leiterferner übrig geblieben sind.

Der Weg führt um den Vorderen Gufelkopf hinauf zum Gufelsee. Wunderschön liegt dieser kleine, aber relativ tiefe See vor uns, im Hintergrund der jetzt blattförmige Vordere Gufelkopf.

Zum Gufelseejöchl (2.373m) ist es nur noch ein Proformaaufstieg, dann sehen wir schon „fast“ die Hanauer Hütte.

Am ehemaligen Parzinn-See und an der Parzinnalm vorbei erreichen wir nach einem längeren Tag endlich die Hanauer Hütte (1.922m).

Nachdem der Durst gestillt ist, fragen wir nach einem Zimmer, das es aber leider heute nicht gibt. Nur noch im Lager ist Platz, also müssen wir uns wohl oder über vom Luxus der letzten Tage verabschieden.

Das Essen am Abend ist in Ordnung, zwei Oberösterreicher setzten sich zu uns und wir verbringen den Abend noch mit Geschichten über das Bundesheer, die Forstwirtschaft und sonstige interessante Themen. Spät geht der Abend zu Ende, erst um 23:00 Uhr komme ich ins Bett. Dafür schlafe ich sofort ein, kein Schnarchen kann mich stören…

Tourendaten
Gesamtdauer: 8:30 h
Gesamtlänge: 16,26 km
Aufstieg: 1.421 m
Abstieg: 1.741 m
Max. Höhe: 2.610 m

Höhenprofil
hpetappe4

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160905 Lechtalhöhenweg Etappe 3

Dritte Etappe – Ansbacher Hütte zur Memminger Hütte

Ein Blick aus dem Fenster bestätigt unsere Befürchtung, über Nacht, bzw. in der Früh hat es zu schneien begonnen.

Der geplante „Augsburger Höhenweg“ fällt also ins Wasser, viel Hoffnung hatten wir eh nicht mehr gehabt. Unsere Alternativroute führt über die Memminger Hütte, das Weitere werden wir dann am Abend planen.

Wir lassen uns den Tag trotzdem nicht verdriesen, frühstücken reichlich am guten Buffet und stellen dann die „Abmarschbereitschaft“ her. Da es immer noch schneit, ziehen wir gleich das Regengewand und auch die Gamaschen an.

Die ersten Schritte von der Hütte versprechen glitschiges Vergnügen, doch schon nach ein paar Höhenmetern wird der Schnee griffiger und wir kommen gut voran. Zuerst erreichen wir die Kopfscharte (2.523m), bald gefolgt vom heute korrekt bezeichneten Winterjöchl (2.528m).

Nach einiger Sucherei erreichen wir noch die Grießlscharte (2.684m). Hier suchen wir nach einem nicht ganz einfachen Abstieg mit Grödeln vergeblich den Weg, also beschließen wir, diretissima ins Tal abzusteigen.

Nach einiger Sucherei und einer rutschigen Überquerung eines zugeschneiten Altschneefeldes erreichen wir wieder den richtigen Weg und sehen an der anderen Talseite schon die Memminger Hütte… so nah, und doch so fern.

Durch das Langkar und die Schafgufel führt uns der Weg ins wunderschön grüne Parseier Tal, den Schnee haben wir mittlerweile hinter uns gelassen.

Den reißenden Parseierbach überqueren wir fast trocken, hier pausieren wir auch kurz und ziehen uns um.

Der nächste Abschnitt führt uns nun wieder hinauf, über das Bärenpleistal, „Im Kessel“ und Rosengarten zur Memminger Hütte.

Im unteren Teil ist der Weg noch ausgesetzt, im oberen Teil noch dazu unangenehm lehmig und rutschig. Das nasse Wetter hat diesen Weg richtiggehend versaut, aber mit der „Schritt-für-Schritt“-Technik erreichen wir auch hier wieder ohne Probleme unser Ziel, die Memminger Hütte. Der in der Früh noch sichtbare Schnee ist mittlerweile verschwunden, und kurze Sonnenfenster versprechen Wetterbesserung.

In der Gaststube werden wir unfreundlich empfangen, aber zumindest bekommen wir ein 4-Bett-Zimmer, zusammen mit zwei in Deutschlang lebenden Polen.
Wir erlauben uns eine kurze Rast, dann steigen wir noch in einer knappen 1/2h auf den Seekogel (2.414m), um die dort rastenden Steinböcke aus der Nähe zu bewundern.

Diese imposanten Tiere machen nicht die geringste Anstalt, von uns wegzulaufen. Mich reißt das zu einem Scherz hin, die Tiere sind wohl angepflockt…

Das Panorama vom Gipfel ist heute wunderschön, da die Wolken zusammen mit dem Restschnee eine wunderschöne Stimmung fabrizieren. Papa und ich genießen die wunderschöne Aussicht…

Die Bedienung auf der Memminger Hütte hat diesen Ausdruck fast nicht verdient, zumindest das Essen ist gut. Auch gesellen sich die Zimmergenossen aus Polen zu uns an den Tisch, später noch kommen zwei Deutsche, die wir schon auf der Ansbacher Hütte kennengelernt haben, zu uns, und wir haben einen lustigen Abend mit viel Gelächter… die vielgerühmte Bergsteigerkameradschaft!

Tourendaten
Gesamtdauer: 5 h
Gesamtlänge: 13,20 km
Aufstieg: 954 m
Abstieg: 1.121m
Max. Höhe: 2.632m

Höhenprofil
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160904 Lechtalhöhenweg Etappe 2

Zweite Etappe – Leutkirchner Hütte bis Ansbacher Hütte

Gut ausgeruht erwachen wir Frühmorgens und packen unsere Rucksäcke für die zweite Etappe. Das Frühstück ist etwas trocken, aber die große Tasse Kaffee hilft, das Brot runterzubekommen. Wir bedanken uns beim Hüttenwirt für die freundliche Aufnahme, bazahlt haben wir, wir auf den AV-Hütten üblich, schon am Abend.

Das Wetter ist gut, und wir kommen schnell hinauf auf das Winterjöchl (2.261m).

Dann geht der Weg über angenehme Pfade über die Hirschpleis, unter dem Stanskogel hindurch Richtung Schindlekopf (2.471m). Obwohl der Gipfel nicht direkt am Weg liegt, beschließen wir, den kleinen Kopf mitzunehmen. Wir stellen die Rucksäcke ab und kraxeln geschwind auf die kleine Erhebung. Der Ausblick ist wirklich schön von hier.

Von oben sehen wir schon unser nächstes Ziel, das Kaiserjochhaus (2.310m) und auch den Pfad dorthin.

Die AV-Hütte haben wir rasch erreicht, da es aber noch früh am Vormittag ist, beschließen wir auch hier, nicht einzukehren, sondern gleich das nächste Ziel anzusteuern. Über nun ausgesetz werdende Wege erreichen wir die Kridlonscharte (2.371m). Von hier haben wir einen wunderschönen Ausblick auf den Hintersee, und obwohl das Wetter nicht mehr ganz so gut ist, ist die Landschaft malerisch.

Hier treffen wir einen Wanderer mit seinen 3 Söhnen, die auch auf dem Weg zur Ansbacher Hütte sind. Der Vater meint zu uns, es sei ein Kreuz mit den Jungs, die springen immer so schnell, dafür brauchen sie öfter Pause. Er würde so viel lieber langsam durchmarschieren… ich kann ihn total verstehen.

Bald erreichen wir das Hinterseejöchl (2.482m), nochmals mit einem schönen Blick auf den Hinetersee. Zuerst ist der Weg wieder sehr angenehm zu gehen, wir kommen rasch voran, dann steigert sich der Anspruch wieder ein wenig, beim Jochrücken müssen wir einige schottrige Tobel durchqueren.

Trotzdem sind wir zügig am Weg, und bald stehen wir am Alperschonjoch (2.303m).

Nun teilt sich der Weg, da wir aber nicht sicher sind, wie der rechte Weg auf die Samspitze ((2.624m) ist, beschließen wir, den einfacheren Weg über das Flarschjoch (2.464m) zu nehmen.

Mit den Rucksäcken, die mit Wasser doch bis zu 13kg auf die Waage bringen, sind manche Balance-Akte doch nicht ganz so einfach.

Vom Flarschjoch umrunden wir die Samspitze, das Gipfelkreuz immer im Blick, und erreichen auch schon die Ansbacher Hütte.

Ein netter Empfang auf der Hütte, gepaart mit einem 3-Bett-Zimmer für uns Zwei, überzeugt uns schon, daß es uns hier gefallen wird.

Wir gönnen uns ein Weizen auf der Hütte, und schauen auf die Uhr… es ist noch sehr viel Tag übrig, also beschließen wir spontan, noch auf die Samspitze, aber ohne Rucksack zu gehen. Wir nehmen nur eine Jacke mit und starten los.

Nicht weit über der Hütte fängt es zu nieseln an, aber wir beschließen, noch weiter zur Spitze zu gehen. Bald hört das Nieseln wieder auf und wir erreichen den Gipfel der Samspitze (2.624m).

Am Abend genießen wir ein 3-Gänge-Hüttenmenü, das wirklich vorzüglich ist. Auch das Hüttenpersonal ist total freundlich und mit den anderen Gästen verstehen wir uns blendend. Ein Ällgäuer Künsterpaar gesellt sich zu uns und wir reden über Gott und die Welt, speziell was sich im Tourismus zwischen früher und heute unterscheidet. Ich höre hauptsächlich interessiert zu, denn Kurt kann so einiges aus vergangenen Tagen preisgeben.

Zeitig gehen wir wieder ins Bett, es hat nun zu regnen begonnen.

Der Wetterbericht ist also akurat gewesen! „Greißlige Stimmung draußen“, mehr fällt mir nicht ein und gerne kuschle ich mich in den Hüttenschlafsack.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:40 h
Gesamtlänge: 13,80 km
Aufstieg: 1.014 m
Abstieg: 908 m
Max. Höhe: 2.624 m

Höhenprofil
hpetappe2

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160903 Lechtalhöhenweg Etappe 1

Erste Etappe – Zürs bis Leutkirchner Hütte

Heute geht es endlich los, Papa und ich machen uns auf, den Lechtaler Höhenweg zu begehen. Wir fahren schon in der Früh von Reutte mit dem Postbus bis nach Zürs, von dort wollen wir unsere Tour starten.

Im Bus rufe ich noch auf der Leutkirchner Hütte an, um ein Zimmer zu reservieren, aber der Hüttenwirt meint nur, „alles ausgebucht, da braucht´s gar nit kemmen…“. Welch ein Schock zuerst, aber wir beschließen, trotzdem unser Glück zu versuchen…

Nach ein wenig mehr als 2 Stunden erreichen wir unseren Ausgangspunkt, Zürs.

Der erste Teil von Zürs aus geht auf einer asphaltierten Piste über das Skigebiet hinauf zur Trittalm.

Hier wird der Weg dann „schotterig“, ist aber immer noch sehr breit. Es geht in einem schönen Boden, dem Pazüel, Richtung Stuttgarter Hütte. Schon vom Boden aus sieht man die stolze Hütte über dem Tal thronen…

Der Boden ist weit und zu unserer Rechten sehen wir größere Herden an Almvieh. Das gehört wohl zur Pazüel-Alm.

Vor der Stuttgarter Hütte wird der Weg ein wenig steiler, und wir erreichen das erste Joch auf der Tour, das Krabach-Joch (2.305m).

Dann sind wir auch schon bei der DAV-Hütte. Da es noch früh ist, beschließen wir, nicht einzukehren, sondern gleich weiter zur Leutkirchner Hütte zu gehen.

Nach kurzem Marsch erreichen wir das Erli-Joch (2.430m). Es geht zuerst recht einfach, immer weiter hinunter ins Almajurtal bis zur Erlach-Alm. Auf halbem Weg kommt uns eine Gruppe Zürser entgegen, bewaffnet mit Mountainbikes. Na, wer´s mag… Papa und ich sind uns einig, das würden wir nicht wollen.

Wir erreichen die Erlach-Alm (1.922m), eine größere Jägerschaft ist auch zugegen. Wir stärken uns mit einem Weizen und fragen die Jäger ein wenig aus. Murmeltier und Gemse hat heute dran glauben müssen, jetzt wird gefeiert, meinen sie. Als wir auf unseren weiteren Weg zu sprechen kommen, meint der Chef-Jäger, daß der Weg „arg schlecht beieinander ist“. Trotzdem wollen wir es wagen.

Wir gehen von der Alm zuerst noch ein paar Meter gerade aus, dann steilt der Steig auf, in den Stapfe-Tobel. Schon der Anblick des Weges verspricht „prickelnde Spannung“… ausgesetzt, schottrig und abschüssig, das sind die Charaktereigenschaften, die mir noch spontan einfallen. Aber nachdem wir einsteigen, stellen wir fest, daß es nicht so schlimm ist, wie es ausgeschaut hat. Klar, rutschen darf man nicht, aber wo darf man das schon in den Bergen!

Der Tobel ist bald bemeistert und wir steigen hinauf zum Almajur-Joch (2.237m). Von hier aus ist es nur ein kurzer Weg bis zur Leutkirchner Hütte (2.261m).

Auf Nachfrage beim Hüttenwirt ist wie erwartet kein Zimmer frei, Lager schaut auch schlecht aus, aber „wir werden schon was finden…“, wir müssen uns noch ein wenig gedulden. Nach einiger Zeit könnten wir den Winterraum mit „kleinem“ Hund für die Nacht haben, aber wir wollen das Lager nicht mit einem unbekannten, und wie sich herausstellt, gar nicht so kleinen Hund teilen. Wärend er uns das erzählt, schaut er mich augenzwinkernd an und meint nur: „Gel, du hast heute in der Früh angerufen…“

Etwas später haben wir doch noch Glück, eine Absage beschert uns ein feines 2-Betten-Zimmer, Luxus pur also. Ach das Essen am Abend ist sehr gut, und der Hüttenwirt ein feiner Kerl, ursprünglich aus Kärnten.
Um 19:30h liegen wir schon im Bett, wer mich kennt, weiß, daß das fast „Mittag“ ist… trotzdem schlafen wir auch Dank der Ruhe und der guten Luft bald ein, vorfreudig auf den nächsten Tag.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:30 h
Gesamtlänge: 13,60 km
Aufstieg: 1.299 m
Abstieg: 649 m
Max. Höhe: 2.441 m

Höhenprofil
hpetappe1

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160728 Rumer Nadel (Langer Stoan)

Das Wetter ist zwar nicht das Beste, aber trotzdem wollen Alfons und ich heute die Rumer Nadel wagen. Zumindest mit dem Rad bis zur Rumer Alm können wir immer fahren. Dann sehen wir schon weiter, so das „Ausgemach“.

Von der Arbeit geht es durch die Stadt, über die Mühlauer Brücke und dann den Berg hinauf bis zum Rechenhof.

Das Wetter schaut mal soweit stabil aus, also beschließen wir, weiterzufahren. Der Weg ändert sich merklich beim Rauffahren, zuerst noch schöner Asphalt, dann schlechter Asphalt und schlussendlich dann unser Liebling, der Forstweg. Hier sind zwar ein paar Stücke, die gerade instand gesetzt werden, aber generell ist der Weg sehr gut in Schuss.

Bald erreichen wir die Rumer Alm, wir beschließen aber gleich am Forstweg weiterzufahren, denn dort am Ende liegt unser Ziel. Die ersten paar Meter vom Forstweg sind fast neu, dann jedoch steilt der Weg so stark auf, dass wir die Räder abstellen und zu Fuß weitergehen.

Am Ende des Forstwegs geht ein kleiner Steig runter zu einem kleinen Hochstand. Ab hier wird es abenteuerlich. Teilweise total matschig und dementsprechend rutschig zieht der Weg nach Unten.

Dann verläuft der Pfad parallel zum Hang, zwar nicht mehr lettig, aber dafür sieht man vor lauter Gras keinen Weg mehr… und die versteckten Wurzeln unter dem Gras stellen sich als echte Stolperfallen heraus. Und was nicht unerwähnt bleiben darf, sind die kleinen Biester, die hier nur auf „Opferbeine“ warten. Zwei Zecken kann ich schon beim Suchen nach „Purpurnen Flüssen“ entfernen. Später zu Hause werde ich noch einen finden, der sich schon leicht verbissen hat, das Mistding!

Schlussendlich erreichen wir den Fuß der Rumer Nadel, bei den „Locals“ auch „Langer Stoan“ genannt. Wir machen eine kurze Pause, dann richten wir uns fürs Klettern her. Gurt, Helm, Einbinden des Seils, dann noch die Patschen und los kann es gehen. Der Einstieg ist ein wenig speckig, aber das sind wirklich nur die ersten 2 Meter.

Dann geht der Weg schön und in fast logischer Linie hinauf. Beim Seilverlauf leiste ich mir einen kleinen Schnitzer, den ich in größerer Höhe dann fast bereue, das Seil lässt sich sehr schwer raufziehen. Die letzten Meter werden zur Kraftprobe, Wisse gegen Seil, aber schlussendlich gewinne ich diesen K(r)ampf und stehe am wohl originellsten Gipfelkreuz in der näheren Umgebung. Das Gartenzwergerl….

Ich richte den Stand ein, dann kann auch schon Alfons nachkommen. Bald sitzen wir zwei gemütlich bei einem kleinen Bier und einer Wurstsemmel bei grandioser Aussicht auf dem Gipfel des Langen Stoans. Gemütlich ist es hier.


Im Oberinntal regnet es schon leicht, also beschließen wir, aufzubrechen. Nach einer lustigen Abseilaktion stehen wir wieder am Fuß der Nadel und können unsere Sachen verstauen.

Rasch berge ich noch den Geocache „Rumer Nadel (Langer Stoan)

Der Weg durch das Zeckenparadies geht leichter als gedacht, bald stehen wir wieder verschwitzt, da sehr schwül, beim Hochstand.

Wir nehmen einen Pfad durch den Wald, dort entdecke ich noch ein paar Eierschwammerlen und auch den Geocache „Bäume sind auch nur Menschen“. Dann erreichen wir  wohlbehalten die Fahrräder.
Fast genau in dem Moment, als wir losfahren, fängt es an zu Regnen. Wir bleiben bei der Rumer Alm kurz stehen, stellen uns unter einen Baum bis der ärgste Guss vorbei ist, dann fahren wir ab, nach Mühlau. Quer durch Innsbruck fahren wir bis nach Ambras, dann über den Pfaffensteig hinauf nach Aldrans.

Eine tolle Tour mit ganz vielen Aspekten… am besten beschrieben mit HBC (Hike&Bike&Climb). Das müssen wir öfter machen, das hat richtig Spaß gemacht.

Tourendaten
Gesamtlänge: 27,44 km
Gesamtdauer: 3:46 h
Höhenmeter: 1.103m

Herzogstand, 1.731m Heimgarten, 1.788m (19.12.2015)

Der Schnee läßt immer noch auf sich warten, die Temperaturen sind für diese Jahreszeit schon relativ hoch. Ich erinnere mich an letztes Jahr, da war das auch so ähnlich.

Nun denn, Papa und ich nutzen das schöne Wetter, um noch eine feine Tour in einer nicht so oft von uns frequentierten Gegend zu machen. Wir fahren in die Voralpen, genauer gesagt ins Estergebirge, einer der letzten Ergebungen der Alpen vor dem deutschen Flachland.

Als einer der beliebsten Berge der Müncher muss man eine solche Herausforderung an einem besonderen Tag übernehmen. Zum Beispiel am letzten Super-Shopping-Samstag vor Weihnachten! Da ist die Change, recht alleine auf dem Berg zu sein, doch größer als sonst.

Wir starten heute relativ spät, da für beide von uns die Anreise doch länger ist. Ca. 1 Stunde Fahrzeit von unserer jeweiligen Hombase… Um 8:30 treffen wir uns am Parkplatz der Herzogstandbahn. Die Crocs sind gleich gegen Bergschuhe getauscht, dann geht es hinauf, „aufi auf´n Berg…“

Der Weg führt durch schönen alten Wald hinauf zu den Herzogstandhäusern, darunter auch das Königshaus, das König Ludwig II., der Märchenkönig 1865 erbauen ließ.

Wir wandern an den Gebäuden vorbei, weiter dem Weg zum Herzogstand entlang. Auf dem Weg nehmen wir einen Abstecher auf den Martinskopf, 1.675.

Leider ist wegen dem Schnee der alternative Weg vom Gipfel zurück zum Weg zum Herzogstand nicht möglich, also müssen wir den gleichen Weg wieder zurück.

Unser nächses Ziel heißt Herzogstand,1.731m. Auf dem Weg dorthin zieht das Wetter leicht zu und eine kalte Briese setzt ein.

Doch ganz in der Nähe vom Gipfel steht ein Pavillion, in dem wir Unterschlupf vom Wind finden und eine schnelle Brotzeit genießen. Hier treffen wir auch die ersten Leute heute.

Das eigentliche Highlight der Rundwanderung steht uns noch bevor, der sogenannte Gratweg hinüber zum Heimgarten.

Wir sehen von oben, daß die Schneeauflage sehr geringt ist und wir daher ohne Probleme dorthin übersteigen können.

Der Weg ist teilweise versichtert, im Sommer sind wir uns einig, sind hier bestimmt viele Leute am Weg.

Spekatulär sind mache Stellen und die Aussicht auf das Umland. Wunderschön liegt hinter uns der Herzogstand und vor uns der Heimgarten.

Die Distanz kam uns optisch viel länger vor, als wir dann zu Fuss brauchen. Bald stehen wir auf dem Heimgarten, 1.788m und schauen nochmals zurück auf den Gratweg zurück.

Direkt unter dem Gipfel liegt die kleine und gemütlich ausschauende Heimgartenhütte, die zwar gut besucht, aber geschlossen ist.

Auf der Terasse sitzen ein paar Sonnenanbeter, wir beschließen gleich weiter zu gehen.

Auf dem Weg treffen wir eine Familie, die mit Sack und Pack auf dem Weg zur Heimgartenhütte ist, der Sohn trägt die Brotzeit für den Rest. Das erklärt auch, warum er ganz am Schluss hinaufzoggelt.

An der schön gelegenen Ohlstädter Alm gehen wir vorbei, dann müssen wir nochmals ein Stück den Berg hinauf, der Gegenanstieg freut uns nicht mehr so ganz.

Unter dem Rotwandkopf,  1.519m durch führt der Weg in angenehmen Serpentinen hinunter, immer näher zurück in die Zivilsation, nach Walchensee.

Über den kleinen Holzkopf, 1.108m gehen wir, und am Schluss noch entlang des Deiningbachs zurück zum Parkplatz.

Im Gasthaus „Sakrisch Guat“ lassen wir uns von einem grantigen Kellner noch 2 alkoholfreie Weissbier bringen, und lassen den Tag gemütlich ausklingen.

Eine sehr schöne Wanderung in einer für uns Beide neuen Gegend. Sehr interessant und auch herausfordernd.

Tourendaten
Gesamtlänge: 16,30km
Gesamtdauer: 5:24h
Höhenmeter: 1.320m

 

151212 Haller Zunterkopf, 1.966m; Thaurer Zunterkopf, 1.918m

Wie angekündigt läßt der Schnee auf sich warten, also kann man noch getrost in den niedereren Lagen noch die eine oder andere Wandung machen.
Ich beschließe, mit Alfons zusammen auf die Zunterköpfe im Karwendel zu gehen, die auf den ersten Blick vom Tale aus schneefrei ausschauen.ii

Wir starten früh um 7:00 Uhr in Thaur beim Wandererparkplatz, die erste Viertelstunde geht es nach unten, bis wir beim Thaurer Schloss und dem Romediuskirchl ankommen.

Ein paar Schritte hinter diesen beiden geschichtsträchtigen Gebäuden ist ein weiterer Parkplatz, an dem unsere Wanderung nund richtig, nämlich bergauf, beginnt.

Zuerst wandern wir bei relativ gemütlicher Steigung hinauf zum Ochsner, dort zweigt dann der Weg Richtung Guggenmauerhütte ab. Diese erreichen wir relativ flott, vor der Hütte genießen wir noch eine wunderschöne Aussicht auf das Unterinntal.

Ab der Guggenmauerhütte zieht der Weg dann stehtig an, immer steiler wird der Pfad, quer durch Latschenfelder.

Im Sommer sicher kein Spaß. Nach knapp 3 Stunden stehen wir auf dem Gipfel des Haller Zunterkopfs, 1.966m. Ein kleines Gipfelkreuz ziert den Gipfel.

Der Ausblick ist fantastisch. Trotzdem bleiben wir nur kurz auf dem für uns heute höchsten Punkt, der Hunger treibt uns auf den Thauer Zunterkopf, dort wollen wir brotzeiten.

Der Steig zum kleineren Thauer Zunterkopf, 1.918m ist sehr angenehm zu gehen, obwohl ein paar eisige Stellen zur Vorsicht gebieten. Doch nach ca. 30 Minuten erreichen wir den zweiten und letzten Gipfel für heute.

Hier machen wir ausgiebig Rast, lesen im Gipfelbuch (Wer bitteschön ist der Sepp Neuner!!!) und genießen die mitgebrachten Leckereien. Ach, wie schön ist doch eine Brotzeit, wenn man sich diese verdient! 🙂

Wir sitzen relativ lange am Gipfel, die Sonne wärmt uns. Eine Frau kommt alleine rauf, setzt sich zu uns auf die Bank. Kurz darauf, wir glauben es kaum, kommen zwei Downhiller mit ihren Rädern auf dem Rücken. Unglaublich… Einer meint lappidar: „Wenn´s nit zum Tourengehen geht, dann muss man eben mit dem Radl fahren!“. Das nenne ich Kompromisslosigkeit.

Nachdem wir wieder alleine auf dem Gipfel sitzen, beschließen wir auch, den Abstieg zu wagen.

Über die Kaisersäule, Taurer Alm und den Haselbergsteig erreichen wir wohlbehalten und leicht müde den Parkplatz.

Tourendaten:
Gesamtdauer: 5:23h
Gesamtstrecke: 13,44km
Höhenmeter: 1.275m

151208 Brandjochkreuz, 2.268m

Lang hat´s gedauert, bis ich wieder zu einer Tour gekommen bin. Die Auswahl ist jetzt, nach den letzen Schneefällen doch schon eingeschränkt… aber ein paar Gustostücke gibts schon noch in der Nähe. Zuerst wollte ich mir die Zunterköpfe bei Thaur nochmals anschauen. Dann aber stach mir ein Ziel im wahrsten Sinne des Wortes ins Auge… der Achselkopf und das Brandjochkreuz. Ein Blick am Vortag aus dem Büro mit dem Fernglas bestätigt mir, daß da fast kein Schnee ist…

Um 6 Uhr starte ich von Zuhause los, mit dem Auto ist es immer eine kleine Weltreise, von Süden her in den Norden von Innsbruck zu fahren. Irgendwie gibt es da keine vernüftige Route…

Ich fahre an den Parkplatz oberhalb vom Planötzenhof. Es ist noch dunkel, also gestalten sich die ersten Meter trotz Taschenlampe doch eher schwierig. Doch als ich das Höttinger Bild erreiche, weiß ich, daß ich richtig bin. Den weiteren Weg finde ich dank der Markierungen recht gut, und schon bald beginnt die Dämmerung, und die nächtliche Schwärze wird unwiderruflich zurückgedrängt.

Den Wegebauern hier war auch nicht fad, die Steige ziehen richtig in die Höhe. Hier muss man mit Höhenmetern, nicht mit Distanzen protzen. Es hat aber auch was angenehmes, denn man sieht den Fortschritt auch sehr gut. Innsbruck zu meinen Füßen wird immer kleiner, dafür kommen die Karwendelgipfel, mit Namen, Hohe Warte, Solsteine, Brandjochspitze immer näher. Doch mein Ziel liegt ein wenig vorher, sozusagen ein Vorgipfel der Brandjochspitze.

Auf dem Weg zur Achselbodenhütte nehme ich einen sehr alten, nicht mehr gewarteten Steig, der extrem Steil zu einem Denkmal und dem Geocache „Gedenkstein 3 – am Achselkopf“ führt. Da ich heute Zeit habe, werde ich ein paar GC´s mitnehmen. 🙂

An der Hütte mache ich eine kurze Rast, dann gehts weiter in Richtung „Brandjochboden“. Der Geocache „Achselkopf Alm“ ist schnell mein. Am Boden ist dann ein kleiner, unscheinbarer Abzweiger auf das Brandjochkreuz.

Nach ziemlich genau 3 Stunden erreiche ich den Gipfel, und damit mein Tagesziel. Die Aussicht ist phänomenal, kein Wunder, daß das Brandjochkreuz manchmal als geheime Aussichtskanzel der Alpenhauptstadt gilt.

Ich schaue mich um, genieße die Aussicht, trage mich ins Gipfelbuch ein und suche noch geschwind den Geocache „Brandjochkreuz“. Der fällt mir auch quasi in die Hände, trotz meiner anfänglichen Befürchtung, wegen dem Schnee.

Ich steige rasch ab, da es am Gipfelkreuz doch ein wenig zieht. Ich beschließe, meine Jause weiter unten im Windstillen zu verzehren. Am Abstieg rutsche ich einmal blöd ab, und schneide mir die Handfläche auf. Die Wunde ist kein Problem, aber der Dreck brennt ganz nett. Ich erreiche einen schönen, geschützen Platz und mache eine ausgedehnte Rast.

Mein Weg geht bei der Abzweigung weiter nach rechts. Ich möchte eine Runde machen und nicht den gleichen Weg gehen, daher laufe ich weiter, Richtung Aspachhütte. Dort finde ich den nächsten Geocache „Aspachhütte“. Dann gehts wieder in den Wald hinein, hinunter zuerst nach zum Gasthaus Rauschbrunnen, das gut besucht scheint, was bei dem Wetter kein Wunder ist.

Im Anschluss gehe ich durch den Wald bis zum Höttinger Bild und weiter bis zum Parkplatz. Der letzte Teil des Weges ist unspekalulär, aber angenehm zum „auslaufen“…

Am Parkplatz ist die Hölle los, in der Früh waren 3 Autos, jetzt ist kein freier Platz mehr. Trotzdem komme ich gut aus meiner Lücke und denke mir im Stillen: „Gottseidank, ich bin immer Früh am Weg!“

Tourendaten:
Gesamtlänge: 15,08km
Gesamtdauer: 4:50h
Höhenmeter: 1440m