Archiv der Kategorie: Bergtouren

151112 Sonnenaufgang auf der Serles, 2.717m

Da das Wetter ununterbrochen schön ist, geht’s heute nochmals in der Früh los, das Ziel ist die Serles. Und weil der Sonnenaufgang auf König Serles so wunderschön sein soll, gehen wir zeitig los. Zeitig ist bei den kurzen Tagen eh nicht so früh, um 4 Uhr verlassen wir das warme Heim und machen uns auf den Weg zum Kloster „Maria Waldrast“, 1.641m

Wir parken direkt unter dem Kloster und richten uns her. Eine Stirnlampe ist heute unbedingt notwendig, da es Neumond und dementsprechend dunkel ist. Nur die Sterne leuchten mit großer Kraft vom Firmament, ein Himmel, den man bei uns nicht oft zu Gesicht bekommt. Gebannt starren wir nach oben. Einzig die Temperaturen machen ein Verweilen an Ort und Stelle nicht so angenehm, daher brechen wir auf, bringen unsere müden Knochen in Schwung.

Durch das Kloster hindurch und scharf nach Links erreichen wir den Aufstieg durch den Wald. Einmal nehmen wir eine falsche Abzweigung und Schwupps sind wir mitten in der Pampa. Der Fehler ist schnell entdeckt und korrigiert und bald befinden wir uns wieder auf dem Steig, vorbei an Latschen und Schotterreisen hinauf zum Serlesjöchl, 2.384m. Kurz bevor wir das Jöchl erreichen, bricht ein leichter Lichtstreifen am Horizont auf, der Sonnenaufgang hat begonnen.

Noch ist es nur eine kleine Ahnung von einem Licht, doch schnell beginnt sich der Himmel zu färben.

Die Schlüsselstelle, ein mit Leiter und Drahtseil versicherter Felsblock nach dem Serlesjöchl ist schnell überwunden, nach dieser Stelle wird der Aufstieg ein kleines bisschen anspruchsvoller.

Da wir heute mit den Turnpatschen unterwegs sind, müssen wir schon auf die Schrittwahl achten. Aber keine Schwierigkeit für uns, der Aufstieg geht schnell weiter. Bald schon können wir die Taschenlampen ausschalten, denn die Dämmerung ist so weit fortgeschritten, dass wir den Weg auch so sehen können.

Bald erreichen wir den Gipfel, die Sonne wird in den nächsten Minuten aufgehen.

Eine gute Brotzeit, sozusagen ein Frühstück haben wir uns mitgenommen, das wird jetzt verspeist. Leider zieht ein richtig kalter Wind über den Gipfel, daher packe ich den Biwaksack aus und wir hängen uns diesen als Windschutz um die Schultern.

Ich bin kein großer Frühstücker, aber nach so einem schönen Aufstieg schmecken Wurst, Käse und Brot auch zu dieser frühen Stunde. Nach dem Frühstück will ich noch den Geocache Stubaital – König Serles heben, doch leider muss ich feststellen, dass das bei diesen Bedingungen nicht geht. Ein großes Schneefeld, pickelhart und sehr abschüssig, liegt genau vor der Position des Geocaches. Das ist mir eindeutig zu gefährlich, und Berge laufen bekannter Weise nicht so schnell weg. Also wird der Cache wohl die nächsten Jahre auch noch hier oben sein.

Dann bricht auch schon die Sonne durch…

Uns ist schon richtig kalt, daher beschließen wir wieder abzusteigen. Wir packen unsere Sachen zusammen und machen uns auf den Weg ins Tal. Die Zeit präsiert, wir müssen ja auch noch auf die Arbeit.

Daher laufen wir schon fast hinunter ins Tal. Unterhalb vom Serlesjöchl machen wir nochmals eine Pause, die Sonne knallt jetzt schon vom Himmel und wir können uns ein paar Jacken ausziehen.

Ich gebe noch schnell den Geocache Stubaital – Last Step und lege noch einen Travelbug hinein. Dann können wir runter zum Parkplatz.

Die Sonne ist jetzt schon hoch aufgestiegen, und wunderschön zeigt sich die morgendliche Landschaft um uns, die Luft ist kristallklar und die Aussicht einfach wunderbar.

Die ersten Wanderer kommen uns entgegen, schauen uns zum Teil ungläubig an, jeder weiß jedoch schon, was wir gemacht haben. „Aha, wart´z Sunne aufgian schaug´n…“. Jeder, der uns entgegenkommt, hat einen Spruch für uns auf Lager, doch der Beste kommt von zwei netten Damen, die uns kurz vor dem Kloster entgegen kommen… „Streber, Streber…“ schallt es aus beider Münder, und wir biegen uns vor Lachen. Welch ein lustiger Abschluss für eine wunderschöne Wanderung.

Tourendaten
Gesamtlänge: 10,69km
Gesamtdauer: 3:30h
Gesamthöhe: 1.046m

151108 Wankspitze-Klettersteig

Noch ein wunderbarer Herbsttag, der nach einer „Bin mal draussen-Tätigkeit“ ruft. Mit Papa habe auch gleich ein Ziel in der Mitte gefunden. Die Wankspitze. Und da sich die Wankspitze mit dem Klettersteig be-, und über den Normalweg absteigen läßt, ist das auch gleich ein Ziel, das uns anlacht.

Um 8:00 Uhr treffe ich Papa auf dem Parkplatz vom Gasthof Arzkasten. Noch ist nichts los, 4 Autos stehen am Parkplatz. Dann wird es hier wohl gemütlich, denken wir uns. Zu meiner großen Überraschung treffen wir Renate und Christian. Ich kenne Renate vom Rafting her, und Papa kennt Christian von der ehemaligen Arbeit. Wunderbar, die Welt ist echt klein.

Wir starten los, ein Stück folgen wir der Forststraße, dann zweigt der sogenannte Bachweg ab, den wir nehmen. Auf den ersten Blick unterscheidet sich dieser Weg nicht so sehr von einem Forstweg, bei einem kleinen Rastplatz am Bach, bei dem auch viele Steinmändle sind, zweigt der Weg nach rechts ab, wird ein bisschen enger und steiler. Und dann stehen wir schon vor dem Lehnberghaus.

Dieses lassen wir rechts liegen und wandern weiter Richtung Talschluss, immer das kleine, aber feine Joch im Blickfeld. Komisch ist aber, obwohl schon ein paar Bergsteiger vor uns aufgebrochen sind, wir diese im Aufstieg nicht sehen. Doch das Mysterium klärt sich bald, falsches Ziel im trüben Auge gehabt.

Der Weg zieht wieder nach rechts weg, hinauf zum Stöttltörl (2.036m). Wir treffen dort eine Gruppe junger Leute, die auch den Klettersteig machen wollen. Doch zuvor wird noch in der Sonne gejausnet.

Im Gegensatz dazu richtigen wir uns gleich her, ziehen die Ausrüstung an und steigen ein, in den Wankspitze-Klettersteig.

Renate und Christian sind kurz vor uns eingestiegen, wir sehen sie noch hoch oben. Der Steig liegt im Schatten, aber trotzdem ist es, obwohl schon November, nicht richtig kalt. Die Wegführung ist super, aber schon jetzt kann ich sagen, daß dieser Steig auch Landschaftlich wunderschön ist. Verpielt wurde das Seil in die Felsformationen eingebaut, langweilig wird uns nie.

Der Steig führt fast immer am Grat entlang, ein Highlight ist das Bankerl vom Kletterclub, von weitem sehen wir Renate und Christian sitzen, da müssen wir auch rauf.

Sie rufen uns auch schon zu, daß wir da rauf müssen. Also gehen wir die Variante hinauf und genießen eine kurze Pause auf dem Bankerl. Und das hat sich richtig rentiert, die Aussicht ist wunderschön.

Kurz darauf steigen wir nochmals ein Stück hinunter, kommen wieder zum Normalsteig, dann geht es noch eine letzte Wand empor. Der Gipfel liegt direkt vor uns.

Es geht fast kein Wind, die Sicht ist super. Da machen wir gleich eine ausgedehnte Pause am Gipfel, mit Brotzeit. Ein paar Leute und die obligatorischen Dohlen sind am Gipfel.

Hinter uns plagen sich die jungen Klettersteigler noch die letzten Meter hinauf zum Gipfel, wir machen uns ausgerastet auf den Weg nach unten.

Das Lehnberghaus ist geöffnet, aber wir beschließen, beim Gasthof Arzkasten ein Bier zu trinken. noch einiger Zeit stehen wir vor dem Gasthaus, der Parkplatz rappelvoll, Papa´s Auto wird gerade von einem Deutschen richtig ungut zugeparkt, doch eine kurze Intervention unsererseits läßt ihn doch nochmals ins Auto steigen und sein Vehikel richtig hinstellen.

Trotz des Ansturms leider müssen wir feststellen, als wir vor verschlossenen Türen stehen. Das Gasthaus hat Betriebsurlaub. Das ist jetzt schon das zweite Mal innerhalb kurzer Zeit, daß ich mit Papa am Ende kein wohlverdientes Bier bekomme. Hmmm…

Trotzdem sind wir total glücklich, die Tour hat richtig Spaß gemacht.

Tourendaten
Gesamtlänge: 13,18 km
Gesamtdauer: 5:00 h
Höhenmeter: 1029 hm

151103 Großer Beil, 2.309m

Gestern habe ich mir ob der Wettervorhersage noch schnell den heuigen Tag freigenommen, es soll ja ein fantastischer Tag werden. Und Glück habe ich… das Wetter ist perfekt.

Wohin soll es gehen? Ein Blick auf die Karte zeigt mir noch viele „Weiße Flecken“, an denen ich noch nie gewesen bin. Ein solcher Platz ist die Wildschönau. Und dorthin fahre ich heute auch…

Es soll der Große Beil werden, die höchste Ergebung in der Wildschönau. Schon den Namen finde ich interessant, denn es ist nicht „DAS BEIL“, sondern „DER BEIL“, und das bezeichnet einen Ort, bei dem Tiere bei der Jagd gestellt werden.

Ich fahre bis zur Schönangeralm, dort stelle ich mein Auto ab und sattle um auf das Fahrrad. Ja, heute mache ich eine der viel zu seltenen, im Neudeutsch genannten „Bike&Hike“-Tour. Diese Tour bietet sich richtig an dafür, denn der erste Teile geht über eine schöne Forststraße bis zu Gressensteinalm. Die Steigung ist immer moderat und durch den Schatten ist mir auch nicht zu heiß beim Raufradeln.

Der Weg spult sich immer weiter hinauf, zuerst im Wald, dann öffnet sich die Sicht immer weiter und gibt die Blicke frei auf die wunderschöne Bergwelt.

Nach ca. 1 1/2 Stunde erreiche ich die Gressensteinalm, wo ich mein Fahrrad hinter die nicht mehr geöffnete Alm stelle und absperre… Sicher ist sicher. Dann setze ich mich 5 Minuten in die feine Sonne, genieße die ersten Strahlen und richte mich für den Weitermarsch her.

Gleich neben der neuen Alm steht eine alte Steinhütte, die wahrscheinlich mal die originale Alm war. Neben der Steinhütte geht auch gleich der Weg hinauf, zum Großen Beil.

Zuerst steigt der Weg pfeilsgerade hinauf in den Talschluß, zumindest sieht es so aus, doch dann macht er doch noch einen Schwenk, und auch der Talschluß schaut plötzlich anders aus.

Der Weg ist super zu gehen, und doch wieder mal was Neues für mich. HIer herrscht nicht Kalk vor, den ich gut von zu Hause aus kenne, nein, hier ist alles aus Schiefer, das klingt schon ganz anders, wenn man drauftritt. Eine tolle Abwechslung auf jeden Fall.

Immer wieder ist die Landschaft von kleinen und größeren Wasserläufen unterbrochen, auch kleine Lacken sehe ich immer wieder heroben.

Und dann zeigt sich doch noch das Gipfelkreuz vom Großen Beil, direkt vor mir, sozusagen im Wege. Da kann es nicht mehr lange rauf sein. Der Himmer ist leuchtend Blau, die Fernsicht ein Wahnsinn, aber es gibt doch einen Wermutstropfen… der Föhn hat eingesetzt, der Wind wird, je höher ich komme, immer stärker.

Ich erreiche den Gipfel ohne Probleme, such mir eine windgeschütze Stelle zum Brotzeiten und genieße die Stille… nur manchmal von hoch über mir fliegenden Jets unterbrochen, und natürlich vom immer wieder aufheulenden Föhn.

Die Aussicht von dieser Kanzel ist überragend…

Auf dem Weg nach unten treffe ich einen der einzigen Wanderer, die mir heute begegnen. Wir unterhalten uns eine Weile, dann geht jeder seinen Weg weiter.

Die Alm erreiche ich ohne Probleme, mein Fahrrad ist auch noch da. Jetzt fängt der Spaß an, denn die letzten Kilometer mit dem Fahrrad rausrollen, das macht Spaß. Zwei ältere Wanderer schauen mir neidisch zu, wie ich den Forstweg hinunterjuchitze…

Eine perfekte Herbsttour, wenig Leute, super Wetter und sehr viel Ruhe. Toll!

Tourendaten:
Gesamtstrecke 19,90 kmGesamtlänge 4:00 h
Höhenmeter 1112 hm

151024 Hannauer Hütte +

Der Samstag steht schon länger fest für eine Bergtour. Das Wetter ist gut angesagt, ein goldener Herbsttag soll kommen. Na denn…

Aus Ermangelung an Bergkameraden plane ich eine leichte Tour in der Wildschönau, aber dazu kommt es dann doch nicht. Papa hat Zeit und möchte gerne mit, für ihn ist jedoch die Fahrerei sehr lange. Daher disponieren wir geschwind um, und treffen uns sozusagen in der Mitte. Das wäre dann … naja, nicht ganz vermessungstechnisch, aber doch gefühlt in der Mitte: Etwas in Boden, am Hahntennjoch.

Papa hat auch den passenden Vorschlag, es soll die Hannauer Hütte, aber mit Klettersteigzustieg werden. Das ist eine super Idee. Wir treffen uns in der Früh in Boden, von dort startet zuerst ein gemütlicher Forstweg bis zur Seilbahnstation der Hannauer Hütte. Von dort startet der Steig hinauf zur Hütte.

Wir zweigen jedoch schon ein wenig früher ab und erreichen so den Einstieg zum Klettersteig.

Ganz sicher sind wir uns nicht, denn es liegt schon überall Schnee und wir können den Steig nicht ganz abschätzen. Jedoch gibt es eine sehr einfache Variante (B/C), die wir uns vornehmen. Mit dem Eis werden wir schon zurechtkommen… wir ziehen unsere Gurte an und starten los.

Der Steig ist super eingerichtet, und die Schwierigkeiten sind wirklich gering. Dennoch müssen wir mit dem immer wieder vorhandenen Eis sehr vorsichtig sein.

Dennoch geht der Aufsteig sehr angenehm von Statten, auch dank der wirklich guten Absicherung. Zwischendurch sehen wir einmal die Seilbrücke vom schwierigeren Teil, den wir aber zum Glück doch nicht begangen sind.

Der Steig ist relativ kurz, bald erreichen wir ein Plateau über der Hannauer Hütte. Juhu, unser erster Winter-Klettersteig.

Die Sonne lacht uns ins Gesicht, und die Temperaturen sind schon sehr angenehm. Wir ziehen uns auf der Terasse der Hütte um, die Gurte aus.

Die Hütte hat zwar geschlossen, aber es haben ein paar Leute im Winterraum übernachten, weitere Leute sind vom Tal unterwegs.

Wir machen nur eine kurze Pause, dann beschießen wir, über das Galtseitejoch ins Fundaistal abzusteigen, nach Pfafflar und von dort zurück nach Boden zu wandern.

Wir starten los, doch schon kurz nach der Hütte sehen wir, daß der Weg seit dem letzten Schneefall noch nicht oft gegangen worden ist. Zum Glück haben wir die Gamaschen mitgenommen, die uns jetzt gute Dienste tun. Zur Sicherheit eingepackte Grödel haben wir noch im Rucksack belassen.

Wir steigen den Weg bis zu einer Abzweigung hinauf, dann sehen wir unseren weiteren Weg, anscheinend schneefrei, bzw. schneearm. Also los, sagen wir uns…

Zuerst machen wir noch gut Höhe, doch dann geht der Weg recht flach entlang des Bergrückens. Gemsen und einen Steinbock schauen uninteressiert zu uns herunter und grasen weiter. Wir jedoch tun uns immer schwerer… der Schnee wird tiefer und immer wieder brechen wir tief ein. Bald erreichen wir einen Punkt, an dem wir uns entscheiden müssen. Weiter gehen oder umdrehen..

Wir entscheiden uns für´s umdrehen. Später werden wir froh sein, denn der Weg wäre noch richtig lang gewesen, auch ohne Schnee schon eine Herausforderung.

Der Rückweg verläuft unspektakulär, die Gemsen schauen nochmals auf uns herab, der Steinbock ist schon weg…

…bald erreichen wir die Hannauer Hütte, bei der wir uns über unsere Jause hermachen. Die schmeckt aber gut… besonders in der noch starken Oktobersonne.

Dann steigen wir den Normalweg hinunter. Zwischendrinnen stellt Papa einmal fest, daß der Klettersteig auf jeden Fall feiner zum gehen war, hier sind ein paar richtig böse Eisstellen, die wir umgehen müssen.

Doch alles geht gut und wir erreichen bei der Seilbahn den Forstweg und auf diesem weiter unser Auto. Unterwegs unterhalten wir uns noch mit einem lustigen Jäger, der uns ein paar Sachen über die Gegend erzählt.

Beim Auto sind wir glücklich, eine schöne Runde gemacht zu haben. Einziger Wermutstropfen… kein Gasthaus weit und breit. Aber das Bier gibts trotzdem irgendwann… aufgeschoben ist nicht aufgehoben!

Tourendaten:
Gesamtstrecke: 13,95km
Gesamtdauer: 5:17h
Höhenmeter: 1.095m

151003 Erlspitze (2.405m)

Heute soll es doch bei besserem Wetter die Erlspitze werden. Letzte Woche ist mir das ja eben wegen dem Wetter verwehrt geblieben, diese Woche schaut das Wetter doch viel besser aus. Obwohl, der Föhn schon fast am Zusammenbruch erschein…

Um 6:30 steht Alfons vor der Tür und wir fahren gemeinsam nach Zirl. Dort parken wir beim Bahnhof. Ich schaue mich gleich wegen einem spezifischen Geocache um, doch leider finde ich diesen nicht. Naja, hierher komme ich bestimmt mal wieder.

Zuerst müssen wir ein Stück durch den Wald, dann kommen wir an eine der wohl steilsten Straße, die für Fahrzeuge ausgelegt ist, an. Dort müssen wir rauf. Es geht steil und immer steiler hinauf, bis wir auf einen weiteren Weg von Hochzirl ankommen, der uns dann mit weniger steiler Steigung weiter hinauf, Richtung Solnalm bringt.

Diese kleine, aber wunderschön gelegene Alm gefällt mir besonders gut. Vor uns ist schon Einer am Weg gewesen, den wir jetzt aus der offenen Almtür pfeifen hören.

Wir gehen bei der Alm nun nicht mehr weiter Solsteinhaus, sondern hinauf in Richtung Kuh(l)jochspitze.

Wir folgen dem Pfad hinauf, wieder recht höhenmeterintentiv, bis wir zu einer Scharte und damit genau auf den Freiung-Höhenweg kommen.

Dieses Teilstück unserer Wanderung ist ein Teil des Freiung-Höhenweg, der von Seefeld bzw. der Nördlingerhütte kommt.

Bis zur Eppzirlerscharte (2.102m) folgen wir diesem Weg, dann zweigen wir auf den Zirler Klettersteig ab, der uns auf die Erlspitze bringen wird.

Verspielt durch Rinnen und Scharten verläuft der eigentlich einfache Weg.

Natürlich sollte man wie überall in den Bergen nicht ausrutschen, aber von einem richtigen Klettersteig braucht man an den ersten Stellen nicht sprechen, eher von einem versichterten Steig.

Das ändert sich im oberen Teil des Steiges, nach ein paar Metern durch Schroffengelände steht der Westgratturm da. Die Warnung „Klettersteigausrüstung unbedingt erforderlich!“ scheint ernst gemeint zu sein.

Wir schaffen den Steig zwar ohne Probleme, aber im sogenannten Überhang müssen wir dann doch einmal richtig „zupacken“. Dann ist auch schon der Ausstieg aus dem Klettersteig vor uns.

Ein kurzem Marsch, und wir erreichen endlich den Gipfel der Erlspitze.

Dort treffen wir auf ein paar Wanderer, die vom Normalweg kommen, aber auch Leute, die nach uns durch den Klettersteig gewandert sind. Wir setzen uns, dem Föhn trotzdend, in eine kleine Vertiefung und genießen unsere Brotzeit. An dieser Stelle nochmals Danke an dich, Alfons, für das wunderbare Ei!

Nach der ausgiebigen Rast steigen wir über den Normalweg hinunter zum Solsteinhaus. Auch hier muss man genau schauen, wo man hinsteigt, denn so einfach ist der Weg dann doch nicht.

Aber alles geht gut, und schon stehen wir vor dem Solsteinhaus. Die Uhr tickt, Alfons muss noch wo hin, daher bestellen wir je ein schnelles Bier und zahlen dafür sagenhafte 10 Euro.

Das muss einfach schmecken…

Der Abstieg ins Tal ist dann unspektalär, es kommen uns noch einige Leute entgegen, die diesen wunderbaren Tag noch ausnutzen wollen.

Für uns ist das Ziel nur noch das Auto. Die Beine sind schon schwer, doch wir erreichen ohne Zwischenfälle das Auto und beglückwünschen uns für die tolle Tour!

Tourendaten:
Gesamtdauer: ca. 8h
Gesamtstrecke: 18km
Gesamthöhe: 1750m

Kranebitter Klamm und Magdeburger Hütte, 1637m (11.09.2015)

Heute ist Freitag, am Freitag wird bei uns nur Halbtags gearbeitet. Also genug Zeit für ein kleines Unternehmen. Schon länger will ich die Kranebitter Klamm machen, heute soll es soweit sein. Leider ist mein Bergspezi Alfons schon wieder verhindert, aber das soll mich nicht abhalten. Ich mache kurzfristig eine Bike&Hiketour aus meinem Unternehmen. In der Früh bin ich ja schon auf die Arbeit gefahren, jetzt, nachdem das virtuelle Horn das Wochenende geblasen hat, hüpfe ich in mein Bergoutfit und schwing mich auf meinen geliebten Drahtesel. Die Strecke bis Kranebitten habe ich schnell geschafft, beim Flughafen Innsbruck vorbei, an dem gerade ein paar kleine Flieger abheben und landen. Wunderschön liegt die Klamm vor mir…

Die letzten Meter gehen ganz nett rauf, aber schon bald stehe ich am Eingang der Klamm, wo ich auch mein Fahrrad abstellen muss. Da geht es mit dem Rad nicht mehr vernünftig weiter. Also habe ich gleich mal einen Baum identifiziert , der meinen Schatz beschützen muss…

Ich steige ins Bachbett hinunter, da beginnt auch gleich der Steig. Nachdem ich mich ein bisschen Schlau gemacht habe, habe ich mir die Tour so vorgestellt: Ich gehe auf dem Schleifwandsteig bis zum Magdeburger Hütte, von dort gehe ich ein Stück den Weg Richtung Rauschbrunnen/Hötting abzusteigen, werde dann aber … na, jetzt greife ich schon vor!

Der erste Teil des Weges geht, gut höhenmetermachend, hinauf, bis zu einer bekannten Abzweigung.

Hier könnte man auf das Hechenbergl gehen, aber diese Tour werde ich mir ein anderes Mal gönnen. Ab der Abzweigung wird der Steig ein wenig flacher, und folgt in respektvoller Höhe der Klamm ins Karwendel hinein. Im Hintergrund sehe ich die Hohe Warte und die Solsteine, rechts davon den Achselkopf und die Brandjochspitze. Ein wunderschönes Ensemble…

Der Weg ist die meiste Zeit super ausgebaut, ein paar Mal hat wohl Mutter Natur auch mitbauen wollen, dort ist es dann auch manchmal ein wenig ausgesetzt.

Aber alles in allem keine Gefahr, obwohl man schon schön steigen muss. Ein Fehltritt wäre an manchen Stellen fatal, und schnell ist was passiert, wenn man unachtsam ist. Doch ich komme gut voran, der Weg gefällt mir sehr gut, und bald erreiche ich das Ende der Klamm.

Der Aufstieg zur Magdeburger Hütte dauer nur noch ein paar Minuten, dann gönne ich mir ein „Weizen ohne“.

Da ich nicht weiß, wie der Weg zurück ist, will ich nichts riskieren :). Ich frage die Hüttenwirtin, ob noch viele Leute kommen. Noch ist genug zu tun, ist die schmale Antwort. Eine rustikale Dame… aber das passt genau hierher auf die Hütte.

Nach der kurzen Verschnaufpause beschließe, doch schnell abzusteigen. Es wird schon früh dunkel, und ich will eigentlich keinen unbekannten Weg suchen müssen. Daher gehe ich ein Stück den gleichen Weg zurück, dann zweige ich auf den Weg nach Rauschbrunnen/Hötting ab, mit der Nummer 220.

Zuerst geht es im Wald entlang, bei einem sehr interessanten Stein vorbei dann öffnet sich das Blickfeld wieder ein wenig. Der weitere Weg zieht an einem sehr schönen Wandfuß vorbei, irgendetwas schmeißt Steine… wahrscheinlich eine Gams. Ich sehe hier keine, aber später wird mein Verdacht an einer anderen Stelle bestätigt.

Ich bin ganz alleine unterwegs, schon seit dem Start (bis auf die Zwischenstation bei der Magdeburger Hütte). So nahe an Innsbruck, und doch so verlassen…

Bald erreiche ich die sogenannte Nasse Wand, die wirklich diesen Namen verdient.

Überall tröpfelt es heraus. Ich beschließe hier, in die Klamm abzusteigen, weil das ist ja das eigentlich Ziel. Stellenweise geht ein bisschen „reisenlaufen“, aber dann sind doch auch stellen, wo zu große, bzw. keine Steine liegen.

Dennoch bin ich schnell am Klammgrund, von hier aus folge ich dem nicht vorhandenen Wasserlauf. Alles hier ist staubtrocken. Man sieht jedoch, dass wenn einmal Wasser hier durchfließt, man vielleicht doch nicht dabei sein will…

Nach einer Weile erreiche ich die Engstelle, die immer wieder beschrieben wird, und auch sehr schön ist. Kurz danach geht’s noch eine alte Steiganlage hinunter, dann bin ich auch schon wieder am Ausgang… das ging ja schnell.

Der Weg zurück nach Aldrans mit dem Rad geht auch noch gut von Statten, bei den letzten Meter zum Haus bin ich immer froh, wenn diese um sind. Ein super „Greaschtl“ und eine Massage von meinem Schatz runden meinen Tag ab. Wunderbar…

Tourendaten – Bike:
Gesamtdistanz: 28 km
Gesamtdauer: 1:25 h
Höhenmeter: 510 m

Tourendaten – Hike:
Gesamtdistanz: 12,48 km
Gesamtdauer: 3:40 h
Höhenmeter: 1257 m

Hahlekopf, 1758m (22.08.2015)

Am Vormittag eine Canyoningtour, am Nachmittag, sozusagen als Würze noch eine kleine Bergtour. Mit Papa habe ich beschlossen, heute noch auf den Hahlekopf zu steigen. Ein Ziel, das mir schon lange sprichwörtlich vor der Nase gelegen ist… von unserem Küchenfenster in Pflach aus sehen wir genau auf diesen Berg.

Wir starten beim alten Skigebiet „Langtennenlift“ in Wängle. Wo der Lift noch im Betrieb war, bin ich hier einmal mit meiner Oma gewesen. Aber das ist schon lange her, und vom Liftbetrieb ist nur noch die Abfahrt zu sehen. Der Hahlekopf ist auch, wenn wir schon vom Skifahren reden, ein hervorragendes Skitourenziel.

Aber jetzt ist Sommer, also werden die Bergstöcke ausgepackt und wir starten hinauf, zuerst ein Stück der Piste entlang, dann zweigen wir in den Wald ab. Der Weg zieht stetig und steil hinauf. Erster Anlaufpunkt für uns ist die kleine Kostarieskapelle.

Dort ist ein Geocache versteckt, doch da ersten Leute (in Geocache-Sprache auch Muggels genannt) rumstehen, und wir zweitens beim runtergehen auch noch hier vorbeilaufen, gehen wir einfach weiter. Papa kennt ein paar versteckte Pflade, die uns schnell durch den Wald, die Forststrasse immer wieder querend, hinaufbringen, zum nächsten Zwischenziel: Die Sulztaler Hütte. Alle Hütten auf diesem Weg sind unbewirtschaftet, und privat geführt.

Dort, an der Alpe fließt noch ein bisschen Wasser aus dem Brunnen, daher nutzen wir die Gelegenheit und laben uns.

Und über dem Wasser wacht der Waldgeist, und wünscht den braven Wanderern eine gute Reise…

Bald brechen wir aus dem Wald heraus, dort steht noch verlassen auf einer offenen Fläche die Hahlealpe, auch dies ein notdürftiges Hüttchen, in dem wohl schon längere Zeit keiner mehr zu Gast war.

Über die schöne, im Winter wunderbare Skiwiese erreichen wir noch die kleine Schallerkapelle und sind dann schon auf dem Kamm. Die Aussicht wird von Meter zu Meter besser, besonders der Blick ins Voralpengebiet ist beeindruckend.

Zum Gipfel ist es nur noch ein kurzer Weg, einmal müssen wir noch ein wenig absteigen, dann erreichen wir nach dem letzten Anstieg den Gipfel, mit dem notdürftig reparierten Gipfelkreuz. Hier hatte vor nicht allzu langer Zeit der Blitz eingeschlagen. Nun wird das Kreuz mit Schraubzwingen zusammengehalten…

Der Aufenthalt am Gipfel ist kühl, denn das Wetter ist im Moment nicht so berauschend. Am Tauern fliegt ein Rettungshubschrauber, kurz danach ist der ÖAMTC auch mit einem Hubschrauber am Gimpel am Werk. Na, hoffentlich ist nicht allzu viel passiert.

Wir steigen ab, nehmen jedoch den direkten Weg hinunter ins Tal, die Winterskipiste folgend, und finden sogar meines Papas Stein: Wilhelm´s Stein. Na, ob er mit dem Fund eine Freude haben wird…

Als Abschluss dieses schönen Tages hat Papa beschlossen, den Grill anzuzünden. Wir lassen uns das Bier und das Gegrillte am Balkon gut schmecken, Papa´s Spezial-Gewürzmischungen wärmen uns von Innen gehörig an…

Vielen Dank wieder für einen wunderschönen Tag in den Bergen. Vergelts Gott.

Tourendaten:
Gesamtlänge: 9,18km
Gesamtdauer: 3:05h
Höhenmeter: 912m

150714 Saile-2.404m, Nockspitze-2.379m

Nach der Arbeit starten Alfons und ich direkt von der Arbeit aus los, in Richtung Axamer Lizum. Heute steht die Saile/Nockspitze auf dem Programm. Wunderschönes Wetter haben wir uns ausgesucht, kleine Wolken ziehen über den ansonsten blauen Himmel.

Beim Parkplatz, der im Sommer überdimensioniert und fehl am Platz wirkt, stellen wir das Auto ab. Schnell die Siebensachen in den Rucksack gepackt, dann geht es los.

Zuerst geht’s über das Gebäudeareal, vorbei am Hotel Olympia, das während der Olympischen Spiele 1964 gebaut, und 1976 ausgebaut wurde. Der Bau wirkt heute alt und unansehnlich, ist aber auch ein Zeugnis der bewegten Sportgeschichte vom Innsbrucker Großraum.
Bald schon haben wir die Geschichtszeugnisse passiert und befinden uns in der freien Natur.

Der Weg geht über eine Weide in angenehmer Steigung bis zum Waldrand, von dort geht der Steig hinauf zum sogenannten Halsl, einem kleinen Jöchlein. Stehende Hitze plagt und in diesem Abschnitt. Beim Halsl zweigt der Weg ab, entweder, so wie wir, geht man auf die Saile, oder aber auf die andere Seite zum Ampferstein und weiter zur Marchreisenspitze. Der Weg ist jetzt aus dem Wald herausgekommen, ein leichtes Lüftchen erfrischt uns und unser Ziel rückt immer näher.

Mein Blick ist auf den Boden gerichtet, als ich plötzlich ein Edelweiss sehe… nein, zwei, drei vier… überall wachsen diese kleinen Alpenblumen auf der Wiese, es ist unglaublich. Fast schon unscheinbar und leicht zu übersehen.

Wir sind nun fast am Gipfel, als wir schon von weitem ein Zelt ausmachen.

Als wir auf Rufweite herankommen, hören wir auch schon eine Begrüßung: „Hello there…“. Zwei Asiaten haben es sich hier gemütlich gemacht für die Nacht. Keine schlechte Idee.

Hinter dem Gipfelkreuz steht ein zweites Zelt, ein Vater mit seinem Kind campt dort. Da ist ja richtig was los. Wir machen auf der Saile eine kurze Pause, ich verziehe mich wieder mal für eine kurze Schatzsuche, GC4MCXD „Saile“ ist gleich mal gefunden.

Über den Grat wandern wir weiter zur Nockspitze, oder ist auch ein kleiner Geocache versteckt. GC4MCXD „Mutterer Hauseberge- Nockspitze“ ist auch gleich mal gefunden. Wir bleiben nicht lange auf dem Gipfel, wir sind verschwitzt und der Wind ist nicht so angenehm. Nach kurzer Rast machen wir uns auf ins Tal.

Über das Birgitzköpflhaus steigen wir ab zum Parkplatz. Unterwegs sehen wir noch Murmeltiere, die die letzten Sonnenstrahlen genießen. Immer wieder kommen uns Leute entgegen, die hinaufpilgern, auf diesen schönen Aussichtsberg.

Am Parkplatz und rund um das Hotel Olympia sind sehr viele Asiaten, die hier übernachten. Da Diese mit Reisebussen angekommen sind, sind das wahrscheinlich große Reisegruppen, die hier übernachten. In Innsbruck machen wir noch einen kleinen Erfrischungsstopp mit Blick auf den Gipfel und lassen den Tag ausklingen.

Wunderbare Tour…

Gesamtlänge: 9,23km
Gesamtdauer: 3:01h
Höhenmeter: 890m

150703-04 Brandjochspitze über Innsbrucker Klettersteig, zweiter Teil

Nachdem ich den ersten Teil des Innsbrucker Klettersteigs mit Papa schon am letzten Wochenende gemacht hatte, konnte ich den weiteren Teil des Steiges und zusätzlich die Brandjochspitze besteigen. Doch zuerst mal von Vorne…

Während der Woche mache ich spontan mit Wolfgang aus, das wir am Wochenende auf der Nordkette übernachten und am nächsten Tag die Vordere Brandjochspitze über den Südgrat machen. Das klingt super, wir treffen uns am Freitag, so die Abmache.

Am Freitag, es ist endlich soweit, treffe ich Wolfgang in der Museumsstrasse, nachdem ich beim Geocacheevent „After A.P.E. Event“ am Bahnhof war. Wir gehen zuerst zur Hungerburgbahn, die aber schon geschlossen hat. Wir spazieren zum Marktplatz, um den „J“ zur Hungerburg zu erreichen, mit dem wir direkt zu den Nordkettenbahnen kommen. Diese fahren jeden Freitag bis 23:30Uhr, das nenne ich Service.

Bald schon erreichen wir die Sonnenterasse Innsbrucks, wir setzen uns und bestellen ein Weizen. Ein Gordon Bleu rundet die Aussicht ab, wir genießen den Abend. Von der Sonne haben wir nicht mehr allzuviel, aber bei der zur Zeit herschenden Hitze sind wir da gar nicht so unglücklich…

Wir übernachten ganz in der Nähe der Seegrube, mit Schlafsack. Die Aussicht ist berauschend, der erste Camppkatz nicht: die Schafe haben vor uns hier gerastet und haben ihre Spuren hinterlassen. Der zweite Platz ist eh viel besser, und schon bald schlafen wir tief und fest…

Am Morgen stehen wir mit der Sonne auf, um uns auf den Langen Sattel aufzumachen. Mir steht der Sinn nicht so ganz nach Südgrat, darum mache ich mit Wolfgang aus, daß wir den zweiten Teil des Klettersteigs und die Brandjochspitze über den Normalweg (Julius-Pock-Weg) machen. Auch Wolfgang ist einverstanden, also marschieren wir los.

Bald erreichen wir den langen Sattel, auf dem immer noch ein bisschen Schnee auf kühlere Tage wartet.

Dieser Wunsch wird wahrscheinlich nicht mehr gewährt werden. Schon jetzt sind die Temperaturen hoch, wir schwitzen beim Aufstieg schon anständig „die Sünden vom Vortag“ raus…

Am Langen Sattel angekommen packen wir die Brotzeit aus und machen eine gemütliche Jause. Wurst, Ei, Radieschen, Brot, was braucht man mehr…

Der Einsteig des Klettersteiges liegt direkt vor uns. Wir ziehen unsere Kletterausrüstung an, schauen uns nochmals um, dann geht es schon los, in den zweiten Teil des Innsbrucker Klettersteiges. Zuerst einmal müssen wir ein gutes Stück abklettern, schon beim Start ist ein merklicher Unterschied zum ersten Teil erkennbar. Die Landschaft ist irgendwie wilder, zackiger, mit Türmchen und Zinnen versehen. Wunderschön, um es mit einem Wort auszudrücken.

Der Weg geht durch die Sattelspitzen, auf nicht immer logischem, aber dafür lohnenden Weg, bis zum letzten Steilabfall. Unterwegs können wir eine Steinbockfamilie, vom Opa bis zum Enkel ist alles versammelt, beobachten. Es ist fazinierend, wie sicher diese Tiere, auch schon die Klitzekleinen, sich im Hochgebirge bewegen.

Von Oben können wir auf die Frau Hitt hinuntersehen, der anspruchvollste Teil des Steiges ist direkt vor uns. Eine kurze, aber knackige senkrechte Wand, die wir, teils leicht überhängend abklettern müssen.

Einmal durchschnaufen, dann gehts los. Ich merke, daß, da man ein paar Mal umsteigen muss, auch ein bisschen mehr Armkraft erforderlich ist, aber rasch und sicher ist auch diese Stelle bewältigt und wir stehen am Fusse der Frau Hitt und damit auch am Ausstieg des Klettersteiges.

Wolfgang schaut sich die Frau Hitt genau an, ein lange bekanntes Kletterziel der Innsbrucker, an dem auch viele namhafte Bergsteiger geklettert sind.

Dann ziehen wir die Gurte aus, verstauen alles im Rucksack, trinken nochmals anständig, da die Temperaturen jetzt wirklich schon heiß sind, und marschieren los, in Richtung Vordere Brandjochspitze.

Zuerst müssen wir über das karwendeltypische Geröll hinauf, der letzte Teil bis zur Spitze ist mit einen leichten Klettersteig eingerichtet, bei dem man aber das Gurtzeug nicht mehr braucht. Manche Stellen sind, besonders wegen dem Schotter, doch angenehm versichert.

Nach einem kurzen Marsch vom Frau Hitt Sattel erreichen wir dann unser Tagesziel, die wunderschöne Brandjochspitze. Ziemlich genau vor einem Jahr war ich schon mal hier auf dem Gipfel, damals alleine, dieses Mal zusammen mit Wolfgang.

Jetzt ist auch Zeit für eine Jause, die wir uns natürlich verdient haben. Wir setzen uns ein bisschen in den Schatten, essen und schauen uns um. Unter uns faulenzen ein paar Steinböcke, denen die Mittagshitze warscheinlich auch nicht so angenehm ist. Und während Wolfi seine Gipfeltschigg raucht, sucheich mir noch den Geocache „GC55N5A Die Vordere Brandjochspitze„.

Nach ausgiebiger Rast machen wir uns auf den langen Weg zurück zum Hafelekar. Obwohl, oder vielleicht weil eben die Highlights schon vorbei sind, ist der Weg zurück zur Bergstation der Nordkettenbahnen immer ein wenig beschwerlich.

Der Steig ist aber interessant, manchmal ein wenig ausgesetzt und führt in einer wunderbaren Landschaft direkt unter den Spitzen der Nordkette entlang zurück zum Ausgangspunkt.

Erwartungsgemäß ist heute recht viel los auf der Seegrube, ein paar Drachenflieger sind auch da und zeigen ihre Künste her.

Wir trinken einen Radler, dann machen wir uns auf, nach Hause. Im Bus merken wir dann doch, daß wir was gemacht haben. Müde, aber glücklich erreichen wir das traute Heim.

Gesamtstrecke: 11,54km
Höhenmeter: 1100m
Dauer: 5:30h

141130 Guffert (2.195m)

Heute mal was was anderes… es geht ins Rofan. Und noch was ist extra… Der Papa ist heute auch mit von der Partie.
Wir haben uns den Guffert als Ziel erkoren, einen schönen, aber an vielen Tagen überlaufenen Gipfel, der eine Wahnsinns-Aussicht sowohl ins Voralpenland, wie auch auf das Kaisergebirge und die Zentralalpen bietet.
Papa hat sich auch entschieden, mitzukommen und fährt schon in der Früh von Reutte aus nach Aldrans, um dann mit uns weiter Richtung Achensee zu fahren.
Um 10:00 Uhr holen wir noch Alfons in Hall ab, dann geht es in einer gemütlichen Stunde nach Steinberg im Rofan. Wir parken das Auto beim „Waldhäusl“, der Parkautomat ist außer Betrieb, daher müssen wir auch nicht bezahlen. Wir richten uns gerade für den Abmarsch her, da erscheint wie aus dem Nichts eine alte Frau, und spricht uns wirr an. Nach ein paar Sätzen ist uns klar, dass diese Frau wohl nicht ganz klar ist. Wir sprechen höflich ein paar Worte mit ihr, dann machen wir uns auf den Weg. Schon komisch, immer wenn Alfons und ich mit Willi auf dem Weg sind, erscheinen uns komische Leute… 🙂
Gleich am Anfang überqueren wir ein einen „Schuhbaum“ und ein munteres Bächlein, dann steigt der Steig sanft durch den Wald hinauf.

Bald schon merken wir, dass sich der Weg mit dieser moderaten Steigung richtig zieht, es ist zwar ein sehr angenehmes Gehen, aber es geht halt auch nichts weiter…

Wir überqueren einen alten Lawinenstrich und klettern eine leichte Rinne hinauf.

Bei einer kurzen Rast besprechen wir den weiteren Weg, mutmaßen den Pfad an der linken Seite eines Kopfes, werden aber direkt beim weitergehen eines Besseren belehrt…

 

…der Weg weicht nach Rechts aus, um die wunderschöne, mit Höhlen durchsetzen Felsformation herum…

… dann wird es nochmals flach und ein unglaublicher Blick tut sich auf, überall nur Latschen, soweit das Auge reicht. Fast ohne Lücken, so wie ich das noch nie gesehen habe. Hier am Sattel des Gufferts ist ein „Latschenparadies“ sondergleichen entstanden…

Vom Sattel drehen wir nach Links, dem Grat entlang hinauf zum schon bald sichtbaren Gipfel. Nun wird auch die Höhe bemerkbar, denn in den Schatten liegt überall Schnee, nicht viel, aber doch genug, um liegenzubleiben.

Den Gipfel haben wir nun permanent im Blick, vor uns sehen wir schon einige Leute im Auf- oder Abstieg. In der Früh habe ich noch die Bemerkung gemacht, dass wir wohl nicht viele Leute auf dem Berg antreffen würden… wie man sich doch täuschen kann.
Gerade als wir fast am Gipfelfelsen anlangen, plötzlich ein Schrei von oben, eine Mannschaft vor uns ruft an die Nachfolger „Da ist gerade Einer abgerutscht… hat jemand von euch ein Handy dabei, und kann die Rettung anrufen…“.
Ich packe rasch das Handy aus und drücke auf die Notfallapp. Sofort wird ein Notruf abgesetzt, mit Position und allem Drum und Dran. Kein Überlegen, welche Nummer ich wählen muss… bin ich froh. Einzig mit dem Empfang haut es nicht ganz hin. Nachdem ich den Notruf abgesetzt habe, werde ich von der Leitstelle zurückgerufen, um die Meldung aufzunehmen. Da der Empfang aber recht schlecht ist, muss ich zig Positionswechsel machen, bevor ich überhaupt mal jemanden erreiche…
Des Weiteren weiß ich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht genau, was passiert ist. Nach und nach kommen jedoch die Informationen zu uns und ich versuche, diese weiterzugeben. Ein Wanderer ist auf einem Schneefeld abgerutscht und über die Nord-Ostseite den Berg runtergerutscht. Hier im Bild sieht man die Unglücksstelle, ein paar Fussabdrücke, und plötzlich nichts mehr…

Ich versuche immer noch, eine Verbindung mit der Landesleitzentrale aufzubauen, um die Daten durchzugeben… später beim Lesen der Zeitungsberichte werde ich mich wundern, was da alles verstanden wurde. Wieder steht die Verbindung ein paar Sekunden, ich höre, dass der Hubschrauber schon alarmiert und auf dem Weg zu uns ist.
Alfons und Papa stehen an der Nordseite, vom Verunfallten ist von dieser Warte aus nichts außer der Rutschspur zu sehen, der Bergsteiger muss über eine Kante abgerutscht sein. Ich stehe mit dem Handy des Empfangs wegen auf der Südseite, der Unfallstelle abgewandten Seite. Daher bin ich immer auf die Zurufe der Anderen angewiesen.

Bald schon hören wir den Hubschrauber, der mit lautem Geknatter angeflogen kommt. Dieser fängt auch gleich die Suche an, doch wir müssen feststellen, dass der Hubschrauber an der falschen Stelle sucht. Ich rufe mit Alfons Handy (Anderer Netzanbieter) nochmals bei der Leitstelle an, nun klappt die Verbindung wesentlich besser.
Ich teile mit, was ich zu wissen glaube, und teile auch mit, dass der Hubschrauber an der falschen Stelle sucht. Der Bitte, meine Position nicht zu verändern, um eine Handyortung durchführen zu können, komme ich gerne nach. Und siehe da, schon bald fliegt der Hubschrauber zu uns, uns wie können die Retter auf die Unglücksstelle hinweisen. Mittlerweile stehen sicher schon 15 Leute in unserer direkten Umgebung.
Der Hubschrauber fliegt die Unglücksstelle auf und ab, und schon bald ist der Verunglückte gefunden, zumindest soweit wir das beurteilen können. Mit dem Tau wird der Bergsteiger geborgen.
Wir entschließen uns, weiterzugehen, da wir hier nichts mehr tun können. Die Retter haben meine Telefonnummer, sollten noch Fragen sein. In diesem Moment muss ich zugeben, trifft mich diese Situation nicht so, wie ich es eigentlich vermutet hätte. Ich sehe mich, trotz Absetzens des Notrufs in einer „unbeteiligten“ Beobachterrolle, bin emotional recht ruhig. Auf die Frage, ob wir weitergehen sollen, sage ich nur ja, froh, wieder beschäftigt zu sein…

Die letzten Meter auf den Gipfel gehen wir schweigend hinauf, jeder für sich. Es ist nicht so sehr Beklemmung, die uns schweigen lässt, sondern eher eine Nachdenklichkeit, die Überraschung, wie schnell es gehen kann, ein kleiner Fehltritt, und das war´s. Ich für meinen Teil gehe noch vorsichtiger als sonst, setze meine Schritte mit Bedacht…

Schon bald stehen wir auf unserem Tagesziel, dem Gipfel des Gufferts. Natürlich sind wir nicht die Einzigen, denn schon während dem Rettungseinsatz sind die Einen oder Anderen weiter zum Gipfel gegangen.

Wir setzen uns in eine kleine Senke, geschützt vom kühlen Wind, lassen uns von der Sonne wärmen und verzehren unsere Jause. Wie gewohnt, sobald der Tisch gedeckt ist, gesellen sich die Dohlen, die Flugkünstler der Alpengipfel zu den Speisegästen und verlassen den Platz nicht, ohne ein paar Krümel abbekommen zu haben.

Da es ja schon spät im Jahr ist, darf man nie vergessen, wie früh es dunkel wird. Dieser Gedanke treibt uns schon bald wieder runter ins Tal, und wir beschließen, trotz der angenehmen Sonne den Abstieg zu wagen.

Als wir wieder bei der Unglücksstelle vorbeigehen, hören wir gerade wieder einen Hubschrauber. Ein Blick in den Himmel bestätigt dies, ein Polizeihubschrauber kreist über der Unglücksstelle und es werden Bilder gemacht. Als der Hubschrauber anstalten zum Landen macht, gehen wir Drei in die Hocke, halten unsere Siebensachen und warten, bis das Fluggerät gelandet ist.

Ein Polizist steigt aus dem Heli aus, dann fliegt dieser wieder weg vom Grat. Ich laufe rüber zum, wie sich herausstellt, Postenkommandanten und stelle mich kurz als „Notrufer“ vor, dann zeige ich ihm die Unglücksstelle. Auf die Nachfrage wird unsere Befürchtung bestätigt… der Alpinist hat den Absturz nicht überlebt…
Der Polizist nimmt noch meine Daten auf, dann werden ich auch schon wieder entlassen.

Wir steigen schnell ab, den gleichen Weg hinunten, der wir in der Früh aufgestiegen sind. Gerade zum letzten Licht erreichen wir den Parkplatz.
Gegenüber stehen die Alpingendarmen neben dem Leichenwagen… gemischte Gefühle machen sich wieder breit…

Nachtrag:
Am Abend und nächsten Tag sind alle Nachrichten voll vom Alpinunfall, weitere Unfälle sind in der Kranebitter Klamm und in Scharnitz geschehen. Alles in allem ein sehr düsteres Wochenende für Alpinisten, zumal es jahreszeitlich gesehen eine sehr untypische Zeit zum Bergsteigen ist… nur der sehr milde Herbst macht solche Touren noch möglich.
Der beschriebene Unfall hat sich nicht auf dem „Normalweg“ ereignet, sondern auf einem Steig, der als solcher durch das Schneefeld nicht mehr zu erkennen war. Eine „ängstlichere“ Person wäre hier wohl nicht auf das Schneefeld eingestiegen…

Tourendaten:
Aufstieg: 1279 hm
Dauer: 5:14
Distanz: 12,02 km