Archiv der Kategorie: Bergtouren

Herzogstand, 1.731m Heimgarten, 1.788m (19.12.2015)

Der Schnee läßt immer noch auf sich warten, die Temperaturen sind für diese Jahreszeit schon relativ hoch. Ich erinnere mich an letztes Jahr, da war das auch so ähnlich.

Nun denn, Papa und ich nutzen das schöne Wetter, um noch eine feine Tour in einer nicht so oft von uns frequentierten Gegend zu machen. Wir fahren in die Voralpen, genauer gesagt ins Estergebirge, einer der letzten Ergebungen der Alpen vor dem deutschen Flachland.

Als einer der beliebsten Berge der Müncher muss man eine solche Herausforderung an einem besonderen Tag übernehmen. Zum Beispiel am letzten Super-Shopping-Samstag vor Weihnachten! Da ist die Change, recht alleine auf dem Berg zu sein, doch größer als sonst.

Wir starten heute relativ spät, da für beide von uns die Anreise doch länger ist. Ca. 1 Stunde Fahrzeit von unserer jeweiligen Hombase… Um 8:30 treffen wir uns am Parkplatz der Herzogstandbahn. Die Crocs sind gleich gegen Bergschuhe getauscht, dann geht es hinauf, „aufi auf´n Berg…“

Der Weg führt durch schönen alten Wald hinauf zu den Herzogstandhäusern, darunter auch das Königshaus, das König Ludwig II., der Märchenkönig 1865 erbauen ließ.

Wir wandern an den Gebäuden vorbei, weiter dem Weg zum Herzogstand entlang. Auf dem Weg nehmen wir einen Abstecher auf den Martinskopf, 1.675.

Leider ist wegen dem Schnee der alternative Weg vom Gipfel zurück zum Weg zum Herzogstand nicht möglich, also müssen wir den gleichen Weg wieder zurück.

Unser nächses Ziel heißt Herzogstand,1.731m. Auf dem Weg dorthin zieht das Wetter leicht zu und eine kalte Briese setzt ein.

Doch ganz in der Nähe vom Gipfel steht ein Pavillion, in dem wir Unterschlupf vom Wind finden und eine schnelle Brotzeit genießen. Hier treffen wir auch die ersten Leute heute.

Das eigentliche Highlight der Rundwanderung steht uns noch bevor, der sogenannte Gratweg hinüber zum Heimgarten.

Wir sehen von oben, daß die Schneeauflage sehr geringt ist und wir daher ohne Probleme dorthin übersteigen können.

Der Weg ist teilweise versichtert, im Sommer sind wir uns einig, sind hier bestimmt viele Leute am Weg.

Spekatulär sind mache Stellen und die Aussicht auf das Umland. Wunderschön liegt hinter uns der Herzogstand und vor uns der Heimgarten.

Die Distanz kam uns optisch viel länger vor, als wir dann zu Fuss brauchen. Bald stehen wir auf dem Heimgarten, 1.788m und schauen nochmals zurück auf den Gratweg zurück.

Direkt unter dem Gipfel liegt die kleine und gemütlich ausschauende Heimgartenhütte, die zwar gut besucht, aber geschlossen ist.

Auf der Terasse sitzen ein paar Sonnenanbeter, wir beschließen gleich weiter zu gehen.

Auf dem Weg treffen wir eine Familie, die mit Sack und Pack auf dem Weg zur Heimgartenhütte ist, der Sohn trägt die Brotzeit für den Rest. Das erklärt auch, warum er ganz am Schluss hinaufzoggelt.

An der schön gelegenen Ohlstädter Alm gehen wir vorbei, dann müssen wir nochmals ein Stück den Berg hinauf, der Gegenanstieg freut uns nicht mehr so ganz.

Unter dem Rotwandkopf,  1.519m durch führt der Weg in angenehmen Serpentinen hinunter, immer näher zurück in die Zivilsation, nach Walchensee.

Über den kleinen Holzkopf, 1.108m gehen wir, und am Schluss noch entlang des Deiningbachs zurück zum Parkplatz.

Im Gasthaus „Sakrisch Guat“ lassen wir uns von einem grantigen Kellner noch 2 alkoholfreie Weissbier bringen, und lassen den Tag gemütlich ausklingen.

Eine sehr schöne Wanderung in einer für uns Beide neuen Gegend. Sehr interessant und auch herausfordernd.

Tourendaten
Gesamtlänge: 16,30km
Gesamtdauer: 5:24h
Höhenmeter: 1.320m

 

151212 Haller Zunterkopf, 1.966m; Thaurer Zunterkopf, 1.918m

Wie angekündigt läßt der Schnee auf sich warten, also kann man noch getrost in den niedereren Lagen noch die eine oder andere Wandung machen.
Ich beschließe, mit Alfons zusammen auf die Zunterköpfe im Karwendel zu gehen, die auf den ersten Blick vom Tale aus schneefrei ausschauen.ii

Wir starten früh um 7:00 Uhr in Thaur beim Wandererparkplatz, die erste Viertelstunde geht es nach unten, bis wir beim Thaurer Schloss und dem Romediuskirchl ankommen.

Ein paar Schritte hinter diesen beiden geschichtsträchtigen Gebäuden ist ein weiterer Parkplatz, an dem unsere Wanderung nund richtig, nämlich bergauf, beginnt.

Zuerst wandern wir bei relativ gemütlicher Steigung hinauf zum Ochsner, dort zweigt dann der Weg Richtung Guggenmauerhütte ab. Diese erreichen wir relativ flott, vor der Hütte genießen wir noch eine wunderschöne Aussicht auf das Unterinntal.

Ab der Guggenmauerhütte zieht der Weg dann stehtig an, immer steiler wird der Pfad, quer durch Latschenfelder.

Im Sommer sicher kein Spaß. Nach knapp 3 Stunden stehen wir auf dem Gipfel des Haller Zunterkopfs, 1.966m. Ein kleines Gipfelkreuz ziert den Gipfel.

Der Ausblick ist fantastisch. Trotzdem bleiben wir nur kurz auf dem für uns heute höchsten Punkt, der Hunger treibt uns auf den Thauer Zunterkopf, dort wollen wir brotzeiten.

Der Steig zum kleineren Thauer Zunterkopf, 1.918m ist sehr angenehm zu gehen, obwohl ein paar eisige Stellen zur Vorsicht gebieten. Doch nach ca. 30 Minuten erreichen wir den zweiten und letzten Gipfel für heute.

Hier machen wir ausgiebig Rast, lesen im Gipfelbuch (Wer bitteschön ist der Sepp Neuner!!!) und genießen die mitgebrachten Leckereien. Ach, wie schön ist doch eine Brotzeit, wenn man sich diese verdient! 🙂

Wir sitzen relativ lange am Gipfel, die Sonne wärmt uns. Eine Frau kommt alleine rauf, setzt sich zu uns auf die Bank. Kurz darauf, wir glauben es kaum, kommen zwei Downhiller mit ihren Rädern auf dem Rücken. Unglaublich… Einer meint lappidar: „Wenn´s nit zum Tourengehen geht, dann muss man eben mit dem Radl fahren!“. Das nenne ich Kompromisslosigkeit.

Nachdem wir wieder alleine auf dem Gipfel sitzen, beschließen wir auch, den Abstieg zu wagen.

Über die Kaisersäule, Taurer Alm und den Haselbergsteig erreichen wir wohlbehalten und leicht müde den Parkplatz.

Tourendaten:
Gesamtdauer: 5:23h
Gesamtstrecke: 13,44km
Höhenmeter: 1.275m

151208 Brandjochkreuz, 2.268m

Lang hat´s gedauert, bis ich wieder zu einer Tour gekommen bin. Die Auswahl ist jetzt, nach den letzen Schneefällen doch schon eingeschränkt… aber ein paar Gustostücke gibts schon noch in der Nähe. Zuerst wollte ich mir die Zunterköpfe bei Thaur nochmals anschauen. Dann aber stach mir ein Ziel im wahrsten Sinne des Wortes ins Auge… der Achselkopf und das Brandjochkreuz. Ein Blick am Vortag aus dem Büro mit dem Fernglas bestätigt mir, daß da fast kein Schnee ist…

Um 6 Uhr starte ich von Zuhause los, mit dem Auto ist es immer eine kleine Weltreise, von Süden her in den Norden von Innsbruck zu fahren. Irgendwie gibt es da keine vernüftige Route…

Ich fahre an den Parkplatz oberhalb vom Planötzenhof. Es ist noch dunkel, also gestalten sich die ersten Meter trotz Taschenlampe doch eher schwierig. Doch als ich das Höttinger Bild erreiche, weiß ich, daß ich richtig bin. Den weiteren Weg finde ich dank der Markierungen recht gut, und schon bald beginnt die Dämmerung, und die nächtliche Schwärze wird unwiderruflich zurückgedrängt.

Den Wegebauern hier war auch nicht fad, die Steige ziehen richtig in die Höhe. Hier muss man mit Höhenmetern, nicht mit Distanzen protzen. Es hat aber auch was angenehmes, denn man sieht den Fortschritt auch sehr gut. Innsbruck zu meinen Füßen wird immer kleiner, dafür kommen die Karwendelgipfel, mit Namen, Hohe Warte, Solsteine, Brandjochspitze immer näher. Doch mein Ziel liegt ein wenig vorher, sozusagen ein Vorgipfel der Brandjochspitze.

Auf dem Weg zur Achselbodenhütte nehme ich einen sehr alten, nicht mehr gewarteten Steig, der extrem Steil zu einem Denkmal und dem Geocache „Gedenkstein 3 – am Achselkopf“ führt. Da ich heute Zeit habe, werde ich ein paar GC´s mitnehmen. 🙂

An der Hütte mache ich eine kurze Rast, dann gehts weiter in Richtung „Brandjochboden“. Der Geocache „Achselkopf Alm“ ist schnell mein. Am Boden ist dann ein kleiner, unscheinbarer Abzweiger auf das Brandjochkreuz.

Nach ziemlich genau 3 Stunden erreiche ich den Gipfel, und damit mein Tagesziel. Die Aussicht ist phänomenal, kein Wunder, daß das Brandjochkreuz manchmal als geheime Aussichtskanzel der Alpenhauptstadt gilt.

Ich schaue mich um, genieße die Aussicht, trage mich ins Gipfelbuch ein und suche noch geschwind den Geocache „Brandjochkreuz“. Der fällt mir auch quasi in die Hände, trotz meiner anfänglichen Befürchtung, wegen dem Schnee.

Ich steige rasch ab, da es am Gipfelkreuz doch ein wenig zieht. Ich beschließe, meine Jause weiter unten im Windstillen zu verzehren. Am Abstieg rutsche ich einmal blöd ab, und schneide mir die Handfläche auf. Die Wunde ist kein Problem, aber der Dreck brennt ganz nett. Ich erreiche einen schönen, geschützen Platz und mache eine ausgedehnte Rast.

Mein Weg geht bei der Abzweigung weiter nach rechts. Ich möchte eine Runde machen und nicht den gleichen Weg gehen, daher laufe ich weiter, Richtung Aspachhütte. Dort finde ich den nächsten Geocache „Aspachhütte“. Dann gehts wieder in den Wald hinein, hinunter zuerst nach zum Gasthaus Rauschbrunnen, das gut besucht scheint, was bei dem Wetter kein Wunder ist.

Im Anschluss gehe ich durch den Wald bis zum Höttinger Bild und weiter bis zum Parkplatz. Der letzte Teil des Weges ist unspekalulär, aber angenehm zum „auslaufen“…

Am Parkplatz ist die Hölle los, in der Früh waren 3 Autos, jetzt ist kein freier Platz mehr. Trotzdem komme ich gut aus meiner Lücke und denke mir im Stillen: „Gottseidank, ich bin immer Früh am Weg!“

Tourendaten:
Gesamtlänge: 15,08km
Gesamtdauer: 4:50h
Höhenmeter: 1440m

 

151112 Sonnenaufgang auf der Serles, 2.717m

Da das Wetter ununterbrochen schön ist, geht’s heute nochmals in der Früh los, das Ziel ist die Serles. Und weil der Sonnenaufgang auf König Serles so wunderschön sein soll, gehen wir zeitig los. Zeitig ist bei den kurzen Tagen eh nicht so früh, um 4 Uhr verlassen wir das warme Heim und machen uns auf den Weg zum Kloster „Maria Waldrast“, 1.641m

Wir parken direkt unter dem Kloster und richten uns her. Eine Stirnlampe ist heute unbedingt notwendig, da es Neumond und dementsprechend dunkel ist. Nur die Sterne leuchten mit großer Kraft vom Firmament, ein Himmel, den man bei uns nicht oft zu Gesicht bekommt. Gebannt starren wir nach oben. Einzig die Temperaturen machen ein Verweilen an Ort und Stelle nicht so angenehm, daher brechen wir auf, bringen unsere müden Knochen in Schwung.

Durch das Kloster hindurch und scharf nach Links erreichen wir den Aufstieg durch den Wald. Einmal nehmen wir eine falsche Abzweigung und Schwupps sind wir mitten in der Pampa. Der Fehler ist schnell entdeckt und korrigiert und bald befinden wir uns wieder auf dem Steig, vorbei an Latschen und Schotterreisen hinauf zum Serlesjöchl, 2.384m. Kurz bevor wir das Jöchl erreichen, bricht ein leichter Lichtstreifen am Horizont auf, der Sonnenaufgang hat begonnen.

Noch ist es nur eine kleine Ahnung von einem Licht, doch schnell beginnt sich der Himmel zu färben.

Die Schlüsselstelle, ein mit Leiter und Drahtseil versicherter Felsblock nach dem Serlesjöchl ist schnell überwunden, nach dieser Stelle wird der Aufstieg ein kleines bisschen anspruchsvoller.

Da wir heute mit den Turnpatschen unterwegs sind, müssen wir schon auf die Schrittwahl achten. Aber keine Schwierigkeit für uns, der Aufstieg geht schnell weiter. Bald schon können wir die Taschenlampen ausschalten, denn die Dämmerung ist so weit fortgeschritten, dass wir den Weg auch so sehen können.

Bald erreichen wir den Gipfel, die Sonne wird in den nächsten Minuten aufgehen.

Eine gute Brotzeit, sozusagen ein Frühstück haben wir uns mitgenommen, das wird jetzt verspeist. Leider zieht ein richtig kalter Wind über den Gipfel, daher packe ich den Biwaksack aus und wir hängen uns diesen als Windschutz um die Schultern.

Ich bin kein großer Frühstücker, aber nach so einem schönen Aufstieg schmecken Wurst, Käse und Brot auch zu dieser frühen Stunde. Nach dem Frühstück will ich noch den Geocache Stubaital – König Serles heben, doch leider muss ich feststellen, dass das bei diesen Bedingungen nicht geht. Ein großes Schneefeld, pickelhart und sehr abschüssig, liegt genau vor der Position des Geocaches. Das ist mir eindeutig zu gefährlich, und Berge laufen bekannter Weise nicht so schnell weg. Also wird der Cache wohl die nächsten Jahre auch noch hier oben sein.

Dann bricht auch schon die Sonne durch…

Uns ist schon richtig kalt, daher beschließen wir wieder abzusteigen. Wir packen unsere Sachen zusammen und machen uns auf den Weg ins Tal. Die Zeit präsiert, wir müssen ja auch noch auf die Arbeit.

Daher laufen wir schon fast hinunter ins Tal. Unterhalb vom Serlesjöchl machen wir nochmals eine Pause, die Sonne knallt jetzt schon vom Himmel und wir können uns ein paar Jacken ausziehen.

Ich gebe noch schnell den Geocache Stubaital – Last Step und lege noch einen Travelbug hinein. Dann können wir runter zum Parkplatz.

Die Sonne ist jetzt schon hoch aufgestiegen, und wunderschön zeigt sich die morgendliche Landschaft um uns, die Luft ist kristallklar und die Aussicht einfach wunderbar.

Die ersten Wanderer kommen uns entgegen, schauen uns zum Teil ungläubig an, jeder weiß jedoch schon, was wir gemacht haben. „Aha, wart´z Sunne aufgian schaug´n…“. Jeder, der uns entgegenkommt, hat einen Spruch für uns auf Lager, doch der Beste kommt von zwei netten Damen, die uns kurz vor dem Kloster entgegen kommen… „Streber, Streber…“ schallt es aus beider Münder, und wir biegen uns vor Lachen. Welch ein lustiger Abschluss für eine wunderschöne Wanderung.

Tourendaten
Gesamtlänge: 10,69km
Gesamtdauer: 3:30h
Gesamthöhe: 1.046m

151108 Wankspitze-Klettersteig

Noch ein wunderbarer Herbsttag, der nach einer „Bin mal draussen-Tätigkeit“ ruft. Mit Papa habe auch gleich ein Ziel in der Mitte gefunden. Die Wankspitze. Und da sich die Wankspitze mit dem Klettersteig be-, und über den Normalweg absteigen läßt, ist das auch gleich ein Ziel, das uns anlacht.

Um 8:00 Uhr treffe ich Papa auf dem Parkplatz vom Gasthof Arzkasten. Noch ist nichts los, 4 Autos stehen am Parkplatz. Dann wird es hier wohl gemütlich, denken wir uns. Zu meiner großen Überraschung treffen wir Renate und Christian. Ich kenne Renate vom Rafting her, und Papa kennt Christian von der ehemaligen Arbeit. Wunderbar, die Welt ist echt klein.

Wir starten los, ein Stück folgen wir der Forststraße, dann zweigt der sogenannte Bachweg ab, den wir nehmen. Auf den ersten Blick unterscheidet sich dieser Weg nicht so sehr von einem Forstweg, bei einem kleinen Rastplatz am Bach, bei dem auch viele Steinmändle sind, zweigt der Weg nach rechts ab, wird ein bisschen enger und steiler. Und dann stehen wir schon vor dem Lehnberghaus.

Dieses lassen wir rechts liegen und wandern weiter Richtung Talschluss, immer das kleine, aber feine Joch im Blickfeld. Komisch ist aber, obwohl schon ein paar Bergsteiger vor uns aufgebrochen sind, wir diese im Aufstieg nicht sehen. Doch das Mysterium klärt sich bald, falsches Ziel im trüben Auge gehabt.

Der Weg zieht wieder nach rechts weg, hinauf zum Stöttltörl (2.036m). Wir treffen dort eine Gruppe junger Leute, die auch den Klettersteig machen wollen. Doch zuvor wird noch in der Sonne gejausnet.

Im Gegensatz dazu richtigen wir uns gleich her, ziehen die Ausrüstung an und steigen ein, in den Wankspitze-Klettersteig.

Renate und Christian sind kurz vor uns eingestiegen, wir sehen sie noch hoch oben. Der Steig liegt im Schatten, aber trotzdem ist es, obwohl schon November, nicht richtig kalt. Die Wegführung ist super, aber schon jetzt kann ich sagen, daß dieser Steig auch Landschaftlich wunderschön ist. Verpielt wurde das Seil in die Felsformationen eingebaut, langweilig wird uns nie.

Der Steig führt fast immer am Grat entlang, ein Highlight ist das Bankerl vom Kletterclub, von weitem sehen wir Renate und Christian sitzen, da müssen wir auch rauf.

Sie rufen uns auch schon zu, daß wir da rauf müssen. Also gehen wir die Variante hinauf und genießen eine kurze Pause auf dem Bankerl. Und das hat sich richtig rentiert, die Aussicht ist wunderschön.

Kurz darauf steigen wir nochmals ein Stück hinunter, kommen wieder zum Normalsteig, dann geht es noch eine letzte Wand empor. Der Gipfel liegt direkt vor uns.

Es geht fast kein Wind, die Sicht ist super. Da machen wir gleich eine ausgedehnte Pause am Gipfel, mit Brotzeit. Ein paar Leute und die obligatorischen Dohlen sind am Gipfel.

Hinter uns plagen sich die jungen Klettersteigler noch die letzten Meter hinauf zum Gipfel, wir machen uns ausgerastet auf den Weg nach unten.

Das Lehnberghaus ist geöffnet, aber wir beschließen, beim Gasthof Arzkasten ein Bier zu trinken. noch einiger Zeit stehen wir vor dem Gasthaus, der Parkplatz rappelvoll, Papa´s Auto wird gerade von einem Deutschen richtig ungut zugeparkt, doch eine kurze Intervention unsererseits läßt ihn doch nochmals ins Auto steigen und sein Vehikel richtig hinstellen.

Trotz des Ansturms leider müssen wir feststellen, als wir vor verschlossenen Türen stehen. Das Gasthaus hat Betriebsurlaub. Das ist jetzt schon das zweite Mal innerhalb kurzer Zeit, daß ich mit Papa am Ende kein wohlverdientes Bier bekomme. Hmmm…

Trotzdem sind wir total glücklich, die Tour hat richtig Spaß gemacht.

Tourendaten
Gesamtlänge: 13,18 km
Gesamtdauer: 5:00 h
Höhenmeter: 1029 hm

151103 Großer Beil, 2.309m

Gestern habe ich mir ob der Wettervorhersage noch schnell den heuigen Tag freigenommen, es soll ja ein fantastischer Tag werden. Und Glück habe ich… das Wetter ist perfekt.

Wohin soll es gehen? Ein Blick auf die Karte zeigt mir noch viele „Weiße Flecken“, an denen ich noch nie gewesen bin. Ein solcher Platz ist die Wildschönau. Und dorthin fahre ich heute auch…

Es soll der Große Beil werden, die höchste Ergebung in der Wildschönau. Schon den Namen finde ich interessant, denn es ist nicht „DAS BEIL“, sondern „DER BEIL“, und das bezeichnet einen Ort, bei dem Tiere bei der Jagd gestellt werden.

Ich fahre bis zur Schönangeralm, dort stelle ich mein Auto ab und sattle um auf das Fahrrad. Ja, heute mache ich eine der viel zu seltenen, im Neudeutsch genannten „Bike&Hike“-Tour. Diese Tour bietet sich richtig an dafür, denn der erste Teile geht über eine schöne Forststraße bis zu Gressensteinalm. Die Steigung ist immer moderat und durch den Schatten ist mir auch nicht zu heiß beim Raufradeln.

Der Weg spult sich immer weiter hinauf, zuerst im Wald, dann öffnet sich die Sicht immer weiter und gibt die Blicke frei auf die wunderschöne Bergwelt.

Nach ca. 1 1/2 Stunde erreiche ich die Gressensteinalm, wo ich mein Fahrrad hinter die nicht mehr geöffnete Alm stelle und absperre… Sicher ist sicher. Dann setze ich mich 5 Minuten in die feine Sonne, genieße die ersten Strahlen und richte mich für den Weitermarsch her.

Gleich neben der neuen Alm steht eine alte Steinhütte, die wahrscheinlich mal die originale Alm war. Neben der Steinhütte geht auch gleich der Weg hinauf, zum Großen Beil.

Zuerst steigt der Weg pfeilsgerade hinauf in den Talschluß, zumindest sieht es so aus, doch dann macht er doch noch einen Schwenk, und auch der Talschluß schaut plötzlich anders aus.

Der Weg ist super zu gehen, und doch wieder mal was Neues für mich. HIer herrscht nicht Kalk vor, den ich gut von zu Hause aus kenne, nein, hier ist alles aus Schiefer, das klingt schon ganz anders, wenn man drauftritt. Eine tolle Abwechslung auf jeden Fall.

Immer wieder ist die Landschaft von kleinen und größeren Wasserläufen unterbrochen, auch kleine Lacken sehe ich immer wieder heroben.

Und dann zeigt sich doch noch das Gipfelkreuz vom Großen Beil, direkt vor mir, sozusagen im Wege. Da kann es nicht mehr lange rauf sein. Der Himmer ist leuchtend Blau, die Fernsicht ein Wahnsinn, aber es gibt doch einen Wermutstropfen… der Föhn hat eingesetzt, der Wind wird, je höher ich komme, immer stärker.

Ich erreiche den Gipfel ohne Probleme, such mir eine windgeschütze Stelle zum Brotzeiten und genieße die Stille… nur manchmal von hoch über mir fliegenden Jets unterbrochen, und natürlich vom immer wieder aufheulenden Föhn.

Die Aussicht von dieser Kanzel ist überragend…

Auf dem Weg nach unten treffe ich einen der einzigen Wanderer, die mir heute begegnen. Wir unterhalten uns eine Weile, dann geht jeder seinen Weg weiter.

Die Alm erreiche ich ohne Probleme, mein Fahrrad ist auch noch da. Jetzt fängt der Spaß an, denn die letzten Kilometer mit dem Fahrrad rausrollen, das macht Spaß. Zwei ältere Wanderer schauen mir neidisch zu, wie ich den Forstweg hinunterjuchitze…

Eine perfekte Herbsttour, wenig Leute, super Wetter und sehr viel Ruhe. Toll!

Tourendaten:
Gesamtstrecke 19,90 kmGesamtlänge 4:00 h
Höhenmeter 1112 hm

151024 Hannauer Hütte +

Der Samstag steht schon länger fest für eine Bergtour. Das Wetter ist gut angesagt, ein goldener Herbsttag soll kommen. Na denn…

Aus Ermangelung an Bergkameraden plane ich eine leichte Tour in der Wildschönau, aber dazu kommt es dann doch nicht. Papa hat Zeit und möchte gerne mit, für ihn ist jedoch die Fahrerei sehr lange. Daher disponieren wir geschwind um, und treffen uns sozusagen in der Mitte. Das wäre dann … naja, nicht ganz vermessungstechnisch, aber doch gefühlt in der Mitte: Etwas in Boden, am Hahntennjoch.

Papa hat auch den passenden Vorschlag, es soll die Hannauer Hütte, aber mit Klettersteigzustieg werden. Das ist eine super Idee. Wir treffen uns in der Früh in Boden, von dort startet zuerst ein gemütlicher Forstweg bis zur Seilbahnstation der Hannauer Hütte. Von dort startet der Steig hinauf zur Hütte.

Wir zweigen jedoch schon ein wenig früher ab und erreichen so den Einstieg zum Klettersteig.

Ganz sicher sind wir uns nicht, denn es liegt schon überall Schnee und wir können den Steig nicht ganz abschätzen. Jedoch gibt es eine sehr einfache Variante (B/C), die wir uns vornehmen. Mit dem Eis werden wir schon zurechtkommen… wir ziehen unsere Gurte an und starten los.

Der Steig ist super eingerichtet, und die Schwierigkeiten sind wirklich gering. Dennoch müssen wir mit dem immer wieder vorhandenen Eis sehr vorsichtig sein.

Dennoch geht der Aufsteig sehr angenehm von Statten, auch dank der wirklich guten Absicherung. Zwischendurch sehen wir einmal die Seilbrücke vom schwierigeren Teil, den wir aber zum Glück doch nicht begangen sind.

Der Steig ist relativ kurz, bald erreichen wir ein Plateau über der Hannauer Hütte. Juhu, unser erster Winter-Klettersteig.

Die Sonne lacht uns ins Gesicht, und die Temperaturen sind schon sehr angenehm. Wir ziehen uns auf der Terasse der Hütte um, die Gurte aus.

Die Hütte hat zwar geschlossen, aber es haben ein paar Leute im Winterraum übernachten, weitere Leute sind vom Tal unterwegs.

Wir machen nur eine kurze Pause, dann beschießen wir, über das Galtseitejoch ins Fundaistal abzusteigen, nach Pfafflar und von dort zurück nach Boden zu wandern.

Wir starten los, doch schon kurz nach der Hütte sehen wir, daß der Weg seit dem letzten Schneefall noch nicht oft gegangen worden ist. Zum Glück haben wir die Gamaschen mitgenommen, die uns jetzt gute Dienste tun. Zur Sicherheit eingepackte Grödel haben wir noch im Rucksack belassen.

Wir steigen den Weg bis zu einer Abzweigung hinauf, dann sehen wir unseren weiteren Weg, anscheinend schneefrei, bzw. schneearm. Also los, sagen wir uns…

Zuerst machen wir noch gut Höhe, doch dann geht der Weg recht flach entlang des Bergrückens. Gemsen und einen Steinbock schauen uninteressiert zu uns herunter und grasen weiter. Wir jedoch tun uns immer schwerer… der Schnee wird tiefer und immer wieder brechen wir tief ein. Bald erreichen wir einen Punkt, an dem wir uns entscheiden müssen. Weiter gehen oder umdrehen..

Wir entscheiden uns für´s umdrehen. Später werden wir froh sein, denn der Weg wäre noch richtig lang gewesen, auch ohne Schnee schon eine Herausforderung.

Der Rückweg verläuft unspektakulär, die Gemsen schauen nochmals auf uns herab, der Steinbock ist schon weg…

…bald erreichen wir die Hannauer Hütte, bei der wir uns über unsere Jause hermachen. Die schmeckt aber gut… besonders in der noch starken Oktobersonne.

Dann steigen wir den Normalweg hinunter. Zwischendrinnen stellt Papa einmal fest, daß der Klettersteig auf jeden Fall feiner zum gehen war, hier sind ein paar richtig böse Eisstellen, die wir umgehen müssen.

Doch alles geht gut und wir erreichen bei der Seilbahn den Forstweg und auf diesem weiter unser Auto. Unterwegs unterhalten wir uns noch mit einem lustigen Jäger, der uns ein paar Sachen über die Gegend erzählt.

Beim Auto sind wir glücklich, eine schöne Runde gemacht zu haben. Einziger Wermutstropfen… kein Gasthaus weit und breit. Aber das Bier gibts trotzdem irgendwann… aufgeschoben ist nicht aufgehoben!

Tourendaten:
Gesamtstrecke: 13,95km
Gesamtdauer: 5:17h
Höhenmeter: 1.095m

151003 Erlspitze (2.405m)

Heute soll es doch bei besserem Wetter die Erlspitze werden. Letzte Woche ist mir das ja eben wegen dem Wetter verwehrt geblieben, diese Woche schaut das Wetter doch viel besser aus. Obwohl, der Föhn schon fast am Zusammenbruch erschein…

Um 6:30 steht Alfons vor der Tür und wir fahren gemeinsam nach Zirl. Dort parken wir beim Bahnhof. Ich schaue mich gleich wegen einem spezifischen Geocache um, doch leider finde ich diesen nicht. Naja, hierher komme ich bestimmt mal wieder.

Zuerst müssen wir ein Stück durch den Wald, dann kommen wir an eine der wohl steilsten Straße, die für Fahrzeuge ausgelegt ist, an. Dort müssen wir rauf. Es geht steil und immer steiler hinauf, bis wir auf einen weiteren Weg von Hochzirl ankommen, der uns dann mit weniger steiler Steigung weiter hinauf, Richtung Solnalm bringt.

Diese kleine, aber wunderschön gelegene Alm gefällt mir besonders gut. Vor uns ist schon Einer am Weg gewesen, den wir jetzt aus der offenen Almtür pfeifen hören.

Wir gehen bei der Alm nun nicht mehr weiter Solsteinhaus, sondern hinauf in Richtung Kuh(l)jochspitze.

Wir folgen dem Pfad hinauf, wieder recht höhenmeterintentiv, bis wir zu einer Scharte und damit genau auf den Freiung-Höhenweg kommen.

Dieses Teilstück unserer Wanderung ist ein Teil des Freiung-Höhenweg, der von Seefeld bzw. der Nördlingerhütte kommt.

Bis zur Eppzirlerscharte (2.102m) folgen wir diesem Weg, dann zweigen wir auf den Zirler Klettersteig ab, der uns auf die Erlspitze bringen wird.

Verspielt durch Rinnen und Scharten verläuft der eigentlich einfache Weg.

Natürlich sollte man wie überall in den Bergen nicht ausrutschen, aber von einem richtigen Klettersteig braucht man an den ersten Stellen nicht sprechen, eher von einem versichterten Steig.

Das ändert sich im oberen Teil des Steiges, nach ein paar Metern durch Schroffengelände steht der Westgratturm da. Die Warnung „Klettersteigausrüstung unbedingt erforderlich!“ scheint ernst gemeint zu sein.

Wir schaffen den Steig zwar ohne Probleme, aber im sogenannten Überhang müssen wir dann doch einmal richtig „zupacken“. Dann ist auch schon der Ausstieg aus dem Klettersteig vor uns.

Ein kurzem Marsch, und wir erreichen endlich den Gipfel der Erlspitze.

Dort treffen wir auf ein paar Wanderer, die vom Normalweg kommen, aber auch Leute, die nach uns durch den Klettersteig gewandert sind. Wir setzen uns, dem Föhn trotzdend, in eine kleine Vertiefung und genießen unsere Brotzeit. An dieser Stelle nochmals Danke an dich, Alfons, für das wunderbare Ei!

Nach der ausgiebigen Rast steigen wir über den Normalweg hinunter zum Solsteinhaus. Auch hier muss man genau schauen, wo man hinsteigt, denn so einfach ist der Weg dann doch nicht.

Aber alles geht gut, und schon stehen wir vor dem Solsteinhaus. Die Uhr tickt, Alfons muss noch wo hin, daher bestellen wir je ein schnelles Bier und zahlen dafür sagenhafte 10 Euro.

Das muss einfach schmecken…

Der Abstieg ins Tal ist dann unspektalär, es kommen uns noch einige Leute entgegen, die diesen wunderbaren Tag noch ausnutzen wollen.

Für uns ist das Ziel nur noch das Auto. Die Beine sind schon schwer, doch wir erreichen ohne Zwischenfälle das Auto und beglückwünschen uns für die tolle Tour!

Tourendaten:
Gesamtdauer: ca. 8h
Gesamtstrecke: 18km
Gesamthöhe: 1750m

Kranebitter Klamm und Magdeburger Hütte, 1637m (11.09.2015)

Heute ist Freitag, am Freitag wird bei uns nur Halbtags gearbeitet. Also genug Zeit für ein kleines Unternehmen. Schon länger will ich die Kranebitter Klamm machen, heute soll es soweit sein. Leider ist mein Bergspezi Alfons schon wieder verhindert, aber das soll mich nicht abhalten. Ich mache kurzfristig eine Bike&Hiketour aus meinem Unternehmen. In der Früh bin ich ja schon auf die Arbeit gefahren, jetzt, nachdem das virtuelle Horn das Wochenende geblasen hat, hüpfe ich in mein Bergoutfit und schwing mich auf meinen geliebten Drahtesel. Die Strecke bis Kranebitten habe ich schnell geschafft, beim Flughafen Innsbruck vorbei, an dem gerade ein paar kleine Flieger abheben und landen. Wunderschön liegt die Klamm vor mir…

Die letzten Meter gehen ganz nett rauf, aber schon bald stehe ich am Eingang der Klamm, wo ich auch mein Fahrrad abstellen muss. Da geht es mit dem Rad nicht mehr vernünftig weiter. Also habe ich gleich mal einen Baum identifiziert , der meinen Schatz beschützen muss…

Ich steige ins Bachbett hinunter, da beginnt auch gleich der Steig. Nachdem ich mich ein bisschen Schlau gemacht habe, habe ich mir die Tour so vorgestellt: Ich gehe auf dem Schleifwandsteig bis zum Magdeburger Hütte, von dort gehe ich ein Stück den Weg Richtung Rauschbrunnen/Hötting abzusteigen, werde dann aber … na, jetzt greife ich schon vor!

Der erste Teil des Weges geht, gut höhenmetermachend, hinauf, bis zu einer bekannten Abzweigung.

Hier könnte man auf das Hechenbergl gehen, aber diese Tour werde ich mir ein anderes Mal gönnen. Ab der Abzweigung wird der Steig ein wenig flacher, und folgt in respektvoller Höhe der Klamm ins Karwendel hinein. Im Hintergrund sehe ich die Hohe Warte und die Solsteine, rechts davon den Achselkopf und die Brandjochspitze. Ein wunderschönes Ensemble…

Der Weg ist die meiste Zeit super ausgebaut, ein paar Mal hat wohl Mutter Natur auch mitbauen wollen, dort ist es dann auch manchmal ein wenig ausgesetzt.

Aber alles in allem keine Gefahr, obwohl man schon schön steigen muss. Ein Fehltritt wäre an manchen Stellen fatal, und schnell ist was passiert, wenn man unachtsam ist. Doch ich komme gut voran, der Weg gefällt mir sehr gut, und bald erreiche ich das Ende der Klamm.

Der Aufstieg zur Magdeburger Hütte dauer nur noch ein paar Minuten, dann gönne ich mir ein „Weizen ohne“.

Da ich nicht weiß, wie der Weg zurück ist, will ich nichts riskieren :). Ich frage die Hüttenwirtin, ob noch viele Leute kommen. Noch ist genug zu tun, ist die schmale Antwort. Eine rustikale Dame… aber das passt genau hierher auf die Hütte.

Nach der kurzen Verschnaufpause beschließe, doch schnell abzusteigen. Es wird schon früh dunkel, und ich will eigentlich keinen unbekannten Weg suchen müssen. Daher gehe ich ein Stück den gleichen Weg zurück, dann zweige ich auf den Weg nach Rauschbrunnen/Hötting ab, mit der Nummer 220.

Zuerst geht es im Wald entlang, bei einem sehr interessanten Stein vorbei dann öffnet sich das Blickfeld wieder ein wenig. Der weitere Weg zieht an einem sehr schönen Wandfuß vorbei, irgendetwas schmeißt Steine… wahrscheinlich eine Gams. Ich sehe hier keine, aber später wird mein Verdacht an einer anderen Stelle bestätigt.

Ich bin ganz alleine unterwegs, schon seit dem Start (bis auf die Zwischenstation bei der Magdeburger Hütte). So nahe an Innsbruck, und doch so verlassen…

Bald erreiche ich die sogenannte Nasse Wand, die wirklich diesen Namen verdient.

Überall tröpfelt es heraus. Ich beschließe hier, in die Klamm abzusteigen, weil das ist ja das eigentlich Ziel. Stellenweise geht ein bisschen „reisenlaufen“, aber dann sind doch auch stellen, wo zu große, bzw. keine Steine liegen.

Dennoch bin ich schnell am Klammgrund, von hier aus folge ich dem nicht vorhandenen Wasserlauf. Alles hier ist staubtrocken. Man sieht jedoch, dass wenn einmal Wasser hier durchfließt, man vielleicht doch nicht dabei sein will…

Nach einer Weile erreiche ich die Engstelle, die immer wieder beschrieben wird, und auch sehr schön ist. Kurz danach geht’s noch eine alte Steiganlage hinunter, dann bin ich auch schon wieder am Ausgang… das ging ja schnell.

Der Weg zurück nach Aldrans mit dem Rad geht auch noch gut von Statten, bei den letzten Meter zum Haus bin ich immer froh, wenn diese um sind. Ein super „Greaschtl“ und eine Massage von meinem Schatz runden meinen Tag ab. Wunderbar…

Tourendaten – Bike:
Gesamtdistanz: 28 km
Gesamtdauer: 1:25 h
Höhenmeter: 510 m

Tourendaten – Hike:
Gesamtdistanz: 12,48 km
Gesamtdauer: 3:40 h
Höhenmeter: 1257 m

Hahlekopf, 1758m (22.08.2015)

Am Vormittag eine Canyoningtour, am Nachmittag, sozusagen als Würze noch eine kleine Bergtour. Mit Papa habe ich beschlossen, heute noch auf den Hahlekopf zu steigen. Ein Ziel, das mir schon lange sprichwörtlich vor der Nase gelegen ist… von unserem Küchenfenster in Pflach aus sehen wir genau auf diesen Berg.

Wir starten beim alten Skigebiet „Langtennenlift“ in Wängle. Wo der Lift noch im Betrieb war, bin ich hier einmal mit meiner Oma gewesen. Aber das ist schon lange her, und vom Liftbetrieb ist nur noch die Abfahrt zu sehen. Der Hahlekopf ist auch, wenn wir schon vom Skifahren reden, ein hervorragendes Skitourenziel.

Aber jetzt ist Sommer, also werden die Bergstöcke ausgepackt und wir starten hinauf, zuerst ein Stück der Piste entlang, dann zweigen wir in den Wald ab. Der Weg zieht stetig und steil hinauf. Erster Anlaufpunkt für uns ist die kleine Kostarieskapelle.

Dort ist ein Geocache versteckt, doch da ersten Leute (in Geocache-Sprache auch Muggels genannt) rumstehen, und wir zweitens beim runtergehen auch noch hier vorbeilaufen, gehen wir einfach weiter. Papa kennt ein paar versteckte Pflade, die uns schnell durch den Wald, die Forststrasse immer wieder querend, hinaufbringen, zum nächsten Zwischenziel: Die Sulztaler Hütte. Alle Hütten auf diesem Weg sind unbewirtschaftet, und privat geführt.

Dort, an der Alpe fließt noch ein bisschen Wasser aus dem Brunnen, daher nutzen wir die Gelegenheit und laben uns.

Und über dem Wasser wacht der Waldgeist, und wünscht den braven Wanderern eine gute Reise…

Bald brechen wir aus dem Wald heraus, dort steht noch verlassen auf einer offenen Fläche die Hahlealpe, auch dies ein notdürftiges Hüttchen, in dem wohl schon längere Zeit keiner mehr zu Gast war.

Über die schöne, im Winter wunderbare Skiwiese erreichen wir noch die kleine Schallerkapelle und sind dann schon auf dem Kamm. Die Aussicht wird von Meter zu Meter besser, besonders der Blick ins Voralpengebiet ist beeindruckend.

Zum Gipfel ist es nur noch ein kurzer Weg, einmal müssen wir noch ein wenig absteigen, dann erreichen wir nach dem letzten Anstieg den Gipfel, mit dem notdürftig reparierten Gipfelkreuz. Hier hatte vor nicht allzu langer Zeit der Blitz eingeschlagen. Nun wird das Kreuz mit Schraubzwingen zusammengehalten…

Der Aufenthalt am Gipfel ist kühl, denn das Wetter ist im Moment nicht so berauschend. Am Tauern fliegt ein Rettungshubschrauber, kurz danach ist der ÖAMTC auch mit einem Hubschrauber am Gimpel am Werk. Na, hoffentlich ist nicht allzu viel passiert.

Wir steigen ab, nehmen jedoch den direkten Weg hinunter ins Tal, die Winterskipiste folgend, und finden sogar meines Papas Stein: Wilhelm´s Stein. Na, ob er mit dem Fund eine Freude haben wird…

Als Abschluss dieses schönen Tages hat Papa beschlossen, den Grill anzuzünden. Wir lassen uns das Bier und das Gegrillte am Balkon gut schmecken, Papa´s Spezial-Gewürzmischungen wärmen uns von Innen gehörig an…

Vielen Dank wieder für einen wunderschönen Tag in den Bergen. Vergelts Gott.

Tourendaten:
Gesamtlänge: 9,18km
Gesamtdauer: 3:05h
Höhenmeter: 912m