Archiv der Kategorie: Bergtouren

230624 Bergfeuern Viggarspitze (2.306m)

Und jährlich grüßt das Murmeltier… dieses Mal allerdings im positiven Sinne. Es ist wieder Bergfeuer-Tag. Wir treffen uns wie gewohnt um 14:00 Uhr im Dorf, packen die Bierbänke, Grill und persönliche habe auf den Transporter, damit fahren wir in ca. 1 h auf den Issboden.

Geschäftig werden die Zelte aufgestellt, das Lagerfeuer vorbereitet und das Granulat auf die Rucksäcke verteilt.

Heuer haben wir eine tolle Mannschaft, viele fleißige Helfer haben sich eingefunden, um diesen „Feiertag“ zu begehen.

Bald ist die Abmarschbereitschaft hergestellt, die Rucksäcke sind gut befüllt und wir können losgehen.

Das erste Stück über die Weide und durch den steilen Wald zum Zirbenweg ist immer am anspruchsvollsten. Doch wir kommen gut vom Fleck. Das Wetter meint es heute auch gut mit uns, es ist fein warm, aber nicht zu heiß.

Über kleine Bergpfade erreichen wir schon bald den Zirbenweg, der sich vom Patscherkofel zum Glungezer rüber zieht.

Wir verlassen allerdings den Weg schon bald wieder und wandern über die Westflanke hinauf zum Gipfel der Viggarspitze (2.306m)

Vor zwei Wochen bin ich hier schon am Weg (siehe Zirbenweg+) gewesen, da war auf dem Morgenkogel und den umliegenden Bergen noch ein wenig mehr Schnee… die Hitze der letzten tage hat ihren Tribut gefordert.

Dann haben wir den Gipfel erreicht, eine kurze Verschnaufpause ist uns gegönnt. Das Wetter ist heute echt perfekt, der typische Wind auf diesen Gipfeln säuselt und natürlich auch um die Ohren.

Einer hat eine Drohne mitgenommen, damit werden dann tolle Aufnahmen von uns auf dem Gipfel gemacht… das ist schon eine tolle Erfindung.

Die Sonne versinkt langsam hinter den Bergen bzw. Wolken am Horizont. Es ist Zeit, die vorbereiteten Granulate anzuzünden.

Nach den üblichen Startschwierigkeiten wegen dem Wind flackern dann doch alle Feuer am Gipfelgrat auf. Da wir heute üppig mit Granulat versorgt sind, brennen die Feuer noch heller als sonst.

Letu hat sich eine Stelle am unteren Grat für das Feuer ausgesucht, auf den später gesichteten Bildern kann man diesen „Ausreißer“ gut erkennen.

Bald wird es dumper, damit einhergehend sinken auch die Temperaturen rasch. Die Jüngsten unserer Gruppe machen sich auf zum wärmenden Lagerfeuer am Issboden.

Nach und nach folgt der Großteil der Mannschaft, nur ein paar Wenige bleiben noch als Feuerwacht am Gipfel.

Rasch erreichen wir wieder das Stück des Zirbenweges, ein Blick zurück zeigt uns die tollen Feuer, die wir entzündet haben.

Schließlich erreichen auch wir den Zeltplatz, das Lagerfeuer haben wir schon von weitem sehen können. Am Feuer ist es immer warm, es gibt noch Stockbrot und Würstel. Was wünscht man sich mehr.

Nach einer kühlen Nacht, nicht jedem sein Schlafsack war so warm wie angenommen, stehen wir wieder am Lagerfeuer, bzw. bauen unser Camp ab.

Dann heißt es nur noch warten, bis unser Abholservice und wieder vom Boden einsammelt. Rasch werden die Sachen auf die Ladefläche verstaut, dann fahren wir wieder runter ins Tal.

Ein erfolgreiches Bergfeuern geht seinem Ende zu, heuer war fast alles perfekt. Eine Verletzung hatten wir, diese musste im Krankenhaus versorgt werden. Doch am nächsten Tag schaut schon wieder alles besser aus!

Tourendaten
Gesamtdauer: ca. 2:00 h
Gesamtlänge: 5,01 km
Höhenmeter: 467 m

230325 Ferrata Crench, Monte Croce di Perlé (1.031m)

Der zweite Tag unseres Buabenwochenendes startet mit gold-schönem Wetter. Es ist warm, super sonnig und die Aussicht ist fulminant.
Nach einem üppigen Frühstück fahren wir von Casto nach Idro, dort starten wir unsere Wanderung mit Klettersteigeinlage.

Vom Parkplatz starten wir sofort bergauf, der erste Teil der Strecke ist der Klettersteig „Via Ferrata Crench“ mit einer Bewertung C/D (schwierig/sehr schwierig). Schon nach kurzem Höhengewinn genießen wir wieder eine göttliche Aussicht auf die Umgebung mit dem tiefblauen Idrosee.

Der Klettersteig startet angenehm, die Schwierigkeiten sind bei weitem nicht so krass wie Vortag, zumindest ist das meine Empfindung. Heute ist richtiger Genuss angesagt, der Steig macht mir richtig Spaß.

Die Schlüsselstelle, mit einer Kette entschärft, ist bei weitem nicht so wild wie vermutet, einmal fest zugreifen, und die Stelle ist überwunden.

Der weitere Weg ist schön, aber unschwierig und macht richtig Spaß. Der Steig, und die Aussicht auf Idro und den See ist wunderschön.

Die Ferrata zieht direkt hinauf zum „Punta Pelata (632 m)“, dem Schlusspunkt der Steiganlage. Dort wartet ein schöne Gipfelkreuz auf uns. Leider haben wir sowohl Brotzeit als auch ein Isogetränk zu Gunsten der Bequemlichkeit (leichter Rucksack) im Tal gelassen…

Doch Maggo überrascht uns mit einem „gschmackigen“ Himbeergeist… schon lange hatte ich keinen Gipfelschaps mehr gehabt!

Es ist wirklich unmöglich, den heutigen Tag nicht zu genießen. Wunderbare Gesellschaft, super Wetter und eine Aussicht, die schwer zu schlagen ist.

Wir verbringen eine feine Pause auf dem Gipfel, dann geht am Gratrücken weiter in Richtung „Cima Crench“.

Wir kommen auch an alten Stellungen aus dem Weltkrieg I (1914-1918) vorbei, die wir natürlich auch inspizieren. Hier an dieser Stelle verlief vor dem Krieg die Österreichisch-Italienische Grenze…

Auf dem „Cima Crench“ machen wir nochmals eine kurze Pause, dann steigen wir gegen Westen ab.

An einer Stelle haben wir eine wunderschöne Aussicht auf den nördlichen Teil des Sees. Was mir immer wieder auffällt… im Vergleich zu anderen, z.B. den Schweizer Seen ist der Idrosee relativ naturbelassen!

Immer wieder öffnet sich der sonst oft waldige Weg und lässt uns auch den weiteren Weg einsehen. An einer Stelle kann Alfons sogar unser höchstes Tagesziel, den „Monte Croce di Perlé (1.031 m)“ virtuell berühren

Ab hier verläuft der Wanderpfad oft im Wald. Es ist sehr trocken, später werden wir von unserer Vermieterin erfahren, dass es hier schon Monate nicht mehr geregnet hat…

So mancher Rückblick zeigt uns den schon begangenen Weg…

Schließlich erreichen wir im Gänsemarsch den „Monte Croce“. Trotz des wunderschönen Wetters sind uns nur ein paar Leute begegnet, im Sommer ist hier sicher viel mehr los.

Nach einer ausgiebigen Gipfelrast ohne Jause (wer die wohl vergessen hat) steigen wir ins Tal ab. Der Weg führt uns um den Gipfelstock, aber es geht nur noch abwärts.

Im schönen Dörfchen Idro suchen wir uns ein Kaffee, wir sind hungrig und auch ein wenig müde.

Ein feines Lokal direkt am See wird von uns auserkoren… die beigestellten Knabbereien sind rasch leer…

Da wir doch ein Stück zur Unterkunft fahren müssen, beschließen wir uns auf den Heimweg zu machen, obwohl es hier gemütlich zum sitzen wäre…

… dafür sitzen wir am Abend wieder gemütlich in unserer Pizzeria zusammen. Der Abend zahlt sich aus, es ist lustig und so schnell kommen wir dann doch nicht zu Bette.

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:57 h
Gesamtlänge: 9,64 km
Höhenmeter: 853 m
KS-Schwierigkeit: C/D (Schwierig)

221030 Säulingumrundung

Nach unserem Trip nach Bozen steht schon die nächste Reise an. Wir fahren auf die Hütte, dort müssen noch ein paar Sachen vor dem Winter erledigt werden. Letu und ich übernachten auf der Hütte, am nächsten Tag stößt Papa noch zu uns.

Wir wollen heute um den Säuling gehen, den Gipfel wollen wir am Rückweg dann noch mitnehmen. Start ist zuerst wieder der Forstweg bis zur Abzweigung „Pflacher Älpele“, dann folgen wir dem Steig zum Säulinghaus.

Trotz regem Andrang ist die Hütte heute geschlossen. Allerdings könnte das Naturfreundehaus evtl. am Nachmittag öffnen, so unser Kalkül. Wir wandern weiter in Richtung Pilgerschrofen.

Plötzlich sehen wir ein kleine Herde Steinböcke, die nicht weit vom Wege grasen. für Letu und mich eine kleine Sensation, Papa kennt diese Herde schon besser.

Nachdem wir uns an den majestätischen Tieren sattgesehen haben, wandern wir in konstantem Auf- und Ab weiter zum Pilgerschrofen.

Im Rückblick kann man gut den Gipfel des Säulings ausmachen. Es ist warm, ein leichter Föhnwind bläst.

Der Ausblick auf den Talkessel, das Lechtal und die Tannheimer Berge ist beeindruckend, allerdings bilden sich schon leichte Schlieren in der Luft.

Auch das Alpenvorland, Vils, Pfronten kann man von hier gut einsehen.

An der „berühmten“ blau-weißen Grenzstange, die auch den Aufstieg zum Pilgerschrofen kennzeichnet, machen wir eine kurze Trinkpause.

Dann wird es ein wenig schattig, wir sind nun in den Nordhängen der 12 Apostel, die über uns thronen.

Auch hier ist stetiger Wechsel von Auf- und Abstieg zu bewältigen, bis wir wieder auf die Abzweigung zum Säuling stoßen.

Ab hier wird der Weg wieder ein wenig interessanter, ein paar harmlose Kletterstellen gefallen besonders meinem Junior.

Die kleine Eisenleiter ist sicher ein Highlight des kurzweiligen Aufstieges.

Es sind nun schon mehr Leute am Weg, die von der Bleckenau, bzw. vom Schloss Neuschwanstein aufgestiegen sind. Beim Blick zurück ins Alpenvorland kann man das Schloss, dahinter den Forggensee gut erkennen.

Kurz vor dem Hexenboden am Säuling erblicken wir das erste Mal den Gipfelaufstieg. Uns trifft fast der Schlag, wahre Kolonnen sind auf dem Weg zum Gipfel. Für einen Sonntag war das eigentlich zu erwarten.

Letu legt sich kurz in die Sonne, während Papa und ich überlegen, wie wir weitergehen sollen. Nach kurzer Beratung beschließen wir, den Gipfel heute auszulassen, zu viele Leute sind am Weg. Nicht nur die Staugefahr ist hoch, auch Steinschlag ist somit ein Thema.

Der knackige Abstieg zum Säulinghaus ist jetzt noch besser machbar, wenn sich nicht alle Leute im Abstieg befinden. Hier heißt es nun aufpassen, auch um keine Steine loszutreten.

An den Engstellen müssen wir immer wieder auf Leute, die von unten kommen, warten. Es ist echt die Hölle los…

Unbeschadet erreichen wir das Säulinghaus, hier machen wir nochmals eine kurze Pause. Die Hütte ist immer noch geschlossen, der Wirt versäumt heute wohl einen potentiell umsatzreichen Tag.

Nach kurzer Rast und Stärkung machen wir uns wieder zur unserer Hütte auf, dort gibt es zwar kein Bier, aber Saft und eine gute Brotzeit.

Am Forstweg entlang erreichen wir schon bald die Abzweigung zur Hütte, am Himmel sind immer wieder Föhnfische zu sehen.

An der Hütte setzen wir uns gemütlich in die Sonne und lassen uns die Jause schmecken. Wieder mal haben wir den Tag gut genutzt und sind zufrieden mit der schönen Tour.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:45 h
Gesamtlänge: 12,97 km
Höhenmeter: ▲1.270 m / ▼ 1.284 m

221023 Hüttenspitze (1.858m)

Ein schöner Tag kündigt sich an, im Tal hält sich noch Nebel, die Höhen sind schon klar. Ein wunderbarer Start für eine Bergtag. Die Hüttenspitze ist wieder mal das Ziel.

Da ich aktuell das Auto von meiner Mama zur Verfügung habe, sind solche Touren auch gut möglich, mit dem Bus ist es schon ein wenig aufwendig, hierher zu kommen. Ich parke bei der Walderkapelle, nach kurzem Marsch passiere ich die Sprungschanze.

Ich steige auf der Ostseite des Halltals und des Halltalbachs auf, gegenüber von mir entledigt sich der Zunterkopf der letzten Nebelfetzen und zeigt seinen breiten Rücken…

Obwohl mir vorkommt, dass die Hüttenspitze doch ein paar Besucher empfängt, ist der Steig schmal und wirkt an manchen Stellen sogar ein wenig urig. Das sollte nicht täuschen, einige Wanderer besuchen hier die Winkler- oder die Alpensöhnehütte.

Gedankenverloren bleibe ich einmal kurz stehen, sehe aus dem Augenwinkel etwas. Ich drehe meinen Kopf, keine 3 Meter von mir stehe eine Gämse. Ich schaue genau, kann aber keine Bewegung ausmachen… was ist los mit dem Tier. Ich gehe ein paar Schritte und sehe wie sich der Kopf der Gämse dreht. Also doch nicht ausgestopft…

Eine eigentümliche Situation, mit der Gämse. Fast ein wenig gruslig…
Ich habe nun gut an Höhe gewonnen, der Ausblick ins Halltal öffnet sich mehr und mehr.

Noch komme ich immer wieder in leichten Bergwald, der mir die Sicht raubt, aber weit kann es nicht mehr sein, in die baumfreie Zone.

Vorbei an der Winklerhütte, dort finde ich einen frisch ausgelegten Geocache „Halltalerhütte“ stapfe ich nun zur zweiten Hütte auf meinem Weg.

Obwohl, wie gesagt, nicht die Massen hier rauf laufen ist der Weg hier bei den Hütten gut gewartet und zeugt von viel Liebe für die Instandhaltung…

Die zweite und letzte Hütte, die Alpensöhnehütte thront hoch über dem wilden Halltal.

Besonders der Ausblick hinter der Seilbahn, mit Bankl ist jeden Groschen wert! Auch hier wurde vor kurzem ein neuer Cache verlegt: der Halltalblick.

Nachdem ich mich an der Aussicht satt gesehen habe, mit Zunterkopf, Herrenhäusern, St. Magdalena, Wildangerspitze, Kartellerjöchl, Roßkopf, Lafatscher und Speckkarspitze, folge ich weiter meinem Wege.

Der Baumbestand ist nun den zähen Zunterstauden gewichen, die selbst strengen Wettern standhalten können und dem Wanderer im Hochsommer den letzten Tropfen Wasser aus dem Körper zu saugen vermögen.

Eine steile Steinrinne, zum Glück frei von Gämsen, tut sich vor mir auf. Gerne bringe ich dieses Hindernis rasch hinter mich…

… bald darauf quert der Weg einen schotterigen Hang, auch hier, wie fast überall am Weg heute, beobachten mich zwei Gämsen. Ich komme mir schon fast wie bei Hitchcock vor. Und wie von mir befürchtet, alsbald flüchten die scheuen Tiere und ein Steinhagel ergießt sich in die oben genannte Schlucht.

Ein Wanderer, der hinter mir im Aufstieg ist, hatte Glück und war kurz vorher aus der Rinne ausgestiegen. So was könnte auch ins Auge gehen.

Erst kurz vor dem Erreichen der Hüttenspitze offenbart sich mir das kleine Kreuz. Ein paar Meter muss ich noch absteigen, damit ich schließlich zum Gipfel steigen kann.

Schon öfter bin ihr am Gipfel gestanden, auch heute wieder ist ein grandioser Tag, wenn gleich nun der Föhn ein wenig Kühle in die Jause bringt.

Eine rasche Stärkung muss sein, dann setzte ich meinen Weg fort. Von der Hüttenspitze steige ich in die Wechselreise ab, die mich rasch ins Halltal zurückbringen wird.

Ein paar kurze Kraxelstellen sind zu bewältigen, dann erreiche ich den Übergang zur Wechselreise.

Dieses mächtige Schotterfeld, ein Spielplatz sondergleichen, öffnet sich mir. Wenngleich der obere Teil Dank grobem Schotter nicht ganz leicht zu bewältigen ist…

… wird der Kies im unteren Teil immer feiner, da steht dem „Reisenlaufen“ nichts mehr im Wege… beim gelben Kreuz, schon von weit oben sichtbar, muss ich nach links ausweichen, denn dort führt der reguläre Weg weiter in die Talsohle.

Ein Blick zurück lässt mich erfreut lächeln, Hüttenspitze mit Winklerwand, und links daneben die Wechselreise sind für mich ein wunderbares Bild, das mir nie fad werden wird.

Die gegenüberliegende Seite, nun im wunderschönen Licht, offenbart das urtümliche Halltal.

Der Steig führt nun über erdige Wege hinunter zur Wasserfassung und zum Bettelwurfbrünndl, dort wechsle ich auf den Fluchtsteig.

Dieser Fluchtsteig war immer eine relativ sichere Variante für die Salzknappen, ihren Arbeitsplatz im hinteren Halltal zu erreichen. Heute lädt dieser Wege viele Sonntagsspaziergänger ein, die ein wenig Erholung in der Natur suchen.

Nach der einsamen Überschreitung der Hüttenspitze ist es für mich ein großer Kontrast, wie viele Leute heute hier zu Gange sind.

Da ich bei der Walderkapelle parke, geht es für mich über eine Brücke üben den Weißenbach, dann spaziere ich auf breiter Straße zum Parkplatz.
Beim Auto werde ich nochmals einen Blick hinauf zur Gleiersch-Halltal-Kette, Wechselspitze, Hohe Fürleg, Walderkampspitze, Tratten und Hundskopf… so viele schöne Ziele noch!

Ich bin froh und dankbar, dass ich einen solch schönen Tag im wunderschönen Halltal verbringen durfte! Hoffentlich bald wieder…

Tourendaten
Gesamtlänge: 11,0 km
Gesamtdauer: 3:30 h
Höhenmeter: ∆ 1.085m / ∇ 1.085m

221009 Tauernüberschreitung (1.841 m)

Der Herbst mit seinen schönen Farben ist für mich einfach die beste Wanderzeit. Heute plane ich mit Papa die Tauernüberschreitung von Nordwest nach Ost und zurück über den Plansee.

Wir starten beim Parkplatz auf der Sattelhöhe, kurz vor Frauenbrünnele. Von dort kann man auch gut runter zu den Stuibenfälle spazieren.

Unser Aufstieg ist steil, teilweise rutschig und einsam. Manchmal steht eine Gams in der Nähe, schaut skeptisch und grast weiter… ansonsten sind nur ein paar Vögel und viel Natur vorhanden.

Während der untere Teil der Wanderung im Wald liegt, lichtet sich weiter oben die Vegetation, es sind nur ein paar Latschen vorhanden. Dafür nimmt die Aussicht zu, schon kann man den Talkessel, die Tannheimer Berge, Säuling und Alpenvorland gut einsehen.
Viel Zeit zum Erholen habe ich auf diesem Weg allerdings nicht. Papa macht gutes Tempo und der Weg steigt immer mehr oder minder steil den Hang hinauf.

Kurz vor dem Gipfel legt sich der Weg ein wenig zurück und wir erreichen den Grat. Nun geht es in leichtem Auf- und Ab zum Gipfelkreuz des Zunterkopfes (1.811 m).

Nebelschwaden hängen heute zwischen den Bergen, der Plansee kann von hier aus fast nicht gesehen werden. Die Stimmung ist allerdings magisch, wir sind uns einig, interessanter kann es fast nicht sein…

Immer wieder reißt die Wolkendecke auf, lässt uns weit sehen, Kohlbergspitze, Pitzeneck und Hochschrutte liegen direkt vor uns. Im Süden wälzt sich eine Wolkenwalze über das Gebirge.

Nach Nordwesten hin sehen wir den Säuling, auch hier schiebt sich eine Wolkendecke vom Alpenvorland herein. Gut einsehen kann man von hier auch den hinter uns liegenden Gratverlauf.

Ein paar steile Passagen müssen wir wieder runtergehen, ohne nennenswerte Schwierigkeiten. Dennoch ist immer Obacht angesagt, schnell kann ein falscher Schritt zu Blessuren führen.

Da es, obwohl nicht besonders hoch, kühl und windig ist, haben wir uns präventiv gut eingepackt, als wir vom Zunterkopf losgegangen sind. Jetzt beim leichten Weiterweg bin ich froh um die Extraschicht am Körper.

Wieder ein Blick zurück, wir sehen im Verlauf den Zunterkopf und im Hintergrund die imposanten Felsgebilde der Tannheimer Berge.

Papa, der schon öfter am Tauern war, erklärt mir, dass der Weg dieser Tage um einiges besser ist als früher. Daher nehmen wir an, dass nun nun öfter Besucher auf diesen ehemals einsamen Hüter des Talkessels einfinden.

Schließlich erreichen wir auch den eigentlichen Tauerngipfel (1.841m). Oft wird bei der Besteigung fälschlicherweise der erste Gipfel, der Zunterkopf als Tauern bezeichnet.

Von hier führt nun ein schmaler werdender Steig weiter nach Osten, hinüber zum Jägersteig, der allerdings ob des größeren Ansturms auch schon besser gepflegt ist. Wenn ich hier von größerem Ansturm spreche, meine ich allerdings keine Innsbruck Verhältnisse… im Außerfern geht es immer beschaulich zu!

Der Heiterwanger See hat heute eine extrem auffällige Färbung, die durch das gedämpfte Licht noch besser zur Geltung kommt. Durch Sedimenteinträge hat das Gewässer einen milchigen Schein.

Im Gegensatz dazu strahlt der Plansee, mit der der Heiterwangersee durch den sogenannten Kanal verbunden ist, dunkel und klar zu uns herauf.

Der Weg ist hier stellenweise durch den gestrigen Regen aufgeweicht, das Gehen teilweise schwierig und unangenehm. Da meine alten Schuhe fast kein Sohlenprofil aufweisen, muss ich besonders aufpassen.

Hier im Bild sieht man nochmals den schönen Heiterwanger See, dahinter liegt Heiterwang, überragt vom Thaneller.

Über das „Verbrennte“ oder auch „Brand“, einer kahlen Bergflanke, die dem Namen nach mal abgebrannt ist, erreichen wir Ostseite des Massivs.

Gut sieht man von hier den Spieß und das Hochschruttemassiv, getrennt vom Pitzebach.

Alte Wälder säumen unseren Weg, ein kommerzieller Holzabbau würde sich wegen dem schwierigem Zugang nicht anbieten, daher dürfen die Riesen hier in Würde altern.

Auch so manchen verkrüppelten Kerl, evtl. durch starke Aufwinde verursacht, finden hier hier.

Kurz bevor wir den berühmten Aussichtspunkt über dem Plansee erreichen, stoßen wir auf die Jagdhütte der Familie Scharzkopf. Hier setzen wir uns und genießen die Aussicht. Jäger haben sich schon immer wunderbare Plätzchen ausgesucht…

Der Aussichtspunkt am Gratle, vor einigen Jahren nur einem auserwählten Kreise bekannt, wurde durch ein Instagramm-Foto berühmt und wird nun an schönen Tagen regelrecht belagert.

Die Aussicht, das muss gesagt werden, ist phantastisch, man steht genau am richtigen Blickwinkel, um den Plansee schön zu überschauen, links die Soldatenköpfe, rechts der Spieß.

Leider hat jeder Massenansturm seine dunkeln Seiten, der Weg bis zum Aussichtspunkt ist in schlechtem Zustand, der Wald in der Umgebung mit Taschentüchern und Sonstigem übersäht… leider hört hier die Rücksicht auf Mitwanderer an der ausgestreckten Hand auf.

Der Weg ist rutschig und ungut zu gehen, einen kurzer Moment nicht aufgepasst, sitze ich auch schon im Gatsch… sehr ärgerlich…
Am Plansee angekommen, wasche ich meine Hände. Die Hose ist zum Glück doch fast nicht verdreckt, da habe ich nochmals Glück gehabt.

Der Plansee ist der zweigrößte See Tirols und war schon zu Zeiten Kaiser Maximilians I. bekannt für seinen Fischreichtum und als Jagdgebiet. Auch heute noch kann man das gut nachvollziehen, trotz Ansturm an Menschen ist es hier sehr naturbelassen.

Wir wandern am Plansee entlang zum Seespitz, weiter auf der linken Seite, vorbei am Frauenbrünnele, erreichen wir nach kurzem Forstweg-Marsch die Stuibenfälle. Es ist schön, diese mal „ohne Canyoninggäste“ zu sehen…

Kurz nach dem kleinen Wasserfall zweigt unser Weg nach links bergauf und wir erreichen unseren Ausgangspunkt, den Parkplatz.

Eine tolle Tour, die ich schon lange machen wollte. Toll, dass ich das heute mit Papa „erledigen“ konnte, wir haben auch schon neue Ziele ausgemacht… es bleibt spannend!

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:23 h
Gesamtlänge: 11,42 km
Höhenmeter: ▲ 1.076 m / ▼1.102 m

220923 Largoz (2.214m) Wattenspitze (2.321m), Rosskopf (2.382m)

Es gibt bestimmte Touren, die sich einfach nicht mit Öffis machen lassen. Dazu gehören einige Touren im Voldertal. Es stimmt, man könnte den Fußmarsch vom Tals aus machen, dann würden sich aber manche Touren zu regelrechten Gewaltmärschen auswachsen. Lange Rede, kurzer Sinn: Heute bin ich mit „meinem“ Flomobil am Weg…

Der Parkplatz bei der Krepperhütte, einer der wenigen verbliebenen Gratisparkplätze ist mein Ausgangspunkt. Von hier steige ich über einen wunderschönen Steig hinauf Richtung Kamm.

Die Wegfindung im unteren Teil ist einfach, bis zur Alm führt eine regelrechte Autobahn den Berg hinauf.

Bei der Alm genieße ich einen kurzen Blick auf das Inntal, doch zum längeren Verweilen ist es einfach noch zu kalt. Das hebe ich mir für später auf.

Der Aufstieg ist nun richtig kühl, ich packe Handschuhe und Mütze aus, die sind nun schon notwendig. Kurz vor dem Largoz kommt dann doch noch die Sonne über den Horizont und es wird wärmer.

Das Wetter ist noch gut, aber über den Bergen sind doch schon ein paar kaum merkliche Schleier sichtbar… das soll sich im Laufe des Tages noch verstärken.

Vom Glotzen, wie er auch im lokalen Sprachgebrauch genannt wird, sehe ich nun das erste Mal den weiteren Wegverlauf.

Ker Kamm bis zur Wattenspitze schaut relativ schneefrei aus, der Weg ist einfach, und ein Verlaufen eigentlich ausgeschlossen.

Teilweise sehe ich Spuren eines Wanderers im Schnee, der die Runde vor mir gemacht hat. Das ist an bestimmten Stellen doch hilfreich. Der Ausblick ist wunderbar, rechts von mir das Voldertal und links sehe ich das Wattental, mit dem Lager Walchen (Truppenübungsplatz)

Auch ins Unterland, speziell in den Rofan sieht man von diesem Kamm aus sehr gut.

Mein zweiter Gipfel ist die Wattenspitze, ein unscheinbarer Zapfen, der allerdings nicht ganz trivial zu besteigen ist. Ein klein wenig kraxeln sollte man können…

Ein kleines, aber feines Gipfelkreuz krönt die höchste Stelle hier am Grat…

Die sogenannte „Schlüsselstelle“ am Weg ist ein kurzes Band, bei dem man sich ein wenig bücken muss. Nichts spektakuläres, einfach eine schöne Stelle.

Auf dem Weg zum Roßkopf liegt nun immer mehr Schnee, der Aufstieg ist aber noch gut und einfach möglich.

Im Rückblick sieht man auch , dass ab hier immer mehr weißes Gold liegt. Ich freue mich schon auf den Winter…

Auf dem Gipfel des Roßkopfes ist kein klassisches Gipfelkreuz, sondern ein Brettkonstrukt auf einem Steinfundament, geziert von einem Tiroler Adler.

Ursprünglich hatte ich geplant, noch weiter zum Haneburger (2.550m) aufzusteigen, aber wegen dem Schnee lasse ich diesen Plan dann doch sausen. Deshalb nehme ich den Rückweg über den oberen Steig.

Vorbei an wunderschönen Tümpeln, die zum fotografieren einladen, erreiche ich noch ein paar Moosbeerfelder.

Die Moosbeeren sind gefroren, überreif und schmecken nicht mehr gut, allerdings finde ich noch ein paar Granten, die noch gut sind. Diese sammel ich ein, die geben eine wunderbare Marmelade ab.

Ein paar Meter sind es noch, dann sehe ich erste Anzeichen menschlicher Tätigkeiten… eine Mauer aus Steinen, wahrscheinlich als Schutz für Tiere.

Und gleich darauf stehe ich wieder vor der Largozalm, nun allerdings sonnengeflutet. Ich setze mich auf eine kleine Bank, packe meine Brotzeit aus. Dazu gibt es noch ein Bier aus dem Brunnen, das die Wirtsleute hier für einsame Wanderer gegen kleinen Obolus zurückgelassen haben.

Der Himmel ist nun voller Schlieren und das merkt man auch an den Temperaturen. Also beschließe ich nach einer guten Stunde Pause, den Abstieg zu wagen.

Ich folge dem selben Weg ins Tal, den ich in der Früh schon aufgestiegen bin.

Rasch erreiche ich den Parkplatz und fahre zurück nach Hause. Eine feine Herbstwanderung, die mir wieder mal richtig gut getan hat.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:30 h
Gesamtlänge: 11,86 km
Höhenmeter: 1.217 m

220826 Augsburger Höhenweg: Abstieg Augsburger Hütte (2.289 m)

Nach einer gemütlichen Nacht im privaten Zimmer wachen wir wieder zu bestem Wetter auf. Ein Blick aus dem Fenster, spektakulär über das Stanzertal, lässt den Tag gut beginnen.

Heute steht nicht mehr viel auf dem Programm, wir packen unsere Siebensachen, frühstücken auf der gemütlichen AV-Hütte und bereiten uns auf den Abstieg vor.

Von der Hütte haben wir nochmals einen tollen Blick auf den Passeier und der davor liegende Bocksgartenspitze. Wir verabschieden uns von Hubert, Vanessa und dem Hüttenpersonal.

Der Abstieg ist steil, aber gut hergerichtet. Teilweise ist der Weg sogar betoniert, das finden wir ein wenig übertrieben, aber es wird wohl einen Grund dafür geben…

Ein Blick zurück zur Hütte zeigt den extremen Platz, den sich die Sektion Augsburg für ihre Hütte ausgesucht hat. Bis jetzt wohl eine der schönsten Hütten, auf denen ich war, sowohl was den Platz als auch die Hütte betrifft.

Ein Blick hinauf ins Gasilltal offenbart hier große Geschiebebewegungen. Bei Gewitter ist das wahrscheinlich kein Platz, an dem man gerne sein möchte.

Der Wetterbericht hat für das kommende Wochenende eine Wetterverschlechterung gemeldet, aber heute haben wir noch Glück, die Sonne lacht vom Himmel.

Doch schon wachsen ein paar Wolken am Himmel. Der Nachmittag bzw. Abend wird wohl ein wenig nass werden…

Auf dem Weg nach Grins müssen wir einmal den Gasillbach queren, das erfolgt über eine neu gebaute Stahlbrücke.

Wann immer wir zurückschauen, wie hier in Richtung Gatschkopf, werden uns wieder die Dimensionen dieses Bergstocks bewusst.

Ab der Brücke wird der Weg gemütlich, es geht durch Latschen, genannt ist die Gegend hier „Steiniger Boden“.

Der Weg ist nun flach geworden, dadurch zieht er sich in die Länge…

Dennoch erreichen wir schlussendlich den Parkplatz am Schwimmbad. Hier ist für Papa nun Endstation, er hat mit Hubert ausgemacht, dass sie gemeinsam zurückfahren. Hubert ist aus Kempten, da fährt er sowieso durch Reutte durch.

Daniel und ich wandern weiter, zuerst ins Ortsgebiet von Grins. Hier erhalten wir die Auskunft, dass die Bushaltestelle verlegt wurde. Wir gehen in Richtung Pians.

Über einen kleinen Steig erreichen wir den Weiler Gurnau, hier sehen wir gerade, wie unser Bus abfährt. Zum Glück kommt in einer halben Stunde erneut ein Bus

Der Bus bringt uns von Gurnau nach Landeck. Während Daniel mit dem Auto nach Hause fährt, nehme ich den Zug nach Innsbruck… um Mittag sind wir alle wieder wohlbehalten zu Hause.

Eine tolle Tour mit feinen Begleitern und tollen Erlebnissen ist zu Ende. Lange wollte ich diese Tour machen, schlussendlich wurden meine Erwartungen sogar übertroffen…

Tourendaten
Gesamtlänge: 9,12 km
Gesamtdauer: 2:30 h
Höhenmeter: ∆ 29 m / ∇ 1.477 m

220825 Augsburger Höhenweg: Über den Dawinkopf (2.968m)

Heute, endlich nach ein paar Jahren, steht der Augsburger Höhenweg auf dem Programm. Der AVF Lechtaler Alpen schreibt hierzu: „Einer der anspruchsvollsten, aber auch großartigsten Höhenwege überhaupt. Absolute Trittsicherheit im Schrofengelände, gute Verhältnisse und zuverlässiges Wetter unbedingt notwendig…“

Die Verhältnisse könnten idealer nicht sein. Die Sonne scheint vom Firmament und die Temperaturen sind geradezu perfekt.

Start von der Ansbacher Hütte

Der Start von der Ansbacher Hütte zur Kopfscharte (2.484 m) ist angenehm und einfach zu begehen, schon vor Jahren bin ich hier mal mit Papa unterwegs gewesen.

Kopfscharte (2.484 m)

Unter dem Stierkopf mit seinen brüchigen Hängen wandern wir weiter zum Winterjöchl (2.528 m)

Unterm Stierkopf

Am Winterjöchl legen wir eine kurze Pause ein, schauen uns den weiteren Weg an und staunen ob der Schönheit und Wildheit der Lechtaler Berge.

Am Winterjöchl (2.528 m)
Am Winterjöchl (2.528 m)

Der Weg führt nun durch das Untere Grießl, ein längerer Abschnitt ohne Schwierigkeiten…

Unteres Grießl

… der uns in weiterer Folge zum Grünen Brünnele führt.

Unteres Grießl

Der Hohe Riffler (3.168 m) kommt immer wieder ins Blickfeld, ein herrlicher Berg, der wohl auch mal auf meiner Liste stehen wird.

Blick zum Hohen Riffler

Rund ums Grüne Brünnele wird der Weg nun rassiger, die Tobel unter dem Stierlochkopf und Schwarzlochkopf erfordern Konzentration, der Weg ist allerdings vorbildlich gewartet und gut begehbar.

Einstieg in die Tobel beim Stierlochkopf
Aufstieg zum Schwarzlochkopf

Wir erreichen eine berüchtigte Stelle, mit Seilen versichert. Die Eisrinne, hier liegt normalerweise bis in den Spätsommer Schnee, ist heute komplett trocken und dank Versicherungen gut zu begehen.

Hier befindet sich normalerweise eine Schneerinne

Es müssen hier ein paar Meter ab- und dann wieder aufgestiegen werden. Wir haben sicherheitshalber Grödel mitgenommen, aber die scheinen dieses Mal nicht notwendig zu sein.

Der Weg verläuft weiter spektakulär über Felsbänder, Schotterriepen und Tobel.

Brüchiges Gelände

Schließlich müssen wir noch ein paar Höhenmeter aufsteigen und erreichen den Übergang beim Grießmuttekopf, der uns wieder auf die Südseite der Schotterhänge bringt.

Aufstieg
Übergang beim Großmuttekopf

Bald kommt die eindrucksvolle Eisenspitze (2.855 m) ins Blickfeld. Ein formschöner Berg, der von der Passeierscharte aus bestiegen werden kann.

Eindrucksvolle Eisenspitze

Wir sind schon eine Zeit lang am Weg, daher gönnen wir uns an einem schönen Platz eine kurze Pause.

Kurze Pause

Es wird noch einmal ein wenig ausgesetzter und mit schottrigen Passagen.

Schotterpassagen
Rückblick

Über den Glatten Rücken erreichen wir dann den schon fast als lieblich zu bezeichnenden Flirscher Passeier, tief unter uns ist sogar eine kleine Schäferhütte mit ein paar Tieren.

Der Glatte Rücken
Durch den oberen Teil des Flirscher Passeier

Der Schluss des Aufstiegs durch den oberen Flirscher Passeier wird wieder Vegetationslos, steinig und dank der Sonne nun auch recht warm. Langsam wandern wir himmelwärts….

Heißer Aufstieg zur Passeierscharte

… bis wir schlussendlich die Passeierscharte erreichen. Hier wäre die Abzweigung zur Eisenspitze, die wir aber ob der Länge des Höhenweges auslassen.

Rückblick auf den Arlberg

Hier beginnt nun der Weg ins Gelbe Schartl. Steil, ausgesetzt und moralisch anspruchsvoll. Dank der Sektion Augsburg ist der Weg aber sehr gut in Schuss. An dieser Stelle ein großes Kompliment an die Wegebauer der Sektion DAV Augsburg!

Kurz nach der Passeierscharte (2.604 m)

Im Rückblick sieht man, wie ausgesetzt der Weg ist. Ein Fehltritt ist hier keine Option, zu tief wäre der Fall. Eine Versicherung ist in diesem Gelände nicht möglich, eine stabile Verankerung wäre nicht setzbar. Also obliegt es der Trittsicherheit des Bergsteigers allein, hier heil über diese Stelle zu gelangen.

Steile Stelle nach der Passeierscharte

Schritt für Schritt, so bewältigen wir die Stelle. Und wieder wächst mein Vertrauen in meine neuen Bergschuhe, die mir ein sehr gutes Standgefühl geben.

Durch den Steinschlag

Nach dieser unguten Stelle müssen wir ein paar Meter im sogenannten Steinschlag absteigen…

Abstieg im Steinschlag
Abstieg im Steinschlag

In der Nähe hören wir immer wieder Steinschlag, die erste und einzige Gruppe kommt uns hier entgegen.
Die moralische Schlüsselstelle befindet sich kurz vor dem Gelben Schartl… kiesig, nicht versicherbar, und der Weg gerade mal Handbreit.
Gut beschrieben auch durch folgenden Spruch: „Ein gewaltiger Steinbruch über den Köpfen und Luft unter den Füßen!“

Steile Passagen im Gelben Schartl

Das Gelbe Schartl, oftmals mit Eis gefüllt, finden wir heute auch schneefrei vor. Daher müssen wir hier ein paar Meter am gespannten Seil absteigen und gegenüber wieder hinauf.

Eis(freie) Rinne im Gelben Schartl

Dann kommt noch eine kurze, fast könnte man sagen Klettersteigpassage, hinauf zur Dawinscharte.

Aufstieg zur Dawinscharte (2.650 m)

Dort können wir durchatmen und schauen hinab zum Zammer Passeier mit dem Passeierbach.

Blick in den Zammer Passeier

Hier trinken wir wieder etwas, wir sind schon einige Stunden am Weg. Die reine Entfernung und Höhe ist weniger das Problem, es sind die anspruchsvollen Stellen, die immer wieder Zeit kosten.

Dawinscharte (2.718 m)

Von der Dawinscharte wandern wir durch einfaches Gelände in Richtung „Südlicher Schwarzer Kopf“.

Rücken von der Dawinscharte zum Dawinkopf (2.968 m)
Letzte Meter

Kurz unter dem Gipfel müssen wir in die südliche Flanke ausweichen und über Bänder in die nächste namlose Scharte queren.

Durchschlupf zwischen „Südlicher Schwarzer Kopf“ und „Dawinkopf“

Der Dawinkopf liegt nun zum Greifen nahe… der zweithöchste Gipfel der Lechtaler Alpen. Nur vom Passeier wird dieser Gipfel übertrumpft.

Ein letzter Verschnaufer…

Ein kurzer versicherter Klettersteig bringt uns auf den höchsten Punkt unserer Tour.

… dann ist das Gipfelkreuz da.

Hier wird nun eine Brotzeit ausgepackt, die sich sehen lässt. Während ich hier nicht mitgedacht habe, sind Papa und Daniel kulinarisch ausgerüstet und lassen mich an ihren Leckerbissen teilhaben. Was für ein Glück…

Ausblick vom Dawinkopf auf den Weg, im Hintergrund die Ansbacher Hütte

Neben der Jause ist mehr wie genug Zeit, die Aussicht zu genießen. Man merkt allerdings die fast 3.000 m, die hier vorherrschen. Sobald eine kleine Wolke die Sonne verdeckt, wird es kühl und unangenehm.

Aussicht genießen…

Nach ausgiebiger Rast machen wir uns an den Abstieg vom Dawinkopf. Der Weg geht nun vorerst im gleichen Takt weiter…

Abstieg vom Dawinkopf

Der Abstieg erfordert nochmals höchste Konzentration, speziell nach einer längeren Pause stellt der Start eine kleine Herausforderung dar.

Abstieg vom Dawinkopf

Ein Blick nach Norden erlaubt uns die kläglichen Reste des einst mächtigen Parsseier Ferners zu betrachten. Nur noch kleine Reste, die die nächsten Jahre wohl nicht mehr überstehen werden, sind zu sehen.

Nördlicher Schwarzer Kopf mit Resten des Passeier Ferners

Der Abstieg ist spektakulär, aber überschaubar schwierig… richtige Genusskraxlerei am Grat entlang.

Die letzten Meter werden von uns noch klettern überwunden, dann stehen wir am Übergang zum Bocksgarten.

Letzte Klettermeter

Feine Wege führen hier über den Rücken unter die Bocksgartenspitzen.

Aufstieg zum Bocksgarten

Und dann sehen wir den Kessel unterhalb der Passeierspitze (3.036 m). Erst hatten wir uns eine Besteigung eben Dieser überlegt, aber es sprechen einige Faktoren dagegen. Zum einen sind wir schon ob der langen Wanderung müde, zum Anderen sind ein paar Gruppen eingestiegen und verursachen immer wieder Steinschlag… später erfahren wir auch, dass ein Bergsteiger hier großes Glück hatte…

Im Bocksgarten, Blick auf Passeierspitze und Gletscherreste vom Grinnerferner

Wir beschließen infolge dessen, über den Bocksgarten hinunter zum Grinner Ferner, bzw. dessen Überresten abzusteigen.

Pause am Rücken zum Gatschkopf (2.945 m)

Am Gletschersee vorbei erreichen wir den Aufstieg zum Gatschkopf (2.945 m) und die Patrolscharte (2.846 m). Es sind zwar nur ein paar Höhenmeter, aber diese ziehen sich.

Mondlandschaft am Gatschkopf

Der Rücken zum Gatschkopf ist eine echt schräge Landschaft. Daniel meint, wie eine Mondlandschaft, dem kann ich nur zustimmen. Bänder von hellem und dunklem Geröll wechseln sich hier ab. Lias-Fleckenmergel heißt das Gestein, wie ich später herausfinde…

Immer noch fit…

Vom Gatschkopf haben wir eine wunderschöne Aussicht, im Westen liegt die beeindruckende Passeierspitze mit dem dunklen Band im Gipfelaufbau und dem Kessel mit dem ehemaligen Grinner Ferner.

Vom Gatschkopf, Blick auf Passeierspitze, Grinner Ferner und Bocksgartenspitzen

Gegen Nordwesten sehen wir die ganzen namhaften Gipfel der Lechtaler und Allgäuer Alpen. Ein Panorama, das seinesgleichen sucht. Sogar meinen geliebten Hausberg, den Säuling können wir ausmachen.

Blick über die Lechtaler und Allgäuer Berge

Am Gipfel treffen wir ein deutsches Pärchen, das sich nach einem erfolglosen Versuch an der Passeierspitze auch zum Abstieg zur Augsburger Hütte aufmacht.

Am Gatschkopf (2.945 m)

Obwohl der Gipfelaufbau des Gatschkopfs recht unspektakulär aussieht, hat es der Abstieg nochmals in sich. Nicht die technischen Schwierigkeiten stehen hier im Vordergrund…

Abstieg vom Gatschkopf

… es ist die Länge und die teilweise schwere Wegfindung. Ein Verlaufen ist allerdings unmöglich, hier führen wirklich alle Wege, mehr oder weniger schwer, nach Rom.

Abstieg vom Gatschkopf
Abstieg vom Gatschkopf

Nach langen 8 ¾ h erreichen wir schließlich unser heutiges Refugium. Schon am Eingang werden wir mit einem Schnaps begrüßt. Die junge Hüttlerin meint, nachdem sie uns mit Vornamen begrüßt hat, wir sind heute fast alleine. Scheinbar haben wir uns den richtigen Tag ausgesucht. Wir gönnen uns ein Bier und lehnen uns zufrieden zurück.

Letzte Meter zur Augsburger Hütte (2.289 m)

Eine gewaltige Tour, die wir heute absolviert haben. Wir sind hoch zufrieden, der Hüttenabend mit neuen Bekannten, Vanessa und Hubert lässt den feinen Tag gut ausklingen.
Hubert erzählt uns beiläufig, dass ihn bei seinem Passeierbesteigungsversuch ein Stein durch vorgehende Bergsteiger oder evtl. auch Gämsen nur knapp verfehlt hat. Sein Rucksack wurde allerdings beschädigt…

Tourendaten
Gesamtdauer: 8:47 h
Gesamtlänge: 18,90 km
Höhenmeter: ∆ 1.317 m / ∇ 1.339 m

220824 Augsburger Höhenweg: Aufstieg Ansbacher Hütte (2.376m)

Der Lechtaler Höhenweg ist schon ein paar Jahre her, damals wollten Papa und ich den Augsburger Höhenweg „mitnehmen“. Leider hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht und wir mussten eine Alternativroute nehmen.
Einige Jahre später ist es nun so weit, wir probieren uns nochmals am Augsburger Höhenweg. Start der Tour ist in Schnann, das ich mit Bahn und Bus erreiche

Die Anfahrt ist sehr schön, schon ewig bin ich nicht mehr in dieser Ecke von Tirol gewesen. Das Wetter ist dieses Mal auch perfekt, was soll da noch schief gehen.

Start ist in der Ortschaft Schnann, die bekannt für die schöne Klamm ist.

Diese Schlucht ist eine Besonderheit. Man steigt durch einen kurzen, sehr engen Teil, dann weitet sich die Schlucht schon wieder. Durch diese Eigenheit bildet der vordere, enge Teil schon fast einen natürlichen Schutz gegen Lawinen und Muren.

Während die Engstelle aus hartem Gestein besteht, ist der hintere Teil aus Schiefer, der schneller verwitterte und diese Landschaft bildete.

Im Rückblick sieht man nochmals den Riegel, der die Engstelle bildet. Eine faszinierende Stelle, finde ich.

Der weitere Teil der kurzen Schlucht ist mit Leitern und Brücken begehbar gemacht, daher ist der Aufstieg einfach zu bewerkstelligen.

Die Temperaturen, wir sind erst zu Mittag gestartet, sind entsprechend warm, da sind wir um jeden schattigen Fleck, wie hier im Wald dankbar.

Steil zieht der Pfad immer weiter durch das Holz, nur kurze Stücke sind flach.

Nach 1:20 h erreichen wir die Fritzhütte, ein gemütlicher Rastplatz auf 1.736 m.

Gleich hinter der Hütte liegt ein kleiner Badeteich, in dem sich auch ein paar kapitale Forellen tummeln. Ob es die zum Abendessen gibt?

Nun lichtet sich der Wald, und die Aussicht auf den Arlberg wird immer besser.

Die Hütte können wir allerdings noch nicht sehen, es fliegt aber ein Versorgungshubschrauber immer wieder an uns vorbei, daher können wir ahnen, wo sich unser heutiger Schlafplatz befinden muss.

Der Hohe Riffler (3.168 m) lacht immer wieder mit seinem (noch) schönen Gletscher zu uns herüber.

Vor uns öffnet sich die ganze Pracht der Tiroler Bergwelt, der Verwall, die Saumnauner und Ötztaler Alpen direkt vor uns.

Auf der anderen Seite bekommen wir einen ersten Blick auf einen Teil unserer morgigen Route. Der Eisenkopf sendet uns schön Grüße.

Dann endlich erreichen wir nach 2:46 h die Hütte. Der Aufstieg hatte es in sich, aber nun sind wir gut angekommen. Der Hubschrauber fliegt immer noch, es sind Umbauarbeiten an der Hütte im Gange, da muss das Material fliegend geliefert werden.

Der Blick zurück offenbart nochmals den letzten Teil des Aufstiegs über schöne Almwiesen. Ein paar Schäfferhütten, teilweise noch aktiv, haben wir passiert.

Angekommen, ist es nun Zeit für etwas Gemütlichkeit. Wir sitzen in der Sonne, schon bald haben wir noch einen Bergsteiger kennengelernt, Manuel, der bei uns im Mehrbettzimmer untergekommen ist.

Die Sonne lässt alle Strapazen vergessen, es ist einfach nur perfekt hier oben.

Der Abend wir lustig, das Essen ist sehr gut, und die Hüttenleute und überhaupt alles sehr nett. Hier kehrt man einfach gerne ein. Nach einem längeren Plausch verabschieden wir uns in die wohlverdiente Nachtruhe.

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:46 h
Gesamtlänge: 7,5 km
Höhenmeter: ∆ 1239 m / ∇ 88 m

220517 Schneidspitze (2.009m)

Um meinen Kurzaufenthalt im wunderschönen Ausserfern zu krönen, beschließen Papa und ich am Vormittag eine feine Bergtour auf die Schneidspitze. Obwohl ich in diesem Massiv schon einige Gipfel bestiegen habe, die Schneidspitze hatte ich noch nicht erreicht.

Papa und ich starten vom Parkplatz der Reuttener Bergbahnen, auch Hahnenkammlift genannt in Richtung Gehrenalm. Das Wetter ist heute gut, nur ein paar Wolken zieren aktuell den Himmel

Der Weg ist gut angelegt, in angenehmer Steigung wandern wir immer höher, der Talkessel breitet sich unter uns aus.

Vorbei an der Gehrenalm, die noch im Winterschlaf liegt wandern wir unter der beeindruckenden Südwand der Gehrenspitze durch.

Nun macht sich das erste, aber nicht letzte Mal der Starkregen vom Vortag bemerkbar. Der Mergel ist überall aufgeweicht und rutschig.

Ein Blick zurück zeigt uns den Tauern und die schönen Ammergauer Alpen. So manche lustige Wolkenformation weist auf die Labilität der Luft hin.

Kurz unterm Gehrenjoch verlassen wir den Weg und gehen über die Grashänge, die fein zu begehen sind, bergauf.

Im Rückblick sehen wir nochmals den unangenehmen Teil des Weges. Rutschig, dreckig und nicht fein zu gehen.

Am Joch verschnaufen wir kurz und schauen zur beeindruckenden Köllenspitze hinüber. Vor vielen Jahren stand ich dort mal auf dem Haupt.

Unser Ziel liegt nun zum Greifen nahe. Die Schneidspitze macht ihrem Namen kurz vor dem Gipfel alle Ehre, ein feiner Grat zieht hinauf zum Gipfelkreuz.

Am höchsten Punkt verweilen wir kurz, schauen uns um und genießen unsere Brotzeit. Dann steigen wir auf der anderen Seite in Richtung Sabachjoch ab.

Eine steile Kehre bringt uns kurz vor dem Joch wieder unter den Felswänden der Schneidspitze, in Richtung Lechaschauer Alpe.

Rückblickend, von der Seite der Alpe, schaut die Schneidspitze sogar beeindruckend aus. Der Aufstieg ist allerdings viel einfacher, als hier der Eindruck erweckt wird.

Auch die Lechaschauer Alpe ist aktuell geschlossen, daher schreiten wir zügig ins Tal ab.

Papa hat angeboten, auf Mittag Weißwürste zum kredenzen, so ein Angebot kann ich unmöglich ausschlagen.

Während Papa dann beim Herrichten des Mittagessens ist, schau ich nochmals rüber zu der heutigen Tour. Von Reutte aus schaut die Schneidspitze schon wieder ein wenig unspektakulärer aus…

Tourendaten
Gesamtlänge: 12,02 km
Gesamtdauer: 3:37 h
Höhenmeter: 1.117m