Archiv der Kategorie: Klettersteige

180701 Große Ochsenwand (2.700m)

Es ist wieder mal Sonntag und eine Tour steht an. Heute geht’s mit dem Papa auf die Große Ochsenwand. Eigentlich sollte es der 5-Gipfel-Klettersteig im Rofan werden, aber nachdem der Roßkopf, der längste Teil des Klettersteigs zur Zeit wegen eines Felsabbruchs gesperrt ist, suchten wir uns eine Alternative. Und das sollte dann der Schlicker Klettersteig auf die Ochsenwand werden. Wir starten heute gemütlich mit der Seilbahn von Fulpmes hinauf zum „Panoramarestaurant Kreuzjoch (2.136m).

Von dort ist der Weg zum Ochsenwand-Klettersteig schon gut ausgeschildert. Zuerst machen wir mal (minus) 300 Höhenmeter, das heißt, es geht mal wieder runter. Im Hintergrund ist schon „unsere“ Wand zu sehen.

Das ist auch selten, aber das gibt´s. Oberhalb der Zirmachalm erreichen wir den Einstieg ins Kar zum Klettersteig. Die wenigen Höhenmeter bis zur roten Markierung bringen wir rasch hinter uns, teils auch ohne Weg, der hier in letzter Zeit ein wenig gelitten hat.

Am Einstieg sind schon zwei Personen beim Herrichten, das heißt für uns, eine kurze Pause machen, sonnencremen und dann das Kletterzeug anziehen. Als wir fertig sind, ist das ältere Pärchen vor uns schon eingestiegen und ein paar Höhenmeter raufgeklettert.

Der Einstieg stellt auch gleich die schwerste Stelle des Klettersteiges dar, wenn gleich das nur auf die Kletterschwierigkeiten bezogen ist. Da man sich hier noch sehr nahe zum rettenden Boden befindet, ist die Kletterei ohne Probleme.

Der Steig zieht dann relativ direkt hinauf in die Wand, die ganze Anlage ist gut in Schuss, wenngleich man dem Steig, obwohl vorbildlich saniert, das Alter schon ein wenig ansieht.

Der Schlicker Klettersteig zählt zu den ältesten Kletteranlagen in Tirol.

Nachdem der erste längere Teil des Steigs durchklettert ist, kommt eine Gehstrecke, die immer wieder von kurzen, einfachen Kletterstellen, teils auch ungesichert, unterbrochen ist. Eine sehr originelle Stelle ist der sogenannte Spreizschritt, den man sehr einfach überklettern kann.

Dann schlängelt sich der Pfad am Grat entlang hinauf zum Gipfel.

Aufziehender Nebel kurz vor dem Gipfel lässt uns kurz zaudern, aber am Gipfel angekommen ist es fast windstill, und schon bald reißt der Nebel auf.

Die Fernsicht ist nicht berauschend, aber im Nahbereich können wir viele schon begangene und zukünftige Ziele ausmachen… das sind Gipfel für 10 Menschenleben… Kurz nach uns kommt noch ein holländischer Mann, ein Student aus Innsbruck am Gipfel an. Wir unterhalten uns eine Weile, dann macht sich Karsten wieder auf, während wir noch fünf Minuten am Gipfel verweilen.

So fein es heute hier auch ist, wir müssen wieder ins Tal, der Weg ist noch lange, wir haben noch einen Abstiegsklettersteig bis zur Alpenklubscharte vor uns, und dann müssen wir auch noch die Seilbahn erreichen. Also los, sagen wir uns und marschieren. Zwei Personen sind noch am Gipfel, das ältere Pärchen, das wir schon beim Einstieg gesehen hatten. Wir verabschieden uns, dann geht es über einen schönen, leichten Grat bergab. Eine Stelle gefällt mir besonders, daher will ich mein iPhone auspacken, da packt mich ein Schrecken… es ist nicht mehr da. Auweh, denke ich mir, das habe ich jetzt auf dem Gipfel liegen gelassen. Also nochmals ein paar Meter zurück, zum Glück sind wir noch nicht weit gegangen… und da liegt es auch noch und harret seinem Besitzer.

Der weitere Abstieg ist zuerst auf gut gangbaren Serpentinen, dann kommt der Abstiegsklettersteig, der aber auch keine größeren Schwierigkeiten aufweist.

Die Aussicht ist wie immer phänomenal, einige Kletterstellen sind es auch.

Einen Klettersteig absteigen ist einfach anders, als der Aufstieg. Aber ohne Probleme erreichen wir nach einer Weile die Alpenklubscharte.

Hier entledigen wir uns des Klettersteigsets und schauen nochmals zurück. Wo sind wir da wohl gewesen, in der abweisenden Wand? Plötzlich sehen wir das ältere Pärchen, das auch im Abstieg ist. Schaut wilder aus, als es ist…

Von der Alpenklubscharte zieht der Weg in schönen Serpentinen, über Bergwiesen und Latschenfeldern hinunter zur Schlicker Alm. Wir gehen weiter, zuerst am Forstweg, dann noch auf einem Waldweg hinab zur Bruggeralm und der gleich nebenan gelegenen Mittelstation der Kreuzjochbahn.

Welch ein Glück, die Bahn fährt noch, wir haben es auf zehn Minuten vor Betriebsende geschafft. Ansonsten wäre uns noch ein weiterer Fußmarsch nach Fulpmes bevorgestanden. So strecken wir unsere Füße aus und lassen uns hinunter ins Tal karren.

Beim Auto werden die Schuhe gegen feinere, leichtere Fußbekleidung getauscht, auf dem Weg nach Hause bleiben wir noch am Grünwalderhof stehen. Die Sonnenterasse ist heute nicht besonders voll, daher bekommen wir einen Logenplatz über dem Wipptal und Stubai. Obwohl die Fernsicht nicht so toll ist, genießen wir die Aussicht bei einem Bier. Die anschließende Rechnung vergällt uns aber nur peripher den wunderschönen Tag.

Es war eine wunderschöne Tour, die wir heute gemeinsam machen konnten, und es hat mir viel Spaß gemacht.

Tourendaten
Gesamtlänge: 13,89 km
Gesamtdauer: 5:50 h
Höhenmeter: 1.151 m
KS-Rating: C/D

180626 Klettersteig St. Magdalena im Gschnitztal (1.661m)

Letztes Jahr bin ich schon mal mit den Kids auf dem Weg zum wunderschönen St. Magdalena im Gschnitztal gewesen. Leider hat uns damals der Regen den Aufstieg verdrossen. Beim Runtergehen haben wir gesehen, dass hier gerade ein neuer Klettersteig im Werden ist. Und den wollen wir heute begehen.

Eine tolle Arbeit wurde hier geleistet. Das ganze Konstrukt trägt nicht den Namen Klettersteig, sondern „Alpine Safety Area“. Beim Einstieg sind 6 Varianten angeführt, ein schwarzer Bergweg (mit Seilgeländer) und Klettersteigvarianten von A-E.

Wir entscheiden uns für den Einstieg in die D-Variante, nach kurzem Partnercheck darf ich vorausgehen, während Michi sich noch mental vorbereitet. Nach zwei Metern bleibe ich mit der Fussspitze an einer Felsnase hängen, daraufhin bricht plötzlich eine größere Platte ab und fällt direkt neben Michi auf den Boden… puh, nochmals Glück gehabt.

Der erste Teil des Steiges ist wahrlich eine D-Stelle, aber mit ein wenig Armkraft kommen wir die kurze Stelle gut hinauf. Schon bald stehen wir auf dem Habichtblick, einem kleinen Plateau, auf dem eine Sitzbank, ein Habicht und kleine Aussichtshilfen montiert sind. Obwohl sich der Habicht selber in Wolken hüllt, ist die Aussicht von hier schon phantastisch… und gegenüber lockt die Illmspitze.

Der weitere Weg ist dann nicht mehr schwer, schöne Stellen reihen sich an kurzes Gehgelände mit viel Erde. Bei Nässe sicher nicht so lustig zu begehen. Man sieht auch, daß der Steig relativ neu ist, denn immer wieder fallen uns lose Steine und Platten auf, die aber durch geschicktes Auftreten nicht der Schwerkraft ausgesetzt werden.

Insgesamt ist die Anlage vorbildlich gebaut, überall sind bombenfeste Sicherungen und wenns mal kurz ein wenig trittarm wird, sind Bügel montiert. Trotzdem, mit meinen Kindern möchte ich hier nicht gehen müssen, allein manche Stufe fordert die Dehnkraft meiner alten Gelenke und Knochen bis zum Äußersten… ob das das Alter oder der Abstand der Tritte ist? Oder einfach nur der fehlende Blick fürs Detail? Wer weiß…

Nun, bald erreichen wir den obersten Bereich des Klettersteigs, noch einmal wird es leicht luftig, aber vom Gefühl her immer in der Komfortzone, dann sehen wir auch schon Sankt Magdalena.

Das kleine Kirchlein hat eine lange Geschichte. Schon 1307 wurde das Gotteshaus erstmals urkundlich erwähnt. Danach entwickelte sich der Platz zu einem bekannten Wallfahrtsort mit angeschlossener Einsiedelei. Das Kirchlein selber ist direkt an den Wohntrakt angebaut, besonders erwähnenswert sind die schönen Fresken im Inneren. Dargestellt sind die „Flucht aus Ägypten“ und der „Baum der Versuchung“.

Nachdem wir uns sattgesehen haben, gönnen wir uns noch ein Bier auf der Terasse vor dem Gasthäuschen. Der Wirt, seit 42 Jahren hier im Dienst, gesellt sich zu uns und wir reden über Gott und die Welt. Schön ist es hier, gerne würden wir verweilen, aber der kalte Wind treibt uns dann doch wieder fort.

Der Abstieg erfolgt dann über den Normalweg, schnell erreichen wir das Tal und damit das Ende einer wunderschönen Nachmittagstour. Feins war wieder einmal in unserer geliebten Bergheimat.

Tourendaten
Gesamtlänge: 4,65 km
Gesamtdauer: 2:00 h
Höhenmeter: 458 m

180411 Klettersteig Geierwand

Endlich wieder mal eine Runde mit Alfons, das Ziel ist die Geierwand, ein feiner Klettersteig in Haiming.

Am Einstieg sind wir schnell gerichtet, dann gehts zum Einstieg. Zum Glück ist der Weg nicht weit.

Bald schon stehen wir vor der Einstiegswand und ziehen uns das Klettersteigzeug an. Dann gehts los.

Die ersten paar Meter gehen gleich steil rauf, dann kommt ein kurzer Gehteil, bis wir vor der eigentlichen Wand stehen.

Nun gehts fast immer kerzengerade rauf, schön ist der Steig angelegt, immer wieder kommen interessante Stellen.

Nach ungefähr einer Stunde erreichen wir auch schon das Gamsband, den Ausstieg.

Ein paar Meter durch den Wald, dann erreichen wir die „Gipfelbank“ und das Wandbuch.

Alfons hat wohl wissend eine Dose Bier mitgeschleppt, doch lange bleiben wir nicht, denn rasch wird es finster.

Bald schon erreichen wir auf nicht immer angenehmen Pfad den Wandfuss und den Parkplatz.

Alfons bringt mich noch zum Bahnhof, ich fahre mit dem Zug heim und quäle mich die letzten Meter nach Aldrans hinauf.

Eine tolle Tour, die mir viel Freude gemacht hat.

Tourendaten:
Gesamtdauer: 2:08 h
Gesamtlänge: 3,67 km
Höhenmeter: 466 m

170801 KS Steingrubenkogel (2.633m)

Nachdem wir jetzt schon das dritte Mal den Plan gefasst haben, den Steingrubenkogel zu besteigen, schaut heute das Wetter richtig gut aus. Es ist zwar sehr heiß, aber in der Höhe kühlt es schon ab, so unsere Hoffnung. Mit dem Auto geht’s über die Mautstraße zur Kemater Alm. Am Weganfang steht zwar, dass der Weg währen des Tages gesperrt ist, aber wir riskieren die Fahrt. Und ohne Probleme kommen wir bis zur Alm. Unterwegs sehen wir auch den Grund der Sperre: Der Weg wird zur Zeit saniert.

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Von der Kemater Alm gehen wir hinauf zum Adolf-Pichler-Haus. Dort sitzen ein paar Wanderer und schauen uns verwundert an. „Wo geht ihr noch hin, um diese Uhrzeit“, werden wir gefragt. Nachdem Alfons unser Ziel bekannt gibt, lösen wir staunen aus. Na, denen werden wir´s schon zeigen…

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Das nächste Etappenziel ist die Alpenclub-Scharte, die wir nach ca. 40min. erreichen.

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Dort ziehen wir unser Klettersteigset an, dann geht es in den kurzen, aber landschaftlich sehr schönen Steig hinauf zum Steingrubenkogel. „Little-Brenta“ wird diese Ferrata auch genannt, und wirklich zieht der schön angelegte Steig zwischen Türmchen und Bändern hinauf zum Gipfel.

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Ein Blick zum Himmel lässt nichts Gutes erahnen, in den letzten Minuten sind dunkle Wolken auf dem Himmel aufgezogen, nicht lange, dann ist die Sonne auch weg. Windig war’s schon vom Start weg, ein warmer Südföhn bläst uns stetig um die Ohren. Da das vermeintliche Gewitter aber noch sehr weit weg ist und eher Richtung Karwendel zieht, beschließen wir weiterzugehen.

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Schöne Ausblicke ins Stubai und ins Senderstal belohnen uns für die Aufstiegsmühe, schon bald stehen wir auf dem Gipfel.

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Der Ausblick ist grandios, das Wetter leider nicht. Daher beschließen wir, rasch wieder abzusteigen, damit wir nicht nass werden.

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In einem Klettersteig zu hudeln, ist keine gute Idee, daher gehen wir rasch, aber konzentriert wieder den gleichen Weg retour zur Alpenclub-Scharte. Dort entledigen wir uns des Klettersteigsets, dann kommt ein richtig lustiger Teil der Tour… eine schöne Schottereise, die von der Scharte hinab, fast bis zum Adolf-Pichler-Haus hinunterreicht.

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Obwohl ich das schon lange nicht mehr gemacht habe, geht das Laufen im feinen Schotter sehr gut, Staubwolken markieren unseren Weg ins Tal. Viel zu schnell ist das Vergnügen auch schon wieder vorbei, ich muss meine Schuhe von den eingesammelten Steinen befreien.

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Alfons hat in weiser Voraussicht zwei Dosen Bier mitgenommen, die wir nun am Ausläufer der Reise genießen. Über der Reiterspitze bei Seefeld zucken die ersten Blitze. Gut so, wir sind eh schon in Sicherheit.

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Beim Adolf-Pichler-Haus ist nichts mehr los, die Wirtin ist gerade beim Aufräumen. Wir beschließen, in der Kemater Alm noch einzukehren und die wunderbare Tour mit einem Weizen ausklingen zu lassen.

Das war mal wieder eine feine Tour, einzig die kurze Gipfelrast war Schade… ein Grund mehr, wieder mal auf den Steingrubenkogel zu steigen.

Tourendaten
Gesamtlänge: 8,33 km
Gesamtdauer: 3:20 h
Höhenmeter: 985 m
Wetter: erst strahlend schön, dann gewittrig

170402 Via Attrezzata de Rio Secco

Dritter Tag in Südtirol… und heute machen wir noch eine letzte Tour. Die „Via Attrezzata de Rio Secco“, ein kühner Steig durch eine fast trockene Schlucht. Das soll unser Abschluß werden.

Das Zimmer haben wir rasch aufgeräumt und die Sachen ins Auto gepackt. Die Vermieterin ist um Punkt 9:00 Uhr zurück von ihrem Kaffeestündchen, wir bedanken uns noch für die feine Zeit und fahren zum Einstieg des heutigen Steigs. Am geräumigen Parkplatz finden wir noch eine Stelle, weitere Klettersteigler sind schon beim Anziehen.

Da scheint ein wenig mehr los zu sein als in den letzten zwei Via Ferratas. Wir wollen uns beeilen, damit wir nicht hinter einer Familie mit kleinen Kindern laufen müssen, das stellt sich jedoch später als unbegründete Sorge heraus, in der Schlucht sind wir eh nicht alleine, kurze Wartezeiten sind immer wieder notwendig.

Zum Einsteig sind es steile 15min., dort steht eine Bank zum Umziehen. Sobald die Leute vor uns weg und wir angezogen sind, steigen wir ein.

Und gleich am Beginn zeigt sich die andere Qualität dieses Steiges. Steil zieht das Seil rauf, hier muß man schon mehr zupacken als die letzten Tage.

Immer wieder gegegnet uns ein Markenzeichen dieser Schlucht… kleine Steinmändchen die hier überall, vermutlich von Wartenden, aufgestellt wurden.

Dann und wann legt sich die Schlucht ein wenig zurück und gibe einen phantastischen Ausblick auf das Etschtal bei der Salurner Klause frei.

Und sofort geht’s wieder weiter, im Takt, hinauf, hinauf…

Eine schöne Stelle folgt der nächsten, und viel zu schnell sind wir am Ende der Tour angelangt.

Wir wollen gerade die Gurte ausziehen, als zwei Italiener mir bedeuten, daß wir die Gurte noch für den Abstieg anlassen sollen.

Nagut, die wissen sicher etwas, das wir nicht wissen… der Weg fällt steil hinab ins Etschtal, einmal müssen wir einen Felsriegel mit einer Leiter überwinden. Dafür ist also das Klettersteigset noch notwendig.

Wohlbehalten ererreichen wir wieder den Parkplatz.

Unser nächstes Ziel ist die Haderburg, bzw. das Salurner Schloss, das unnahbar und düster auf einem Felssport hoch über die kleinen Stadt thront.

Eine mittelalterliche Burgruine, auf die ich schon jedes Mal, wenn ich sie sah, steigen wollte. Heute schaffen wir uns, und es hat sich wirklich ausgezahlt. Ein schöner Steig führt direkt von Salurn in gemütlichen Kehren hinauf zu Burg.

Oben erwartet uns eine Wahnsinnsaussicht und zusätzlich eine gemütliche Burgschenke, in der wir uns noch laben. Ein richtig feiner Abschluß für ein gelungenes „Buabenwochenende“.

Und so geht ein schönes Wochenende in Südtirol dem Ende zu, auf den Nachhauseweg fahren wir noch an den blühenden Apfelbäumen vorbei…

Tourendaten „Via Attrezzata de Rio Secco“
Gesamtdauer: 2:30 h
Gesamtstrecke: 3,35 km
Höhenmeter: 435 m

Tourendaten “Haderburg”
Gesamtdauer: 1:30 h
Gesamtstrecke: 2,71 km
Höhenmeter: 162 m

170401 Monte Roen (2.116m)

In der Früh, gleich nach einem einfachen, aber feinen Frühstück machen wir uns auf zum Medelpass. Die Überlegung, den Roen direkt von Tramin aus zu machen, aber wir am Vorabend fallen gelassen. Das machen wir ein andermal.
Zuerst müssen wir von Tramin nach Kaltern, dort zweigt die Passstraße zum Mendel ab, eine bekannte Motorradstrecke, wie wir auf feststellen. Direkt beim Pass biegen wir nochmals nach Links ab, bis wir die Talstation des kleinen Skigebietes erreichen. Dort stellen wir das Auto ab und machen uns per Pedes weiter auf.

Zuerst folgen wir noch der Skipiste, es ist sogar noch guter Schnee, wenn auch sehr hart durch die kühlen Nächte. Hier vermisst man fast noch die Tourenski.

Weiter oben zweigen wir dann auf einen Forstweg ab. Sobald wir das kompaktierte weiße Wunder hinter uns lassen, fühlen wir uns wieder wie im Frühjahr. Kein Schnee weit und breit, zumindest nicht in erwähnenswerten Mengen.

Unser Weg führt uns vorbei an der „Malga di Romeno“. Zu unserer Freude ist die Hütte offen, also ist für Speis und Trank nach der Tour gesorgt.

Doch zuerst müssen wir noch weiter, erst einmal geht es zur Überetscher Hütte, die noch geschlossen ist.

Von dort gehen wir direkt zum Einstieg des Klettersteigs auf den Roen. Unter der Felswand ziehen wir unser Kletterzeug an, dann steigen wir weiter auf. Der Weg ist nicht schwer, aber an manchen Stellen doch ausgesetzt, da ist das Seil zumindest zum Halten sehr fein.

Lange ist der Steig nicht, das wußten wir schon von Vornherein, aber als Start in die Saison geradezu perfekt.

Am Plateau angekommen, gehen wir noch eine kurze Strecke, bis wir den Gipfel des Roen erreichen. Die ersten Mountainbiker kommen uns auch entgegen.

Wir bleiben nicht lange am Gipfel, es ist kühl und die Aussicht durch Dunst und Wolken bescheiden. Uns ziehts in die warme Stube der „Malga di Romeno“.

Im Aufstieg sind wir meistens auf der Südseite des Bergmassivs gegangen, nun müssen wir auf die Nordseite. Hier liegt bedeutend mehr Schnee, der Weg ist jedoch problemlos machbar, wenn auch manchmal ein wenig „gatschig“.

Auf der „Malga“ machen wir Pause, jeder gönnt sich eine Kleinigkeit zum naschen, Dani nimmt Käsknödel, Papa und ich bevorzugen was Süßes… Apfelstrudel.

Von der Hütte nehmen wir den gleichen Weg wie beim Aufstieg, und schon bald erreichen wir den Parkplatz und das Auto.

Die Fahrt nach Tramin vergeht wie im Fluge, zu Hause gönnen wir uns in der Sonne ein gutes Bier und später noch eine feine Pizza in der Dorfschenke. Das war mal ein feiner Frühlingstag…

Tourendaten
Gesamtstrecke: 14,86 km
Gesamtdauer: 6:20 h
Gesamthöhe: 965 m

170331 Via Ferrara Burrone Giovanelli

Das Weissensteinerische Buabenwochenende ist da… und es geht nach Südtirol. Genauer gesagt nach Tramin. Alfons ist kurzfristig noch ausgefallen, daher sind wir nur zu Dritt. Papa, Dani und ich.

Wir fahren um 8:30 in Aldrans los. Der Verkehr ist gut und wir kommen rasch voran. Das Thermometer klettert bedächtig nach oben. Fein…

Wir erreichen nach nicht ganz 2 h unser erstes Ziel, den Parkplatz vom Klettersteig „Burrone Giovanelli“. Der Verkehr war super, nirgends eine Verzögerung.

Unsere Klettersachen haben wir schon zu Hause gepackt, daher machen wir uns auf zum Einstieg, den wir rasch erreichen.

Dort ziehen wir uns an, der erste Partnercheck dieser jungen Saison wird durchgeführt, dann sind wir bereit…

Der erste Teil des Klettersteigs fängt gleich gut mit einer Leiterkombination an, die gleich als „Aufnahmeprüfung“ dient. Dani ist schon länger keinen Klettersteig gegangen, daher ist das super zum Probieren.

Die ersten schwierigeren Stellen lassen wir bald hinter uns und genießen die tolle Natur in der Klamm. Wir sind gut unterwegs, und was uns auch noch wundert, so gut wie alleine in der Tour.

Der Steig zieht immer fast direkt am Bach entlang, ein paar Mal weicht die Routenführung in einfacheres Gelände aus. Trotzdem muss man sagen, dass der Steig sehr gut angelegt ist und richtig Spaß macht.

Die nächste spannende Stelle lässt nicht lange auf sich warten, damit wir nicht vergessen, dass das hier doch ein Klettersteig ist.

Ein Riss, der mit einer Leiter überwunden wird. Anschließend kommt die für mich schönste Stelle, ein überdachtes Band, bei dem wir uns durchbücken müssen.

Weiter geht es mit einer interessante Bügelstelle, die spektakulär aussieht und gerade in die Höhe geht.

Eine Muttergottes-Statue grüßt uns nach dieser Stelle, und leitet eine längere Wanderstrecke durch die Schlucht ein.

Ein weiteres Highlight ist der große Wasserfall im oberen Bereich der Schlucht, geschätzte 80m stürzt hier der Bach als Schleier in die Tiefe.

Eine Leiter führt uns schlußendlich aus der Klamm heraus, damit erreichen wir das Ende des Klettersteigs.

Der Weg führt uns nun nach Monte, einem kleinen Dorf in den Bergen.

Vorbei an einer kleinen Alm erreichen wir die nette Siedlung, in der wir uns ein Erfrischungsgetränk gönnen. Das Dörfchen ist nur mit einer Seilbahn und einer sehr abenteuerlichen Waldpiste erreichbar. Hier gibt es ein kleines Gasthaus, in dem wir uns laben können.

Dann entscheiden uns für den Abstieg und damit gegen die Seilbahn. Wir steigen einen steilen Steig hinunter nach Mezzocorona.

Der Pfad ist steil, daher erreichen wir die Talsohle rasch und spazieren an Wandfuss retour zum Auto, vorbei am der spektakulären Ruine Sankt Gotthard.

Eine wunderschöne Rundtour mit feinem Klettersteig war das heute. Wir fahren zu unserer Unterkunft in Tramin. Das Appartment ist gleich gefunden und die nette Wirtin empfängt uns schon mit einem Strahlen im Gesicht.

Wir richten uns ein, setzen uns auf den Balkon und trinken ein Bier auf unser Tagwerk. Am Abend spazieren wir noch nach Tramin und finden eine gemütliche Dorfschenke mit guten Essen und nettem Service. So gestärkt lassen wir den Tag ausklingen.

Tourendaten
Gesamtstrecke: 11,55 km
Gesamtdauer: 5:30 h
Höhenmeter: 806 m

160521 Leithe Klettersteig und Wandern

Gestern am Abend habe ich noch kurzfristig mit Papa ausgemacht, daß wir uns in Nassereith zu einem Klettersteigabenteuer treffen könnten. Der Leithe Klettersteig lacht mich schon seit längerem an, und jedes Mal wenn ich nach Reutte fahre, denke ich mir, da muss ich hin.

Heute in der Früh ist es dann so weit. Ich treffe mich mit Papa beim Kletterparkplatz um 8:00 Uhr und wir starten hinüber zum Einstieg in den Klettersteig. Im Kletterführer steht geschrieben „… noch vor der Wand den Helm aufsetzen… viele Gämsen, die unkontrolliert Steine ablassen!“

Ein Blick in die Höhe zeigt auch schon die Krickerln einer Gams, die über einen Felsrand zu uns hinunterschaut. Da wir allerdings die Ersten an der Wand sind, wird der Steinschlag für uns kein Problem, für die Nachfolgenden werden wir schon aufpassen. Und die Gams ist mittlerweile auch schon weitergezogen.

Der Einstieg ist zunächst einfach, dann kommt schon eine der C/D Stellen, die aber gut gemeistern werden können. Es ist nicht arg ausgesetzt, oder gar psychisch anspruchsvoll, nein, es geht einfach in die Arme, wenn man sich am Seil über die griff und trittlosen Platten hinaufziehen muss.

Es sind nur immer kurze Stellen, die uns ein wenig fordern, der große Teil des Klettersteiges ist Genuss pur. Unter uns sehen wir die nächsten Kletterer an die Wand kommen, heute wird´s hier wohl noch richtig voll werden. Kein Wunder, bei dem Wetter…

Bald erreichen wir den Scheitel der Tour und auf Bändern geht es hoch über den Häusern von Nassereith und den Köpfen der Kletterer hinüber ins Kar.

Unterwegs müssen wir noch eine Seilbrücke meistern, die aber gut verspannt, und deshalb auch gut begehbar ist.

Bald erreichen wir den Fußweg ins Tal, den wir bis zu unserem Auto nehmen. Für den Klettersteig haben wir ca. 1 Stunde gebraucht, also die Hälfte der angegebenen Zeit. Und das, obwohl wir nicht gehudelt haben.

Beim Auto angekommen, verstauen wir unser Klettersteigzeug, denn nun kommt der zweite Teil unseres Ausflugs dran. Zuerst wandern wir hinauf zum Adlerhorst, von dem wir die Aussicht auf die Kletterwand genießen.

Von oben hatten wir gar nicht gesehen, welch eindrucksvolle Aussichtskanzel hier steht. Fast wären wir daran vorbeigelaufen.

Weiters schauen wir uns das alte Bergwerk zu Feigenstein an. Dieses Bergwerk, von dem heute noch zwei Stollen sichtbar sind war schon ab dem 15ten Jahrhundert bekannt, hier wurde vor allem Galmei (Zinkblende) und Blei abgebaut. Traurige Bekanntheit erhielt das Bergwerk 1999, als eine Wasserexplosion im stillgelegten Bergwerk eine Murenkatastrophe auslöste.

Heute zeugen noch die versperrten Zugänge der Mundlöcher vom ehemaligen Bergbau.

Besonders sehenswert ist der tiefe Stollen, den man durch die Eisenstäbe beim Barbarastollen erspäht.

Was für eine Arbeit muss das damals gewesen sein. Hut ab vor den Bergknappen. Gedankenvoll wandern wir wieder hinunter ins Tal, bald erreichen wir Dormitz und unser Auto. In Nassereith beim „Gasthaus Post“ genießen wir noch ein Bierchen.

Ich gönne mir bei der Heimfahrt noch einen Abstecher auf die alte Bundesstraße, die seit der Umfahrung über den Holzleitensattel nicht mehr oft besucht wird, zumindest nicht von Autos. Fahrräder sind dafür hier um so mehr am Weg.

Bald erreiche ich die Hauptstraße und flugs bin ich zu Hause.

Tourendaten

Klettersteig
Gesamtdauer: 1:40 h
Gesamtlänge: 5,40 km
Höhenmeter: 418 m

Wanderung Feigenstein
Gesamtdauer: 2:40 h
Gesamtlänge: 7,51 km
Höhenmeter: 665 m

Ferratarunde Cima Rocca, 1.089m (13.03.2016)

Wieder ein neuer Tag am Gardasee, ein Blick aus dem Fenster zeigt nicht so feines Wetter wie gestern an, aber es ist trocken und nicht so kalt. Wir frühstücken und packen zusammen, denn heute ist auch der letzte Tag, ein Wochenende ist halt doch recht kurz.

Der Besitzer des Appartments wird angerufen, doch das Telefon ist ausgeschaltet. Oh Schreck… wir müssen doch los. Nach unzähligen Anrufen dann doch noch der erlösende Rückruf… wir sollen doch bitte das Geld einfach auf dem Tisch liegenlassen und den Schlüssel dazulegen. Na, das nenne ich mal Vertrauen.

Wir fahren von Riva aus ins Ledrotal, in Biacesa parken wir unser Auto und starten die Tour. Heute stehen 4 Klettersteige auf dem Programm, im Laufe des Tages finden wir aber, das nur zwei Steige den Begriff Klettersteig verdienen. Die anderen zwei Wege sind schwierige Wanderwege, aber eben keine Klettersteige und brauchen daher auch kein Geschirr.

Wir starten also vom Parkplatz, zuerst auf dem Steig „Senter dei Bech“, der uns von Biacesa Richtung Gardasee zurückführt. Unterwegs entdecken wir eine spektakuläre Raupenstrasse, sowas habe ich auch noch nie gesehen…

Bei einem Bunderloch ziehen wir uns das Klettersteiggeschirr an und steigen in den Klettersteig „Via ferrata F. Susati“ ein. Dieser zieht landschaftlich sehr schön am Grat des „Cima Capi“ über dem Gardasee hoch. Nachdem wir immer wieder stehen bleiben und uns die wunderbare Landschaft anschauen, erreichen wir nach kurzer Zeit den Gipfel des „Cima Capi“.

Wir verbleiben nur kurz auf dem Gipfel und machen und dann weiter, über die „Via ferrata M. Foletti“ hinüber an den Fuss des „Cima Rocca“. Dort finden wir die Hütte „Arcione“, angenehm duftet es hier nach Lagerfeuer.

Wir steigen direkt weiter, nun in den „Sentiero dei Camminamenti“. Dieser Steig bringt uns über alte Bunker und Schützenanlagen hinauf auf den „Cima Rocca“.

Kurz vor dem Gipfel durchsteigen wir eine längere Bunkeranlage, die „Gallerie de Guerre“, dann erreichen wir den Gipfel und gönnen uns eine Wahnsinnsaussicht. Über einen kleinen Steig kommen wir zurück zur Hütte und zu einer Kapelle.

Dann machen wir uns auf ins Tal. Auch hier wieder über einen versicherten Steig, den „Sentiero delle Laste“, der uns hinunter ins Tal und an den Weg zurück zum Ort bringt.

Eine wirklich schöne Runde, die wir da gemacht haben. Wir ziehen uns beim Auto um, da wir dann gleich nach Hause fahren . Wir machen zuvor aber noch eine Brotzeitspause, um dann gestärkt nach Aldrans zu fahren.

Die halbe Fahrt geht an mir einfach vorbei, da ich ein Powernapp mache, als wir zuhause ankommen, durftet es schon herrlich aus der Küche. Chiappati mit Curry, lecker. Im Anschluß gibt es den „Reindl“, von dem uns Papa das ganze Wochenende vorgeschwärmt hat. Nicht ganz unbegründet, wie wir finden…

Tourendaten
Gesamtdauer: 4,30h
Gesamtlänge: 8,9km
Höhenmeter: 995m

  

Via dell‘ Amicizia, 1.246m (12.03.2016)

Heute steht der zweite und für diese Reise längste Klettersteig auf dem Programm. Gestern am Abend konnten wir uns noch einen Zielpunkt auf dem Weg zum Gipfel bestaunen, die Kapelle der Heiligen Barbara. Diese thront steil und hoch über dem See.

Doch starten wir den Tag von Anfang an. Ein guter Tag fängt mit einem deftigen Frühstück an, dank Papa können wir richtig gute Spezialitäten aus der Steiermark genießen. Manch wenige Sachen müssen wir uns halt einfach vorstellen. Ein Blick aus dem Fenster zeigt gutes Wetter an.

Von unserem Appartement können wir direkt zum Klettersteig losgehen. Der Weg führt uns zuerst an die „Bastione“, einer Festung der Venezianer, die auch einmal über den Gardasee geherrscht hatten.

Kurz genießen wir die Aussicht, dann wandern wir weiter, zunächst zur Capanna. Dann erreichen wir die Kapelle Santa Barbara, auch hier verweilen wir kurz und genießen die Aussicht.

Nun geht der richtige Klettersteig erst los, bis jetzt war das nur der Zustieg. Wir ziehen unsere Klettersachen an und machen uns auf den Weg. Zuerst geht es noch einfach über kleine Kletterstellen hinweg. Vor uns ist ein italienisches Pärchen, auch auf dem Weg zum „Freundschaftssteig“. Eine Zeit lang wechseln sich kleine Kletterpassagen mit Wanderwegen ab, dann erreichen wir die erste Leiter.

Diese zieht steil die Wand empor und schaut ganz schön hoch aus. Vor uns kämpfen sich schon zwei Seilschaften empor, dann sind wir an der Reihe. Sprosse für Sprosse ziehen wir uns empor, irgendwann erreichen wir auch das Ende.

Nach dieser ersten Herausforderung kommt wieder eine kleine Gehpassage, dann erreichen wir das zweite Leiterassemble. Die lange Leiter schaut echt nach Herausforderung aus, ist aber dann doch leichter als die erste, steile Leiter am Anfang. Den letzten Teil des Klettersteigs wird mit einer kurzen Gratwanderung eingeleitet, dann kommen die letzten Meter auf 3 weiteren Leitern.

Dann sehen wir auch schon die Gipfelmarkierung. Endlich haben wir den Gipfel erreicht. Die Aussicht ist überragend, und die Sonne zeigt schon frühlingshafte Stärke.

Wir pausieren im Windschatten eines Steinblocks und genießen die Wärme. Nach einer ausgiebigen Rast machen wir uns auf ins Tal. Im ersten Teil haben wir eine gute Schneeauflage, der Schnee ist jedoch rutschig, hohe Konzentration gefordert. Bald erreichen wir wärmere Gefilde, der Schnee wird weniger und das Gehen einfacher.

Vor dem erreichen der Kapelle Santa Barbara müssen wir noch eine Leiter meistern. Dann stehen wir wieder bei der Kapelle und genießen die Aussicht. Nach fast 6h erreichen wir glücklich und zufrieden die Unterkunft, mit Vorfreude auf eine gute Jause.

Am Nachmittag spazieren wir noch ein wenig in der Stadt, essen zu Abend und genießen das fast schon mediterrane Flair.

Tourendaten
Gesamtdauer: 6h
Gesamtlänge: 11km
Höhenmeter: 1.220