200216 Skitour Morgenköpfl (2.216m) und Überfallgründl (2.302m)

Heuer hat zwar mit der Skifahrerei gut begonnen, aber irgendwie habe ich nie wirklich Zeit für Skitouren. Heute ist jedoch wieder mal ein Tag, an dem sich „was“ ausgeht. Zusammen mit Michi wollen wir auf den Morgenkogel rauf. Richtig fit sind wir beide nicht, Michi war am Vortag richtig lange skitechnisch am Weg, und bei mir schlägt sich die Huttlerzeit ein wenig auf die Kondi…

Um 9:00 Uhr, also relativ spät, starten wir von Aldrans aus zum Parkplatz beim Hinterlarcher in Ellbögen. Von dort müssen wir zuerst einmal die Ski eine gute Strecke tragen, denn Schnee ist nicht gerade üppig, auch nicht hier im Schneeloch im Arztal. Trotzdem wollen wir unser Glück probieren. Also heißt es zuerst einmal marschieren…

Stapfen im Schnee…

Nach ca. 20min. haben wir allerdings so viel Schnee unter den Sohlen, dass wir es wagen, die Ski anzuschnallen…

Im Wald ist die Spursuche nicht immer ganz einfach…

Und es funktioniert. Zwar ist gerade im Wald immer wieder ein wenig „Schneesuche“ angesagt, aber trotzdem kommen wir flott weiter.

Am Boden sieht man die Rückstände des letzten Windes

Lange marschieren wir durch den Wald, der Schnee wird langsam immer mehr und wir bewundern schöne Schneeformationen am Weg … erstellt durch den Baumeister Wind.

Schöne Schneeformationen

Bald lichtet sich der Wald ein wenig und der Schnee nimmt zu… die Aussicht wird immer besser, der Wind hat unterwegs allerdings auch aufgefrischt.

Blick ins Wipptal und zur Saile

Nachdem wir den Wald verlassen haben, sehen wir auch schon unser erstes Ziel, das Morgenköpfl. Hierher habe ich es noch nie geschafft, daher freue ich mich schon auf einen neuen Gipfel.

Das Ziel vor Augen

Wir gehen bis zu einem kleinen, windgeschützten Abhang, dort lassen wir unsere Ski zurück. Die letzten Schritte auf den Gipfel müssen wir zu Fuß machen, hier wäre ein Aufstieg mit Skiern nicht möglich. Steil fällt die Wand ins Arztal hinunter…

Morgenköpfl (2.216m)

Hier am Gipfel machen wir eine kurze Pause, doch leider ist der Wind zu stark, um es sich gemütlich zu machen. Schon ein paar Tage sind vergangen, seit dem letzten Eintrag ins Gipfelbuch. Dieser Gipfel ist nicht überlaufen, die Aussicht aber auf jeden Fall super…

Pause am Gipfel

Im Hintergrund sehen wir unser eigentliches Ziel, den Morgenkogel (2.607m). Nach kurzer Beratung schreiben wir diesen aber ab, das ist heute einfach nicht drin. Also marschieren wir noch bis zum Überfallgründl (2.302), dem höchsten Punkt unserer heutigen Tour.

Auf dem Weg zum Überfallgründl…

Der Name „Überfallgründl“ lässt meine Phantasie anspringen, aber auch später, zu Huase kann ich keinerlei Informationen zu diesem interessanten Namen finden. Am markanten Steinmandl pausieren wir nochmals, doch richtig gemütlich ist es auch hier nicht. Der Blasius ist wieder arg am wüten…

Am Überfallgründl

Wir ziehen uns schnell um, fellen ab und machen uns schnell aus dem Staub. Kaum haben wir ein paar Schwünge in den Nordhang gemacht, wird der Wind zum Glück weniger. Die Schneequalität ist nicht prickelnd, aber zumindest im oberen Teil relativ hart und gut zu fahren.

Der Wind faucht uns um die Ohren

Bald erreichen wir den Wald, hier ist der Schnee patzig und weich, das Fahren eine echte Herausforderung. Trotz alledem macht die Fahrt doch ein wenig Spaß. Nach einer „richtigen“ Waldbahn erreichen wir die Profeglalm, auch Ochsenalm genannt. Wir machen hier eine kurze Pause, nun scheint die Sonne ein wenig, der Platz ist windgeschützt und wir genießen den feinen Moment an der Alm.

Wasser holen bei der Alm

Doch wir müssen weiter, nochmals geht es durch den Wald, die Abfahrt ist nicht einfach. Dann erreichen wir den Forstweg und ab hier ist die Abfahrt zwar unspektakulär, aber zumindest nicht mehr so schwierig zu meistern. Irgendwann ist der Schnee wieder fertig und wir müssen die letzten paar hundert Meter zu Fuß laufen.

Abfahrt über die Almstraße

Vom Hinterlarcher fahren wir über Patsch nach Hause, beim Altwirt besuchen wir noch einen Bekannten, und essen eine Kleinigkeit.

Tourendaten
Gesamtlänge: 12,98 km
Gesamtdauer: 3:30 h
Höhenmeter: 1.088 m
Lawinenwarnstufe: 2

200104 Skitour Schartenkogel (2.310m)

Das Wetter ist zwar durchwachsen, aber Michi und ich haben doch ausgemacht, heute eine kleine Skitour auf den Schartenkogel zu wagen. Da nicht gerade viel Schnee liegt, ist die Talabfahrt gesperrt. Wir nutzen daher für den ersten Teil des Aufstiegs, also bis Halsmarter, die neue Gondel. Da ich heute ein wenig verplant bin, felle ich erst im Lift auf… dank dem großzügigen Platzangebots in der Gondel kein Problem.

Bei der Bergstation satteln wir um auf unsere Ski und starten gleich los, erst ein wenig flach, doch dann gleich mal den steilen Abschlußhang hinauf. Der Schnee ist griffig, daher kommen wir gut ohne Harscheisen aus.

Blick vom Ziehweg zur Bergstation des Schartenkogellifts

Rasch erreichen wir erst das Ende des Schlepplifts, dann gehen wir über die linke Piste weiter Richtung Ziehweg.

Michi, im Hintergrund sieht man überall Steine… die Schneeauflage ist nicht üppig

Auch den Ziehweg haben wir rasch überwunden, dann sind wir schon beim letzten Aufschwung.

Kurz vor dem Ziel… im Hintergrund ein schöner Blick auf Innsbruck

Von der Bergstation „Schartenkogellift“ sind es nur noch ein paar Meter, dank wenig Schnee müssen wir uns einen Weg durchs Geröll bahnen… aber immer mit Schnee unter den Fellen.

Kurz vor dem Gipfel

Hier fellen wir ab, verstauen unser ganzes Zeug und beschließen, rasch wieder abzufahren. Es ist nicht gerade fein hier oben, es bläst ein kalter Wind…

Bei der Abfahrt machen wir noch einen Einkehrschwung in der Tulfein-Alm. Nun unter neuem Pächter, hat sich die Hütte dennoch nicht verändert ist nach wie vor gemütlich und auch gut besucht.

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:00 h
Gesamtlänge: 7,62 km
Höhenmeter: 796 m

200101 Skifahren zu Weihnachten

Heuer will der Winter nicht richtig in die Gänge kommen, aber trotzdem, auch dank Beschneidung sind ein paar Skigebiete offen. Für uns am nächsten sind der Patscherkofel und der Glungezer, also fahren wir fast täglich auf die Piste…

Oben am Berg ist die Piste gut, die Talabfahrten sind leider gesperrt. Das bedeutet am „Kofel“ eine sehr kurze Abfahrt, die uns aber trotzdem sehr viel Spaß macht…

Wir setzen unsere Abfahrten dann, zumindest wo genug Schnee liegt, abseits der Pisten im feinen Powder. Das ist lustig und macht die kurze Abfahrt dann doch erträglich…

Da Letu zu Weihnachten eine GoPro bekommen hat, müssen wir natürlich permanent gefilmt werden, auch Fotos sind immer wieder dabei. Er hat eine Mords Freude an dem neuen Teil, und ich muss zugeben, ich auch…

Das Wetter ist mal gut, mal weniger gut, aber für die Weihnachtstage sind wir gut aufgehoben. Uns Dreien, Sara, Letu und mir hat die Skifahrerei auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht… insgesamt sind wir über die Weihnachtstage 10x auf der Piste.. also fast jeden Tag.

191231 Jahresrückblick 2019

Einführung

Das Jahr 2019 war wieder mal ein Ereignisreiches… viele verschiedene Aktivitäten habe ich machen dürfen, viele in unserem schönen Tirolerlandl, aber auch in anderen Gefilden. Nicht alles war arg sportlich, aber jede Tätigkeit hat richtig Spaß gemacht. Hier möchte ich mich auch mal bei meine Bergfreunden und speziell auch bei meinen Kindern bedanken, die viele Touren mitgemacht und erst durch ihre Anwesenheit zu den Erlebnissen gemacht haben, die mir immer in Erinnerung bleiben werden…

AktivitätDistanzHöhenmeter
Gesamt3823.056,57 km58.046 m
Bergsteigen30239,70 km19.293 m
Fahrradfahren2672.205, 20 km30.186 m
Laufen40239,53 km5.729 m
Übersichtstabelle

Bergsteigen

Auf dem Gipfel des Habicht

Highlights heuer waren sicher die Besteigung des Habichts, Kleinem und Großem Bettelwurf und auch der Aufstieg in den Kalkkögeln. Auch ein Klassiker, der Sonnenaufgang auf der Serles ist sich ausgegangen.
Die Tour auf den Säuling mit Letu ist natürlich auch hervorzuheben… die war wunderbar und auch die tolle Herbstour auf die Vennspitze mit meinem Papa und wieder Letu.
Bei den Mehrtagestouren konnte ich heuer auch mit meiner Mama und den zwei Kindern auch eine besondere Tour verbuchen, wir sind ins Kaisertal bei Kufstein gewandert, mit einer Übernachtung auf dem Anton-Karg-Haus.

Skitouren

Abfahrt von der Rosslaufspitze

Beim Skitouren-Gehen habe ich heuer nicht viel vorzuweisen, eine tolle Tour war allerdings mit Wolfi auf die Rosslaufspitze im Nurpenstal.

Reisen

Kurze Pause in Murano

Auf Achse waren wir heuer auch ein paar Mal, die Highlights hier waren sicher der Besuch Venedigs und auch der Familienurlaub in Lignano. Und auch hier gibt es einen familieninternen Klassiker, das Buabenwochenende im Frühjahr… 2019 am Gardasee, mit Klettersteigeinlagen.
Von der Arbeit aus ging es mal nach Phoenix, Arizona, von wo ich auch viele neue und tolle Eindrücke mitgebracht habe.

Fahrradfahren

Aussicht auf Innsbruck

Fahrradfahren, bzw. Mountainbiken hat sich heuer fast ausschließlich auf meinen täglichen Arbeitsweg beschränkt… keine einzige außertourliche MTB-Tour habe ich heuer geschafft…

Geocachen

Letu und ich beim Geocachen in Kufstein

2019 habe ich genau 500 Geocaches in den verschiedensten Verstecken gefunden… aber das „Battle“ gegen meinen Lieblingscacher OHSO habe ich leider verloren… der ist mit 1020 Dosen dieses Jahr ganz klar an mir vorbeigezogen… ich hoffe hier auf ein gutes 2020…

Sonnenuntergang, gesehen von den Kalkkögeln (Steingrubenkogel)

191227 Skitour Patscherkofel (2.246m)

Nachdem ich am Vormittag mit Letu beim Skifahren war, beschließe ich am Nachmittag noch eine kurze Skitour auf den Patscherkofel zu machen. Michi ist auch mit von der Partie… eigentlich war es ja ihre Idee.

Da die Talabfahrt aktuell gesperrt ist, fahren wir bis zur Mittelstation, dort ziehen wir die Ski an und laufen los.

Das Wetter ist nicht so sonnig wie am Vortag, aber das tut unserer Freude keinen Abbruch. Wir erreichen ziemlich rasch das Patscherkofelhaus, da es uns noch zu kurz war, beschließen wir gleich weiterzugehen.

Es schneit mittlerweile recht gut, die Sicht ist nicht besonders, aber da wir den Weg kennen, ist das kein Problem. Da wir den „Ziehweg“ auf den Gipfel nehmen, machen wir fast keine Höhenmeter, dafür aber ein wenig Horizontalweg… nicht gerade spannend, aber es passt uns trotzdem gut.

Bald schon erreichen wir den Gipfel, der Schnee hat sich in meinem Bart und auch den Haaren festgesetzt…

…als ich das Stirnband abziehen will, merke ich, dass meine Haare an dem Band festgefroren sind… aua, das hat richtig weh getan.

Wir bleiben nicht lange am Gipfel, es ist nicht besonders gemütlich. Schnell fellen wir ab, dann fahren wir den Ziehweg zurück zum Patscherkofelhaus. Hier bleiben wir auch nicht stehen, über die Patscher Alm fahren wir ins Tal.
Der untere Teil der Abfahrt ist nicht präpariert, daher ist die Fahrt nicht gerade angenehm. Und doch kommen wir bis auf wenige Meter zur Talstation. Die letzten 200m müssen wir die Ski tragen, dann erreichen wir das Restaurant bei der Kofelbahn. Dort lassen wir die Tour mit einem „Tiroler Gröschtl“ ausklingen.

Tourendaten

Skitour
Gesamtdauer: 1:30 h
Gesamtlänge: 4,21 km
Höhenmeter: 538 hm

Abfahrt
Gesamtdauer: 0:30 h
Gesamtlänge: 6,57 km
Höhenmeter: -1.266 hm

191226 Skifahren Schlick2000

Obwohl der Winter heuer nicht gerade rosig gestartet ist, sind doch ein paar Skipisten offen und können auch recht gut befahren werden. Wir, die Kinder und ich, haben beschlossen, die Weihnachtsferien auf der Piste zu genießen. Heute steht mal das Schigebiet „Schlick2000“ auf dem Programm

Letu und Sara

Zuerst einmal erkämpfen wir uns am Parkplatz. Später erfahren wir, dass die Straße zum Stubaier Gletscher wegen Lawinengefahr in der Früh gesperrt war und daher viele Skifahrer ausgewichen sind… unter anderem auch in die Schlick. Auf der Piste werden wir davon aber nicht viel merken.

Kalkkägelblick mit Ochsenwand

Der Tag ist wunderschön, aber auch kalt. Dafür ist die Piste in Traumzustand und wir genießen jeden Schwung. Im Hintergrund dominiert die Ochsenwand, die ich vorletzten Sommer mit Papa bestiegen habe… gerne denke ich daran zurück.

Kalkkögelblick mit Ochsenwand

Da das Skigebiet riesig ist, verläuft sich der unten vermutete Ansturm und verteilt sich gut auf die verschiedenen Pisten. Es macht richtig Spaß, hier zu fahren.

Sara und ich

Einziger Wermutstropfen ist die Kälte, die uns heute in den Fingern und Zehen kitzelt…

Super Piste…

Das Skigebiet gefällt uns ausnehmend gut, hier werden wir sicher nochmals herkommen…

Nochmals die Skifahrer…

Wir nutzen den Vormittag gut aus, am frühen Nachmittag lassen wir es dann „gut sein“, es hat sich auf jeden Fall rentiert, hier ein paar Schwünge zu machen!

191027 Vennspitze-Runde [2.450m]

Heute in der Früh geht’s los, wir, das heißt, Opa, Letu und ich machen uns auf ins Wipptal. Unser Ziel ist ein eigentlich typischer Skiberg, die Vennspitze und evtl. lässt sich „hinten“ noch ein wenig dranhängen. Um kurz nach 8:00 Uhr fahren wir in Aldrans los, ein Privileg des Herbstes, man kann recht spät starten. Wir fahren bis zum Wanderparkplatz beim Gasthof Steckholzer, dort starten wir zu unserem Tagesunternehmen.

Die Herbstzeit ist zwar nicht mehr mit den hohen Temperaturen des Sommers gesegnet, aber gerade heute ist ein sehr angenehmer Tag. Fast T-Shirt-Temperaturen… Und eines hat der Herbst den anderen Jahreszeiten voraus… die wunderbaren Farben. Wir starten unsere Wanderung durch einen Lärchenwald, die leucht-gelben Nadelbäume werden uns heute noch lange begleiten. Wunderschön anzusehen…

Noch ist es im Schatten ein wenig frisch, sobald die Sonne rauskommt, wird es aber wieder warm. Wir steigen über sanfte Böden immer weiter, überall um uns herum leuchten die wunderschönen Lärchen.

Nach einiger Zeit erreichen wir die Waldgrenze, anstatt leuchtender Herbstbäume haben wir nun Matten mit Wacholdersträuchen, so weit das Auge reicht. Eine kurze Felsstufe im Aufstieg meistern wir auch schnell.

Der Ausblick ist ab der Waldgrenze phänomenal, das Wetter ist heute herrlich, ich kann es nicht oft genug sagen. Und die Aussicht ist in alle Richtungen wunderbar! Letu hat heute sein kleines Fernglas dabei, da wird auch so manchem Gamsl nachgeschaut.

Schlussendlich sind wir am Gipfelgrat angelangt, am Zaun entlang geht es hinauf zum ersten Gipfelkreuz, nämlich dem der Vennspitze [2.390m].

Direkt am Grat, wie hier nicht anders zu erwarten, bläst ein leichter Wind. Doch schon ein paar Meter nördlich des Kreuzes finden wir ein windstilles Plätzchen und genießen unsere mitgebrachte Brotzeit. Dann machen wir uns auf zum nächsten Gipfel, des Rossgrubenkogels [2.450m]. Der Weg zwischen den zwei Gipfeln ist nicht schwer zu gehen, aber teilweise sehr ausgesetzt. Letu macht seine Sache aber sehr gut und ohne Probleme erreichen wir unser nächstes Ziel.

Der weitere Weg führt uns zum Silleskogel [2.418m], auch einer der bekannten Skiberge, im Sommer aber selten besucht. Hier ist kein Gipfelkreuz montiert, eine Steinplatte zeigt den höchsten Punkt hier an. Auch hier bleiben wir nur ganz kurz, nun geht es steil hinunter zum Geierschnabel, einer sehr beeindruckenden Felsformation…

Der sichtbare Pfad zieht rechts vom Geierschnabel steil zu einer Kuppe. Wir beraten uns, schauen uns den weiteren Weg an und kommen zu der Feststellung, dass wir falsch gegangen sind. Wir müssen nochmals aufsteigen, hinauf zum Geierschnabel, denn der Weg führt von hier durch ein breites Tal hinunter zur Sillalm.

Wir gehen nach Erreichen des Geierschnabel weglos in die Talsenke, sehr schön zu gehen, und schwierig ist es auch nicht. Aber wir sind schon eine gute Weile am Weg, Letu wird ein wenig müde. Aber er hält sich wacker… und beeindruckt Opa und mich!

Über Stock und Stein, im wahrsten Sinne des Wortes gehen wir Talabwärts, Richtung Sillalm. Da wir zumindest im oberen Teil keinen Weg haben, suchen wir uns immer wieder den Pfad des geringsten Widerstandes. Das geht gut, denn Schwierigkeiten stellen sich uns keine in den Weg. Schlussendlich erreichen wir doch wieder einen gut ausgeprägten Pfad, der uns weiter talwärts führt.

Nach langer Strecke ohne richtigen Wegen sind wir dann froh, als wir die Forststraße erreichen, die wieder in unseren Karten eingezeichnet sind. Naja, Froh ist vielleicht der falsche Ausdruck, die Wanderung durch das Gelände hat uns allen Dreien sehr viel Spaß gemacht. Im Tal kehren wir noch im Gasthaus Steckholzer ein und genießen die feine Herbstsonne.

Eine wunderschöne Überschreitung der Venner Berge, die uns sicher noch länger in Erinnerung bleiben wird…

Tourendaten
Gesamtdauer: 5:00 h
Gesamtlänge: 11.77 km
Höhenmeter: 1.167 hm

191013 Kaiser-Max-Grotte

Nachdem wir heute Vormittag schon eingespannt waren, ist sich eine längere Wanderung nicht mehr ausgegangen. Aber es gibt so viele schöne und auch nahe Ziele in unserem wunderbaren Land, die man gerne mal übersieht. So ist es uns jetzt seit Jahren mit der Kaiser-Max-Grotte gegangen. Einmal waren wir mit den Kindern oben, aber das ist schon lange her. Immer wieder fahren wir mit dem Auto oder Zug unter der beeindruckenden Martinswand durch und sagen laut: „Da müssen wir jetzt aber echt mal wieder rauf…“

Wir starten in Zirl und wandern die Brunntalstraße hinauf. Diese ist auch bei Mountainbikern beliebt, deshalb müssen wir hier gut aufpassen, denn so Mancher „schießt“ schnell um die Kurve. Zum Glück zweigt der Weg bald ab, ein Steig führt nun über den Steinbruch hinauf zur Grotte.

Die Aussicht ist phänomenal, es ist immer wieder beeindruckend, wie rein die Herbstluft doch ist.

Schnell machten wir Höhe, ab dem Steinbruch ist es dann flach und angenehm zu gehen. Dieser Zugang wurde erst 2015, nachdem der Steig einige Jahre gesperrt war, wieder eröffnet. Nun verläuft der Weg nicht mehr im Wald, sondern direkt durch den Steinbruch.

Unterwegs machen wir mal eine kurze Pause bei einer kleinen Höhle, die jedoch nur ein paar Meter vor unserem eigentlichen Ziel liegt.

Nach einem Schluck Wasser und einem kleinen Verschnaufer geht es um die Kurve weiter, das Ziel schon im Blickfeld.

Und dann ist das Bänklein beim großen Maximiliankreuz erreicht. Die Aussicht ist wunderschön und wir genießen die Aussicht. Es ist fein warm, eigentlich wollen wir gar nicht mehr runter. Aber irgendwann müssen wir halt doch…

Wir folgen dem gleichen Weg hinunter bis zur Abzweigung auf die Brunntalstraße.

Auf dem Weg runter fällt Letu noch ein „Steinherz“ im Steinbruch auf… eine glatte Stelle im sonst so zerfurchten Steinbruch.

Von der Brunntalstraße machen wir noch einen Abstecher zur Geisterbühelkapelle. Über den interessanten Namen dieser Kapelle konnte ich leider nichts herausfinden, aber der Platz ist schön und ruhig.

Auf dem Weg ins Tal findet Letu noch einen Speer, der dann unterwegs immer wieder geworfen wird. Am Schluss hat er das schon ganz gut heraußen…

Tourendaten
Gesamtdauer: 1:30 h
Gesamtlänge: 4,33 km
Höhenmeter: 261 hm

191012 Waltenhofen am Forgensee

Gefühlsmäßig hat sich der Herbst dieses Jahre länger Zeit gelassen, Einzug zu halten… aber nun, plötzlich, färbt sich die Natur in den wundersamsten Farben, die Sonne scheint warm vom Firmament und es ist einfach wunderbar. Wir sind in Pflach, bei der Oma und überlegen uns, wie wir diesen Tag wohl am Besten würdigen können.

Schon länger haben wir besprochen, im Allgäu einen Spaziergang zu machen, die Wieskirche, Steingaden und die schönen Ortschaften am Lech locken… schlussendlich entschließen wir uns, bei Waltenhofen einen schönen Spaziergang am Forggensee zu machen.

Von Waltenhofen wandern wir gen Norden, am Ufer des wunderschön gelegenen Forggensees entlang. Dieser idyllische See ist ein Stausee, von 1951 bis 1954 nach langen Verhandlungen und Planungen gebaut wurde. Ortschaften mußten verlegt werden, 252 Menschen wurden umgesiedelt und in den Fluten versank so manches Gebäude, so auch die ehemalige bischöfliche Mühle und ein Teil der Via Claudia Augusta. Teilweise können diese Zeugnisse der Vergangenheit bei Niedrigwasser bewundert werden.

Am See entlang machen wir immer wieder Pausen, die Kinder tun „Steine flippen“, Sara stellt mit 7 Sprüngen einen neuen Rekord auf. Und für Oma ist natürlich auch was dabei, bei diversen Hochwassern ist so manche Wurzel am Seeufer angeschwemmt worden, diese gilt es zu bewundern… denn zum Mitnehmen ist heute leider kein Platz.

An einer Landzunge nördlich von Waltenhofen machen wir dann eine Pause, genießen die wärmende Sonne, während die Junioren sich mutig in die Fluten stürzen. Es bleibt aber nur beim Versuch, das kühle Nass macht heute seinem Namen alle Ehre!

Nach der Pause und einer feinen Jause spazieren wir wieder zurück nach Waltenhofen. Dort wollen wir uns noch unbedingt die Pfarrkirche „St. Maria und Florian“ anschauen. Diese Kirche geht auf eine Gründung durch den Priester Tasso, begleitet vom „Ällgäuheiligen“ Magnus im Jahre 742 zurück.

Der heute sichtbare stattliche Bau geht auf das 14. Jahrhundert zurück. Der Innenraum ist geprägt von der Barockisierung im 18. Jahrhundert.

In der Kirche genießen wir die Ruhe und danken wieder für einen schönen Tag, den wir genießen durften.

190923 Kleiner und Großer Bettelwurf [2.726m]

„[…]U. 10 ist der höchste Punkt erreicht. Jetzt erst fliegen die Blicke rings in’s Weite. Blauer Himmel oberhalb und die vorhandenen Wolken über den Gebirgen. Rufe der Freude schallen hernieder rings in’s Thal.“

Carl Gsaller, Österreichischer Alpinist

Um 6:00 Uhr ist Abmarsch, das Dreiergespann, Michi, Max und meine Wenigkeit stehen wieder mal in den Startlöchern. Der vierhöchste Karwendelgipfel ist heute unser Ziel.

Wir wollen über die Bettelwurfhütte [2.077m], den Klettersteig auf den Kleinen Bettelwurf [2.650m] und dann auf den Großen Bettelwurf [2.725m] gehen. Gestartet wird am Hackl, dem Eingang zum geschichtsträchtigen und mir gar so lieben Halltals.

Wir steigen auf dem unteren Fluchtsteig, da es noch recht finster ist sehen wir nicht viel, auf zum Wasserwerk der Hall AG, jenem besonderen Bauwerk, das wegen Muren- und Lawinengefahr in der Berg gebaut wurde und somit heutzutage als sicher gilt. Nun kitzel die Sonne schon die ersten Berggipfel, schön sind sie an zusehen, Speckkarspitze und Lafatscher…

Hier startet der neue Steig auf die Bettelwurfhütte, nachdem der alte Steig dem „Zorn“ der Bettelwurfreise zum Opfer gefallen ist. Steil geht´s erst durch lichten Wald und Latschen, dann erreichen wir auch schon die Reise selber, und gehen im Zickzack, vorbei am Gamsgufel hinauf zum Alten Schlag.

Hier tauchen wir nun wieder ein in die Latschen, da es aber noch relativ kühl ist, ist der Aufstieg angenehm und wir kommen zügig voran. Ich erinnere mich noch an ein Mal, wo ich hier später am Vormittag unterweg war… da war ich richtig ins Schwitzen gekommen.

Vorbei am Juchizer, von hier hat man einen ersten Blick auf die Bettelwurfhütte, und ein paar Gämsen erreichen wir den Quergang zur Hütte. Nun haben wir unser erstes Ziel schon fest vor Augen und nach 2:45 h haben wir endlich die AV-Schutzhaus erreicht. Wir machen nur eine kurze Pause, noch lange ist unser Weg heute

Direkt hinter der Hütte ist der Weg auf den Kleinen Bettelwurf angezeigt, vor uns ist eine größere Gruppe, wie wir später erfahren vom Alpenverein. Abgesehen davon sind noch ein paar Individualisten unterwegs, ansonsten ist es heute recht ruhig. Evtl. spielt das Wetter eine Rolle, besonders sonnig ist es nicht, aber das Wolkenspiel dafür umso schöner und imposanter.

Wir steigen über den Rücken bis zu den Felsbändern auf, dann wird es Zeit, das Klettersteigset anzulegen. Der Steig auf den Kleinen Bettelwurf ist kühn angelegt, nicht besonders schwer, aber entgegen den heute gewohnten Klettersteigen auch nicht durchgehend gesichert. Immer wieder müssen Bereiche bis zum Schwierigkeitsgrad UIAA II- begangen werden. Nicht arg schwierig, aber ungewohnt und auch sehr anregend.

Bänder, kleine Wände, Stufen, wie Bänder… schön zieht sich der Steig direkt Richtung Einschartung zwischen Kleinem und Großem Bettelwurf. Bei dieser müssen wir nochmals ein paar Meter in die entgegengesetzte Richtung, damit wir endlich auf unserem ersten Gipfel stehen. Der Kleine Bettelwurf ist erreicht, nicht ohne kleine Irrwege bei den letzten Metern…

Nun haben wir uns eine „gscheite“ Brotzeit verdient, es ist gerade windstill, zwar keine Sonne, aber aushaltbar. Wir sitzen schlussendlich nicht so lange hier, denn die Kälte kriecht unter das Gewand und die Finder werden taub…

Wir machen uns wieder auf den Weg zurück zur Einschartung, ab hier geht’s nun ein wenig mehr zur Sache. Von der Philosophie, nicht alles mit Stahlseilen abspannen zu müssen, hat sich wenig geändert, aber die Schwierigkeit ist nun ein wenig höher. Tritte sind spärlich, trotzdem kommen wir gut voran… und es macht richtig Spaß.

Ein paar Leute vor und hinter uns sind ohne Klettersteigset am Weg, naja, jeder wie er will. Die meisten Stellen gingen auch ohne, aber zwei, drei Stellen möchte ich ohne KS-Set nicht bewältigen müssen…

Bald schon werden die Schwierigkeiten weniger, wir sind noch auf dem Plateau vom Gipfel und wandern noch auf schönem Steig, nahe am Grat hinauf zum Höchsten Punkt des Massivs. Glücklich erreichen wir den Gipfel des Großen Bettelwurfs [2.736m], einem der wenigen Berge im Karwendel, die die Höhe von 2.700m übersteigt.

Die Aussicht ist grandios, die ersten schweren Wolken sind schon am Pflerscher Tribulaun zu sehen. Der Wetterumschwung wird nicht mehr lange auf sich warten lassen…

Allzu lange bleiben wir nicht, denn die Gipfelhause beim letzten Gipfel war definitiv angenehmer. Der Wind hat aufgefrischt und es ist recht kühl geworden. Also auf ins Tal… es sind noch über 2.000 Höhenmeter runter. Gerade als wir starten wollen, rutscht Michi auf einer Schotterreise aus… puh, das war knapp. Ausrutschen ist hier nie eine gute Idee!

Nun machen wir uns über das Eisengattergrat auf ins Tal. Schnell laufen wir die gut abgesicherte Steiganlage, an den kniffligen Stellen sind Stahlseile. Plötzlich das nächste Unglück… Max rutscht auf einem Stein aus und schlägt sich den Daumen auf, und zwar richtig. Er blutet richtig, daher muss ein Schnellverband drauf… Michi hat das schon im Griff. Bald ist unser Schwerverwundeter versorgt und wir können weiter.

Der Weg zieht sich, aber irgendwann kommt dann doch die Hütte in Reichweite. Vorher sehen wir noch ein paar Gämsen, die auf dem Steiglein stehen. Noch ein Hinweis drauf, das sich das Wetter wohl verschlechtern wird…

Schlussendlich erreichen wir die Hütte und gönnen uns eine Pause mit Speis und Trank. Das Wetter ist wieder ein wenig besser geworden, aber von Schön ist es noch weit entfernt. Wir genießen die Pause auf dem „schönsten Balkon in Innsbrucker Nähe“. Leider sind die Wirtsleute ein wenig gestresst und daher nicht so fein wie sonst. Aber jeder halt mal einen schlechten Tag, das wird schon wieder…

Bei der Hütte haben wir noch ausgemacht, einen Sprung nach St. Magdalena zu schauen, dort ist es auch immer fein zu sitzen. Ein kurzer Gegenanstieg sollte uns wohl nichts ausmachen… von der zweiten Ladhütte bis ‚Magdalena ist es eh nur 10 Minuten… sag ich!

Erst müssen wir mal zur Ladhüttekommen. Wir steigen flott ab, überholen so manche Mannschaft, auch den Innsbrucker Alpenverein. In der Bettelwurfreise nehmen wir fast jede mögliche Abkürzung über den Schotter und haben in Null-Komma-Nix den Talboden bei der Ladhütte erreicht. Obwohl wir schnell gehen, schaffen die die prognostizieren 10 Minuten nach Magdalena knapp nicht, aber das Kaltgetränkt schmeckt dann trotzdem und ich werde nicht angefeindet… a feine Truppe sind wir schon!

Der Schlussweg führt uns dann über den wunderschönen Fluchtsteig hinunter nach Absam, zum Hackl. Unterwegs sehen wir den Schaf-Abtrieb von St. Magdalena, die Tiere müssen jetzt auch wieder ins Tal.

Nach über 9 Stunden erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt. Hier, eine echte Wohltat, hängen wir unsere Füsse ins Kneippbecken, bis sie schmerzen… doch anschließend sind die Beine wieder fit.

Noch ein Blick zurück offenbart die wunderschönen Berge, die wir heute wieder besuchen durften. Einfach herrlich…

Tourendaten
Gesamtdauer: 9:20 h
Gesamtlänge: 21,94 km
Höhenmeter: 2.297 hm