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200904/05 Wien Tag I und Tag II

Tag I (03. September 2020)

Schon lange haben wir geplant, nach Wien zu fahren, die Kinder und ich. Heute ist es endlich soweit, wir fahren nach dem Mittagessen mit dem Railjet von Innsbruck über Salzburg, Linz, St. Pölten nach Wien. Sozusagen eine Hauptstadtkette…

Am frühen Abend, nach 4,5h Fahrzeit erreichen wir die Bundeshauptstadt.

Vom Hauptbahnhof fahren wir mit der U-Bahn direkt zu unserer Unterkunft, das Fahren mit Ebendieser ist ein Erlebnis der besonderen Art; speziell Letu hat sehr viel Spaß an der Fahrt mit der U-Bahn.

Schlussendlich erreichen wir beim Schottentor unsere Unterkunft. ein kleines, aber feines Apartment in der Nähe der Universität. Beim Öffnen der Türe entfährt den Kindern ein verwundertes „Oha“… schön ist es hier…

Wir beschließen, heute den Abend gemütlich angehen zu lassen, richten uns ein und gehen noch zu einem Lebensmittelgeschäft. Dort besorgen wir Snacks und Frühstück, und auch eine Pizza für den Abend. So gerüstet geht es zurück zum Apartment.

Das Abendessen schmeckt uns dann so richtig, und wir schmieden Pläne für den nächsten Tag…

Tag II (04.September 2020)

Den zweiten Tag (und ersten „Sightseeing-Tag“) starten wir mit einem herzhaften Frühstück, das uns Sara zubereitet. Es gibt lauter leckere Sachen, so gestärkt sind wir heute fit für ein dichtes Programm…

Unsere erste Station ist der Stephansdom, auch Steffl genannt. Als wir am Stephansplatz ankommen sind wir verwundert, wie wenig Menschen hier sind… es ist zwar noch Früh am Tag, aber trotzdem irgendwie komisch…

Es sind auch im Dom selber wenige Touristen und Einheimische, für uns natürlich ideal, weil so kann man auch was von der besinnlichen Stimmung aufnehmen. Der Rundgang führt uns an verschiedene Plätze in der Kirche, mittels Audioguide werden die einzelnen Bereiche erklärt.

Anschließend fahren wir mit dem Lift hinauf in den Nordturm. Sprechen ist im Lift verboten, es ist ja Coronazeit! Oben angelangt, bewundern wir die „Pummering“, die größte Glocke Österreichs. Nachdem die erste, alte Pummering 1945 beim Brand vom Steffl aus dem Kirchturm abstürzte und zerbrach, wurde mit 1957 die neue Pummering eingeweiht (diese ist zwar nicht mehr so prunkvoll wie die erste Glocke, dafür ist sie aber klanglich um einiges besser).

Am Steffl drehen wir dann noch eine Runde um das Kirchenhaus und bewundern es von allen Seiten. Besonders interessant ist die das Bildnis des „Zahnweh-Herrgotts“.

In der Nähe des Steffls finden wir auch noch das Römermuseum, das die Geschichte Vindebonas anhand ein paar gefundener Mauerreste aufzeigt. Das Museum ist klein, aber fein und wir finden es sehr interessant.

Mit der U-Bahn geht es dann weiter zur Ringstraße, nächstes Highlight ist das Naturhistorische Museum, kurz NHM.

Dort bewundern wir die umfangreichen Ausstellungen von Mineralien, präparierten Tieren, dem Werdegang der Menschheit und vieles mehr. Mir scheint, dass in den letzten Jahren sehr viel renoviert und restauriert wurde… auf jeden Fall ist das Museum einen Besuch wert.

Vom NHM wandern wir hinüber zur Hofburg. Am Heldenplatz schauen wir uns die Reiterstatue von Prinz Eugen an, dann gehen wir durch die Hofburg weiter in die Altstadt hinein.

Hier wandern wir von Gasse zu Gasse, ein paar Geocaches werden auch eingesammelt. Immer wieder lädt ein kleiner Platz oder Brunnen ein zum Verweilen, gegen den kleinen Hunger gönnen wir uns dann mal einen Bosna.

Einem Wunsch meiner Kinder, das neue, hippe Bubble-Tea-Lokal zu besuchen, wird auch entsprochen. Als wir dort ankommen, steht eine lange Schlange, hauptsächlich Teens, vor dem Lokal… jaja, denke ich mir, so ist das mit den In-Plätzen, da will halt jeder hin. Die Kinder lassen sich nicht aus der Ruhe bringen und stellen sich brav an… und siehe da, schneller als erwartet haben sie ihren Bubble-Tea erhalten.

Ein Lokal, das eher meinen Geschmack trifft, ist das Hawelka. Als wir hier vorbeispazieren, beschließen wir spontan, hier noch Kaffee und Kuchen zu konsumieren. Auch hier, es verwundert mich sehr, gähnende Leere… zur Zeit ist Wien ein guter, weil wenig überlaufener Platz zum Besuchen…

Wir genießen unseren Kaffee, rasten ein wenig. Langsam werden wir müde, es wird Zeit, den Retourweg anzutreten. Am Nachhauseweg kommen wir noch an Wasserwellen-Lebensbrunnen vorbei. Dieser schöne Brunnen wurde aus dem größten Lapislazuli-Monolithen, das jemals gefunden wurde, geformt. Überall schimmert dieses unvergleichliche Blau am Brunnen heraus, ein wunderschönes Stück Kunst.

Schlussendlich erreichen wir wieder die Umgebung vom Rathaus, hier wandern wir noch durch einen schönen Park, dann erreichen wir müde, aber reich an schönen Eindrücken unser Apartment.

Da wir unter Tags immer wieder Kleinigkeiten gegessen haben, sind wir nicht mehr besonders hungrig. Ein wenig Brot ist noch zu Hause, daher beschließen wir, nichts mehr zu unternehmen und uns einen feinen Abend zu machen. Ein toller Tag neigt sich seinem Ende zu.

Sehenswürdigkeiten:

  • Stephansdom
  • Römermuseum
  • Naturhistorisches Museum
  • Altstadt
  • Hofburg
  • Heldenplatz
  • Bubble-Tea Shop
  • Hawelka
  • Wasserwellen-Lebens-Brunnen

200821 Steingrubenkogel (2.633m)

Das Wetter soll am Wochenende wieder schlechter werden, der schönste Tag soll der heutige Freitag werden. Spontan beschließen Michi und ich, noch eine etwas andere Sonnenaufgangstour zu machen. Wir treffen uns um 2:45 Uhr in Innsbruck und starten mit einem Auto los Richtung Kemater Alm.

Dort wird dann erst mal das Geleucht aufgesetzt, denn es ist noch richtig finster… da brauchen wir eine gute Beleuchtung, um den Weg zu finden. Rasch erreichen wir die Adolf-Pichler-Hütte (1.977m), im oberen Stock sehen wir schon die ersten Lichter… noch wissen wir nicht, wen wir hier später noch treffen werden.

Weiter geht es von der Hütte über ein steiles Kar hinauf zur Alpenklub-Scharte (2.451m). Der Weg ist steil, im oberen Bereich auch ein wenig brüchig, aber durch die Dunkelheit haben wir einen großen Vorteil… wir sehen nicht, wie lange der Aufstieg ist.

Bei der Alpenklub-Scharte angekommen, ziehen wir uns das Klettersteigset an, im Westen ist schon ein Silberstreif am Horizont sichtbar. Doch noch ist es nicht hell genug, um ohne Lampen weiterzugehen. Die Stimmung ist ein Wahnsinn, über uns ein wunderschönes Himmelszelt und über den Bergen das eben erwähnte erste Zeichen eines neuen, wunderschönen Tages.

Der Klettersteig auf den Steingrubenkogel ist nicht schwer, seit ein paar Jahren sind auch die Versicherungen auf neuen Stand gebracht. Die Routenführung ist sehr gelungen, nicht umsonst wird dieser Klettersteig manchmal mit den großen Steigen in den Dolomiten vergleichen. Die schwierigste Stelle, Schwierigkeit C, ist ein Kamin kurz vor dem Gipfel, der aber mittels Metallstiften ein wenig entschärft ist.
Nachdem diese Stelle gemeistert ist, sehen wir schon bald das Gipfelkreuz.

Wir erreichen den Gipfel der Steingrubenkogels (2.633m), ziehen uns eine Jacke an, setzen uns hin, und schon beginnt das Spektaktel. Ein Wunder, das jeden Tag aufs Neue bewundert werden kann. Der Sonnenaufgang über den Bergen. Wir sind auf die Sekunde genau angekommen… keine 5 Minuten haben wir warten müssen.

Der Feuerball schiebt sich nun immer weiter über den Horizont, und damit kommt auch ein wenig Wärme zu uns. Wobei man heute sagen muß, daß wir wahrscheinlich einen der wärmsten Tage im Gebirge erwischt haben, der Aufstieg mit kurzer Hose und T-Shirt auf dieser Höhe ist nicht alltäglich.

Während wir die Stimmung rund um uns aufsaugen, schnell ändern sich die Farben und auch das Licht, verzehren wir unsere Brotzeit, die nätürlich auf dieser Höhe besonders gut schmeckt…

Wir sitzen eine Weile, doch irgendwann müssen wir auch wieder ins Tal, während Michi heute frei hat, heißt es für mich nach der Tour noch zur Arbeit zu gehen. Das sollte mir allerdings ob dem tollen Tagesstart heute nicht schwerfallen.

Der Abstieg von diesem Berg erfolgt gleich wie der Aufstieg. Da wir früh unterwegs sind, müssen wir uns den Steig mit niemandem teilen. Das wäre ja an sich kein Problem, aber Gegenverkehr in einem Klettersteig ist nicht das Allerfeinste.

Der Steig ist in beiden Richtungen sehr angenehm zu gehen, wir kommen zügig voran.

Nun, im schönen Tageslicht sehen wir die ganzen Türmchen, Bänder und Felsformationen, die wir im Aufstieg teilweise nur erahnen konnten.

Ohne jemandem zu begegnen, erreichen wir die Alpenklubscharte. Dort verstauen wir unser Kletterzeug wieder.

Einen Teil des Abstieg versuchen wir im „Schotterreisenlauf“ hinter uns zu bringen, es sind aber jetzt schon die ersten Leute im Aufstieg, daher entscheiden wir uns aus Sicherheitsgründen gehen diese schnelle Varianten. Trotzdem entwischt uns einmal ein Stein, der sofort mit einem lauten „Achtung Stein“ verkündet wird, und eine hektische Flucht zweier unter uns gehenden Bergsteiger zur Folge hat.

Ansonsten kommen wir ohne Zwischenfälle zum Grund der Reise und gehen durch das Weidegebiet hinüber zur Adolf-Pichler-Hütte. Plötzlich sehen Noah und Martin, zwei Nachbarn aus Aldrans vor uns… sie gehen heute auch auf diesen schönen Kletterberg. Im Haus treffen wir dann noch Martina, Greta und das Neugeborene… die Welt ist doch klein… und Tirol sowieso.

Von der Adolf-Pichler-Hütte ist es nicht weit bis zur Kemater Alm, dort haben wir das Auto geparkt. Ein pünklicher Arbeitsbeginn geht sich heute bei mir nicht mehr aus, ich werde mich wohl ein klein wenig verspäten.

Eine tolle Bergtour mit sehr schönen Eindrücken endet hier, mögen uns noch viele wunderbare Tage beschert sein!

Tourendaten:
Gesamtdauer: 4:50 h
Gesamtlänge: 11,71 km
Höhenmeter: 1.059 m

200816 Hohe Munde (2.662m) Überschreitung

Jedes Mal, wenn ich nach Hause fahre, komme ich an „Ihr“ vorbei… die Hohe Munde hat es mir schon lange angetan, da will ich schon lange hinauf. Heute endlich ist es soweit, mit Michi und ihrem Vater Konrad wagen wir die Überschreitung vom Strassberghaus zur Rauthhütte.

Schon am Anfang kämpfen wir mit kleineren Problemen, die wir aber souverän lösen können. Der von uns gewählte Weg führt uns ins Gelände, irgendwann stellen wir fest, dass wir nicht mehr zum Normalweg „811“ wechseln können. Daher beschließen wir, unser Glück zu probieren und weiter in Richtung Latschengürtel zu gehen.

Wir steigen das Tal, das zum Scharnjoch (ca. 1.640m) führt, hinauf, gegen Ende mit einer ganz netten Steigung. Wir erreichen das Scharnjoch, wo wir kurz pausieren und uns beraten. Zurück wollen wir alle drei nicht, daher schauen wir uns den weiteren Weg an.

Konrad ruft einen Kollegen an, der uns einen Weg ansagt. Ich schaue mir mit dem Fernglas den weiteren Weg an und kann einen scheinbaren Durchschlupf durch die Latschen erkennen. Das müsste der alte Mundesteig sein, der aber nicht mehr in den Karten eingezeichnet ist.

Wir beschließen, unser Glück zu versuchen. Erst folgen wir einem Grasband, das unterhalb einer Felswand verläuft, dann erreichen wir den Einstieg zum Latschengürtel. Und siehe da, es scheint sogar vor nicht allzu langer Zeit ausgeschnitten worden sein. Steil und immer steiler, und zusätzlich richtig nass führt uns der Weg geschwind hinauf zur Niederen Munde (2.059m).

Der weitere Weg ist nun wieder gut markiert, wir schauen nochmals zurück uns sind froh, diesen Durchschlupf gefunden zu haben. Wir waren auf dem alten Mundesteig, hier gehen sicher die wenigsten Gipfelaspiranten rauf…

Wir steigen von der Niederen Munde über einen gewaltigen Rücken hinauf Richtung Hohe Munde. Erst sind noch ein paar Latschen vorhanden, dann mehr und mehr Geröll.

Zwischen drinnen finden wir auf einer Wiese zig Edelweiß, die es sich hier bequem gemacht haben. Schön anzuschauen, vermute ich, dass nicht jeder Wanderer diese Blumen zu Gesicht bekommt… zu unscheinbar sind sie, erst als Michi uns drauf hinweißt, sehen wir wie viele Alpenwahrzeichen hier stehen.

Der Weg wird ein wenig steiler und teilweise sind schon Seilversicherungen vorhanden. Der Weg ist wunderschön angelegt und macht Spaß.

Immer wieder müssen kleine Stufen überwunden werden, doch nirgends ist der Weg schwierig… der Teil zwischen Niederer Munde und Hoher Munde Westgipfel wird auch Untere, Mittlere und Obere Fürleg genannt.

… bald erreichen wir das „Rauhe Tal“. Hier wurde vor ein paar Jahren die Steiganlage, kein richtiger Klettersteig, aber doch versichert, erneuert. Leider sind schon nach kurzer Zeit Stahlträger korrodiert und die Verankerungen ausgerissen. Daher ist das Belasten der Seile mit Vorsicht zu genießen…

… der Weg ist dennoch gut zu gehen, die Sicherungen braucht man nur an ganz wenigen Stellen und dort schauen die Anker stabil aus. Trotzdem bleibt ein mulmiges Gefühl, wenn man diese Sicherungen belastet.

Nun liegt unser Ziel, die Hohe Munde, direkt vor unseren Augen und fast greifbar nahe vor uns…

Die letzten Meter auf den Gipfel sind wieder Gehgelände. Vor uns liegt eine richtige Mondlandschaft, die ihren eigenen Charm hat.

Bevor ich schließlich auf dem Gipfel stehe, muss ich mich noch um einen Geocache kümmern, der hier ganz in der Nähe versteckt ist. Ich finde das edle Teil: Eine Munitionskiste, sowas hatte ich noch nicht.

Am Gipfel der Hohen Munde (2.662m) wird dann erst mal Pause gemacht. Die Aussicht ist grandios, obwohl schon ein paar Wolken den nächsten Wetterwechsel ankündigen. Trotzdem sieht man schön über das Mieminger Plateau, Tschirgant, und weit ins Oberland.

Leider habe ich heute kein Brot mit, Konrad spendiert mir ein Vinschgerle mit Brot und Wurst… an dieser Stelle nochmals Danke für die „Rettung“!

Nach einer feinen Pause machen wir uns auf zum Ostgipfel. Dazu muss man ein wenig absteigen und dann nochmals auf das zweite Gipfelplateau aufsteigen.

Unterwegs wundern wir uns immer wieder, warum auf dem Gipfelplateau so viel Schotter liegt. Eine Vermutung unsererseits liegt in der ehemaligen Vergletscherung…

Aber egal, woher die unwirkliche Landschaft entstammt, es ist hier wunderschön, auf eine karge Art und Weise.

Am Ostgipfel der Munde (2.592m) ist viel mehr los, der Weg von der Rauthhütte zum Gipfel ist auch ein wenig einfacher als der von uns Gewählte.

Hier verweilen wir nur kurz, uns zieht es jetzt eindeutig zur Hütte, denn schon langsam regt sich bei uns Dreien der Hunger und Durst…

Der Abstieg über die Ostflanke der Munde ist richtig steil. Dafür ist der Ausblick Richtung Innsbruck und Unterland wunderschön. Immer wieder fliegen Wolkenfetzen vor uns vorbei, das Wetter verschlechtert sich.

Gemütlich steigen wir ab, an manchen Stellen muss man aufpassen, die Steine sind glatt und abgeschliffen, hier sind schon viele Bergschuhe rauf- und runtergelaufen, dementsprechend rutschig sind diese Passagen.

Wir erreichen den Latschengürtel, der Weg wird nun flacher. Am Schluss wandern wir noch durch lichten Wald, die Hütte ist jetzt in greifbarer Nähe.

Bei der Rauthhütte machen wir ausgiebige Pause, wir bestellen uns Essen und Getränke und lassen es uns gut gehen. Die Pause und Jause tut richtig gut.

Als wir von der Hütte aufbrechen, sehen wir schon dunkle Wolken am Himmel. Trotzdem gibt es immer noch Leute, die auf den Berg rauf laufen…

Für uns ist die Tour aber fast zu Ende, die letzten Meter bis zum Parkplatz in Buchen haben wir bald erledigt. Hier verabschieden wir uns, Michi und Konrad fahren ins Oberland, ich muss zurück nach Innsbruck.

Auf dem Weg ins Inntal schaue ich nochmals rauf auf den beeindruckenden Koloss. Kaum zu glauben, dass wir da heute darüber gelaufen sind.
Eine wunderschöne Tour, die ich sicher nochmals machen werde. Die Wanderschaft, also unsere Runde heute, war auch vom Feinsten, auch hier kann ich mir eine Wiederholung sehr gut vorstellen!

Tourendaten
Gesamtdauer: 7:54 h
Gesamtlänge: 15,66 km
Höhenmeter: 1.707 m

200815 Urlaub in Pflach

Heuer gibts einen längeren Sommerurlaubs-Aufenthalt bei der „Oma“ in Pflach. Alle Enkelkinder sind da, und so manch Erwachsener… das bedeutet auch, dass da immer voller Haus ist. Zu Tun gibt es in Pflach zu Glück recht viel. Das Wetter ist super, daher sind wir oft an der Arch, oder auch am Urisee. Schwimmen und Springen macht halt allen Kindern Spaß.

Letu übt seine Springerei… an der gleichen Stelle bin ich vor 30 Jahren auch vom „Geländer“ gesprungen… Kindheitserinnerungen kommen auf…

Am Abend gibts dann gemeinsames Essen, manchmal wird auch gegrillt und im Garten gegessen… da glüht der „Weber“, denn es sind viele Mäuler zu stopfen. Zumindest kann ich ja dieses verraten: Nachdem der letzte Aufgestanden ist, gibt es keinen Hunger mehr und auf dem Grill liegen immer noch ein paar Stücke besten Fleisches… die gibt dann halt am nächsten Tag.

Wenn uns ganz langweilig wird (also fast nie), spazieren wir eine Runde durch den Ort, hinunter zum Lech, der hier auch durch das Ortsgebiet fließt. Da läßt es sich gut „Steine schmeissen“…

Und eines der Highlights, neben der Hütte und Canyoning ist das alljährliche Klettern mit Opa. Heuer sind wir 5 Kinder und 2 Erwachsene, da ist was los und das Kommando muss straff sein, sonst funktioniert das nicht. Trotz der vielen Kinder schaffen wir es doch, jeden immer wieder Klettern zu lassen… und das so weit wie möglich gerecht. Ein Heidenspass und auch ein wenig anstrengend.

So vergehen die Tage in Pflach wie im Fluge, 1,5 Wochen vergehen wir nichts… dennoch habe ich das Gefühl, dass neben dem Spaß auch viel Nützliches, besonders auf der Hütte weitergegangen ist. So passt mir ein Urlaub… immer was los, trotzdem Kopf frei!

200813 Hahnenkamm (1.938 m)

Der Wetterbericht heute ist durchwachsen, daher beschließen wir, statt einer „satten“ Tour im Lechtal eine weniger gefährliche Tour in den Tannheimern, genauer gesagt auf den Hahnenkamm zu machen. Da seit geraumer Zeit die Seilbahn ihren Betrieb (die Tageszeitung berichtete) eingestellt hat, müssen wir vom Parkplatz an der Talstation los, per Pedes über die Skipiste.

Ein paar Meter wandern wir an einer Forststraße entlang, dann wechseln wir auf den Steig, der der Skipiste folgt.

Schnell machen wir Höhe und schon bald haben wir einen schönen Ausblick auf den Talkessel Reutte

Die Piste ist gehörig steil, bald schon erreichen wir die geschlossene Cilli-Hütte, deren Terrasse sichtlich von den Kühlen als Rast und Schlafplatz verwendet wird.

Höher, immer höher geht es hinauf, Richtung Gipfel. Das Wetter hat sich verschlechtert, nun tropft es immer wieder ganz leicht. Solange es nicht schlimmer wird, beschließen wir weiterzugehen…

Vorbei an der alten Bergstation, die zwar nicht mehr im Betrieb, aber auch nicht abgerissen wurde, erreichen wir einen weiteren schönen Pfad. Ohne Seilbahnbetrieb ist es hier am Hahnenkamm schön ruhig.

Dann sehen wir auch schon unser Ziel. Kein spektakulärer Berg, aber dennoch ein wunderbarer Aussichtspunkt. Und ein Geocache ist hier auch versteckt, denn ich mir schnell unter den Nagel reiße…

Wir stehen am höchsten Punkt unserer Wanderung, im Hintergrund sehen wir den Haldensee. Hier im Tannheimertal regnet es schon… das erinnert uns daran, weiter zu gehen.

Unser nächstes Ziel ist die Lechaschauer Alm, dort wollen wir einkehren. Unterwegs beginnt es ein wenig stärker zu regnen, da müssen die Regenjacken aus dem Rucksack raus…

Schöne Blicke in die Nähe, auf die Blumen und in die Ferne, speziell auf den Talkessel und die Tannheimer Berge entschädigen für das nicht so gute Wetter.

Während es bei uns bis auf kurze „Tropfer“ relativ ruhig bleibt, können wir in der Umgebung, hier im Talkessel immer wieder stärkere Regenschauer beobachten. Unser Ziel ist nun in greifbarer Nähe.

Auf der Lechaschauer Alm kehren wir ein, wir sind fast die einzigen Besucher. Seit die Bahn nicht mehr fährt, ist es auch mit den Besuchern mau geworden. Trotzdem lassen wir uns die Stimmung nicht verderben, es ist gemütlich hier…

… wir bekommen ein gutes Essen kredenzt und genießen die Sonne. In „normalen“ Zeiten passiert es auch selten, dass sich Hüttenwirte länger zu den Gästen setzen, heute ist eine Ausnahme, die Hüttenwirtin sitzt über eine halbe Stunde bei uns und wir reden über Gott und die Welt.

Dann machen wir uns auf den Endspurt ins Tal auf… es ist nun angenehm warm und wir können die Jacken wieder verstauen. Der Steig ist vor kurzem renoviert worden, genauer gesagt, die sumpfigen Strecken sind überbaut worden.

Rasch erreichen wir wieder den Parkplatz bei der Talstation. Im Wald haben wir ein paar Abkürzungen genommen und geschaut, ob wir Pilze finden. Leider war nicht viel zu holen… die kleine Ausbeute bekommt Papa zum Abendbrot.
Wieder einmal geht eine wunderbare Bergtour zu Ende, sicher nicht die Letzte…

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:53 h
Gesamtlänge: 11,55 km
Höhenmeter: 1.034 m

200812 Canyoning Wiesbach und Stuibenfälle

Teil I – Wiesbachl

Einmal im Jahr gehe ich gerne mit den Kindern eine Runde Canyoning. Heuer trifft es den 12. August… das Wetter ist herrlich und fast schon ein wenig schwül. Doch das macht nichts, wir gehen ja ins „Wasser“…

Da ich ein „IL“-Kennzeichen habe und daher nicht gerne in die Fahrverbote in Reutte fahre, parken wir direkt hinter der Lechbrücke nach Vorderhornbach. Von hier ist der Weg bis zum Einstieg gleich lang wie vom „normalen“ Parkplatz, nur der Rückweg ist ein wenig länger.

Der Aufstieg ist wegen der hohen Temperaturen anstrengend, aber dafür schnell erledigt, dann können sich die Kinder schon in das kühle Nass legen, während ich die Ausrüstung vorbereite.

Nach ein paar Worten zur Begehung der Schlucht machen wir uns auf ins Vergnügen. Der erste Teil beinhaltet ein wenig Gehstrecke, aber dann kommen die Hindernisse Schlag auf Fall. Der erste Wasserfall ist immer gut zu üben, denn dieser ist ein wenig rutschig und verlangt hohe Konzentration.

Dann kommt gleich eine lustige Rutsche, bevor wir das Highlight, die drei Rutschen und den „Dom“ erreichen. Hier sind wir auch überraschend schnell am Weg, dann stehen wir schon vor dem hohen Wasserfall.

Dieser wird von den Kindern souverän gemeistert, schon erreichen wir den Spaßteil… den Fächer (heutzutage Elefantenstrahl genannt) und die Waschmaschine. Zwei lustige Stellen, die besondere Abseiltechniken verlangen… nicht schwierig, aber lustig.

Damit haben wir dann schon fast das Ende der Tour erreiche, am Schluss gibt es noch eine schöne Rutsche und wir stehen an der normalen Ausstiegsstelle. Von hier müssen wir nochmals zum Auto laufen, das sind ca. 20 min. Fußmarsch, die jedoch sehr schnell überstanden sind.

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:53 h
Gesamtlänge: 11,55 km
Höhenmeter: 1.034 m

TEIL II – Stuibenfälle (unterster Teil)

Nachdem wir das Wiesbachl so schnell erledigt haben, beschließen wir, noch „kurz“ in die Stuibenfälle zum Springen zu fahren. Wir begehen nur den unteren Teil, d.h. wir brauchen weder Helm noch Seil, sondern hüpfen einfach so, wie die gewöhnlichen Besucher, aber halt mit Neoprenanzug die letzten Wasserfälle hinunter.

Der Aufstieg ist recht kurz, aber nach dem Wiesbachl doch ein wenig knackig, dann stehen wir schon beim Geländersprung. Sara und Letu schauen sich die Stelle kurz an und meinen dann nur, klar, das geht.

Da wir bei weitem nicht die einzigen Besucher sind, die Stuibenfälle sind mittlerweile richtig überlaufen, haben wir ein paar Canyonauten vor und hinter uns, dazu noch gefühlte 100 Zuschauer auf den Seiten. Dennoch macht die Springerei einfach nur Spaß, sowas lassen wir uns nicht verderben.

Da wir nur den unteren Teil begehen, springen wir die ganze Runde gleich drei mal hintereinander, weil es eben so viel Spaß macht… 9m ist der höchste Sprung. Ich ziehe meinen Hut vor den Kindern. Toll gemacht, und uns allen hat es sehr viel Spaß gemacht.

200808 Bitterlehütte

Jedes Jahr geht es auf die Hütte, zum Mähen. Heuer habe ich mir extra ein wenig Urlaub eingeplant, damit wir ein paar Tage auf der Hütte bleiben können. Das haben sich die Kinder gewünscht…

Nachdem die Hütte hergerichtet ist, das Wasser läuft, starten wir auch schon mit dem Mähen. Das Wetter ist perfekt, jedoch ist es auf der Wiese dadurch sehr heiß, am Nachmittag müssen wir eine Pause einlegen… trotzdem läuft die Mahd gut.

In der Pause bekommen wir Besuch von einem Schmetterling, der sich als extrem anhänglich herausstellt. Wir bekommen das hübsche Tier fast nicht mehr los… 😁

Von der Veranda sehen wir schon den ersten Fortschritt… nach 3 Tagen ist die gesamte Wiese gemäht und noch dazu ein Baum gefällt…

… den brauchen wir für die Reparatur am Stadl, denn dort ist ein Balken gefault und muss ersetzt werden.

Nachdem die gesamte Wiese gemäht ist, findet Letu beim Aufräumen noch eine spaßige Beschäftigung, in die Mahd reinspringen… somit kann man auch die Zeit verbringen.

Nach drei Tagen haben wir einige Sachen auf der Hütte erledigt: gemäht, Heu verräumt, Wasserversorgung erneuert, und einen Balken als Ersatz für den Stadl hergerichtet… im Herbst sind wir nochmals oben! Wir freuen uns schon wieder…

200731 Hoadlrunde (2.340 m)

Der Wetterbericht hat einen warmen Tag prognostiziert und ich möchte unbedingt vor dem Wochenende noch eine Tour machen. Was ist da besser als vor der Arbeit noch eine schnelle Runde zu gehen.
Die Wahl fällt auf die Hoadlrunde (Axamer Kögele, Pleisenspitze und Hoadl), die im Gegensatz zur Saile/Nockspitze nicht so überlaufen ist.

Ich starte vom Parkplatz „Axamer Lizum“, bis zur Bärenhütte nehme ich die Forststraße. Es ist noch stockfinster und ich benötige die Taschenlampe.
Ich kenne mich auf dieser Seite nicht gut aus, bin heute das erste Mal hier und da möchte ich ungern irgendwo im Wald falsch abzweigen 😁. Daher Forststraße… die ist nicht zu übersehen.

Rasch mache ich Höhe, bald schon kommt der erste Silberstreif am Horizont. Nach einer guten Stunde erreiche ich das Axamer Kögele (2.097 m). Hier sitzen schon zwei junge Frauen, eingehüllt in einer Decke und warten auf den Sonnenaufgang. Ich schnappe mir den Ersten einer Reihe von Geocaches hier auf dem Hoadlkamm, dann wandere ich weiter.

Bald steig der warme Sonnenball am Horizont auf, ziemlich genau an der Pleisen (2.236 m) habe ich einen wunderschönen Ausblick auf das Spektakel. Ich weiß nicht, wie viele Sonnenauf- und Untergänge ich schon gesehen habe, aber jedes Mal wieder finde ich das wunderschön.

Das bekannte Skigebiet ist jetzt in goldenes Licht getaucht, im Hintergrund strahlen die Kalkkögel, eines meiner Lieblingsgebiete und locken mich wieder… heuer habe ich es noch kein einziges Mal hier her geschafft.

Direkt vor mir liegt eine der vielen Bausünden der Axamer Lizum. Das Hoadlhaus auf dem Gipfel des gleichnamigen Berges. Auf der einen Seite ist man ja froh um die Infrastruktur im Winter beim Skifahren… da muss man schon fair bleiben. Andererseits ärgere ich mich immer wieder über solche Klötze, die so gar nicht in mein Naturverständnis reinpassen wollen.

Rückblickend sehe ich nochmals auf den Hoadlkamm, im Hintergrund die Pleisen. Die Sonne ist nun schon ein gutes Stück über dem Horizont und langsam aber sicher steigen die Temperaturen…

Nach ca. 2:30 h erreiche ich die höchste Erhebung, den Hoadl. Das ist eigentlich eine recht lange Zeit, aber in dieser Zeit musste ich auch schon 9 Geocaches suchen, und nicht alle waren gleich gefunden… also eigentlich doch recht flott 😊.

Am Hoadl verweile ich kurz und schaue mich um. Die Aussicht, wenn man die Spuren des Skigebiets ein wenig ausblendet, ist umwerfend. Speziell die Kalkkögel mit Ampferstein, Marchreisenspitze, Malgrubenspitze, Hochtennspitze, Steingrubenkogel lassen mich von weiteren Touren hier träumen.

Den ersten Teil des Abstiegs absolviere ich auf der sogenannten Damenabfahrt, zu Fuß. Immer wieder höre ich Pfiffe von Murmeltieren, dann sehe ich die ersten Nager schon… und diese kann man fast nicht übersehen… überall laufen die putzigen Tiere herum.

Der Himmel ist nun strahlend blau, das Licht hat sich verändert, vom goldigen Hauch gleich nach dem Sonnenaufgang ist jetzt ein hartes Licht geworden…

Die Sicht ist gut und die Berge heben sich plastisch hervor. Da wünschte man sich fast eine gute Spiegelreflex zur Hand… 😁

Der Abstieg über die Piste geht zwar schnell, ist aber nicht unbedingt spannend. Da bin ich schon froh, als der Pfad plötzlich nach links abzweigt und auf der orographisch linken Seite des Bächleins gemütlich ins Tal führt.

Schlussendlich erreiche ich zufrieden wieder den Parkplatz, auch hier muss ich immer ein wenig nachdenken. Hotel Olympia, ein wahrlich besonderer Bau… ob er jedem gefällt, ist eine andere Frage. Auch einer jener Bausünden, die ich Eingangs erwähnt hatte…
Schlussendlich muss ich sagen, dass das eine feine runde zum Frühstück war… mir hat es sehr gut gefallen.

Tourendaten
Gesamtdauer: 3:38 h
Gesamtlänge: 11,41 km
Höhenmeter: 1.012 m

200728 MTB Aldranser Alm (1.511m)

Spontanität zahlt sich manchmal aus, so wie heute. Nachdem sich Michi kurzfristig bei mir gemeldet hat und gefragt hat, ob ich mit auf die Aldranser Alm will (Spontanität #1), ist Letu noch nach Hause gekommen und hat gefragt ob er mit darf (Spontanität #2). Von zu Hause aus fahren wir erst mal die mühselige Rinnerstraße bis zum Kreisel, ab hier beginnt der eigentliche Forstweg, bei der Starkenhofsiedlung.

Zuerst noch ein paar Meter auf dem Asphalt erreichen wir dann kurz vor der Wasserfassung die Schotterstraße und Letu kann endlich sein neues Radl richtig auskosten. Und das macht er mit Bravour.

Mit von der Partie ist auch noch Ephraim, ein Kollege von Michi. So in der 4er-Runde ist es eine lustige Fahrt nach oben, einzig die Temperatur könnte Anstoß für Beschwerden sein.

Bei der schönen Aussicht bleiben wir kurz stehen, die Luft ist allerdings diesig, ein Zeichen, das vermehrt Feuchtigkeit eingelagert ist. Am Mittwoch ist ein kurzer Wetterwechsel gemeldet, der am Dienstag mit Gewittern eingeläutet werden wird.

Gemütlich fahren wir immer näher an unser Ziel, Letu schlägt sich wacker, die restlichen Drei natürlich auch…

Am Ziel sind wir dann alle Zufrieden. Es sind einige Leute hier oben, für einen Montag ganz ordentlich.

Wir bestellen uns Getränke und etwas zu essen, das haben wir uns jetzt wirklich verdient…

Während wir das Essen genießen, geht schön langsam die Sonne unter… ein wunderschönes Schauspiel, von dem niemand genug bekommen kann.

Zu lange dürfen wir jetzt nicht mehr sitzen bleiben, sonst wird die Abfahrt schwierig. Also essen wir auf, packen zusammen und fahren runter ins Tal.

An dieser Stelle nochmals ein Kompliment an Letu für seine erste Mountainbiketour auf eine Alm! Das hast du toll gemacht!

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:32 h
Gesamtlänge: 22,31 km
Höhenmeter: 965 hm

200726 Seaperalm (2.090m)

Ein sehr ruhiger Fleck ganz in der Nähe der Landeshauptstadt ist das Padastertal. Bekannt geworden ist dieser Platz in den letzten Jahren als letzte Ruhestätte des Aushubs aus dem Brennerbasistunnel (BBT). Unglaublich, aber wahr, hier wird ein ganzes Tal verfüllt, damit der Tunnel nach Italien gebaut werden kann. Schenkt man den Machern hier Glauben, wird nach Abschluss der Arbeiten hier kein sichtbarer Schaden vorhanden sein.

Ich starte am unteren Ende der Baustelle, da befindet sich ein kleiner Parkplatz. Entlang des Prosantewegs wandere ich aufwärts, so mancher Geocache versteckt sich hier am Wegesrand. Stetig mache ich Höhe und die Aussicht auf das Wipptal und die Autobahn wird immer besser… das Brummen der aktuell wenig befahrenen Nord-Süd-Route ist immer zu hören.

Der Forstweg ist nicht spektakulär, aber dennoch schön zu gehen. Die Aussicht auf Serles und Nösslachjoch entschädigt für vieles…

Immer wieder erlaubt die Wegführung schöne Blicke ins Tal, einmal in Richtung Obernbergtal und Vinaders, dann wieder ins Padastertal selber mit der großen Schutthalde.

Das Wetter war beim losgehen noch recht schlecht, erst waren sogar ein paar Tropfen zu spüren. Doch nun wird es warm, fast schon schwül… und die Fernsicht ist gut.

Schließlich erreiche ich am Prosanteberg das etwas eigene „Gipfelkreuz“, hier mache ich eine kurze Pause und entdecke gleich ein Edelweiß, das hier mitten in der Wiese steht.

Das Gipfelkreuz steht war nicht auf einem Gipfel, aber stellt trotzdem den höchsten Punkt meiner Wanderung. Von hier fällt die Forststraße nun ab, bis ich schließlich die Seaperalm erreiche. Diese urige Hütte gefällt mir auf Anhieb… wunderschön gelegen und mit gemütlichen Wirtsleuten. Der Hüttenwirt wollte mich schon beim rauf gehen mitnehmen…

Ich gönne mir ein Bier, die Sonne lacht her, es ist still und angenehm, so lasse ich mir das gefallen. Ich bestelle mir noch eine Speckjausn, damit ist mein Glück vollkommen!

Fast kann ich mich nicht von diesem magischen Ort trennen, dennoch muss ich weiter, ich habe noch ein bisschen Weg vor mir…

Der Rückblick zeigt nun mein nächstes Problem, eine Wolkenwand schiebt sich über der Alm hervor und schaut nicht so einladend aus. Aktuell ist das Wetter ein wenig labil, das muss in die Tourenplanung einfließen.

Schließlich erreiche ich den Talboden des Padastertals, die BBT-Deponie liegt genau vor mir. Ich hoffe für uns alle im schönen Landl, dass dieses Projekt auch wirklich den Segen bringt, den sich die Planer versprochen haben. Zu groß sind die Eingriffe in die Natur schon jetzt.

Im Padastertal selbst gibt es einen schön angelegten Rundwanderweg der BBT, bei dem sogar ein 500m langer Tunnel zur Begehung freigegeben wurde. Hier bin ich schon mal mit den Kindern durchspaziert und das war eine Riesengaude. Heute begehe ich den halben Weg, startend von eben genanntem Tunnel am Talschluss.

Nach dem Tunnel gehe ich noch entlang der Aushubdeponie, immer am Waldrand bzw. an Felswänden vorbei, schließlich erreiche ich nach 3 Stunden wieder den Parkplatz. Just hier fängt es zu regnen an, da habe ich nochmals Glück gehabt!

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:59 h
Gesamtlänge: 12,46 km
Höhenmeter: 739 m