Archiv des Autors: Wisse

Durchs Nurpenstal zur Haglhütte, 2.106m (06.08.2015)

Schon länger hat mich eine Mountainbiketour in den „Tuxern“ angelacht. Stille und Einsamkeit verspricht der Platz, besonders, da das kleine Tal niemandem geläufig ist… Außer ein paar Einheimischen. Das Nurpenstal…
Ich habe einen neuen Dachträger für die Radln gekauft, der mir den Transport eben jener erleichtern soll. Montiert habe ich den Träger schon am Vortag, heute wird er eingeweiht. Die Montage von Rädern ist auf jeden Fall viel angenehmer als mit dem letzten Träger, den ich hatte…

Um 15:00 starten wir von der Arbeit aus los, zuerst nach Hause, Sachen packen und die Räder aufladen. Dann fahren wir wegen der Hitze gleich hinauf nach Parkplatz in Innerberg, nach Weerberg. 

Von dort starten wir in der Nachmittagsglut hinauf zu unserem Ziel, zur Nurpensalm. Der Forstweg zieht langsam, aber stetig hinauf. 

Zuerst geht’s noch durch Wald, der zwar Kühlung verspricht, aber doch keine Wunder bewirkt. Dann kommen wir an der Stallenalm vorbei, dort lichtet sich der Wald und wir sehen den ganze Schönheit des Nurpenstals. 

Die Schotterpiste zieht weiter gemächlich hinauf, unterbrochen von ein paar steileren Passagen, zur Unternurpensalm. Die Almdörfer hier erinnern mich an Fallerschein, einzig, dass hier keine Gäste, sondern nur Bauern nächtigen. 

Der Weg führt uns weiter zur Obernurpsenalm und von dort auf einem steilen, grobschotterigen Weg hinauf der Haglhütte. Dort ist für heute Endstation. Die letzte Passage ist ganz nett in die Wadeln gefahren, müssen wir feststellen… dafür schmeckt uns die Brotzeit umso besser. 

Wir genießen die letzten Sonnenstrahlen bei der Haglhütte und stellen fest, dass die Sonne wieder früh untergeht. Die Kühle der Berge legt sich über das Tal, da wir verschwitzt sind, fröstle ich leicht und muss mir eine Jacke anziehen. Wir sind hier doch auf 2106m.
Dann machen wir uns auf, fahren den gleichen Weg wieder hinunter ins Tal. 

Unterwegs treffen wir einen Senn, mit dem wir uns unterhalten. 150 Stück Vieh haben sie alleine auf der Obernurpensalm, nochmals 250 Stück Vieh auf der Unternurpensalm. Das sind schon Mengen… und des Weiteren bekommen wir zu hören, dass wir heute die einzigen Mountainbiker waren, und dass hier sowieso fast nie Leute reinkommen.

Zufrieden erreichen wir den Parkplatz, verstauen unsere Sachen und fahren nach Weerberg. Dort lassen wir inmitten einer Fliegenwolke den Tag ausklingen, bei einem Radler.

Tourendaten
Gesamtlänge: 16,78km
Gesamtdauer: 1:54
Höhe: 886m

Miniwallfahrt Maria Locherboden (02.08.2015)

Manchmal, wenn ich feststelle wie gut es uns geht, zieht es mich in ein Gotteshaus, um mich zu bedanken.

Heute war wieder so ein Tag, und während ich auf meinem Weg von Pflach nach Hause bin, beschließe ich bei Maria Locherboden eine Pause einzulegen.

Die wenigen Schritte bis zu der wunderschönen Barockkirche sind rasch zurückgelegt, und vor mir breitet sich eine wunderschöne Abendstimmung aus.

Ich setze mich in die Kirche, die Stille umgibt mich, und ich spreche einen Dank aus.

Die Ruhe in der Kirche ist wunderbar und ich bleibe eine Zeit lang sitzen. Dann wandere ich wieder zurück, ein gutes Gefühl begleitet mich.

Viel zu selten ruft man sich in Gedanken, wie schön wir es hier in unserer traumhaften Heimat haben… und viel zu selten danken wir Gott dafür.

150801 Inntalradweg mit Sara und Letu

Nachdem Letu vor einiger Zeit das Fahrradfahren gelernt hat, wird es Zeit für die erste Radtour am Inn-Radweg. Wir starten vom Baggersee los, Richtung Hall. Ich bin überrascht wie gut es geht, wie schnell der kleine Mann mit seinem Fahrrad schon unterwegs ist. 

Sara ist auch mit ihrem neuen Rad mit von der Partie, und wie nicht anders zu erwarten, fährt sich immer wieder super voraus und zeigt uns den Weg. 

Wir fahren in Hall bis zum Gasthaus Badl, leider müssen wir feststellen, dass eben dieses geschlossen ist, und daher entschließen wir uns wieder zurückzufahren.

Nach einiger Zeit erreichten wir wieder den Ausgangspunkt unserer Tour, ich merke dass wir alle drei vom heutigen Tag doch ein bisschen müde sind. Zuerst die Wanderung am Vormittag, und jetzt die Radtour. Brav waren wir heute … 

Tourendaten
Gesamtlänge: 11,19km
Gesamtdauer: 1:08h

Auf den Kupf, 985m (01.08.2015)

7:00 Uhr in der Früh, die Kinder sind wach, ich noch nicht. Trotzdem, irgendetwas müssen wir machen, also kurzer Realitätsscheck. Wir beschließen eine Wanderung zu machen. Es geht auf den Kupf, einem kleinen, der Hohen Munde vorgelagerten Hügel. 

Als kleiner Bonus winken uns 18 Geocaches, die hier versteckt sind. Mal schauen, ob wir die alle finden. 

Am Start schaut das Wetter nicht so besonders aus, aber abgesehen von ein paar kleinen Tropfen bleibt uns der Wettergott doch gnädig gestimmt. 

Die Caches finden wir einer nach dem anderen, aber zwischendurch sind die Bremsen so lästig, dass wir laufen müssen um Ihnen zu entwischen. 

Am höchsten Punkt unserer Wanderung finden wir leider keinen geeigneten Picknickplatz, daher gehen wir weiter. Kurz nach einer Kurve finden wir einen schönen Platz im Wald auf einer kleinen Lichtung, an der wir uns niederlassen. Da die Wiese ein bisschen feucht ist, bereite ich den Biwaksack aus. Das anschließendem Picknick schmeckt fantastisch. 

Als wir schon fast fertig sind, hören wir lautes Kindergeschrei aus dem Wald. Eine Horde Pfadfinder zieht bei uns vorbei, anscheinend auch sie beim Suchen nach Geocaches. Bald schon sind die Jugendlichen an uns vorbei gezogen, und wir machen uns auf die letzten Caches zu bergen. 

Der letzte Teil unserer Wanderung ist nicht mehr auf einer Forststraße, sondern auf einen kleinen Pfad der uns steil hinunter nach Telfs führt. 

Auch diesen meistern mir und befinden uns bald wieder auf dem Ausgangspunkt unserer Wanderung. Eine schöne Wanderung, die die Kinder bravourös gemeistert haben.

Tourendaten:
Gesamtlänge: 7,24km
Gesamtdauer: 2:40h
Höhenmeter: 388m

Fallerscheinalpe (26.07.2015)

Ein Familienausflug soll es heute werden, mit 3 Generationen. Mit von der Partie sind Oma, Opa, Larissa und Maggo mit den Kindern, Maria und ich mit den Kindern. Sozusagen die geballte Weissensteiner-Taskforce.

Einzig Daniel und Bettina sind nicht dabei, aber von Kopenhagen war der Weg dann wohl doch zu weit.
Wir beschließen, nach Fallerschein im Lechtal zu wandern, wir nehmen ein Picknick mit, damit wir uns an einem Bächlein verköstigen können. Die Verladetätigkeiten ähneln bei dieser Gruppengröße schon fast einer Militäraktion, aber wir haben das wirklich gekonnt erledigt… falls du, liebes Bundesheer, ein paar Logistikoffiziere brauchst, ich wüsste eine Handvoll…

Opa wird in Lechaschau abgeholt, dann sind wir komplett und fahren über Stanzach hinein ins Namlosertal. Es sind noch wenige Motorradfahrer auf dem Weg, daher ist die Fahrt recht entspannt. Mit den Parkplätzen, geschuldet auch der hohen Parkkunst mancher Automotivkünstler, schaut es schlecht aus, aber da wir einen „Local (=Opa)“ dabei haben, finden wir ein Stück weiter einen guten Parkplatz in einer Ausweiche. Bald versammelt, machen wir uns auf den Weg zur Fallerscheinalpe.

Das höchste bewohnte Almdorf Österreichs ist ein wirklich schöner Platz, wir wandern durch die nett hergerichteten Häuser zur Sennerstube, in der wir uns ein kühles Getränk gönnen wollen.

Heute ist Schnitzeltag, aber da wir unser Picknick dabeihaben, bleibt uns nur, den wunderbaren Duft der panierten Wunderwerke zu inhalieren. Leider ist heute viel los, und das mit der Getränkeverteilerei dauert ewig. Nach ca. 1 Stunde sind wir verköstigt und machen uns auf den Weg zurück, um unser Picknick doch noch zu genießen. Der Hunger passt auf jeden Fall schon.

Wir erreichen bald ein Bächlein, an dem wir uns niederlassen. Die ausgewählten Köstlichkeiten munden uns sehr.

Wir genießen die Ruhe und Aussicht auf die Lechtaler Berge, dann machen wir uns wieder auf, zum Parkplatz. Auf dem Weg fallen mir noch ein paar Strukturen auf, die ich am Nachhauseweg fotografiere…

Urlaub in der Steiermark II (22.07.2015)

Der zweite Teil vom Steiermarkurlaub spielt sich in Sankt Stefan ob Leoben ab. Wir fahren am Mittwoch zu Gisi, meiner Tante und machen es uns gemütlich.

Am Abend wird gegrillt, Tobias ist ein zertifizierter Webermeister, daher lassen wir es uns richtig gut gehen. Alexandra, Rudi, Oma und Katja und die Kinderschar sind auch mit von der Party.

Bis spät in der Nacht sitzen wir gemütlich auf der Terrasse und genießen den lauen Sommerabend.
Am Donnerstag lassen wir es ähnlich entspannt weitergehen, den Tag starte ich mit den Kindern zuerst mit einer Pilzsuche, danach ein Sprung in den Pool. Im Weiteren gehen wir mit den Rädern noch auf eine Geocache-Suche, Letu ist jetzt schon richtig gut unterwegs mit dem Rad.

Der weitere Tagesablauf spielt sich in etwa zwischen Swimmingpool, Terrasse und Unterbrechungen zum Essen ab.

Richtig gemütlich. Dazwischen finde ich genügend Zeit, mit ausführlich mit Gisi zu unterhalten. Am Abend besuchen wir noch Oma, Rudi und Katja, dort auf der Terrasse erinnere ich mich auch an die vielen Momente, die ich hier mit Opa verbracht habe. Das war eine schöne Zeit…

Am Freitag ist es dann soweit, wir schwimmen noch ein bisschen und machen uns einen feinen Tag, am Nachmittag packen wir zusammen. Die Fahrt nach Aldrans ist spektakulär, wir fahren ganz knapp an einem richtig dunklen Gewitter vorbei. Trotzdem erreichen wir unbeschadet und entspannt die Heimat…

150720 Urlaub in der Steiermark I

Endlich Urlaub. Heute geht es ganz gemütlich in die Steiermark, zu meine Schwester Larissa. Der Ferienplan ist recht schnell aufgestellt, entspannen, entspannen, entspannen. Das ist das ganze Programm. Wir werden ein bisschen schwimmen gehen, viel im Garten sein, auch, weil dort die Kinder sehr schön spielen können.

Und um das geht es ja eigentlich, es ist ein Kinderurlaub. Für mich bedeutet das, viel ausspannen, ein bisschen auf die Kinder aufpassen und genießen.

Am frühen Nachmittag fahren wir zu einem kleinen See, der Eintritt ist frei, es gibt einen kleinen Kiosk, an dem man sie versorgen kann. Wir haben bald einen schattigen Platz gefunden, an dem wir unser Zeug auflegen.

Am See ist es richtig gemütlich, und das Wasser ist schön warm. Den Kindern gefällt es super, und auch für die Erwachsenen ist was dabei.

Wir verbringen den ganzen Nachmittag am Badesee, um 5:30 Uhr fahren wir nach Hause, um zu grillen. Schon während der Fahrt sehen wir, dass im Norden ein starkes Gewitter aufzieht.

Als wir zu Hause sind, ist das Gewitter schon fast da. Trotzdem entscheiden wir uns, den Grill anzufeuern.

Leider dauert es nicht lange und die ersten Tropfen prasseln auf die trockene Erde. Der Grill ist schnell geschnappt, und wir übersiedeln in die Garage. Dort sind wir vor dem Regen geschützt und können uns ganz Grillen widmen.

Aus den Buben werden auch mal gute Grillmeister werden. Und bei den Getränken halten Sie sich auch an die Papas.

Die Grillage schmeckt wunderbar, ein Kartoffelsalat rundet den Gaumengenuss ab. Danach werden die Kinder ins Bett gelegt, und wir Erwachsenen lassen den Tag ausklingen.

150714 Saile-2.404m, Nockspitze-2.379m

Nach der Arbeit starten Alfons und ich direkt von der Arbeit aus los, in Richtung Axamer Lizum. Heute steht die Saile/Nockspitze auf dem Programm. Wunderschönes Wetter haben wir uns ausgesucht, kleine Wolken ziehen über den ansonsten blauen Himmel.

Beim Parkplatz, der im Sommer überdimensioniert und fehl am Platz wirkt, stellen wir das Auto ab. Schnell die Siebensachen in den Rucksack gepackt, dann geht es los.

Zuerst geht’s über das Gebäudeareal, vorbei am Hotel Olympia, das während der Olympischen Spiele 1964 gebaut, und 1976 ausgebaut wurde. Der Bau wirkt heute alt und unansehnlich, ist aber auch ein Zeugnis der bewegten Sportgeschichte vom Innsbrucker Großraum.
Bald schon haben wir die Geschichtszeugnisse passiert und befinden uns in der freien Natur.

Der Weg geht über eine Weide in angenehmer Steigung bis zum Waldrand, von dort geht der Steig hinauf zum sogenannten Halsl, einem kleinen Jöchlein. Stehende Hitze plagt und in diesem Abschnitt. Beim Halsl zweigt der Weg ab, entweder, so wie wir, geht man auf die Saile, oder aber auf die andere Seite zum Ampferstein und weiter zur Marchreisenspitze. Der Weg ist jetzt aus dem Wald herausgekommen, ein leichtes Lüftchen erfrischt uns und unser Ziel rückt immer näher.

Mein Blick ist auf den Boden gerichtet, als ich plötzlich ein Edelweiss sehe… nein, zwei, drei vier… überall wachsen diese kleinen Alpenblumen auf der Wiese, es ist unglaublich. Fast schon unscheinbar und leicht zu übersehen.

Wir sind nun fast am Gipfel, als wir schon von weitem ein Zelt ausmachen.

Als wir auf Rufweite herankommen, hören wir auch schon eine Begrüßung: „Hello there…“. Zwei Asiaten haben es sich hier gemütlich gemacht für die Nacht. Keine schlechte Idee.

Hinter dem Gipfelkreuz steht ein zweites Zelt, ein Vater mit seinem Kind campt dort. Da ist ja richtig was los. Wir machen auf der Saile eine kurze Pause, ich verziehe mich wieder mal für eine kurze Schatzsuche, GC4MCXD „Saile“ ist gleich mal gefunden.

Über den Grat wandern wir weiter zur Nockspitze, oder ist auch ein kleiner Geocache versteckt. GC4MCXD „Mutterer Hauseberge- Nockspitze“ ist auch gleich mal gefunden. Wir bleiben nicht lange auf dem Gipfel, wir sind verschwitzt und der Wind ist nicht so angenehm. Nach kurzer Rast machen wir uns auf ins Tal.

Über das Birgitzköpflhaus steigen wir ab zum Parkplatz. Unterwegs sehen wir noch Murmeltiere, die die letzten Sonnenstrahlen genießen. Immer wieder kommen uns Leute entgegen, die hinaufpilgern, auf diesen schönen Aussichtsberg.

Am Parkplatz und rund um das Hotel Olympia sind sehr viele Asiaten, die hier übernachten. Da Diese mit Reisebussen angekommen sind, sind das wahrscheinlich große Reisegruppen, die hier übernachten. In Innsbruck machen wir noch einen kleinen Erfrischungsstopp mit Blick auf den Gipfel und lassen den Tag ausklingen.

Wunderbare Tour…

Gesamtlänge: 9,23km
Gesamtdauer: 3:01h
Höhenmeter: 890m

150710 Über Natters/Mutters nach Aldrans

Auf neuen Pfaden geht es heute mit dem Radl von der Arbeit nach Hause. Da der Innsteig bei den Karwendelbögen immer noch gesperrt ist, wähle ich als Alternative den weiter westlich gelegenen Sieglangersteig. Von dort erreiche ich nach einer kurzen Ritt durch eine Siedlung und über die Hauptstrasse das Schloss Mentlberg.

Vorbei an dem schönen Schloss fahre ich den Natterer-See-Weg hinauf durch einen heißen Wald zum Eichhof, von dort vorbei am Landeskrankenhaus Natters und runter nach Natters selber.

Eine kurze Auffahrt nach Mutters, dann geht es einmal in flotter Fahrt durch Gerberbach bis hinunter in die Sillschlucht. Dort, angenehm kühl, steige ich wieder hoch, den Handlhofweg, an der Mülldeponie Ahrental vorbei, grüße noch den Umweltwächter (Skulptur aus Metall, vom Telfer Künster Bernhard Witsch) und trete hinauf nach Vill.

Von dort geht es angenehm über die Felder nach Lans, an der Kirche vorbei bis zur Abzweigung Aldrans/Sistrans.

Ich nehme den Weg zu mir nach Hause, im flotten Fahrtwind lasse ich mich abkühlen und erreiche bald schon mein Zuhause.

Gesamtstrecke: 18,58km
Höhe: 590m
Dauer: 1:21h

150703-04 Brandjochspitze über Innsbrucker Klettersteig, zweiter Teil

Nachdem ich den ersten Teil des Innsbrucker Klettersteigs mit Papa schon am letzten Wochenende gemacht hatte, konnte ich den weiteren Teil des Steiges und zusätzlich die Brandjochspitze besteigen. Doch zuerst mal von Vorne…

Während der Woche mache ich spontan mit Wolfgang aus, das wir am Wochenende auf der Nordkette übernachten und am nächsten Tag die Vordere Brandjochspitze über den Südgrat machen. Das klingt super, wir treffen uns am Freitag, so die Abmache.

Am Freitag, es ist endlich soweit, treffe ich Wolfgang in der Museumsstrasse, nachdem ich beim Geocacheevent „After A.P.E. Event“ am Bahnhof war. Wir gehen zuerst zur Hungerburgbahn, die aber schon geschlossen hat. Wir spazieren zum Marktplatz, um den „J“ zur Hungerburg zu erreichen, mit dem wir direkt zu den Nordkettenbahnen kommen. Diese fahren jeden Freitag bis 23:30Uhr, das nenne ich Service.

Bald schon erreichen wir die Sonnenterasse Innsbrucks, wir setzen uns und bestellen ein Weizen. Ein Gordon Bleu rundet die Aussicht ab, wir genießen den Abend. Von der Sonne haben wir nicht mehr allzuviel, aber bei der zur Zeit herschenden Hitze sind wir da gar nicht so unglücklich…

Wir übernachten ganz in der Nähe der Seegrube, mit Schlafsack. Die Aussicht ist berauschend, der erste Camppkatz nicht: die Schafe haben vor uns hier gerastet und haben ihre Spuren hinterlassen. Der zweite Platz ist eh viel besser, und schon bald schlafen wir tief und fest…

Am Morgen stehen wir mit der Sonne auf, um uns auf den Langen Sattel aufzumachen. Mir steht der Sinn nicht so ganz nach Südgrat, darum mache ich mit Wolfgang aus, daß wir den zweiten Teil des Klettersteigs und die Brandjochspitze über den Normalweg (Julius-Pock-Weg) machen. Auch Wolfgang ist einverstanden, also marschieren wir los.

Bald erreichen wir den langen Sattel, auf dem immer noch ein bisschen Schnee auf kühlere Tage wartet.

Dieser Wunsch wird wahrscheinlich nicht mehr gewährt werden. Schon jetzt sind die Temperaturen hoch, wir schwitzen beim Aufstieg schon anständig „die Sünden vom Vortag“ raus…

Am Langen Sattel angekommen packen wir die Brotzeit aus und machen eine gemütliche Jause. Wurst, Ei, Radieschen, Brot, was braucht man mehr…

Der Einsteig des Klettersteiges liegt direkt vor uns. Wir ziehen unsere Kletterausrüstung an, schauen uns nochmals um, dann geht es schon los, in den zweiten Teil des Innsbrucker Klettersteiges. Zuerst einmal müssen wir ein gutes Stück abklettern, schon beim Start ist ein merklicher Unterschied zum ersten Teil erkennbar. Die Landschaft ist irgendwie wilder, zackiger, mit Türmchen und Zinnen versehen. Wunderschön, um es mit einem Wort auszudrücken.

Der Weg geht durch die Sattelspitzen, auf nicht immer logischem, aber dafür lohnenden Weg, bis zum letzten Steilabfall. Unterwegs können wir eine Steinbockfamilie, vom Opa bis zum Enkel ist alles versammelt, beobachten. Es ist fazinierend, wie sicher diese Tiere, auch schon die Klitzekleinen, sich im Hochgebirge bewegen.

Von Oben können wir auf die Frau Hitt hinuntersehen, der anspruchvollste Teil des Steiges ist direkt vor uns. Eine kurze, aber knackige senkrechte Wand, die wir, teils leicht überhängend abklettern müssen.

Einmal durchschnaufen, dann gehts los. Ich merke, daß, da man ein paar Mal umsteigen muss, auch ein bisschen mehr Armkraft erforderlich ist, aber rasch und sicher ist auch diese Stelle bewältigt und wir stehen am Fusse der Frau Hitt und damit auch am Ausstieg des Klettersteiges.

Wolfgang schaut sich die Frau Hitt genau an, ein lange bekanntes Kletterziel der Innsbrucker, an dem auch viele namhafte Bergsteiger geklettert sind.

Dann ziehen wir die Gurte aus, verstauen alles im Rucksack, trinken nochmals anständig, da die Temperaturen jetzt wirklich schon heiß sind, und marschieren los, in Richtung Vordere Brandjochspitze.

Zuerst müssen wir über das karwendeltypische Geröll hinauf, der letzte Teil bis zur Spitze ist mit einen leichten Klettersteig eingerichtet, bei dem man aber das Gurtzeug nicht mehr braucht. Manche Stellen sind, besonders wegen dem Schotter, doch angenehm versichert.

Nach einem kurzen Marsch vom Frau Hitt Sattel erreichen wir dann unser Tagesziel, die wunderschöne Brandjochspitze. Ziemlich genau vor einem Jahr war ich schon mal hier auf dem Gipfel, damals alleine, dieses Mal zusammen mit Wolfgang.

Jetzt ist auch Zeit für eine Jause, die wir uns natürlich verdient haben. Wir setzen uns ein bisschen in den Schatten, essen und schauen uns um. Unter uns faulenzen ein paar Steinböcke, denen die Mittagshitze warscheinlich auch nicht so angenehm ist. Und während Wolfi seine Gipfeltschigg raucht, sucheich mir noch den Geocache „GC55N5A Die Vordere Brandjochspitze„.

Nach ausgiebiger Rast machen wir uns auf den langen Weg zurück zum Hafelekar. Obwohl, oder vielleicht weil eben die Highlights schon vorbei sind, ist der Weg zurück zur Bergstation der Nordkettenbahnen immer ein wenig beschwerlich.

Der Steig ist aber interessant, manchmal ein wenig ausgesetzt und führt in einer wunderbaren Landschaft direkt unter den Spitzen der Nordkette entlang zurück zum Ausgangspunkt.

Erwartungsgemäß ist heute recht viel los auf der Seegrube, ein paar Drachenflieger sind auch da und zeigen ihre Künste her.

Wir trinken einen Radler, dann machen wir uns auf, nach Hause. Im Bus merken wir dann doch, daß wir was gemacht haben. Müde, aber glücklich erreichen wir das traute Heim.

Gesamtstrecke: 11,54km
Höhenmeter: 1100m
Dauer: 5:30h