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210828 Enzianhütte (1.041m)

Das Wetter ist leider nicht „Höhentauglich“, daher beschließe ich spontan, eine Cacherunde zu machen. Als Ziel küre ich die Mühlauer Klamm, da habe ich noch Dosen offen… vom Balkon sehe ich jeden Tag diesen Abschnitt der Nordkette.

Die Anfahrt, obwohl als Luftlinie nur ein Katzensprung, ist geführt immer eine Weltreise, da keine direkte Anfahrt quer durch Innsbruck möglich ist. Beim Karmelitinnenkloster parke ich, und nach ein paar Metern bin ich am Steig durch die Mühlauer Klamm.

Obwohl das Wetter nicht sommerlich ist, fürs Wandern gestaltet es sich perfekt. Es ist kühl, keine Leute am Weg und der Nieselregen lässt sich gut aushalten. Flux erreiche ich die Teufelskanzel, heute ein schöner Rastpunkt, um den sich allerdings schaurige Sagen aus längst vergessenen Zeiten handeln.

Ein Stück weiter treffe ich auf das Hexenloch, hier sollen sich die Hexen der Umgebung zu heimlichen Treffen zusammengefunden haben und wohl auch so manches Wetter gekocht haben.

Ab hier wird der Steig ein wenig steiler, nun zweige ich vom Mühlauer Bach ab hinein in den Wald.

Es hat wieder ein wenig zu regnen angefangen, für mich kein Problem. Jedes Wetter hat seine schönen Seiten, heute glänzen und funkeln die nassen Blätter und Sträucher…

Generell hat man hier, ganz in der Nähe der Landeshauptstadt, das Gefühl, in einem Urwald zu wandeln.

Der Pfad hat in einem Bogen wieder zurück zum Mühlauer Bach gefunden, eine der Hauptwasserquellen Innsbrucks, und das schon seit Jahrhunderten.

Obwohl der Bach heute beruhigend vor sich hinplätschert, kann dieses Gewässer auch ganz anders… die Mühlauer-Klamm-Lawine hat schon viel Leid und Pein über die Bevölkerung gebracht. Dagegen wurde in den Jahren 2002 bis 2007 ein riesiger Lawinenbrecher gebaut, um die Stadtteile am Ausgang der Klamm zu schützen.

Von der Krone des Damms erblickt man einen kleinen Teil Innsbrucks, die Sicht ins Mittelgebirge ist durch tief hängende Wolken verhindert.

Am Kreuzungspunkt mehrerer Wege befindet sich die Teehütte, ein spektakulärer Bau in einer Brecciewand. Dieser Bau ist uralt und bestand schon vor dem Bau der aktuellen Forststraße.

Mein Weg führt mich weiter bergan, hinauf zur Enzianhütte, die nun in greifbare Nähe gerückt ist.

Die Sonne bricht manches Mal durch die Wolkendecke und zaubert helle Farbtupfen in den Blätterwald…

Schließlich stehe ich vor der schönen, 2019 neu errichteten Privathütte. Wegen des Wetters ist fast nichts los, dennoch bietet sich eine Einkehr geradezu an.

Ich gönne mir eine Leber-/Kasknödel-Suppe, dazu einen Radler als Erfrischung. Das tut gut, und das Essen ist vorzüglich. Dazu kommt eine nette Unterhaltung mit dem Eigner der Hütte, der die Pause schön abrundet.

Ich verlasse die Hütte, gehen ungefähr fünf Minuten, dann sehe ich was Gelbes im Wald leuchten. Bei der Nachschau entpuppt sich dieser Farbklex als wahrliche Eierschwammerl-Plantage. Innerhalb kürzester Zeit habe ich ungefähr ein Kilogramm dieser Köstlichkeiten gepflückt. Schöne große Exemplare, nicht die kleinen Stöpsel, von denen man keinen Korb voll bekommt…

Nun führ der Weg ins Tal, ein paar Mal zweige ich in den Wald ab, nur um noch mehr Pfifferlinge zu ernten.

Vor dem Abstieg in die Klamm konsultiere ich nochmals die Karte und entdecke einen Alternativweg auf der orographisch linken Seite des Baches. Anfangs ist der Weg gut, führt zu ein paar Boulderfelsen und scheint gut frequentiert zu sein.

Je weiter ich nach unten komme, desto schmäler wird der Pfad. Durch den feuchten Boden ist eine saubere Steigerei Garant dafür, dass die Waschmaschine nachher keine Überstunden machen muss.

Die rutschigste Stelle ist mit einem Seil entschärft, so erreiche ich ohne zu rutschen, das Schuhwerk war dem Wege doch gewachsen, die Talsohle, bzw. den Bach.

Hier treffe ich wieder auf den Aufstiegsweg, der mich nun mühelos in ein paar Minuten zum Ausgangspunkt führt.

Dort wartet mein treues Auto auf mich… noch immer bin ich der einzige Besucher des Parkplatzes… eine gemütliche Schlechtwettertour, oder wenn man mal nicht arg viel tun mag. Fein…

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:00 h
Gesamtlänge: 6,1 km
Höhenmeter: 593 m
Geocaches: 7 Stück

210821 Weißstein (2.640m), Rosskogel (2.646m) ✨

Endlich schaffe ich eine Tour, die ich mir schon lange vorgenommen habe. Meinen Namensberg, Weißstein, zumindest fast… und den Rosskogel, den ich zu HTL Zeiten einmal von Oberperfuss begangen bin. Ich starte meine Tour am großen Parkplatz „Stieglreith“, hoch über Oberperfuss.

Es ist noch früh, dennoch steht die Sonne schon hoch am Himmel. Der Parkplatz ist gut besucht. Über die Skipiste geht der erste Teil des Weges, bald erreiche ich die Rosskogelhütte

An der Hütte vorbei ist mein nächstes Ziel das Rangger Köpfl…

…zuerst über die Skipiste…

… mit wunderschönen Blicken ins Inntal. Leider ist es diesig, und damit ist die Fernsicht gerade nicht so gut.

Bald rückt mein zweites Tourenziel ins Blickfeld, der Rosskogel. Erinnerungen an den Ewigkeitshatsch vor fast 30 Jahren kommen hoch.

Am Ranggerköpfl mache ich eine kurze Rast, und suche gleich einen Geocache, den ich rasch finde.

Die Aussicht auf das Inntal und die Hohe Munde bringen die nächsten guten Erinnerungen, die Tour mit Michi und Konrad, wieder zum Vorschein.

Da ich heute eine Überschreitung geplant habe, zweige ich beim Krimpenbachsattel (1.896m) Richtung Hundstalsee ab.

Am Schützensteig wandere ich hoch über der Inzinger Alm. Der Steig ist gut angelegt, manchmal ein wenig steil, aber gut begehbar. Da ein großer Teil dieses Abschnitts noch im Schatten liegt, und das Gras hoch steht, sind meine Hosenrohre bald „soachnass“.

Am Ende des Schützensteiges ist das Gras dann zum Glück nicht mehr so hoch und die Sonne scheint wieder auf den Weg. Bevor ich auf den Steig ins Seeloch abzweige, passiere ich noch einen schönen Bach…

… und eine verfallene Schafhütte. Nun sehe ich den weiteren Weg. War der Schützensteig fast eben vom Krimpenbachsattel bis zur Schafhütte, steilt der Weg nun wieder auf.

War ich bis jetzt alleine auf meiner Wanderung, gesellen sich nun ein paar Gruppen dazu, die alle Richtung Hundstalsee wandern.

Der Seebach sprudelt lustig vor sich hin und verführt mich zu dem Glauben, gleich mal am See zu sein. Leider weit gefehlt…

Nachdem ich den ersten Kessel hinter mir habe, sehe ich die nächste Steilstufe vor mir. Von See keine Spur weit und breit. Erst von oben offenbaren sich zwei Lacken.

Nach der zweiten Steilstufe erreiche ich den Hundstalsee mit dem berühmten Apollontempel. In 20 Jahren Bauzeit wurde dieser, dem griechischen Gott der Künste, von zwei tiroler Künstlern erbaut.

Der Platz ist malerisch, der Tempel auch… wenngleich das Bauwerk nicht immer gerne gesehen wurde. Sogar Gerichtsverhandlungen wegen unerlaubtem Aufstellen eines Bauwerks wurden gefochten. Schlussendlich wurde zugunsten der Künstler entschieden.

Vom See steige ich nun weiter auf, in die sogenannten Gruben. Eine richtige Mondlandschaft, die Wegfindung ist hier mehr als schwierig. Zum Glück gibt es Steinmander und ein paar Markierungen, die allerdings gesehen werden wollen.

Oben am Sattel angelangt, rückt das erste Mal der Weißstein in mein Gesichtsfeld. Ein wahrlich schroffer Zacken. Von hier schaut er nicht leicht besteigbar aus.

Zuerst muss ich wieder ein paar Höhenmeter absteigen, dann geht es wieder aufwärts. An der südlichen Mauer vorbei kommt der Einstieg in Sicht.

Eine Tafel warnt vor dem unbedachten Einstieg: „Weisstein – Gipfelanstieg sehr schwierig“. Das verspricht spannende Minuten. Die ersten Schritte sind schnell absolviert, dann muss ich eine erdige Rinne hochklettern.

Nicht immer ganz angenehm, aber dennoch gut machbar erreiche ich wieder einfachere Passagen. Eingeklebte Standhaken sind für schwächere Gipfelaspiranten vorhanden.

Schwere und leichte Passagen wechseln sich ab, einzig die erdigen Stellen machen keinen Spaß. Wahrscheinlich hat der letzte Starkregen hier seine Signatur hinterlassen, denn der Weg schaut nicht ganz „original“ aus.

Immer höher steige ich auf, bald kommt das Gipfelkreuz in Sicht. Nur noch kurze, relativ leichte Kletterstellen müssen bewältigt werden.

Vor dem Gipfel sind auch Seile eingebaut, die den Aufstieg erleichtern. Hier ist der Fels kompakt und gut zu erklettern. Genuss pur.

Dann stehe ich auf „meinem“ Berg, dem Weißstein. Weissensteiner steht auf Weißstein, geht mir als nicht-reimender Reim durch den Kopf… und heute kann ich den Gipfel sogar für mich alleine genießen.

Die Aussicht ist fantastisch, die schlechte Sicht vom Morgen ist vergessen, es ist warm, fast windstill, also so gut wie perfekt.

Ich bleibe eine kurze Zeit auf dem Gipfel, will aber, weil noch „warm“, gleich weiter klettern, denn der Weg zum Rosskogel hat noch ein paar pfiffige Stellen parat, denke ich mir.

Weit gefehlt, die Überschreitung zum Rosskogel ist am Anfang anregend, aber nicht schwer, die Wegfindung auch sehr gut. Und je näher ich dem Nachbarn komme, desto einfacher wird der Weg.

Der Weg führt meist südwärts in den Grashängen, vorbei an Schafen zum sanften Nachbarn.

Ein Blick zurück offenbart die Ostseite des Weißsteins. Ein schöner Berg, finde ich.

Ein ungleiches Paar, die zwei Bergnachbarn. Während der eine, gerade bestiegene, steil, schroff und abweisend wirkt, ist der Rosskogel ein wahrer Kogel… rund, sanft, leicht zu besteigen. Dementsprechend mehr Leute treffe ich hier.

Der Abstieg vom Rosskogel ist aktuell nur über die Ostseite möglich, am Nordgrat ist ein Wegstück abgebrochen, daher ist der Weg nicht begehbar.

Über den Ostgrat erreiche ich einen großen Wegweiser, der mich weiter über das Schartl in die Weite Grube führt.

Hier wird die Landschaft grüner, perfekte Almgründe mit viel Vieh. Immer mehr Almen, ja richtige Almdörfer sehe ich.

Auch hier finde ich wieder verfallene Gebäude, sehr zu meinem Gefallen…

Je tiefer ich komme, desto üppiger werden die Wiesen.

Wobei meine Vermutung ist, dass hier die meisten Almen mittlerweile nur noch dem Vergnügen dienen und nicht so sehr der Landwirtschaft…

Der Steig entlang der ganzen Hütten, immer mit toller Aussicht auf das Unterinntal, ist wunderschön und ein toller Abschluss.

Ein weiteres Ziel von mir sehe ich ganz am Schluss, den Großen und Kleinen Solstein, die auch noch auf eine Besteigung meinerseits warten.

Die letzten Meter steige ich wie in der Früh über die Piste ab, hoch über mir kutschieren die Gondeln Gäste hoch in Richtung Rosskogelhütte.

Nach über 6 Stunden, ohne große Pausen, außer jener am Rosskogel, bin ich froh, wieder am Ausgangspunkt zu stehen. Und zufrieden mit der schönen Runde bin ich allemal.

Tourendaten
Gesamtdauer: 6:40 h
Gesamtlänge: 20,44 km
Höhenmeter: 1.741 m

210819 Patscherkofel (2.246m) – Sonnenuntergang

Ein königlicher Aussichtsberg, der sich sehr leicht, unter Zuhilfenahme einer Gondel „erobern“ lässt… das ist unser Hausberg „Patscherkofel“. Wir sind zu viert, neben mir sind noch Sara und Letu, weiters eine Freundin von Sara mit von der Partie. Am Parkplatz ist richtig was los. Am Donnerstag ist die Bergbahn immer bis 23:00 Uhr geöffnet und das zieht viele Leute an.

Mit der Bahn sind wir im Nu bei der Bergstation, ab hier gehen wir zu Fuß weiter.

Wir entscheiden uns für den direkten Weg auf den Gipfel, der zwar steil, aber kurz ist.

Rasch machen wir Höhe…

… und die Aussicht wird immer besser.

Nach 45 Minuten erreichen wir das Gipfelplateau mit dem markanten Sendemast.

Obwohl es diesig und die Fernsicht leider nicht so toll ist, die Stimmung und das Licht machen diesen Umstand allemal wett.

Am Gipfel ist, wie wir schon am Parkplatz vermuteten, die Hölle los.

Zumindest haben wir kein Problem, jemanden für ein Gipfelbild zu bekommen. Es ist kalt hier oben und wir ziehen gleich Jacke und Haube an.

Dann wird gebrotzeitet, ich habe noch extra einkauft.

Direkt neben uns starten noch ein paar Paragleiter, das ist natürlich für Letu ein Traum.

Fasziniert schaut er jedem einzelnen Paragleiter beim Start und Abflug zu…

Währenddessen haben die zwei Freundinen ein „Mordsgelächter“ und tauschen sich über verschiedenste Schulerlebnisse aus.

Die Jause schmeckt gut, aber wird immer kühler, daher brechen wir nach einer feinen Pause wieder auf.

Nun nehmen wir den längeren Weg über die Westflanke des Kofels für den Abstieg, denn da sehen wir noch den Sonnenuntergang.

Und fürwahr, der feurige Sonnenball verabschiedet sich, während wir den Weg hinuntergehen, in der Wolkenbank am Horizont.

Das Lichtspiel am Himmel ist ein Wahnsinn, wunderschöne Pastellfarben zeichnen sich auf den Wolken ab.

Zu schnell ist das Schauspiel vorbei, über den Steig spazieren wir wieder zurück zur Bergstation.

Der mächtige Betonklotz ist heute zum Brechen voll, Sara meint, es wäre heute „Steak-Abend“… klingt gut, aber nicht für uns.

Wir fahren um ca. 21:00 Uhr mit der Bahn ab und erreichen wohlbehalten den Parkplatz. Ein kurzer, aber schöner Abendspaziergang mit Brotzeit, das macht Spaß.

Tourendaten
Gesamtdauer: 1:25 h
Gesamtlänge: 3,12 km
Höhenmeter: 317 m

210807 Kogelseespitze (2.647m) ✨

Endlich mal wieder eine ausgedehnte Tour, denke ich mir, als mich Papa anruft und fragt, ob ich mit ihm auf die Kogelseespitze gehen möchte. Wir wollen nicht den „Standardweg“ über die Hanauerhütte machen, sondern eine Rundtour, um ein paar mehr Höhenmeter zu sammeln.
In der Früh treffen wir uns in Boden am Hahntennjoch, um Punkt 7:00 Uhr starten wir los.

Die erste Etappe führt uns vom Parkplatz in Boden hinauf zum Sattele (2.057m), dem Übergang nach Gramais.

Die Wegfindung ist nicht immer ganz einfach, doch Verlaufen ist in diesem Kessel fast nicht möglich. Teilweise ist der Weg gut in Schuss, teilweise fast nicht auffindbar. Ein Beweis, dass dieser Aufstieg keine Standardtour ist.

Der Weg vom Sattele hinab nach Gramais ist am Anfang steil, rutschig durch die letzten Regenfälle und daher mit Vorsicht zu genießen.

An einem Teil des Weges fällt uns ein besonderes Phänomen auf. Hier scheint eine regelrechte Käferplage zu grassieren, überall findet man skelettierte „Pfleschen“…

Wir müssen ungefähr 500m absteigen, dann erreichen wir die Abzweigung zum Kogelsee.

Das schöne Tal kommt mir gleich bekannt vor, hier bin ich vor ein paar Jahren mit Oma und den Kindern zum Kogelsee, allerdings von Gramais aus, rauf gelaufen.

Das Brett über den Bach ist immer noch das Selbe, wackelig wie eh und je. Anschließend erfolgt der Aufstieg durch das ausgedehnte Latschenfeld. Gott sei Dank ist es noch kühl…

Bald öffnet sich der Latschenwald und wir bekommen wieder eine leichte Brise zu spüren. Das tut gut und kühl uns ein wenig.

Die Wasserfälle des Platzbachs sprudeln frisch und munter. Dank der letzten Regenfälle ist mehr als genug Wasser vorhanden.

Der Weg hinauf zum Kogelsee zieht sich dann doch wider Erwarten, am Talanfang hat die Entfernung nicht so weit ausgesehen.

Schöne, hellrosa schimmernde Almrosen säumen den Weg. Während im Inntal die Blüte schon fast vorbei ist, fangen hier im Lechtal die Bergblumen erst an…

Kurz vor dem Kogelsee sehen wir den Kogel (2.318m). Für die nächsten Stunden wird dieser Berg immer wieder in unserem Blickfeld auftauchen.

Der Kogelsee (2.071m) ist einer der schönsten Bergsehen der Gegend, mit dem Kogel im Hintergrund ein sehr dankbares Fotomotiv. Zum Schwimmen ist es allerdings heute zu kalt.

Unser Weg führt uns hinauf Richtung Kogelseescharte (2.497m).

Ein Blick zurück zeigt nochmals die Schönheit des Kogelsees und Kogelkars.

Kurz vor der Kogelseescharte zweigen wir nach Südwesten ab.

An einem ausgedehnten Schneefeld verstauen wir unsere Wanderstöcke und ziehen den Helm auf.

Jetzt geht es ans Eingemachte. Obwohl der Weg nicht schwierig ist, ist das Geröll ist im ersten Teil doch sehr unangenehm. Jeder Schritt muss dreimal kontrolliert werden, und dennoch brechen immer Steine aus. Zum Glück haben wir Helme mit.

Spannende Passagen, sowohl wegen des Schotters als auch wegen der Wegfindung sind unser steter Begleiter.

Je höher wir kommen, desto besser wird die Felsqualität. Nun macht die Kraxlerei richtig Spaß.

Bald erreichen wir den Grat, hier sind nur noch moderate Schwierigkeiten zu bewältigen.

Leichtes Auf und Ab führt uns zum schon sichtbaren Gipfel.

Wieder neue Seen sind in unser Blickfeld gerückt, der Obere und Untere Parzinnsee im gleichnamigen Kessel leuchten wie zwei Augen zu uns empor.

Der letzte Teil des Grates ist normales Wandergelände mit gut ausgetretenem Pfad.

Schließlich erreichen wir den Gipfel der Kogelseespitze (2.647m).

Der Wind am Grat und am Gipfel ist enorm, daher pausieren wir nur kurz, eine Pause werden wir in windstillen Gefilden machen.

Ein Pärchen ist noch am Gipfel, das nutzen wir aus und lassen noch ein Gipfelbild machen.

Der Abstieg erfolgt nun über den Normalweg.

Der Ausblick ins Parzinn ist herrlich, die Seen sind gut zu sehen.

Im Westen liegt der Gufelsee, auch dieser wunderschön gelegen. Hier sind wir vor ein paar Jahren bei unserer Wanderung von Zürs nach Nasserreith vorbeigekommen.

Ein Blick zurück zeigt unser Weg über das Grat (oben: vom Gipfel rechts der Bildmitte, mit den Wolken über das Grat zum linken Gipfel, nicht sichtbar)

Am Gufelseejöchl schauen wir nochmal auf den Gufelsee, im Hintergrund der beeindruckende Vordere Gupfelkopf mit seinem blätterförmigen Schichtaufbau.

Am Unteren Parzinnsee (2.180m) machen wir unsere wohlverdiente Pause. Gemütlich jausnen wir, während gegenüber ein paar Murmelen herumlaufen.

Bei der Hanauer Hütte (1.922m) kehren wir kurz ein, trinken ein alkoholfreies Weizen und schauen, dass wir weiterkommen. Das Wetter schaut nicht mehr so gut aus… dunkle Wolken sind über dem Parzinn aufgezogen.

Die Hanauer Hütte hat eine gewaltige Lage, im Westen liegt das malerische Parzinn, das wir soeben durchquert haben, im Norden verbindet das Angerletal die Hütte mit Boden.

Der Abstieg von der Hütte zur Seilbahnstation ist einfach, aber dennoch mit Vorsicht wegen dem feinen Kies zu begehen. Kurz vor der Seilbahn treffen wir eine Gruppe, eine Frau ist ausgerutscht und hat sich den Fuß verdreht. Auf die Frage, ob wir helfen können, kommt nur ein knappes: „Nein, die Bergrettung ist am Weg!“.

Nachdem auch eine Gruppe älterer Damen stehengeblieben ist, Schmerzmittel werden der Verletzten übergeben, steigen wir weiter ab.

An der Brücke über den Angerlebach wird der Weg flacher, bald erreichen wir die Seilbahnstation.

Ein wunderschöner Anblick, der mich an die Tour mit Luis und Papa erinnert, ist die Dremelspitze am Talende…

Schließlich erreichen wir nach etlichen Kilometern wieder unseren Ausgangspunkt, eine tolle Wanderung, die uns wieder mal sehr gut getaugt hat.

Tourendaten
Gesamtdauer: 8:07 h
Gesamtlänge: 20,11 km
Höhenmeter: 2.112m

Ausrichtung Nord
Ausrichtung Süd

210731 Bitterlehütte

Donnerstag, 29.07.2021

Am Donnerstag, direkt nach der Arbeit fahren wir nach Pflach. Es ist wieder das alljährliche Mäh-Wochenende… bei Mama gibt’s noch ein gutes Abendessen, dann steige ich mit Maggo und unseren zwei Jungs zur Hütte auf.

Das Wetter ist überraschend gut, im Verlauf des Wochenendes soll es unbeständig werden. Heute ist es allerdings richtig warm, wir genießen den Abend vor der Hütte, die Buben zünden ein Feuer an, während Maggo und ich das Arbeitsmaterial für Morgen vorbereiten.

Der Abend ist lau, ich kann mich nicht erinnern, so einen feinen Tag auf der Hütte verbracht zu haben.

Während ich das Sensenblatt dengle, ist Juri beim Holzhacken. Die Motorsense haben wir auch zum Laufen gebracht… es scheint alles vorbereitet zu sein.

Das Feuer brennt gut, eine starke Glut ist vorhanden, Letu und Juri „hängen“ ein paar Grillwürstel ins Feuer, Maggo und ich haben im Bach ein kleines „Kühllager“ angelegt.

Bis spät in die Nacht sitzen wir am Feuer, genießen die Wärme und staunen ob der Sternenpracht über uns…

Freitag, 30.07.2021

Am frühen Morgen, 5:30 Uhr, fangen wir an zu mähen. Die ersten Vögel zwitschern von den Bäumen, ansonsten herrscht Ruhe. Rasch kommen wir weiter, das Gras ist hoch, lässt sich aber gut schneiden.

Einzig die Bremsen sind lästig wie immer, speziell beim Schneiden kommen sie aus dem Gras heraus und fügen uns schmerzhafte Stiche zu…

Um 7:30 Uhr stößt Papa zu uns hinzu, nun ist aus mit der Ruhe. Er startet die Motorsense und schneidet am Wiesenrand die Stauden und Brennnessel aus. Bereiche, die wir mit den Sensen ungerne mähen würden…

Meine Mähtechnik wird immer besser, daher ist es „fast nicht mehr“ anstrengend, auch dichteres Gras zu schneiden.

Gegen Mittag sind wir mit dem Mähen fast fertig, Mama ist auch zum Helfen gekommen. Papa und ich schneiden die letzten Flächen, während Maggo, Mama und die Buben das Heu rechen.

Zum Mittag gibt es dann einen Leberkäs, das ist schon Tradition. Gemütlich sitzen wir in der Hütte zusammen und genießen die Pause.

Dann werden noch die Restflächen gemäht, die Arbeit nähert sich dem Ende zu.

Rechen, abtransportieren und Wiese putzen geht zu viert, bzw. zu sechst rasch von der Hand, um ca. 15:00 Uhr haben wir alles erledigt.

Entspannt schauen wir auf unser Tageswerk. Wenn die Wiese wieder mit neuer „Frisur“ vor einem liegt, breitet sich Zufriedenheit aus.

Während Papa und Mama wieder ins Tal fahren, bleiben Maggo und ich mit Letu und Juri noch eine Nacht oben. Am Abend wird gegrillt, dann zieht ein arges Unwetter über den Säuling. Sogar Hagelkörner sind dabei, aber es entsteht kein Schaden.

Während draußen der Regen fällt, lassen wir den Abend mit einem Kartenspiel ausklingen.

Samstag, 31.07.2021

Am Morgen schlafen wir länger, dann wird die Hütte aufgeräumt und geputzt. Beim Abstieg schauen wir nochmals zufrieden auf die gemähte Wiese… wir freuen uns schon wieder auf den nächsten Aufenthalt.

210724 Lignano (17.07.2021 – 24.07.2021) II

Der Familienurlaub in Lignano vergeht in müßigem Nichtstun… am Vormittag am Strand, am Nachmittag am Pool, am Abend gibt es dann italienische Kost, mit Tiroler Einschlag… und am Abend die alltägliche Kinderdisco. Obwohl das nicht sehr spannend klingt, vergehen die Tage wie im Fluge und es stellt sich richtige Entspannung ein.

Ein Ausflug mit der Kinderschar nach Lignano City darf natürlich auch nicht fehlen…

Am letzten Abend ist noch eine „Talentshow“ angesagt, Letu will unbedingt mit seinem Einrad mit machen. Also wird unter Tags noch geübt, am Abend hat er dann seinen großen Auftritt… und er gewinnt sogar den Publikums-Award…

Er legt eine sehr tolle Performance hin und bekommt dementsprechend einen Riesenapplaus. Damit ist der Urlaub nun auch für Letu perfekt, er ist überglücklich und trägt eine Medaille nach Hause…
Auch wir haben unseren Spaß und genießen den letzten Abend.

Und so neigt sich unser Urlaub in Lignano auch für dieses Jahr wieder dem Ende zu.

Am Morgen packen wir noch die restlichen Sachen ins Auto und fahren, zum Glück ohne größere Verzögerungen zurück nach Hause. Ein feiner Urlaub, den wir wahrscheinlich wiederholen werden…

210719 Lignano (17.07.2021 – 24.07.2021) I

Es ist wieder soweit, unsere Urlaubswoche in Italien steht vor der Tür. Wir fahren in der Früh von Aldrans aus los, die Uhr zeigt 5:30 Uhr. Den Kindern steht noch der Schlaf ins Gesicht geschrieben, aber die Aufregung ist groß, daher ist an Schlaf nicht zu denken.
Ungewöhnlich viel Verkehr empfängt uns auf der Brennerautobahn, wir sind bei weitem nicht die Ersten, die sich auf den Weg machen. Trotz hohem Verkehrsaufkommen kommen wir schnell voran. Über das Pustertal nach Toblach, dann über Cortina führt uns unser Weg in den Süden. Am späten Vormittag erreichen wir als Vorhut unseren Campingplatz.

t/sdcard/DCIM/100GOPRO/GOPR1428

Wir sind noch bei der Rezeption, als schon Alfons und Maria mit Anhang kommen, kurz danach sind auch die Steirer, namentlich Markus und Larissa mit Kindern da…

t/sdcard/DCIM/100GOPRO/GOPR1499

Der Check-In ist schnell erledigt, die Mobile-Homes noch nicht bereit. Daher schmeißen wir uns an den Pool, später noch ans Meer. Super entspannend…

Am Abend, schon ein bekanntes Highlight für die Kinder, ist die all-abendliche Disco. Während wir „Großen“ uns ein Getränk gönnen, sind die Kinder beim Tanzen. Da ist für jeden was dabei…

So vergehen die wenig ereignisreichen, aber sehr entspannenden Tage. Das typische Strandverhalten peppen wir so manch Mal mit kleinen Zwischentätigkeiten auf… zum Beispiel leihen wir uns zu elft einmal am Vormittag Tretboote aus, eines sogar mit einer Rutsche ausgestattet. Das macht allen Riesenspaß.

Fortsetzung folgt…

210712 Rinner Alm (1.397m) und Aldranser Alm (1.495m)

Das Wetter ist schön, die Kinder unterwegs… da bietet sich eine spontane Solo-Wanderung auf die Mittelgebirgsalmen an. Mit dem Bus fahre ich nach Rinn, am Kirchplatz startet die Tour.

Der bekannte Steig zieht sich in angenehmer Steigung hinauf zur ersten Alm, einzelne Stellen sind lehmig und haben den letzten Regenguss noch nicht ganz verdaut. Dementsprechend matschig sind ebendiese.

Am Himmel kündigt sich nahendes Ungemach an. Der Blasius (Föhn) tobt in den Baumwipfeln, dass es nur so eine Freude ist. Am Waldgrund bekomme ich leider nur ab und zu eine kurze, kühlende Brise ab. Bei der überdurchschnittlichen Temperatur wäre das willkommene Erfrischung.

Nach 35 Minuten erreiche ich die Rinner Alm (1.397m). Da Montag Ruhetag ist, wasche ich mir nur kurz das Gesicht am Brunnen, trinke einen Schluck Wasser und mache ich auf den Weiterweg.

Relativ flach startet der zweite Teil der Wanderung durch schönen Bergwald. Am Boden sprießen schon die ersten Pfifferlinge, in den nächsten Tagen sollte hier was zu finden sein.

Kurz vor der Aldranser Alm, am Forstweg angelangt, wird der Weg nochmals ein wenig steiler. Die Aussicht auf das Inntal ist hier wie immer wunderschön.

Und dann lugt sie auch schon zwischen den Bäumen hervor, unsere Dorf-Alm. Hier ist ein wenig mehr los als auf der Rinner Alm, es ist ja auch normal offen.

15 Minuten habe ich von der Rinner Alm hierher gebraucht. Ich finde einen schönen Platz direkt vor der Hütte und bestelle mir ein Getränk und Saure Wurst. Mal schauen, ob die hier auch so gut ist wie letztes Mal auf dem Patscherkofel-Schutzhaus.

Das Essen ist wahrlich sehr gut, die Saure Wurst nicht vergleichbar ob der Zubereitung, aber dennoch lecker bis zum letzten Wurstblattl. Der Wind hat zugelegt, daher zahle ich und mache mich auf den Heimweg.

Die Sonne steht nun tief, es ist angenehm kühl geworden. Wunderschöne Farbspiele am Himmel lassen mich immer wieder innehalten.

Auf dem Weg nach Sistrans muss ich einige Bäche überqueren. Es fällt mir immer wieder auf, wenn ich hier unterwegs bin, wie feucht der Wald, wieviel Vegetation vorhanden ist. Ganz anders die Nordseite des Inntals, dort ist Wasser oft Mangelware.

Überall sehe ich Moosbeeren, Pilze, üppige Fauna.

Sogar ein regelrechtes Knabenkraut-Nest entdecke ich ein wenig abgelegen

Die Sonne ist nun fast am Horizont angekommen, orange leuchtet der Wald…

… eine magische Stimmung, die mit der Handykamera leider nicht so gut eingefangen werden kann.

Ich entdecke immer wieder neue Pfade, die ich mir unbedingt merken muss. Das wären schöne Wanderungen, wenn es mal nicht in die Höhe gehen muss.

Aus dem Wald heraus quere ich über ein gemähtes Feld, dann stehe ich vor den Toren Sistrans. Weizenfelder wogen im wieder stärker gewordenen Wind.

Auf dem Weg von Sistrans nach Aldrans entdecke ich noch eine Kuriosität. Ein Feld, das keinen direkten Nutzen für den Bauern hat (von der Nachhaltigkeit abgesehen). Ein Feld laut Schild mit „Zwischenfrucht für Humusaufbau“. Der letzte Satz am Schild gefällt mir besonders: „… hervorragende Bienen und Insektenweide, soll Freude bereiten.“ Und das tut sie…

Ein nächstes Highlight ist eine wunderschöne Eiche, die ganz alleine an einer tollen Stelle steht. Im Hintergrund ist der Patscherkofel sichtbar.

Schlussendlich erreiche ich über Rans wieder mein trautes Heim… eine gemütliche Runde, die ich sicher wiederholen werde, geht zu Ende.

Tourendaten
Gesamtdauer: 2:25 h
Gesamtlänge: 10,45 km
Höhenmeter: 626 m

210711 Patscherkofel (2.246m)

Nachdem wir Freitag und Samstag auf der Hütte gemäht habe, will ich heute noch einen feinen, gemütlichen Wochenendausklang mit Letu machen. In der Früh schüttet es aus Kübeln, daher bleiben wir erst zu Hause. Am späten Vormittag schaut das Wetter besser aus, also könnte sich der Patscherkofel ausgehen.

Mit der neuen Bahn fahren wir bis zur Bergstation, dort starten wir am Steig unsere Wanderung zum Hausberg.

Es hängen noch immer einige Wolken am Berg und immer wieder ziehen Nebelwände ein, aber die Temperatur und auch die Stimmung passt uns sehr gut.

Schon bei den ersten Schritten ist uns ausgefallen, dass die Almrosenblühte im vollen Gange ist und überall das wunderschöne Rot hervor leuchtet.

Kurze Sonnenfenster wechseln sich mit dichten Nebelbänken ab, immer wieder öffnet sich der Blick ins Inntal.

Fast am Gipfel angelangt, überwiegt dann die Sonne. Ein Vorteil dieses wechselhaften Wetters ist der geringe Ansturm auf den Gipfel.

Ist man hier an schönen Tagen fast schon verzagt ob der Massen, ist heute fast niemand am Weg.

Bald sehen wir den Funkturm, das Wahrzeichen, vor uns auftauchen. Jetzt wissen wir, wir haben es fast geschafft.

Am Gipfelkreuz machen wir eine Pause, dann spazieren wir zur Gipfelstube und gönnen uns ein Kaltgetränk.

Unser weiterer Weg führt uns nun über den Osthang Richtung Boscheben.

Unterwegs finden wir ein Schild, „Patscher_ofel Gipfelstube“ könnte man fast meinen, wenn man nicht genauer hinschaut.

Der Blick zurück zeigt uns nochmals den Gipfel des Kofels. Dies ist der selbe Weg, den ich auch heuer im Winter mit Tourenski gegangen bin.

Richtung Viggartal sehen wir den Morgenkogel und im Tal das Meissnerhaus. Beides schöne Ziele, die ich gerne wieder mal besuchen möchte…

Schlussendlich erreichen wir Boscheben, hier ist unser Umkehrpunkt. Wir kreuzen nun auf den Zirbenweg und laufen zurück zur Bergstation.

Unterwegs treffen wir so manchen Bekannten, der den nun sonnigen Tag ausnutzt. Es fällt wieder einmal auf, dass der Zirbenweg zu einem Großteil von einheimischen Familien genutzt wird.

Den meistfotografierten Baum am Zirbenweg können wir natürlich auch nicht auslassen, zu schön ist diese Szene.

Am Schluss des Wegs gehen wir noch durch das Start- oder Endtor (je nach Sichtweise), und stehen beim Schutzhaus.

Hier kehren wir ein, Letu vernascht einen Apfelstrudel, ich gönne mir eine Saure Wurst. Das Essen ist delikat, und die Bedienung super. Gerne wieder mal.
Die Tour selber war heute kurz, aber auch das braucht´s dann und wann. Uns hat es viel Spaß gemacht und das Wetter war schlussendlich auch viel besser als angenommen.

Tourendaten
Gesamtdauer: 2 h
Gesamtlänge: 6,01 km
Höhenmeter: 406 m

210626 Pfrimeswand (2.103m)

Eine Wanderung, die mir schon länger im Kopf spukt, ist eben jene, die ich heute verwirkliche. Gestartet wird in Mutters, geendet in Axams. An- und Rückfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Ich möchte versuchen, in Zukunft öfters Zug und Bus zu verwenden, damit ich einen Betrag leistet kann, dass die nächsten Generationen auch noch eine so tolle Natur genießen können.

Von Aldrans fahre ich mit dem Postbus bis Innsbruck, dann weiter mit der schönen Stubaitalbahn nach Mutters. Dort sattle ich schlussendlich noch auf die Mutterer Bergbahnen um, den Luxus eines verkürzten Aufstiegs gönne ich mir heute dank Freizeitticket.

Obwohl ich einer der ersten bin, die mit der Bahn hochfahren, ist dennoch auffällig, dass hier mehr Downhiller unterwegs sind als Wanderer.
Obwohl das Wetter mild ist, umfängt mich bei der Bergstation gleich eine dichte Nebeldecke.

Der Nebel bleibt heute mein Begleiter, zwar reißen die Wolken immer wieder auf, aber genauso plötzlich ist wieder Null Sicht.

Mir gefällt dieses Schauspiel sehr gut, denn es verzaubert die Landschaft in einer Art und Weise, die man eben nicht jeden Tag erlebt. Schönstes Sommerwetter ist toll auf dem Berg, aber oben Blau und unten Felsig kann auch eintönig werden…

… da bringt der Nebel bzw. die Wolken ein wenig Pepp in die Geschichte.

Die erste Station, die ich erreiche, ist der Pfriemeskopf (1.887m), ein unscheinbarer Gupf, zumindest von hier oben gesehen. Wesentlich imposanter ist da mein zweites Ziel, die Pfriemeswand. Unnahbar erhebt sich dieser Block von meinem Standort.

Bedingt durch den Nebel ist der Boden sehr feucht. Nicht, dass es mich stören würde, im Gegenteil. Ich bewundere auf dem Weg ein paar Frauenmäntelchen mit schönen Wasserperlen, die den Pflanzen noch eine Krone aufsetzen.

Dass man ein Ziel immer von mehreren Seiten anschauen und auch angehen kann und sollte, prägt sich mir hier bei der Pfriemeswand wieder ein. Während die Nordwestseite unnahbar amzusehen war, ist der Aufstieg von der Südseite ein breiter Pfad ohne Schwierigkeiten.

Breit zieht sich der Weg auf dem Rücken hin zum Gipfelkreuz.

Ein Blick zurück eröffnet mir den Blick auf die Saile, die sich gerade aus dem Dunst schält. Obwohl es mich reizt, dort rauf zusteigen, ist meine Route heute eine Andere. Die Saile kommt ein andermal dran!

Auf den letzten Metern zum Gipfel der Priemeswand (2.103m) kann ich blühende Almrosen bewundern, die in kräftigem Rot leuchten.

Am Gipfel mache ich eine Rast, viel Andrang scheint hier nicht zu sein. Ein Solist, gleich wie ich und eine Familie sind noch zugegen. Ich setze mich zum Gipfelkreuz, der einzelne Wanderer macht ein Foto von mir, dann ziehe ich weiter…

Mir gefällt es hier ausgesprochen gut, was teilweise am Nebel liegen könnte.

Ein Blick zurück zur Pfrimeswand offenbart einen einfachen Grashang mit Latschen, nicht das grimmige Nordgesicht vom Morgen.

Ins Tal blickend zeigt mir die Aussicht Teile meines weiteren Weges. Da ich dank Öffis nicht mehr zum Ausgangspunkt zurück muss, werde ich nach Axams absteigen.

Einen weiteren Gipfel nehme ich auf dem Weg mit, die Zwölferspitze (2.098m). Durch ein paar sehr schöne Alpenblumenwiesen erreiche ich dieses Kreuz.

Auch hier verweile ich nicht lange, weiter geht es zum Birgitzköpflhaus. Meine kurze Überlegung, hier einzukehren, verwerfe ich, als ich das Schild „Selbstbedienung“ lese. Wenn schon, dann möchte ich mich einfach setzten und was bestellen…

Die folgende Gegend ist mir nun von einigen Skitouren bekannt. Das Birgitzköpfl (1.982m) habe ich schon einige Male mit Ski besucht, aber noch nie im Sommer. Und ich muss sagen, auch wenn die Wege sehr einfach sind, macht es dennoch Spaß, in dieser großartigen Landschaft zu wandeln.

Im Gegensatz zum Beginn meiner Wanderung sind hier nun schon viel mehr Leute am Weg. Am Gipfelplateau mache ich eine Jause, mit mir ungefähr 20 andere Wanderer. Aber Platz ist hier ja genügend…

Während ich meine Brotzeit genieße, öffnet sich plötzlich der Blick auf die Kalkkögel, die Dolomiten Nordtirols. Ampferstein, Marchreisen-, Malgrubenspitze und Steingrubenkogel warten auf einen neuerlichen Besuch meinerseits!

Ich wandere zur Birgitzer Alm, dort gönne ich mir ein Getränk im Schatten, bevor ich den Abstieg nach Axams in Angriff nehme.

Entlang der Skipiste, die mir im Winter verständlicherweise viel kürzer (da Skiabfahrt) vorkommt, erreiche ich den Adelshof.

Ab hier führt ein steiler Pfad durch Wald weiter hinunter ins Tal.

Es ist nun recht heiß geworden, die Wolken haben sich zurückgezogen und es ist durchwegs sonnig.

Der Blick über das westliche Mittelgebirge, mit der Hohen Munde und dem Mieminger Gebirge im Hintergrund, der Martinswand im Vordergrund beeindruckt mich immer wieder.

Im Ortsgebiet von Axams führt ein gut beschilderter Weg zum Ortszentrum. Ich erreiche die Bushaltestelle exakt drei (3) Minuten bevor der Bus einfährt. Das nenne ich eine Punktlandung.

Das war wieder einmal eine feine Wanderung, die ich mir schon länger vorgenommen hatte und nun endlich verwirklicht habe…

Tourendaten
Gesamtlänge: 11,56 km
Gesamtdauer: 3:10 h
Höhenmeter: 650 m (rauf) / 1.365 m (runter)