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151112 Sonnenaufgang auf der Serles, 2.717m

Da das Wetter ununterbrochen schön ist, geht’s heute nochmals in der Früh los, das Ziel ist die Serles. Und weil der Sonnenaufgang auf König Serles so wunderschön sein soll, gehen wir zeitig los. Zeitig ist bei den kurzen Tagen eh nicht so früh, um 4 Uhr verlassen wir das warme Heim und machen uns auf den Weg zum Kloster „Maria Waldrast“, 1.641m

Wir parken direkt unter dem Kloster und richten uns her. Eine Stirnlampe ist heute unbedingt notwendig, da es Neumond und dementsprechend dunkel ist. Nur die Sterne leuchten mit großer Kraft vom Firmament, ein Himmel, den man bei uns nicht oft zu Gesicht bekommt. Gebannt starren wir nach oben. Einzig die Temperaturen machen ein Verweilen an Ort und Stelle nicht so angenehm, daher brechen wir auf, bringen unsere müden Knochen in Schwung.

Durch das Kloster hindurch und scharf nach Links erreichen wir den Aufstieg durch den Wald. Einmal nehmen wir eine falsche Abzweigung und Schwupps sind wir mitten in der Pampa. Der Fehler ist schnell entdeckt und korrigiert und bald befinden wir uns wieder auf dem Steig, vorbei an Latschen und Schotterreisen hinauf zum Serlesjöchl, 2.384m. Kurz bevor wir das Jöchl erreichen, bricht ein leichter Lichtstreifen am Horizont auf, der Sonnenaufgang hat begonnen.

Noch ist es nur eine kleine Ahnung von einem Licht, doch schnell beginnt sich der Himmel zu färben.

Die Schlüsselstelle, ein mit Leiter und Drahtseil versicherter Felsblock nach dem Serlesjöchl ist schnell überwunden, nach dieser Stelle wird der Aufstieg ein kleines bisschen anspruchsvoller.

Da wir heute mit den Turnpatschen unterwegs sind, müssen wir schon auf die Schrittwahl achten. Aber keine Schwierigkeit für uns, der Aufstieg geht schnell weiter. Bald schon können wir die Taschenlampen ausschalten, denn die Dämmerung ist so weit fortgeschritten, dass wir den Weg auch so sehen können.

Bald erreichen wir den Gipfel, die Sonne wird in den nächsten Minuten aufgehen.

Eine gute Brotzeit, sozusagen ein Frühstück haben wir uns mitgenommen, das wird jetzt verspeist. Leider zieht ein richtig kalter Wind über den Gipfel, daher packe ich den Biwaksack aus und wir hängen uns diesen als Windschutz um die Schultern.

Ich bin kein großer Frühstücker, aber nach so einem schönen Aufstieg schmecken Wurst, Käse und Brot auch zu dieser frühen Stunde. Nach dem Frühstück will ich noch den Geocache Stubaital – König Serles heben, doch leider muss ich feststellen, dass das bei diesen Bedingungen nicht geht. Ein großes Schneefeld, pickelhart und sehr abschüssig, liegt genau vor der Position des Geocaches. Das ist mir eindeutig zu gefährlich, und Berge laufen bekannter Weise nicht so schnell weg. Also wird der Cache wohl die nächsten Jahre auch noch hier oben sein.

Dann bricht auch schon die Sonne durch…

Uns ist schon richtig kalt, daher beschließen wir wieder abzusteigen. Wir packen unsere Sachen zusammen und machen uns auf den Weg ins Tal. Die Zeit präsiert, wir müssen ja auch noch auf die Arbeit.

Daher laufen wir schon fast hinunter ins Tal. Unterhalb vom Serlesjöchl machen wir nochmals eine Pause, die Sonne knallt jetzt schon vom Himmel und wir können uns ein paar Jacken ausziehen.

Ich gebe noch schnell den Geocache Stubaital – Last Step und lege noch einen Travelbug hinein. Dann können wir runter zum Parkplatz.

Die Sonne ist jetzt schon hoch aufgestiegen, und wunderschön zeigt sich die morgendliche Landschaft um uns, die Luft ist kristallklar und die Aussicht einfach wunderbar.

Die ersten Wanderer kommen uns entgegen, schauen uns zum Teil ungläubig an, jeder weiß jedoch schon, was wir gemacht haben. „Aha, wart´z Sunne aufgian schaug´n…“. Jeder, der uns entgegenkommt, hat einen Spruch für uns auf Lager, doch der Beste kommt von zwei netten Damen, die uns kurz vor dem Kloster entgegen kommen… „Streber, Streber…“ schallt es aus beider Münder, und wir biegen uns vor Lachen. Welch ein lustiger Abschluss für eine wunderschöne Wanderung.

Tourendaten
Gesamtlänge: 10,69km
Gesamtdauer: 3:30h
Gesamthöhe: 1.046m

151108 Wankspitze-Klettersteig

Noch ein wunderbarer Herbsttag, der nach einer „Bin mal draussen-Tätigkeit“ ruft. Mit Papa habe auch gleich ein Ziel in der Mitte gefunden. Die Wankspitze. Und da sich die Wankspitze mit dem Klettersteig be-, und über den Normalweg absteigen läßt, ist das auch gleich ein Ziel, das uns anlacht.

Um 8:00 Uhr treffe ich Papa auf dem Parkplatz vom Gasthof Arzkasten. Noch ist nichts los, 4 Autos stehen am Parkplatz. Dann wird es hier wohl gemütlich, denken wir uns. Zu meiner großen Überraschung treffen wir Renate und Christian. Ich kenne Renate vom Rafting her, und Papa kennt Christian von der ehemaligen Arbeit. Wunderbar, die Welt ist echt klein.

Wir starten los, ein Stück folgen wir der Forststraße, dann zweigt der sogenannte Bachweg ab, den wir nehmen. Auf den ersten Blick unterscheidet sich dieser Weg nicht so sehr von einem Forstweg, bei einem kleinen Rastplatz am Bach, bei dem auch viele Steinmändle sind, zweigt der Weg nach rechts ab, wird ein bisschen enger und steiler. Und dann stehen wir schon vor dem Lehnberghaus.

Dieses lassen wir rechts liegen und wandern weiter Richtung Talschluss, immer das kleine, aber feine Joch im Blickfeld. Komisch ist aber, obwohl schon ein paar Bergsteiger vor uns aufgebrochen sind, wir diese im Aufstieg nicht sehen. Doch das Mysterium klärt sich bald, falsches Ziel im trüben Auge gehabt.

Der Weg zieht wieder nach rechts weg, hinauf zum Stöttltörl (2.036m). Wir treffen dort eine Gruppe junger Leute, die auch den Klettersteig machen wollen. Doch zuvor wird noch in der Sonne gejausnet.

Im Gegensatz dazu richtigen wir uns gleich her, ziehen die Ausrüstung an und steigen ein, in den Wankspitze-Klettersteig.

Renate und Christian sind kurz vor uns eingestiegen, wir sehen sie noch hoch oben. Der Steig liegt im Schatten, aber trotzdem ist es, obwohl schon November, nicht richtig kalt. Die Wegführung ist super, aber schon jetzt kann ich sagen, daß dieser Steig auch Landschaftlich wunderschön ist. Verpielt wurde das Seil in die Felsformationen eingebaut, langweilig wird uns nie.

Der Steig führt fast immer am Grat entlang, ein Highlight ist das Bankerl vom Kletterclub, von weitem sehen wir Renate und Christian sitzen, da müssen wir auch rauf.

Sie rufen uns auch schon zu, daß wir da rauf müssen. Also gehen wir die Variante hinauf und genießen eine kurze Pause auf dem Bankerl. Und das hat sich richtig rentiert, die Aussicht ist wunderschön.

Kurz darauf steigen wir nochmals ein Stück hinunter, kommen wieder zum Normalsteig, dann geht es noch eine letzte Wand empor. Der Gipfel liegt direkt vor uns.

Es geht fast kein Wind, die Sicht ist super. Da machen wir gleich eine ausgedehnte Pause am Gipfel, mit Brotzeit. Ein paar Leute und die obligatorischen Dohlen sind am Gipfel.

Hinter uns plagen sich die jungen Klettersteigler noch die letzten Meter hinauf zum Gipfel, wir machen uns ausgerastet auf den Weg nach unten.

Das Lehnberghaus ist geöffnet, aber wir beschließen, beim Gasthof Arzkasten ein Bier zu trinken. noch einiger Zeit stehen wir vor dem Gasthaus, der Parkplatz rappelvoll, Papa´s Auto wird gerade von einem Deutschen richtig ungut zugeparkt, doch eine kurze Intervention unsererseits läßt ihn doch nochmals ins Auto steigen und sein Vehikel richtig hinstellen.

Trotz des Ansturms leider müssen wir feststellen, als wir vor verschlossenen Türen stehen. Das Gasthaus hat Betriebsurlaub. Das ist jetzt schon das zweite Mal innerhalb kurzer Zeit, daß ich mit Papa am Ende kein wohlverdientes Bier bekomme. Hmmm…

Trotzdem sind wir total glücklich, die Tour hat richtig Spaß gemacht.

Tourendaten
Gesamtlänge: 13,18 km
Gesamtdauer: 5:00 h
Höhenmeter: 1029 hm

151107 Radlrunde nach von Hall nach Mils

Der Herbst, so kommt es mir vor, will dem Sommer heuer noch den Rang ablaufen, an Erinnerungswürdigkeit. Ein herrlicher Tag reiht sich an den Nächsten, die Sonne lacht golden vom Firmament und jede Aktivität im Freien macht einfach nur Spaß.

Heute beschließe ich, mit den Kindern eine Runde mit dem Fahrrad zu machen. Wir fahren mit dem Auto nach Hall, das ist immer die gleiche Prozedur. Von Aldrans aus kann ich mit den „Schnecken“ leider nicht fahren, da es überall entweder rauf oder runter geht. Also mit dem Auto nach Hall, dann fahren wir ein Stück dem Inntalradweg entlang.

Zuerst liegen wir immer wieder im Schatten, doch dann kommt doch noch die wärmende Sonne raus, und wir können entspannt fahren. Immer wieder überholen uns schnelle Rennradfahrer, aber uns stört das nicht, wir haben Zeit.

Bei einer Brücke beschließen wir, auf der anderen Seite des Inns zurückzufahren, bald erreichen wir Mils.

Leider müssen wir dort eine weile auf der Hauptstraße fahren, aber dann zweigen wir ab, fahren unter einer Brücke durch und erreichen wieder einen schönen Fahrweg ohne viele Autos.

Und dann sind wir auch schon wieder fast zurück am Anfang, einzig die schöne, alte Holzbrücke in Hall müssen wir noch queren.

Eine tolle Tour bei tollem Wetter. Den Kindern hat es mindestens so gut gefallen wie mir.

Tourendaten:
Gesamtlänge: 11,98km
Gesamtdauer: 1:15h

151103 Großer Beil, 2.309m

Gestern habe ich mir ob der Wettervorhersage noch schnell den heuigen Tag freigenommen, es soll ja ein fantastischer Tag werden. Und Glück habe ich… das Wetter ist perfekt.

Wohin soll es gehen? Ein Blick auf die Karte zeigt mir noch viele „Weiße Flecken“, an denen ich noch nie gewesen bin. Ein solcher Platz ist die Wildschönau. Und dorthin fahre ich heute auch…

Es soll der Große Beil werden, die höchste Ergebung in der Wildschönau. Schon den Namen finde ich interessant, denn es ist nicht „DAS BEIL“, sondern „DER BEIL“, und das bezeichnet einen Ort, bei dem Tiere bei der Jagd gestellt werden.

Ich fahre bis zur Schönangeralm, dort stelle ich mein Auto ab und sattle um auf das Fahrrad. Ja, heute mache ich eine der viel zu seltenen, im Neudeutsch genannten „Bike&Hike“-Tour. Diese Tour bietet sich richtig an dafür, denn der erste Teile geht über eine schöne Forststraße bis zu Gressensteinalm. Die Steigung ist immer moderat und durch den Schatten ist mir auch nicht zu heiß beim Raufradeln.

Der Weg spult sich immer weiter hinauf, zuerst im Wald, dann öffnet sich die Sicht immer weiter und gibt die Blicke frei auf die wunderschöne Bergwelt.

Nach ca. 1 1/2 Stunde erreiche ich die Gressensteinalm, wo ich mein Fahrrad hinter die nicht mehr geöffnete Alm stelle und absperre… Sicher ist sicher. Dann setze ich mich 5 Minuten in die feine Sonne, genieße die ersten Strahlen und richte mich für den Weitermarsch her.

Gleich neben der neuen Alm steht eine alte Steinhütte, die wahrscheinlich mal die originale Alm war. Neben der Steinhütte geht auch gleich der Weg hinauf, zum Großen Beil.

Zuerst steigt der Weg pfeilsgerade hinauf in den Talschluß, zumindest sieht es so aus, doch dann macht er doch noch einen Schwenk, und auch der Talschluß schaut plötzlich anders aus.

Der Weg ist super zu gehen, und doch wieder mal was Neues für mich. HIer herrscht nicht Kalk vor, den ich gut von zu Hause aus kenne, nein, hier ist alles aus Schiefer, das klingt schon ganz anders, wenn man drauftritt. Eine tolle Abwechslung auf jeden Fall.

Immer wieder ist die Landschaft von kleinen und größeren Wasserläufen unterbrochen, auch kleine Lacken sehe ich immer wieder heroben.

Und dann zeigt sich doch noch das Gipfelkreuz vom Großen Beil, direkt vor mir, sozusagen im Wege. Da kann es nicht mehr lange rauf sein. Der Himmer ist leuchtend Blau, die Fernsicht ein Wahnsinn, aber es gibt doch einen Wermutstropfen… der Föhn hat eingesetzt, der Wind wird, je höher ich komme, immer stärker.

Ich erreiche den Gipfel ohne Probleme, such mir eine windgeschütze Stelle zum Brotzeiten und genieße die Stille… nur manchmal von hoch über mir fliegenden Jets unterbrochen, und natürlich vom immer wieder aufheulenden Föhn.

Die Aussicht von dieser Kanzel ist überragend…

Auf dem Weg nach unten treffe ich einen der einzigen Wanderer, die mir heute begegnen. Wir unterhalten uns eine Weile, dann geht jeder seinen Weg weiter.

Die Alm erreiche ich ohne Probleme, mein Fahrrad ist auch noch da. Jetzt fängt der Spaß an, denn die letzten Kilometer mit dem Fahrrad rausrollen, das macht Spaß. Zwei ältere Wanderer schauen mir neidisch zu, wie ich den Forstweg hinunterjuchitze…

Eine perfekte Herbsttour, wenig Leute, super Wetter und sehr viel Ruhe. Toll!

Tourendaten:
Gesamtstrecke 19,90 kmGesamtlänge 4:00 h
Höhenmeter 1112 hm

151031 Plansee

Bei diesen herrlichen Tagen zieht es einen schon fast zwanghaft hinaus in die Natur. Doch nicht immer müssen es die hohen Berge sein, nicht immer ein schwieriger Zugang. Manchmal liegen die schönen Dinge auch einfach und in der Nähe vor einem…

Wir wollen uns heute den Alatsee im herbstlichen Farb-Feuerwerk anschauen. Das ist jedes Jahr aufs neue ein Wunder, wie die Natur sich hier nochmals vor dem Winter aufbäumt, nochmals in die Trickkiste greift und uns mit wunderschönen Farben und Düften bei Laune hält.

Unterwegs, wir können schon den Wald beim Alatsee sehen, entdecken wir etwas, das uns einen gehörigen Strich durch die Rechnung macht. Vor uns türmen sich die ersten Hochnebelfelder, von Füssen kommend, auf. Im Nebel um den See spazieren hat schon auch was für sich, aber wir wollen Sonne und Farbfeuerwerk.

Also drehen wir um, und fahren in die entgegengesetzte Richtung. Zum Plansee. Wir parken bei der Musteralm, und spazieren am See entlang bis in den Winkel am Schluss.

Dort scheint die Sonne auf uns, wir setzen uns in das Schotterfeld. Dort brotzeiten wir, genießen goldene Herbstsonne und … genießen.

Im Anschluss, zurück am Parkplatz, lassen wir den Drachen noch steigen, doch leider ist der Wind nicht stark genug, daher müssen wir dieses Abenteuer auf ein andres Mal verschieben.

Den Tag haben wir voll genossen, es war richtig fein.

151025 Lanser Köpfl Umrundung

Das Wetter ist noch immer super, daher beschließen wir, noch einen kleinen Ausflug zu machen. Ein Geocache bietet sich total an, das werden wir machen. GC2W38V „Es war einmal – Märchencache“ bietet sich an.

Wir fahren bis zum Lansersee, dann starten wir die Runde, die uns der Multicache vorgibt.

Da unter euch Lesern evtl. der eine oder andere Geocacher versteckt ist, spare ich mir hier alle Beschreibungen, bis auf eine: Uns allen hat die Runde gut gefallen.

Nach der kleinen Wanderrunde machen wir uns, „Opportunity makes thiefs“ am Minigolfplatz zu schaffen.

Das erste Mal mit den Zwergen. Und auch das macht richtig Spaß.

Zuhause gibts dann einen leckeren Kakao als Belohnung.

151024 Hannauer Hütte +

Der Samstag steht schon länger fest für eine Bergtour. Das Wetter ist gut angesagt, ein goldener Herbsttag soll kommen. Na denn…

Aus Ermangelung an Bergkameraden plane ich eine leichte Tour in der Wildschönau, aber dazu kommt es dann doch nicht. Papa hat Zeit und möchte gerne mit, für ihn ist jedoch die Fahrerei sehr lange. Daher disponieren wir geschwind um, und treffen uns sozusagen in der Mitte. Das wäre dann … naja, nicht ganz vermessungstechnisch, aber doch gefühlt in der Mitte: Etwas in Boden, am Hahntennjoch.

Papa hat auch den passenden Vorschlag, es soll die Hannauer Hütte, aber mit Klettersteigzustieg werden. Das ist eine super Idee. Wir treffen uns in der Früh in Boden, von dort startet zuerst ein gemütlicher Forstweg bis zur Seilbahnstation der Hannauer Hütte. Von dort startet der Steig hinauf zur Hütte.

Wir zweigen jedoch schon ein wenig früher ab und erreichen so den Einstieg zum Klettersteig.

Ganz sicher sind wir uns nicht, denn es liegt schon überall Schnee und wir können den Steig nicht ganz abschätzen. Jedoch gibt es eine sehr einfache Variante (B/C), die wir uns vornehmen. Mit dem Eis werden wir schon zurechtkommen… wir ziehen unsere Gurte an und starten los.

Der Steig ist super eingerichtet, und die Schwierigkeiten sind wirklich gering. Dennoch müssen wir mit dem immer wieder vorhandenen Eis sehr vorsichtig sein.

Dennoch geht der Aufsteig sehr angenehm von Statten, auch dank der wirklich guten Absicherung. Zwischendurch sehen wir einmal die Seilbrücke vom schwierigeren Teil, den wir aber zum Glück doch nicht begangen sind.

Der Steig ist relativ kurz, bald erreichen wir ein Plateau über der Hannauer Hütte. Juhu, unser erster Winter-Klettersteig.

Die Sonne lacht uns ins Gesicht, und die Temperaturen sind schon sehr angenehm. Wir ziehen uns auf der Terasse der Hütte um, die Gurte aus.

Die Hütte hat zwar geschlossen, aber es haben ein paar Leute im Winterraum übernachten, weitere Leute sind vom Tal unterwegs.

Wir machen nur eine kurze Pause, dann beschießen wir, über das Galtseitejoch ins Fundaistal abzusteigen, nach Pfafflar und von dort zurück nach Boden zu wandern.

Wir starten los, doch schon kurz nach der Hütte sehen wir, daß der Weg seit dem letzten Schneefall noch nicht oft gegangen worden ist. Zum Glück haben wir die Gamaschen mitgenommen, die uns jetzt gute Dienste tun. Zur Sicherheit eingepackte Grödel haben wir noch im Rucksack belassen.

Wir steigen den Weg bis zu einer Abzweigung hinauf, dann sehen wir unseren weiteren Weg, anscheinend schneefrei, bzw. schneearm. Also los, sagen wir uns…

Zuerst machen wir noch gut Höhe, doch dann geht der Weg recht flach entlang des Bergrückens. Gemsen und einen Steinbock schauen uninteressiert zu uns herunter und grasen weiter. Wir jedoch tun uns immer schwerer… der Schnee wird tiefer und immer wieder brechen wir tief ein. Bald erreichen wir einen Punkt, an dem wir uns entscheiden müssen. Weiter gehen oder umdrehen..

Wir entscheiden uns für´s umdrehen. Später werden wir froh sein, denn der Weg wäre noch richtig lang gewesen, auch ohne Schnee schon eine Herausforderung.

Der Rückweg verläuft unspektakulär, die Gemsen schauen nochmals auf uns herab, der Steinbock ist schon weg…

…bald erreichen wir die Hannauer Hütte, bei der wir uns über unsere Jause hermachen. Die schmeckt aber gut… besonders in der noch starken Oktobersonne.

Dann steigen wir den Normalweg hinunter. Zwischendrinnen stellt Papa einmal fest, daß der Klettersteig auf jeden Fall feiner zum gehen war, hier sind ein paar richtig böse Eisstellen, die wir umgehen müssen.

Doch alles geht gut und wir erreichen bei der Seilbahn den Forstweg und auf diesem weiter unser Auto. Unterwegs unterhalten wir uns noch mit einem lustigen Jäger, der uns ein paar Sachen über die Gegend erzählt.

Beim Auto sind wir glücklich, eine schöne Runde gemacht zu haben. Einziger Wermutstropfen… kein Gasthaus weit und breit. Aber das Bier gibts trotzdem irgendwann… aufgeschoben ist nicht aufgehoben!

Tourendaten:
Gesamtstrecke: 13,95km
Gesamtdauer: 5:17h
Höhenmeter: 1.095m

151023 Kaiser-Max-Grotte

Endlich… wie oft bin ich nicht vorbeigefahren, an der Martinswand und habe hinaufgeschaut, auf die Grotte. Immer wollte ich mal dort rauf. Auf dem alten Steig habe ich es nicht mehr geschafft, aber nun soll es endlich wahr werden. Zusammen mit der Familie…

Wir starten gleich nach meiner Arbeit, eine kurze Jause wird zu Hause noch verspeist, dann fahren wir los nach Zirl. Geparkt wird beim Rot-Kreuz-Parkplatz, dort ist immer ein Platzerl frei.

Der erste Teil der Wanderung geht auf dem Brunntal-Weg hinauf, vorbei an einem komischen Gebäude, dessen Zweck sich mir bis heute nicht erschlossen hat. Weiter geht es bis zur ersten Kurfe, dort zweigt dann der Weg ab, hinauf und rüber zur Grotte.

Entgegen meiner Erwartungen bleibt der Steig dann doch mäßig steil, denn mittlerweile ist der erste Teil des Steiges in den Steinbruch integriert. Das kann man sehen wie man will, aber der Weg ist ganz OK geworden. Und Schönheit zeigt sich immer in verschiedenen Gesichtern.

Bald ist der Steinbruch-Weg zu Ende und der „alte“ Weg fängt an, schön durch kleine Kieferwäldchen, vorbei auch an kletterndem Volk, steigen wir weiter hinne, immer der Grotte entgegen.

Eine kleine Holzbrücke, der Steig ist mittlerweile recht eng, tut sich vor uns auf, dann geht es scharf ums Eck und über uns tront die Grotte mit dem Jesu-Kreuz und Kaiser Max, davor kniend.

Was soll ich sagen, es freut mich bis in den kleinen Zeh, daß ich endlich hier raufgekommen bin. Der Weg ist auch mit den Zwergen super begehbar, und entgegen so manchem Hüttenhatscher hat man heute nicht viel Murren gehört… 🙂

Die letzten Meter sind die schönsten…

In der Grotte gönnen wir uns noch eine feine Pause mit Aussicht über das ganze Inntal… wunderschön.

Die Aussicht von hier heroben ist wirklich spektakulär…

Wir nehmen den gleichen Weg hinunter, denn ein bisschen müde sind die beiden Kleinen, wohlgemerkt nach einem anstrengenden Schul- bzw. Kindergartentag doch.

Als Belohnung fahren wir noch in den Kranebitter Hof und gönnen uns ein Eis, bzw. Radler auf die erfolgreiche Besteigung der Kaiser-Max-Grotte…

Super feiner Aussflug mit der Familie! Ein lang gehegter Traum mit der richtigen Mannschaft, was will man mehr…

151010 Gletschermühle

Ein kurzer Ausflug mit meinem Sohnemann, das wird es heute. Wir wollen uns in Igels die Gletschermühle anschauen, ein kleiner Naturwunder, das der letzte Gletscher des Wipptals in die Felsen gefressen hat.

Wir parken das Auto auf einem Waldweg in der Nähe von Lans, dann spazieren wir zuerst der Strasse entlang, und danach durch den Wald querfeldein zu dem Platz.

Schon bald werden wir fündig, jedoch nicht, ohne tückischen Pferdeäpfeln auf dem Weg geschickt auszuweichen.

Der Gletschtopf selber ist schon ein kleines Wunder. Hier haben Sedimente und kleine Steine als Schleifmateiral gedient, und haben über hunderte Jahre ein kreisrundes Loch in den Felsen gefräst, das heute noch besichtigt werden kann.

Letu läßt es sich nicht nehmen, den Gletschertopf genauer anzuschauen… und auch ein Geocache, ein sogenannter Earthcache versteckt sich hier, den wir natürlich gleich aufgelöst und gelogged haben.gel

Beim Rückweg meint Letu, er möchte noch gerne mit der Patscherkofelbahn fahren. Da wir glückliche Besitzer des Freizeittickets sind, ist das kein Problem. Leider erreichen wir die Gondel 1 Minute zu spät, und so müssen wir eine halbe Stunde auf die nächste Gondel warten.

Auch diese Zeit geht vorbei, und bald befinden wir uns in der Patscherkofel-Pendelbahn. Die Gondeln sind schon aus dem letzten Jahrtausend, und lange werden diese schönen Erinnerungen an vergangene Pracht am Patscherkofel wohl nicht mehr verkehren. Daher nutze ich gerne die Möglichkeit aus, mit ein bisschen Nostalgie auf den Berg zu kommen…

Oben drehen wir eine kleine Runde, es ist jedoch recht frisch, daher machen wir uns auf, die nächste Gondel wieder ins Tal zu nehmen.

Schön ist es bei uns allemal, ob zu Fuß, oder mit der Gondel auf den Berg hinauf…

151009 Klettersteig Geierwand

Kunde aus fernen Ländern erreichte uns, daß im Oberland, genauer gesagt, bei Haiming ein neuer Klettersteig eröffnet worden ist. Nach einer kurzen Recherche im Internet waren wir nicht sicher, ob der Steig wirklich schon offen ist oder nicht, also entscheiden wir, mit den eigenen Augen das Vernommene zu kontrollieren.

Die Fahrt nach der Arbeit vergeht schnell, ein paar politisierende Worte (Stichwort Wien-Wahl) führten uns weg von der Arbeit hinein in das schöne Wochenende. Das Wetter spielt auch mit, stellen wir fest und somit konnte unserem Vorhangen nichts im Wege stehen.

In Haiming parken wir an der Rafting-Ausstiegsstelle, Erinnerungen an früher, als ich 1-2 mal für Clemens als „Balast“ auf einem Raft mitfahren durfte, setzen ein. Doch heute zielt unser Blick hinauf, in die über uns ragenden Felsen.

Ein paar Kletterer sind schon zu Gange, aber im Klettersteig sehen wir erst niemanden. Nachdem ich den „Guck“ (e.g. Fernglas) aus dem Rucksack geholt habe, werden wir hoch oben einem Päarchen gewahr, das dort rumturnt. Und sich dann auf eine Bank niederläßt… kurios!

Der Zugstieg zeigt auch gleich den einzigen richtigen Wermutstropfen… die Autobahn, die direkt unter dem Felsen hindurchzieht. Doch wir lassen uns nicht beirren und steigen weiter hinauf, zum Einstieg der Tour. Wir wählen den schwierigeren Einstieg, der direkt durch einen Klettergarten führt. Dazu muss gesagt sein, daß der Klettersteig generell als Genußklettersteig angelegt ist, daher übertreffen die Schwierigkeiten nie den Grad C.

Die ersten Meter haben wir schnell geschaft, dank großzügig gesetzer Klammern und Stifte überhaupt kein Problem. Wir queren ein kleiner Grasband und kommen zum Hauptteil des Steiges.

Etwas fällt uns ganz schnell auf, die Wegführung ist super, und der Klettersteig wurde noch nicht oft begangen, zu viel Schotter liegt noch herum. Um es kurz zu fassen, Alfons als Zweiter ist nicht nur einmal froh, einen guten Steinschlaghelm auf dem Kopfe zu tragen.

Schnell machen wir Meter, bald erreichen wir die Abzweigung zum Parallelstrang, der weiter Rechts die Wand hochzieht. Immer wieder überraschen schöne Wegpassagen den Begeher, und auch die Aussicht wird mit jedem Meter beeindruckender. Noch ein wenig weiter, und wir erreichen die „Löwenbank“, eine echte Parkbank, die hier angespaxt und festgezurrt ist.

Eine tolle Sache. Wir machen dennoch nur eine kurze Fotopause und machen uns auf, den Rest des Steiges zu erkunden.

Über eine kleine Seilbrücke müssen wir noch gehen, dann kommt die Schlüsselstelle, auch mit gut platzierten Klammern gangbar gemacht. Dieser Teil könnte für nicht so geübte Kraxler oder auch Kinder eine kleine Herausforderung sein, ansonsten hält sich über den ganzen Steig die Schwierigkeit in Grenzen.

Bald erreichen wir die letzten Drahtsicherungen, die uns über abschüssige Wiesen zum höchsten Punkt im Walde bringen. Ab dort geht ein unversicherter, steiler und ausgesetzer Steig wieder hinunten ins Tal.

Bevor wir uns einen Platz für ein Feierabendbier aussuchen, machen wir uns noch auf, einen kleinen Geocache zu finden. Nach ca. 100 Höhenmetern erreichen wir das Loch, in dem der Schatz versteckt ist. Juhu…

Auf dem Weg von Parkplatz Richtung Innsbruck finden wir kein Plätzchen in der Sonne, in dem wir ein Bier trinken können. Daher kehren wir im Kranebitter Hof ein, dort wärmt uns die Herbstsonne und wir können Anstoßen.

Tourendaten:
Gesamtdauer: 2:30 h
Gesamtlänge: 4,6 km
Höhenmeter: 435 m