Archiv der Kategorie: Wandern

160907 Lechtalhöhenweg Etappe 5

Fünfte Etappe – Hanauer Hütte zur Muttekopfhütte

Gestern war schon ein relativ anstrengender Tag, aber heute wollen wir das nochmals toppen, wir wollen von der Hanauer Hütte in einem „Ratsch“ auf die Anhalter Hütte gehen. Nach dem Frühstück legen wir gleich los, es geht heute gleich am Anfang aufwärts.

Zuerst müssen wir auf das Galtseitenjoch (2.421m), einen Weg, den Papa und ich schon mal zum Teil gegangen sind, aber abbrechen mußten, da zu viel Schnee in den Toebel gelegen ist.

Nach einer guten Weile, die wir aufwärts gehen, erreichen wir endlich das Galtseitenjoch und kehren dem Angerletal den Rücken und steigen hinüber ins Fundaistal.

Über dem Joch wandelt sich die Landschaft komplett, geologisch interessante Gesteinsarten liegen überall im Gelände.

Durch das „Hinteres Kar“ erreichen wir die Kernstrecke für heute, die berüchtigten Kübelwände…

…brüchig, ausgesetzt und steil geht es bis hinauf zum Joch beim Muttekopf, diesen bekannten Gipfel nehmen wir dann auch noch gleich mit.

Vom Muttekopf (2.774m) haben wir eine fantastische Aussicht auf den Alpenhauptkamm, aber auch auf den Säuling, die Zugspitze, die Lechtaler und Allgäuer Alpen.

Hier ist es wunderschön. Da wir noch ein gutes Stück vor uns haben, dürfen wir nicht zu lange auf dem Gipfel verweilen.

Wir steigen hinunter zum Joch, doch anstatt den „richtigen“ Weg, nämlich die verschicherte (zweite) Rinne abzusteigen, entscheidet sich Papa, wohl zu enthusiastisch, die erste Rinne zu nehmen. Schon nach kurzem wissen wir, daß der Weg nicht richtig ist, aber rauf wollen wir nicht mehr.

Und ganz so schlimmer ist dieser Weg dann doch nicht. Ich scherze noch, daß wir die Herrenabfahrt genommen haben, während der Rest der Muttekopf-Besteiger die Damenabfahrt nehmen 🙂

Über einen schönen Steig erreichen wir die Muttekopfhütte (1.934m). Unsere Beine sind müde, wir entschließen uns (nicht ganz so) spontan, nicht mehr auf die Anhalter Hütte weiterzugehen, sondern hier zu bleiben.

Zimmer sind leider keine mehr vorhanden, aber das Lager schaut gut aus und wir beschließen, das Lager zu nehmen. Zur Stärkung bestellen wir ein Schnitzel. Eine riesige Portion wird uns mit Salat vorgesetzt, auch der Geschmack ist super.

Das Essen ist eine Wucht. Am Abend brauchen wir nicht mehr viel, eine Nudelsuppe und ein Gläschen Wein runden den Tag ab.

Die Nacht hingegen ist die Hölle, denn ein älterer Mann in unserem „Abteil“ schnarcht, was das Zeug hält. Gott sei Dank ist die Hütte aus massivem Holz, ansonsten hätte sie das wohl nicht ausgehalten. Die halbe Nacht liegen wir wach im Schlafsack, dann übermannt uns doch schlußendlich der Schlaf.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:20 h
Gesamtlänge: 12,1 km
Aufstieg: 1.142 m
Abstieg: 1.138m
Max. Höhe: 2.723 m

Höhenprofil
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160906 Lechtalhöhenweg Etappe 4

Vierte Etappe – Memminger Hütte zur Hanauer Hütte

Obwohl der gestrige Abend schon ein wenig Sonne versprochen hat, ist der Morgen heute doch trüb.

Wir gehen ein wenig später frühstücken, da die Memminger Hütte, auch Dank des Massenandrangs auf die Hütte Gruppen zuerst abfertigt. 30min. später kommen die „normalen“ Leute dran. Uns passt das ganz gut, wir genießen wieder ein gemütliches Frühstück, dann packen wir unser Zeug und machen uns auf. Im Gegensatz zu dem Rest der Leute gehen wir mit kurzer Hose und Softschelljacke los, die Übrigen sind in „voller Montur“ unterwegs.

Der Weg zur Seescharte (2.599m) ist bald geschafft, dort überholen wir die 3te und letzte Gruppe für heute… die meisten Gruppen sind auf dem E5 Richtung Zams, wir zweigen bald nach der Seescharte nach links, Richtung Württemberger Haus, ab.

Hier geht der Weg zuerst eben über ein Schotterkar, dann steilt der Weg auf, Richtung Großbergkopf (2.574m) und weiter zum Gipfelkreuz der Großbergspitze (2.657m).

Die letzten Höhenmeter machen wir in einer undurchsichtigen Nebelbank, leider haben wir keinen Ausblick auf die umgebende schöne Bergwelt.

Kurz nach dem Gipfel treffen wir die erste Gruppe, die vom Württemberger Haus rüberkommt.

Gleich danach kommt und noch eine größere Gruppe entgegenen, es soll heute bei diesen zwei Gruppen bleiben.

Ein kurzes Wolkenfenster erlaubt uns einen Blick auf den Bürschlsee, dann erreichen wir schon das Württemberger Haus (2.220m).

Wir stärken uns mit einem alkoholfreien Weizen und einem Speckbrot… hier würde es mir schon gefallen. Doch wir müssen weiter, unser Ziel heißt heute Hanauer Hütte.

Auf der Bittrichscharte (2.535m) schauen wir nochmals zurück auf die „Lacke“, ins Medriol, eine wunderschöne Stimmung dank einem kleinen Sonnenfenster.

Der Abstieg ins Bittrich ist sehr kalt, aber als wir den Boden des Hochtals erreichen, ist es schon wieder ein wenig angenehmer.

Wir können die warme Kleidung ausziehen und wandern weiter mit kurzer Hose, aber immer noch Fließjacke. Staundend sehe ich mir die riesengroßen Findlinge an, die hier wohl vom Leiterferner übrig geblieben sind.

Der Weg führt um den Vorderen Gufelkopf hinauf zum Gufelsee. Wunderschön liegt dieser kleine, aber relativ tiefe See vor uns, im Hintergrund der jetzt blattförmige Vordere Gufelkopf.

Zum Gufelseejöchl (2.373m) ist es nur noch ein Proformaaufstieg, dann sehen wir schon „fast“ die Hanauer Hütte.

Am ehemaligen Parzinn-See und an der Parzinnalm vorbei erreichen wir nach einem längeren Tag endlich die Hanauer Hütte (1.922m).

Nachdem der Durst gestillt ist, fragen wir nach einem Zimmer, das es aber leider heute nicht gibt. Nur noch im Lager ist Platz, also müssen wir uns wohl oder über vom Luxus der letzten Tage verabschieden.

Das Essen am Abend ist in Ordnung, zwei Oberösterreicher setzten sich zu uns und wir verbringen den Abend noch mit Geschichten über das Bundesheer, die Forstwirtschaft und sonstige interessante Themen. Spät geht der Abend zu Ende, erst um 23:00 Uhr komme ich ins Bett. Dafür schlafe ich sofort ein, kein Schnarchen kann mich stören…

Tourendaten
Gesamtdauer: 8:30 h
Gesamtlänge: 16,26 km
Aufstieg: 1.421 m
Abstieg: 1.741 m
Max. Höhe: 2.610 m

Höhenprofil
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160905 Lechtalhöhenweg Etappe 3

Dritte Etappe – Ansbacher Hütte zur Memminger Hütte

Ein Blick aus dem Fenster bestätigt unsere Befürchtung, über Nacht, bzw. in der Früh hat es zu schneien begonnen.

Der geplante „Augsburger Höhenweg“ fällt also ins Wasser, viel Hoffnung hatten wir eh nicht mehr gehabt. Unsere Alternativroute führt über die Memminger Hütte, das Weitere werden wir dann am Abend planen.

Wir lassen uns den Tag trotzdem nicht verdriesen, frühstücken reichlich am guten Buffet und stellen dann die „Abmarschbereitschaft“ her. Da es immer noch schneit, ziehen wir gleich das Regengewand und auch die Gamaschen an.

Die ersten Schritte von der Hütte versprechen glitschiges Vergnügen, doch schon nach ein paar Höhenmetern wird der Schnee griffiger und wir kommen gut voran. Zuerst erreichen wir die Kopfscharte (2.523m), bald gefolgt vom heute korrekt bezeichneten Winterjöchl (2.528m).

Nach einiger Sucherei erreichen wir noch die Grießlscharte (2.684m). Hier suchen wir nach einem nicht ganz einfachen Abstieg mit Grödeln vergeblich den Weg, also beschließen wir, diretissima ins Tal abzusteigen.

Nach einiger Sucherei und einer rutschigen Überquerung eines zugeschneiten Altschneefeldes erreichen wir wieder den richtigen Weg und sehen an der anderen Talseite schon die Memminger Hütte… so nah, und doch so fern.

Durch das Langkar und die Schafgufel führt uns der Weg ins wunderschön grüne Parseier Tal, den Schnee haben wir mittlerweile hinter uns gelassen.

Den reißenden Parseierbach überqueren wir fast trocken, hier pausieren wir auch kurz und ziehen uns um.

Der nächste Abschnitt führt uns nun wieder hinauf, über das Bärenpleistal, „Im Kessel“ und Rosengarten zur Memminger Hütte.

Im unteren Teil ist der Weg noch ausgesetzt, im oberen Teil noch dazu unangenehm lehmig und rutschig. Das nasse Wetter hat diesen Weg richtiggehend versaut, aber mit der „Schritt-für-Schritt“-Technik erreichen wir auch hier wieder ohne Probleme unser Ziel, die Memminger Hütte. Der in der Früh noch sichtbare Schnee ist mittlerweile verschwunden, und kurze Sonnenfenster versprechen Wetterbesserung.

In der Gaststube werden wir unfreundlich empfangen, aber zumindest bekommen wir ein 4-Bett-Zimmer, zusammen mit zwei in Deutschlang lebenden Polen.
Wir erlauben uns eine kurze Rast, dann steigen wir noch in einer knappen 1/2h auf den Seekogel (2.414m), um die dort rastenden Steinböcke aus der Nähe zu bewundern.

Diese imposanten Tiere machen nicht die geringste Anstalt, von uns wegzulaufen. Mich reißt das zu einem Scherz hin, die Tiere sind wohl angepflockt…

Das Panorama vom Gipfel ist heute wunderschön, da die Wolken zusammen mit dem Restschnee eine wunderschöne Stimmung fabrizieren. Papa und ich genießen die wunderschöne Aussicht…

Die Bedienung auf der Memminger Hütte hat diesen Ausdruck fast nicht verdient, zumindest das Essen ist gut. Auch gesellen sich die Zimmergenossen aus Polen zu uns an den Tisch, später noch kommen zwei Deutsche, die wir schon auf der Ansbacher Hütte kennengelernt haben, zu uns, und wir haben einen lustigen Abend mit viel Gelächter… die vielgerühmte Bergsteigerkameradschaft!

Tourendaten
Gesamtdauer: 5 h
Gesamtlänge: 13,20 km
Aufstieg: 954 m
Abstieg: 1.121m
Max. Höhe: 2.632m

Höhenprofil
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160904 Lechtalhöhenweg Etappe 2

Zweite Etappe – Leutkirchner Hütte bis Ansbacher Hütte

Gut ausgeruht erwachen wir Frühmorgens und packen unsere Rucksäcke für die zweite Etappe. Das Frühstück ist etwas trocken, aber die große Tasse Kaffee hilft, das Brot runterzubekommen. Wir bedanken uns beim Hüttenwirt für die freundliche Aufnahme, bazahlt haben wir, wir auf den AV-Hütten üblich, schon am Abend.

Das Wetter ist gut, und wir kommen schnell hinauf auf das Winterjöchl (2.261m).

Dann geht der Weg über angenehme Pfade über die Hirschpleis, unter dem Stanskogel hindurch Richtung Schindlekopf (2.471m). Obwohl der Gipfel nicht direkt am Weg liegt, beschließen wir, den kleinen Kopf mitzunehmen. Wir stellen die Rucksäcke ab und kraxeln geschwind auf die kleine Erhebung. Der Ausblick ist wirklich schön von hier.

Von oben sehen wir schon unser nächstes Ziel, das Kaiserjochhaus (2.310m) und auch den Pfad dorthin.

Die AV-Hütte haben wir rasch erreicht, da es aber noch früh am Vormittag ist, beschließen wir auch hier, nicht einzukehren, sondern gleich das nächste Ziel anzusteuern. Über nun ausgesetz werdende Wege erreichen wir die Kridlonscharte (2.371m). Von hier haben wir einen wunderschönen Ausblick auf den Hintersee, und obwohl das Wetter nicht mehr ganz so gut ist, ist die Landschaft malerisch.

Hier treffen wir einen Wanderer mit seinen 3 Söhnen, die auch auf dem Weg zur Ansbacher Hütte sind. Der Vater meint zu uns, es sei ein Kreuz mit den Jungs, die springen immer so schnell, dafür brauchen sie öfter Pause. Er würde so viel lieber langsam durchmarschieren… ich kann ihn total verstehen.

Bald erreichen wir das Hinterseejöchl (2.482m), nochmals mit einem schönen Blick auf den Hinetersee. Zuerst ist der Weg wieder sehr angenehm zu gehen, wir kommen rasch voran, dann steigert sich der Anspruch wieder ein wenig, beim Jochrücken müssen wir einige schottrige Tobel durchqueren.

Trotzdem sind wir zügig am Weg, und bald stehen wir am Alperschonjoch (2.303m).

Nun teilt sich der Weg, da wir aber nicht sicher sind, wie der rechte Weg auf die Samspitze ((2.624m) ist, beschließen wir, den einfacheren Weg über das Flarschjoch (2.464m) zu nehmen.

Mit den Rucksäcken, die mit Wasser doch bis zu 13kg auf die Waage bringen, sind manche Balance-Akte doch nicht ganz so einfach.

Vom Flarschjoch umrunden wir die Samspitze, das Gipfelkreuz immer im Blick, und erreichen auch schon die Ansbacher Hütte.

Ein netter Empfang auf der Hütte, gepaart mit einem 3-Bett-Zimmer für uns Zwei, überzeugt uns schon, daß es uns hier gefallen wird.

Wir gönnen uns ein Weizen auf der Hütte, und schauen auf die Uhr… es ist noch sehr viel Tag übrig, also beschließen wir spontan, noch auf die Samspitze, aber ohne Rucksack zu gehen. Wir nehmen nur eine Jacke mit und starten los.

Nicht weit über der Hütte fängt es zu nieseln an, aber wir beschließen, noch weiter zur Spitze zu gehen. Bald hört das Nieseln wieder auf und wir erreichen den Gipfel der Samspitze (2.624m).

Am Abend genießen wir ein 3-Gänge-Hüttenmenü, das wirklich vorzüglich ist. Auch das Hüttenpersonal ist total freundlich und mit den anderen Gästen verstehen wir uns blendend. Ein Ällgäuer Künsterpaar gesellt sich zu uns und wir reden über Gott und die Welt, speziell was sich im Tourismus zwischen früher und heute unterscheidet. Ich höre hauptsächlich interessiert zu, denn Kurt kann so einiges aus vergangenen Tagen preisgeben.

Zeitig gehen wir wieder ins Bett, es hat nun zu regnen begonnen.

Der Wetterbericht ist also akurat gewesen! „Greißlige Stimmung draußen“, mehr fällt mir nicht ein und gerne kuschle ich mich in den Hüttenschlafsack.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:40 h
Gesamtlänge: 13,80 km
Aufstieg: 1.014 m
Abstieg: 908 m
Max. Höhe: 2.624 m

Höhenprofil
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160903 Lechtalhöhenweg Etappe 1

Erste Etappe – Zürs bis Leutkirchner Hütte

Heute geht es endlich los, Papa und ich machen uns auf, den Lechtaler Höhenweg zu begehen. Wir fahren schon in der Früh von Reutte mit dem Postbus bis nach Zürs, von dort wollen wir unsere Tour starten.

Im Bus rufe ich noch auf der Leutkirchner Hütte an, um ein Zimmer zu reservieren, aber der Hüttenwirt meint nur, „alles ausgebucht, da braucht´s gar nit kemmen…“. Welch ein Schock zuerst, aber wir beschließen, trotzdem unser Glück zu versuchen…

Nach ein wenig mehr als 2 Stunden erreichen wir unseren Ausgangspunkt, Zürs.

Der erste Teil von Zürs aus geht auf einer asphaltierten Piste über das Skigebiet hinauf zur Trittalm.

Hier wird der Weg dann „schotterig“, ist aber immer noch sehr breit. Es geht in einem schönen Boden, dem Pazüel, Richtung Stuttgarter Hütte. Schon vom Boden aus sieht man die stolze Hütte über dem Tal thronen…

Der Boden ist weit und zu unserer Rechten sehen wir größere Herden an Almvieh. Das gehört wohl zur Pazüel-Alm.

Vor der Stuttgarter Hütte wird der Weg ein wenig steiler, und wir erreichen das erste Joch auf der Tour, das Krabach-Joch (2.305m).

Dann sind wir auch schon bei der DAV-Hütte. Da es noch früh ist, beschließen wir, nicht einzukehren, sondern gleich weiter zur Leutkirchner Hütte zu gehen.

Nach kurzem Marsch erreichen wir das Erli-Joch (2.430m). Es geht zuerst recht einfach, immer weiter hinunter ins Almajurtal bis zur Erlach-Alm. Auf halbem Weg kommt uns eine Gruppe Zürser entgegen, bewaffnet mit Mountainbikes. Na, wer´s mag… Papa und ich sind uns einig, das würden wir nicht wollen.

Wir erreichen die Erlach-Alm (1.922m), eine größere Jägerschaft ist auch zugegen. Wir stärken uns mit einem Weizen und fragen die Jäger ein wenig aus. Murmeltier und Gemse hat heute dran glauben müssen, jetzt wird gefeiert, meinen sie. Als wir auf unseren weiteren Weg zu sprechen kommen, meint der Chef-Jäger, daß der Weg „arg schlecht beieinander ist“. Trotzdem wollen wir es wagen.

Wir gehen von der Alm zuerst noch ein paar Meter gerade aus, dann steilt der Steig auf, in den Stapfe-Tobel. Schon der Anblick des Weges verspricht „prickelnde Spannung“… ausgesetzt, schottrig und abschüssig, das sind die Charaktereigenschaften, die mir noch spontan einfallen. Aber nachdem wir einsteigen, stellen wir fest, daß es nicht so schlimm ist, wie es ausgeschaut hat. Klar, rutschen darf man nicht, aber wo darf man das schon in den Bergen!

Der Tobel ist bald bemeistert und wir steigen hinauf zum Almajur-Joch (2.237m). Von hier aus ist es nur ein kurzer Weg bis zur Leutkirchner Hütte (2.261m).

Auf Nachfrage beim Hüttenwirt ist wie erwartet kein Zimmer frei, Lager schaut auch schlecht aus, aber „wir werden schon was finden…“, wir müssen uns noch ein wenig gedulden. Nach einiger Zeit könnten wir den Winterraum mit „kleinem“ Hund für die Nacht haben, aber wir wollen das Lager nicht mit einem unbekannten, und wie sich herausstellt, gar nicht so kleinen Hund teilen. Wärend er uns das erzählt, schaut er mich augenzwinkernd an und meint nur: „Gel, du hast heute in der Früh angerufen…“

Etwas später haben wir doch noch Glück, eine Absage beschert uns ein feines 2-Betten-Zimmer, Luxus pur also. Ach das Essen am Abend ist sehr gut, und der Hüttenwirt ein feiner Kerl, ursprünglich aus Kärnten.
Um 19:30h liegen wir schon im Bett, wer mich kennt, weiß, daß das fast „Mittag“ ist… trotzdem schlafen wir auch Dank der Ruhe und der guten Luft bald ein, vorfreudig auf den nächsten Tag.

Tourendaten
Gesamtdauer: 4:30 h
Gesamtlänge: 13,60 km
Aufstieg: 1.299 m
Abstieg: 649 m
Max. Höhe: 2.441 m

Höhenprofil
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160820 Hechenbergrunde, Kirchbergköpfl (1.943m)

Schon länger schaue ich immer wieder beim Schlafzimmerfenster hinaus, in Richtung Hechenberg. Und immer wieder „gluschtet“ mich die Runde über das Hechenbergl, ein längst vergessener Steig, der westlich der Kranebitter Klamm, durch die extrem steile Wand des Hechenbergs zieht. Gerade gestern am Patscherkofel dachte ich noch dran…

Spontan machen Alfons und ich aus, heute diese Tour zu machen. Wir starten um 6:45 in Aldrans, fahren mit dem Auto bis nach Kranebitten und suchen uns dort einen legalen Parkplatz für das Auto… gar nicht so einfach.

Die ersten Meter gehen wir den Klammsteig entlang, dann zweigen wir auf den Schleifwandsteig ab. Dieser zieht stehtig in Serpentinen hinauf in die Wand. Die Ausblicke auf Innsbruck werden mit jeder Kehre spektakulärer, der Flughafenlärm leider auch…

Dann zweigt ein unscheinbarer Weg ab, mit dem Hinweis, „HECHENBERG, NUR FÜR GEÜBTE“.

Das ist unser Weg, den wir begehen wollen. Zuerst geht der Weg zwar schmal, aber in nicht allzu anstrengender Steigung in Kehren weiter, doch dann steilt der Weg immer mehr auf.

Seilversicherungen sind vorhanden, aber diese schauen nicht immer sehr vertrauenserweckend aus. Trotzdem verwende ich diese gerne, auch wenn es nur für die „Moral“ ist.

Mittlerweile ist der Weg sehr ausgesetzt, einen falschen Tritt darf man sich hier nicht leisten. Die Seilsicherungen helfen nur bedingt, aber der Untergrund ist trocken und bei entsprechender Vorsicht ist das Steigen gar kein Problem.

Bald erreichen wir das Hechenbergl (1.757m), einen kleinen Boden, der mit dem eigentlichen Hechenberg über ein breites Grat verbunden ist.


Von diesem kleinen Vorgipfel steigen wir weiter auf, bis wir endlich das Kreuz vom Hechenberg (1.912m), in manchen Karten auch als Rauhenkopf benannt, erreichen.

Hier gönnen wir uns einen kleinen Snack und schauen uns um. Das Wetter scheint zu halten, und nur im Unterland ist es diesig.

Nächste Station ist das Kirchbergköpfl (1.943), der auch mit einem kleinen Gipfelkreuz verziert ist.

Hier machen wir eine längere Pause, genießen die Aussicht und bewundern die umgebenden Bergriesen, in Namen: Kleiner und Großer Solstein, Hohe Warte, Brandjochspitze, weit im Westen sehen wir die Zugspitze mit dem unmöglichen Gipfelaufbau, im Süden schauen die Stubaier Gletscher zu uns, vorgelagert die Nockspitze und die Kalkkögel… ach wie schön haben wir es doch!

Langsam, leider auf die Uhr schauen müssend, machen wir uns zur Neuen Magdeburger Hütte auf, die wir auf einem sehr guten Pfad auch bald erreichen. Der Wind hat aufgefrischt, aber wir beschließen trotzdem, hier noch eine Kleinigkeit zu essen.

Wir sitzen zwar gemütlich, aber weder sind die Wirtsleute freundlich noch ist das Essen besonders gut… und zu guter Letzt ist der Preis auch noch gesalzen. Na, das wird uns wohl ein Weilchen im Gedächnis bleiben.

Nun kommt der zweite Teil unserer Wandung, zuerst über den Krummen Steig bis zu Nassen Wand. Dieser Teil vor der Nassen Wand ist sehr anregend, denn wunderschön geht der Steig unter den Felswänden der Solsteine hindurch.

Bei der Nassen Wand zweigen wir über eine Schotterreise hinab ins Bachbett der Kranebitter Klamm und und wandern den alten Weg durch die Klamm hindurch.

Nach dem Zustand der eingebauten Hilfen dürfte dieser Steig wohl kein „High-Priority-Project“ der zuständigen Sektion sein.

Trotzdem sind alle Sicherungen noch in gutem Zustand, hier muss man sich keine Gedanken machen.
Kurz vor dem Ausgang der Klamm passiert mir noch ein Unglück: Da es in der Klamm doch sonnenlos war, hatte ich die Sonnenbrille leger in den Ausschnitt meines T-Shirts gesteckt. Eine falsche Bewegung war’s, dann war auch die Brille weg. Auch mein Versuch, mittels Stecken die Brille im strömenden Wasser zu „fangen“ schlägt fehlt. Ich sehe nur noch, wie das gute Teil über einen kleinen Katerakt hinunterfällt…

Ohweh, was mache ich nun. Ich springe zum kleinen Becken und suche mit meinen Händen alles im tiefen Becken ab, frustriert will ich schon aufgeben, als mich Alfons nochmals ermuntert, zu suchen. Und siehe da, an einem Stein finde ich doch noch unter Wasser das gute Teil, ohne Schrammen, zumindest auf den ersten Blick.

Schnell verschwindet die Brille im Rucksack, nochmals kommt mir diese heute nicht aus.

Dann ist auch schon das Ende der Klamm und das Auto erreicht. Wieder einmal konnte ich mit Alfons eine wunderschöne Tour in unseren heißgeliebten Tiroler Bergen unternehmen.

Tourendaten
Gesamtdauer: 5:10 h
Gesamtdistanz: 12,16 km
Höhenmeter: 1.390 m

170717 Arztal Alm (1.900m)

Obwohl das Wetter nicht gerade schön ist, beschließen wir heute eine Familienwanderung auf die Arztalalm zu machen. Eine scheinbar eher unbekannte Alm, aber sehr schön gelegen soll unser Ziel sein. Wir fahren von zu Hause über Ellbögen, wo gerade das Schützenbataillonsfest stattfindet, weiter hinauf zum „Hinterlarcher“. Dort parken wir das Auto und treten den Fußmarsch an, hin zur Alm.

Das erste Stück ist sehr gemütlich auf Asphalt, dann auf dem Forstweg. Dann zweigt ein Steig ab, der uns ein paar Serpentinen sparen wird.

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Obwohl der Weg sehr schön angelegt und auch gut zu gehen ist, sind ein paar Stellen drinnen, die durch die großen Regenmengen verwaschen sind und zum Teil noch überspült werden. Da wir nicht alle die guten Bergschuhe anhaben, wird der Eine oder Andere auch mal ein bisschen Nass an den Füßen.

Bald erreichen wir die Halbzeit, wir beschließen trotz eingesetztem Nieselregen hier eine kleine Pause zu machen, und unsere leckeren Brote zu verspeisen.

Das letzte Stück steilt ein wenig auf, Letu marschiert ohne Murren voraus, Sara freut sich schon auf die Hütte . Dann, endlich, erreichen die wir Alm, schön eingebettet in einer kleinen Senke und umgeben von Bächen.


Freundlich werden wir begrüßt, hier gibt es nochmals eine Kleinigkeit zu essen und wir genießen die Gemütlichkeit.


Die Sonne lacht jetzt mittlerweile auch vom Firmament, daher treten wir fröhlich den Rückweg an, ein paar Lieder mit den Kindern machen den Rückmarsch kurzweilig.

Was für ein toller Wandertag mit der Familie, das hat richtig Spaß gemacht.

Tourendaten
Gesamtlänge: 10,6 km
Gesamtdauer: 2:45 h
Höhenmeter: 593 m

160626 Eulenwiesen

Ein bisschen ein Kreuz ist es schon mit dem Wetter… manchmal ist das Wetter einfach wunderbar, und ich habe keine Zeit, irgendwas zu machen. Und wenn ich dann die Zeit hätte… naja, dann ist es ebenso wie heute.

Aber ich will nicht jammern, ich habe ja gute Kleidung für alle Lebenslagen, also raus in die Natur, es wird halt kein hoher Gipfel, sondern eine gemütliche Rundwanderung in Gleins. Wer sich fragt, wo Gleins ist, über Schöneberg im Wipptal.

Ich bin heute untypisch spät aufgestanden, aber da ich ja nicht so viel vorhabe, sollte das schon OK sein. Auf der Bundesstraße fahre ich bis Schönberg, dann weiter auf einer Straße mit „Fahrverbotsgebot“ hinauf zum Gleinser Hof. Dort stelle ich mein Gefährt ab, schalte mein GPS ein und stelle fest, die Batterien sind fast leer. Na, kein Problem, rein mit den Akkus… doch o Schreck, die sind ja komplett leer. Obwohl ich diese gerade aufgeladen habe… scheinen wohl defekt zu sein, nach 15 Jahren :D. Na gut, da ich einige GC (Geocaches) im Programm habe, muß ich wohl auf mein Smartphone zurückgreifen. Das geht auch sehr gut.

Also marschiere ich los, zuerst auf Schotterstraßen. Der Pfad zieht ganz gemächlich den Wald hinauf, ich finde einige GCs auf dem Weg, heute schein mein „Blick“ zu funktionieren.

Bald erreiche ich den Naturschauplatz Eulenwiesen, eine märchenhafte Wiesenlandschaft mit vielen uralten Lärchen dazwischen.

Sehr schön hergerichtet durch den Tourismusverband Stuibaital. Bei schönem Wetter muß ein Picknick hier richtig gut schmecken…

Der Nebel zieht immer wieder zwischen den Bäumen hindurch und taucht die Landschaft in ein mystisches Licht. Es schaut immer wieder nach Regen aus, doch es bleibt trocken. Wunderschön ist es hier, zum Glück bin ich hier heute her.

Mit den Mähdern habe ich den höchsten Punkt meiner Wanderung erreicht, bald geht es wieder bergab, vorbei an schönen Städeln und Lärchen. So wandere ich eine Weile, genieße die Stille, denn heute sind fast keine Leute am Weg und erreiche so das Ende der Eulenwiesenwanderung.

Am Forstweg entlang gehe ich zurück zum Gleinser Hof, wo ich mir einen Kaffee und ein Ziachkiachl mit Preiselbeer gönne.

Just in dem Moment, als ich zum Auto am Parkplatz gehe, fängt es an zu regnen… das nenne ich mal perfektes Timing.

Eine sehr schöne Wanderung, angenehm, und auch mit Kindern sehr gut machbar. Ich kanns jedem empfehlen.

Tourendaten
Gesamtlänge: 7,40 km
Gesamtdauer: 2:15 h
Höhenmeter: 265 m

160527 Bitterlehütte, Säulinghaus (1.687m)

TAG I

Wir sind wieder mal in Pflach und nutzen das schöne Wetter aus, um auf unsere Hütte zu gehen. Die Kinder und ich, Oma und Gertrud sind auch mit von der Partie. Den Nachmittag verbringen wir faullenzend, die Kinder spielen in der Wiese.

Am späteren Nachmittag grillen wir uns noch ein paar Würsten auf dem „heißen Stein“

…dann verlassen Oma und Gertrud uns, uns wir richten uns für die Nacht her. Ein UNO Spiel runden den Abend ab, dann müssen die Zwerge in die Koje. An Schlaf ist natürlich zuerst nicht zu denken, aber zumindest müssen sie mal liegen. Morgen haben wir was vor…

TAG II

Gleich der der Früh gönnen wir uns ein feines Frühstück, dann räumen wir die Hütte auf. Opa kommt gegen 8:00 Uhr zur Hütte und wir machen uns auf, auf das Säulingshaus zu wandern.

Sara geht mit Opa voraus, Letu und ich machen das Schlußlicht. Letu hat sich vor ein paar Tagen den Fuß angeschlagen, aber das Aufwärtsgehen ist doch fast kein Problem. Manchmal hinkt er ein wenig, aber er beißt durch.

Nach 1,5h stehen wir beim Haus, den Kindern taugs. Die Aussicht von hier oben auf den Talkessel ist einfach wunderbar, der Hüttenwirt holt gerade den Nachschub mit der Seilbahn hoch. Das ist was für Letu…

Wir gönnen uns Würstchen und etwas zum Trinken und genießen die Pause.

Der Abstieg läuft auch gut, nur Letu´s Bein plagt ihn ein wenig. Ein paar Stücke trage ich den Bub, ansonsten geht er brav selber.

Wir machen noch einen Zwischenstopp auf der Bitterlehütte, dort trinken wir noch einen Kaffee. Sara geht mit Opa zu Fuß ins Tal, während Letu und ich die Hütte aufräumen. Das ist schwubbs gemacht, dann fahren auch wieder wieder ins Tal.

Brav sind die beiden Zwerge heute marschiert, die Tour hat uns allen sehr gut gefallen.

Tourendaten:
Gesamtdistanz: 7,34 km
Gesamtdauer: 2:50 h
Höhenmeter: 659 m

160521 Leithe Klettersteig und Wandern

Gestern am Abend habe ich noch kurzfristig mit Papa ausgemacht, daß wir uns in Nassereith zu einem Klettersteigabenteuer treffen könnten. Der Leithe Klettersteig lacht mich schon seit längerem an, und jedes Mal wenn ich nach Reutte fahre, denke ich mir, da muss ich hin.

Heute in der Früh ist es dann so weit. Ich treffe mich mit Papa beim Kletterparkplatz um 8:00 Uhr und wir starten hinüber zum Einstieg in den Klettersteig. Im Kletterführer steht geschrieben „… noch vor der Wand den Helm aufsetzen… viele Gämsen, die unkontrolliert Steine ablassen!“

Ein Blick in die Höhe zeigt auch schon die Krickerln einer Gams, die über einen Felsrand zu uns hinunterschaut. Da wir allerdings die Ersten an der Wand sind, wird der Steinschlag für uns kein Problem, für die Nachfolgenden werden wir schon aufpassen. Und die Gams ist mittlerweile auch schon weitergezogen.

Der Einstieg ist zunächst einfach, dann kommt schon eine der C/D Stellen, die aber gut gemeistern werden können. Es ist nicht arg ausgesetzt, oder gar psychisch anspruchsvoll, nein, es geht einfach in die Arme, wenn man sich am Seil über die griff und trittlosen Platten hinaufziehen muss.

Es sind nur immer kurze Stellen, die uns ein wenig fordern, der große Teil des Klettersteiges ist Genuss pur. Unter uns sehen wir die nächsten Kletterer an die Wand kommen, heute wird´s hier wohl noch richtig voll werden. Kein Wunder, bei dem Wetter…

Bald erreichen wir den Scheitel der Tour und auf Bändern geht es hoch über den Häusern von Nassereith und den Köpfen der Kletterer hinüber ins Kar.

Unterwegs müssen wir noch eine Seilbrücke meistern, die aber gut verspannt, und deshalb auch gut begehbar ist.

Bald erreichen wir den Fußweg ins Tal, den wir bis zu unserem Auto nehmen. Für den Klettersteig haben wir ca. 1 Stunde gebraucht, also die Hälfte der angegebenen Zeit. Und das, obwohl wir nicht gehudelt haben.

Beim Auto angekommen, verstauen wir unser Klettersteigzeug, denn nun kommt der zweite Teil unseres Ausflugs dran. Zuerst wandern wir hinauf zum Adlerhorst, von dem wir die Aussicht auf die Kletterwand genießen.

Von oben hatten wir gar nicht gesehen, welch eindrucksvolle Aussichtskanzel hier steht. Fast wären wir daran vorbeigelaufen.

Weiters schauen wir uns das alte Bergwerk zu Feigenstein an. Dieses Bergwerk, von dem heute noch zwei Stollen sichtbar sind war schon ab dem 15ten Jahrhundert bekannt, hier wurde vor allem Galmei (Zinkblende) und Blei abgebaut. Traurige Bekanntheit erhielt das Bergwerk 1999, als eine Wasserexplosion im stillgelegten Bergwerk eine Murenkatastrophe auslöste.

Heute zeugen noch die versperrten Zugänge der Mundlöcher vom ehemaligen Bergbau.

Besonders sehenswert ist der tiefe Stollen, den man durch die Eisenstäbe beim Barbarastollen erspäht.

Was für eine Arbeit muss das damals gewesen sein. Hut ab vor den Bergknappen. Gedankenvoll wandern wir wieder hinunter ins Tal, bald erreichen wir Dormitz und unser Auto. In Nassereith beim „Gasthaus Post“ genießen wir noch ein Bierchen.

Ich gönne mir bei der Heimfahrt noch einen Abstecher auf die alte Bundesstraße, die seit der Umfahrung über den Holzleitensattel nicht mehr oft besucht wird, zumindest nicht von Autos. Fahrräder sind dafür hier um so mehr am Weg.

Bald erreiche ich die Hauptstraße und flugs bin ich zu Hause.

Tourendaten

Klettersteig
Gesamtdauer: 1:40 h
Gesamtlänge: 5,40 km
Höhenmeter: 418 m

Wanderung Feigenstein
Gesamtdauer: 2:40 h
Gesamtlänge: 7,51 km
Höhenmeter: 665 m